Es pfiff die Pfeife

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Es pfiff die Pfeife,
nicht das Instrument,
daß man ihn nicht angreife,
sonst macht er sich ins Hemd.

Es pfiff Florian, die Pfeife,
nachts so falsch und laut,
bis Opa verteilte Schmierseife,
und ihm auf den Arsch gehaut.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Amazonas-Regenwald trotz Klimastreiks massiv zerstört

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Von Einsicht keine Spur

Setzt sich jener unfaßbar fatale Weg der Vernichtung des Amazonas-Regenwaldes fort, dürften schon in sechs Jahren nahezu Dreiviertel seiner Größe für immer verloren sein, ein dramatischer Verlust für die Menschheit, fürs weltweite Klima.

Laut einem Bericht des brasilianischen Instituts für Weltraumforschung (Inpe) könnte in diesem Jahr erstmals die Schwelle einer jährlichen Verringerung der Waldfläche um insgesamt 10.000 Quadratkilometer erreicht werden, was einer Verdoppelung der Vernichtung des Amazonas-Regenwaldes entspricht im Vergleich zum letzten Jahr.

Auch in Bolivien geht es dem Regenwald an den Kragen

Der Appell „Agrarindustrie in Bolivien stoppen helfen: Keine Abholzungen und Waldbrände für Rindfleisch und Soja erlauben“ an die Regierung von Bolivien sowie an Präsident Evo Morales gerichtet, wurde vom Verein Rettet den Regenwald ins Leben gerufen, schließlich scheint nicht nur Brasilien dermaßen vernichtend mit dem weltweit größten Regenwald umzugehen.

Um sich einmal die Größe des Amazonas-Regenwaldes zu vergegenwärtigen, es handelt sich dabei um rund 6 Millionen Quadratkilometer, das entspricht ungefähr 60 Prozent der Größe Europas, der über neun südamerikanische Länder verteilt sich erstreckt, der größte Teil in Brasilien, nämlich fast zwei Drittel.

Jair Bolsonaros Ausstieg vom Pariser Abkommen eine Kehrtwende

Seitdem zurück in Zeiten unbedarft, unverantwortlicher Abholzung und Zerstörung des Regenwaldes. Sabotage wider der Natur, mit derselben Intension wie dessen US-amerikanischer Kollege. Für Trump gilt gleichwohl keine menschengemachte Ursache des Klimawandels, die Umwelt wird ohnehin mißachtet und entsprechend mit Füßen getreten.

Das am 23. August von Jair Bolsonaro unterschriebene Dekret für den Armee-Einsatz gegen die Brände am Amazonas kommt reichlich spät, hat letztlich keine Garantiegültigkeit, daß damit tatsächlich Einsicht folgen mag. Realistisch verbleibt der harte Kurs der Ignoranz, die Hofierung der Agrarlobby, schließlich winken dabei profitable Geschäfte, von denen auch der brasilianische Präsident partizipiert.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Umwelt

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Seeblick

© Doris Mock-Kamm

Alsbald der Dunst
wich dem Licht,
alsbald meine Lider
Tränen blinzelten,

wurde ich in
Sehnsucht getaucht,
wurde ich mit
silbernem Glanz überhäuft.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Erdoğans angezettelter Krieg gegen Kurden untragbar

Wenn der Sultan von Ankara wütet

Haben stets viele Menschen zu leiden, das kennt man bereits seit über sechzehn Jahren, als er im März 2003 sein Amt als Ministerpräsident der Türkei antrat. Aus anfänglichen Reformen zur Demokratisierung entpuppten sich dessen weitere Maßnahmen als reinen Machterhalt nach Gutdünken, despotisch regiert er das Land, während die Welt ihn tatsächlich gewähren läßt.

Mit dem Beginn der Offensive gegen die kurdische YPG-Miliz im Norden Syriens macht Erdoğan nach oftmaliger vorheriger Androhung nunmehr ernst, fordert gar Solidarität der Nato, läßt obendrein radikale Islamisten für sich kämpfen. Daß Emmanuel Macron nicht stillhalten kann, sollte offensichtlich sein. Trumps Entscheidung, die US-Truppen abzuziehen, war der türkische Freiffahrtschein für jenen angezettelten Krieg.

Die Nato täte gut daran, die Türkei aus der Allianz zu verbannen

Was dennoch nicht einfach so geschehen wird. Schließlich braucht das nordatlantische Bündnis die Türkei als südöstlichstes Bollwerk, vor allem gen Iran, dessen Versuch, Atomraketen zu bauen, sich längst wieder fortsetzt, seitdem Trump den Atomdeal einseitig aufgekündigt hatte.

Die Spannungen im Nahen und Mittleren Osten haben sowieso kontinuierlich zugenommen, mit dem Krieg der Türkei gegen die Kurden auf syrischem Boden wurde eine Tür geöffnet, die besser ganz fest verschlossen geblieben wäre. Aber davon will Erdoğan erwartungsgemäß nichts wissen, ihn geht es um die Ausweitung seiner Macht.

Stellvertreterkriege wie in Syrien haben ihren Preis

Der da lautet, daß selbst Gegner wie die USA und Russland sich im Fall der Rolle der Türkei einig sind. Ein scheinbares Paradoxum. Tatsächlich allerdings militärisches Kalkül, deren Verhinderung zur Verurteilung der Türkei im UN-Sicherheitsrat vereint beide Gegner somit.

Leidtragend sind in erster Linie Zivilisten vor Ort, was beide Supermächte billigend in Kauf nehmen, die Europäer eher ohnmächtig eben nicht intervenieren können. Letztendlich ein Armutszeugnis par excellence, was einmal mehr aufzeigt, welche Einflüsse militärische Optionen auf die Politik haben. Waffen sprechen, bestimmen und regieren ein großes Stückweit. Mit einem friedlichen Miteinander hat das nichts zu tun!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Herrschaftszeiten nochmal

Sie beschwören Loyalität.
Bedeutet für sie Stabilität,
festen Boden unter den Füßen.
Abhängigkeit läßt grüßen.

Narrenfreiheit ist ihr Motiv,
niemals fällt man tief,
jedes Verbrechen wird gedeckt,
sei es noch so perfide ausgeheckt.

Herrschaftszeiten nochmal,
sie lieben es royal,
mißbrauchen Titel, Krone.
Macht, Schlüssel zum Throne.

Diese ihre Art der Loyalität
bedeutet keine Integrität.
Boden wegziehen unter den Füßen,
Faschismus läßt grüßen.

Ihr Narren, sie rauben Freiheit,
versprechen Sicherheit,
lassen euch im Käfig suhlen,
um nach ihrer Gunst zu buhlen.

Herrschaftszeiten nochmal,
spielt nicht Opfer für ihre Qual.
Ehrenhaft und glaubwürdig
ist nur der, der mit dir ebenbürtig.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Anschlag in Halle Fortsetzung im NSU-Stil

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Wikimedia Commons CC BY-SA 4.0

Wieviele Opfer rechten Terrors bedarf es denn noch?

Dabei dürfte es der Neuen Rechten einerlei sein, ob Muslime, Juden oder jedwede Ausländer, Hauptsache sie leben ihren ständig präsentierten Haß entsprechend aus, ob per Worte oder gar Taten wie am Geburtstag von John Lennon in Halle, längst wirft Bayerns Innenminister Joachim Herrmann der „AfD“ geistige Brandstiftung vor.

Das kommt reichlich spät, im März dieses Jahres erinnerten wir daran, daß die Demokratie im Visier militanter Kräfte sei, rechter Terror sich sammelt. Doch anstatt wirklich vorhandene Möglichkeiten konsequenter Strafverfolgung gänzlich auszuschöpfen, ziehen es die deutsche Justiz sowie die Polizei vor, halbherzig zu agieren. Bestes Beispiel der NSU-Prozeß, wo sich Rechtsradikale hinterher bestätigt fühlen. Letztlich eine Aufforderung ihren Terror fortzusetzen.

Merkels Gebot verpufft dennoch ungehört

Ganz besonders wenn in diesem Land der Vizepräsident des sächsischen Landtages, André Wendt, zu Gast beim letztmaligen Pegida-Spaziergang anwesend ist, wo erneut unbehelligt der Intensivtäter Lutz Bachmann davon schwadroniert, man solle doch Gräben ausheben, um diese mit Politikern und Menschen zu füllen. Spätestens dann sollte deutlich sein, was hierzulande verkehrt läuft.

Ein derartiger Haß ist durch gar nichts zu entschuldigen, weder als Meinungsäußerung oder –freiheit, noch gar als demokratische Legitimität zu werten. Man sollte solches als das benennen, was es ist: eine Straftat, weil Mordgedanken zugelassen sind, verharmlosend unters Volk gestreut werden.

Was Hajo Funke mahnend kundtat, setzt sich nunmehr fort

Querdenkende berichtete über Äußerungen des Politikwissenschaftlers vor einem Jahr nach Chemnitz mit der Frage, ob dieser Rechte Terror lediglich die Spitze des Eisberges sei, den wir just erleben. Wer sämtliche Ereignisse betrachtet, kann dies keinesfalls negieren.

Was muß noch alles geschehen, bis die verantwortliche Politik tatsächlich außer mit halbherzigen Lippenbekenntnissen entschieden reagiert? Bisher sucht Rechter Terror ziemlich geschickt potentielle Opfer aus, die nicht unbedingt prominent im Rampenlicht stehen, ganz im Gegensatz zur damaligen RAF.

Obendrein kommt den Rechtsradikalen zugute, daß besonders die deutsche Justiz weiterhin auf dem rechten Auge blind bleibt, eine AfD sich unerschrocken im Deutschen Bundstag wortstark mit gezielten Parolen äußert, in den Social Media weitverzweigt ihre Haßtiraden unters Volk streuen. Wir sind real mehr, all diejenigen, die all das vehement ablehnen, aber eine zunehmend schweigende Masse im Volk begünstigt jene kriminellen Elemente.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Terror

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Halbstarke versagen

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Wut angesoffen
und dabei hoffen,
daß den Richtigen getroffen.
Der fand sich aber nicht ein,
dieses blöde Schwein.
Nun wieder allein.
Die Aggression muß aber raus,
erweckt bei anderen daher Graus.
Am Ende trifft’s ne unscheinbare Maus.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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