Medienreaktionen zu Klimaprotesten exemplarisch

Politischer Ohnmacht etwas entgegensetzen

Versagen verantwortlich Regierende weltweit, kann man nur Klimaproteste gutheißen, weil diese eine eher viel zu stillhaltende, resignierende Bevölkerung aufmischt, sie daran erinnert, was verkehrt läuft. Auch wenn etliche meinen, sie müßten auf ihren Wohlstand verzichten. Da führt dann kein Weg mehr vorbei.

Was sich zu Beginn dieser Woche sehr deutlich offenbarte, Extinction Rebellion trat mit seinem zivilen Ungehorsam in Berlin in Erscheinung, setzt sich konsequent durch, inzwischen reagieren die Medien auf ganz unterschiedliche Weise, wie die Welt in ihrem Artikel hier mal zusammenfaßte, das, was sie tun, ist einfach gesagt das Richtige, meinte The Independent.

Berliner Morgenpost reagiert genauso uneinsichtig wie die Bundespolitik

Offensichtlich ist in deren Köpfen noch nicht vorgedrungen, daß die Zeit des Lamentierens endgültig jetzt vorbei sein muß, mit jenen Protesten eindeutige Signale hervorzurufen sind mit der Dringlichkeit des Handelns. Wenn Politik versagt, erneut die GroKo viel zu halbherzig ein Klimapaket schnürt, welches ihr bisheriges Unvermögen erst recht bestätigt, dann sollte man den Unmut der Potestierenden unbedingt verstehen, gutheißen.

Blockierungen zu bedauern, kann mitnichten zielführend sein, weil Klimastreiks eine notwendige Reaktion darstellen. Jener zivile Ungehorsam bescheinigt Protestierenden letztlich entsprechende Courage. Anstatt sich über das Fliegen von Grünenpolitiker zu echauffieren, sollten jene „Erbsenzähler“ besser mal sich an die eigene Nase fassen, was in den letzten Jahrzehnten alles verschlafen und verpaßt wurde, um den durch Menschen verursachten Klimawandel zumindest abzumildern!

FFF und Extinction Rebellion lediglich ein Beginn

Von Protesten, die ziemlich schnell sich noch erheblich ausweiten mögen, falls Medien und die Politik selbst weiterhin lieber verharren, anstatt endlich dringend notwendig zu handeln. Mit erhobenen Zeigefingern, kritischen Äußerungen ob jener Blockade-Aktionen kann es nicht getan sein. Die Bundesregierung ist am Zug, selbst wenn sie meint, sie hätte mit ihrem Klimapaket richtig agiert.

Die Proteste verdeutlichen berechtigten Unmut. Mithilfe von Ordnungsmacht und Medienschelte kriegt Politik ihre Verfehlungen nicht in den Griff. Es verhilft vielleicht zu einer sehr kurzfristigen Verschnaufpause. Letztendlich setzen sich die Klimastreiks fort, wachsend und lauter werdend.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Proteste und Widerstände

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RWE-Chef Rolf Martin Schmitz duckt sich weg

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Wikimedia Commons CC BY-SA 3.0

Wer Ökostrom will, sollte nicht den Hambi opfern

Die Steigerung von billigen Argumenten sind reflexartige Angriffe gen Zukunftsängste ausgerechnet an diejenigen, die ohnehin sich ziemlich schwer tun mit Erneuerungen im Alltagsleben, insbesondere Konservative. Das erlebt man tagtäglich im politischen Diskurs gerade mit entsprechenden Parteien. Braucht man nicht mehr, erst recht nicht wegen des Klimastreiks.

Doch solches veranstaltet RWE-Chef Rolf Martin Schmitz, er hoffe, Greta-Fans akzeptieren später ein Windrad hinterm Garten. Welch mutmaßliche Unterstellung! Als ob ausgerechnet Klimastreikende energiebewußtes Handeln verpönen würden. Das Gegenteil trifft viel eher zu, was natürlich gerade der RWE-Konzern seit Jahren beim Hambacher Forst erleben darf, der dortige Widerstand gegen den unsäglichen Kohle-Abbau spricht Bände.

Wenn die Bundespolitik versagt, fordert ausgerechnet RWE

Da darf man sich schon verwundert die Augen reiben. Zumal gerade die verantwortliche Politik gern den Energiekonzern stets schützt, ihm hilfreich zur Seite stand, gleichwohl mit gerüsteter Ordnungsmacht, wenn im Hambacher Forst Baumfreunde sich auflehnten. Hauptsache man ebnet der RWE den Weg zum weiteren Abbau von Kohle. Welch doppelzüngiges Wortkonstrukt im wahrsten Sinn des Wortes.

Der Vorstandschef macht sich stark für all jene, die Genehmigungen für Windräder fordern. Die Bundespolitik ginge nicht weitsichtig genug vor. Recht hat er natürlich, selbst wenn der Energiekonzern in erster Linie davon profitieren will, schließlich setzt er längst auf Ökostrom, was sich auch auf der Börse bemerkbar macht.

Größter Braunkohlenutznießer und Ökostrom – wie verträgt sich das?

Offensichtlich ganz gut. Großkonzerne tanzen sowieso gern auf zwei Hochzeiten, das dürfte längst bekannt sein, die chemische Industrie praktiziert das ebenso völlig ungeniert. Warum sollte ein Energiekonzern zögerlich agieren? Wenn es um profitable Geschäftspraktiken geht, dienen Mittel zum Selbstzweck.

Gerade der Energieversorgungskonzern RWE hat sich in den letzten Jahren besonders stark gemacht beim Braunkohleabbau, hält an seinem Rahmenbetriebsplan fest, wie Querdenkende vor knapp zwei Jahren berichtet hatte. Insofern darf man Schmitz’ Äußerungen durchaus als Ablenkung oder Augenauswischerei betrachten.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Lessing, wusstest du das?

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Papiergedanken
eignen sich
zum Knüllen,
zum Falten,
zum Zerfetzen,
zum Schneiden,
zum Häckseln,
zum Basteln,
zum Verpacken,
für Konfetti,
Bermudadreieck,
Domino,
Punkt,
neunundzwanzig,
Schaumschläger,
Micky Maus,
Chinakohl,
Spaghetti
eignen sich
zum Gedankenschmaus,
schlürfen,
nur schlürfend
werden sie zu
melodischen
Textfinessen.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Johnsons Stolperfalle der Chlorhühnchen läßt tief blicken

Trumps great Deal alles anders als gut

Boris Johnson erweist sich weiterhin als Worst Case für Großbritannien, ganz besonders im Kontext zu Handelsabkommen, die auf dem Tische liegen, wobei die Frage im Raum steht, wer Angst vor Chlorhühnchen habe. Das betrifft in erster Linie die Briten, in zweiter würde es auch die EU taxieren, falls diese vertraglich nach dem Brexit sich aufs Königreich einlassen.

Grund genug, ganz genau zu beobachten, was jener Donald Trump für Finten an den Mann bzw. unters britische Volk bringen will, weil ein Premierminister vom US-Präsidenten aufs Glatteis sich führen läßt. Prompt steht völlig zu Recht das britische Umwelt-, Ernährungs- und Landwirtschaftsministerium auf der Matte, um warnend zu intervenieren, wohl wissend, was ein derartiger Deal mit den USA bedeuten würde. Trump freut’s, Johnson glaubt an den Weihnachtsmann mit Gans, bzw. Chlorhühnchen. Na, denn Mahlzeit, oder?!

Brexit birgt nur scheinbar einige Vorteile für die USA

Erst recht beim verpönten Europa, welches Donald Trump wo immer möglich schlechtredet. Was früher mal galt, die Handelsachse zwischen den Vereingten Staaten und der EU, mußte längst revidiert werden mit jenem 45. US-Präsidenten und seiner Politik des America First. Selbst wenn dadurch die US-Bevölkerung viel mehr zu leiden hat, Hauptsache er setzt sich durch, glänzt nach außen.

Warum kleckern, wenn man klotzen kann im weltweiten Handelskrieg, ob inzwischen mit der VR China oder der EU, Strafzölle werden nach Gutdünken erlassen, vordergründig mögen diese Trumps Sache dienen, ihn als genialen Agitator dastehen lassen, der hart durchgreifen vermag. In Wirklichkeit nutzen sie ihm nichts, weil die Gegenseite entsprechend reagiert. Letztlich führt das Ganze viel eher zu einer weltweiten Rezession.

Schottland leistet erheblichen Widerstand

Wie auch deren Regierungschefin Nicola Sturgeon unverblümt zu verstehen gab, mit dem „Marsch für Unabhängigkeit“. Ein Austritt aus der EU kommt höchstwahscheinlich für eine breite Mehrheit der Schotten eben nicht in Frage.

Emmanuel Macron hat längst den Druck auf Boris Johnson erhöht, will bis zum Freitag eine klare Haltung von ihm, einen Durchbruch wie es weitergehen soll mit dem verkorksten Brexit. Insofern wächst der innenpolitische Druck gegen den Premierminister, gleichwohl flankiert von den Begünstigungen, die dieser dem früheren Model Jennifer Arcuri zugelassen haben soll in dessen Zeit als Londoner Bürgermeister.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Wirtschaft/Finanzen

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Auf dem Kieker

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Sich auf dem Kieker haben,
sein Ich sehen
durch eine kleine Linse,
jede kleinste Narbe,
feinste Zuckungen
erspähen,
wie ich es liebe,
so fern,
so nah,
verschieden
im Hier und Jetzt,
auf Konfrontation aus,
um keine Antwort verlegen,
mal im Leben, mal im Sucher,
nicht immer in der Mitte,
aber immer treffe ich mich.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Extinction Rebellion stört Verkehr in Berlin

Ebenso zeitgleich Proteste am anderen Ende der Welt

Ziviler Ungehorsam, gewaltfrei, eine der bestgeeignetesten Protestform, um möglichst viel Aufmerksamkeit zu erhalten, gerade in Zeiten politischer Gleichgültigkeit und Ignoranz ein überlebensnotwendiges Signal die Bevölkerung wachzurütteln. In Berlin startet Extinction Rebellion entsprechend mit ihrem Protest.

Was mit Fridays For Future wesentlich mehr Menschen mobilisieren vermochte, versucht ebenso XR hierzulande nunmehr im größeren Stil. Die Graswurzelbewegung beginnt zwar heute in Berlin mit ihrem Protest, allerdings sind im Laufe der Woche noch weitere Protestaktionen weltweit in anderen Hauptstädten vorgesehen.

Politisches Versagen ruft dringenden Aktionsbedarf hervor

Die von Gail Bradboock und George Barda vor rund vier Jahren ursprünglich ins Leben gerufene Gruppe Compassionate Revolution, in Folge Rising Up! genannt, um schließlich als Extinction Rebellion in Erscheinung zu treten, legt sehr großen Wert darauf, daß jetzt endlich die Politik Ernst macht mit der Klimapolitik.

Insofern mahnt sie das viel zu lasche, nahezu wirkungslose Klimapaket der Bundesregierung genauso an wie die übliche Verhaltensweise, die weltweit den Ernst der Lage verkennt. Die Proteste sollen so lange fortgesetzt werden, bis die Regierungen angemessen reagieren, läßt die Gruppe verlautbaren.

Mittags will Carola Rackete eine Rede an der Berliner Siegessäule halten

Kreative Ideen hat XR zugenüge, um viele Menschen in der Hauptstadt zu erreichen. Im Gegensatz zu FFF riskiert die Bewegung allerdings Gesetzesbrüche, wenn auch mit friedlichen Mitteln. Man darf gespannnt auf die Rede von der Seenotretterin Carola Rackete sein.

Christian Lindners Intervention, die Gruppe würde offen die Demokratie in Frage stellen mit totalitären Äußerungen, dürfte nicht unbedingt verwundern. Anstatt eigene Verfehlungen zu überdenken, versucht man dermaßen simple Argumente aufzuführen. Selbstverständlich müssen friedliche Proteste auch eine Demokratie kritisieren, die das Leben auf Erden dermaßen fahrlässig und ignorant gefährdet.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Proteste und Widerstände

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Italienische Abzocke ohnegleichen

Bestes Mittel – einfach meiden

Oh, bella Italia, wir sagen mal am besten ciao. So oder so ähnlich dürfte wohl die vortrefflichste Reaktion sein, wer dermaßen dreist abgezockt wird, wie dies seit geraumer Zeit in Italien stattfindet. Der groß Nepp per simpler Touristenabzocke. Muß man sich nicht unbedingt gefallen lassen, wäre ohne weiteres vermeidbar. Wie? Macht einen großen Bogen ums Land, da wären im Westen noch Spanien oder im Osten Griechenland.

Mal Hand aufs Herz, sind solche Methoden tatsächlich was neues? Kennt der Globetrotter längst, kommt weltweit fast überall vor, der simple Versuch, ahnungslose Touristen hinters Licht zu führen. Man mag es glauben oder lassen, wer genauer hinschaut, weiß dies ohnehin.

Der umgekehrte Fall darf schon mal dabei sein, wie in Val di Vara, wo eine angekündigte Feiergesellschaft einfach nicht erscheint. Aber was soll man von solchen Praktiken überteuerter Rechnungen nun halten? Zumal diese auch das Geschäft all jener vermiesen, die auf ihre Gäste angewiesen sind, sie eben ehrlich zu bewirten. Manch Kollege wird da schon mal übers Grübeln hinaus ein Machtwort loswerden, solch Gaunereien eben nicht dulden.

Andererseits darf man ruhig mal etwas kritischer mit jenem Italien umgehen, unabhängig davon, daß vor kurzem noch ein Herr Salvini im Innern das Sagen hatte. Wirklich so toll, wie man gern über Italien schwärmt? Bei genauerem Hinschauen fällt viel Schmuddel auf, Müll auf Straßen, lautstarkes Palabern allerorten. Wer’s mag, nicht jedermanns Geschmack. Nichts gegen Pasta, eine leckere Sache, aber nicht unbedingt das Maß aller Kochkünste.

Die viel gerühmte Pizza kann man auch getrost in anderen Ländern genießen. Daß gerade Japaner besondern gern ausgenommen werden, hat natürlich einen eher banalen Grund: deren Sprachprobleme. Während der europäische Tourist noch halbwegs Italienisch nachvollziehen vermag, schaut es bei zahlenmäßig vielen Japanern anders aus. Da langen halt Trickbetrüger gern zu.

Fazit vom Ganzen, man könnte, wie eingangs empfohlen, das Land meiden. Viel verpassen tut man dadurch nicht, es sei denn, man legt viel wert auf manch Sehenswürdigkeit. Reine Geschmacks- und Ansichtssache.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Meinung

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