Immer

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Ich liebe dieses Zimmer
immer
allein der Flur
diese eingetretene Spur
dieser Weg
zu meinem Geheg
ein tiefes Tal
so schmal
und dann
im Bann
dieses Chaos
mein Kosmos.

Stapel von Papier
wärmt das Herze mir
Stifte sämtlicher Sorten
nie an den gewohnten Orten
ein Schal aus Seide
Augenweide
Krimskrams verstreut
mein Geist wird bestäubt
steh auf dem höchsten Berg
um mich herum mein Werk
meine Landschaft
birgt gebündelte Kraft.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Zusammenleben gefährdet angesichts weltweiten Zerfalls

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Friedensbemühungen ständigen Hürden ausgesetzt

Vielschichtig setzt sich unsere Gesellschaft zusammen, von der großen Gruppe der Singles, über die unterschiedlichen Paare bis hin zu Familien. Währenddessen sogenannte gewählte Volksvertreter sich politisch bemühen mögen, dem Volk dienlichst Wege der Erleichterung und Verbesserung von Mißständen zu finden, was natürlich nur funktionieren wird, wenn eine Kultur des Dialogs auf Augenhöhe gegeben ist.

Dabei darf man niemals die weitverzweigten Abhängigkeiten aus den Augen verlieren, die mit einfließen sollten bei oftmals schwierigen Entscheidungen. Besteht genau darin das Urproblem, daß stets die Interessen bestimmter Mächte gewahrt werden wollen, obwohl dabei Mensch selbst, nicht nur der einzelne, aber vor allem ganze Gesellschaftsgruppen benachteiligt den Kürzeren ziehen, was folgenschwere Probleme mit sich bringt? Nicht zufällig muß man leider feststellen, daß das Zusammenleben gefährdet angesichts des weltweiten Zerfalls, Friedensbemühungen ständigen Hürden ausgesetzt sind.

Bösartige Absichten triumphieren trotz aller Erkenntnisse

Wie ein Virus verbreitet sich weltweit die Allmacht des Bösen. Was als Gegenpol zum Guten den Lauf der Menschheitsgeschichte entscheidend bestimmte, in der Folge stets verbessernde Waffentechniken in kriegerischen Auseinandersetzungen sich Feinde gegenüberstanden und niedermetzelten, führte jenes Hauptentwicklungsmerkmal zur Meßlatte irdisch berechtigten Daseins. Wer die größte Rüstungsmacht, der bestimmt den Weltenlauf, wer nicht folgt, es dann heftig kracht!

Kein Wunder, daß die Großmacht in der Neuen Welt, die USA, mittels ihres Neubeginns, dem Ursprungshort Europa entronnen, ihm nicht mehr wohl gesonnen, sich ausprobierend im brutalst rücksichtslosen Erobern auf landgewinnendem Kurs entstehen konnte. Das Verbrechen obsiegte, obwohl dennoch wache Geister wie John Locke kurzfristig als Vordenker der Aufklärung anmahnend agierten, setzte sich historisch betrachtet exakt dieser Expansionsdrang durch, bestimmte das politische Weltgeschehen, an deren Spitze sich zunächst der US-amerikanische Einfluß durchsetzte.

Darf man somit von Bösartigkeit sprechen? Ja, man muß sogar, wer ein wenig weiterdenkt, dabei lediglich den Mantel der Verblendung abstreift, die geschickt gezielte Manipulation entlarvt, um anschließend ernüchternd zu erkennen, wie simpel die eigentlichen Absichten sich offenbaren.

Wie im Kleinen so im Großen

Kehren wir zurück zum Beginn, der kleinen Zelle in jeder Gesellschaft: die Familie. Eigentlich ein Hort der Geborgenheit, so ihr „kosmischer Auftrag“, egal ob religiös interpretiert oder nüchtern betrachtet. Hier zeigt sich die friedliche Absicht, die dennoch oftmals gestört wird angesichts mieser Rahmenbedingungen, die wir alle selbst zu verantworten haben, somit nicht nur die Politik allein.

Es wäre zu simpel, stets mit erhobenem Zeigefinger nach Schuldigen zu suchen. Wir alle sind gefordert, im Kleinen wie im Großen. Das schreibt sich nicht leicht daher, sondern bedarf einer sorgfältigen Betrachtung, eines Erkennens eng verflochtener Zusammenhänge, die gelöst werden wollen. Das sollen und müssen sie auch, damit Frieden auf Erden nicht völlig entgleitet, der mal wieder extremst gefährdet. Nicht nur weit da draußen, sondern überall, an jedem Ort, wenn Mensch versteht, worauf es ankommt: sich seine Umwelt selbst zu erschaffen, sie zu gestalten zum Wohle aller. Hierbei gerechte Verteilung eine sehr entscheidende Bedeutung wiedererlangen muß.

„Marmor, den wir behauen, zerbricht. Metall, das wir verzieren, löst sich auf. Tempel, die wir bauen, zerfallen. Wenn wir aber dem Geist des Menschen die Grundsätze des Guten einprägen, dann schreiben wir auf eine Tafel, die nicht gelöscht wird vom Wandel der Zeiten.“ (Daniel Webster)

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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Unterschied zwischen anschwärzen und rot markieren

Etwa von eigener Unfähigkeit ablenken?

Und wenn es wieder Mode wird, Menschen anzuschwärzen, ist es höchste Zeit, dies rot zu markieren.

Es mag viele Gründe und Begebenheiten geben, jemanden anzuschwärzen, und dies muß nicht unbedingt aus Hinterhältigkeit geschehen, wenn dadurch ein Verbrechen verhindert werden kann. Aber dennoch bleibt das Anschwärzen eine als negativ gewertete Handlung, in etwa vergleichbar mit jemanden verpfeifen, also quasi jemanden verraten.

Bei Adelung (Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart) wird anschwärzen folgendermaßen erklärt: „Anschwärzen bedeutet in diesem figürlichen Verstande so viel, als an die schwarze Tafel, oder in das schwarze Register schreiben“.

In Wirtshäusern, Schulen wurden die Namen derer, die sich nicht wohlgefeit verhalten haben, auf schwarze Tafeln geschrieben. Auch in schwarzen Registern wurden Personen aufgeführt, die gefürchtet und berüchtigt waren. Sicher standen schon damals nicht nur die „Bösen“ auf so einer Liste, sondern ebenso Personen, die „mißliebig“ waren.

Wenn man davon ausgeht, daß nur die Halunken angeschwärzt wurden, ist es verwunderlich, daß anschwärzen gleichgesetzt ist mit erniedrigen, in den Schmutz treten, verleumden. Demnach ist es sicherlich nicht nur ein paar Mal vorgekommen, daß unbescholtene Personen auf diesen schwarzen Listen landeten, denn ansonsten würde diese Sprachherkunft in einem anderen Kontext, der diese Listen befürwortet, genannt werden. Jede intakte Gesellschaft ist bemüht, in ihren Reihen für Recht und Ordnung zu sorgen, wenn dies aber aus Profitgier oder persönlichen Befindlichkeiten geschieht, dann ist das schwarze Register, das Anschwärzen nur Mittel zum Zweck, unliebsame Personen zu diskreditieren, zu verurteilen. Damit ist verständlich, daß Anschwärzen zu Recht negativ belegt wurde.

Eine Partei, die dazu aufruft, Personen zu benennen, um zu erfahren, wer mit ihrer Politik nicht einverstanden ist, oder sogar nur Zweifel an einigen Passagen ihres Parteiprogramms hat, ist ergo eine Partei, die zur Denunziation, Diffamierung anstiftet und deshalb nicht wählbar, außer man lechzt danach, jemanden, dem man schon länger auf dem Kieker hat oder dessen Nase einem nicht gefällt, endlich mit „Gesetz“ im Rücken eins auszuwischen.

Wer kennt es nicht, das schlechte Gefühl, wenn die Lehrkraft die Klassenarbeiten austeilte und zu viele rot markierte Haken, Striche und Kreise auffällig ins Auge stachen.

Etwas im Kalender rot markieren, damit es nicht vergessen wird, ist bereits seit Jahrhunderten bei uns im Sprachgebrauch.

Kalender geht auf lat. calendare (ausrufen) zurück und bewahrt ein Stück Kulturgeschichte der Zeitbestimmung. Die Römer gliederten den Monat nicht in gleichmäßige Abschnitte (wie Wochen), sondern in die ungleichmäßigen Teile Kalenden, Nonen und Iden. Kalenden hießen die ersten Tage des Monats deshalb, weil der erste Tag des Monats öffentlich ausgerufen wurde. Die Iden waren der 15. oder der 13. des Monats, und die Nonen waren der 9. Tag vor den Iden. Das, was wir heute z. B. als den 8. November bezeichnen, war in altrömischer Rechnung der 6. Tag vor den Iden (15. des Monats) des November. Um 100 n. Chr. wurde die regelmäßige Sieben-Tage-Woche eingeführt, deren Tagesnamen sich an den damals bekannten sieben Planeten orientierten. Den Sonntag als Ruhetag bestimmte erst Konstantin 321 n. Chr. anlässlich seiner Bekehrung zum Christentum. Damals wurde es üblich, diesen Ruhetag im Kalender besonders (etwa: rot) zu markieren, um seinen Sonderstatus festzuhalten. (redensarten-index)

Etwas rot markieren war demnach im Ursprung nicht im Gebrauch, um jemanden seine Verfehlungen vorzuführen, sondern als Erinnerungsstütze für einen freien Tag in der Woche. Die rote Markierung bedeutete, etwas Wichtiges, Angenehmes nicht zu verpassen.

Kurz zusammengefaßt, anschwärzen ist deshalb negativ belastet, weil nicht nur die „Bösen“ auf schwarze Listen gesetzt wurden. Rot markieren bedeutete im Ursprung nicht Fehler, Vergehen von anderen, zu kennzeichnen.

Wenn Denunziantentum, wieder Mode wird, ist es höchste Zeit auszurufen, mit rot den Kalender zu markieren, um nie zu vergessen, Anschwärzen darf niemals als Mittel zu Verfügung gestellt werden, nur um von eigener Unfähigkeit abzulenken.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Kolumne

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Brandenburger Hirschfeld eine Nazi-Hochburg

Hakenkreuze und Holocaustleugnung an der Tagesordnung

Im Süden Brandenburgs, an der Grenze zu Sachsen, Dresden befindet sich gerade mal dreißig Kilometer entfernt, herrscht noch deutscher Widerstand, immerhin ergatterte die AfD 50,6 Prozent Wählerstimmen im Dorf Hirschfeld. Also knapp über die Hälfte der berechtigten Wähler, die den Weg zur Urne fanden, verläßt sich auf das rechtsextreme Geplärr der NPD-Nachfolgepartei, Andreas Kalbitz und Björn Höcke sorgten im Wahlkampf für entsprechende Stimmung.

Während tatsächlich die Holocaustleugnung eine Straftat beinhaltet, hat in Hirschfeld ein Großteil seiner Bürger damit keinerlei Probleme, ganz im Gegenteil. Praxisnaher Rassismus wird viel eher direkt gelebt, man schlägt gar vor, doch mit den Flüchtlingen in Deutschland einen weiteren Holocaust zu veranstalten.

Gleichwohl werden ganz offen Hakenkreuze getragen, geehrt und als selbstverständlicher Bestandteil im Alltagsleben hingenommen. So funktioniert das im Herzen der alten DDR. Was jahrzehntelang unter Honi nicht ausgelebt werden durfte, seit dem Mauerfall hält niemand sie auf, die ollen Nazi-Sympathisanten. Was eine NPD nicht hinbekam, mit jener AfD klappt es endlich, so die Überzeugung jener stolzen Recken. Bürgermeisterin Ivonne Haase scheint damit keine Probleme zu haben.

Man wolle und müsse unbedingt die deutsche Kultur retten vor der dramatischen Überfremdung. Daß diese im Dorf schlichtweg nicht stattfindet, interessiert nicht, es gehe ums Prinzip. Gleichzeitig bestehen sie darauf, Cem Özdemir gleich mit davonzujagen, er habe hier nichts verloren. Was in Chemnitz angeblich nie geschah, im Süden Brandenburgs nimmt man keen Blatt vorm Mund, so müsse das sein! Hetzjagd gehöre zur Tagesordnung, basta!

Da dürfe sich der sorgfältig an Menschlichkeit glaubende Bürger im Osten nicht weiter wundern, wenn immer mehr Menschen aufgeben, um das Land zu verlassen. Ein Staat, der solches Gedankengut wieder salonfähig macht, hat letztlich die volle Verantwortung zu übernehmen. Selbst vom weit entfernten Berlin aus.

Einerseits laufen den sogenannten Volksparteien in Scharen die Wähler davon, andererseits suchen etliche ihr Glück im Glauben an die Grünen, den Linken traut man nicht mehr, zumal gerade im Osten genügend Unmut sich wieder breitmacht in Erinnerung an alte Zeiten. So schließt sich der Kreis, Nationalisten leben auf und frönen ihrem Rassismus, wo immer möglich, offensichtlich durchaus erfolgreich.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

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Proleten benötigen banale Parolen

Jeder ist sich selbst der Nächste

Es stinkt schon nach starkem Tobak, wenn fast dreißig Prozent Wähler eines Bundeslandes ihr Kreuzchen bei einer Partei hinpinseln, die eindeutig Faschismus, Rassismus versprüht. Diktatorische Parolen brüllen und fast im gleichen Atemzug überheblich grinsend, wie als ob sie Kreide gefressen hätten, einbalsamierend tönen, das meinen wir nicht so, wir sind liebe Patrioten.

Die Heimatverliebten sorgen wieder für Ordnung, Gesetz, daß das Alte erhalten bleibt. Frauen wieder das Heimchen am Herd verkörpern, wie es sich von Anbeginn aller Zeiten gehört, Feminismus eine von Furien, männerfeindlichen Weibern hervorgerufene Propaganda, die nur dazu dient, Männern ihren angestammten Platz als Ernährer, Erzeuger und Wortgeber streitig zu machen, deshalb wird das Scheidungsrecht erschwert, Frauenhäuser geschlossen, Abtreibungen mit Teufelswerk betitelt.

Aufklärung gibt es bei rechten Parteien nicht, sie achten auf Anstand und Sitte, je weniger die Kinder und Jugendlichen informiert sind, desto einfacher ist es, dafür zu sorgen, daß ihre Sexualität nur zum Fortbestand der Kultur beizutragen hat. Zöpfe, was habt ihr eigentlich gegen Greta, stramme Hosen, lange Röcke, Trachten sind die unbedingten Kennzeichen eines aus dem Trauma der offenen Gesellschaft aufgewachten Jungvolks.

Jeder ist sich selbst der Nächste, deshalb muß jeder für sich selbst aufkommen, gelle. Keine sozialen Auffangnetze mehr. Alles wird privatisiert, Rente, Krankenkasse. Nur die Steuern, die werden weiterhin auf allen lasten und natürlich auf denen am meisten, die mehrheitlich den größten Anteil an der Bevölkerung stellen, den Arbeitern und Angestellten. Die Wirtschaftsbosse sind schon genügend damit überfordert, denen Arbeit zu beschaffen, deshalb benötigen sie als Ausgleich Steuererleichterungen.

Nicht vergessen, jeder bekommt Zusatzboni fürs Denunzieren, da läppert sich über die Jahre sicher ein fettes Pölsterchen an. Denn wer sich auf die faule Haut legt, kann ansonsten nicht mit Erbarmen rechnen, egal ob krank, gesund, zu tun gibt es genug, denn die links-grün-versifften Toleranten wollen erkannt und benannt werden. Schließlich ist es zu aller Vorteil, in einem von intellektuellen Wichtigtuern befreiten Land zu leben. Dann gibt es keine Widerrede mehr, dann herrscht einig Meinungsfreiheit.

Und es läßt sich nicht leugnen, wer rechte Parteien als Lösung aller Probleme ansieht, der will Absolution für all sein herrisches Verhalten gegenüber allem und jedem, das ihm nicht in den Kram paßt. Sie wollen keinen Diskurs, sie wollen Diktatur. Herr Gauland hat so treffend vor der Wahl dies klargestellt. „Sollten Sie Freunde oder Bekannte haben, die sich vor der Machtergreifung der AfD ängstigen, sagen Sie denen bitte, unter der AfD wird niemand verfolgt.“

Nach der Machtergreifung wird niemand verschont, wäre wohl ehrlicher gewesen. Dies ist im Sinne ihrer Wähler, endlich denen eins auszuwischen, die einem schon lange auf den Sack gehen. Eine bessere Politik gibt es nicht, um endlich wieder jene auszuräuchern, denen es vermeintlich besser geht. Die will man in ihre Schranken weisen. Um nichts anderes geht es, als um Rache, egal ob man dafür selber Einbußen hinnehmen muß. Aber das wird nicht passieren, schließlich haben die Kameraden Ehre und Loyalität im Leib. Und wer sich’s verscherzt, selber schuld.

(Proletarier, lateinisch von proles, Nachkomme, jemand, der als einzigen Besitz seine Kinder hat) „Seit 1830 wird der Begriff zur Bezeichnung der pauperisierten Unterschichten verwendet, die als Gefahr für die soziale und politische Stabilität angesehen werden.“ Wikipedia

Haben Marx und Engels noch die Hoffnung gehegt, daß sich Proletarier aller Länder vereinigen sollen, haben es die neuen Rechten einfacher, wenn sie die Proleten (Banause, laut Duden) „Banause, Mensch mit unzulänglichen, flachen, spießigen Ansichten in geistigen oder künstlerischen Dingen; Mensch ohne Kunstverständnis und ohne feineren Lebensstil“ zur gemeinsamen Verteidigung ihrer kleinkarierten Weltanschauung mobilisieren.

Am liebsten aber wäre es für die “Heilsbringer“, wenn sie nur noch Lethargiker, abgestumpfte, interessenlose Menschen (Lethargie, Geistesträgheit, Gleichgültigkeit, Desinteresse, Stumpfsinn) alle paar Jahre mit verheißungsvollen Parolen hervorlocken können, um ihren Dunstkreis mit einem Kreuzchen zu untermalen.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Kolumne

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Sachsen- und Brandenburg-Wahl: Links verliert, rechts gewinnt

Im Osten Deutschlands ticken die Uhren verkehrt

Geschichtsbewußtsein scheint bei einem gewissen Teil der Wählerschaft nicht vorhanden zu sein, man blendet mal soeben sowohl die Nazi- als auch die SED-Herrschaft aus, um auf die „Rattenfänger“ jener AfD hereinzufallen, ihnen vollmundig zuzustimmen.

Entsprechend hoch darf sich die angebliche Protestpartei glücklich schätzen als der Wahlsieger in beiden Landesparlamenten, wenn auch nicht in Regierungsverantwortung. Das möchte man sich besser erst gar nicht ausmalen, was dann geschehen würde.

Ergebnisse im Einzelnen

In Brandenburg konnte die AfD ihr Wahlergebnis von 2014 nahezu verdoppeln, während in Sachsen es noch dramatischer zuging, ihr beinahe eine Verdreifachung hinzugewonnener Wählerstimmen gelang.

Ganz anders bei den Linken. Sie muß als die Partei der größten Wahlverlierer gewertet werden, in Sachsen verlor sie 8,5% und in Brandenburg 7,9% ihrer Stimmen.

Dabei sollte die CDU nicht gleich frohlocken, hat sie doch in beiden Bundesländern gar mehr Stimmen einbüßen müssen als die in letzter Zeit so viel gescholtene SPD. In Sachsen ein Minus von 7,3% und in Brandenburg von 7,4%, während die Sozialdemokraten in Brandenburg 5,7% verloren und in Sachsen 4,7% der Stimmen.

Für die Grünen setzte sich ihr Trend fort, mehr Wähler hinzuzugewinnen, in Sachsen ein Plus von 2,9% und in Brandenburg von 4,6%. Die FDP erreichte in beiden Landtagen nach wie vor nicht die erforderlichen 5% trotz leichten Stimmengewinnen.

CDU und SPD weiterhin hauptsächlich in Regierungsverantwortung

Ende gut, alles gut? Mitnichten! Zwar konnte noch schlimmeres verhindert werden mit zeitweise dramatischen Prognosen, daß zumindest in Sachsen diese rechtsextreme AfD gar die Partei mit den meisten Stimmen sein würde, dennoch sollten sich die demokratischen Kräfte nicht darauf verlassen, daß es dabei bleibt. Die Landtagswahl in Thüringen steht am 27. Oktober bevor, wo Die Linke und die CDU nur knapp vorne liegen, eine AfD durchaus noch punkten könnte, während die Grünen längst an der SPD vorbeiziehen, mit Blick zur INSA-Umfrage vom 22. August.

Dennoch aufatmen, daß keine AfD mitregieren darf? Natürlich. Trotzdem verbleibt der fade Beigeschmack, wie simpel sich Wähler beeinflussen lassen mit einfachen Haßbotschaften, ohne nennenswerte Lösungen zu vermitteln, diese Rezeptur aus zurückliegenden Nazi-Zeiten greift im Herzen Europas, in Deutschland erneut. Das ist der eigentliche Skandal!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Herz früh verbogen

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Eingebleut
haben mir die Leut,
sittsame Strenge,
egal wohin ich gänge,
wäre edel,
wär wie ein Wedel,
wie Fahnen,
Zeugnis guter Ahnen.

Niemand ist rot geworden,
keusche Moral verleiht Orden,
und –
rund –
der Erdenball,
ein Knall,
alles gelogen,
mein Herz früh verbogen.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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