CSYOU- welch dreister Clou

Wenn ein Armin Petschner loslegt

Mit Rezo habe er so gar nichts zu schaffen, kein Thema, Ähnlichkeiten seien rein zufällig. Das verhält sich gerade so wie ein per Kamera ertappter Dieb, der alles abstreitet, obwohl die Bilder ihn hundert prozentig entlarven. Ausgerechnet die Welt kommentiert entsprechend frohlockend, betont, wie er sich nach 20 Sekunden Greta Thunberg vornimmt.

Na sicher doch, ein willkommenes Thema dreister Häme, man reitet auf den Segeltörn gen USA herum, wie klimaschädlich ihre Aktion doch gewesen sei, um im nächsten Atemzug die Regierungsarbeit der GroKo zu lobhudeln. Propaganda in eigener Sache, dermaßen viele Parallelen zu Rezo, daß dessen Dementi lächerlicher kaum noch sein kann!

Die CSU liefert

So per Hashtag zu lesen im YouTube-Filmchen. Na, was liefert sie denn? Denken wir zurück an den unglückseligen Heimat- und Innenminister, derjenige, der als Spaltpilz so triebig sich ins Zeug legte, damit gar der AfD einen Bärendienst erwies. Alles keine Absicht sein sollte, wie man gern abwiegelte. Pustekuchen. Am Ende sind sich Rechtskonservative meist einig.

Ob ein Scharfmacher wie Dobrindt oder dessen Nachfolger Andreas Scheuer, im Bundesverkehrsministerium jagt eine Pleite die nächste – aber Hauptsache politisch herumtönen. Nachdem jahrelang die CSU sich in der Landwirtschaft versuchen durfte, folgte prompt die Ablösung, ausgerechnet mit jener Julia Klöckner, deren „rosarote Welt“ äußerst fragwürdig aufwartet. Aber das interessiert die meisten Wähler kaum, Hauptsache das C im Parteinamen ein Garant für Wirtschaftsstabilität. Welch Nonsens, vor allem im Sinne der Umwelt, des kleinen Mannes!

Bloß keine eigenen Ideen entwickeln

Es lebe das Nachäffen, so das Fazit zum YouTube-Versuch, den man unverblümt als gänzlich mißglückt werten muß, wer sich eben nicht so simpelst einlullen läßt. Anstatt den großartigen Verdienst, den gerade Greta Thunberg an den Tag legt, zu würdigen, zieht man die Schülerin lieber durch den Kakao, begibt sich ins selbe Fahrwasser wie die gesamte Neue Rechte, die bekanntlich in den Social Media sie tagtäglich verunglimpft.

Prima Steilvorlage für rechte „Dumpfbacken“, die ohnehin im Osten bei den Landtagswahlen Stimmengewinne wittern, da es hierzulande genügend Menschen gibt, die denen noch auf den Leim gehen, anstatt endlich mal aufzuwachen, wohin dies führen könnte: direkt in einen totalitären Staat, kürzer ausgedrückt, in den Faschismus. Darauf auch noch stolz sein, Herr Petschner? Mitnichten!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Meinung

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FFF erobert die Welt

Greta inzwischen in New York,
Menschen begeistert.
Manch einer zutiefst besorgt,
Reichtum uns weiterhin verscheißert.

Es zählt kein beherztes Tun,
um die Umwelt zu schonen.
Immer mehr werden nicht länger ruh’n,
solche Verbrechen sollen sich nicht lohnen.

Die Zahl der Widerstände wächst an,
ob es manch Herrschaft paßt oder nicht.
Egal was Bösartigkeit bisher ersann
oder gar erneut hintersinnig verspricht.

Die Schandtaten sind längst ausgesprochen,
jetzt geht’s um gezieltes Handeln.
Zuviel wurde bisherig verbrochen
beim unerschrockenem Verschandeln.

Fridays For Future – das macht Mut,
mögen sich noch mehr hinzugesellen.
Verständlich jene Ohnmacht, jene Wut,
zu Ende jenes heuchlerische Verstellen!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Was können wir Demokraten dem Populismus und den Populisten entgegensetzen?

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Um direkt auf den Kern zu kommen, verzichte ich auf eine Darstellung der Geschichte des Populismus sowie Definitionen von Populismus. Wer sich mit dem Thema Populismus vertiefend beschäftigen will, dem empfehle ich: Thorsten Beigel und Georg Eckert (Hrsg.). Populismus. Varianten von Volksherrschaft in Geschichte und Gegenwart. Münster 2017. Das Buch kann – i.d.R. – kostenfrei bei den Landeszentralen und der Bundeszentrale für politische Bildung bezogen werden.

Wir müssen den Populismus und die Populisten ernst nehmen, weil sie als Warnsignal heilsame Anstöße für die Demokratie geben können. Dies auch aus der Perspektive, dass Demokratie ständig neu geschaffen wird. Also: Das Negative zum Positiven wenden.

Populismus und Populisten kennzeichnet ein Alleinvertretungs- und Monopolanspruch, der Nicht-Populisten die Legitimität abspricht, mit der Konsequenz von Antipluralismus. Damit wird die Demokratie negiert. Um davon abzulenken und Sündenböcke zu kreieren, richten sich Populismus und Populisten gegen „die Elite“ – ohne zu definieren, welche konkreten Menschen das sind – sowie Flüchtlinge / Migranten / Ausländer inklusive der von ihnen als solche klassifizierten Menschen, selbst mit deutscher Staatsbürgerschaft, die für alle Probleme und Übel verantwortlich gemacht werden. Bei den extremistischen Populisten verbunden mit Mord- und Ausrottungsphantasien, die sie auch öffentlich im Web, so auf Facebook, äußern. Ebenso wird generell Betrug durch „die Elite“ behauptet, ohne jeden konkreten Beleg.

Das populistische Politikverständnis ist linear: keine Differenzierung, kein politisches Aushandeln von Kompromissen, das verbunden mit einem stigmatisierenden politischen Sprachgebrauch, oft mit Hass auf Personen und Gruppen verbunden. Populisten kennen die richtigen Antworten immer schon vorher, sind auch deswegen – rationalen – Argumenten so gut wie nicht zugänglich.

Dennoch: Das Argumentieren ist und bleibt extrem wichtig, um ins Abgleiten in die populistische Welt befindlichen Menschen in das demokratische Spektrum zurückzuholen. Die populistische Welt hat den Charakter einer – politischen – Sekte, eines politischen Glaubens, mit allen Attributen einer Sekte.

Um medienpräsent zu sein, werden gezielte Provokationen gesetzt. Warum fangen Journalisten jedes Stöckchen von AfD-Provokation? Gibt es keine intelligenteren journalistischen Mittel des Umgangs mit diesen bewussten Verstößen gegen den demokratischen Anstand?

Dabei geht es immer um Konsonanz (1), nicht Dialog. Das bedingt wechselseitige Bestätigung von Vorurteilen in einer Blase, das besonders im Internet, die sich nach außen, gegen die als feindlich wahrgenommene Umwelt, abgrenzt, in sich geradezu pathologisch aus der Realität verrückt ist. Dies verbunden mit Schwarz-Weiß-Extremismus, Feindbildern, extremen Vereinfachungen, Lügen, Fakes und Verschwörungstheorien. So wird die Blase gegen jedes Argument abgeschirmt, Argumente werden nicht oder nicht als Argumente wahrgenommen.

Die Menschen in der Blase erklären sich kollektiv für das Ganze, das Volk. „Wir sind das Volk.“ Wir haben Recht. Und weil wir Recht haben, brauchen wir nicht zuzuhören, und dürfen „die Elite“ und deren Vasallen verachten und hassen. Wer uns nicht uneingeschränkt zustimmt, gehört nicht zum Volk, steht „der Elite“ zumindest nahe, ist deswegen dumm und uneinsichtig, und ist ein Volksverräter – wir hassen ihn.

Es findet eine Verschiebung zum Dezisionismus (2) statt. Besonders hier wird der Anschluss des Populismus und der Populisten an die Apologeten der „Konservativen Revolution“ im Deutschland des Vor-Nationalsozialismus deutlich. Die Hitler und die Nationalsozialisten förderten.

Aktuell in den USA drückt sich diese Ideologie bei den republikanischen Trump-Populisten in der Gleichsetzung des Liberalismus der Demokraten mit dem Kommunismus aus. Steve Bannon will dies nun auf Europa transformieren.

Eine erfolgreiche populistische Bewegung weist auf eine Schwäche des repräsentativen Systems hin. Politik wird immer mehr eine Art Allzuständigkeit, Alleinverantwortlichkeit für das Leben zugeschrieben. Wodurch sich insbesondere Populisten bedrängt, bedroht und herausgefordert sehen, so auch durch die Globalisierung. Von der Politik, die sie andererseits grundsätzlich ablehnen, erwarten sie, das sie die Antworten weiß und umsetzt. Die sie andererseits bereits für sich reklamieren; das ist geradezu schizophren.

Politik ist so chronisch überfordert, und das wird als Politikversagen diffamiert. Dies auch von Medien, die damit ihren gesellschaftlichen Auftrag diskreditieren. Die Selektions- und Präsentationslogik von Medien lädt zu Populismus geradezu ein. Verantwortliche Medienmacher müssen dies reflektieren und Konsequenzen ziehen. Im medialen Scheinwerferlicht werden die Schwächen von Politikern schonungslos zur Schau gestellt, ebenso individuelle Verfehlungen und Unzulänglichkeiten. Auch Politiker haben ein Recht auf Privatsphäre, so wie Medienmacher.

Andererseits ist eine zunehmende Selbstbezüglichkeit der politischen Klasse im Sinne von „vom Studium ins Parlament in die Rente“ zu konstatieren. Verbunden mit Alltagspopulismus: Die eigene Überzeugung aufgeben, um den Parteileadern und Wählern zu sagen, was sie – vermeintlich – hören wollen. Das kann gefährlicher als Populismus sein. Hier entgegenzusteuern, bedeutet, dass Parteien politische Karrieren anders regulieren müssen. Berufstätigkeit vor einem Mandat und Begrenzung auf z.B. zwei Legislaturperioden, nach der folgenden Berufstätigkeit die Möglichkeit der erneuten Kandidatur. So würden diese Politiker unabhängiger von Anpassungsdruck, könnten eher dem im Grundgesetz definierten Ideal des freien Mandats entsprechen.

Wenn sich in der Zivilgesellschaft Protest gegen Populisten und ihre Parteien regt, haben sie ein machtpolitisches und symbolisches Problem. Das deuten sie um, in dem zivilgesellschaftliche Akteure diffamiert und diskreditiert werden. Das mit allen denkbaren – und undenkbaren – Mitteln, bis hin zu Mord- und Vergewaltigungsdrohungen sowie direkter psychischer und physischer Gewalt. Hier muss der Rechtsstaat, verantwortliche Polizisten, Staatsschützer, Verfassungsschützer, Staatsanwälte und Richter, mit allen zu Gebote stehenden rechtsstaatlichen Mitteln bis an die Grenze des Legitimen agieren und reagieren.

Weil in der Politik Ansprüche aus dem populistischen Spektrum Anfangs einfach abgeblockt und ignoriert wurden, hat dies zu einer Extremisierung von Populisten beigetragen. Demokratische Politiker müssen sich ernsthaft bemühen zu verstehen, welche Beschwerden der Populisten vielleicht berechtigt sind. Sie müssen aber auch deutlich machen, wo die demokratische Auseinandersetzung an ihre Grenzen stößt: Wenn Populisten mehr oder weniger offen die Systemfrage stellen, oder mit ihren gängigen Verschwörungstheorien die Welt erklären, müssen demokratische Politiker unmissverständlich erklären, dass hier das Terrain der legitimen demokratischen Diskussion über Interessen und Identitäten verlassen wird.

Demokratische Politiker müssen immer wieder deutlich den Respekt vor dem Gegenüber, den Respekt vor Fakten, die Überzeugung mit vernünftigen Gründen sowie die Bereitschaft zuzuhören und Argumente abzuwägen, einfordern, verbunden mit einem Mindestmaß an Distanz zur eigenen Position. Das bedeutet, um mit Max Weber zu formulieren, das Bohren dicker Bretter. Genau das ist die Kernkompetenz guter demokratischer Politik.

(1)

Konsonanz ist die Übereinstimmung einer Nachricht mit vorhandenen Vorstellungen und Erwartungen. Dazu eine Anmerkung, die hier legitim sein muss: Insbesondere „Bild“ treibt dies in den letzten Monaten bis zum Exzess. Das ist weit jenseits von Journalismus.

(2)

Dezisionismus, lateinisch Entscheidungspunkt, ist eine politische und juristische Theorie, nach der alle Prinzipien – der Erkenntnis, der Ethik, des Rechts, der Politik etc. – primär auf Willensentscheidungen und nicht auf rationalen Begründungen beruhen. So kann es keine allgemein verbindliche Begründung von Werten und ethischen Positionen geben. Mit anderen Worten: Die Macht des Stärkeren und Willkür. Eine Form von Neo-Sozialdarwinismus.

Lothar Klouten

Kategorie: Politik

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Amazonas-Waldbrände: Sabatoge wider der Natur

Bolsonaro agiert wie ein Despot

Eigentlich keineswegs verwunderlich, was in Südamerikas größtem Land geschieht mit solch einem Präsidenten, zumal normalerweise ein Tropenwald nicht brennbar ist. Despoten nehmen niemals Rücksicht auf menschliche Belange, Umweltschutz daher genauso behandelt wird wie eine Schmeißfliege, die man lästig am besten vernichtet.

Es interessiert einzig und allein das eigene Wohl, Reichtum par excellence. Mit jenem blonden Dollen hoch oben im Norden der Neuen Welt und etlichen anderen Gleichgesinnten in Europa läßt es sich vortrefflich schalten und walten. Unfaßbar!

Viel Rauch um nichts oder eher um alles?

Den weltweit größten Regenwald im Amazonasgebiet, hauptsächlich in Brasilien, sollte die Menschheit wesentlich ernster beobachten und entsprechend eingreifen, wenn dieser nonchalant vernichtet wird. Viel zu lange haben die mächtigen Industrienationen weggeschaut bei stetiger Rodung, um allen voran den Soja-Anbau zu unterstützen, damit Fleischesser nicht auf ihren Burger verzichten müssen – Massentierhaltung bleibt weiterhin bestehen.

Nicht nur das so wertvolle Ökosystem wird zerstört, darüber hinaus offenbaren sich die Schadstoffe der Brände als die größte Gesundheitsgefahr. Das scheint ganz offensichtlich Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro schnurzpiepegal zu sein, dieser Machtmensch verzettelt sich lieber in Nebenschauplätzen mit dessen respektloser Äußerung gegen Macrons Ehefrau Brigitte. Jene Ablenkung ist ihm aber gänzlich mißglückt.

G7-Gipfel alles andere als erfolgreich

Selbst wenn nach außen hin Emmanuel Macron als „Trump-Flüsterer“ gewertet wird. Das muß man bezweifeln, seit wann lassen sich „blonde Dolle“ zähmen? Welch Illusion, jener kurze positive Rausch wird schneller vorbeiziehen als sämtliche Rauchsäulen über Brasilien. Was Trump heute als „erfolgreich“ hinstellt, vermag morgen wieder mit Twitter-Gewittern vernichtet werden, auf diesen US-Präsident ist alles andere als Verlaß, zu unbeständig zeigt sich seine bisherige Regierungsbilanz.

Obendrein sorgte eine völlig überzogen Präsenz der Sicherheitskräfte vor Ort während des G7-Gipfels für genügend Unmut, „im ganzen französischen Baskenland wurde ein Demonstrationsverbot nach türkischem Vorbild durchgesetzt“ kommentiert Ralf Streck bei Telepolis. Von demokratiefreundlicher Politik keine Spur, wenn Medien gezielt behindert werden, die französische Menschenrechtsliga von nicht „hinnehmbaren Einschüchterungen“ spricht.

Trump und Konsorten sorgen für genügend Chaos

Wobei man unverblümt eine gezielte Absicht nicht nur vermuten sollte, sondern bereits feststeht. Die USA ursprünglich das Land der unbegrenzten Möglichkeiten, oftmals auch im Negativen mit ihrer weltweiten Expansion, militärischen Eingriffen, sondern inzwischen sich deutlich zurückziehend, was weltweiten Zusammenhalt betrifft.

Trumps Politik des „America First“ trägt längst dessen herbeigesehnten Früchte. Welch faules, gäriges Obst, sehr zum Nachteil der US-amerikanischen Bevölkerung selbst! Wer wie Trump einem Bolsonaro die Nato schmackhaft macht, darf sich am Ende nicht wundern, daß dieser Despot mächtig über die Stränge schlägt. Unsere Mutter Erde wäre sehr gut beraten, das Verbrechen der Amazonas-Brände so schnell wie möglich zu stoppen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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No Island-Deal Poisons Trump’s Feel

Der blonde Dolle twittert mal wieder heftig

Erneut wird’s deftig. Aber das kennt man doch, jenes dramatische Joch, Humpty-Trumpty auf politischem Parkett ist alles andere als nett. Wer dabei noch Hoffnung hegte, hinterher manch zugefügte Wunde pflegte, bildlich gesehen, weil es sei doch angeblich nichts schlimmes geschehen. Der erste Mann der USA brüllt beherzt hurra, er sei great, es gäbe keinesfalls hate, die Medien ohnehin alle ein Fake, people have to awake!

Ohje, alles andere als schee. Grönland rückt seit Tagen in den Fokus, da hülft och keen Lokus, um diesen Schiß herunterzuspülen, kein wühlen in Trumps feuchte Ideen, es ist nunmal geschehen. Er will einfach Dänemarks Insel haben, es nützt kein wehmütiges Klagen, er möge doch sich besinnen, Trumps Glashaus längst beschlagen von innen, weil dessen Sturheit sei keineswegs bereit, mal die Füße stillzu- halten. Was folgt, sind Sorgenfalten.

Wie umgehen mit jenem Twitter-Präsident? Was haben wohl die Amis hierbei verpennt? Wir sagen es Ihnen: Die USA fahren inzwischen auf höchst unsicheren Schienen. Mit einer solch desolaten Politik gibt es kaum noch ein Zurück. Doch manche finden das wohl schick. Gerade die Neuen Rechten haben sich des Trumps Ergüsse auf die Fahnen geschrieben, er handle nicht übertrieben, er sei ein weiser Mann, der noch viel mehr kann.

Der kritische Denker kommt aus dem Staunen nicht raus, ei der daus. Grönland sei strategisch besonders vakant, habe man in Washington erkannt. Von den Bodenschätzen unterm Eis mal ganz zu schweigen, die wären ein geldgeil seliger Reigen. Wen interessiert das Veto der Inselbewohner dabei, einerlei, als Supermacht sei man ohnehin niemals bedacht. Schnell ne Krise, nen Krieg entfacht, wäre doch gelacht!

Die politische Posse treibt manch stillen Beobachter Tränen in die Augen, kaum zu glauben, was die da oben sich so alles erlauben. Während der kleine Mann meist ehrlich durchs Leben geht, ist bei denen sowieso alles zu spät. Sie treiben’s wie eh und je nach Gutsherrenart, denen wächst ein ellenlanger Bart. Vor lauter Macht haben sie ohnehin ständig Elend entfacht. Geld regiert die Welt, niemand da, der sie aufhält.

Wohin mögen politische Wirren wohl führen, besonders solch Allüren, die sich der blonde Dolle weiterhin erlaubt? Wer’s nicht glaubt, mal besser genauer hingeschaut. Was soll man wohl über Menschen denken, die solch einem Präsidenten Glauben schenken? Soviel Idiotie gab es noch nie! Obwohl von manch einem vorausgesagt, dennoch kaum jemand wagt, die Gönner des blonden Dollen zu stoppen. Geh’n wir halt schoppen, die Welt dreht sich weiterhin, egal ob am Ende alles hin. Welch Unsinn!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

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Eine Welt ohne Ton wäre ein einziger Hohn

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Was kann schöner sein als ein Lied,
welches in keine Träume flieht,
sondern Hinweise vermittelt,
besser als durch News betitelt.

Lauschet dem Klang der Melodie,
er öffnet Tore wie noch nie,
wer sich auf ihn einläßt,
entronnen im Hier und Jetzt.

Musik dringt bis in Tiefen unserer Seele,
auf daß sie niemals wirklich fehle.
Vergessen durch zuviel Schmerz,
bricht sie am Ende manch Herz.

Erinnerungen werden dabei wach,
versüßen gar manch traurigen Tag.
Geben dennoch genügend Halt,
erfreuen Jung und Alt.

Eine Welt ohne schöne Noten
bedeutet letztlich Vorboten
auf ewiglich unerwünschte Stille.
Wer schluckt freiwillig jene bittere Pille?

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Europas Lichtblicke lassen Hoffnung keimen

Zuzana Čaputová durchaus mit Signalwirkung

Manchmal zum Haare raufen, wer denn noch welche auf dem Kopf trägt, sie genußvoll pflegt und Optimismus sich regt. Poetische Anwandlungen vermögen ein Stückweit für Entspannung sorgen, wo doch real genügend Probleme auch Europa bedrängen, denkt man vor allem an dessen Rechtsruck, der gern vergangenes Leid ignoriert.

So als ob die Vergangenheit nicht stattgefunden hätte, dabei eine treudoof fanatische Vaterlandspflicht unwissend Leichtgläubigen eingeredet wird, funktioniert mal wieder brillant, Hauptsache der Euro rollt zu entsprechenden Geldgebern, die vollmundig genau das einkalkulieren: Krieg, Haß, Zerstörung.

In der Slowakei ändert sich vieles zum Guten

Obwohl zuvor genügend Korruption obsiegte bishin zum Doppelmord, als der Journalist Jan Kuciak und dessen Verlobte Martina Kusnirova schlichtweg feige ermordet wurden. Die folgende Empörung fruchtete dahingehend, daß am Ende Zuzana Čaputová Präsidentin in der Slowakei wurde, ein kleines Land mit großem Mut, wie Gerhard Spörl anschaulich beschreibt.

Das mahnt all diejenigen an, die sich noch im Sessel der Gelassenheit wähnen, wo doch die Salvinis, Orbáns oder Putins ihren Macho so deftig heraushängen, wehe, man widerspricht ihnen, das hat dann Folgen bishin zur Ermordung, in Russland offensichtlich längst wieder Selbstverständlichkeit, Erinnerungen an Stalin flammen auf.

Eine EU die vor lauter Dialektik sehr wachsam sein sollte

Ganz besonders unter ihrer neuen Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, die ohne jedwede Taten bereits mit Lorbeeren nahezu überschüttet wird, der aufmerksame Beobachter sich nur verwundert die Augen reiben mag, was jene Lobhudelei denn bedeuten soll.

Es zählt wohl nicht Qualität, sondern vielmehr Vitamin B mit entsprechender Portion Geldgeber im Hintergrund. Daß dabei der Glauben an die Politik verlorengeht, kann man Politikverdrossenen nicht übelnehmen. Die Gefahr des extremistischen Rechtsrucks scheint die etablierte Politik offensichtlich einzukalkulieren, sonst wäre sie wohl eher auf der Hut. Deren Ignoranz schreit gen Himmel, zumal frapante Parallelen der 1920er Jahre auflodern.

Dennoch ein Hoffnungsschimmer am Horizont? Eine Zuzana Čaputová zeigt bereits, inwieweit man konsequent handeln soll, vielleicht bringt das ja den ein oder anderen dazu, mal wieder genauer hinzuschauen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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