Das frühere Bildnis

© Doris Mock-Kamm

Lange hab ich dich nicht mehr geseh’n,
verschwommen im Alter ich dich wahrnehm’.
Bildnis aus gelebten Zeiten der Jugend,
was interessierte dich Moral und Tugend,
nach jetzt stand dein Sinn, dein Streben,
dafür ließest du Konventionen erbeben.
Ich erinnere mich sehr gut an dies frühere Ich,
im Nachhinein danke, du führtest mich
die Strecken, die Unbezähmbare wählen.
Wer kann schon so lange auf sich zählen?

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Nordkoreas „Oberster Führer“ zündelt erneut

Treffen mit Kim Jong-un null und nichtig?

Jung und unerfahren, so der Eindruck, wer Bilder und Filmchen vom „Obersten Führer“ Kim Jong-un betrachtet, da mögen Behauptungen, er sei ein „militärisches Genie“, viel eher verblassen, zumal er sich mal wieder unerschrocken mit den USA anlegt. Was nutzen strategische Spielchen, wenn die Realität ganz andere Szenarien offenbaren?!

Immerhin ein Novum, daß die USA ein nordkoreanisches Frachtschiff beschlagnahmen, was allerdings keineswegs zufällig geschah. Schließlich sei illegal Kohle aus dem isolierten Land verschifft sowie schwere Maschinen hineintransportiert worden. Grund genug für die Supermacht, den Verstoß gegen Sanktionen zu ahnden.

Trumps Inszenierung fällt wie ein Kartenhaus zusammen – Putins gleichwohl

Letztlich keineswegs verwunderlich, narzißtische Auftritte erweisen sich meist als hochstaplerische Entgleisungen, warum sollte es bei diesem 45. US-Präsidenten sich anders verhalten? Bereits im Februar zeichnete sich das zweite Treffen mit Kim Jong-un in Hanoi als Flop ab.

Das Treffen zwischen Putin und Kim Jong-un, bei dem der Kreml-Chef sich in seiner Vermittlerrolle versuchte, konnte nur als zusätzlicher Mißerfolg enden, jene weltpolitische Soap offenbart keine Friedensfähigkeit. Erst recht hinsichtlich neuer Raketentests in Nordkorea. Insofern ein Armutszeugnis der beiden Supermächte!

Solange Mensch solche Führer gewähren läßt

Wird sich nichts zum Besseren ändern. Ganz im Gegenteil, die Welt schaut kriegerischen Zeiten entgegen, zumal schon genügend Kriege etliche Regionen erschüttern, Not und Elend verursachen. Querdenkende warf sehr gezielt die Frage in den Raum, wann endlich Machos von der Bildfläche verschwinden. Trump, Erdoğan , Orbán, Putin, Kim Jong-un, Salvini, Bolsonaro, um nur mal diese sieben exemplarisch zu zitieren, stehen für diese Geisteshaltung.

Was muß geschehen, um etwas zu ändern? Mensch hat endlich zu begreifen, daß keine Zeit mehr vorhanden, jenes perfide Spiel der Hofierung des Kapitalismus und Materialismus per ewiger Wachstumsspirale fortzusetzen. Ein totales Umdenken muß greifen, hin zu wirklich gerechter Verteilung, Ächtung von Gewalt, Rücksicht auf Mutter Erde.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Parfum fatale

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Du versprichst hoch und heilig,
besprüht mit deinem Duft
verschwinden alle Sorgen,
wirst glücklich und reich,
ausgelassen und frei,
jeder liebt dich plötzlich,
dieser Geruch verwandelt
zur Schönheitskönigin,
zur Femme fatale,
zum naiven Liebchen,
zur Göttin –
jetzt wird´s fatal,
Verantwortung soll ich übernehmen,
für jeden Stuß,
für absurde Wünsche,
hör auf mit dem Scheiß,
der Scheinheiligkeit,
deine Duftmarken
für den überteuerten Preis,
Persönlichkeit verlieren,
zu verhökern.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Trumps Säbelrasseln gefährdet den Weltfrieden

Wo gehobelt wird, fallen nicht nur Späne

Gut gebrüllt Löwe, denn wie man in den Wald hineinschreit, so schallt es zurück. Mitnichten für The Donald, Mister America First hat da ganz eigene Vorstellungen von Gehorsam und Bündnistreue, die ständigen Entlassungen im Weißen Haus sprechen eine nur zu deutliche Sprache, mit Mike Pompeo und John Robert Bolton hat er exakt die richtigen Hardliner an seiner Seite, die erst recht den Iran zum „Teufel wünschen“.

Kaum folgten entsprechende Statements in Richtung Iran, folgen Drohungen seitens Hassan Rohani, die Europa in Bedrängnis bringen. Welch passendes Szenario auch hinsichtlich der Nato-Politik, erneut fühlt sich US-Botschafter Richard Grenell berufen, Deutschland „Heuchelei“ vorzuwerfen. Alles Indizien, das Säbelrasseln mit Nachdruck der Weltpolitik aufzudrängen.

Wer viel Porzellan zerstört, hat keinn Sinn für ein harmonisches Miteinander

Muß man Zeiten nachtrauern, als noch eine transatlantische Freundschaft ein Stückweit die Balance hielt, um gleichwohl wirtschaftlich militärische Aspekte in Einklang zu bringen? Weder noch. Früher bestimmten ohnehin die USA den politischen Kurs, richtete sich die Weltpolitik auf ihren Vorgaben ein, zumindest die Bündnispartner. Das hat sich seit Donald Trump jetzt geändert. Elefanten traut man nicht über den Weg, narzißtischen sowieso nicht.

Der Vergleich mit dem zerstörten Porzellan insofern keineswegs übertrieben. Was soll man von Bemerkungen halten wie das Atomabkommen „sei der schlechteste Deal aller Zeiten“? Reine Ablenkung, zumal die Inspekteure der IAEA bescheinigt hatten, daß der Iran sich an den JCPOA halten würde. Es steckt die altbekannte Absicht dahinter, einen Aufstand im Volk selbst zu provozieren, weil die Sanktionen die Wirtschaft schwächen.

Wer A sagt, muß auch B umsetzen

Damit hat The Donald keinerlei Probleme, wie er unmißverständlich bereits bei der Münchner Sicherheitskonferenz zum Besten gab, dessen Willkür offenbarte. Der Rüstungswettlauf paßt in die von langer Hand geplante Marschroute, an ein zufälliges Aufbrausen mag man dabei gar nicht denken, ein Mister Grenell hierzulande das Ganze obendrein abrundet.

Global betrachtet nehmen die Spannungsherde nicht nur zu, schließlich vermögen auch die US-Streitkräfte nicht überall mit entsprechender Präsenz agieren können, sondern verbleiben am Ende noch wesentlich drastischere Maßnahmen. Gestern vor 74 Jahren endete der Zweite Weltkrieg, genauer betrachtet hat der Dritte längst begonnen, diesmal nicht in Europa, dafür global verteilt.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Sprachskelette verdecken nichts

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Er textete sie zu mit seinen Erlebnissen,
Empfindungen, Taten,
sie liebte diese Geschichten,
seine Art der Formulierung
des Unaussprechlichen,
die zueinander findenden Worte,
ihre zarten Berührungen,
auch wenn zutiefst gekränkt, verletzt:

Seine Art banalen Geschehnissen
eine Wildwasserfahrt zu gönnen,
Sprachbäche hinunter zu rauschen,
die Stimme erfüllt vom Jubeln
beim Überwinden von Gedankenblöcken,
tosende Ausdrücke öffneten ihr Herz,
ließen sie auf wattierten Wellen fallen,
die sie zum fernen rosa leuchtenden Horizont trugen.

Irgendwann begann er seine Erzählungen zu dichten,
sie erschrak sich vor diesen monströsen Wörtern,
denen Buchstaben ausgerissen, zerfetzt wurden,
um gewaltige Laute zu erzeugen,
Begriffe ließ er explodieren, ihr entgegenschleudern.
Erst in dieser skelettierten Sprache
erkannte sie sein eigentliches Anliegen,
sie sollte ihn lieben, weil er sich verachtete.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Das Geschäft mit exotischen Tieren blüht

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Heute eine Vogelspinne, morgen einen Alligator

Manche Menschen meinen, sie müßten alles haben, dies führt sogar soweit, daß sie selbst eine unsagbare Tierquälerei in Kauf nehmen, Hauptsache die Anakonda im Terrarium, das Krokodil in der Badewanne oder der Papagei im viel zu kleinen Käfig.

Artgerechte Tierhaltung wird somit völlig ausgeblendet, wenn man bedenkt, daß selbst Zoos diese auch oftmals nicht einhalten können, meist aus Platz- oder Geldmangel. Der Deutsche Tierschutzbund geht von einigen Tausend Krokodilen, über 100.000 Giftschlangen und sogar doppelt so vielen Riesenschlangen aus, die hierzulande ihr Dasein zu fristen haben. Die Zahl der Echsen, Spinnen und anderen exotischen Tiere wird um ein Vielfaches höher liegen.

Die Realität steht im krassen Widerspruch zum CITES

Das Washingtoner Artenschutzübereinkommen, welches am 03. März 1973 unterzeichnet wurde, mit der genauen Bezeichnung Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora, kurz CITES (Übereinkommen über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten freilebender Tiere und Pflanzen) hat sich als internationale Organisation der Aufgabe verpflichtet, den weltweiten Handel mit Pflanzen und Wildtieren in soweit zu kontrollieren, daß ihr Überleben nicht gefährdet wird.

Das klingt zunächst erst mal ganz nett, wobei es im Abkommen darüber hinaus inzwischen eine Auflistung der vom Aussterben bedrohten und auch gefährdeten Arten gibt, cirka 8.000 Tier- und 40.000 Pflanzenarten stehen somit unter Schutz. Wenn wir die illegalen Einfuhren exotischer Tiere in Deutschland mal außer acht lassen, die Dunkelziffer wird entsprechend hoch sein, wurden noch vor dreizehn Jahren nahezu eine halbe Millionen eingeführt, was wiederum so gar nicht im Sinne des CITES sein kann.

Eine artgerechte Haltung von Exoten, so ließ Tasso-Leiter Philip McCreight verlautbaren, sei mangels Sachkenntnis für den Laien „so gut wie unmöglich“. Und trotzdem wird einfach stillschweigend konsumiert. Manchmal entfliehen sie sogar, denken wir nur an einige spektakuläre Ereignisse, wie sie in regionalen Medien immer mal wieder erörtert wurden oder aber man setzte sie einfach aus. Wie sollte man von Menschen, die dermaßen fahrlässig solche Tiere halten, auch eine umfassende Verantwortung erwarten, sie wird dann erst recht ausgeblendet.

Früher der Hamster und der Wellensittich

Auch diese beiden unterschiedlichen Tiere sind letztlich Exoten und werden bis heute oftmals auch nicht artgerecht gehalten. Hamster in viel zu kleinen Käfigen, ohne Ruhephasen, weil Mensch auf seine Lebensweise natürlich nicht verzichtet, von der Vogelhaltung mal ganz zu schweigen. Was anhand dieser beiden Tierarten fehlschlägt, kann daher nur zu einer Überforderung mit dem Umgang anderer exotischer Tiere führen.

Allein die Zoofachgeschäfte sind auch nicht immer zimperlich, was die Haltung der Tiere anbelangt, haben diese doch nur auf Abruf ein Zwischenleben dort zu fristen. Wesentlich dramatischer geht es darüber hinaus bei Tierbörsen oder gar im Internet zu. Beim Tierhandel, vor allem beim illegalen, sind so gar keine Grenzen gesetzt, fast alles geht, hat halt lediglich seinen Preis. Es stellt sich schon die berechtigte Frage: Was war zuerst da, das Angebot oder die Nachfrage? Wir dürfen davon ausgehen, daß mit den Angeboten im selben Moment die Nachfrage stieg, also auch umgekehrt. Verwundern dürfen wir uns auch nicht, daß bisher die Behörden kaum einschreiten, sie machen es abhängig von Schadensfällen, und diese seien schließlich noch in einem zu geringen Rahmen vorhanden. Was in den Häusern und Wohnungen geschieht, sei wohl Privatsache. Apropos Sache: Sind Tiere nicht Lebewesen, wie auch endlich die Legislative nach sehr langem Kampf einsehen mußte?

Der Gesetzgeber ist mal wieder gefragt, wenn Uneinsicht vorherrscht

Selbst hier offenbart sich der grenzenlose Egoismus mancher Menschen. Sie nehmen eine regelrechte Tierquälerei in Kauf, im Artikel wurde noch mit keiner Silbe über die schrecklichen Transportbedingungen berichtet, Hauptsache sie haben ein exotisches Tier. So liegt es auf der Hand, daß Tierschützer selbstverständlich Einschränkungen bis hin zu Verboten fordern. Vielleicht sollten wir mal zu unseren Nachbarn, den Schweizern, einen Blick wagen. Dort gibt es detaillierte Vorschriften für die Haltung einzelner Arten im neuen Tierschutzgesetz. Zwar hat Bayern bereits bestimmte Verbote und Einschränkungen für die Haltung von Vogelspinnen oder Giftschlangen erlassen, so verbleibt auch bei diesem Thema die fragwürdige Politik des Föderalismus im Raume stehen.

Es bleibt zu hoffen, daß immer strengere Zollkontrollen und auch eine wachsam werdendere Bevölkerung mit dazu beiträgt, solchen „Exotenhaltern“ das Handwerk zu legen. Tiere gehören in Freiheit gelassen, in ihrem gesunden Lebensraum, und der Mensch hat sich gefälligst mit sich selbst zu beschäftigen, anstatt ständig sich hinter seinen Eitelkeiten zu verstecken.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Tierschutz/Tierrechte

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Verbannt erkannt

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Kein Widerstand
kommt auf
trotz all der Verbrechen,
die täglich uns belasten.
Habt ihr noch alle Tassen
im Schrank?
Das ist krank!

Rufe ohne Widerhall
erklingen
im zerstörten Raum,
den Mensch hinterlassen.
Habt ihr noch alle Tassen
im Schrank?
Das ist kein Schwank!

Ein stilles Dasein
fristen,
mag hilfreich sein,
wer in sich kehrt.
Stoppt jenes gefährliche Prassen,
sortiert die Tassen.
Einfach Kapitalismus verlassen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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