Rosa Zenit

https://pixabay.com/photos/horizon-sky-sunset-ocean-water-768759/

pixabay.com

Rosa dümpelte die Zeit durch den Himmel.
Aufmerksamkeit erhaschend.
Morgen und Abend romantisieren sich.
Harmonie erzwingend.
Wolkengebilde aus vibrierenden Fledermäusen.
Gänsehaut simulierend.
Es ist Mittag. Mittag ist es. Zeit am Zenit.
Traum albern. Albträumend.

Nafia

Kategorie: Gedichte

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Kontra Kopftuch gleich rechts, pro Kopftuch letztlich frauenfeindlich?

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/d/d2/Maischberger_-_2017-04-26-3010.jpg/480px-Maischberger_-_2017-04-26-3010.jpg

Wikimedia Commons CC BY-SA 4.0

Susanne Schröter wird „antimuslimischer Rassismus“ vorgeworfen

Da paßt so manches überhaupt nicht zusammen, Widersprüche soweit das Auge reicht, wobei die Positionen ziemlich schnell auf den Punkt gebracht sind. Wer völlig zu Recht die Ausweitung des Hidschāb-Gebotes einem frauenfeindlichen Islam vorwirft, muß nicht zwangsläufig generell diese Weltreligion an den Pranger stellen, schließlich gibt es viele Länder, in denen islamische Frauen sich dem unterordnen müssen.

Wer tatsächlich meinte, religiöse Differenzen würden in der Neuzeit, erst recht seit des Jahrtausendwechsels der Vergangenheit angehören, der wurde zunächst mittels 9/11 eines Besseren belehrt, da hatten wohl manche ein sehr großes Interesse, einen terroristischen Islamismus zu fördern, egal ob per verschwörungstheoretischen Annahmen oder weil das Timing entsprechend politische Weichenstellungen nach sich zog.

Diskussion an Frankfurter Goethe-Universität unerwünscht

Die Ethnologin, Prof. Dr. Susanne Schröter, Direktorin des Frankfurter Forschungszentrums Globaler Islam (FFGI), rief eine Konferenz unter dem Motto „Das Kopftuch – Symbol der Würde oder der Unterdrückung?“ jetzt zum 08. Mai ins Leben, was prompt eine Kopftuchdebatte über Rassismus auslöste.

Anonyme Verfasser warfen der Direktorin vor, sie würde damit rechtspopulistische Themen aufgreifen. Schon schnappt die Falle zu, auch in der deutschen Gesellschaft nimmt jene Neue Rechte einen immer größeren Raum ein, wird jedwede kritische Haltung einem Schwarz-Weiß-Denken in Kategorien „rechts“ oder „links“ zugeordnet, statt sachlich hautnah am Thema zu bleiben: der Versuch der Klärung, inwieweit Frauen im Islam weiterhin unterdrückt werden, und sei es mit Kopftuchzwang.

Gerade die Islam-Expertin kümmert sich um sachliche Auseinandersetzung

Was Susanne Schröter bereits in etlichen Publikationen anschaulich verdeutlichte, im Interview mit der FNP vor über vier Jahren näher erläuterte, „Muslime seien in einer schwierigen Situation“.

Wer die weitere Entwicklung seitdem genauer beobachtet, weiß angesichts etlicher Terroranschläge und vor allem durch den gezielt ins Leben gerufenen Terror des IS, daß der Worst Case eher zutrifft, den es besser zu vermeiden galt, wie die Ethnologin anriet. Man kann sich des Eindrucks nicht verwehren, daß von einer friedlichen Coexistenz der beiden Weltreligionen, zwischen dem Christentum und dem Islam, kaum bis gar kein Interesse besteht, zumal obendrein noch der neue Kalte Krieg sich hinzugesellt, im Nahen und Mittleren Osten immer mehr Spannungen und Kriege entstehen.

Wissenschaftsfreiheit unerwünscht, Kriegstrommeln werden mittels anonymer Störenfriede auch in Unis begleitet, während eine unfähige Politik weit entfernt, auch hierzulande das Asylrecht zu reformieren, geschweige denn Flüchtlingen mehr Sicherheit zu bieten, zumal im Deutschen Bundestag bereits wieder ein rechter Mob sich austoben darf. Ein Freifahrtschein für schnell anwachsenden Rassismus.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

Veröffentlicht unter Quergedachtes | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Willige Verteiler

https://pixabay.com/photos/abstract-spooky-evil-night-scary-3342006/

pixabay.com

Nicht sozial
ist euer Ideal,
Uniform
eure liebste Norm.

Und ihr anderen,
ihr auf dem Sofa Gestrandeten,
ihr singt: „Atemlos“, wo auch immer,
und schon belegen sie euer Zimmer.

Der Charme der Andersartigkeit
geht euch zu weit,
parieren, parieren,
Meinungsfreiheit isolieren.

Und ihr anderen,
in so vielem Bewanderten,
haltet bei Sticheleien den Atem an,
prustet den Stuß an jede Wand, Mannomann.

Hört endlich auf, Steigbügelhalter zu spielen
von Parolen, Hetze, Häme und Lügen,
die menschenverachtender nicht sein können,
verteilt Ideen, anstatt Idiotien nachzuflennen.

Nafia

Kategorie: Gedichte

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Weltpolitische Soap offenbart keine Friedensfähigkeit

Putins Vermittlerrolle zwischen Nordkorea und den USA fragwürdig

Nette Bilder zeigen ihre ganz eigene Dynamik, die dermaßen gestellt wirken, so daß der kritische Betrachter nur noch zum Schluß kommen mag, es handle sich um eine Komödie im weltpolitischen Theater. Der Ernst der Lage holt allerdings schnell Applauseffekte zurück zur harten Wirklichkeit, zumal diese gar nicht fruchten mögen.

Was soll man davon halten, Russlands Präsident fordert Sicherheitsgarantien für Nordkorea? Ausgerechnet The Donald wird daraufhin einsichtig kopfnickend etwa Wladimir Putin zustimmen, vielleicht aufgrund damaliger „freundlicher Wahlkampf-Unterstützung“, einerlei ob diese jemals aufgedeckt oder nicht?!

Atomare Bedrohung hält weiterhin an

Und zwar zwischen den beiden Supermächten, Nordkorea wäre dagegen eher das „kleinere Übel“. Putin selbst hatte bei letztmaliger Jahrespressekonferenz vor der wachsenden Gefahr eines Atomkrieges gewarnt, wobei die Weltpolitik selbst es in der Hand hätte, dies zu verhindern. Davon kann bisher gar keine Rede sein.

Was nutzen Friedensdemos oder Ostermärsche, wenn eine Nato einerseits Russland auf die Pelle rückt, andererseits das Riesenreich sich genötigt sieht, entsprechend selbst aufzurüsten. Der neue Kalte Krieg floriert längst trotz vieler Bemühungen, weil auch andere Nationen mitmischen wollen beim weltpolitischen Machtgehabe.

Stell dir vor, keiner will Krieg, doch der wird gezielt forciert

Insofern bestätigt das Treffen zwischen Kim Jong-un und Wladimir Putin in Wladiwostok lediglich den hilflosen Versuch, die USA milde zu stimmen. Wer dermaßen planlos und ungehobelt sich auf den nordkoreanischen Machthaber einläßt, stellt sein eigenes Unvermögen unter Beweis, da helfen auch keine Bemühungen des Kreml-Chefs.

„Frieden schaffen ohne Waffen“, das war mal ein sinniger Slogan, der allerdings stets ignoriert wurde, genügend Stellvertreterkriege für exemplarische Übungen sorgten, um Waffen zu testen, Altlasten gar zu beseitigen. Mittendrin eine unschuldige Zivilbevölkerung, die darunter zu leiden hat.

Es wäre somit wesentlich effektiver, wenn Russland und die USA endlich ernsthaft verhandeln, dann würden sich Treffen mit Nordkorea ein wenig anders gestalten auch hinsichtlich Chinas.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

Veröffentlicht unter Politik | Verschlagwortet mit , , , , | 1 Kommentar

Gepolstertes Denken

https://pixabay.com/photos/horizon-mountain-thinking-1819315/

pixabay.com

Eine weißgraue Wolkendecke
verfing sich in ihrem Kopf,
feuchte Nebelnetze
umflatterten sämtliche Gedanken,
diese schwebende Balance
zwischen wattierten Gespinsten
und glänzenden Worttropfen,
diese unendlichen Wirrungen
wirkten auf sie beruhigend,
ein persönliches chaotisches Entfalten,
geschlossen hielt sie die Lider,
niemandem gönnte sie einen Blick,
auf ihr Fläzen im gepolsterten Denken.

Nafia

Kategorie: Gedichte

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Narrenhände beschmieren Tisch und Wände – Botschaften an alle

https://pixabay.com/photos/lost-places-spirit-station-3301787/

pixabay.com

Von der Wandmalerei zum Graffiti

Das Mitteilungsbedürfnis hat so ziemlich den größten Stellenwert bei Menschen, außer sie ziehen sich gänzlich zurück und folgen einem selbstauferlegten Schweigegelübde. Die Seele schreit nach Äußerungen, nach Kommunikation mit den Mitmenschen. Diesen Austausch darf man ruhig als lebensnotwendig bezeichnen, um nicht vor lauter Vereinsamung und voller Gram unnötig zu leiden.

Wenn mal das fördernde Gespräch ausbleibt oder aber bewußt ein Ventil gesucht wird, sich sichtbar Luft zu machen, hinterlassen wir unsere „Botschaften“ an alle. Narrenhände beschmieren Tisch und Wände? Tatsächlich als Schmiererei abzutun, als Hilferuf, als Aufschrei einer Form des Protestes?

Eine abfällige Redewendung als Vorwand zur Unterlassung von Graffiti

Den Ursprung der Narrenhände, die Tisch und Wände, weil es sich auch so toll reimt, beschmieren sollen, weiß niemand genau, dennoch aufgrund der abfälligen Bemerkung zum Narren selbst vieles darauf hindeutet, daß sie im Mittelalter entstanden sein muß. Ob nun geistig Zurückgebliebene, einfache Bauern oder aber dem Wahnsinn nahe, allerlei Schabernack treibend bis hin zur Belustigung am königlichen Hofe, der Narr erhielt seine Eigenschaften genau deshalb verpaßt.

Ein Außenseiter zunehmend im Gewande seines auffälligen Kostüms, sogar gezielt zur „Unterhaltung“ ausgebildet, während die Gesellschaft körperlich und geistig behinderte Menschen, Kleinwüchsige als Zwerge titulierte, sie in Käfigen auf Jahrmärkten präsentierte, sie zum „Narren machte“, wie auch diese Redewendung dies unterstreicht. Doch all das entspricht keineswegs dem eigentlichen Ursprung, sich eben auf Wänden, auf Möbelstücken und allen sich bietenden Flächen für die Ewigkeit, die Nachwelt zu äußern. Um genau diese sehr alte Gewohnheit zu verunglimpfen, boten sich halt aller Wahrscheinlichkeit nach die ohnehin im Abseits stehenden, jede Norm umgehenden Narren an, den alten Brauch ins Lächerliche zu ziehen. „Das Beschmieren“ konnte weder die Redewendung noch andere Versuche der Belehrung aufhalten: Graffiti ein ständiger Drang, sich auszudrücken.

Graffiti nur Menetekel-Funktion oder vielmehr einfach Botschaften?

Selbstverständlich kann es durchaus sein, daß mit dem enormen Mitteilungsbedürfnis des Menschen darunter auch welche sind, die per Graffiti Zeichen eines drohenden Unheils setzen wollen, eine unheilverkündende Warnung (Menetekel) möglichst sichtbar an Wänden platzieren. Diese sich inzwischen zu unterschiedlichen Kunstformen entwickelten Graffitiwerke nur darauf zurückzuführen, entspricht weder ihren Ursprüngen (nicht zu verwechseln mit Wandmalereien), noch den vielfältigen Botschaften. Nicht nur vor knapp fünf Tausend Jahren wurden in Gräbern, Tempeln, auf Statuen und Felsen im Alten Ägypten Inschriften sogar in unterschiedlichen Sprachen gekratzt, sondern diese Form der Mitteilung liegt wohl wesentlich länger zurück.

Graffiti, die italienische Pluralform des graffito in der Einzahl bedeutete ursprünglich „Schraffierung“ für eine in Stein geritzte Inschrift aber auch das ornamentale und figurale Dekorieren, während das Griechische graphein für „schreiben“ steht. Besonders auf dem „Stillen Örtchen“, also auf dem Klo wurden seit Menschengedenken per Sprüche, Witze, Gedichte bis hin in einfachen Zeichnungen und Karikaturen die eigenen Vorstellungen hinterlassen. Inzwischen unterscheiden wir zwischen der genannten Klo-Graffiti, Baum-Graffiti, Streetart, Reverse Graffiti, Gefängnis-Graffiti, Style-Writing, Gang-Graffiti, Ultras-Graffiti und Politische Graffiti.

Auch wenn Peter-Ernst Eiffe, der erste deutsche Graffitikünstler, begeistert von der Studentenbewegung als Hofnarr der Apo bezeichnet wurde, so fand dennoch sein kurzes Leben ein jähes, trauriges Ende: Er litt unter schweren Depressionen und verstarb im Alter von 41 Jahren. Unvergesslich sind seine Sprüche, die er in mehreren Wochen im Sommer 1968 über ganz Hamburg verteilte, darunter „Sei keine Pfeife, wähl Eiffe“, „Kein Hammer, keine Sichel, nur Eiffes Hand auf Hamburgs Michel“ oder „Eiffe Bundeskanzler, Springer Außen-, Augstein Innen-, Bartels vom Eros-Center als Familienminister, Heinemann Rest“, um nur drei hier mal zu zitieren.

Jede „Schmiererei“ ein Protest oder ein Hilferuf ?

Dennoch gibt es Grenzen der Zumutung, wenn Menschen zusammenleben, um auch mal diese Sicht zu verdeutlichen. Eine Welt voller Graffiti allüberall, auf sämtlichen Wänden, Flächen, die sich bieten? Eine Anarchie von Schmierereien, künstlerisch unbegrenzter Freiheit denkbar als alltagstaugliche Möglichkeit? Wo liegen die Grenzen? Die hat der Gesetzgeber längst gezogen im Interesse der Allgemeinheit, sie vor einem Übermaß zu schonen, so daß Graffiti zivilrechtlich verboten ist, wenn keine Genehmigung vorliegt.

Das wiederum kann Graffitikünstler nicht davon abhalten, trotzdem sich unbeobachtet auszutoben, selbst wenn Videoüberwachung und Objektschutz dies zu verhindern versuchen. Während dagegen Wien eine „Graffitistraße“ offiziell im März 2006 genehmigte, Helsinki sogar Ende 2008 Graffiti als „Teil der Stadtkultur“ zuließ, bleibt der Straftatbestand, der u.U. sehr teuer werden kann für die Künstler. Wie ernst die Strafverfolgung von potentiellen Graffiti-Sprayern genommen wird, zeigt das Überfliegen per BGS-Hubschrauber, um die Missetäter mit Infrarotkameras des nachts aufzuspüren, eine Vorgehensweise wie bei der Terrorbekämpfung.

Graffiti, eine der ältesten Künste des Menschen, wird weiterhin mitten in der Gesellschaft Möglichkeiten suchen, sich bemerkbar zu machen. Vielleicht hilft hierbei eine wesentlich höhere Toleranzgrenze, einer Freiheit, unbedarft sich künstlerisch ausdrücken zu dürfen, steht ein Verbot gegenüber, welches dennoch den Reiz hat, umgangen zu werden, deren Folgen in Kauf nehmend. Die Botschaft lautet nämlich ganz einfach: Kunst lebt und läßt sich durch nichts stoppen oder verbiegen!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Kulturelles

Veröffentlicht unter Kulturelles | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Europas Gespenster tummeln sich

https://pixabay.com/photos/bell-bell-tower-church-church-tower-1040870/

pixabay.com

Hinweggefegt
manch sorgenvolle Gedanken,
leicht aufgeregt
manch platzierte Schranken,
die Grenzen markieren.
Muß das wirklich passieren?

Jede volle Stunde schlägt
manch Glocke auf dem Turm,
vielleicht sich legt
manch vermeldeter Sturm.
Nationalisten erneut hausieren,
sie haben ohnehin nichts zu verlieren!

Europas Gespenster
finden wieder zum Haß zurück.
Hinter manch Fenster
sehnt man sich nach etwas Glück.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , | 1 Kommentar