Auch Trompeten rosten

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Die Trompete spürt nicht mehr
den Atem, der durch sie rinnt,
der sie erzittern ließ,
und tönen wie Espenlaub im Wind.

Verstreut die Notenblätter
in alle Herren Länder,
zu traurig fanden dies die Frauen
und flochten mit ihnen Bänder.

Bemalt ließen sie sie weiterfliegen
in alle Länder zu den Müttern,
bunt und vielfältig ist jedes Leben
und ihr seid es, die Kinder kriegen.

Die Trompete bläst nicht mehr
in allen Herren Ländern zum Angriff,
die Mütter in allen Ländern begreifen jetzt,
mein Kind zerschellt bei jedem Kriegsanpfiff.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Ein bißchen Revolte, ein wenig Bürgerkrieg bis zum Endsieg?

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Der Gag der Woche – oder wieso man vieles ernst nehmen sollte

Da hockt er nun, der arme Tropf, geistig umnebelt im trögen Kopf, möchte am Liebsten alles gleichzeitig tun, nur das kann nicht fruchten, selbst wenn man schwere Gewichte tut wuchten, die da sind, dat weeß doch jedes Kind, eine schnelle Revolution gab es zu oft schon. Damit erklimmt man keenen Thron.

Doch die rechte Mischpoke versucht’s mit Hohn. Neulich mal wieder wurde über Streetfighters berichtet, auf die jeder Nazi ungern verzichtet, man kriegt bereits feuchte Hosen, fühlt sich gebettet wie uff Rosen, Hauptsache Unwillige verdroschen. Na, fällt Ihnen dabei der entscheidende Groschen? Wie soll das nur funzen mit so wenig Penunzen?

Ach, bloß nicht in Sicherheit wiegen, die ersinnen längst ein fundamentales Siegen. Da braucht es nur ein paar Waffen, den Segen von Pfaffen und Geldgebern im Hintergrund, die konsumieren schließlich jeden Schund, Hauptsache clevere Leut’ und Künstler hinweggefegt, das schließlich sich nicht mit der Neuen Rechten verträgt.

Sie träumen vom Bernd als Führer, ja, jener Holocaust-Verlierer, der stets dreist in jede Kamara blickt, sich dabei tunlichst anschickt, möglichst seine Haßparolen unters Volk zu streuen, eigenen Mannen einzubleuen, ihre Zeit wird bald kommen. Manch ein Nazischwein grinst dabei janz benommen.

Sie verlassen sich auf Unterstützung ihrer europäischen Nachbarn, die ganz ähnlich wie eigene Nachfahren bereits per rechtem Kurs das Volk einläuten. Was dat wohl hat zu bedeuten? Weniger Geld in der Tasch, dafür ganz rasch neue Feindbilder erschaffen, Migranten verpöhnt als Halbaffen, Frauen hinter Herd und Heim, nur der Mann allein hat das Sagen! Noch Fragen? Die gibt es mitnichten, schluß mit kritischem Dichten!

Letztlich zurück zur Diktatur, das bedeutet jener rechte Schwur, man setzt wieder auf Führerkult, verbannt jede historische Schuld, hetzt Nationen gegeneinander. Miteinander? Bloß keine Mitleidstour, beendet jener Parkour, der Menschlichkeit will. Es zählt dann nur noch Drill. Hat doch vorher auch stets geklappt, egal ob dabei Liebe und Harmonie wegsackt!

Meinen jene radikalen Herrschaften tatsächlich, sie könnten per Gewalt Systeme angehen, die Welt würde einfach hinwegsehen? Und das obwohl die sich gerade dringend vernetzt? Nö, dann hat’s sich schnell ausgehetzt, der ein oder andere wird dabei verletzt, die Revolte wird eher nicht fruchten. Danach sollt’ man sie aber ewiglich einbuchten! Dort können’s ja erneut Gewichte wuchten, um Aggressionen abzubauen, sich dann gar gegenseitig verhauen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

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So war´s und nicht anders

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Sie tat es immer wieder,
manche schoben es
auf das zu eng geschnürte Mieder.

Die Wahrheit war,
da bin ich mir ganz sicher,
sie sprach ohne Punkt und Komma.

Sie spuckte mit Silben, Wörtern, Sätzen
einem Maschinengewehr gleich,
ihr Speichel löschte weit entfernte Kerzen.

Die Wahrheit ist, es war kein Spaß,
ihr blieb nichts anderes übrig,
jeder neue Gedanke sie ansonsten auffraß.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Bei Trumpino gilt bald „legittima difesa“ per Schusswaffe

Wildwest-Manier exemplarisch für Rechtsradikale

Wer künftig in Italien einbricht, muß bereits vor der Europawahl einkalkulieren, von Hausbesitzern ohne Vorwarnung direkt erschossen zu werden. Sheriff Salvini gibt Schießeisen frei, welch „starker Mann“ setzt sich erneut in dieser ominösen Regierung durch. Parallelen zum „blonden Dollen“ in den USA kann man unschwer von der Hand weisen.

Nun hat am vergangenen Dienstag Italiens Innenminister mit diesem bevorstehenden Gesetz eines seiner Wahlversprechen eingelöst, betont gleichzeitig, es herrschen jetzt schon Zustände wie im Wilden Westen. Allerdings sind tatsächlich die Einbrüche eher rückläufig, aber das interessiert einen Macho wie Lega-Chef Matteo Salvini mitnichten, da eifert man lieber Donald Trump nach, das gefällt jener Klientel ganz offensichtlich.

Heute Hausbesitzer und morgen bewaffnete Lehrer?

Da könnte man schnell dramatischeres befürchten, was jenen Innenminister anbelangt, schließlich meinte der US-Präsident, er müsse einfach Lehrer bewaffnen. Anstatt die dortigen fragwürdigen Waffengesetze in den Griff zu bekommen, lockert man den Umgang mit Waffen, welch fatale Entwicklung.

Nunmehr äfft dies Italiens verantwortliche Regierung nach, was durchaus im Sinne rechtsradikalen Gedankenguts sein dürfte. Je mehr Gewalt in der Gesellschaft, desto mehr Legitimation, härter durchzugreifen, beste Voraussetzung kritische Haltungen einzudämmen, mundtot zu machen.

Spaltung der Gesellschaft wird gezielt gefördert

Per gezielter Absicht, nicht nur über ein solches Waffengesetz. Erst recht über soziale Ausgrenzung, die Fokussierung auf Migrantenhaß, eine steigende Jugendarbeitslosigkeit im Lande. Das alles macht Salvini und dessen rechtsradikalen Schergen nichts aus, man verzettelt sich in trügerisch verzerrter Haltung, den starken Mann zu markieren.

Doch damit hat das nichts zu tun, im Gegenteil, ein Armutszeugnis, ein desolater Zustand, der weder dem Lande dient noch den betroffenen Menschen. Die Bespaßung à la Facebook, Instagram und Co. kann er sich „sonstwo hinstecken“, ein derartiger Politiker tut Italien mitnichten gut, die Spaltung der Gesellschaft schreitet weiter voran, am Ende zahlt die Zeche der „geprellte kleine Mann“, Familien und die an den Rand gedrängten. Wer mit „Propaganda-Rhetorik Mussolinis“ hausieren geht, steht natürlich unter besonderer Beobachtung, doch das juckt Salvini wohl kaum.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Gartenbank

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Unter meinem Küchenfenster
saß sie auf der Gartenbank,
blond, Hände im Schoß
und ließ ihre Beine baumeln.

Unter meinem Küchenfenster
saß sie auf der Gartenbank,
blaß um die Nase, braun die Haare,
die Füße scharrten den Sand von sich.

Unter meinem Küchenfenster
saß sie auf der Gartenbank,
Arme verschränkt, gerötet das Gesicht,
unter der Bank die Beine eingeklemmt.

Unter meinem Küchenfenster
saß sie auf der Gartenbank,
ein Baby im Arm schaukelnd,
übereinandergeschlagen ihre Beine.

Unter meinem Küchenfenster
saß sie auf der Gartenbank,
die Arme hängen lassend,
breitbeinig, um den Rücken zu entlasten.

Unter meinem Küchenfenster
saß sie auf der Gartenbank,
Unterarme auf einem Kissen gestützt,
die Beine schaffen es nicht zur Gartenbank.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Stierkampf: Wenn aus Tradition blutiger ernst wird

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Gegner nicht nur beim Tierschutz vertreten

Da steht er nun, der Matador, siegessicher, wissend, daß die Spitzen der massigen Stierhörner abgeschliffen, das Volk tobt, weil die ersten Todesstöße erfolgten, bis Helfer am Ende dem blutenden Tier den Garaus machen. Nach der Faena hat das Abschlachten, das qualvolle Leiden des Kampfstieres endlich zu dessen befreiten Tod geführt.

Wenn aus Tradition blutiger ernst wird, dann finden vor allem in Spanien etwa 2.000 Stierkämpfe statt, wobei zugleich die Frage aufkommt, was denn die Menschen dazu bewegt, ein solch brutales Schauspiel sich anzuschauen. Darin obendrein eine Kunstform zu interpretieren, vermag sich auch nur Mensch auszudenken, der sich mal wieder über alle Lebewesen erhebt.

Ein ungleicher Kampf verdeutlicht die simple Absicht

Die da lautet, den Stier vor den Augen aller Zuschauer zu töten. Dabei hat dieser keinerlei Chance, bedenken wir, daß neben dem Matador noch die Picadores, zwei Lanzenreiter mit in der Arena sich befinden, die dem Tier mit ihren Lanzen dessen Nackenbereich verwunden. Stellen Sie sich dies mal für einen Moment selbst vor, kein Wunder, daß angesichts der Schmerzen der Kopf sich automatisch nach vorne neigt.

So auch beim Stier, die bewußt gewollte Körperhaltung dient dem grausamen Schauspiel, später gleichwohl, den Todesstoß zu versetzen. Wenn dann beim zweiten Teil des Stierkampfes die Banderilleros auftreten, um ihre mit bunten Bändern bestückten Spieße in den Rücken des immer wilder werdenden Tieres zu rammen, erreicht die schreckliche Show einen ihrer Höhepunkte vor dem letzten Teil.

Zugleich dürfen diese „feigen“ Banderilleros sich hinter einer extra bereitgestellten hölzernen Barriere schützen, während das hilflose Tier dem Spott der Zuschauer und weiteren verletzenden Stichen ausgesetzt leidet. Das Ganze wird beim Faena noch mit dem Tanz des Paso Dobles abgerundet sowie ganz gewissen Bewegungsabläufen und „Figuren“, die dem Kampf die Note einer Kunstrichtung verpassen.

Abschaffung dieser Stierkämpfe und erneut Schwerverletzte

Es waren die Kanarischen Inseln, die als erstes innerhalb Spaniens den Stierkampf verboten, seit 30. April 1991 regelt dies das entsprechend verabschiedete Tierschutzgesetz. Nach einer jahrelangen Bemühung schloß sich ebenso Katalonien an, ab 01. Januar 2012 greift das Verbot. Nach neuem Balearen-Gesetz dürfen Stiere auf Mallorca nicht mehr getötet werden. Das spanische Fernsehen überträgt nach zwischenzeitlichen Bedenken längst wieder Stierkämpfe.

Das letzte Mal vor 40 Jahren mußte in der spanischen Stierkampf-Hochburg, in der Arena von Madrid, ein Stierkampf abgebrochen werden, so wie vor fünf Jahren, weil alle Matadore aufgespießt wurden. Das Mitleid von Tierschützern dürfte sich hierbei in Grenzen gehalten haben, bedenken wir, welchem Leid die sogenannten Kampfstiere alljährlich ausgesetzt werden, nur damit Mensch seinen Spaßfaktor ausleben darf.

Dieses spanische Sprichwort sollte man schon neu überdenken, weil es nur zu deutlich aufzeigt, diese Tiere eben nicht verstanden zu haben:

„Um Stierkämpfer zu werden, muß man erst lernen, Stier zu sein.“

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Tierschutz/Tierrechte

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Dem Leben entgegensehen

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Haufenweise gute Ideen
wollen sie stets sehen.
Gar kein Problem,
bei soviel Geld angenehm.
Wird prompt geschehen,
auch ohne ihr Flehen.

Stückchenweise sie kommt ans Licht,
nicht nur hier in diesem Gedicht.
Die Wahrheit zu finden, darauf erpicht,
egal ob manch kleiner oder großer Wicht.
Genau, solch Ziel hat sein Gewicht,
schön, daß man es anspricht.

Welch interessante Weise
offenbart sich da ganz leise.
Auf daß man Liebe anpreise,
man fährt auf sicherem Gleise.
Eine wunderschöne Reise,
von der Jugend bis zum Greise.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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