Nur der Hut fehlt

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Gern hätte ich sie mit Hut gesehen, einem mit breiter Krempe,
Katzenaugen spiegelten sich in der frisch gemolkenen Milch,
Gänse warnten vor jedem Wetterwechsel, vor jedem Fremden,
immer roch es nach verdampften Regen in der Sommerwärme,
selbst wenn der Schnee sich bis zum Küchenfenster türmte,
oft zerbrach das Sehende, wenn sie sprach, wenn sie sang,
nicht daß ihre Stimme sich fürchterlich anhörte, nein, nein,
das Bild verlor seine Einmaligkeit, wurde Fetzen, kein Gemälde.

Vogelzwitschern, Hundegebell, lautes Muhen, schnattern,
intensivierten das Geschehen, vergessen der fehlende Hut,
sie ging so majestätisch, am liebsten sah ich sie seitlich von oben,
der Kirschbaum bot genügend Schutz mit seinen vielen Blättern,
ich verbot mir, mich an ihrem hellen Glöckchenlachen zu stören,
wir hatten nie eine kleine Chance, uns persönlich zu begegnen.

Ich springe in keine Pfützen, um Schlammwolken zu versprühen,
die Farbe des Hutes mit breiter Krempe hätte sie aussuchen dürfen.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Kurzgeschichten

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SPD auf bestem Weg ins Abseits

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Weder Gabriel, Nahles noch Scholz werden’s richten

Wenn obendrein noch Altkanzler Schröder seinen unwichtigen Senf dazugibt, dürfen sich die Sozialdemokraten nicht wunden, daß ihre Talfahrt erst recht rasant zunimmt. Die älteste Partei im Deutschen Bundestag hat in den letzten Jahren vieles versäumt und erst recht verkehrt gemacht.

Mit die schlimmste Entscheidung war die sozialrassistische Hartz-IV-Gesetzgebung des damals verantwortlichen Gerhard Schröder, der heute altklug meint, er müsse seinen Genossen und Genossinnen über den Mund fahren. Eine SPD-Chefin wie Andrea Nahles wagt gar nach den Attacken aus der SPD die Betonung, sich die Kanzlerkanditur zuzutrauen. Ihr gutes Recht, doch nehmen ihr das die Wenigsten ab.

Mit dem Hochmut kommt der tiefe Fall

Was keineswegs aus heiterem Himmel geschieht, schließlich konnte schon vor der letzten Bundestagswahl die nach außen hin zur Schau getragene Geschlossenheit beim SPD-Parteitag die Demontage nicht verbergen. Beim anschließenden Ringen um die Regierungsbildung versagten letztlich alle beteiligten Parteien.

Am Ende wurde sich für die dritte GroKo mit Angela Merkel entschieden, was sich bis heute als unglücklichen Mißgriff herausstellt. Zur Halbzeit kann niemand wirklich eine tolle Bilanz ziehen, auch wenn das hie und da versucht wird. Bereits die neuliche Meldung, Olaf Scholz möge sich eine Kanzlerschaft vorstellen, sorgte für entsprechendes Gelächter, bei Andrea Nahles schaut’s nicht viel besser aus. Sigmar Gabriels Kritik ob ihrer „Basta“-Entgleisungen haben durchaus Berechtigung, trotzdem würde auch der Kohlebefürworter keine glückliche Figur als möglicher Gegenkandidat zur Union machen.

Sonntagsumfragen verheißen nichts gutes für die Sozen

Mit Blick zur Bundestagswahl, die offiziell erst in über 2,5 Jahren stattfinden soll, würde die SPD nicht mal die Hälfte der Stimmen der Union erreichen mit 14,5% laut INSA, hingegen die Grünen 4 Prozent mehr erhielten, eine AfD knapp hinter der SPD als vierte Kraft sich einreihen müßte, während Die Linke immerhin gen 11 Prozent tendiere, sich von der FDP abhebe, die nur 8,5% der Stimmmen kriegen würde.

Erst recht bangen müssen die Sozialdemokraten bei bevorstehender Landtagswahl in ihrer bisherigen Hochburg Bremen, wo sie schon letztes Jahr zur September-Umfrage auf gleicher Höhe mit der Union lag mit 26% bei FGW Telefonfeld, das mag sich inzwischen nicht verbessert haben, wohl eher verschlechtert. Bis zum Wahltermin am 26. Mai verbleibt nicht mehr viel Zeit.

Wagt man eine generelle Prognose fürs Los der SPD, so schaut es ziemlich düster aus, am Ende könnte sie hinter den Linken bei 10 oder gar noch weniger Prozentpunkten landen, während jene AfD stärkste Oppositionspartei bliebe.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Raumwandler

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Er hinter seiner Tür
ohne Gespür.
Ich hinter meiner Mauer
auch nicht schlauer.
Im Geheimen lebt ein Ahne,
schwingt keine Fahne,
verborgen von dieser Welt,
ein magischer Held
oder Zauberin
in Blaugrün,
jedenfalls harmonisieren sie
mit viel Phantasie.

Ach, Liebes,
verschieb es,
das Sofa
vom Opa.
Kaum gedacht,
im Zimmer unten es kracht.
Katze randaliert,
nichts was mehr schockiert.
Trotzdem,
ich geh nachseh´n.
Überraschung Schatz,
das Sofa hat einen neuen Platz.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Trumps Rede bestätigt Kurs eigener Selbstbeweihräucherung

Frieden schaffen mit noch mehr Waffen?

Zu keinem Zeitpunkt wurde die Welt friedlicher mit einem zunehmenden Arsenal an Waffen. Wer derart argumentiert, blendet den Verlauf der Geschichte aus, was durchaus als reine Absicht gewertet werden muß. Das gilt insofern erst recht für jenen 45. US-Präsident.

In Donald Trumps gestriger Rede zur Lage der Nation behauptete er doch allen Ernstes, daß unter der Führung eines anderen Präsidenten die USA sich in einem Krieg gegen Nordkorea befinden würden, Millionen Todesopfer zu beklagen wären. Ewartungsgemäß beharrt er auf die Grenzmauer zu Mexiko.

Einwanderer sind von vornherein kriminell – Stacey Abrams streitet das ab

Erst recht ein Grund die Mauer zu fordern, wie The Donald anführt, eine Fortsetzung zur kürzlichen kläglichen Rede an die Nation, wo er argumentierte, sie solle „Liebe für das Innere“ symbolisieren. Ein Land wie die USA, das jahrzehntlang besonders in Mittelamerika interveniert und ausgebeutet hatte, trägt eine gewisse Mitschuld an den dortigen Mißständen, aber das blendet ein Herr Trump einfach gern aus.

Die Vorsitzende der Demokratischen Partei in Georgia, Stacey Abrams, die kürzlich bei der Gouverneurswahl knapp dem Republikaner Brian P. Kemp unterlag, betonte in ihrer Gegenrede, Amerika werde durch die Anwesenheit von Migranten gestärkt, nicht durch Mauern. Tom Perez, Parteichef der Demokraten, warf Trump eine „himmelschreiend spaltende Agenda“ vor.

Deutschland kommt Trumps Forderung nach

In dem es der Nato höhere Rüstungsausgaben verspricht. In den nächsten fünf Jahren soll der Wehretat auf 1,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts steigen, was bedeutet, daß über 60 Milliarden Euro jährlich bis dahin vorgesehen sein sollen. Wie das zu bewerkstelligen sein möge, darüber sei die Bundesregierung und die zuständige Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen sich noch nicht im Klaren.

Der kritische Brite würde dies mit rubbish kommentieren. Stimmt nämlich. Die verantwortliche Politik weiß sehr wohl, was das bedeutet: Kürzungen besonders im Sozialbereich. Da vermag Hubertus Heils Grundrente genau zum verkehrten Zeitpunkt vorgeschlagen werden. Absicht oder ein weiteres Zeichen für eine SPD, die ohnehin noch mehr Stimmen verliert? Die ach so christliche Union besteht auf Aufrüstung und Sozialabbau. Im Prinzip nichts neues, dennoch ein Armutszeugnis.

Im Grunde kuscht Deutschland vor Donald Trump und den USA, möchte mitreden bei der Nato, in einer Welt erneuten Wettrüstens, erst recht mit dem Ende des INF-Vertrags. Keine guten Aussichten.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Aufgewühlte Ruhe

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Es war ohne Traum, ohne Magie,
ohne Zwang, ohne Phantasie,
das Rinnsal stand quasi still,
Wind kräuselte ihn gegen seinen Will,
Blätter sammelten sich über den Winter
in einem Grasbündel, davor und dahinter.

Das Kind glücklich, verspielt, frei,
rührte in den alten Blättern wie in einem Brei
mit einem gefundenen morschen Stock,
er brach, für das Kind fast ein Schock,
nicht nur diesen Verlust es bemerkte, auch
ahnungsvolles Wissen aus dem Bauch.

Die Blätter wollten gemeinsam sich wärmen,
zusammen von Erinnerungen schwärmen,
waren miteinander lange befreundet gar,
der Haufen ihr geschütztes Zuhause war,
voll Unruhe schlug es Wellen mit den Händen,
fortgetrieben, und doch möge Kindheit nie enden.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Weltschmerz – eine kleine Reise voller Lichtblicke

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Melancholischen Gedanken folgend, das Sein neu strukturieren

Siehst du das Land der tausend Möglichkeiten, dich gänzlich ohne Scheu und Sorgen zu entfalten, während an dessen Grenzen bereits böse Mächte hausen, um es zu gefährden? Und du erwachst aus unruhigem Traum, um dich verwundert umzuschauen, findest keinerlei Indizien, was den Schlaf wohl gestört haben mag, zumal in Wirklichkeit die Welt sich gleichmäßig dreht, Mensch Zwietracht sät.

Zur gleichen Zeit weit entfernt im Schlafsack eine Reisende nach oben starrt, lauschend die Umgebung erfaßt, die erfüllt von unbekannten Lauten tierisch-nächtlicher Gestalten. Obwohl schon länger in dieser Wildnis unterwegs ihr dennoch stets ins Bewußtsein rückt, wie klein doch des Menschen Macht, wenn er einmal unbedacht ins Leere greift, weil er unaufmerksam abgelenkt in Überlegungen versank. ‚Drum sei immer allgegenwärtig möglichst hellwach, bevor mit Ach und Krach dein Leben an einem seidenen Faden hängt‘, ihr sich beim Liegen dieser Gedanken aufdrängt.

Mitten in der Großstadtmetropole eines westlich orientierten Industriestaates schlendert äußerst lässig eine Gruppe Jugendlicher fröhlich lachend, teilweise entrückt und berauscht, eine belebte Straße entlang. Der Verkehrslärm bestimmt die grell erleuchtete Szenerie, überall durch das kurze Hupen mancher Autos begleitet, hoch oben im dunklen Nachthimmel ein Helikopter kreisend seine Bahnen zieht. Plötzlich zwei Gestalten aus dem Nichts die jungen Menschen bedrängen, ihnen mit Schußwaffen zu verstehen geben, sie mögen sich der Länge nach hinlegen, um im nächsten Moment sie auszurauben. Nach wenigen Augenblicken die Diebe verschwinden, der Hubschrauber, der das Ganze filmte, möge sie gezielt finden, lautet der Befehl einer eintreffenden Funkstreife.

Melinda und Tobias sitzen engumschlungen auf großer Couch, vor der Flimmerkiste einer Komödie folgend, die sie in den Bann gezogen. Irgendwann der Film in den Hintergrund rückt, sie völlig entzückt sich ihrem Liebesspiel hingeben, auf Wolken schweben, die allen Menschen begegnen, die jene Gefühle hegen. Ach, wie schön kann diese Nähe sein, die nicht nur zum Schein uns begleiten möchte, um trotz mancher Sorgen am nächsten Morgen uns Hoffnung zu geben. Ja, so ist das Leben, in dem ein Aufwärtsstreben zunächst eine gezielte Option verheißt, selbst wenn deren Weg eigentlich fragende Bedenken über Bord schmeißt.

Was unternimmt Mensch nicht alles, um möglichst einfach Widrigkeiten zu entweichen, um seinesgleichen gar zu verleugnen? Hauptsache er steht im günstigen Licht, da zählt kein Gewissen trotz Jüngstem Gericht. Der Glauben ohnehin unwichtig in einer Welt voller Versuchungen, das Glück auf irgendeine Weise zu erhalten. Was interessiert dabei ethisch-moralisches Verhalten? So denkt mancher Geselle, der auf die Schnelle zu Anerkennung kommen möchte, vergißt, was eigentlich seinem Weg entspricht.

Dort, ein Hoffnungsschimmer, ein strahlendes Licht, welches uns das Ende des Tunnels zeigt. Folgen wir ihm, seien nicht abgeneigt und verbeugen uns voller Demut – alles wird gut.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Eins, zwei, drei, vier Eckstein

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Ich sitze auf der Rampe, nicht im Licht,
im Schatten, da sieht man mich nicht.
Früher bin ich auf einen Baum geklettert,
das galt als unfair, haben sie gewettert.

Langsam schlafen meine Beine ein,
in der Hocke, auf Dauer nur noch Pein.
Auch stinkt es hier nach faulem Obst,
erinnert mich ein wenig an Apfelmost.

Hunger fühl ich plötzlich ganz arg,
ich will nicht sterben in diesem Grab.
Dunkel ist es auf der Bahnhofsrampe,
auf dem Vorplatz flimmert eine Lampe.

Wieder bin ich nicht gefunden worden,
sicher macht sich Mutter schon Sorgen.
Im Verstecken bin ich der absolut Beste,
hoffe, Papa freut´s und haut nicht so feste.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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