Nicht eingeschüchtert

https://pixabay.com/de/stahl-stahltr%C3%A4ger-metall-industrie-1930667/

pixabay.com

Gefallen
In der Not
Ohne Hinterfragung
Gesprächen gelauscht
Alles zu aufgebauscht

Entstanden
Aus Verlegenheit
Mit voller Absicht
Das Glas zerbrochen
Unterm Stein verkrochen

Zu Ende gedacht
In dringender Notwendigkeit
Ganz besonders zielstrebig
Veränderung verlangt
Seither man bangt

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , | 1 Kommentar

Julia Klöckners Kurs auf selbstverpflichtete Freiwilligkeit

https://pixabay.com/de/lebensmittel-candy-soda-pop-limo-988494/

pixabay.com

Keine gesetzliche Maßnahmen für die Lebensmittelindustrie

Das Zynische dabei, Marius Müller-Westernhagens Song Dicke muß man als aktueller denn je betrachten, wer das dramatisch lasche Verhalten der Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner, beobachtet, die vor kurzem im Bundeskabinett die „Nationale Reduktions- und Innovationsstrategie für Zucker, Fette und Salz in Fertigprodukten“ beschloß. Ihre Reduktionsstrategie: „Bitte bitte weniger Zucker, wie Foodwatch anmahnt.

Natürlich kann es damit keineswegs getan sein, seit wann läßt sich diese Lebensmittelindustrie mit all ihrer Kaltschnäuzigkeit durch halbherzige Appelle real beeindrucken? Erst Frau Klöckners neuliche Ankündigung, eben keinen Haltungskompaß für Frischfleischprodukte gesetzlich zu fordern, schlägt jetzt beim Thema schädliche Auswirkungen durch Zucker und Fette in dieselbe Kerbe. Was interessieren schon betroffene Menschen, Hauptsache die Lebensmittelindustrie bleibt verschont.

Mediziner werden einfach ignoriert

Allerdings schon ziemlich lange, weil das Wissen um die Schädlichkeit von Zucker und Fett sowie Übersalzung ist nichts neues, was bereits früher bekannt, wurde obendrein wissenschaftlich erst recht bestätigt, während die Lebensmittelindustrie nonchalant Verbraucher gern täuscht, denken wir z.B. an die Pseudo-Ampel.

Mit einer halbherzigen Reduzierung von Zucker in Produkten wie Frühstücksflocken oder Limos kann es keineswegs getan sein, weil immer noch viel zu viel Zucker enthalten bleibt, die Gesundheit der Verbraucher gefährdet. Ganz besonders eine geschickt verharmlosende Werbeindustrie tut ihr übriges, um z.B. Kunden mit Lightprodukten zu täuschen.

Was die Politik versäumt, soll der Verbraucher selbst hinkriegen?

Wenn das mal so einfach wäre. Selbstverständlich kann man die Mündigkeit von Verbrauchern kritisch betrachten, in Frage stellen, wieso trotz anhaltender Aufklärung weiterhin blauäugig nahezu blindlings der Lebensmittelindustrie mit all ihren werbewirksamen Verheißungen vertraut wird.

Andererseits hat gefälligst eine Frau Julia Klöckner ihren Job wesentlich ernster zu nehmen. Mit ihrer Politik der Freiwilligkeit wird sie nicht weit kommen, die Lebensmittellobby verhöhnt eher ihre Kunden, wertet den Kurs der Bundesministerin als nettes Geschenk, als Aufforderung, auf dem richtigen Weg zu sein.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Verbraucherschutz

Veröffentlicht unter Verbraucherschutz | Verschlagwortet mit , , , | 1 Kommentar

Volle Koffer

https://pixabay.com/de/blase-seifenblasen-bunt-schillernd-1891638/

pixabay.com

Wo sind sie, die Träume der Kindheit,
die Wünsche die unerfüllten,
für die man Berge erklimmen wollte,
Feuer entzünden,
das weit übers Land strahlen sollte,
damit jeder sich daran wärmte,
ein Licht, das Finden nicht erschwerte,
das dem Leben nahm die Härte?

Liegen sie in Koffern, Kisten, Schuppen, Villen
die einstigen Vorstellungen,
vermodernd unter dem erwachsenden Willen,
der die Phantasie als Humbug deklariert,
als kindliche Marotte die Utopien bewässert,
der Unsinn, der sich verweigert, nicht pariert,
Ballast, der erschwert die Realität,
Frau, Mann nicht mehr Karussell fährt?

Eben noch waren die Seifenblasen hier,
die spiegelnden, gläsernen Wunderwelten,
das Alter reflektiert die Zeit minimiert.
Mit ein wenig Kinderzauber, gepreßt zur Seife,
nicht um Hände in Unschuld zu waschen,
lassen sich alte Träume im Koffer haschen.
Dürften Märchendrachen, Feen ständig fliegen,
die Lebensschwere wäre ferngeblieben.

Nafia

Kategorie: Gedichte

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Die Rolle der Vorbildfunktion gerät ins Wanken

https://pixabay.com/de/mick-jagger-rolling-stones-konzert-421365/

pixabay.com

Jugend hinterfragt letztlich alles

Im Zeitalter der Globalisierung und des daraus resultierenden Internets wird es ganz besonders für die Jugend sehr schwer, sich an Vorbildern zu orientieren. Während es früher vergleichsweise wenig Auswahl an Personen gab, die man verehren und vergöttern konnte, herrscht heute ein Überangebot.

Die Medien haben hierbei ihren unbedingten Anteil, weil sie Stars, Sportler, Musiker und andere schillernde Persönlichkeiten in Zeitschriften, auf der Mattscheibe, im Internet präsentieren können, wobei die Vielfalt nahezu grenzenlos zu sein scheint. Doch was beflügelt eigentlich insbesondere junge Menschen, sich an Vorbildern zu orientieren?

Von der primären Bezugsperson bis hin zu Vorbildern

Außer Frage, zunächst benötigt der geborene Mensch die Hilfe seiner primären Bezugsperson, das sind in der Regel die Eltern, durch das unreflektierte Nachahmen werden erste wichtige Voraussetzungen geschaffen, um überhaupt das physische Leben selbst zu begreifen. Doch im Laufe des Heranwachsens suchen wir unsere Vorbilder selbst aus, verlassen das wohlbehütete Nest des Elternhauses, wobei bei entsprechendem Gegendruck der Eltern oder der Schule an die Jugend, in dem man ihnen vorschreiben möchte, mit wem sie sich zu identifizieren haben, oftmals das Gegenteil erreicht wird.

Jugend muß sich die Freiheit der Auswahl selbst gönnen dürfen. Gleichzeitig sollten sich Eltern und Lehrer von der manchmal einfachen Vorstellung, daß die Eigenschaften bestimmter Vorbilder eins zu eins auf die Jugendlichen übergehen können, ganz schnell verabschieden. Die menschliche Psyche darf man eben nicht so einfach „gestrickt“ sich vorstellen, es spielen hierbei ganz viele Faktoren eine große Rolle, vor allem in einem komplizierten Prozeß der Selbstfindung, in dem sich alle Heranwachsenden befinden.

Einerseits müssen wir unterscheiden zwischen den idealisierten Wunschvorstellungen der Eltern und Lehrer, ihre Schutzbefohlenen in eine Welt entlassen zu wollen, in der sie zurechtkommen sollen ohne Drogenprobleme, mit Ehrlichkeit und Einsatzbereitschaft, einer gewissen Ordnung, hervorgerufen durch Normverhalten und den rebellischen Gedanken, die Jugendliche nun mal hegen. Geschieht diese Phase in einem gesunden Verhältnis, wobei neben der nicht gestörten Kommunikation als wichtigste Voraussetzung selbstverständlich auch entsprechende Zeit und Bereitschaft von allen Beteiligten vorhanden sein sollte, mag das funktionieren. Doch die Wirklichkeit manch zerrütteter Umstände bestimmt viel eher den Alltag.

Müssen wir uns von Vorbildern verabschieden?

Das kann niemals geschehen, weil Jugend sich eben keine Vorschriften machen läßt. Früher zierten Che-Guevara-Poster die Jugendzimmer oder eben Poster von Rockbands wie CCR, The Rolling Stones oder auch Sportlern wie Michael Schumacher. Die unmittelbaren Bezugspersonen können eben nicht als Vorbild herhalten, weil deren „Macken“ und Schwächen durchschaut werden, dann müssen es halt „unerreichbare“ Stars sein.

Vergessen wir hierbei nicht den Einfluß von negativen Vorbildern, ob es sich um den Bandenchef einer Gang handelt, wo völlig normal extreme Gewalt ausgelebt, in der Gruppe gern über die Stränge geschlagen wird bis hin zu extrem politischen Gruppierungen der rechten und linken Szene. Wer sich an Vorbildern klammert, und das machen nicht automatisch alle Jugendlichen, der stellt zunächst sich selbst und sein eigenes Verhalten in Frage. Genau dann wird hilfesuchend nach Vorbildern Ausschau gehalten, was somit ganz wichtig und hilfreich sein kann in der persönlichen Entwicklung.

In einer Gesellschaft, in der die Familien damit beschäftigt sind, halbwegs unbeschadet zu überleben, wenn wir an die stetig steigende Armut hierzulande denken, das gilt somit ebenso für die vielen Niedriglohnempfänger, die unteren Einkommen, müssen wir uns nicht wundern, wenn das Elternhaus seinen Kindern bereits keine Vorbildfunktion vorleben kann, zu wenig Werte vermittelt werden, sie sich oftmals selbst überlassen sind. Schlüsselkinder nennt man sie. Und was unternehmen desorientierte Kinder und Jugendliche? Sie suchen sich Vorbilder, bei denen sie Halt bekommen, wo sie aufschauen können. Ob es ihnen tatsächlich weiterhilft, bleibt mal dahingestellt. Betrachten wir uns eine latent vorhandene Zunahme der Gewaltbereitschaft quer durch sämtliche Bevölkerungsschichten, muß man das leider bezweifeln.

Als Fazit kann man nur bemerken, daß Vorbildfunktion als erzieherische Methode nicht greifen wird, sondern viel eher ein behutsames Ausloten zwischen der Jugend und den Eltern und Lehrern in der Alltagspraxis Anwendung finden sollte, wobei sich die gesamte Gesellschaft schon fragen muß, was sie selbst dazu beitragen kann, um das Leben wieder sorgenfreier und lebenswerter zu gestalten. Denn eine humanere Gesellschaft bringt natürlich mehr positive Vorbildpersönlichkeiten hervor, so daß negative Einflüsse kaum eine Chance erhalten.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

Veröffentlicht unter Gesellschaft | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Chancenlos – wie von Sinnen

https://pixabay.com/de/kette-gebrochen-gebrochene-kette-1623322/

pixabay.com

Wohlernährt, bequem und träge sitzt er gut,
der altbekannte Konsument.
Aber man kann ihm nur raten: „Sei auf der Hut,
weil Gewissenlosigkeit sich total verrennt.“

„Wie mag dies wohl zu verstehen sein?“,
zugleich die erstaunte Frage gestellt.
„Nun, da bist du halt dann ganz allein,
wenn das System auseinanderfällt!“

Drum sollte sich ein jeder eingestehen,
wer heute noch die Gelegenheit hat,
Zusammenhänge wirklich zu sehen,
bevor es bald lautet: Schach und matt.

Manch mediale Zeitgenossen
sich verkauften wie billige Anstandsdamen,
oftmals komplett übers Ziel hinausschossen,
egal von welch seriösem Blatt sie kamen.

Da sitzen sie nun, in trautem Einvernehmen,
gehorchend, was Obrigkeit ihnen sagt:
bucklig sich verbiegend, ohne sich zu schämen,
völlig egal. Niemand Widerspruch wagt.

Am Ende bewegt sich kaum noch was,
weil die da unten darben, die da oben siegen,
die einen leiden, andere sich vergnügen vor Spaß.
Warum das Ganze? Sie können nie genug kriegen!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Blick zurück voller Zweifel und Wehmut

https://pixabay.com/de/h%C3%A4nde-miteinander-handschlag-geben-1947915/

pixabay.com

Zukunftsaussichten verheißen Handlungsbedarf

Splitter überall, ob Glas, Holz oder Kunststoff, im schrecklichsten Fall folgt heftiger Zoff. Was treibt Menschen an, dermaßen hart aufeinander loszugehen? Rückbesinnung irgendwann, was war geschehen? Meldungen jagen rasend schnell weltweit um den Globus, und doch leben viele noch im Überfluß, so als ob Ressourcen ewiglich sich schöpfen lassen, während Geblendete dabei total vergaßen, die richtigen Konsequenzen zu ziehen, manche daher nur noch in Traumwelten fliehen.

Ständiger Raubbau fordert seinen Tribut, es wird nichts einfach von selbst für uns gut, weil in Sicherheit wiegende Stimmen viele Gefahren nicht wahrhaben wollen. Da hilft kein wahlloses Erklimmen von noch mehr Ausbeutung, wenn viele längst die Erkenntnis tiefgreifender Bedeutung erlangt haben. Wollen Beherzte es daher wagen, der verkehrten Politik Paroli zu bieten? Sie haben den Mächtigen vieles zu sagen, lassen sich nicht länger behandeln wie Nieten.

Revolution in anderer Form dem Diktat weiterhin trotzt? Da nützt es wohl kaum, wenn die Elite motzt, bestimmte Bürger eine vorgeschriebene Norm verlassen. Auch wenn immer mehr Gruppen sich gezielt hassen, weil es von oben diktiert so gewollt, am Ende manch wacher Geist uns in die Realität zurückholt. Die da lautet, rechtzeitig klügere Wege einzuschlagen, es notwendigst zu wagen, den Weltenlauf in eine gesunde Richtung zu lenken. Niemand hat was zu verschenken, doch wenn gerechte Verteilung nicht endlich eintritt, dieser äußerst wichtige Schritt, dann setzen Profitgierige ihr Schandwerk schamlos fort, dulden Zerstörung und millionenfachen Mord.

Blick zurück voller Zweifel und Wehmut wird nicht reichen, die Brut dieser bösen Saat will keineswegs weichen. Funktionierte doch bisherig reibungslos in ihrem Sinn, was interessiert sie all das Leid, wenn sie sich erfreuen an ihrem Gewinn. Für Nächstenliebe verbleibt kein Platz, sie erkennen mitnichten den wichtigsten Schatz, nämlich eine friedliche, gerechte Welt. Sie sehen nur ihr schmutziges Geld, welches ihre Macht stets hofiert, während die Mehrheit der Menschheit dahinvegetiert.

Wohlan, Bürger dieses Planeten, es ist die Zeit gekommen, andere Gefilde zu betreten. Jenen unvoreingenommen zu begegnen, die lediglich ihr Wohl im Auge haben, all jene zu segnen, die ein friedliches Miteinander wagen. Dies hat nichts mit Religion oder ähnlichem zu tun, sondern wer Änderung zum Besseren vorantreibt, wird nicht länger ruhen, bis das Bösartige für immer schweigt!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

Veröffentlicht unter Quergedachtes | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Angedacht

© Doris Mock-Kamm

Gelöscht das Bild,
auf dem das heimatlose Kind
in der Krippe der Tiere lag.
Armut vermag
entsetzen,
Gefühle verletzen,
Freude überdecken,
Wunsch sich zu verstecken.

Das Symbolische
verwandelt ins Diabolische,
Geschenke als Handel
für keinen Wandel.
Anmut erscheint verdächtig,
sinniere ich andächtig.
Gelähmte Stille als Verlegenheit,
nein, Bild neu erstellen, höchste Zeit.

Nafia

Kategorie: Gedichte

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar