Österreich: Rechtspopulistisches Einerlei mit Möchtegern-Orbán Kurz

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Solidarität auf die Straße bringen – das Motto der Demo am Wochenende

Er schaut drollig drein mit seinen übergroßen Ohren und dem Schwiegermuttergesicht, genauso als ob er keiner Fliege was zuleide tun könne, nur mit dem Unterschied, daß Äußerlichkeiten sowieso trügerische Meinungsmache sein mögen, dennoch jener Möchtegern-Orbán, Sebastian Kurz, gleichwohl Salvini oder Trump alle Ehre macht. Gemeinsamkeit betrifft den unübersehbaren Nationalismus als auch die Kaltschnäuzigkeit, Sozialabbau im großen Stil voranzutreiben.

Was eine etablierte neoliberale Politik ohnehin schon seit Jahrzehnten stückchenweise ihren Bürgern zumutet, diese weiterhin schön brav demokratisch wählen, damit sie ihr asoziales Machwerk fortsetzen mag, leisten jene Rechtspopulisten wesentlich dreister und unerschrockener. Die junge Welt spricht vom heißen Herbst bei Schneetreiben im meteorologischen Winter in Österreichs Hauptstadt Wien, wo am Samstag an die 50.000 Menschen gegen Österreichs Rechtsregierung demonstrierten.

Was die Franzosen versuchen, hat in Österreich kaum eine Chance?

Während Emmanuel Macron noch neu im politischen Geschäft unterwegs ist, tummeln sich in Wien im Vergleich alte Hasen, selbst mit diesem jungen Sebastian Kurz, der entscheidend mit dazu beitrug, daß Österreich im rechtsradikalen Pomp versinkt, schließlich arbeitet er eng mit jenem Heinz-Christian Strache zusammen, bekannt für dessen Standpunkte aus dem Neonazi-Umfeld.

Rassistische Entgleisungen sind längst in Österreich an der Tagesordnung, sowieso allerorten spürbar, so darf man sich auch nicht wundern darf, daß amerikanische Verhältnisse im Gesundheitswesen angestrebt werden, Hauptsache man gönnt seinesgleichen entsprechende Steuergeschenke. Parallelen andernorts kommen da einem zugleich in den Sinn, oder?

Ob dies auch zu einer härteren Protestkultur à la Gelbwesten wie in Frankreich führt, bleibt mal dahingestellt. Im Lande des Adolf Hitler scheint Duckmäusertum immer noch weitverbreitet, anders lassen sich bestimmte Verhaltensmuster wohl kaum erklären.

Vernetzung untereinander unbedingt empfehlenswert

Dennoch könnten die Betroffenen sich zusammenschließen, vernetzen, wenn sie denn Mittel und Wege finden, dies in die Tat umzusetzen. Insofern eine deutsch-französisch-österreichische Bewegung mit dem Ziel, all jene eigentlichen Schmarotzer an den politischen Pranger zu stellen, sie ohne wenn und aber zu benennen? Ihre Schandtaten willkürlicher Sozialkürzungen bei gleichzeitigen Steuergeschenken Gutverdienenden gegenüber?

Demos sind keineswegs eine Schande, Herr Strache! Sie sind immer ein demokratisches Mittel der Äußerung, des Unmutes, den unter anderem Sie selbst mit verursacht haben, daher auch die Einbußen des Ihnen so wichtigen Weihnachtsgeschäftes.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Klack, klack, ich hab´s erfasst

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Klack,
Vorteil verschafft.
Klack, Klack,
dem Ziel nähergebracht.
Klack, Klack, Klack,
drei aus dem Rennen bugsiert.
Der Blick ab nun wie hypnotisiert.

Ein Klack,
der Gewinn liegt nah.
Ein Klack und noch ein Klack,
Mist, uneben die Fläche war.
Ein Klack, Klack, ein Klick,
Konzentrier dich, Sieg war fast da.
Puls rast, Platz verschwindet im Nirwana.

Der Klack,
wär doch gelacht!
Der Klack, der daneben klackt.
Alle Sinne sind aufgewacht!
Der Klack, das Geklacke, die Klackerei,
alle Murmeln sausen querfeldein.
Albernes Spiel! Meine Power liegt eh im Bein!

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Haltungskennzeichnung für Fleisch: Julia Klöckner setzt auf Freiwilligkeit

Kein Haltungskompaß für alle Frischfleischprodukte in Sicht?

Wen interessieren schon die Belange der Verbraucher, Hauptsache diese konsumieren die feilgebotenen Waren, genauso ticken Lebensmittelindustrie und Politiker, um möglichst profitabel abzuschneiden, sich selbst zu beweihräuchern. Hinzu kommt eine schier unsagbare Unfähigkeit, weil so mancher Posten besetzt wird, der seiner Verantwortung nicht gerecht wird, obendrein halbherzig wichtige Einwände einfach ignoriert.

In diesem Fall betrifft es Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner, die eine weitere freiwillige Haltungskennzeichnung für Fleisch vorschlägt. Greenpeace protestiert zu Recht aufs Schärfste, fordert sie auf, „Wo Tierleid drin steckt, muss Tierleid drauf stehen!“ Was wenigstens Lidl praktiziert mit einem Haltungskompaß für alle seine Frischfleischprodukte, beherzigten auch andere Supermarktketten, Edeka ignoriert dies.

Nutztierhaltung ohnehin ein Widerspruch – Tierleid interessiert mitnichten

Der Tierschutz kann prinzipiell einer genaueren Betrachtung nicht standhalten, wird ständig mißachtet, muß man insofern als eine perfide Rechtfertigung werten. Selbstverständlich schauen Veganer und Vegetarier genauer hin, erfreulicherweise auch Menschen, die zwar Fleisch verzehren, aber darauf bestehen, daß Tiere nicht leiden müssen. Belassen wir es dabei, da Nutztierhaltung eigentlich ein Widerspruch in sich ist.

Doch wie verhalten sich all jene Verbraucher, die gedankenlos Fleisch und Wurst in sich hineinstopfen, denen es scheinbar völlig egal ist, ob die Tiere vorher mal gelitten haben? Eine derartige Ignoranz muß man nicht nachvollziehen. Allerdings die Haltung betreffender Lebensmittelfirmen, Landwirte und verantwortliche Politiker.

TTIP, BASF und Pestizide im ökologischen Landbau stören nicht weiter

Soweit die Standpunkte jener Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft im Kabinett Merkel-IV, Julia Klöckner leitet es seit 14. März 2018 wie zuvor ihre Kollegen/innen Christian Schmidt, Hans-Peter Friedrich und Ilse Aigner die zurückliegenden zehn Jahre.

Auffällig dabei der Schulterschluß mit gefährlichen Stoffen, Tierleid und Ignoranz Verbrauchern gegenüber, wenn man an das leidige TTIP denkt. Letztlich nicht verwunderlich, schließlich absolvierte sie das Young Leader Program des American Council on Germany, ein Partnerprojekt der Atlantik-Brücke. Sie scheint kein Problem damit zu haben, daß in speziellen Fällen Pestizide im ökologischen Landbau eingesetzt werden dürfen, wie sie in einem Interview bekundete. In diesem Kontext braucht man sich nicht wundern, daß sie als Bundeslandwirtschaftsministerin eben nicht auf eine Kennzeichnung von Tierhaltung besteht, vielmehr auf Freiwilligkeit setzt.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Verbraucherschutz

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Methodisch abgrasen

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Weidlich traurig,
es ist irrig,
es ist so leicht,
mit Mißtrauen
wurde schon
vor Urzeiten
Angst in die Herzen
geschweißt.

Geformt sind schnell
Geister,
im Wissen
die Meister,
Geheimnisvolles
der Kleister,
wie sie sich gleichen
die Sprachen
von früher
und heut’,
die durch die Straßen
schleichen.

Reichlich verrückt,
Vertrauen erhält,
wer am besten
die Gemeinschaft
mit Panik zerpflückt,
Vermutungen
ausschmückt
mit Ungeheuerlichkeiten,
so denkt man
seit allen Zeiten,
ist Wahrheit bestückt.

Auf diese Art wird
immer schon
Vernunft abgeweidet,
weil Mensch
an Egoismus leidet,
ihn für sich selbst
gern meidet,
aber im Schatten
von Götzen
deren Gunst ableitet.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Frankreich nur ein Exempel für Randale und Revolte?

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Der Gag der Woche – oder wieso man vieles ernst nehmen sollte

Heute die Gelbwesten, morgen die Rot- und im Anschluß die Braunwesten? Das Ganze im äußersten Westen des europäischen Westens, in dem Land, wo der Sturm auf die Bastille 1789 der Welt verdeutlichte, wie weit Revolution gehen kann? Nachdem der Adel von dannen gejagt, setzte sich Napoleon Bonaparte an die Spitze, um schließlich als erster Konsul gut zehn Jahre später zu regieren.

Ein Verrat ursprünglicher Ideen, weil er schon fünf weitere Jahre später sich selbst zum Kaiser krönte! Eine Verhöhnung sondergleichen. Die Franzosen täten gut daran, dies niemals zu vergessen, sich zu erinnern, besonders in den zurückliegenden vier Wochen, wo doch die Mouvement des Gilets jaunes durch die großen Städte der Grande Nation stolzieren, um Emmanuel Macron herauszufordern, der mit seiner Bewegung En Marche! meinte, er könne die Menschen im Lande beeindrucken. Da verpaßte er eher etwas, nämlich soziale Not zu berücksichtigen.

Kleine Eingeständnisse vermögen einmal losgetretene Randale und Revolte besänftigen? Wer kurz vor Weihnachten an den Weihnachtsmann glaubt, dem kann man auch nicht mehr helfen, gilt somit gleichwohl für jene Protestwelle. Chancen vorhanden, das Dilemma für alle zu beenden? Naturellement. Warum nicht den Reichen nehmen, was diese sich ohnehin selbstverständlich gönnen?!

Der brave Bürger zahlt Steuern, und die nicht zu knapp, aber eine Vermögenssteuer wurde abgeschafft. Welch Unsinn und gen himmelschreiende Ungerechtigkeit. Im Übrigen hierzulande die Birne ebenso veranlaßte. Eine Signalwirkung, sollte der bisher jüngste Staatspräsident dies tatsächlich erwägen. Der Konjunktiv verrät den hoffenden Strohhalm. Mit Blick zu Macrons Vita wohl eher unwahrscheinlich, wer wagt sich schon an diejenigen, die ihn zu dem schufen, was er darstellt? Einem aus der Eliteschule, einem Finanzinspektor und Investmentbanker?

Kurze Einsichten aus der Not erschaffen, mögen wohl eher verpuffen, wenn die Wogen sich glätten. Der Alltag darf dann wieder die Menschen vereinnahmen, sich durchzuschlagen, zu überleben, während es weiter gärt. Ob nun russische Einflüsse Gelbwesten unterstützen, Rechtspopulisten die Proteste gutheißen, nüchtern betrachtet waren es keine Millionen auf den Straßen Frankreichs, ein paar Hunderttausend. Dennoch sollte niemand deren Sympathiewerte innerhalb der Bevölkerung unterschätzen, zwischen 65 und 85 Prozent haben Meinungsforscher ermittelt.

Politik verkommt zusehends mehr, da trotz ihres freiheitlich demokratischen Anspruchs insbesondere Konzerne ihren Kurs diktieren, während die Bürger das Nachsehen haben, rücksichtslos eine latente Armut in Kauf genommen wird bei gleichzeitiger Zerstörung unserer Erde.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Proteste und Widerstände

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Glasfassaden

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Versteifte Glieder über Platzdeckchen,
ein Lächeln, Neugierde zu wecken,
Persönliches der Welt entgegenzustrecken,
langsam kauend das Teigschneckchen.

Einsamkeit entrinnt der verwundeten Zeit,
schleicht sich willenlos ins Geschehen rein,
verklebt die brüchigen Menschenreih´n
zu Dubletten einer befremdlichen Befangenheit.

Gekehrte Höfe in den aufgewühlten Herzen,
sie gehen, Glück in fünf Minuten gegessen.
An den Häusern verzweifelte Graffitifresken,
stumpfer Glanz, ausreichend zum Scherzen.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Heißzeit Wort des Jahres 2018

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In Fronkreisch herrschen schlimmere Zeiten als die Eiszeit

Also jetzt mal Butter bei die Fische, das schlägt doch dem Faß den Boden aus, was reitet da so manche Jury durch Nacht und Nebel geschwind? Es ischt die GfDS in Wiesbaden, die sich für Heißzeit als Wort dieses Jahres entschied, verwechseln Sie bloß net dieses „fD“ in einem anderen Kontext, jene Partei hat sowieso fertig.

Dem Klimawandel zolle man auf diese Weise Respekt, weil im laufenden Jahr es doch so trocken und heiß gewesen sein soll. Sprache sinnbildlich unberechenbares verdeutlicht, wobei besonders die Klimawandelleugner schwer beleidigt sich hintergangen fühlen werden. Allen voran jener blonde Dolle, der ohnehin jeden Anlaß nimmt, um Aufmerksamkeit zu erhaschen.

Gelbwesten mischen Fronkreisch seit einem Monat auf, Humpty-Trumpty meint, Gelbwesten würden gegen das Pariser Abkommen aufmucken, er hört gar Stimmen seinen Namen rufen. Ja, wo sind wir denn? Mr. Präsident per Halluzinationen unterwegs? Im Grunde nicht weiter verwunderlich. Was hierzulande als Heißzeit deklariert, der Franzose Eiszeit nennt, weil er das „H“ nicht aussprechen kann, wenn ein Vokal folgt. Ups, Verwirrung nimmt ihren Lauf.

Spekulationen ungeahnten Ausmaßes tun sich auf, am Ende schiebt der US-Choleriker den Franzosen die Schuld in die Schuhe, kurz vor dessen Amtsenthebungsverfahren, da Eiszeit mit Heißzeit zum Verwechseln ähnlich, er deshalb Krawalle mißgedeutet habe? Aber lassen wir das mal lieber, verrückt genug, was sich da auf weltpolitischen Parkett ergibt!

Letztjährig herrschte noch Einfallslosigkeit mit dem „Jamaika-Aus“ als Wort des Jahres. Seit wann taxieren die Menschen das Versagen deutscher Politik, die einer Beachtung bedarf? Bullshit, welches gleichzeitig die Dekadenz jener Jury widerspiegelt. Da bringt Heißzeit wenigstens mehr Elan auf, schläfrige Gehirnzellen zu mobilisieren. Im übertragenen Sinn blicken wir ohnehin heißen Zeiten entgegen, ob mit oder ohne Klimawandel.

Die einen schauen nach draußen, stellen fest, das Wetter ist, was es ist: kalt, warm, naß oder trocken, stürmisch oder Flaute auf hoher See. Die anderen bemerken zunehmende Wetterextreme, die keineswegs als normal zu werten sind. Menschenverursacht, da unsere Spezies den Hals nie voll genug bekommen kann, zumindest all jene, die am Rad der Ausbeutung drehen, wie sowieso seit jeher geschehen. Das will nur nicht jeder sehen.

Was nutzen weitreichende Erkenntnisse, wenn Ignoranz obsiegt? Sprache vermag Brücken zu bauen, Wege zu zeigen, inwieweit wir versagen, versäumen oder vor uns hinträumen, Beobachtungen in den Wind schießen, weil die Trägheit des Geistes zu vieles ausbremst.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

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