Er übers Wasser kam

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Die Welt,
der Wahn,
er übers Wasser kam,
triefend naß
war er nicht,
verschwitzt
a little bit,
gerötet die Haut,
schließlich war Sommer,
kein Nebeltag,
die Stimmung nicht düster,
erhitzt
eher die Gemüter,
seine Motoryacht,
mindestens fünf Meter,
das Hafenbecken
fast zu klein,
rückwärts fuhr
er deshalb rein.

Die Welt,
der Wahn,
er übers Wasser kam,
lud Leut´
ein zum Mitfahren,
viele ließen sich das
nicht zweimal sagen,
bei so heißem Wetter,
nothing is better,
than a Fahrt
über den See,
des hebt
die Stimmung,
vergessen
die Verspätung,
der Mann
gleicht einem Gott,
des isch so schee,
mit ihm uff´m Boot.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Jahrespressekonferenz im Kreml: Putins Worte in Gottes Ohr

Was der US-Westen keineswegs ignorieren sollte

Weltpolitik untersteht einer ganz eigenen Dynamik, wobei kein Staat wirklich behaupten kann, er würde das globale Geschehen kontrollieren oder gar beherrschen, selbst wenn jene USA sich gern in dieser Rolle wähnen. Unter Donald Trump dürfte dies noch unwahrscheinlicher sein, weil er bereits genug Schaden anrichtete, die Supermacht politisch zu isolieren, gleichzeitig die VR China und vor allem die Russische Föderation längst mitmischen.

Bei der gestrigen Jahrespressekonferenz im Kreml warnt Wladimir Putin vor wachsender Gefahr eines Atomkriegs. Aus dem Munde des russischen Präsidenten sollte dies uns Sorgen bereiten, gerade weil jahrzehntelang während des Kalten Krieges ein derartiges Szenarium uns alle nonstop bedrohte. Besonders der SPD unter Willy Brandt haben wir es zu verdanken, daß nicht dramatischeres geschah, Kohls Selbstbeweihräucherung zur Wiedervereinigung Deutschlands war peinlich genug, weil in erster Linie Solidarność und Michail Gorbartschow zu ihr beitrugen.

Einen Krieg Nato-Partner gegen Nato-Partner verhindern?

Wenn türkische Soldaten auf US-amerikanische oder umgekehrt in Syrien sich beschießen, dann kämpft ein Nato-Partner gegen einen anderen. Ein politisches NoGo, erst recht ein militärisches. Um dies zu verhindern, soll Donald Trump vor Erdogan kuschen, wie die Welt behauptet. Ist das wirklich so? Seit wann lassen sich die USA von der kleinen Türkei beeindrucken?

Taktische Spielchen kann man natürlich vermuten, denkt man an Trumps innenpolitische Haltung, besonders was seine eigenen Verfehlungen hinsichtlich des Wahlkampfes, der Medienbeschimpfungen anbelangt, andererseits haben natürlich andere Kräfte ein großes Interesse an Syrien, denkt man an den Iran und Russland.

Russlandsanktionen ein Klotz am Bein – Atomwaffenverbot keine Option mehr

Der Ukraine-Krieg fordert natürlich seinen Tribut, erst recht seit den jüngsten Ereignissen im Asowschen Meer und der Meerenge von Kertsch, Poroschenko erhofft sich die Unterstützung des US-Westens, während Putin immer wieder betonte, daß mit dem Regime in Kiew kein Frieden möglich sei.

Obendrein will er Russland zur Top-Wirtschaftsnation machen, die Konjunktur käme nicht in Schwung, was vor allem mit den Sanktionen der USA und Europas zusammenhänge. Doch dieser Kontext steht in Widerspruch zur atomaren Bedrohung, da ohnehin ein UN-Atomwaffenverbot ad absurdum zu führen ist. Die USA und Russland haben längst einen erneuten kalten Krieg zugelassen, insbesondere mit der Ankündigung Trumps, den INF-Vertrag zur Begrenzung von Kurz- und Mittelstreckenraketen zu kündigen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Hals- und Beinbruch

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Über den Zaun gelinst,
kein Hirngespinst,
Schule geschwänzt,
auf Stirn Schweiß glänzt,
im Ort gastiert ein Zirkus,
kein Halten mehr für Markus,
um Artisten zu sehen,
wird er jede Strafe durchstehen,
und tatsächlich,
seine Freude unaussprechlich,
die Trapezkünstler üben,
in Schüben
wird ihm heiß und kalt,
fast verliert er den Halt,
eine Frau, schön wie eine Fee,
schaukelt in unvorstellbarer Höh`,
läßt sich rückwärts gleiten,
ihre gekrümmten Knie, Sturz vermeiden,
pendelt kopfüber hin und zurück,
streckt die Beine, zum Glück
wird sie aufgefangen,
alles gutgegangen
bei den Artisten,
die täglich die Schwerkraft überlisten,
für den Markus allerdings gibt´s
die nächsten Wochen einen Gips
für seinen linken Arm,
die Erdanziehung hatte für ihn kein Erbarm`,
sie ließ ihn fallen, als er applaudiert,
Lernen als Strafe, er ohne Murren akzeptiert.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Jugend einem Albtraum einfallsloser Gleichgültigkeit ausgesetzt

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Ohne Perspektiven verschwinden klare Ziele

Im Grunde genommen beginnt die Zukunft im nächsten Moment, in wenigen Stunden und gar morgen. Im Hier und Jetzt vermögen wir lediglich gestalten, alles andere entspricht Visionen, Endlosdiskussionen über irgendwelche Vorhaben, die sicherlich schon wichtig sein können, aber eben nur ein Stückweit. Warum? Weil uns die Zeit davonläuft.

Wie kann das sein, wo doch Gott genug erschaffen hat von ihr, was bereits Heinrich Böll in seinem Irischen Tagebuch betonte? Aber weil Mensch dermaßen träge verharrend sein Leben unorganisiert im Rahmen seines begrenzten Horizonts zu meistern vermag, bedarf es all jener, die vielleicht entsprechenden Überblick erbringen. Falls nicht, kann Jugend in der Zukunft einem Albtraum einfallsloser Gleichgültigkei ausgesetzt sein, da ohne Perspektiven klare Ziele verschwinden.

Zwischen Perspektivlosigkeit und Hoffnung – eine Welt zu hoher Erwartungen?

Leistung bringen, eine Forderung, die tagtäglich die allermeisten Menschen versuchen zu verwirklichen, viele dennoch am fortlaufenden Druck scheitern, dem sie nicht gewachsen. Dem Hamsterrad einer Gesellschaft entfleuchen, die unreflektiert mit sich machen läßt, was Wirtschaftsmächte ihr im Berufsalltag diktieren? Und dabei soll Jugend sich bewähren, zwischen Persepktivlosigkeit und Hoffnung, in einer Welt zu hoher Erwartungen?

Vielleicht erinnern Sie sich noch an den Tod von Robert Enke, der als Hoffnungsträger im Nationalteam sich bereits befand, gar etliche Male Deutschland im Tor vertrat, und doch nahm er sich das Leben infolge von Depressionen, die ihn schwer belasteten. Am Ende ein Krankheitsbild der heutigen schnellebigen Gesellschaft, in der Leistung zuviel von uns abverlangt? Wir müssen davon ausgehen.

Auch der Leiter der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), Michael Schulte-Markwort, gelangt im kurzen Interview zum Schluß, daß ein erhöhter Leistungsdruck nicht ohne Folgen bleibt. Was schon im Buddhismus mit dem Gleichnis: „So wie oben, so auch unten“ versucht zwischen Mikro- und Makrokosmos zu unterscheiden, bzw. den gemeinsamen Nenner doch zu erkennen, gilt natürlich ebenso für unser kleines Leben in Familien wie im Großen. Weltweite Depression ein Spiegel dessen, was Mensch grundsätzlich belastet?

Back to the roots – zu weit entfernt oder in etwa eine Chance der Rückbesinnung?

Gerade die Jugend offenbart uns Erwachsenen doch, was die gegenwärtige Gesellschaft versäumt hat, welche Herausforderungen ihr begegnen, dies zu ändern oder zu verbessern. Daher muß sie stets ihre Grenzen ausloten, rebellisch gar überschreiten. Verpaßt sie es, entwickelt sich Jugend ohnehin sowieso in ihren eigenen Bahnen, wobei oftmals nach Jahren des Widerstands die Anpaßung erfolgt, junge Menschen auch nur sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten versuchen, Wege der Selbstfindung zu erlangen.

Zurück zur Leistung, die allgegenwärtig uns beschäftigt, viele Krankheiten zur Folge hat. Ein wenig weitergedacht, stellt sich schon die berechtigte Frage, für wessen Ziele all der Kampf überhaupt stattfindet. Ein Leben für „immer höher, besser, schneller oder gar reicher“ als andere, im Konkurrenzkampf behaftet, um am Ende an den überschrittenen Leistungsgrenzen zu versagen, weil Körper und Geist kapitulieren? Ist es das wirklich wert, was uns da seit Jahrzehnten eingeredet? Um es noch deutlicher zu benennen: weltweiter Raubbau, einhergehend mit maßlosen Überreichtum, dem Makrokosmos entsprechend, den Einzelnen beim Raubbau eigener Substanz (Mikrokosmos) ereilt, er zusammenbricht, während der Blaue Planet selbst kollabiert? Sehen Sie die Parallele?

Back to the roots, die geflügelte Formulierung, die nachdenkenswert daran erinnert, was Leben, Natur, Resepkt vor Mutter Erde bedeutet, uns warnen möge, daß wir jederzeit die Chance zur Rückbesinnung haben, obwohl schon so viel zerstört. Auch das müssen wir unserer Jugend vermitteln, mitgeben auf der Reise in der Gegenwart, weil Zukunft stets einer Vision gleicht.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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Eingefrorene Wärme

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Was blieb,
war Eigenheit,
wenn einstige Nähe
tief eingeschneit?
Schnoddrige Herzlichkeit,
liebevolle Strenge,
Momente des Verstandenseins
eingefroren im
See der Vergangenheit.
Kufenspuren zeugen
von lebhaften Tänzen,
gemalte Kreise,
eingefurchte Striche,
glatte Oberflächen
durch ständiges Streicheln,
um durch das Eis
in das längst Gewesene
zu greifen.
In Kälte erstarrt,
nur die Nase wagt
sich gegen die Verkrustung
zu wehren und tropft
sich frei vom Frost,
da beginnen auch
die Augen zu tränen,
tätscheln mit Wärme
die Haut, die erinnert,
spürt den Hauch
der einstigen
Verbundenheit,
die untrennbar
mit dem Geruch
der Mutter war.
Was blieb,
war Eigenheit,
was bleibt?
Der nährende Duft
deiner wärmenden Liebe,
die mein Herz aufweicht,
wie ein Sonnenstrahl
den Schnee vertreibt.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Memorandum of Understanding – ein Interview mit Bobby Langer

Visionen des Wandelbündnisses

Warum nicht eine Expedition in die Zukunft wagen? Klingt eher irrational oder verträumt? Genau so soll es sein, dachten auch die Teilnehmer der Initiative für ein Wandelbündnis, die vom 26. bis 28 Oktober in Salzbrunn stattfand und in einem Memorandum of Understanding gipfelte. Einen der Mitinitiatoren des Wandelbündnisses, Bobby Langer – er ist übrigens ein Gründer von ökoligenta –, konnten wir gewinnen, sich unseren Fragen zu stellen.

Lotar Martin Kamm: Diesmal habe ich mich mal kurzgefaßt, um gleich zum Thema zu kommen, welches durchaus überlebenswichtig für uns alle zu sein scheint. Schön, daß wir uns schnell einigen konnten, Bobby. Magst du in ein paar Sätzen die drei Hauptpunkte des Memorandum of Understanding zusammengefaßt skizzieren?

Bobby Langer: Das Memorandum, das übrigens nicht festgeschrieben ist, soll eine Grundlage für die Zusammenarbeit von Initiativen unterschiedlichsten Inhalts schaffen. Im ersten Teil geht es um die Art und Weise, wie wir zusammen unterwegs sind. Im zweiten Teil haben wir eine Wertegrundlage erarbeitet. Sie ist eine für die Kooperation unverzichtbare Grundlage. Im dritten Teil haben wir uns an ersten Zielformulierungen versucht.

Lotar Martin Kamm: Wenn ich mir die vielen Punkte vergegenwärtige, entsprechen sie ohne weiteres der Grundhaltung unseres Portals, stets das große Ganze des Weltgeschehens nicht aus den Augen zu verlieren im Kontext eines friedfertigen, kreativen Miteinanders. Dennoch tut sich genau damit die Weltpolitik ziemlich schwer. Viel zu utopisch, das Memorandum of Understanding, oder eher eine Riesenchance?

Bobby Langer: Ich denke: Was zu einem bestimmten Punkt in der Geschichte utopisch war, kann zu einem ganz anderen Zeitpunkt der Kipp-Punkt sein. Die Französische Revolution hätte noch 50 Jahre vorher nicht funktioniert. Aber mit der „Weltpolitik“ sehe ich das eher noch schärfer als du. Politische sowie Wirtschafts- und Machtstrukturen sind so eng miteinander verfilzt, daß sie kaum zu trennen sein werden.

Sie haben allerdings eine Schwachstelle: Das von ihnen für dumm gehaltene Volk, wir! Von diesem Volk wird erwartet, daß es sich doppelt dumm verhält: bei der Wahl an der Wahlurne und bei der Wahl an der Supermarktkasse. An der Urne – interessanterweise hat dieses Wort ja noch eine ganz andere Bedeutung – soll es einer Partei unsere Souveränität übergeben, und an der Kasse soll es eine Ware wählen, die nur einen Bruchteil dessen wert ist, was wir dafür bezahlen.

Aber vielleicht ist das Volk ja gar nicht so dumm und wählt eines Tages gar nicht mehr: weder eine Partei, die sie für dumm verkauft, noch Ware, die nichts wert ist. Erst heute habe ich einen aktuellen Aufruf von 94 britischen Wissenschaftlern zum zivilen Widerstand entdeckt. Schau mal hier.

Lotar Martin Kamm: Einer der wichtigen Punkte stieß mir besonders auf: Der Aufbau von Wirtschaftsstrukturen, die Gemeinwohl und sozioökologischen Reichtum in den Vordergrund stellen. Das bedingt aber auch, die derzeitigen Wirtschaftsstrukturen nicht nur kritisch in Frage zu stellen, sondern gezielt zu verändern bzw. manche abzuschaffen, weil sie zu aggressiv oder zerstörerisch sind?

Bobby Langer: Ganz genauso ist es. Eine Wirtschaft, die nicht dem Menschen dient, sondern nur dem exorbitanten Gewinn einiger weniger, hat meines Erachtens ausgedient. Nur acht Menschen besitzen so viel wie die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung; das muß man sich mal klar machen. Ob wir „für eine gute Welt für alle“ eines Tages alle kapitalistischen Strukturen werden kippen müssen, weiß ich nicht, ich bin kein Ökonom. Manchmal kommen die Dinge anders, als man’s erwartet. Momentan gibt es zum Beispiel Appelle der Großindustrie an die Regierungen, die Anstrengungen in Sachen Klimapolitik energisch voranzutreiben. Mit Idealismus hat das nichts zu tun, die Bosse fürchten ganz einfach, daß ihnen andernfalls die Grundlagen für ihre Milliardengewinne flöten gehen.

Lotar Martin Kamm: Die Hinweise auf die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen sind unbedingt naheliegend in solch einem Memorandum. Allerdings tauchen bestimmt manche Vorbehalte auf, zumal es angebliche Verstrickungen zwischen der UN und gewissen Lobbyisten des Großkapitals und Großkonzernen geben soll. Könnt Ihr solchen Bedenken den Wind aus den Segeln nehmen?

Bobby Langer: Nein, das können wir nicht. Wollen wir auch gar nicht. Die 17 SDGs haben einen Wert an sich, weil die UN damit erstmals weltweit wünschenswerte, gemeinsame Ziele formuliert hat. Unabhängig davon bleibt der Filz bestehen. Deshalb haben wir das ja nicht einfach nachgebetet, sondern nur als Inspirationsquelle – neben vielen anderen – genutzt, zumal uns die inneren Widersprüche der SDGs bewußt sind. Also nochmals: Gerade diesen Burschen muß man immer genau auf die Finger schauen – und notfalls auch klopfen.

Lotar Martin Kamm: Vernetzen ist ein notwendiges Muß, woran kein Weg vorbeiführt, alle tun es, auch im Negativen, daher besonders wichtig, will man viele erreichen und Gutes tun. Da könnte ich mir vorstellen, daß die Teilnehmerzahl relativ schnell anwächst. Das bedeutet entsprechende Vorbereitung. Wie seid Ihr darauf eigestellt, dies organisatorisch zu stemmen?

Bobby Langer: Ich muß hier nochmals betonen, daß es nicht um die Vernetzung um der Vernetzung willen geht. Vielmehr geht es um einen Strukturierungsprozeß. Wenn du so willst, wollen wir einen Dampfkessel bauen. Da ist nicht das Feuer das Entscheidende, sondern der Kessel. Ohne ihn könnte das Feuer zwar Wärme, aber keine Kraft entwickeln. Wir wollen den Akteur/innen des Wandels eine Struktur geben, damit sie sich untereinander unterstützen können und nach außen, in der Öffentlichkeit, sichtbarer werden.

Aber auch unter dieser Voraussetzung ergibt deine Frage natürlich Sinn. Angesichts der Tatsache, daß die erste Wandelkonferenz ja erst Ende Oktober 2018 stattfand, sind wir schon erstaunlich viele Leute: derzeit 57, von denen viele ein enormes Engagement zeigen. Wir organisieren uns über wechange.de, und zwar nach basisdemokratischen soziokratischen Prinzipien. Dabei gibt es keine Mehrheitsentscheidungen, bei denen Minderheiten einfach so weggeputzt werden. Vielmehr wird jeder gehört und ernstgenommen. Momentan haben sich sieben Kreise gebildet, deren VertreterInnen sich in einem Koordinationskreis abstimmen.

Lotar Martin Kamm: Zum Schluß des Interviews möchte ich dir noch Gelegenheit geben, unausgesprochenes hier zu erwähnen, all das, was dir so auf dem Herzen liegt.

Bobby Langer: Ich wundere mich immer wieder, wie einfach unser Zusammenleben sein könnte, wenn wir die einfachste aller Regeln beachten würden: „Behandle andere so, wie du selbst behandelt werden möchtest.“ Nun, wir wissen: Dem ist nicht so. Aber es liegt mir wirklich am Herzen. Das dahinter liegende Prinzip heißt „Respekt“. Der ist natürlich nicht nur seinen Mitmenschen zu zollen, sondern nach besten Wissen und Gewissen auch allen anderen Lebewesen auf unserem Planeten.

Ich bin mir sicher, daß wir gerade an einem Scheideweg angekommen sind. Der eine führt in Richtung Chaos, Ressourcenkämpfe und Bürgerkriege, der andere in Richtung geeinte Menschheit. Wenn nicht dafür, wofür sonst lohnt es sich zu kämpfen. Ich würde mich sehr freuen, wenn Leute Lust hätten, bei ökoligenta.de oder beim Wandelbündnis mitzumachen.

Lotar Martin Kamm: Ich danke dir für das sehr interessante, mutmachende Interview und wünsche dir und dem ganzen Memorandum als auch ökoligenta möglichst viel Beachtung und Erfolg, der wohl allen zugutekommen mag.

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Benebelter Genuss

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Sie lutscht einen Bonbon,
den gibt´s sonst nur in London.
Fruchtig, saftig, süß, honigmild,
ein Kreis, in der Mitte wie ein Bild
von schwimmenden Fischen im Teich,
Samen darstellend, keiner ist gleich.

Mit wonniger Freude träumt sie von England,
an jeder Straßenecke ein Verkaufsstand,
alle Menschen dort schweben, umhüllt
von den Düften der Frucht, himmlisch erfüllt
ihre Herzen von gelassener Besonnenheit,
ja, sie sind von allen Lastern befreit.

Möchte dich wirklich nicht stören,
aber, ich will mich auch lassen betören.
Wie nennt sich dieses englische Obst,
das du so leidenschaftlich über alle Maßen lobst?
Eigentlich ist dies bekannt jedem Kind,
da Melonen doch fast das Wahrzeichen Englands sind.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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