Türkei schachert gewissenlos auf weltpolitischem Parkett

Yücels Freilassung Mittel zum Zweck?

Was mag wohl die Steigerung von schmutziger Politik sein? Neben Donald Trump stellt die Türkei immer anschaulicher unter Beweis, wie man sich dementsprechend verhalten kann, ohne daß daraus tatsächlich Konsequenzen entstehen. Sie verläßt sich wohl auf ihre Nato-Vorherrschaft im Südosten dieses Atlantischen Bündnisses.

Nun offenbarte am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz der türkische Regierungschef Binali Yıldırım, wie Ankara Yücels Freilassung nutzen will. Meint diese despotisch regierte Türkei tatsächlich, sie könne einfach ihren bisherigen harschen Kurs dermaßen simpel kaschieren, und die Bundesregierung lenkt einfach ein? Ein Schelm, der Böses dabei denkt.

Schlimm genug, daß die Merkel-Regierung mit freundlicher Unterstützung der Sozialdemokraten jenen Rüstungsdeals zustimmte. Wie schnell in unerwünschten Kriegen deutsche Panzer gegen das Völkerrecht verstoßend zum Einsatz kommen, erleben wir bekanntlich, seitdem Erdoğan die YPG-Miliz angreifen läßt, die doch an der Seite der USA die IS-Terrorristen bekämpft.

Menschenrechtsverletzungen am laufenden Band

In dieser Türkei, ohne daß ein vehementer Aufschrei den angeblich freien Westen erschüttern läßt. Man läßt dieses türkische Regime einfach weiter gewähren, eine schier unfaßbare Toleranz, die nur noch mittels erpresserischem Eifer vonstatten gehen kann. Jede andere Erklärung läuft ins Leere.

Ob es die Flüchtlinge in der Türkei sind, die man schnell gen Europa schicken könne oder das unkalkulierbare Risiko, die türkische Armee möge der Nato selbst in den Rücken fallen. Dazwischen Rüstungsdeals, die hohe Gewinne versprechen, das verscherzt man sich nicht einfach so. Deniz Yücel kam jetzt endlich frei, dafür wurden drei türkische Journalisten zu lebenslanger Haft verurteilt, völlig unverhältnismäßig, was gleichwohl mit Pressefreiheit nichts mehr zu tun hat! Demokratie ade.

Europas Frieden mehr denn je gefährdet

Manche geraten in Versuchung, eine Hysterie anzumahnen, wenn von desolaten Zuständen die Rede ist, die durchaus den europäischen Frieden gefährden. Wer jetzt an Russland denkt, tappt letztlich im Dunkeln. Ganz andere Gefahren lauern, warten nur darauf, sich austoben zu dürfen. Besonders im Innern, denken wir an den weit verzweigten, sich formierenden Rechtsruck.

Dieser rechtsradikale Geist beflügelt all jene, die ihr nationalistisch-rassistisches Gedankengut am Liebsten sofort ausleben wollen, man erlebt es immer dreister, ob in befremdlichen Demos, kaltschnäuzigen Attentaten, Brandstiftungen, bis hinein in die Parlamente. Dazu reiht sich jene despotische Türkei mit ein, die bekanntlich ganz ähnliche Strukturen verwirklicht. Mittendrin ein scheinbar hilflos agierendes, weltpolitisches Parkett, welches sich möglichst schnell entscheiden sollte, welchen Weg es einschlägt: die Beibehaltung demokratischer Werte oder hin zu chaotischen Nationalstaaten, die gar diktatorisch regiert werden.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

Veröffentlicht unter Politik | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Trennung

https://pixabay.com/de/beziehung-mann-frau-k%C3%BCndigung-2822420/

pixabay.com

Fliederduft liegt in der Luft,
sie blickt ihm entgegen, nach oben,
bezeichnet ihn als gemeinen Schuft,
er antwortet gänzlich verschroben,
nichts tät ihm in keiner Weise Leid.

Stumm schauen die beiden sich an,
sind sie wieder zum Frieden bereit?
Oder befällt sie nunmehr ein Bann,
für immer auseinanderzugehen?

Den wirklich tieferen Sinn,
den wollen viele nicht verstehen.
Wo führen solche Streits nur hin?

Es mag uns wachsen lassen,
an Erfahrung und Wissen,
zu beenden jenes sinnlose Hassen,
hinterher fühlen wir uns eh beschissen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Er, sie, es

https://pixabay.com/de/schafe-bl%C3%B6ken-kommunikation-2372148/

pixabay.com

Er, sie, es
fühlt sich auf
den Schlips
getreten.

Er, sie, es
meint,
du bist
intelligenter,
schöner,
humorvoller.

Er, sie, es
lästert
deshalb hinter
deinem Rücken.

Er, sie, es
stolpert
gerade
über den
eigenen Schlips.

Der Blick
nach hinten
zeigt oftmals
die lustigsten
Lebenspossen
derer von
Er, sie, es.

Nafia

Kategorie: Gedichte

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Halbwahrheiten per trauter Schönfärberei unterwegs

https://pixabay.com/de/figur-mann-fernglas-zaun-gag-2687801/

pixabay.com

Der Gag der Woche – oder wieso man vieles ernst nehmen sollte

Wer nunmehr meint, nur weil das Glas halb voll sei, die andere Hälfte könne man mir nix dir nix kurzerhand unter den Tisch fallen lassen oder behaupten, es hätte eh keiner dran genippt, geschweige aus diesem getrunken, der verkennt die Wahrheit einfach, selbst wenn sie uns trügerisch tagtäglich begegnet.

Ultra posse nemo obligatur, niemand ist verpflichtet, mehr zu leisten, als er kann. Aber wer kann, sollte es zumindest versuchen. In der Politik scheinen solche Erwägungen kaum bis gar nicht zuzutreffen. Anschaulich das parteipolitische Gewurschtel mit etlichen Paradebeispielen, inwiefern Politiker sich den Belangen der Wähler verpflichtet fühlen, Hauptsache mittels Taktiererei erhält man seine Pöstchen, fleißiges Geschacher ohne nennenswerte Verbesserung desolater Zustände, zumal stets die Notbremse im Hinterkopf verankert schnell gezogen wird.

Das Zauberwort oder die Trumpfkarte, die dabei aus dem weiten Ärmel gezogen wird, lautet Krieg, ohne wenn und aber. Das hat bisher stets ungemütliche Fragen erspart, trotz unweigerlicher Zerstörung und Tod. Ein Gewissen gibt ohnehin jeder Politiker an der Pforte ab, sonst kann er gleich seinen Job an den Nagel hängen. Das bestreiten alle, doch handeln exakt danach.

Wie sonst können jene Verantwortliche des nachts ruhig schlafen, im Plenum ihre Statements abgeben, oftmals per Abstimmung sich gar enthalten, weil die Partei dies fordert? Bloß nicht ausscheren aus der Masse der Mehrheit, Rückgrat zeigen, das können die wenigsten. Genauso ist’s gewollt von denjenigen, die im Hintergrund agieren. Manch Namen bleiben unbenannt, wäre ja noch schöner, daß gewiße Wahrheiten nach außen dringen. Für was gibt es wohl jene um sich greifende Korruption, für irgendwas muß sie doch zu Nutzen sein?!

Händchenhaltend, zumindest symbolisch, präsentiert man sich trotz geringer Differenzen geschlossen vereint in der Sache, die da lautet, erneut stünden nötige Vorkehrungen bevor, mögliche Feindseligkeiten per Aufrüstung zumindest abzuschrecken. Kommt das dem ein oder anderen nicht befremdlich vor in Erinnerung an eine Zeit, sagen wir mal zwischen 1950 und 1990? In diesen vierzig Jahren tobte der Kalte Krieg, einmal ziemlich knapp vorm Auslösen einer atomaren Katastrophe. Aber was soll’s, ist ja nochmal gutgegangen.

Was viele unterschätzen, damals war die Welt noch relativ einfach und halbwegs überschaubar in ihren sogenannten Feindbildern definiert. Heute schaut das wesentlich komplizierter aus, stehen sich Allianzen feindlich gegenüber, wo Partner und Feind auch mal wechselseitig sich auf die Füße treten wie bei einem Anfängerkurs beim Tanzen. Nur das hierbei Menschenleben dran glauben müssen, immer mehr Zivilisten in Kriegen sterben, während Soldaten sich ziemlich gut zu schützen wissen, jenem mörderischen Handwerk helfen Technik mit entsprechenden Vorkehrungen.

Die Welt leidet unter zunehmender Gewalt in Krisen, mehr Kriegen, aber auch in friedlichen Gesellschaften, sodaß immer weniger Raum vorhanden, den Frieden hochzuhalten und entspannt zu leben. Das Böse obsiegt, wobei dem Guten der Garaus gemacht?

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

Veröffentlicht unter Quergedachtes | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Der blaue Tisch

https://pixabay.com/de/taverne-gastst%C3%A4tte-griechenland-2861914/

pixabay.com

Er war nicht blau,
ich meine,
die Farbe blau,
die man sich
so allgemein
vorstellt.

Kein Königsblau,
kein Himmelblau,
kein Jungenblau,
sie sagte taubenblau,
ich sah nur die Beine,
die Tischbeine.

Sommer war´s,
als sie starb,
Hitzeflimmern
den ganzen Tag.
Der kleine Tisch
steht jetzt bei mir.

Die Tischplatte
besteht aus
Papier und Pappe.
Unter dem Glas
festgeklebte
zerrissene Photos.

Er ist taubenblau,
ich meine,
die Farbe blau,
die man
so allgemein
Zufriedenheit nennt.

Nafia

Kategorie: Gedichte

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Münchner Sicherheitskonferenz: Europa soll aufrüsten

Von der Leyen gibt sich transatlantisch distanziert

Wer den Reden zur Eröffnung der 54. Münchner Sicherheitskonferenz gelauscht hat, wird ziemlich schnell feststellen, daß Europa in naher Zukunft einer Angriffswelle ausgesetzt sein wird. Hauptsächlich aus Russland, welches mal wieder herhalten muß, um einen neuen kalten Krieg zu rechtfertigen. Zwar betont Nato-Generalsektretär Jens Stoltenberg, dieser sei zu befürchten, aber in Wirklichkeit haben besonders die USA massivst dafür gesorgt, diesen wieder ins Leben zu rufen.

Man könnte es zwar simpelst als Antiamerikanismus abtun, dennoch stellt gerade ein Donald Trump anschaulich unter Beweis, wie unberechenbar gewiße Strategien des Hegemon im Verborgenen ausharren, um in entscheidenden Momenten in Krisen- und Kriegsgebieten sich einzumischen. Dies wiederum gleichwohl vor der Trump’schen Präsidentschaft. Seit der Münchner Sicherheitskonferenz des letzten Jahres hat sich bis heute die Lage nicht geändert: von Frieden keine Spur.

Seit wann hat militärisches mit Kultur etwas zu tun?

Möchte uns dabei jemand auf ihren Kurs einstimmen, wenn sie derartige Formulierungen in den Mund nimmt? Klar doch, kann man Strategie als Kultur werten, nur der Zweck heiligt längst nicht die Mittel, die mit höheren Rüstungsausgaben verbunden sein werden. Ursula von der Leyen geht in ihrer Rolle als Bundesverteidigungsministerin voll auf genauso wie ihre französische Kollegin Florence Parly. Beide unterstreichen den Willen, Europa unabhängiger machen zu wollen von den USA. Prinzipiell kein verkehrter Gedankengang, wenn er denn auch konsequent auf mehrere Bereiche Anwendung finden würde.

Zumal ein Donald Trump ohnehin sein Credo eines America first ständig betont. Der böse Russe im Osten bedroht das wehrlose Europa, man ist schnell dabei, Putins Annexion der Krim zu zitieren, obwohl der Maidan-Putsch dem vorausging. Eine tragische Pattsituation, zunächst vom Westen initiiert. So what? Hatte der russische Präsident eine gänzlich andere Wahl, als seelenruhig zuzuschauen, wie über die Krim ein strategischer Punkt der Nato sein Land erst recht bedrohen würde? Wohl kaum. Alles Gründe, die Nato erneut aufzurüsten als Abschreckung gegen Russland. Wie fadenscheinig und so simpelst durchschaubar!

Am Ende doch ein dritter Weltkrieg im Herzen Europas?

Folgt man der Argumentationskette jener Nato und ihren Verbündeten, schleicht sich schnell der Verdacht ein, daß am Ende eine militärische Auseinandersetzung mit dem „verhaßten Russland“ billigend in Kauf genommen wird. Obwohl ständig, ebenso wie bei einem Herrn Stoltenberg von Gesprächsbereitschaft mit dem europäischen Nachbar Russland die Rede ist. Welch Widerspruch, den „ausgemachten Feind“ im Visier, den man verlogen anlächelt.

Es mögen sich durchaus bestimmte Gestalten in den USA jetzt schon frohlockend die Hände reiben, wie vorschnell man die Europäer im Sack wähnt, sich auf jenes weitere Wettrüsten einzulassen, alles Indizien dafür, daß ein möglicher dritter Weltkrieg im Herzen Europas seinen Beginn haben kann. Nur im Gegensatz zum Zweiten Weltkrieg bliebe es nicht dabei: Am Ende wäre eine weltweite Zerstörungseskalation die Folge, Mensch selbst weitestgehend vernichtet. Mit einer Sicherheitskonferenz haben wir es augenscheinlich somit nicht zu tun. Die aufrichtigere Formulierung wäre: Strategische Militärkonferenz!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

Veröffentlicht unter Politik | Verschlagwortet mit , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Wenn Witzbolde Blödsinn verzapfen

https://pixabay.com/de/fass-getr%C3%A4nke-bier-wein-zapfhahn-1081439/

pixabay.com

Zappenduster oder Chancen rechtzeitiger Erkennt-nisse?

Wer kennt ihn nicht, den Menschenschlag, der ständig reden muß. Für manche ist es schlicht gesagt ein übermäßiges Mitteilungsbedürfnis, das sich darin äußert, der Redeschwall formiert sich vom hundertstel in millionstel von Teilaspekten eines Themas. Andere hingegen steigern sich so in ein Thema hinein, daß sie sozusagen aus einer Mücke einen Elefanten machen, bedeutet, ein an und für sich harmloses Thema wird aufgebauscht zur Katastrophe.

Unter diese Liste der Vielredner sind auch jene zu nennen, die nur deshalb reden, um im Mittelpunkt zu stehen, da wären zu nennen die sogenannten Witzbolde, die entweder sarkastisch oder mit dummen Bemerkungen ständig meinen, ein jedes Gespräch so umzuleiten, daß es schlußendlich sich nur noch um ihr Ego und ihre Witze dreht. Ein ähnliches Verhaltensmuster treibt auch diejenigen an, die mittels Blödsinns verzapfen, bewußt Stories erfinden, teilweise völlig abstruse Geschichten zum Besten geben, um damit ebenfalls ins Gesprächsrampenlicht zu fallen.

Bei den beiden ersten Mitteilungsbedürfnismenschen findet man über kurz oder lang eine Möglichkeit, entweder den Redeschwall zu bremsen, ihn abzukürzen oder entwickelt die Fähigkeit, seine Ohren zu verschließen, man hört einfach nicht mehr zu. Das ist zwar unhöflich, und sicherlich kann man dadurch auch wichtige Inhalte des Gespräches nicht mehr herausfiltern, trotzdem ist es nicht unbedingt ein Zeichen von Mißachtung des Gegenübers, eher ein Zeichen von „das persönliche Maß ist voll“, also ein Schutzfaktor der eigenen Befindlichkeit.

Natürlich ist auch bei den Witzbolden und Storytellern irgendwann das Maß voll, und man versucht auch hier die oben genannten Methoden, um sich zu verschließen von so viel Witz, Blödsinn und Egoismus, aber dieser Versuch ist eher zum Scheitern verurteilt, weil diese Inhalte nicht dazu beitragen, selbst wenn man die Ohren verschlossen hält, das eigene Gemüt zu besänftigen. Kurzum, hier ist kein Halt bei „das Maß ist voll“, sondern hier ist „das Faß am Überlaufen“. Und aus der Unhöflichkeit wird ein Konfrontationskurs, denn irgendwie muß das „Wasser“ aus dem überlaufenden Faß „gebändigt“ werden, bevor es sich weiterverbreitet und alles überschwemmt.

Die Symbolik des „Blödsinn verzapfens“ ist übrigens, meiner Meinung nach eine sehr gute Metapher, die dazu dienlich ist, sich diesen Sachverhalt bildlich vorzustellen.

Zapfen, mittelhochdeutsch zapfe, althochdeutsch zapho, eigentlich, spitzer Holzpflock, der ein Loch verschließt und herausgezogen werden kann (Duden) Andere Begriffe sind Pfropfen, Stöpsel, Verschluß, Stopfen.

Verzapfen, (landschaftlich) direkt vom Fass ausschenken, (Fachsprache) durch Zapfen verbinden, umgangssprachlich abwertend) etwas Dummes, Unsinniges reden, tun (Duden) Andere Wörter sind ausschenken, eingießen.

Wir können demnach auch sagen Blödsinn ausschenken, oder? Hier bleibt es sich sprachlich gleich, ob wir von „verzapfen“ oder „“zapfen“ (abfüllen, entnehmen, ablassen) sprechen.

Kann man bei denjenigen, die vom Hundertstel ins Tausendstel sich hineinreden oder bei denjenigen, die aus einer Mücke einen Elefanten machen, noch einigermaßen ruhig bleiben, so ist es bei den Witzbolden und Blödsinnverzapfern nicht so einfach, seine Contenance zu bewahren. Das mag darin begründet sein, daß hier ein vordergründiger Egoismus eine Rolle spielt, der es dem Gegenüber fast unmöglich macht, noch irgendwelche sachbezogenen Argumente oder Ergänzungen zu den Thematiken ins Gespräch einzufügen. So wird die Abwehr meistens nur noch darauf fixiert, sich gegen den Egomanen zu positionieren, was dann denn Effekt des Faß Überlaufens haben kann.

In diesem Zusammenhang sind die Begriffe „Zapfenstreich“ und „zappenduster“ ebenso adäquate Sinnbilder.

Zapfenstreich, eigentlich, Streich (Schlag) auf den Zapfen des Fasses als Zeichen dafür, dass der Ausschank beendet ist, dann: Begleitmusik dazu. (Duden) Anderer Begriff, Ende der Ausgehzeit.

Zappenduster, wohl eigentlich, so dunkel wie nach dem Zapfenstreich (Duden) Synonyme sind dunkel, finster, schwarz.

Vergleichbar bedeutet der Zapfenstreich „ausgerufen“, also der Ausschank als beendet erklärt ist, der Zapfen verschließt das Faß (Ohren verschließen), so daß ein weiteres Ergießen gestoppt wird (dem Witz, dem Blödsinn nicht mehr zugehört wird), sinnbildlich gesehen.

Wenn man diesem Sinnbild folgend von „zappenduster“ (dunkel, schwarz), also Licht aus, Ruhe, weitersinniert, dann kann man, sollte keine Ruhe eintreten, zappelig werden, fahrig, hektisch, aufgeregt.

Und hier genau ist die Methode zu erkennen, die Menschen dazu veranlassen, trotz des Wissens um den Zapfenstreich, (der Punkt, der verdeutlicht, jetzt ist genug) weiter Blödsinn zu verbreiten, in dem Wissen anderen in der ersehnten Ruhe, Dunkelheit, (Licht aus) dazu zu verleiten, hektisch und nervös zu werden. Denn mittels einer fieberhaften Unruhe kann man fast jeden Menschen auf die Palme bringen, (Menschen gebärden sich wild, wenn sie aufgeregt sind).

Wer sich die Meinungsfreiheit unter diesen Gesichtspunkten, (Blödsinn verzapfen, egoistische Motive, Zapfenstreich nicht berücksichtigen) auf die Fahne schreibt, um Mitmenschen auf die Palme zu bringen, der ist weder an einer sachlichen Diskussion noch einem Smalltalk interessiert, der will seine egoistischen Ansichten loswerden, (Faß überlaufen), mit dem Ziel, Unruhe zu stiften. Diese Unruhe oder der Versuch das Wasser zu stoppen, wird als Einmischung in die Meinungsfreiheit deklariert, oder was besonders lachhaft zurzeit oft geäußert wird, als Angstzustand vor der überkommenden Macht des nationalen Gedankens.

Zu schön der Vergleich, auf die Palme bringen, oder etwa nicht? Hier oben hat man einen exzellenten Überblick über die Machenschaften derer, die sich um das Faß scharen (Nationalismus), und unentwegt bemüht sind, aus diesem Faß eine nie endenwollende „Wahrheit“ herauszuschöpfen. Dumm nur, daß in jedem Faß nur eine gewisse Menge vorhanden sein kann. Witzbolde verzapfen gerne Blödsinn.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Kolumne

Veröffentlicht unter Kolumne | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar