Seelen beseelt

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Freundlich war er,
der Freund.
Wir haben zusammen
geträumt.
Liebevoll war er,
der Liebste.
Zusammen erlebten wir
das Höchste.
Verständnisvoll war er,
sein Verstand.
Zusammen erklommen wir
jede Wand.
Sinnlich war er,
sein Sinn.
Zusammen erkannten wir
unser Kind.

Kindlich blieb
sein Kind.
Gemeinsame Gespräche
verteilte der Wind.
Wunderlich wurde
unser Wunder.
Gemeinsame Gefühle
gingen unter.
Herzlichkeit rührte
unsere Herzen.
Gemeinsamer Rhythmus
verlor sich in Schritterzen.
Zum Glück waren wir
glücklich zusammen.
Unsere Wege trennten sich,
die Seelen Frieden empfanden.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Angst und Wut – eine brisante Mischung

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Da gerät was ganz entschieden aus den Fugen

Mal ganz sachte entspannt zurücklehnen, einfach mal die Seele baumeln lassen, zumal keinerlei Sorgen den Alltag belasten, man mit seinen Liebsten in vertrauter Gelassenheit friedlich zusammensitzt, den Tag ausklingen läßt. Welch tolle Vorstellung, die sicherlich manche durchaus genau so durchleben, hingegen den meisten vergönnt bleibt.

Woran das wohl liegen mag? Zu wenig geleistet, sich eingebracht oder engagiert, weder weitergebildet noch ernsthaft bemüht? Nichts von alledem hat mit der rauhen Wirklichkeit zu tun, von wegen gleiche Chancen für alle, das Gegenteil trifft zu. Wer hineingeboren in dürftigen Verhältnissen, muß sich durchschlagen, behaupten, und zwar oftmals mit dreisten Mitteln, kaltschnäuzig jeden Widersacher beiseite drängen. Beste Voraussetzungen fürs Mobben, Gewalt freien Lauf zu lassen, während eine paralysierte Gesellschaft sich wegduckt, dies geschehen läßt, ohne dem Einhalt zu gebieten.

Welch dramatische Entwicklung, die in sämtlichen erschaffenen Systemen des Menschen Fuß fassen kann, ein sogenanntes Miteinander, bei dem der Stärkere obsiegt, während der Schwächere an den Rand gedrängt das Nachsehen hat. Von Nächstenliebe keine Spur, Moral und Ethik bleiben auf der Strecke, die Auswüchse kann man ohne weiteres im Alltag auf schreckliche Weise beobachten bis hin zu weltpolitischen Zuständen, die Krisen, Krieg und Elend bedeuten.

Kein Wunder, daß auch hierzulande sämtliche sozialen Felder vernachlässigt werden, denken wir an den Pflegenotstand, Rentenarmut, Lehrer- und Ärztemangel, Arbeitslosigkeit, Hartz-IV-Gängelung, Wohnungsnot und Obdachlosigkeit. Aber Hauptsache die Union wehrt sich gegen Regeln für Manager-Boni, schließlich beißt man ja nicht die Hand, die einen füttert. Dann lieber die Füße stillhalten, sich wegducken in seiner Verantwortung als vom Volk gewählter Politiker. Was für eine rabiate Einstellung, die einmal mehr die Tragweite fadenscheiniger Ignoranz aufzeigt.

Daß dabei eine latent vorhandene Wut sich aufbaut, oftmals mit Existenzängsten begleitet, sollte niemand verwundern, gleichzeitig genügend „Rattenfänger“ auf den Plan ruft, Unschlüssige für ihren fanatischen Kurs zu begeistern, der da lautet: Nationalismus, Patriotismus, Extremismus, eine brisante Mischung eigentlich überwunden geglaubter Verfehlungen, die in der Vergangenheit schon genügend Opfer bedeuteten. Aber mit simplen Phrasen und Haßparolen lassen sich mal wieder genügend beeindrucken. Welch traurige Erkenntnis, wie wenig Mensch aus der Geschichte lernt.

Chancen auf Änderung hinsichtlich eines friedlichen Miteinanders? Natürlich, jeden Tag, immer. Es liegt nur an uns selbst, inwieweit wir eine solche Entwicklung weiterhin zulassen oder endlich Intitiative ergreifen, genau das abzubauen. Das kostet Kraft, Ideen müssen Wege finden, sich durchzusetzen.

„Ihr müsst die Menschen lieben, wenn ihr sie ändern wollt.“ (Johann Heinrich Pestalozzi)

Inzwischen hat sich aber ein weitgehender Haß und Gewalt weltweit verbreitet, so daß es immer schwieriger wird mit der Nächstenliebe. Wenn wir alle im Kleinen, in unserem direkten Umfeld es wenigstens schaffen, ist Änderung in Sicht.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Leben rollt

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Kaltes Wetter,
Glatteis denken,
Mütze in der Hand
schwenken.

Wanne voll Wasser läuft,
Sturzbach sehen,
Vorhänge durch
Zugluft wehen.

Straßenlärm,
Hupen dröhnen,
nach Konzertmusik
sich sehnen.

Donner, Blitze,
Gewitter,
zu hören ist
Vogelgezwitscher.

Wie hältst du es
hier drin aus?

Sie schiebt
den Rollstuhl
aus dem Zimmer.

Er fährt
Rollschuhe,
wenn er alleine ist,
immer.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Koalitionsverhandlungen: Viel Show ohne Glaubwürdigkeit

Kompromisse soweit das Auge reicht

Was für Signale offenbaren bundesdeutsche Politiker ihren Bürgern? Wer völlig berechtigt das Treiben in Berlin kritisch beobachtet, kann gar nicht anders, als verärgert reagieren angesichts derzeitiger Vorgehensweise. Man könnte meinen, die drei Parteien der Koalitionsverhandlungen legen es darauf an, Politikverdrossenheit erst recht zu fördern.

Schlimm genug, daß in den USA ein wankelmütig cholerischer Donald Trump die Weltpolitik erheblich gefährdet, im Herzen Europas läßt viel Show an Glaubwürdigkeit in Deutschland zu wünschen übrig, möchten etliche fassungslos das Rad der Zeit am liebsten zurückdrehen, um wenigstens eine andere Koalition sich herbeizuwünschen als diese neue GroKo, die nichts gutes verheißt.

Sich über den Tisch ziehen lassen – ein „weiter so“ alles andere als vielversprechend

Die Koalitionsverhandlungen verlaufen nach dem erwünschten Fahrplan der Union und der SPD, erste Erfolgsmeldungen sprechen von Einigung bei Rente und Pflege. Ach, tatsächlich? Welch dürftige Zustimmung ausgerechnet bei der SPD, die am laufenden Band sich selbst verrät, das „S“ im Parteinamen genauso gut eher weglassen sollte, weil es dann wenigstens ehrlicher wäre.

Allerdings kommt gerade in der Pflege zurecht heftiger Widerstand, da der aus-gehandelte Kompromiß längst nicht ausreicht, indem der Pflegenotstand einfach weiterhin kaschiert wird, wie die Verbandspräsidentin für den Deutschen Berufsverband für Plegeberufe, Christel Bienstein, kritisiert. Das scheint die SPD in Kauf zu nehmen, läßt sich über den Tisch ziehen, schließlich gilt es jetzt, den Machterhalt in der Großen Koalition zu bewahren, selbst wenn ein „weiter so“ der Kanzlerin alles andere als viel-versprechend in die nahe Zukunft weist.

Eine angebliche Wut schwört Horst Seehofer herauf

Die wird ohnehin viele Menschen im Lande beschleichen, nur zeigen sie dies nicht gleich überall und deutlich genug. Neuwahlen könnten für eine Überraschung sorgen, wenn auch in die ein oder andere Richtung. Daß hierbei gerade Seehofers CSU im „rechten Becken“ fleißig fischt, sollte nicht verwundern. Schließlich stehen bald die Landtagswahlen in Bayern an, obendrein zeigen bereits erste Abstimmungen im Deutschen Bundestag, wohin die „Reise“ geht, man läßt bereits bei dieser AfD zu viel durchgehen.

Somit kommt ein mögliches Scheitern der Koalitionsverhandlungen der CSU durchaus gelegen, um die SPD zu warnen und in die Pflicht zu nehmen. Eine zwangsläufig, leicht zu durchschauende Reaktion der gesamten Union bestätigt, inwieweit sie als lachender Gewinner das Zepter in der Hand hält, um die Sozialdemokraten zu demütigen.

Der geneigte Beobachter wird tunlichst akribisch hinschauen müssen, was da in Berlin sich formiert und scheinbar einigt. Regieren geht anders, die Enttäuschung wächst im Lande.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Warum so schweigsam

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Um mich herum so viel Schweigen,
so wenige, die ihre Meinung verteidigen,
so viele, die sich der Stimme enthalten,
Nationalismus beginnt sich zu entfalten.

Da postet so ein feister Widerling,
Frauen wehrt ab den Eindringling.
Er selbst war nicht zu Hilfe bereit,
als einem Kind widerfuhr solch Leid.

Der Vergewaltiger ein deutscher Mann,
was kümmert ihn die Sache dann?
Lohnt nicht, dafür Geld auszugeben,
einen Tag weniger nach Wollust leben.

Essen, Sauna, in der Sonne fläzen,
im Internet Menschen aufhetzen,
damit verdient er sein Geld,
überhaupt, der Deutsche, ein Held.

Ich bin nicht dafür geschaffen,
von solchen ungehobelten Affen,
die mit gespaltener Zunge reden,
einfach so den Frieden zerstören,

sich positionieren als Aufklärer,
sich am liebsten sehen als Anführer,
hämisch lächeln als Wahrheitsverkünder,
ihr echtes Gesicht, Menschenschinder,

meine Sprache mir nehmen zu lassen,
niemand sagt mir, wen ich soll hassen.
Und überhaupt Stillschweigen, weggucken,
das ist wie gegen den Wind spucken.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Vom Alleinsein in einer Welt etlicher Ablenkungen

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Krisen meistern, ohne in Einsamkeit abzudriften

Unsere Welt präsentiert sich bunt, laut und vielfältig für Menschen, und kaum jemand käme auf die Idee, das Leben selbst in Frage zu stellen, die täglichen Sorgen bis hin zu den ganz Verzweifelten, denken wir an die Suizidgefährdeten oder Todkranken, die mal hierbei ausgeklammert seien.

Mitten im Leben und doch ganz allein für sich vor lauter Einsamkeit? Wie können solch Betroffene zurechtkommen, und was für Strategien entwickeln sie? Meist scharen wir doch die Familie selbst um uns, die wenigen Freunde und viele Bekannte. Aber was geschieht mit all jenen, die sich viel eher aus ganz unterschiedlichen Gründen zurückgezogen haben, darüber hinaus sogar im Extremfall möglichst oft Mitmenschen meiden?

Hilfreich per Rückzug?

Keiner von uns vermag nonstop sämtliche Eindrücke einfach so im Alltag verarbeiten. Man sollte nicht die gewaltige Flut an Informationen und Bildern unterschätzen, die auf uns niederprasseln, ganz besonders aufgrund der technisierten Welt, die ebenso das Berufsleben nachhaltig beeinflußt. Anstatt sich die nötige Ruhe zu gönnen, wird meistens am Feierabend der Fernseher oder der PC eingeschaltet, Geist, Seele und Körper finden keine Ruhepunkte der Entspannung.

Ein kurzer Rückzug muß somit als empfehlenswert gewertet werden, dient hilfreich, um mal mit entsprechendem Abstand in sich zu kehren. Hierbei kann von Einsamkeit keineswegs die Rede sein, sondern vielmehr von notwendigem Innehalten, angenehmer Entspannung.

Nicht im Einklang mit sich selbst – ein Defizit als Hauptursache für Einsamkeit?

Wer erfolgreich sein Leben meistert, sämtliche Probleme mit der gebührenden Notwendigkeit löst, scheint wohl im Einklang mit sich selbst zu stehen. Das gilt allerdings nicht für alle. Denken wir nur mal an das unübersehbare Single-Dasein in unserer Gesellschaft, welches keineswegs als ein zufälliges Phänomen zu betrachten ist. Selbstzweifel können aufkommen, gerade weil die Erwartungshaltung im Berufsleben, im Familien- und Bekanntenkreis enorm hoch gesteckt uns entgegnet.

In einer Welt der Superlative bei gleichzeitiger Notwendigkeit den eigenen Status sich zu erkämpfen, angesichts drohenden sozialen Abbaus, zunehmender Armut, wer nicht wachsam vorsorgt, hat die Psyche ohnehin ständig diesem Druck standzuhalten. Wer dann noch die Eigenliebe zu verlieren beginnt, weil Ängste des Versagens hinzukommen, andere Menschen nicht mehr „erreicht“ werden, die man natürlich benötigt, um selbst als liebenswert bestätigt zu werden, der kann langsam aber sicher in einen Strudel der Einsamkeit geraten.

Wege aus der Krise – sinnvolle Abwechslung der Rückbesinnung

Es macht wenig Sinn, all die Formen der Einsamkeit hier aufzuzählen, zumal wir alle die dramatischsten Folgen im eigenen Umfeld bis hin zu deutlichen Schlagzeilen nachlesen. Vielmehr gilt das Augenmerk, Wege aus solchen Krisen zu suchen und aufzuzeigen. Es beginnt bereits während der vielen kleinen Dinge im Alltag, wobei die größte Unterstützung derjenige erfährt, welcher zunächst das eigene Selbstwertgefühl wieder aufgebaut und gestärkt hat: Eigenliebe somit unbedingte Vorraussetzung. Wenn gar nichts hilft, spricht hierbei nichts gegen eine begleitende Unterstützung in Therapieform.

Wer länger schon den Kontakt zu seinen Mitmenschen verloren hat, braucht entsprechend vorsichtige Schritte zurück in die Gesellschaft, das läßt sich keineswegs übers Knie brechen. Was wir nahezu selbstverständlich in Kindertagen spielerisch lernten, Kontakte herzustellen und zu pflegen ohne jedwede Bedenken, geschah eben nicht von heute auf morgen. Einsamkeit verliert sich ebenso auf wundersam einfache Weise, wenn man mit der Selbstfindung seine eigenen Stärken und Talente neu entdeckt, den Austausch mit Gleichgesinnten nach anfänglichen Kontaktversuchen wieder meistert, beim Wechselspiel zwischen Bestätigung und Reflektion zurückfindet aus der Isolation mitten hinein in die Gesellschaft. Nicht die Größe und Vielfalt darf als Meßlatte betrachtet werden, sondern bereits kleinste Erfolge in Richtung Zweisamkeit.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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„Inselmenschen“ sehen nur ihre Welt

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Wenn du morgens aufwachst,
erzählen sie mit Engelszungen,
versteckt die Häme, der Haß,
ist die Übernahme gelungen.

Du bist in einer fremden Welt,
ausgetauscht die bisherige Kultur,
erobert nicht nur von Männern mit Geld,
von Krieg, von Raketen, keine Spur.

Eindringlinge lautlos bei Nacht,
halten Millionen in Schach,
ein paar Tausend dies fertig gebracht,
so einfach ist die Sach.

Sicherheit bieten sie dir an,
Treue, Heimatliebe, Ehre,
wenn du verfolgst ihren Wahn,
Gehorsam, Pflicht, ihre Lehre.

Warum dieser ganze Aufwand?
Ängste schüren, Tatsachen verdrehen.
Toleranz, Nächstenliebe sei Tand.
Ganz simpel, sie wollen im Licht stehen!

Die wirkliche Übernahme,
die erfolgt, wenn wir schlafen,
ist ihre „das ist meine Welt“-Schikane,
spurtet nach meinem Willen, sonst gibt’s Strafen.

Auf die Schnelle Massen zu betäuben,
um Narzißmus einiger Weniger zu sichern,
reicht es die Köpfe mit Nationalstolz zu bestäuben,
seht, hört ihr nicht ihr psychopathisches Kichern?

Nafia

Kategorie: Gedichte

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