Die Achse des Guten bestätigt ihr wahres Gesicht

Wenn die Neue Rechte ihre Profilneurose ausleben will

Endlich kommt mal Fahrt in jenes Vakuum dieser Neuen Rechten, die schon viel zu lang ihre „Messer gewetzt“, wenn sie ihre Profilneurose ausleben will, mit den Flüchtlingswellen immer mehr Befürworter umschmeicheln konnte, Nationalismus sich auf ihre Fahnen schrieb, als angebliche Alternative parteilich sich organisierte, den Sprung in den Bundestag schaffte.

Keineswegs verwunderlich, daß hierbei ganz besonders die alternativen Medien sich ins Zeug legen, nachdem man lange Zeit die sogenannte Lügenpresse anprangerte, anstatt genauer zu differenzieren, um schließlich zu behaupten, die Bundeskanzlerin mache die Bekämpfung der Opposition zur Staatsaufgabe. Als ob unser Land keine anderen Probleme hätte, als ausgerechnet jene rechtsradikale AfD nonstop zu korrigieren. Diese Partei stellt sich eindeutig selbst bloß mit ihren kruden Vorschlägen, den gehässigen Versuchen, die Gesellschaft zu spalten und die Neue Rechte in den Mittelpunkt rücken zu wollen.

Verharmlosung entlarvt viel eher eine angebliche Vielfalt

Vor vierzehn Jahren als politischer Blog gegründet, Die Achse des Guten, eine Analogie, um George W. Bush eins auszuwischen mit dessen Achse des Bösen. Im Grunde zunächst eine moderate Idee, auch mit dem Ziel, den Autoren die nötige Freiheit zu geben, die in der Medienlandschaft wohl weniger vorhanden. So weit, so gut.

Allerdings war schnell Schluß mit sogenannter Freiheit, es setzten sich andere Tendenzen durch, eben nicht den Kapitalismus zu kritisieren, einer angeblichen Klima-Hysterie zu folgen und zuletzt nunmehr sich viel eher politisch rechts zu orientieren, was auch den Publizisten und Dokumentarfilmer Michael Miersch veranlaßte, im Novemver 2015 den Weblog zu verlassen.

Die angebliche Vielfalt möge Versuche wagen, sich zu präsentieren wie im jüngsten Artikel von Thilo Schneider, der dabei gleichwohl die AfD verharmlost, als „hobbyfaschistischen Hähnchenflügel der NPD“ bezeichnet, um zuvor sie in Luckes Zeiten als „FDP light“ zu titulieren. Beides trifft nicht zu, weil er zu vergessen scheint, welche rechtsradikalen „Pappnasen“ dieser Partei die Stange halten, von Pegida-Anhängern über rechten Medien bishin zum Kopp-Verlag, den vielen geistigen Brandstiftern, die ihnen quasi den Teppich ausrollen, um sich nunmehr austoben zu dürfen. Alles andere als nur eine „harmlose Protestpartei“. Rassismus ist weder eine Meinung noch Protest, sondern ein Verbrechen.

Klimawandel negieren, den Islam verteufeln – Merkelkritik ein Muß

Die Achse des Guten entpuppt sich als Sammelbecken, den Klimawandel zu negieren, den Islam zu verteufeln, die Neue Rechte zu unterstützen, wobei auch ein Mitbetreiber des Weblogs wie Henryk Marcin Broder gern entsprechend polarisiert.

Selbstverständlich gehört Kritik an der Politik Merkels zum Konsens all derer, die längst bemerkt haben, welch Schaden sie angerichtet, sowohl außen- als auch innenpolitisch mit den sozialen Einschnitten, dem ewiglichen Hochhalten einer angeblich niedrigen Arbeitslosigkeit. Dennoch kein Grund, die Neue Rechte zu stärken, wie es ganz offensichtlich geschieht, auch im Hinblick zur CSU, die sich weiter rechts positioniert. Der kritische Bürger und Leser sollte tunlichst darauf achten, welchen Medien er Glauben schenkt, bevor er klammheimlich eingelullt wird, ihnen auf den Leim geht, um am Ende selbst dort sich zu wähnen, wo er ursprünglich nicht hinwollte.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Medienschelte

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Keine Spinne im Netz

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Florian war seinem Glück dankbar, okay, es war Zufall, ein zufälliges Glück, ein Glück, das ihm in den Schoß gefallen ist, einfach so, zwar zum richtigen Zeitpunkt, das ist jetzt übertrieben, es war vor dem richtigen Zeitpunkt, es hatte bloß schon angefangen, sich vorzubereiten auf diesen Tag, die ersten Gedankenspiele schlichen sich in seinen täglichen Ablauf, wie dieser Schritt zu bewältigen wäre, ob sein Einkommen die Kosten tragen könnte, ob sein Abschied zu viel Schmerz hinterlassen würde.

Dabei merkte er, daß er ganz gut mit seinen Gefühlen kalkulieren konnte, ja, erstaunlicherweise fiel es ihm leicht, selbst die Gefühle der anderen in seinen Berechnungen einzubeziehen und, das empfand er als erwachsen, diese Gefühle, selbst die seiner Mutter, in eiskalter Manier, es war eher eine gekühlte Vorstellung seines Verhaltens, zu den erwartenden Abschiedsszenarien zu bewältigen.

„Ach Mist, der Pudding, ich habe den Pudding vergessen!“, fluchend stieg er an der nächsten U-Bahn-Station aus. Es war zwar kurz vor acht, aber der Discounter hatte erst kürzlich seine Öffnungszeiten geändert, jedenfalls war er überzeugt, dies gelesen zu haben in einem der vielen Reklamezetteln, die an manchen Wochentagen den Briefkasten vollstopften. Vanillepudding, wo steht nochmal der Vanillepudding? Sein Gedächtnis hatte ihn vor die lange Regalreihe geführt, jetzt galt es, nur noch den Vanillepudding zu finden, der bei seiner Mutter als der beste Vanillepudding galt. Den, den alle zuhause mögen.

Einen andern kenne ich überhaupt nicht, schoß es ihm durch den Kopf, und er war erleichtert, als er die Packung erkannte. An der Kasse scheinen sich nur die Gemüter getroffen zu haben, die schnell noch das Vergessene einkaufen wollten, bevor der Laden schließt. Wäre zu grauenvoll, den restlichen Tag ohne diese lebensnotwendigen Waren, bei manchen waren es mehrere, verbringen zu müssen, und diesen Umstand ließen sie in Übertragung von hektischer Unruhe alle spüren, die sich an den beiden offenen Kassen in der Schlange aufhielten.

Von einem Bein auf das andere sein Gleichgewicht simulierend, schweifte sein Blick an die große ehemals weiße Tafel, die rechts vor dem Ausgang aufgestellt war, damit die Nachbarschaft, man war schließlich nicht nur Treffpunkt für den Konsum, sondern auch Verbindungsglied für Tausch-, Kaufgeschäfte seiner Kunden, quasi eine Solidargemeinschaft vorgaukelnd zwischen Konsumenten und Geschäftsinhabern, dachte Florian, und belustigte sich an seinen Gedanken genauso wie an dem alten Herrn, der Mühe zu haben schien, seinen Zettel anzukleben. Oder bemüht er sich, ihn zu entfernen?

Im Hinausgehen vermeinte Florian, einen hilflosen Blick des Mannes aufzufangen, der ihn bewog, seinen Schritt zu verlangsamen und schließlich den älteren Mann zu fragen: „Kann ich Ihnen helfen?“

„Womit?“, kam die Gegenfrage. „Haben Sie einen besseren Klebestreifen dabei als ich?“

„Nein, aber!“, den Rest verschluckte Florian, oder er bekam nicht die Zeit, den angefangenen Satz zu Ende zu sprechen, wer kann im Nachhinein schon behaupten, den Verlauf des Gespräches richtig analytisch wiederzugeben.

„Diese Tafel ist so verdreckt, daß der Klebestreifen partout nicht haften will. Meinetwegen habe ich auch eine billige Variante ergattert, oder das Schicksal wehrt sich dagegen, daß ich diesen verdammten Zettel heute hier anbringe!“

Eigentlich hatte Florian nicht mehr vor, dem alten Herrn zu helfen, denn weder seine Stimme noch sein Gesichtsausdruck ließen auf einen freundlichen Menschen schließen, aber er stand nun mal da, wie bestellt und nicht abgeholt, und wohl seine Erziehung zur Freundlichkeit, die seine Mutter immer wieder voll Stolz erwähnt, veranlaßten ihn, in salopper Form seine Hilfe anzubieten: „Lassen Sie mich mal versuchen!“

Und wie durch Zauberei hielt er den Zettel in der einen Hand, einen abgeschnittenen Klebefilm in der anderen und las anstatt zu kleben. Vermiete kleine Dreizimmerwohnung, Souterrain, Karl-Friedrichstraße 5, Telefon 285394.

„Wie hoch ist denn die Miete?“, fragend in einem etwas höheren Tonfall, ließ Florian von seinem Vorhaben ab, ob er in diesem Moment Freundlichkeit ausstrahlte oder Zudringlichkeit, möglicherweise gar fast abfällig klang, im Vornherein eine zu hohe Mietzahlung voraussetzte, er war nur noch fähig, mit zugekniffenen Augen auf eine Antwort des alten Mannes zu warten. Prompt wurde er mit einem Schwall von Sätzen wie aus einer sprudelnden Quelle, die gerade freigelegt wurde, abgefüllt mit Informationen.

Die Wohnung werde nur vermietet, wenn die Bereitschaft für kleinere Hausmeisteraufgaben übernommen würden, Rasen mähen, Schnee schippen, Treppenhaus reinigen, ein wenig Gartenpflege, nur ein wenig, da er dies selbst am liebsten machen würde, nur sein Rücken, ja und er bräuchte auch jemanden, der sich mit Computer auskennen würde, die Wohnung stände jetzt schon ein paar Jahre leer, er wohne alleine in dem Haus, Kinder ausgezogen. Am liebsten wäre ihm ein Mieter, der ihm bei den ständigen Schwierigkeiten mit dem Computer behilflich wäre. Über die Höhe der Miete könne er noch nichts sagen, vielleicht sei das alles auch nur so eine blöde Idee, wie seine Kinder meinten.

Florian fühlte, wie sich seine Hände mit Schweiß umhüllten, Hitze machte sich in seinem ganzen Körper breit, wie wenn er unter einer gleißenden Sonne einen Marsch durch unwegsames Gelände zu bewältigen hätte.

Mit heiser klingender Stimme, ich hab mir doch keine Erkältung zugezogen, nützte er eine Atempause des alten Herrn. „Na, wenn es weiter nichts ist, da kann ich Ihnen sicher helfen.“

Es schien, als ob dies der Satz wäre, der beiden zum ersten Mal bewußt machte, daß sie miteinander sprachen, denn sie standen sich gefühlte Minuten wie begossene Pudel gegenüber, beide nicht in der Lage, sich zu artikulieren, nur ihre Augen nahmen Kontakt zueinander auf.

Unbedeutende Sprachkommunikation betreibend folgte Florian dem alten Herrn zu dessen Wohnhaus, das etwa dreihundert Meter weiter in einer ruhigen Seitenstraße lag. Noch war es hell genug, um das Haus zwar nicht im Licht des Tages, aber immerhin deutlich seinen gepflegten Zustand zu erkennen. Die Souterrainwohnung befand sich nicht auf der Straßenseite, der Eingang war im hinteren Garten, und der alte Herr betonte, dies sei die Südseite. Sie war größer als in Florians Vorstellung von einer kleinen Dreizimmerwohnung, riesig kam sie ihm vor, er hatte zu Hause zwar immer schon ein eigenes Zimmer, die Wohnung der Eltern war geräumig, aber dies hier, dies war eine Größenordnung, die ihn an Räumlichkeiten eines Schloßes erinnerten.

Das Zeitgefühl völlig verloren, genauso wie jegliches Bewußtsein über die realen Handlungen und Gespräche, sozusagen traumwandlerisch ließ sich Florian auch den Garten und die Wohnung des alten Mannes zeigen, um völlig erschöpft, gleichzeitig erfrischt wie nach einem Saunabesuch auf einem Küchenstuhl sitzend zu bemerken, hier sitzt Florian, das bin ich.

Die folgende Stunde im Detail ist für eine spätere Erinnerung völlig unerheblich. Sie sind sich einig geworden über die Modalitäten der Aufgaben, die zu einer geringen Miete ausreichen, damit Florian mehr oder weniger nur für die Kosten von Strom, Wasser, Versicherung aufzukommen habe.

Auf dem Weg zur Haustüre, belebt von seinem Glück, das ihm die Sicherheit vermittelte, es würde seiner Mutter nicht das Herz brechen, wenn er nächsten Monat ausziehen würde, rutschte ihm eine Frage über die Lippen, die seit Betreten des Hauses ständig in seinem Kopf umherflog: „Alles ist hier so ordentlich und sauber, als wenn ständig eine Putzfrau durch das Haus fegen würde, trotzdem sind überall Spinnweben zu sehen?“

Der alte Mann hob seine Schultern, senkte sie aber sofort wieder, ließ seine Arme baumeln und mit einer Unschuldsmiene wie ein ertapptes Kind, das gerade eine Fensterscheibe mit einem Ball zersplittern ließ, fragte er: „Ist es nicht verwerflich, jemandem, selbst einer Spinne ihr zu Hause wegzunehmen, wenn niemand daheim ist?“

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Kurzgeschichten

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Russland: Putins Weg ins dritte Jahrzehnt seiner Herrschaft

Alexej Nawalnys Verhaftung fragwürdig

Erneut beweist die Russische Föderation, welch Problematik ihr innewohnt, nämlich nicht nur anhand ihrer Größe, sie ist mit Abstand das größte Land der Erde, sondern aufgrund der Machtstrukturen ewiglicher Oligarchie. Boris Jelzin wurde abgelöst und durch Wladimir Putin ersetzt.

Erneut wird ein Widersacher, diesmal Alexej Nawalny, der nicht mal wirkliche Chancen hat, Putin im Amt des Präsideten zur diesjährigen Wahl am 18. März abzulösen, gedemütigt und verhaftet. Die Menschen sind es landesweit Leid, daß ewiglich der gleiche Präsident die Geschicke Russlands lenkt, in den Protesten liest man „Russland ohne Putin“.

Was soll man von jenem Wladimir Putin halten?

Seine Macht begann faktisch am 09. August 1999 mit dem Amt des Ministerpräsidenten, dreizehn Jahre später folgte seine dritte Amtszeit, allerdings dann als Präsident selbst, eine clevere Möglichkeit, seine Macht größer auszubauen. In all der Zeit gab es keine ernsthaften Gegner für ihn, sie wurden schlichtweg nicht geduldet. Es sei an dieser Stelle betont, daß Putin über genügend Erfahrung verfügt in seiner vorherigen beruflichen Laufbahn als KGB-Offizier sowie dessen Verbindungen zur russischen Mafia, wie ihm nachgesagt wurde.

Alles keine Indizien eines lupenreinen Demokraten, schon gleich gar nicht, wenn seine Macht dermaßen lange anhält. Verständlicherweise kommt gerade bei den jungen Menschen in Russland Unmut auf, zumal man in die politischen Gepflogenheiten anderer Länder schaut, vergleicht und erkennt: Demokratie geht anders.

Wer die Medien kontrolliert, seine Widersacher letztendlich aus dem Weg räumt, selbst über ein gigantisches Vermögen verfügt, Schätzungen belaufen sich auf ein Privatvermögen Putins in Höhe von 40 Milliarden US-Dollar, wird kritisch betrachtet. Selbst wenn die Hälfte davon nur zutreffen sollte, reiht sich dieser Präsident als wohl vermögendster Oligarch selbst ein.

Die Rolle der USA, der EU und Putins Festigung Russlands im Ausland

Europa kann es sich schlichtweg nicht leisten, Russland herauszufordern, obwohl eine Nato-Erweitung erhebliche Probleme mit sich bringen, ein Wladimir Putin sich berechtigterweise bedroht fühlt, das russische Volk mit entsprechenden Gegen-maßnahmen schützen will. Man sollte nicht den Fehler begehen, angebliche Sympathiepunkte Putins dem neuen US-Präsidenten Donald Trump gegenüber, ob Putin sich nun in den US-Wahlkampf eingemischt hat oder nicht, mit einem entspannten Verhältnis zwischen diesen beiden Supermächten zu verwechseln. Das Gegenteil ist faktisch der Fall!

Inzwischen haben die bedrohlichen Krisen- und Kriegsherde viel eher zugenommen, Stellvertreterkriege wie z.B. in Syrien verdeutlichen den Ernst der Lage. Angriffe gen Iran, aber auch der Versuch der USA, die BRICS-Staaten zu gefährden sowie die Verflechtungen in der Ukraine seitens der EU und den USA auf der einen Seite und als das verteufelte Russland auf der anderen Seite, zeigen die Bedrohungen. Vielleicht wären manche Ereignisse unter einem anderen Präsideten als Putin nicht so glimpflich verlaufen, sondern unbeherrschter, radikaler. Wer weiß das schon so genau.

Hierbei zeigt sich ziemlich deutlich, in welcher weltpolitischen Zwickmühle wir uns befinden. Europa eingekeilt zwischen den Supermächten, China will mitmischen, der Rest der Welt gesellt sich zu gezielten Allianzen, von einer Unabhängigkeit oder Neutralität können die meisten Länder eben nicht sprechen. Zu viele wirtschaftspolitische Verflechtungen diktieren die Wege. Genauso kann man auch Wladimir Putins Rolle als neuzuwählender Präsident Russlands werten.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Ausflug ins Leben

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Der kleine Junge steht in einer Kiste mit Sand,
zum Schutz der Augen an der Stirn eine Hand.
Seine Insel, seine Heimat, sein Boot ist dieser Ort,
selbstvergessen träumt er sich dennoch fort.

Sein Blick ist in die Ferne, das Weite gerichtet,
weder den See, Bäume, noch Himmel er sichtet.
Kein Stolz, kein Trotz, keine Furcht in seiner Mimik,
eher vermittelt seine Haltung den Eindruck von Glück.

Ein Schwarm Schwalben fliegt am Horizont Kreise,
der Junge, noch entrückt, begibt sich auf die Reise.
Er setzt sich in das Boot und paddelt, gedankenverloren,
sein Lächeln scheint ihn für den Ausflug zu belohnen.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Was Davos vermag, setzen Sozialdemokraten in den Sand

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Der Gag der Woche – oder wieso man vieles ernst nehmen sollte

Manchmal kann man sich nicht des Eindrucks verwehren, daß unsere Spezies sehenden Auges ungesichert in rasender Geschwindigkeit ihrem apokalyptischen Ende entgegenstrebt, ohne auch nur ansatzweise dies verhindern zu wollen. Ach, tatsächlich? Und was ist mit all den Globalisierungsgegnern, den Pazifisten und wie besonders Rechtsradikale vollmundig zum Besten geben, mit den sogenannten Gutmenschen, – welch widerwärtiges Wort -, die genau das zu verhindern versuchen?

In etwa Phantasten, die bis zum letzten Atemzug hoffen und keineswegs aufgeben? Unbedingt, denn wer einfach jenes Szenarium geschehen läßt, macht sich nicht nur mitschuldig, sondern hat so gar keinen Respekt vor der Schöpfung. Klingt Ihnen zu spirituell? Das soll es auch, weil es sich so verhält, wer es immer noch nicht begriffen hat.

In Davos verschneiter Landschaft gaben sich mal wieder die Eliten der Politik und Wirtschaft die Klinke in die Hand, um der Welt vollmundig zu beweisen, daß sie selbst den Kurs unseres armseligen Daseins bestimmen. Da wirkt Soros Machtwort allemal fragwürdig, obwohl in Teilen durchaus berechtigt, auch darf sich niemand über eine übereifrige Angie wundern, schließlich möchte sie bekanntlich den Dicken mit ihrer vierten Amtszeit toppen, obwohl ihr „weiter so“ mit den angeschlagenen Sozialdemokraten kaum noch wirklich etwas bewegt, außer Waffen, Banktransfers und Sozialeinschnitte. Aber das kennt man ja hierzulande schon zu genüge, hält die Füße still.

Da wäre noch so ne rechtsradikale Partei im Deutschen Bundestag, die sich als die Alternative anbiedert. Bullshit, eine Soap, die lächerlicher kaum noch zu toppen ist, aber dennoch die politische Landschaft empfindlich durcheinanderwirbelt. Somit werden jene vier Oppositionsparteien dieser dritten Großen Koalition versuchen, in die Suppe zu spucken. Ob’s gelingt, zeigen die nächsten vier Jahre.

Obendrein wollen alle ihre Macht ausbauen, wohin man auch hinschaut, die Brandherde aufkommender Krisen und Kriege haben längst zugenommen, noch nie gab es soviel mögliche Eskalationen. Gleichzeitig bestimmt ein Elefant im Porzellanladen die Geschicke der USA, gefährdet mit seinem Getöse den gesamten Weltfrieden, der ohnehin stets auf äußerst wackeligen Beinen steht. Psychopathen, soweit das Auge blickt, in der Politik genauso wie  im alltäglichen Leben. Welche Pille hat man ihnen verabreicht? Das Laissez-faire eines Egotrips, Mackerverhalten ungebremst auszuleben, frauenverachtend, ungehobelt, oftmals hochstaplerisch unterwegs, während ihre Nächsten sie gewähren lassen? Unfaßbar!

Eine Schandtat folgt der nächsten, die um Schadensbegrenzung bemühten Versuche verebben im Rausche jener nimmersatten Gierigen, die keinerlei Einsicht zeigen, ganz im Gegenteil Mutter Erde erst recht zerstören. Und niemand stoppt sie. Stirbt am Ende doch noch die Hoffnung zuletzt? Es schaut sehr danach aus. Mensch, wach auf, bevor es zu spät sein wird!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

 

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Wie man in den Wald hineinschreit

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„Schalldämmung“ ist Bestandteil des Christentums

Also ganz ehrlich, mir hat ein Wald noch nie geantwortet, wenn ich in ihn hineingeschrien habe. Auch innerhalb des Waldes bekam ich keine Antwort von ihm. Als ich hingegen auf einem Berg, ein richtiger Berg war das und kein Hügel, in die Gegend brüllte, brüllte ein Berg mein Geschreie zurück. Aus dem Schulunterricht wußte ich, das Brüllen des Berges nennt man Echo. Dieses Echo gibt nur das Gerufene wieder, deshalb können wir es auch mit dem Begriff Widerhall benennen.

Falls der Wald irgendwann etwas zu meinem Geschrei zu sagen hätte, so wäre dies nur mein eigenes Geschrei, das ich etwas leiser zu hören bekommen würde. Oder jemand würde sich einen Spaß erlauben und anstelle des Waldes reagieren, das wäre zwar dann kein Echo und kein Widerhall, sondern könnte als Widerrede tituliert werden. Wobei über die Lautstärke des Widerspruchs mehrere Varianten möglich wären.

Wer sich noch an seine Schulzeit in den ersten vier Jahrgangsstufen erinnern kann, womöglich unter Zuhilfenahme in der Nähe einer Grundschule zu leben oder eventuell in Hörweite davon sich ab und an aufzuhalten, wird diese Erinnerung leichter hervorkramen können und im Gegensatz zum jetzigen Empfinden der Lautstärke, die vom Schulhof erschallt, sicher sein, so laut waren wir nie. Immer wieder gibt es aufgrund des Lärmpegels von Kindern Rechtsstreitigkeiten, die aber in den letzten Jahren zunehmend zugunsten der Kinder ausfallen. Sprich, Kinder dürfen lärmen, obwohl bei Messungen zwischen 70 und 85 Dezibel gemessen werden, sogar zeitweise den Wert von 110 Dezibel erreichen können, immerhin die Lautstärke einer Kreissäge, Diskomusik oder einer Autohupe. Das Lärm krankmachende Folgen nach sich ziehen kann, sollte jedem inzwischen bewußt sein.

Eine erfolgreiche Methode den Lärm an Schulen und in Kindergärten zu verringern, ist und wäre ein Schallschutz. Kinder schreien, falls kein Schallschutz vorhanden ist, nämlich nicht in den Wald, sondern von einem Berg. Somit wird das Schreien durch Wände „zurückgeschrien“, was zur Folge hat, die Kinder werden lauter. Sie reagieren auf ihr Echo, und wenn eine größere Anzahl Kinder auf ihr Echo antworten, steigt automatisch der Lärmpegel. Sie sind in dem Moment zwischen Widerhall (Echo) und Widerrede (Widerspruch) „gefangen“ und dies nicht freiwillig.

Ähnlich sieht es aus, wenn jemand angeschrien wird, falls keine Gefahr vorliegt, vor der durch das Rufen gewarnt werden soll, wird der Angerufene entweder in derselben Lautstärke oder lauter zurückschreien. Er befindet sich in der gleichen Situation wie die Kinder auf dem Schulhof, nämlich zwischen Widerhall und Widerrede. Er gibt durch seine Lautstärke nur zurück, was er als Ton empfangen hat und reagiert dementsprechend gleich laut oder lauter darauf.

Wer des Öfteren hohen Dezibelzahlen ausgesetzt ist, wird diese Frequenz der empfangenen Töne weitergeben, weil er das zu erwartende Echo übertönen möchte, um gehört zu werden. Und er wird laut der Gesetzmäßigkeit des Echos nicht nur den Ton, sondern auch das Wort weitergeben. Widerhall und Widerspruch ergänzen sich genauso wie Echo und Widerrede.

Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus, bezieht sich also nicht nur auf die Lautstärke sondern auch auf den Inhalt des Geäußerten. Oder wie du mir, so ich dir. Wie du mich behandelst, so behandle ich dich. Unhöflichkeit wird mit Unhöflichkeit beantwortet. Die Redewendung ist seit dem 13. Jahrhundert bekannt und schriftlich durch den Dichter Freidank überliefert: „Swie man ze walde rüefet, dazselbe er wider güefet.“ (redensarten.de)

Sicher ist „Aug um Aug, Zahn um Zahn“ (Gleiches mit Gleichem vergelten) heute nicht mehr empfehlenswert und gehört eher der Vergangenheit an, weil inzwischen die Möglichkeiten der „Schalldämmung“ nicht nur auf bautechnischem Gebiet, sondern auch in der Kommunikationslehre Einzug gefunden haben.

Und an die „Retter des Abendlandes“, die „Heimatverliebten“ und „christliche Werte Verteidiger“, genau diese „Schalldämmung“ ist Bestandteil des Christentums. Bibelzitat aus dem Neuen Testament: „Ihr habt gehört, dass den Alten gesagt ist: ‚Auge um Auge, Zahn um Zahn‘. Ich aber sage euch: Leistet dem, der euch etwas Böses antut, keinen Widerstand, sondern wenn dich einer auf die rechte Wange schlägt, dann halt ihm auch die andere hin.“ (Mt 5,38 f.)

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Meinung

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Keine guten Karten gegen Mächte

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Ganz vortrefflich argumentiert,
die Masse hat’s geschluckt,
völlig ungeniert
wurden Stühle geruckt.

So läuft das politische Geschäft
in jedem Land.
Egal welches System dies nachäfft,
schreibt’s an jede Wand.

Politik als Puffer vor dem Aufstand,
geschützt und gut situiert.
Manche bezweifeln diesen Aufwand,
doch am Ende wird stets pariert.

Wer jenes perfide Spiel durchschaut,
hat keine große Wahl.
Manchmal man besser abhaut,
lautlos, schnell und dabei legal.

Sich gegen Mächte zu stellen,
gleicht der Müh eines Sisyphos.
Das schildern etliche Quellen,
nennen Reiter und Roß.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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