Gaffer-Video schockiert Zuschauer

Wann greift endlich der Gesetzgeber wesentlich härter durch?

Wenn Ihnen ein Unglück widerfährt, dann erwarten Sie die Hilfe von entsprechenden Einsatzkräften, die ihren Job unbedingt sehr gewissenhaft ausführen. Besonders tragisch wird es in doppelter Hinsicht, wenn Gaffer mit von der Partie.

Genau das hat sich eine junge Filmcrew zu Herzen genommen und ein Gaffer-Video kurzerhand bei YouTube veröffentlicht. Daß der kleine Beitrag binnen solch kurzer Zeit zum Hit werden würde, damit haben die Studenten allerdings nicht gerechnet.

Sensationslust auf Kosten anderer?

Was spielt sich da in Köpfen derer ab, die mit Handy-Kameras das Leid Betroffener filmen, Rettungskräfte behindern, bei berechtigter Zurechtweisung obendrein entrüstet reagieren? Gaffen, um der Sensationslust zu frönen? Übrigbleibsel aus einer Zeit, als noch hier in Europa Menschen öffentlich hingerichtet, verbrannt, massakriert wurden, vor dem Volk, was der Abschreckung diente, sich in den Köpfen entsetzter Zuschauer einbrannte?

Daß das Video ausgerechnet vom deutschen Hetzblatt mit den vier Großbuchstaben gesponsert wurde, der Opener zu Beginn spricht wohl eher dafür, kann man dem gut durchdachten YouTube-Film noch anlasten. Ansonsten zeigt er schonungslos, was leider schon längst Alltag. Vor knapp zwei Jahren erlaubte sich die Hagener Polizei, Gaffer an den Facebook-Pranger zu stellen. Gut so. Dennoch scheint dies nicht unbedingt gewirkt zu haben, die Unbelehrbaren setzen ihr Gaffertum kurzerhand fort.

Die Politik hat eine Mitverantwortung

Allen voran der zuständige Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt. Aber wir kennen das ja bereits. Nach markanten, schön zurechtgelegten Worten folgen eben unterm Strich keine tatsächlichen Änderungen, obwohl diese schon sehr lange überfällig. Da wird wohl eher Dobrindts Androhung, Gaffer mit höheren Strafen zu belegen, im Nichts verpuffen. Es bleibt zunächst alles beim Alten. Zumal die CSU ohnhin damit beschäftigt, den Regierungsmachterhalt auszufeilen, was jene GroKo-Sondierungsgespräche anbelangt.

Was muß noch alles geschehen, bis der Gesetzgeber endlich wirklich einschreitet? Wer mit Einsatzkräften vor Ort spricht, erfährt unverblümt die Problematik jener Gaffermentalität, die durch nichts zu entschuldigen ist. Solches gehört ziemlich entschieden geahndet, wesentich höhere Strafmaße können sie vielleicht abschrecken. Gleichzeutig muß unsere Gesellschaft sich selbst die Frage stellen, was da verkehrt läuft.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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Silbenseelen

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Eingefroren
sind die Wörter verloren,
jede Silbe scheint
eingeschneit.

Mit Coolness
sind Sätze benäßt.
Sie erkälten sich
in dieser Welt, fürchterlich!

In den Herzen
Eistürme fläzen,
trotzen Wärme,
Nacktheit sich schäme.

Eiszapfen hängen Spalier,
keiner die Orientierung verlier.
Mit Pickel auf Eisplanken
letzte Gedanken sich ranken.

Nebelschwaden von Eissplittern
in der weißen Pracht glitzern.
Eisschichten füllen die Rinnen.
Haben Türme keine Zinnen?

Buchstabenlawinen
stürzen zu Tal, um zu dienen.
Formen aus Kristallen
lassen neue Töne erschallen.

Begriffe, bloßgestellte,
baden in der Eiseskälte.
Hoffen Sprachabwehrkräfte zu bilden,
Silbenseelen aus Eiswortgefilden.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Mensch auf Irrwegen unterwegs?

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Kurze Glücksmomente vs. Rausch der Superlative

Bescheidenheit würde schon sehr gut anstehen, anstatt immer wieder aufs Neue nach noch größerer Materie zu trachten, dem Rausch der Superlative, den ganze Generationen beflügeln, selbst ihre Nächsten zu verraten, sie eizutauschen für scheinbar kurze Glücksmomente. Wenn jene Raffgierigen überhaupt noch einem Funken Gefühl beiwohnen vor lauter Ehrgeiz, solch Zwecken dienlich.

Ist es das, was Mensch sich sehnlichst erhofft, einer Materie nachzujagen, um jenen Bereicherungen gar gänzlich zu verfallen, vergessen die schönen Momente innerer Zufriedenheit, sie stattdessen unbedarft einfach verdrängen, weil sie das Ziel ausbremsen mögen, einem Reichtum entgegenstreben? Mit einem ernsthaften Blick ins Weltgeschehen muß man solche Entwicklungen leider bejahen.

Auf der Suche zu seinem inneren Selbst

Manchmal braucht es wahrhaftig extrem dramatische Erlebnisse, um Zeitgenossen schlagartig die Augen zu öffnen. Natürlich gibt es ganz andere Möglichkeiten der Selbstfindung, die ohnehin die schwierigste zu lösende Aufgabe für uns Menschen bedeutet: sein wahres Ich finden. Wer bin ich, was ist wahr in und an mir? Was von klein auf den Menschen beschäftigt, wenn er ungefähr im Alter von Sieben sich seiner bewußt wird, das Ich zum Tragen kommt, die Umwelt mit anderen Augen sieht, sich stets fragend und suchend reflektiert.

Dabei hat Homo sapiens unwiderruflich eine Tür geöffnet, die er bis zum Lebensende nicht wieder schließen wird. Ganz im Gegenteil, rast- und ruhelos wird er im Laufe seiner Entwicklung stets aufs Neue sein innerstes Selbst suchen. Was kann dabei besser helfen als der Austausch unter Gleichgesinnten. Um so wichtiger, sich nicht permanent abzulenken, vielmehr den Faden zum Ich zu bewahren, die Brücke in die Tiefe seiner Seele nicht zu zerstören. Leichter gesagt als getan in einer Welt der Unruhe, der Hektik und vor allem der Konkurrenz, die es einem alles andere als leicht macht.

Hilfreich manch aufrichtiger Freund beiseite stehen kann, wenn wir ihn gefunden, dieser vorurteilsfrei uns kritisch betrachtend ein Stückweit die Augen zu öffnen vermag, wir auf diese Weise Wege sehen, den inneren Ruhepol zu erreichen: die Balance zwischen Verzweiflung und Gelassenheit. Sie für sich zu gewinnen, gilt es, um zufriedener im Leben wirken zu können.

Wie oben – so auch unten

Schwach sein eine der wichtigsten Erkenntnisse im Leben, in der Natur. Der Stärkere zwar obsiegt, weil er über dem Schwächeren zunächst thront, doch pulsierende Daseinszustände halten nicht ewiglich an, unterliegen der Gesetzmäßigkeit einer Entwicklung, die man niemals festhalten kann. Nicht zufällig lautet es: Wie oben – so auch unten, im dritten Hermetischen Gesetz.

Innehalten, nicht nur für kurze Momente, sondern nach dem Aufsuchen des gefundenen Ruhepols darf ruhig mal das eigene Leben reflektiert, gar hinterfragt werden, um vielleicht dringend notwendige Änderungen anzugehen, sich für andere Wege zu entscheiden, die uns lenken mögen, sogar guttun können. Vergessen wir nicht unseren Nächsten in der Familie, im Freundeskreis, gemeinsam läßt sich das Leben angenehmer ertragen, Probleme lösen, eine innere Zufriedenheit entwickeln.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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Armkette

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Auto hält
Es klimpert
Am Armgelenk
Keine Kette
Handschellen

Augenkontakt
Wimpernschlag
Forscher Blick
Handschelle
Rechte Hand

Eine Weile
Wie lang ist eine Weile
Habe nichts gesehen
Fragt mich
wohin

Silbernes Armband
Glitzert
Ist er nervös
Ein Ort
Abseits der Strecke

Sieh ihn an
Schellen klirren
Ach so
Kurz verwirrt
Rasselnder fährt weiter

Ausgebrochen
Krankenstation
Auf der Flucht
Zeitungen
Tags darauf berichten

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Trumps Mainstream-Gezeter ein Eigentor

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Der Gag der Woche – oder wieso man vieles ernst nehmen sollte

Wie bitte, wir befinden uns bereits beim profanen Fußball auf weltpolitischer Bühne? Aber nicht doch, da schreibt nur mal wieder ein kleines Licht über jenen „Humpty-Trumpty“, der doch tatsächlich so gar nicht mit Kritik gegen die eigene Person umgehen kann. Schließlich wurde er doch als erster Mann der USA in den Sessel des Präsidentenamtes gehievt. Jener Posten gilt als äußerst wichtig und nahezu unantastbar.

Die Neue Rechte tobt entsprechend entrüstet, ist doch ihr erklärtes Idol auf Verdeih und Verderb dem Mainstream ausgesetzt, erst recht mit jenem erschienenen Enthüllungsbuch des Michael Wolff. Ein NoGo sondergleichen in den Herzen jener rechten Pappkameraden, sie kritzeln jetzt schon vermehrt Namen auf ihren schwarzen Listen, die es abzuarbeiten gilt. Mafiöses Gehabe, kennt man doch schon seit langem.

Zurück zum Fußball oder was davon überhaupt übriggeblieben, außer jenem Eigentor. Einen größeren Gefallen konnte der blonde Dolle seinen Kritikern kaum ermöglichen mit dem Gezeter danach. Fluchen gehört längst zum guten Ton in US-amerikanischer Administration neben schnellstmöglicher Hire-Fire-Technik, die der 45. Präsident von Beginn an zum Besten gibt.

Während die einen meinen, er sei eine Gefahr für die Welt, das hat, wenn überhaupt stets für jeden US-Präsidenten gegolten, kann man beruhigend einflechten: Was will er denn schon ausrichten? Okay, so manche Dekrete und Gesetzesvorhaben überschreiten unbedingt die Schmerzgrenze politischer Weisheit, dennoch muß sein Regierungsstab alles mitverantworten neben dem Kongress selbst. Tröges, rechthaberisches Getue um den größten Atomknopf disqualifiziert ihn als Angeber ohne Sinn und Verstand ähnlich wie bei pubertierend ewiglich Stehengebliebenen, die halt nicht anders können, als hochzustapeln.

Nein, nein, wo führt uns das hin? Ins Chaos? Höchstwahrscheinlich nicht, denn die weltweiten Probleme müssen von allen Politikern gelöst werden, da stört so ein Humpty-Trumpty schlichtweg, kann nicht ernst genommen werden, versinken die USA in die Bedeutungslosigkeit, wenn nicht die Bevölkerung dortigst rechtzeitig die Reißleine zieht, um ihn von dannen zu jagen!

Natürlich geht bei all seinen Anhängern ein Raunen durch deren Reihen, wie man ihn denn nur dermaßen hart vorführen könne. Das hat er sich selbst zuzuschreiben. Wer von Beginn an die Öffentlichkeit verunglimpft, provoziert, nonstop die Medien beschimpft, sich über alle stellt, obwohl selbst durch Nichtwissen und Halbwahrheiten glänzt, darf sich am Ende nicht wundern, daß berechtigt scharfe Kritik folgt. Ein Eigentor eben.

Lotar Martin Kamm

Kategorie Satire

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Mainstream-Mania, Mainstream-Manier oder Mainstream-Magie

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Den Zauber des losen Zusammenhaltes bewahren

Es sollte ausreichend sein, die längsten drei Flüsse der Erde anzugeben, Amazonas, Nil, Jangtsekiang, um sie als Beispiel zu benennen, was es bedeutet, ein Hauptstrom zu sein. Ein Mainstream. Keiner dieser Flüsse, noch irgendein anderes Rinnsal würde es ohne Zuflüsse zu einer weiten Laufleistung bringen, denn um zu fließen, bedarf es nicht nur einer schrägen Ebene, sondern auch Druck, ansonsten ist nichts mit fließen. Und so ist es für den kleinsten Bach in seinem Umfeld möglich, das große Wasser, das Meer zu erreichen, wenn sein Wasser nicht vorher durch Verdunstung als Regen irgendwo wieder auf die Erde trifft.

Deshalb kann man sagen, ein Mainstream, ein Hauptfluß, ein Massengeschmack, eine Leitkultur besteht aus vielen einzelnen Strömungen, Nebenflüssen, selbst die sogenannte Subkultur oder Gegenkultur, Underground ist ein Bestandteil des Mainstreams. Anders sieht es hingegen aus, wenn ein Fluß in einen Kanal umgewandelt wurde. Dort können die Zuflüsse kontrolliert werden. Kanäle sind von Menschenhand hergestellte Wasserläufe, entweder um die Beschiffung (Höhenunterschiede ausgleichen) zu erleichtern, zur Trinkwasserversorgung oder um Abwasser zu regulieren. Fakt bleibt trotz Fließfaktor, Kanäle sind regulierte Flüsse, im Gegensatz zu einem Hauptstrom, der auf seinem Weg zum Meer größtenteils unabhängig von einer Einflußnahme aus Menschenhand ist.

Aus Sicht der rechten Gedankenideologie ist ein Mainstream, ist der Mainstream zu bekämpfen. Anscheinend stehen sie auf Kanäle. Doch dazu später noch ein oder mehrere Wörter. Um es zu verdeutlichen, ein Hauptstrom ist ein Fluß, der durch Nebenflüsse „angereichert“ sich ins Meer ergießt. Der Mainstream ist eine Strömung, die inspiriert durch verschiedene Meinungen, Bürgertum, Subkultur, durch möglichst viele Interessen sich zu einer Gemeinschaft, Staat zusammenfindet. Ohne diese Strömungen wäre der Fluß entweder ein stehendes Gewässer oder aber ein Kanal.

Ein Kanal, in dem nur durch gezielt gesteuerte Wassermengen, Interessen einfließen dürfen. Wer also den Kanal besitzt, Kanalrechte hat (Medien), der bestimmt, was durch den Kanal zu fließen hat, was andere zu denken, zu sehen, zu tun haben. Zur rechten Ideologie zählen deshalb eingetrichterte Kanäle und nicht fließende Gedanken. Alles, was in irgendeiner Form nicht in ein Regelwerk, Kanal, paßt, ist schädlich. Dazu paßt die immer wieder zu hörende Argumentation, nur wer sich uns anschließt, kann sich in Sicherheit wiegen, wir schaukeln das Kind, sorry, den Kahn. Hinter dieser Floskel steckt nichts anderes als, solange du dich einreihst, solange werden wir dir helfen, nicht an einem Ufer zu stranden. Dies ist übrigens einer der Vorteile eines Mainstreams, man kann ohne weiteres einfach mal an einem Ufer verweilen, ohne den Anschluß zu verlieren.

Diese hysterischen Angsteinflüsterungen, bloß nicht zum Mainstream zu zählen, nehmen bei rechten Ideologien die Formen einer Mania, einer Besessenheit, eines Zwangs an. Die Begründung liegt in der Denke, daß nur durch kontrollierte Meinungen Einigungen, Vereinigungen möglich sind. Dabei ist bei dieser kontrollierten Denke der Zweck, diese Denke als zukünftigen Mainstream zu positionieren. Dann ist es aus mit Subkultur, Underground. Das Gleiche ist übrigens auch zu erkennen, wenn gegen das Establishment proletet wird, dienlich einzig und allein dem Zweck, selbst das Establishment zu stellen, um sich zu bereichern, denn keine rechte Ideologie setzt auf sozialen Ausgleich. Es geht hier nur um, and the winner is, den Stärkeren.

Sicherlich ist die Manier des Mainstreams zu hinterfragen, die Strömungen, in denen man einfach mitgerissen wird, ohne eine Chance zu haben, kurz mal an einem Ufer zu pausieren, oder als nicht zugehörig benannt zu werden, wenn das Wassermolekül mit anderen Stoffen eine Liaison eingegangen ist. Aber der Mainstream wird, wenn keine außerordentlichen Katastrophen vorliegen, jeden Tropfen wieder aufnehmen. Das gilt auch für den gesellschaftlichen Mainstream, es sei denn, er ist gekünstelt und seine charakteristischen Strömungen wurden beschnitten.

Die Magie des Mainstreams liegt darin, den Zauber des losen Zusammenhaltes zu bewahren, mitzugestalten, auch ruhig mal zu entzaubern, sich aufzubäumen, mitzufließen, vergleichbar mit Surfen auf dem Meer. Als unabhängiger Tropfen sich zu einer Welle zusammenzuschließen, ohne den Zwang in einen engen Kanal gequetscht zu sein. Ob sie nun der Surfer sind oder die Welle ist irrelevant, denn beide haben die Möglichkeit, sich auszusuchen, mit wem sie sich verbinden, die Tropfen mit dieser Welle, der Surfer mit jener Welle. Strömungen, die ein Mainstream bietet, sind niemals konstant, sie sind fließend.

Wer dennoch behauptet, der Mainstream sei eine kontinuierliche gleiche Meinungsmache, hat wohl zu lange bereits in einem Kanal gelebt. Und zu guter Letzt, wer zwangsweise einen Mainstream realisieren möchte, der nur unter strengen Gesichtspunkten funktionieren kann, der will in Wirklichkeit nur eins, herrschen, beherrschen, ob es die Naturgewalten sind oder über Menschen. Strömung kann sich nur selbst gestalten, alles andere sind verklemmte Versuche wie seitens der Identitären Bewegung, (wobei der Name bereits den eigentlichen Sinn preisgibt. Derselbe ist und bleibt nun mal derselbe und soll verdeutlichen, keiner darf seine Individualität, das ist nämlich was völlig anderes, als identitär, also keiner darf seine Individualität, sein Einzelwesen leben) die mittels Angst einen auf Kameradschaft und Treue macht, aber wehe, jemand pariert nicht so wie sich der Kanalbetreiber seine künstlich angelegte Fließrichtung vorstellt.

Ein Mainstream kann ein Richtungsweiser sein, muß aber nicht, denn wie gesagt, viele Zuströme tragen erst dazu bei, daß er überhaupt als Mainstream bezeichnet werden kann. Und mein Mainstream ist meine Individualität, die nur deshalb so einzigartig ist, weil sie durch möglichst viele andere Individuen reflektiert wird.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Meinung

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Lebensmittelindustrie täuscht mit Pseudo-Ampel

Nestlé, Coca-Cola und Co. mit eigenem GDA-Modell europaweit unterwegs

Jahrelang versperrte sich die Lebensmittelindustrie gegen die sinnvolle Nährwert-Ampel, verhinderte eine EU-weite Ampelkennzeichnung, kam der Forderung von Ver-braucherschützern, das Modell der britischen FSA (Food Standards Agency) doch umzusetzen somit nicht nach.

Wer Verbrauchern dermaßen konstruktive und überschaubare Modelle wie die Ampelkennzeichnung verweigert, der führt daher wohl eher nichts gutes im Schilde. Kein Wunder, daß nunmehr Nestlé, Coca-Cola und Co mit eigenem GDA-Modell europaweit aufwarten, ihnen mit jener Pseudo-Ampel eher Sand in die Augen streuen, ihre Produkte einfach gesund zu rechnen.

Das perfide Spiel mit der Kennzeichnung setzt sich fort

Und zwar zu Lasten oftmals verunsicherter Verbraucher. Hauptsache die profitablen Geschäfte florieren, was interessiert dabei das Wohl der Kunden. Bekanntlich läßt die Lebensmittelindustrie keine Gelegenheit aus, ihre Tricksereien in den Zutatenlisten zum Besten zu geben, da stört somit eine klare Botschaft per Lebensmittel-Ampel.

Im Prinzip ist sie überschaubar und einfach umzusetzen, zumal mit den gut erkennbaren Signalfarben rot, gelb und grün durchaus verständlich. Dabei rückt der Gehalt an Fett, gesättigten Fettsäuren, Zucker und Salz in den Fokus der Kritik. Rot steht für hohen, Gelb für mittleren und Grün für geringen Gehalt. Insofern wurde sich an die britische FSA orientiert, dessen Variante bereits 2004 eingesetzt worden war.

Die bisherige aufgedruckte GDA-Kennzeichnung verunsichert hingegen die Verbraucher, zumal sie klein gedruckt hinten unten auf den Verpackungen präsentiert werden. Kein Wunder, daß auch foodwatch sich gegen die nunmehr vorgeschlagene Pseudo-Ampel der Lebensmittellobby verwehrt.

Verbraucherschutz wird schlichtweg ignoriert

Insofern hält der Etikettenschwindel einfach an, setzt sich mit diesem Vorstoß der Lebensmittelindustrie fort, ohne die Folgen zu berücksichtigen. Die Gesundheit der Verbraucher wird weiterhin aufs Spiel gesetzt. Man kann es auch ziemlich deutlich am Vormarsch des schädlichen Industriezuckers Isoglucose erkennen, den die USA uns Europäern verstärkt anbieten dank den Damen und Herren aus Brüssel, die damit wohl kein Problem haben.

Doch was interessieren die Belange der Verbraucher, dann lieber den Lebens-mittellobbyisten Tür und Tor öffnen, schließlich winken einträgliche Geschäfte. Unser täglich Gift wird eben nicht verbannt, landet nonchalant auf dem Teller.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Verbraucherschutz

 

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