Nigeria: EIA deckt illegalen Rosewood-Handel auf

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UN-Vize-Generalsekretärin Amina Mohammed unter Verdacht

Tropenhölzer sollten längst geschützt sein vor weiterer Abholzung, allein schon wegen etlicher Abkommen, Vereinbarungen und politischer Einsicht. Was auf Papieren festgehalten, deckt sich kaum mit der Wirklichkeit, die äußerst raffniert ausgetrickst wird, schließlich herrscht großer Bedarf etlicher Abnehmer, weiterhin vorwiegend aus China.

Die gemeinnützige Organisation EIA (Environmental Investigation Agency) hat jüngst einen illegalen Rosewood-Handel zwischen Nigeria und China aufgedeckt, der Verein Rettet den Regenwald startete eine Petition mit der Aufforderung „Verhindert den Raubbau von Palisander“. Es scheint, daß die frühere Umweltministerin Nigerias, Amina J. Mohammed, die derzeitige Vize-Generalsekretärin der UN, unter Verdacht steht, in die Machenschaften der Holzmafia verstrickt zu sein.

Schönes sauberes Image oder eiskalte Abzocke mittels Korruption?

Das kennt man doch aus früheren Fällen, stets folgt einer Welle von Bestechungsgeldern die Spur in den Sumpf anrüchiger Geschäftsleute, getarnt im smarten Anzug, obwohl mittels mafioser Strukturen längst vernetzt bis in kleinste Detail, Hauptsache windige Abnehmer werden in China „bedient“. Was interessierten dabei CITES oder andere Appelle?!

Vor einem Jahr berichteten wir über Madagaskars Regierung, die sich mit der Holz-Mafia einließ, neunzig Prozent der Wälder sind auf Afrikas größter Insel ohnehin dem Erdboden gleichgemacht. Offensichtlich fühlen sich jene Verbrecher wider der Natur ziemlich sicher, Politiker und weltweite Appelle bleiben unberücksichtigt, China selbst steht weiterhin unter Verdacht, zu wenig zu intervenieren, wenn dortige Abnehmer eben nicht gestoppt werden!

Eine dreiviertel Milliarde Kubikmeter Palisander für Chinas Bedarf

Welch fassungslose Verschwendung derartig kostbarer Ressourcen, bedenkt man wie langsam Palisander wächst, Rosewood im Englischen genannt, sein Ursprung des Namens aus Spanien, palo santo für heiliger Pfahl. Wer jenes Holz bearbeitet hat, weiß, wie hart, dicht und schwer es ist, Rio-Palisander, das brasilianische Pendant, welches auch als Rio Jacaranda benannt hauptsächlich bei Rio de Janeiro vorkommt, darf als eines der teueresten, kostbarsten und schönsten Hölzer gelten. Der hohe Anteil an Mineralien verursacht stumpfe Klingen beim Verarbeiten, Rio-Palisander ist als Massivholz nicht mehr erhältlich.

Und China? Was soll die seelenruhige Zurückhaltung, die im Übrigen ebenso beim illegalen Handel mit Elfenbein stattfindet? Der wachsame Naturschützer fragt sich zurecht, warum die Weltgemeinschaft dermaßen untätig solche Verbrechen geschehen läßt. Reichen weiterführende Appelle und Proteste aus, um schlimmeres zu verhindern? Wohl eher nicht.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Naturschutz

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Gedankenzauber

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Gedankenkronen haben sich
mit Baumfedern geschmückt.
Absichtlich, absichtlich!
Ins Rampenlicht sind sie damit gerückt.

Federkleider sind bunter, greller.
Blätterkleider eine solche Farbpracht geben nicht her.
Schrecklich, schrecklich!
Die Farben der Vögel beneideten sie sehr.

Schnell Menschenscharen fanden sich ein,
johlten und riefen, wie fein, wie fein.
Erstaunlich, erstaunlich!
Dies sind die Kronen der Gedanken, keine Zauberei´n.

Tage, Wochen, Monate vergingen,
Baumfedern waren verblaßt und zerzaust.
Bedenklich, bedenklich!
Sonne, Wind hatten die Kronen der Gedanken verfilzt, ergraut.

Völlig aus dem Konzept
waren Dichtung, Malerei, Schauspielerei.
Was jetzt, was jetzt!
Aus die Träume, die Gaukelei.

Eine kleine weiche, weiße Flaumfeder
schwebt sanft durch die Sphäre.
Wo fliegt sie hin? Wohin?
Dies ich nicht berichte, es sonst nicht eure Phantasie wäre.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Nordkoreas weltweite Isolation kaum durchzuhalten

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Ein Volk hält sich noch zurück – wann fällt der Vorhang?

Jetzt mögen all jene auf der Matte stehen, die obendrein diese „Demokratische Volksrepublik Korea“ mit Inbrunst verteidigen, mit Antiamerikanismus kontern, Hauptsache ins kommunistisch verbrämte Horn geblasen, Parallelen zur ehemaligen DDR flackern unverkennbar auf, bloß nicht zugeben, daß Alleinherrschaft stattfindet, schließlich bürge die „demokratische“ Benennung im Staatsnamen für entsprechende Aufrichtigkeit.

Welch trügerisch simples Weltbild, wobei jedwede kritische Haltung einfach ignoriert wird. Unfaßbar. Wer dabei noch jenen Herrn Trump berechtigterweise hinterfragt, gerät gleich zwischen zwei Fronten: den ewiglich „treudoofen“ USA-Fans und den Kim-Anhängern.

Statements über Nordkorea einfach als Propaganda diffamieren?

Man kann es sich auch leicht machen, was ohnehin besonders gern seitens rechtsradikaler Strömungen dermaßen praktiziert wird, denken wir an die unglückliche Formulierung von Fakenews, nachdem das Gebrülle über die „Lügenpresse“ nicht mehr ausreichte.

Insofern folgen entsprechende Diffamierungen vorschnell bei Interviews wie diesem hier, wo der Bauingenieur Kim Chul Seung und die ehemalige Sprecherin des Propaganda-Apparates, Kim Jung Hyun, sich den Fragen von Patrick Diekmann stellten. Trotz vorsichtiger Zurückhaltung, zumal die Flüchtlinge selbst nicht überall Einblicke hatten, darf man davon ausgehen, daß Nordkorea-Fans aufmucken.

Eine Diktatur läßt keinerlei Optionen offen, diese zu hinterfragen. Schwierig, wenn ein Kim Jon-un dermaßen verglorifiziert wird. Ein Dreiunddreißigjähriger an der Spitze des weltweit am meisten islolierten Staates, der genauso wie Herr Trump mit Verbalattacken unterwegs, noch im August hielt die Weltöffentlichkeit den Atem ob solcher Szenarien kurzfristig an, die Gefahr eines möglichen Krieges besteht weiterhin, dennoch bemühen sich alle Beteiligten um weitere Zurückhaltung. Die Ruhe vor welchem Sturm?

Chancen auf Änderung in Nordkorea eher gen Null

Angesichts einer extrem eingeschränkten Informationsfreiheit, die gen Null tendiert, selbst in der ehemaligen DDR gab es für die Menschen mehr Möglichkeiten, besteht am ehesten eine Chance bei veralteter Technik: dem Radio. Wer es mit bestimmten Bestandteilen zwecks Zusammenbaus ins Land schmuggelt, um dortige Infos aus dem Äther zu fischen, mag sich bilden, um der harten Doktrin ewiglicher Treue zum Regime zu trotzen.

Nicht ohne sein eigenes Leben zu riskieren, in Umerziehungslagern zu landen, Folter- und Hungertod als letzte Station zu erleiden. Lassen sich die Menschen überhaupt auf Widerstand ein, zumal Angst stets der beste Ratgeber aller Herrschschaftssysteme, explizit in Diktaturen? Das Leid so gewaltig, daß kaum mehr Kräfte vorhanden, von Bespitzelungen ganz zu schweigen? Andererseits gibt es genügend Beispiele in der Menschheitsgeschichte, daß solche Konstellationen trotzdem ein jähes Ende finden mögen.

Die Rolle Chinas bleibt fragwürdig, schließlich schickt das Riesenreich Nordkorea-Flüchtlinge einfach zurück, wissend, wie mit diesen dort verfahren wird. Menschenrechte haben daher wohl kaum Bedeutung, keine gute Option, um Vertrauen zu schaffen. Außerdem bleibt die internationale Lage kompliziert, erst recht wenn der Iran sich mit Nordkorea solidarisiert, Russland ebenso Zurückhaltung ausübt. Das Feindbild den USA gegenüber bleibt am Köcheln, wer hierbei haarscharfe Analysen betreibt, eben zu differenzieren, gelangt schnell in bestimmte „Fettnäpfchen“, die ihm dann vorgehalten werden.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Wort – Bruch

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Natürlich kann man Worte teilen.
Man kann sie mitteilen.
Kann sie tren-
nen.
In Absätzen positionieren.
Buchstaben entfernen.
Neue Buchstaben hinzufügen,
kann auch WortBruch sein.
Sie völlig anders auslegen,
manipulieren,
nennt man dies Wort.
Ihre Herkunft verschleiern,
sie glorifizieren.

Ein gebrochenes Wort kann verletzen.
Zur Heilung muß man manchmal
ganze Bibliotheken benützen.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Wo bleibt die Zivilcourage Kunstschaffender?

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Hautnahe Gratwanderung zwischen Kunst und Kultur

Zu Beginn war die Natur, das Leben auf Erden ohne uns Menschen. Dieses Leben war insofern geprägt vom Geschehen der Ökosysteme, den Naturgewalten. Mit dem Homo sapiens erfolgte das Pflegen, den Acker bestellen, die Bearbeitung, was wir heute unter dem sinnigen Begriff als Kultur definieren.

Mit ihrer Hilfe entwickelten sich Technik und geistige Formen in Ethik, Moral, im Rechtswesen, in den Religionen, der Wirtschaft sowie der Wissenschaft, ganz besonders in den Künsten selbst.

Kunst ein Recht sich politisch einzumischen

Menschliche Kultur rechtfertigt diesen Kontext sogar, um ein Überleben zu sichern, es sei denn, wir wollten eine Diktatur, in der daher Kunst zensiert wird. Der Begriff „Politik“ entstammt aus dem griechischen Πολιτικά ( politiká, die politischen Dinge ). Alles was den Staat, das Gemeinwesen betrifft, unterliegt der Politik. Die Politikwissenschaftlerin Agnes Neumayr hat einmal zur Thematik „Kunst und Politik“ gesagt: „Am besten scheinen sich dafür die Künste zu eignen, weil in diesem Bereich kognitive und emotionale Fähigkeiten dynamisch zusammenwirken. Wenn man sich von Kunstwerken beeindrucken lässt, sprechen sie immer unseren Verstand und unsere Gefühle an.“

Exakt das vermögen eigentlich alle Kunstrichtungen wie die Literatur, die Musik, die bildende und die darstellende Kunst. Innerhalb der Literatur gibt es wunderbare Beispiele wie den Meister der Satire, Kurt Tucholsky, den sozialkritischen Bertolt Brecht, aber auch die Altmeister William Shakespeare, Friedrich Schiller, alle drei verfaßten Theaterstücke, die jeweils der Gesellschaft den Spiegel vorhielten. Sicherlich sind da noch etliche große Autoren zu benennen, um aufzuzeigen wie sensibel und kritisch die jeweiligen Künstler auf die politischen Verhältnisse reagierten.

Natürlich offenbart sich dies ebenso in der bildenden Kunst. Ganz besonders der Surrealismus, der aus der dadaistischen Bewegung entstand, Max Ernst und André Breton erfanden ihn gewissermaßen, waren geprägt von ihrer anarchischen, revolutionären Kunst- und Weltauffassung. Jean Miró und Salvador Dalí gingen aus dieser Bewegung hervor.

Was vermochte dabei und vermag Musik, um politische Anstöße, Impulse als Zeichen zu setzen? Sie paßt sich in der Gefühlswelt hervorragend an, weil sie nebenbei durch Texte Botschaften direkt vermittelt, wie Liedermacher uns verkünden. Ob ein Reinhard Mey, ein Franz Josef Degenhardt oder auch die Neue Deutsche Welle mit der Band „Ideal“- sie alle hinterfragten in ihren Texten das politische Geschehen.

Ganz besonders direkt und unverblümt erreicht dies das Kabarett. Mithilfe des Fernsehens werden auch wesentlich mehr Menschen erreicht, als dies Bühnenhäuser vermögen. Die Kabarettsendung „Scheibenwischer“, die Dieter Hildebrandt gegründet hatte, wirkte von 1980 bis 2009 in der ARD. Das aktuelle, politische Geschehen Deutschlands wurde dort stets äußerst satirisch und daher folgerichtig durchleuchtet.

Kein Aufschrei bei der Demontage des Sozialstaates

Wieso jene Schilderung in diesem kleinen Exkurs über Kunst und Kultur? Nun, das ist eigentlich sehr naheliegend und darf durchaus als Appell betrachtet werden an all jene, die noch nicht das gesellschaftliche Leben im Sinne eines „gesunden“, sozialen Staates aufgegeben haben.

Wo sind sie denn, die Intellektuellen, die Akademiker, die Kunstkenner- und freunde hierzulande, wenn Menschen- und Bürgerrechte immer auffälliger eingeschränkt und abgebaut werden? Kaum ein Aufschrei, wenn der Sozialstaat demontiert und die Ärmsten der Armen zur Kasse gebeten werden, während die wirklich Reichen ein Steuergeschenk nach dem anderen erhalten?

Es muß wieder menschliche Wärme Einzug erhalten, und zwar nicht nur in Lippenbekenntnissen oder gar halbherzigen „Tafelspenden“, sondern in Taten, die auch mal die derzeitige Politik nicht nur hinterfragt, sondern konsequent abwählt bis hin zu öffentlichen Statements wie sie hin und wieder beherzte Einzelgruppierungen wagen. Mehr Zivilcourage ist gefragt, sich einzumischen, wenn Ungerechtigkeit überdeutlich gen Himmel schreit.

Das sind die großen Chancen, die von Künstlern immer wieder gesendet werden. Es geht darum, daß auch ihre Bewunderer sie in die Tat umsetzen und somit handeln im Sinne gelebter Nächstenliebe. Denn wenn wir dies nicht tun, verroht die Gesellschaft weiterhin.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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Kazimierz und Andrzej

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Ich erinnere mich,
Kazimierz,
als wäre es gestern gewesen.
Deine Unsicherheit
in der Freiheit
war selbst
hunderte Kilometer
entfernt deiner Heimat
in unserer Küche zu spüren.

Wir boten dir Offenheit an,
manchmal griffst du danach
wie ein Ertrinkender,
manchmal schrecktest
du zurück,
oft, das weiß ich,
hieltest du uns
für irr.

In den letzten Tagen
denke ich verstärkt an dich,
an Andrzej, deinen Freund.
Ihr brachtet immer
Geschenke aus Polen mit,
Bücher, Platten und einmal
sogar einen kleinen Baum.

Ihr brachtet auch
Hoffnung mit,
den Wunsch nach
Akzeptanz eurer Liebe,
die Utopie, daß Toleranz
euer Polen
den ersehnten Fortschritt
bringe.

Andrzej starb!
Kazimierz starb!
Ihr ward beide
noch jung an Jahren.
Die Todesumstände -,
ach, ich will jetzt
nichts mehr sagen!

Ich erinnere mich, Kazimierz!
Ich erinnere mich, Andrzej!
Ihr ward für uns
die Gesichter
des modernen Polens!
Ich wünsche mir so sehr,
die Unsicherheit
von Freiheit
hat in eurer Heimat
keinen Bestand.

Erinnert ihr euch?
Wir waren Europa,
wir waren gemeinsam
in Sicherheit.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Polnischer Rechtsruck alles andere als harmlos

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Nationalismus sucht fortwährend neue Spielwiesen

Überzeugt weltoffen politische Gestimmte raufen sich die Haare ob solch europäischer Entwicklung. Wenigstens die beiden größten Volkswirtschaften verhinderten noch ein Desaster in jene Richtung, die zutiefst menschenverachtend sich zu etablieren versucht. Macron wies Le Pen in ihre Schranken, hierzulande gibt es keine Partei, die mit der rechtsradikalen AfD regieren will.

Östlich und südöstlich aus der Sicht Deutschlands schaut es düster aus mit Blick gen Ungarn, Österreich und seit längerem auch zu unserem östlichen Nachbarn. Der polnische Rechtsruck tobte sich im Herzen Warschaus zum Unabhängig-keitstag aus, gestern vor 99 Jahren wurde nach 123 Jahren Unterjochung unter Preußen, Österreich-Ungarn und Russland die Zweite polnische Republik verkündet.

Von der Geschichtsverdrängung- und Klitterung zugunsten tröger Haßparolen

Welch simple Mittel werden dabei erneut bedient, was früher schon in Nazi-Herrschaftszeiten gelang, stößt trotz Aufklärung stets auf fruchtbaren Boden. Dabei verwunderlich, wer sich die Orte jener rechtsradikalen Gesellen betrachtet, ob in der Ukraine, in den USA oder wie jetzt in Polen, angebliche Patrioten haben keinerlei Berührungsängste mit Neonazis, schließlich gilt es, trögen Haßparolen zu folgen. Rassismus kennt keine Toleranz, es zählt der einmal eingeschlagene fanatische Weg!

Dabei spielen Social-Media sowieso eine nicht zu unterschätzende Rolle, die ebenso im US-amerikanischen Wahlkampf zum Tragen kam hinsichtlich russischer Einflüsse, die nicht zu übersehen waren, wer sich z.B. auf Facebook tummelte. Da mögen Geheimdienste Recht haben oder nicht, ein Herr Putin von all dem nichts gewußt haben oder etwa doch, ein Donald Trump ohnehin seine wankelmütigen Äußerungen in Mikros oder per Twitter zum Besten geben, im Endeffekt greifen die Gesetze gezielter Manipulationen, erst recht im Internet.

Insofern treibt Geschichtsverdrängung- und Klitterung ihr perfides, bösartiges Spiel, um rechtsextreme Standpunkte mit Nachdruck an Verunsicherte heranzutragen, nonchalant werden Medien diffamiert, um eigene Fakenews zu verbreiten, oftmals per zurechtgebastelten Medienseiten, die alles andere als seriös sind. Hauptsache sich simpel austroben, der unkritische Bürger wird, da ohnehin politikverdrossen, in den Bann einfacher Parolen gezogen.

Solidarność war gestern, heute regiert die PiS mit absoluter Mehrheit

Ein fatales Signal, eine Stärkung rechtsradikaler Kräfte, selbst wenn die Prawo i Sprawiedliwość, zu deutsch „Recht und Gerechtigkeit“, sich selbst als konservative Partei bezeichnet, so vereint sie nach deutschen Maßstäben eine Mischung aus Unionspolitik und rechtsradikalen Standpunkten, ein Tummelbecken für all jene, die an Nationalismus, Rassismus und menschenverachtende Intoleranz allem Fremden gegenüber festhalten.

Kein Wunder, daß eine derartige Stimmung in der Republik Polen aufkommt, einem Lech Wałęsa dürfte eine solche Entwicklung nicht spurlos vorbeiziehen, er lehnt schlichtweg die Politik der PiS ab, wenn auch dessen homophobische „Entgleisungen“ im März 2013 für berechtigtes Unverständnis sorgten.

Darf man davon ausgehen, daß solche Reaktionen ebenso mit jener verkorkst fragwürdigen Einstellung zum Klerus zusammenhängt? Immerhin ist bis heute Polen stockkatholisch, somit gehen die Einflüsse der Katholischen Kirche nicht spurlos vorbei.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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