Verweilen im Alltag einer abgehalfterten Gesellschaft

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Der Blick ins Innere ohne weitreichende Erkennt-nisse

Außer Reichweite, ins Abseits katapultiert, in Stillschweigen gehüllt, sprachlos schockiert ob der Tragweite dermaßen unerschrockenen Handelns, unterwegs im Taumel eines kopf- und sinnlos geldgierigen Verlangens. Solche Gedanken mögen ellenlange Stränge ziehen, sich verselbständigen, sodaß ein eigenes Ausbremsen kurz vor dem Kollaps notwendig, schließlich gilt es, selber das Leben trotz jener Mißstände zu genießen.

Viele zerbrechen bei verzweifelten Versuchen, wieder einen halbwegs gesunden Weg zu verfolgen, der eben nicht solche maßlosen Bedenken hervorruft. Stets bemüht, nicht abzukommen von eigenen Zielen, vermag der Wettlauf gegen die Zeit nahezu aussichtslos erscheinen. Was bewegt oder treibt Beherzte an, dennoch nicht lapidar aufzugeben angesichts solch trüber Aussichten?

Der Wille allein vermag es meist nicht steuern, dazu begegnen ihnen zu viele Widrigkeiten, allemal selbst kleine Erfolge der Masse an Rückschlägen ausgesetzt. Lernfähigkeit tendiert gen Null, obwohl überdeutlich ein jeder erkennen müßte, was da vor uns allen passiert. Mensch, ein Wesen, welches simpelst ignoriert, sich insofern selbst belügt? Warum? Eine moderate Möglichkeit, die Wirklichkeit auszublenden, um über Träumereien und Trugbildern sich scheinbar selbst zu schützen? Offensichtlich.

Wieso verharren wir in jener Zwickmühle, aus der kaum eine Lösung in Sicht? Sie wissen schon, was hierbei gemeint, oder? Klingt zu abstrakt, weil keine konkrete Beispiele genannt? Wetten, daß die meisten unter Ihnen es dennoch wissen, obwohl in der Überschrift nicht erkennbar? Ganz genau, Ihr Bauchgefühl täuscht sich genauso wenig wie der Verstand!

Merkwürdig, menschliche Intuition, ein treffsicherer Instinkt, der oftmals gar lebensrettend der Idiotie eigener Selbstzerstörung gegenübersteht. Der starke Raucher, der Alkoholiker, der Junkie, Workaholic, Spieler oder Müßiggänger, sie alle haben eines gemeinsam: ihren Alltagstrott nicht beenden zu wollen oder zu können. Bedauerlich, aber eine nur allzu menschliche Schwäche, die natürlich Geschäftsleute für eigene Zwecke eiskalt ausnutzen.

Rushhour, Blechlawinen reihen sich kilometerweit auf grauem Asphalt, lärmend, die Luft schneidend toxisch belastend, während Kriege toben, Seelen dahingerafft, Frauen begafft, begrapscht und mißhandelt, Kinder verwahrlosen, Eltern schlecht bezahlten Jobs hinterherhecheln, manch Dinner das Monatsalmosen eines Hartz-IV-Beziehers in Nobelrestaurants übersteigt mit Getränk und Trinkgeld, was soll’s, ohne Fleiß kein Preis, haste was, biste was und leistest dir jeden „Spaß“ – ups, das saß!

Die Augen verharren zusammengekniffen, beobachten die Geschehnisse in irgendeiner Großstadtmetropole, wenn Trauben von gehetzten Menschen ihrer Wege gehen, ein jeder in seiner kleinen Welt, die Anschluß sucht zum großen Ganzen, was welchen Zielen folgt? Dem Überleben, weil die Räume zu klein, sich gerecht zu entfalten, sowieso keine Gerechtigkeit Maßstäbe setzt, sondern eine Politik der Herzlosigkeit vorgeschobener Argumente, gedeckelt mittels Gesetzen, die sich stets widersprechen in der Ahnungslosigkeit jedweder Lügengeflechte, die eben nicht entwirrt werden können. Ein Netz voller Trugschlüsse, hilfreich im Sinne von Eliten, die Völker verraten.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Abschied ist auch Wiedersehen

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Täglich sehe ich sie auf der gegenüberliegenden Seite vorbeigehen,
nie bleibt sie stehen, um sich in den Schaufensterscheiben anzusehen.

Ihr Schritt ist mal zügig flott, mal schlendernd lässig, nie aus dem Tritt,
den Kopf meist hochgehoben, sie scheint nicht nur körperlich fit.
Abwechslungsreich ihre Bekleidung, ihr Schrank scheint vollgefüllt,
nicht unbedingt die neueste Mode. Kleidung, in der sie sich wohlfühlt.

Das Profil empfinde ich aristokratisch, vielleicht bilde ich mir das nur ein,
weil ich sie mag. Mein Herz schlägt Purzelbäume, fühle ihre Seele rein.
Sie geht den Weg nur morgens. Nie mittags, abends oder zu anderen Zeiten.
Sag nichts Schlechtes über sie, meine Zuneigung will ich nicht bestreiten.

Gar nichts weiß ich ansonsten von ihr, nicht mal ihr Antlitz ist mir bekannt.
Aus jeder Menschenmenge sticht sie hervor, gäbe sie mir einmal nur ihre Hand!
Ich stehe nicht absichtlich am Fenster, um auf ihr Kommen zu warten.
Sie scheint mich zu kennen, wie könnte sie ansonsten mein Zeitgefühl erraten.

Da, seht ihr sie? Sie dreht den Kopf in meine Richtung, muß ich das verstehen?
Ihr Gesicht spiegelt Leben wider. Erinnerung bleibt Abschied und doch Wiedersehen.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Naher Osten: Saudi-Arabien auf Provokationskurs unterwegs

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Erzfeind Iran soll mit Unterstützung der USA und Israel zermürbt werden

Als ob nicht schon genügend Kriege weltweit toben, Donald Trump in Asien unterwegs erneut Nordkorea warnt, die USA nicht herauszufordern, positioniert sich Saudi-Arabien nunmehr mit seinem Provokationskurs. Läßt der US-Präsident sich etwa vor deren Karren spannen? Viele Zeichen sprechen dafür.

Zugleich ändert sich die Lage im Nahen und Mittleren Osten fortwährend, etliche Allianzen fanden sich in bestehenden Kriegskonflikten zusammen, ob in Syrien oder jüngst im Jemen. Anscheindend soll der Erzfeind des saudischen Königreichs mit Unterstützung der USA und Israel zermürbt werden.

„We see this as an act of war“ – Adel el-Dschubeirs Ansage brandgefährlich

Im wahrsten Sinn des Wortes. Der jüngste Vorfall einer Rakete, die von den Houthis in einem von ihnen im Jemen besetzten Gebiet gen Riad abgefeuert wurde, soll mit iranischen Schriftzeichen versehen, die Hisbollah-Miliz verantwortlich sein, wobei zugleich die libanesische Regierung mit am Pranger steht. Die Angst vor einem möglichen Attentat führte dazu, daß der libanesische Ministerpräsident Saad Hariri zurücktrat.

Aus der Sicht Saudi-Arabiens verhält sich dies ein wenig anders. Es macht ihn mitverantwortlich, die Ansage des saudiarabischen Außenministers Adel el-Dschubeir muß man somit als brandgefährlich werten, indem er selbst bereits von einem Kriegsakt spricht, den Artikel 51 der UN-Charta zitiert, was bedeutet, jede Nation dürfe reagieren, wenn ein Angriff gegen sie eintrete. Keineswegs Hariri selbst lastet Saudi-Arabien dessen Rücktritt an, zumal er zuvor das Königreich um Hilfe gebeten hatte.

Saudi-Arabien im Wandel unter Mohammed bin Salman al-Saud

Den König Salman im Juni zum Kronprinz ernannt hatte, nachdem dieser schon zwei Jahre zuvor zum Verteidigungsminister ernannt worden war. Salman sorgte mit dafür, daß die Spannungen zum Iran neu eskalierten, besonders durch die Hinrichtung von 47 angeblichen Terroristen im Januar 2016.

Unter Mohammed ibn Salman (im Land wird er auch MBS genannt) herrscht inzwischen ein neuer Ton aus Riad, als Kronprinz gönnt man sich schon mal eine superteure Yacht für eine halbe Milliarde Euro, um gleichzeitig die Beamtengehälter zu kürzen. Die Katar-Krise geschah keinesfalls zufällig, das Augenmerk gilt Scheich Tamim bin Hamad Al Thani, der unter der Fuchtel Saudi-Arabiens dienlich sein Amt ausführen soll. Fast unmöglich, da Katar in enger Zusammenarbeit mit dem Iran das weltweit größte zusammenhängende Gasfeld teilt.

Neben der Festnnahme dutzender hochrangiger Regierungsmitglieder ließ MBS auch den Sohn des letzten Königs Abdullah, den Prinz Mutaib Bin Abdullah, festnehmen. Welch Wandel, immerhin galt bis dahin die Regelung, daß offene Machtkämpfe des Königshauses nicht ausgetragen werden. Die Welt blickt gen Saudi-Arabien, dessen Rüstungsdeals zuvor für genügend Skepsis sorgten, der Nahe und Mittlere Osten bleibt ein Pulverfaß.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Braut und Bräutigam einer irritierten Gesellschaft ausgesetzt

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Warum erklären, was nahe liegt, wenn nebulös offengelassen?

Und sie lebten glücklich und zufrieden bis an ihr Lebensende. Keine Sorgen, kein Streß, weder persönliche noch von außen einwirkende Unbill stört ab nun die kommenden Jahre, bis daß der Tod euch scheide, bis der Tod diesem Schlaraffenlandleben ein Ende setzt.

Natürlich hat diese Vorstellung von einem Schutz unter einem unablässigen begleitenden Glücksstern so seinen Reiz und seine Berechtigung in Hinsicht auf freie Entscheidung von Vorstellungsmöglichkeiten, aber warum nur in Verbindung mit dem Heimführen der Braut durch den Bräutigam, mit dem Beginn einer Ehe?

Heutzutage sollte davon ausgegangen werden, daß eine Heirat nicht ein auf die Ewigkeit geschlossener gemeinschaftlicher Lebensweg bedeutet, auch wenn dies als verlockende Aussicht auf immerwährendes friedliches Miteinander unter den Brautleuten stets noch propagiert wird. Die Entscheidung einen gemeinsamen Lebensweg mit seinem Freund, Partner (nicht berücksichtigt sind die arrangierten oder Zwangsehen) einzugehen, ist unabhängig der Gründe für eine Ehe, ein einschneidendes Ereignis. Ob natürlich alle Hochzeiter, die nicht nur den Hochzeitstag mit Familie und Freuden feiern, sondern bereits im Vorfeld sogenannte Junggesellen/Junggesellinnenabschiede, letztendlich wissen, daß der Honeymoon, die Flitterwochen nicht gleichzeitig bedeuten, in eine andere bessere „Haut“ zu schlüpfen oder den zeitweiligen Wunsch erfüllen, die Sorgen, Probleme wären gelöst, ähnlich dem Wunsch „auf einer einsamen Insel“ alles „auf Neustart“ zu beginnen.

Mit einigen wenigen Ausnahmen wird weltweit die Braut von ihrem Vater dem Bräutigam „übergeben“, damit dieser die Braut „heimführen“ kann. Feste, Feiern, Trinkgelage umrunden den Bund der Eheschließung, ebenso weltweit. Demnach sollte es doch möglich sein, zu erfahren, was Braut oder Bräutigam bedeutet, schließlich handelt es sich hier um einen Begriff, der über Jahrhunderte in seiner Aussagekraft ständig in etwa gleichbleibender Bedeutung angewandt wird.

Laut Duden ist die Wortherkunft unbekannt, selbst das Wörterbuch der Gebrüder Grimm (Uni Trier) gibt keine eindeutige Erklärung. Dort wird sogar explizit davor gewarnt, die Wörter Braut und Bräutigam, mit den Wörtern brauten und bräuten in Verbindung zu setzen. (Wie ist nun braut zu verstehn? höchst verkehrt wäre, diesem reinen, edlen wort, wie man gesucht hat (s. hernach brauten, bräuten) unzüchtige bedeutung unterzulegen.) DWB Trier

Dann wollen wir mal diese Wörter brauten und bräuten genauer ansehen, oder? Brauten, bräuten, hochzeit, beilager halten, mhd. briuten (DWB Trier) Nicht fehlen darf das Adjektiv bräutig. Bräutig, die brûtegen lit, die geschlechtstheile. (DWB Trier)

Braut, mittelhochdeutsch, althochdeutsch brūt, Herkunft ungeklärt (Duden) Synonyme sind Ehekandidatin, Auserkorene, Zukünftige, Verlobte.

Bräutigam, mittelhochdeutsch briutegome, althochdeutsch brūtigomo, aus brūt= Braut und gomo, Mann (verwandt mit lateinisch homo = Mann; Mensch) (Duden) Andere Begriffe sind Hochzeiter, Verlobter, Zukünftiger, Mann an seinem Hochzeitstag.

Irgendwie oder sehen Sie das anders, gibt es einen sprachlichen Zusammenhang zwischen Geschlechtsteile und Braut, Bräutigam. Braut sich hier eine absichtliche Front auf, um nicht etwa Unzüchtiges wie Geschlechtsteil, hier ist vielleicht eher der Ausdruck Geschlechtsreife richtig, auszusprechen?

Brauen, mittelhochdeutsch briuwen, brūwen, althochdeutsch briuwan, brūwan, ursprünglich = (auf)wallen, sieden (Duden)

Oh, oh, Mädels und Jungs, nicht daß euer Herz oder gar eure Geschlechtsteile in Wallung kommen, wenn ihr beim Anblick eures Liebsten merkt, daß ihr bereits in der Geschlechtsreife seid!

Siedend heiß kann der Verstand versuchen, sich mit der allgemeingültigen Erklärung zufriedenzugeben, daß Braut und Bräutigam nicht mit dem Einsetzen der Geschlechtsreife, die unweigerlich zum Erwachsenwerden gehört und einer eventuellen sexuellen Begierde zu tun haben könnte, aber versuchen Sie mal, einen Brauprozeß zu unterbinden, abzubrechen, entweder explodiert Ihr Gebräu oder es wird schal und ohne Genuß.

Natürlich gäbe es noch die Möglichkeit, die Brau, als die zu einem neuen Heim zu Führende und den Bräutigam als den Führer zu einem neuen Heim zu titulieren, so wie es in den vielen Zeremonien weltweit praktiziert wird, aber wäre es mit dieser Begriffsaussage nicht eindeutig nachweisbar, woher der Wortbegriff stammt?

Vielleicht wagt sich ein Sprachwissenschaftler an dieses Thema und widerlegt entweder die Kolumnistin oder das bis dato geltende „Herkunft ungeklärt“ für Braut und Bräutigam. Das Wort die Brut ist absichtlich nicht aufgeführt, damit der Leser selbst den Begriff „ausbrüten“ kann.

Da es anscheinend wieder in Mode zu kommen scheint, sexuelle Aspekte im Blickwinkel jeglicher Beziehungen als Tabuthema zu verfestigen, und Ehen nur zum Zwecke der „Versorgung“, der „Befreiung vom Elternhaus“ deklariert werden, weil Kinder zeugen und Kinder austragen auch ohne wallende, siedende Körperreaktionen geschehen können, dem sei aus „Die Braut von Korinth“ (Johann Wolfgang von Goethe) folgendes ins Gedächtnis gebracht:

Klag- und Wonnelaut
Bräutigams und Braut
Und des Liebestammelns Raserei.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Kolumnen

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Braunkohleabbau: RWE hält an seinem Rahmenbetriebsplan fest

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Grünenpolitik erweist sich als zu kompromißbereit

Das Bergbaurecht setzt sich stets durch, selbst lange angesiedelte Gemeinden müssen weichen, wenn die Ausbeutung wichtiger Ressourcen bevorstehen wie die rheinische Braunkohle zum Nutzen elektrischer Energie. Kohlekraftwerke als die schlimmsten Dreckschleudern haben hierzulande weiterhin Hochkonjunktur, RWE hält an seinem Rahmenbetriebsplan fest.

Mitten in den Jamaika-Verhandlungem erweist sich die Grünenpolitik als kompromißbereit. Sollte dies tatsächlich verwundern? Wenn es um machtpolitische Vorteile geht, mitregieren zu dürfen, schiebt man halt schnell mal innere Vorbehalte beiseite, wir kennen das doch unter Schröders Regierung.

Der Kampf um die Kohle zieht sich hin – von Einsicht keine Spur

Weil ein Ausstieg letztlich zeitnah eben nicht stattfinden soll, die Energiekonzerne bestehen auf ihren eingeschlagenen Weg, lassen Betroffene eiskalt abblitzen, wie die ARTE-Dokumentation aufzeigt. Im Westen Kölns, im nahegelegen iydyllischen Dörfchen Keyenberg folgten bereits die ersten Familien der Aufforderung zur Zwangsumsiedelung, Norbert Winzens Familie wird ebenso seinen Gutshof verlieren, die Abfindung von RWE bedeutet eine erhebliche Verkleinerung und einen hohen Verlust bisheriger Lebensqualiät, er zu Recht beschreibt.

Das schwarze Gift findet immer wieder Wege der Zustimmung trotz eindeutig erdrückend belastender Mißstände. Kein Land pustet mehr CO2 in die Atmosphäre wie Deutschland mittels seiner Kohlekraftwerke. Weder ein Sigmar Gabriel bewies Einsicht noch die Union nebst der FDP, man knickt ständig vor den Energieriesen ein, schließlich geht es um gesicherte Profite und eben nicht um den Klimaschutz, der erneut nach hinten verschoben wird. Insgesamt hält die Ignoranz zu umweltschonenden Herausforderungen an, was vor der Bundestagswahl verkündet wurde, entpuppt sich als harte Linie schwarz-gelber Politik, die Grünen haben sich somit zu fügen.

Keinerlei gute Prognosen für die Umwelt

War dies schon jemals der Fall? Letztendlich nicht. Mensch beugt sich seinen Wirtschaftsinteressen, die stets genügend Fürsprache erhalten, sei es mit den Todschlagargumenten gekoppelter Arbeitsplätze bishin zu riesigen Gewinnen. Keinerlei Rücksicht vorhanden, es sei denn, der öffentliche Druck zwingt sie dazu, denken wir an den halbherzig beschlossenen AKW-Ausstieg hierzulande.

Kohlekraftwerke werden die nächsten Jahrzehnte noch ihren schwarzen Dreck in den Himmel blasen, 2030 somit nicht als Datum beachtet, realistischer wäre die Mitte dieses Jahrhunderts ginge es nach RWE und Konsorten, eine AfD will am liebsten nichts davon wissen, sie orientiert sich an die gleichlautende Ignoranz dieses Donald Trump, das Pariser Abkommen zu mißachten.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Umwelt

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Malheur beim Baden

Ich habe eine Badewanne,
in der ich mich entspanne.
Meistens einmal die Woch’,
selten ein zweites Mal noch.

Letztens war Kirmes hier,
da ging ich hin auf ein Bier.
Dachte, vorher baden,
kann nicht schaden.

Hab mich lang ausgestreckt
und mich fürchterlich erschreckt.
In der Wanne war was Fremdes drin,
ich raus, was Hartes und nicht dünn.

Ich kämpfte, das Ding schien festgezogen,
ich stärker, Apothekers Waage hat nicht gelogen.
So hatte das Ding keine Chance gegen mich,
der Sieger nach langem Hin und Her war ich.

In den Händen hielt ich einen Pfropfen
vollgesaugt mit Wassertropfen,
da hab ich mich erinnert,
eine Wanne hat einen Stöpsel, immer.

Das alles wär nicht weiter schlimm,
doch sonntags kommt Fräulein Kim,
geschmust haben wir, bis des Nachts Mitte,
mit Mutter kommt sie zur Anstandsvisite.

Den Stöpsel hab ich aufgehoben,
aber kein Wasser kommt von oben.
Hoffe es regnet in den nächsten Tagen,
sonst muß ich den Besuch absagen.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Menschheit auf dem Prüfstand

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Vom Homo sapiens weiter entfernt denn je

„Sieh dir mal diese Flugzeuge an, welch Unmengen an Insektiziden sie auf die Felder ihrer Nutzpflanzen versprühen! Hörst du auch den Aufschrei der unzähligen Organismen? Sowie die Bienenvölker, in deren Reihen viele dahingerafft, weil sie die Giftcocktails nicht überleben konnten? Was für ein Widerspruch, sie wissen ob der Wichtigkeit der Bienen, und dennoch nehmen sie deren Tod in Kauf!“

„Nun, das ist leicht erklärt. Dafür gibt es einen ganz einfachen Grund. Einzig was zählt: der Ertrag, der Gewinn, den es zu erzielen gilt. Während die chemische Industrie sich vor schwarzen Zahlen kaum retten kann, ein Erfolg jagt den nächsten. Glaubst du wirklich, es geht ihnen zum Beispiel um das Wohlergehen ihrer eigenen Spezies, wenn sie Medikamente an Apotheken und Ärzte verteilen? Mitnichten!“

„Oh je, hast du deren Kriegsmaschinerie gesehen, mit denen sie sich gegenseitig umbringen? Vor allem wird die immer raffinierter, schneller und effektiver. Gleichzeitig haben die Kriege nicht etwa abgenommen, nein, es gibt mehr Kriege denn je. Warum wohl?“

„Na, wie blauäugig bist du denn gepolt? Das liegt doch auf der Hand, auch hierbei werden die Interessen des Reichtums vertreten. Ja, es reduziert sich alles auf das Geldverdienen. Gründe, um Kriege zu rechtfertigen, lassen sich immer finden. Da haben diese Wesen, die sich selbst als Homo sapiens bezeichnen, sich in gar keiner Weise weiterentwickelt. Kannst du mir irgend ein anderes Wesen auf Erden zeigen, welches sich mit diesem Ausmaß gegenseitig umbringt?“

„Da muß ich dir zustimmen. Die Gattung Homo ist nach langer Entwicklung übriggeblieben, mit dem Menschen. Aber sapiens? Es kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „weise“. Die Verbform „sapere“ bedeutet „schmecken“. Schmeckt dieser Mensch seine eigene Weisheit? Ganz sicher nicht. Ich habe eine zutreffendere Bedeutung dieser Spezies: Homo catastrophicus.“

„Treffsicheres Wortspiel, welches du da betreibst. Und vor allem so bestätigend. Einerseits sind sie dermaßen hochentwickelt, schau dir ihre Bauwerke an, ihre technischen Errungenschaften wie Automobile, ihr kultureller Schatz, die vielen Bücher, die Musik, die Gemälde, die Skulpturen, die Theaterhäuser – phantastisch. Und dann der Gegensatz ihrer eigenen Philosophien in ihrem Alltag. Größer könnte er kaum sein!“

„Vor kurzem mußte ich schallend lachen, obwohl es eigentlich zum Weinen ist. Da gab es doch in Japan diese extreme Naturkatastrophe, wobei gleich zwei große Ereignisse aufeinander trafen: eines der schwersten Erdbeben und infolgedessen ein Tsunami. Dabei starben schon viele Menschen, aber wesentlich dramatischer ist der daraus entstandene Super-GAU. Jedes Kind faßt nie wieder eine Herdplatte an, wenn es sich einmal verbrannt hat – der Homo catastrophicus hat damit kein Problem! Der weltweite AKW-Bau wird fortgesetzt, als wäre nichts geschehen. Schon damals nach der Tschernobylkatastrophe wunderte ich mich, daß die Menschen einfach diese gefährliche Nutzung nicht beendeten.“

„Gleichzeitig hat dieser Industriezweig mit den größtmöglichen Gewinn damit erwirtschaftet, welch Ironie! Diese Spezies scheint sehr gut zu sein im Verdrängen, im Vergessen. Was heute geschieht, wird morgen einfach ignoriert. Sie schrecken nicht mal mehr davor zurück, Schöpfung zu spielen, indem sie unerschrocken mit den Genen der Pflanzen experimentieren, genmanipulierte Nutzpflanzen in die natürlichen Kreisläufe setzen.“

„Dabei meinen sie, daß physikalische Gesetze sich austricksen lassen würden, diese genmanipulierten Pflanzen in gewissen Abständen pflanzen. Wind- und alle anderen Naturgesetze einfach mal ausblenden? Auf Hawaii wurden nie solche Genpflanzen gesetzt, und doch hat der Wind die Samen dieser Experimente dorthin verfrachtet.“

„Weißt du was, ich habe genug gesehen, vorläufig, laß uns wieder nach hause fliegen. Schauen wir mal in hundert Jahren vorbei, ob sich was geändert hat zum Guten.“

„Hm, das ist aber jetzt nicht dein Ernst, oder? Meinst du wirklich, dieser Homo catastrophicus wird bis dahin zum Homo sapiens? Schön wäre es ja, dann könnten wir vielleicht mal mit ihnen Kontakt aufnehmen. Aber so…“

„Okay, kann dir ja nicht widersprechen. Du weißt ja, da gibt es einen Spruch unter ihnen, der da lautet: Die Hoffnung stirbt zuletzt. Vielleicht besteht ja wirklich noch Hoffnung, immerhin konnte ich einige von ihnen ausmachen, die auf bestem Wege sind, diesen Wahnsinn nicht mehr zu unterstützen.“

Das UFO bewegt sich in unvorstellbarer Geschwindigkeit ins All zurück, völlig geräuschlos, und niemand hat es gesehen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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