Ich kenn da jemand

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Ich kenn da jemand,
der wohnt weit weg,
der ißt Heringe nur im Bett,
das ist ein ganz Lieber
ansonsten,
er lebt halt bloß
weit weg.

Den kenn ich trotzdem,
obwohl er weit weg wohnt,
weil es gibt das Internet,
übrigens
tanzt er Flamenco
im Pool,
cool ist er auch.

Er lebt ganz weit weg,
ich weiß alles
über ihn,
das ist ne tolle Type,
nur lobende Worte
ich für ihn
finde.

Weit weg ist relativ,
auf den Photos
lächelt er schief,
er will seine Beißerchen
nicht zeigen,
weil er ist eine Robbe
und kein Seehund.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Beziehungen: Trennungen fordern zwischenmenschliche Kommunikation

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Wie verlaufen mögliche neue Wege?

Unsere menschliche Existenz gestaltet sich äußerst kompliziert mit all ihren Wünschen, Sehnsüchten, versteckten Begierden, Ängsten, der Wut unerfüllter Träume. Dabei sollte das Aufwachsen in der Familie genau der Hort sein, der uns entsprechende Sicherheit fürs Leben gibt.

Am besten knüpft man dort an, weil dieser die Brutstätte darstellt, wie unsere Zukunft sich gestaltet, was keineswegs bedeuten muß, ewiglich die Verfehlungen der Kindheit und Jugend den Eltern anzulasten, um die Verantwortung fürs eigene Leben von sich zu schieben. Trotzdem beschäftigt es den Menschen, insbesondere wenn eine Partnerschaft sich entwickelt, in deren Verlauf vielleicht die Erkenntnis reift, daß zwei Welten nicht miteinander harmonieren. Wer wagt den Schritt zur Trennung, wie verlaufen mögliche neue Wege?

Zur Schau getragene Oberflächlichkeit vs. innere Spannungen

Technisierter Fortschritt zusammen mit einem schier maßlosen Konsum bewirkt oftmals eine Entfremdung in vielen Beziehungen, zumal obendrein stets der Druck ewiglichen Erfolges in allen menschlichen Belangen vom Beruf bis hinein ins Bett die Partner fordert, sie jeweils dazu veranlaßt, ein Höchstmaß an Leistung zu erbringen. Daß dabei ein Versagen vorprogrammiert ist, liegt auf der Hand.

Beziehungen Zerreißproben ausgesetzt, die es nicht gut meinen mit unserer Spezies, erbarmungslos zu viele gescheiterte Partnerschaften hervorbringen, daher die Masse der Singles erst recht zunimmt, Vereinsamung sich unterschiedliche Ventile des Abreagierens sucht? Schauen Sie sich um, in Ihrer Familie, bei Freunden, im Bekanntenkreis, am Arbeitsplatz. Läuft da alles so harmonisch ab, wie viele Ihnen vorgaukeln? Oder zeichnet sich im einen oder anderen Fall eine heftige Auseinandersetzung ab, hinter verheimlichter Oberfläche?

In einem Netz versteckter Eitelkeiten, welches sich viele zur Sicherheit aufgebaut haben, um möglichst geschützt, somit unangreifbar durchs Leben zu wandeln, mag dies für den Einzelnen fruchten, spätestens in Partnerschaften entpuppen sich jene Konstrukte als gefährlich unechte, künstliche Inseln, die keinerlei Basis für ein vertrauenvolles Miteinander schaffen können. Es erschwert klare Bekenntnisse, die folgen müssen, es sei denn beide lassen sich auf dieses Schauspiel ein. Tragisch wird es um so mehr, wenn eigene Kinder zwischen den wachsenden Fronten eines eskalierenden Streits geraten.

Chancen der Bewältigung in Beziehungstrennungsdramen

Jede Liebesbeziehung kann nur mit Vertrauen fruchten. Wenn dies angegriffen, erschüttert wird, weil verlogene Mißstände im ungeklärten Bereich köcheln dürfen mangels fehlender Kommunikation, und somit Wege der Klärung nicht stattfinden, verkümmert jede Liebe, kann keinen Bestand mehr haben.

Begreifen dies betroffene Partner auch, obwohl in der Regel offensichtlich? Wenn einer sich aufgibt, um den anderen gewähren zu lassen, wächst eine einseitige, für den Übervorteilten vorgegaukelte Sicherheit, während der Betroffene still leidet. Das kann keineswegs gutgehen, hat mit wahrhaftiger, vertrauensvoller Liebe nichts mehr zu tun.

Nicht weiter verwunderlich, wenn manch extreme Szenen den Außenstehenden verdeutlichen, was nach einer viel zu langen Zeit des Schweigens und Nichtklärens manchmal ausbrechen vermag, wenn alleingelassen sich fühlende Partner urplötzlich klammern, nicht einsehen wollen, daß die Beziehung ihr Ende gefunden hat. Von Wutausbrüchen bis hin zum Amok oder Selbstmord offenbart sich dabei leider das ganze Ausmaß der Hilflosigkeit, weil mit der Gewißheit zur Trennung die eigene Verfehlung nicht eingestanden wird, ob bei manchen, weil sie dies ohnehin nicht können, oder bei denjenigen, die mit Gewalt an der Beziehung festhalten wollen.

Um so wichtiger, daß Gesellschaft mit wachen, aufmerksamen Augen rechtzeitig reagiert, bevor derartige Dramen entstehen. Leichter gesagt als umgesetzt. Gerade im Freundes- und Bekanntenkreis sowie in den jeweiligen Familien befinden sich vielleicht Chancen für Betroffene, solche Krisen zu bewältigen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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In ihren Gesichtern eine leichte Röte

Sie halten sich an den Händen,
in ihren Gesichtern eine leichte Röte.
Man sah von Ferne, sie sind verliebt,
ihre Blicke ein wenig unsicher
nach rechts und links schwenkend.
Die Uferpromenade ist brechend voll,
überall Menschen, in den Straßencafés
ist kein freier Sitzplatz zu sehen.

Er schiebt den Buggy stolz vor sich her,
ein Kleinkind turnt an der Hand der Mutter.
Die Uferpromenade ist in dieser Jahreszeit
nur mit Mühe, ohne Rempler zu begehen.
Ihre Blicke wandern Richtung Ufer des Sees,
Richtung der vielen überfüllten Straßencafés.
Auf der Terrasse der Eisdiele genügend Platz
für den Buggy und die kleine Familie.

Hinter ihnen mit leicht genervten Blicken
drei Jugendliche, ein Mädchen, zwei Jungs.
Sie hören durch das ständige Gemurmel
der vielen Spaziergänger, ihrer Sprößlinge
nörgelnde Sprüche, wie ätzend dies hier sei.
Nirgends ein freier Tisch auf den Seeterrassen,
langes Anstehen beim italienischen Eisverkäufer,
zufriedene Gesichter blicken auf den See.

Sie greifen nach ihren Händen, langsam,
automatisch, ein kurzer liebevoller Blick,
es ist nicht einfach, mit einem Krückstock
durch sich ständig bewegende Menschen zu gehen
und gleichzeitig nach einem Sitzplatz zu sehen.
Da bleiben sie einfach stehen, blicken sich an.
Tags darauf ein Photo in der Zeitung mit der Überschrift:
Auf der Promenade küßt sich ein altes Ehepaar,
um sie herum ein Kreis von Menschen, bewegungslos, still.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Bloß nicht stillhalten, während Politiker schalten und walten

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Satirischer Rückblick…

Das wußten schon ewiglich die Alten. Nur Konsequenzen blieben meist aus, die tröge Masse macht sich wohl nichts draus, wenn das Leid überhand nimmt, das verbrecherisch Bösartige nach oben schwimmt. Es gilt stets weiterhin, und das ist der eigentliche Sinn: Immer schön nach unten treten, keineswegs beten. Denn wer nach oben buckelt, am Rockzipfel der Reichen nuckelt, darf kein Krieg und Elend beklagen. Aber Hauptsache keene Verantwortung tragen.

Kaum einer ist für sich, das gilt genauso für dich. Widerlich, mit welchen Mitteln Fanatiker andere ködern wollen. Sie sollten sich besser davontrollen. Dennoch Rassisten demonstrierend Berlins Straßen säumen, bösartigst davon träumen, alsbald ihr Gedankengut auszuleben. Wollen wir ihnen niemals dazu Chancen geben!

Während Science-Fiction längst die Realität mitgestaltet, tröge Politik über uns schaltet und waltet, sollte der schläfrige Bürger sich fragen, was da geschieht in all den Tagen. Bei unserem Nachbarn in Frankreich sieht man’s zugleich. Macrons absolute Mehrheit vor schwierigen Herausforderungen steht, für vorausschauendes Handeln ist’s nie zu spät.

Wie oft hat sie’s schon gehört, dieses Gejammer von „Nein, Mama“? Selten hat’s dennoch gestört, schließlich geht’s mitnichten um Schuld, sondern um sehr viel Geduld. Auch jene man heraufbeschwor, steht doch beim G20-Gipfel in Hamburg der Ausnahmezustand bevor.

Klatschen viele Hände, wenn das Konzert ist zu Ende? Wir werden sehen, was dabei wird geschehen. Menschen merkwürdig ticken, immer schön nicken? Man möchte sich schon wundern dürfen, wie sorglos manche Champagner schlürfen. Außenseiter wider der Norm beleben zwar die Gesellschaft, dennoch viel Elend etliche dahinrafft.

Kaum jemand hat dabei nen blassen Schimmer, über das Ende von was auch immer. Viele stehen am Abgrund, am Rand. Sein oder Nichtsein – die Antwort hat Mensch selbst in der Hand. Stehen doch viele allein, fühlen sich als Nichtnutz, manchmal trotz Dreifachschutz.

Welch Stilblüten, Geschichten, die das Leben schreibt. Was mancher so treibt, sich selbst einverleibt? Mit Blick zur Politik offenbart sich viel Ungeschick. Was manch einer in der Zukunft wohl sähe? Wiederholung der Kohl-Ära rückt in mögliche Nähe? Zwar hat Merkel nicht dieselbe Ausgangssituation, dennoch herrscht im Lande ein ganz ähnlicher Ton.

Man wird sehen, was im Herbst mag geschehen. Im Grunde badet der kleine Mann die Fehler der Politik aus, verliert seinen Job, sein Haus. Reichtum macht sich nichts draus, Humanität hat sich mitnichten durchgesetzt, dafür werden stets eiskalt Menschenrechte verletzt.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

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Geschichten, die das Leben schreibt

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Der Diederich, der Diederich,
der benötigt keinen Dietrich,
um eine Wohnung zu betreten,
er kann sie mit dem Fuß eintreten.

Der Heinrich, der Heinrich,
der heiratet öfters heimlich,
er ist ein Heiratsschwindler,
er ist reich und hat viele Kinder.

Der Johannes, der Johannes,
der hat es drauf, er kann es,
trinkt Bier aus Humpen, literweise,
sein Saufen bringt Geld, Pokalpreise.

Der Sebastian, der Sebastian,
zieht am liebsten Turnschuhe an,
läuft damit sämtliche Rennen,
er liebt es, wenn andere ihn erkennen.

Der Jochen, der Jochen,
der ist ein harter Knochen,
so stellt er sich das vor,
als Fußballer steht er im Tor.

Die Gabriele, die Gabriele,
die kennt sie alle, die gute Seele,
sie sucht nun Mann Nummer sechs
als Romanvorlage, nicht zum Sex.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Wiederholung der Kohl-Ära rückt in mögliche Nähe

Neoliberale Politik soll unter allen Umständen durchgesetzt werden

Die Toten soll man ruhen lassen, dies steht außer Frage, was somit auch für den verstorbenen ehemaligen sechsten Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl gilt. Schlimm genug jene Schlammschlacht mit zu verfolgen, die dessen Witwe sich leistet. Ob das im Sinne des Pfälzer Urgesteins sein mag, kann man durchaus hinterfragen.

Bei der 19. Bundestagswahl im September rückt allerdings die Wiederholung der Kohl-Ära in mögliche Nähe, Angela Merkel strebt die 16-jährige Zeit des Exkanzlers an, obendrein spricht viel für eine schwarz-gelbe Koalition, die neoliberale Politik soll unter allen Umständen durchgesetzt werden.

Von Lernfähigkeit keine Spur – die Wähler lassen sich weiterhin täuschen

Ein Desaster kommt auf uns zu, wenn man bedenkt, mit welcher Blauäugigkeit die Wähler sich weiterhin täuschen lassen. Gewisse Stimmen nutzen das für ihre Zwecke, wenn diese auch in eine vollkommen verkehrte Richtung laufen, Rechtsradikalismus hat weder in Deutschand noch europa- oder gar weltweit etwas in der politischen Landschaft verloren.

Die bisherigen Regierungsbündnisse geben jedoch genügend Anlässe, sie äußerst kritisch zu hinterfragen. Die Fortsetzung derzeitiger Politik stellt nicht nur eine Farce dar, sie unterstreicht auch ihre ignorante Dekadenz. Dabei spielt es weder eine Rolle ob per großer Koalition oder der nunmehr wahrscheinlichen Wiederholung mit Schwarz-Gelb regiert wird, faktisch ändert sich nichts für die gebeutelte Bevölkerung.

Die Grünen zerlegen sich selbst, zumal die Umfragewerte auf einen Maximalwert von acht Prozent hindeuten, nicht nur mit der heimlichen Videoverfilmung des baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann offenbart sich keine Geschlossenheit, sondern schon viel länger im Vorfeld Zerstrittenheit.

Das Gezetere der SPD nützt nichts

Der Schulz-Effekt hat sich bekanntlich erübrigt, was scharfe Beobachter völlig zurecht längst im Voraus wußten. Thomas Oppermanns Warnuung vor Schwarz-Gelb darf man getrost als unnötiges Gezetere werten. Diese SPD hat ohnehin sehr viel Vertrauen in der Wählerschaft verloren. Wenn die Sozialdemokraten die Gelegenheit hätten, mit den Stimmen der Liberalen die Regierung zu stemmen, würden sie keine Sekunde zögern.

Das gilt ebenso für alle anderen möglichen Regierungsbündnisse, ob mit oder ohne SPD, die Union wird über die neue Regierung bestimmen, jetzt wo die 40-Prozent-Marke in die mögliche Nähe rückt. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird Die Linke als drittstärkste Partei im Deutschen Bundestag die Opposition anführen. Für Deutschland bedeutet das die Fortsetzung jenes neoliberalen Kurses. Viele zetern, ändern tut sich trotzdem nichts.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Mein Dreifachschutz

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Fast wärst du mir abhandengekommen,
doch die Pfütze erinnerte mich an Wasser,
als der schwere Lastwagen es durchfuhr,
die Tropfen sprangen wie beim Planschen
auf die Erde auf und hoch und auf und hoch,
leer war meine Hand,
tanzende, sprudelnde Gedanken
purzelten durch meinen Verstand.

Wo warst du nur abgeblieben,
wo hab ich dich das letzte Mal gesehen,
gebe Gott, daß ich dich wiederfinde,
kein anderer deinen Knauf
mit seiner Hand umwinde!
„Hallo, hallo, den haben Sie vergessen!“

Triefend naß, von Kopf bis Fuß,
keiner meine Tränen im Gesicht erkennt,
stolziere ich mit dir neben mir
durchs Regenspalier,
durch jedes Wetter,
du bist mein Krückstock,
meine Hilfe beim Gehen,
du mein Sonnen-Regenschutz,
du mein Verteidiger in Not,
du mein geliebter Stockschirm.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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