Macrons absolute Mehrheit vor schwierigen Herausforderungen

Frankreichs soziale Sicherungen vs. wirtschaftlichen Aufschwung

Frankreichs neugewählter Präsident Emmanuel Macron, der entgegen etlicher Unkenrufe den Front National und dessen Vorsitzende Marine Le Pen in die Schranken verwies, mit seinem deutlichen Wahlerfolg ebenso die etablierten Parteien aufmischte, erreichte beim gestrigen zweiten Wahlgang der Parlamentswahlen die absolute Mehrheit.

Dennoch steht er nunmehr vor schwierigen Herausforderungen. Frankreichs soziale Sicherungen vs. wirtschaftlichen Aufschwung lauten sie, die der 39-jährige Senkrechtstarter zu bewältigen hat. Ob ihm dies gelingen wird, darf durchaus angezweifelt werden.

Das Zeitfenster für handfeste Reformvorhaben erweist sich als denkbar kurz

Was seinem Vorgänger, dem Sozialisten François Hollande, nicht gelang, ein ähnliches System wie das deutsche Hartz IV den Franzosen zu verpassen, soll jetzt der ehemalige Banker und dessen En Marche plötzlich einführen? Da sind unbedingt Widerstände vorprogrammiert, gerade die Gewerkschaften werden keineswegs seelenruhig stillhalten, sondern genügend Protest und Widerstand mobilisieren.

Kann er die fanzösische Wirtschaft dahingehend umkrempeln, den bisherigen Marktradikalismus fortzusetzen, ohne daß die Bürger gerade in Frankreich auf die Barrikaden gehen? Wohl kaum. Nicht nur ein schwieriger Spagat, sondern letztlich unlösbar. Es sei denn, das Volk fügt sich ins selbe Schicksal wie hierzulande. Nach anfänglichem Murren hat der Deutsche schließlich die Kröte der Agenda 2010 geschluckt, Widerstände verlaufen viel eher im Sande.

Für eine Zweidrittelmehrheit im Parlament reichte es am Ende nicht

Dennoch erlangte Macron 61 Sitze mehr von den nötigen 289 für eine absolute Mehrheit mit 350 Sitzen von insgesamt 577 in der Nationalversammlung. Ein Ergebnis, welches noch vor einigen Wochen niemand für möglich gehalten hatte, manche Stimmen meinten, der Präsident würde genau daran scheitern. Anlaß zur Freude? Wohl eher kaum.

Die Umfragewerte lagen zuvor deutlich höher, am Ende reichte somit keine Zweidrittelmehrheit im Parlament. Obendrein erschienen zum vierten Wahlgang lediglich knapp 43 Prozent der Wähler, der bisherig historischste Tiefstand. Erfreulicherweise darf Marine Le Pens Frontal National keine Fraktion bilden, mit nur acht Sitzplätzen fehlen ihm noch sieben, um als solche zu gelten.

Es wird eine äußerst schwierige Zeit für den jungen Emmanuel Macron, die zweitgrößte Wirtschaftsnation der EU in sicheres Fahrwasser zu bewegen. Eine Bundeskanzlerin Angela Merkel mag ihm optimistisch zur Seite stehen, Probleme lösen sich allerdings nicht von selbst, schon gleich gar nicht, wenn eisern an neoliberaler Politik festgehalten wird.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Wenn Science Fiction längst die Realität mitgestaltet

Von Stanislaw Lems Phantomatik bis zu Zukunftsvisionen

Wir dürfen innerhalb der Literatur ohne weiteres vom Lehnwort Science Fiction sprechen, wenn Wissenschaft und Fiktion zusammentreffen. Ob Robert Enson Heinlein, Joe Haldeman, George Orwell, Spider Robinson, Jules Verne oder ein Herbert George Wells, um nur ein paar zu nennen, die Liste wäre entschieden zu lang. Sie alle haben entscheidend mit dazu beigetragen, ihre wissenschaftlich fiktiven Gedanken zu Papier zu bringen, uns Lesern zu hinterlassen.

Es war der polnische Science-Fiction-Autor Stanislaw Lem, der den Begriff der Phantomatik im Jahre 1964 erschuf, dessen Erzeugung künstlicher Wirklichkeiten er wie folgt umschrieb: „Wenn ein Mensch mit allen seinen Sinnen an einen Computer angeschlossen werden könnte, so könnte er voll und ganz in eine fiktive Welt eintauchen und zum Beispiel eine Reise zum Mittelpunkt der Erde oder eine Romanze mit Cleopatra erleben.“

Sein „Gegenauge“, welches er beschrieben hatte, entspricht heute längst der optischen Projektion eines gebräuchlichen Datenhelmes.

Anti-Utopien auf dem Weg?

Selbstverständlich sind heute Science-Fiction-Szenarien, die noch für großes Aufsehen und somit Erstaunen gesorgt hatten, als sie in Büchern erschienen, wesentlich realer als damals. Das gilt so auch für Anti-Utopien (Dystopien). Ausgerechnet 1984 – wenn wir an George Orwells gleichnamigen Roman „1984“ denken – erschien das fiktionale Standardwerk zur Thematik der virtuellen Welt, „Neuromancer“ von William Gibson.

Dortigst ist die Welt vernetzt, man lebt sowohl in der virtuellen als auch in der „echten“ Wirklichkeit. Menschen loggen sich mit Hilfe über Implantate im Körper ins System ein, Begriffe wie „Cyberspace“ und „Matrix“ erhalten Einzug. Sein Bestseller hat darüber hinaus die Gefahren wie die Auflösung sozialer Strukturen und Genmanipulationen einer weltweit technisierten Vernetzung und Entwicklung unbedingt einfließen lassen.

Von derart utopischen Szenarien sind wir zwar noch etwas entfernt, aber dennoch rücken sie im Bereich des Möglichen, wenn wir nur an die technischen Errungenschaften denken, wie sie sich heute gestalten. Neben diesen kann man aber schon eine wesentlich größere Gefahr erahnen: die Gier nach kontrollierter Macht. Solange die Menschheit noch meilenweit davon entfernt ist, ihre sozialen Strukturen auch nur ansatzweise im Sinne des Humanismus aufzubauen, sie zuläßt, darf schon in unseren Vorstellungen an mögliche Dystopien gedacht werden.

Philosophische Ansätze in der Science-Fiction-Literatur

Sicher doch, was die Phantasie der Science-Fiction-Autoren anregte, sollte auch die Leser dazu beflügeln, ein wenig über den Tellerrand zu schauen. Das muß nicht gleich in prophetische Zukunftsvisionen ausarten. Dennoch haben wir doch alle eine Vorstellung darüber, allein schon im Sinne unserer Nachfahren, für die wir das Beste uns wünschen.

Visionen stellten meist wage Vermutungen dar, die dennoch manchmal Wirklichkeit wurden. Denken wir nur an Jules Vernes Flug zum Mond, die Reise in achtzig Tagen um die Welt oder den Communicator aus dem „Raumschiff Enterprise“. Dennoch wird Science Fiction nicht dafür herhalten, ausschließlich wegweisend zu sein, was unsere Zukunftsaussichten anbelangt. Viel zu offen sind die Möglichkeiten unterschiedlich zwischenmenschlicher Entwicklungen, vor allem, was Mensch selbst zuläßt. Sicherlich hat eine vielschichtige Science Fiction, was ihre Experimentierfreudigkeit betrifft, mit dazu beigetragen, generell sämtliche menschliche Fehlgriffe zu hinterfragen. Insofern dürfen wir ruhig auch von philosophischen Ansätzen innerhalb dieses Literaturbereiches reden.

Weiterhin bestätigt sie ihren Anspruch, in die Zukunft zu schauen, dabei stets die technisch-geistigen Grenzen auslotend, wobei natürlich auch der Forscherdrang des Menschen selbst sich durchaus von ihr inspirieren läßt. Solange dies nicht zum Nachteil der Erde und all des Lebens auf ihr geschieht, mag dies eintreten.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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Rassisten säumen demonstrierend die Straßen Berlins

Identitäre – eine Minderheit der Neuen Rechten rekrutiert gern Jugendliche

Gerade wenn es um politische Zusammenhänge geht, sollte man stets die Finger in Wunden legen, erst recht wenn manche noch glauben, diese seien längst verheilt. Das Gegenteil offenbarte sich auch am gestrigen Samstag im Berliner Ortsteil Gesundbrunnen, von wo aus mehrere hundert Mitglieder der angeblichen „Identitären Bewegung“ sich sammelten, um per fremdenfeindliche Parolen durch die Straßen zu ziehen.

Verständlicherweise fanden sich 1.400 Gegendemonstranten ein, die den Rassisten entsprechend Paroli boten. Die Verurteilung seitens Heiko Maas, diese Identitären seien keine „Bewegung“, kann man nur gutheißen, eine rassistische und radikale Minderheit hat gerade hier in Deutschland nichts verloren. Das gezielt ausgesuchte geschichtliche Datum zur Demo stellt nicht nur eine spezielle Provokation dar, es zeigt ebenso, wie menschenverachtend die Neue Rechte generell sich präsentiert.

Die Reinkarnation der Nazis übt sich im Gewande völkischer Verharmlosung

Nicht klein zu kriegen dieses nationalistisch-patriotische Gehabe, was obendrein vehement jede multikulturelle Bereicherung aufs Schärfste verteufelt. Insofern nicht weiter verwunderlich, daß daraus Rassismus sich neu rekrutiert, inzwischen erzwungene Heimatliebe gar die Individualität bedroht. Im Gleichschritt marsch, wer nicht folgt, gilt als Volksverräter?

Sogenannte Neonazis organisieren sich immer dreister deutschlandweit, es sind kleine Gruppierungen, gemessen an der großen Masse der Bevölkerung eine verschwindende Minderheit, die dennoch jede Gelegenheit nutzt, um sich gar europaweit zu vernetzen. Dabei kommt ihnen Putins Stillhalten genauso zugute wie ihre geistigen Idole Marine Le Pen, Geert Wilders oder Viktor Orbán. Ewig grüßt das Nazischwein? Fühlt sich trotz dunkler Geschichte nach wie vor allein? Wir sagen zu solcher Entwicklung entschieden nein, das darf nicht sein!

Simple Parolen sollen ihre Gegner verunsichern

Dabei hilft ihnen sicherlich das Versagen der etablierten Parteien, vor allem deren Sozialabbau, obwohl die Neue Rechte, käme sie an die Macht, erst recht keinen Sozialstaat duldet. Jedoch tummelt es sich völlig ungeniert im Fahrwasser dieser AfD. Obwohl jene rechtsradikale Partei angeblich jene Identitären mit Skepsis betrachten, verdeutlicht ein reger Austausch untereinander das glatte Gegenteil.

Wer mit simplen Parolen die Medien als Lügner hinstellt, der kann sich gleichwohl hinter eigenen Unwahrheiten verschanzen, die Ängste der Menschen für seine Zwecke nutzen, Hauptsache möglichst viele verunsichern. Erfreulicherweise lassen sich die allermeisten eben nicht von dieser Neuen Rechten beeindrucken, achten wir darauf, daß dies so anhält, denn eine Wiederholung der Geschichte will niemand.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Für dich

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Weiß ich wirklich so wenig über dich?
Außer deinen Namen, frage ich mich!
Wir müssen uns nicht verstehen,
jeder kann seine Wege gehen!

Es besteht keine Verpflichtung,
das ist romantische Dichtung
über die einzige, ewige Liebe,
das sind reine Lügengebilde.

Wenn du mich nicht leiden magst,
und dies ehrlich meinst und sagst,
ist dies mehr wert als alles auf der Welt,
Direktheit ohne Wut, Haß, das zählt.

Dennoch liebe ich dich, unendlich,
Ferne fällt da nicht ins Gewicht.
Du wirst immer meine Liebe sein,
mein Herz ist dafür auf ewig nicht zu klein!

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Gemotze um Pöstchen im Rausche gewisser Selbstgefälligkeiten

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Satirischer Rückblick…

Hauptsache um die Sache streiten. Na, wenn das wenigstens stattfinden würde. Alles nur Zierde? Mit Blick zur Alltagspolitik scheint dies in der Tat zuzutreffen, da hülft och keen ständig genervtes Nachäffen. Im Grunde sollte der einfache Bürger längst den Clou durchschaut haben. Jedoch im Nu möchte manch einer lieber profitieren von den ein oder anderen Gaben.

Dazu gehört nun wirklich nicht viel, zu lauschen einem Flötenspiel, andererseits manch einer ist keineswegs bereit, hat angeblich keine Zeit, sich was Gutes zu gönnen, aber Konsumgütern hinterherrennen. Darin sind sie vereint, obwohl unsere Liebe scheint, nebenan die Armut weint.

Wie sind die wohl im Nahen und Mittleren Osten drauf, Allianzen und Bündnisse schwören diverse Szenarien herauf, kann ein vierter Golfkrieg verhindert werden trotz Katar-Krise? Schaut nicht gut aus, eher miese. Gehen wir mit den Verantwortlichen scharf ins Gericht, entlarven deren zweites Gesicht.

Wer hierbei und anderswo habgierig Geld zusammenrafft? Auch deshalb der Parteitag der Linken offenbart eine klare Botschaft. Ein radikaler Politikwechsel schon lange ansteht, noch ist es nicht zu spät, entsprechend bei der Wahl sich zu entscheiden, um schlimmeres zu vermeiden. Hauchen wir der Konspiration neuen Atem ein, nicht nur so zum Schein.

Erst recht bei dem Vorstoß der Neuen Rechten, deren Gedankengut gilt es gezielt anzufechten, so auch die berechtigte Aufregung um Rolf Peter Sieferles „Finis Germania“, das ist doch klar! Wir wissen nur zu genau, es ist schwierig, kein Arschloch zu sein, sie fühlt sich schlau, ist im Volke noch klein.

Narzißmus breitet sich vielfach aus, welch Graus. Erfolgreichster Präsident aller Zeiten und seine erste Kabinettssitzung soll uns auf was wohl vorbereiten? Wir mögen andächtig stillhalten oder rechtzeitig schalten, bevor solch Wesen noch mehr Schaden anrichten, der da lautet: vernichten! Des Menschen letzter Wille ne Pille, um dies alles zu vergessen? Klingt simpel und vermessen.

Gewonnen. Punkt! Wie zerronnen, so es auch funkt? Wer kann dies genau sagen, es wagen, ständig zu klagen? Auch am Welttag gegen die Mißhandlung älterer Menschen weiterhin Übergriffe zu verzeichnen sind? Ändern wir es im eigenen Interesse ganz geschwind. Zwischen den Zeilen mag man verweilen, doch nur durch beherztes Handeln läßt sich vieles zum Guten wandeln.

Zurecht steht Dextro Energy im Fokus der Kritik, das gehört nunmal zur Politik, sich einzumischen und Probleme aufzutischen. Spontan seinem Bauchgefühl freien Lauf lassen, statt weiterhin dermaßen ignorant ständig zu prassen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

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Spontan seinem Bauchgefühl freien Lauf lassen

Als Spontis noch trampten oder bunte Kleider trugen

Mag sein, daß der ein oder andere überlegen muß auf die Frage: Wann haben Sie das letzte Mal spontan gehandelt?

Damit sind nicht die täglichen, gewohnheitsmäßigen Handlungen gemeint, die man vollführt, ohne nachzudenken, weil sie sozusagen in Fleisch und Blut übergegangen sind. Zu spontanem Handeln zählen zum Beispiel das impulsive Bremsen, wenn unerwartet ein Ball über die Straße rollt, wenn Sie spontan die Fahrstuhltüre aufhalten durch Unterbrechung der Schließsensoren, damit eine weitere Person mitfahren kann.

Sicherlich gibt es in jedem persönlichen Umfeld eine Person, die für ihre spontanen Handlungen bekannt ist und ebenso jemanden, der erst überzeugt werden muß, bevor er aktiv wird. Wer Kinder beobachtet, wird vielleicht festgestellt haben, daß sie noch sehr viel mehr spontane Handlungen vollziehen, sie sind deshalb bis zu einem gewissen Alter sozusagen nicht aus den Augen zu lassen. Der Grund hierfür liegt in der Tatsache, spontanes Agieren schaltet oftmals sämtliche Vorsichtsmaßnahmen aus, die ansonsten automatisch helfen, keine unüberlegten Handlungen zu tun. Dieser „Schutzmechanismus“ ist eine Folge von Erfahrungen, die entweder durch eigene Erkenntnisse oder durch das Vermitteln über Dritte dafür sorgen, daß durch unser Tun niemand zu Schaden kommt.

Spontan, spätlateinisch spontaneus, freiwillig; frei, spons (nur im Genitiv spontis und Ableitung sponte üblich), Antrieb, freier Wille. In unserem jetzigen Wortverständnis, aus dem Augenblick heraus, direkt, impulsiv, ohne zu zögern, aus freien Stücken, automatisch, selbsttätig, ad hoc, unüberlegt, ungeplant.

Spontaneität, auch in der Schreibweise Spontanität ist demzufolge ein Vor-sich-Gehen ohne äußeren Anlaß oder Einfluß (Duden), Impulsivität.

Das Wort Sponti war in den 60iger und 70iger Jahren nicht nur in aller Munde, sondern tauchte auch in sämtlichen Medien auf, wenn in einem Zusammenhang von linken undogmatischen Gruppen oder Einzelpersonen gesprochen wurde. Es reichte oftmals aus, daß Menschen, die sich für eine unkonventionelle Lebensweise aussprachen, die politisch den Ideologien von Marx, Engels, Che Guevara oder andere Gruppierungen oder Personen vertraten, der Mode entsprechend lange Haare, bunte Kleider, kurze Röcke, keinen BH trugen, einen VW-Bus, eine „Ente“ fuhren oder einfach trampend an der Straße standen, damit sie den Titel „Sponti“ erhielten.

Fast alles, das nur den Anschein hatte, gegen eine Konvention sich zu stellen, wurde in diesen Jahren linkem Gedankengut zugesprochen und oftmals im Vorfeld ohne angemessene Überlegungen „verteufelt“. Ohne die Menschen, die übrigens nicht alle einer linken Partei angehörten, würden wir heute sehr wahrscheinlich bei Umweltfragen, bei der Kindererziehung, bei Ernährungsfragen, bei Klimafragen, bei den Themen über Sexualität noch tief in den Kinderschuhen stecken. Und zwar in den Kinderschuhen, die von Kindern getragen werden, die bei ziemlich allen spontanen Handlungen zurechtgewiesen werden, bis sie nicht nur unsicher, sondern regelrecht gehemmt sind in ihren Aktionen.

Spontan, in seiner ursprünglichen Bedeutung, freiwillig, frei kann auch mit dem Begriff des Bauchgefühls umschrieben werden. Vergleichbar mit einem spontanen Einkauf, dem spontanen Vertrauen in eine Person beim Kennenlernen, der spontanen Kraftausschüttung, die in uns stecken kann, wenn eine Gefahr vorliegt, die spontane Heilung, wenn Ärzte den Patienten bereits aufgegeben haben. Frei, ohne Zwänge, Hemmungen, Verbote. Dieses Frei, diese Freiwilligkeit hat nichts mit Unabhängigkeit zu tun, im Sinne von Entscheidungen auf Grund von politisch, wirtschaftlichen, sozialen Stellungen, die vorneweg kein Scheitern dulden, sondern einzig und allein von der unabhängigen Freiheit, deren Konsequenz nicht bereits im Vorfeld als richtig oder falsch eingestuft wird.

Zudem kann Spontanität keine Voraussetzung sein, um für diese Freiwilligkeit entweder ein Dankeschön, finanzielle Zuwendungen oder Abhängigkeitsverpflichtung zu sein. Spontanität ist der freie Wille, der nicht durch vorausschauendes Planen für den besten Profit, das beste Ergebnis steht. Demzufolge kann nicht ausgeschlossen werden, daß Spontanität sich auch als Fehler herausstellt.

Allerdings würde ohne Spontanität keine Weiterentwicklung möglich sein, denn wenn der freie Wille, der Antrieb zu handeln, ständig unterbunden sein würde, durch Ängste, Verbote, würde nicht nur die Natur, sondern auch der Mensch immer auf der gleichen Stelle stehen.

Also seien Sie ruhig mal wieder spontan, laden Ihre Freunde am Wochenende ein, zum Grillen, ins Theater oder welche Idee Ihnen spontan einfällt. Geben Sie dem Bettler, dem Sie begegnen ein paar Cents oder kaufen ihm spontan etwas zum Essen und zu Trinken. Spenden Sie das Geld für Ihre neue Bluse oder Schuhe an eine wohltätige Organisation. Möglicherweise ist eine spontane Handlung, auch wenn sie später bereut wird, dennoch ein Schritt näher zu Ihrer Selbstlosigkeit, und Sie tragen damit dazu bei, für eine humanere Gemeinschaft den Weg zu bereiten.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Kolumne

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Dextro Energy im Fokus der Kritik

Schluß mit dem Schwindel von Werbeversprechen

Inzwischen sollte sich bis zum Verbraucher herumgesprochen haben, daß Zucker sowie Traubenzucker weder ein Grundnahrungsmittel oder gar gesund sind. Das Gegenteil trifft viel eher zu. Umso fragwürdiger und keineswegs hinnehmbar sind sogenannte Health Claims wie die Firma Dextro Energy gern zum Besten gibt.

Ein Grundsatzurteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) hat nunmehr die Firma Dextro Energy aufgefordert, sämtliche Gesundsheitsversprechen für ihre Zuckerbomben umgehend zu stoppen. Diese führen den Verbraucher in die Irre, dem Unternehmen wurde ein Ultimatum gestellt, bis zum 22. Juni dieses Jahres die betroffenen Aussagen zu unterlassen.

Die Lüge über den Energielieferanten Traubenzucker

Das Wort Glucose aus dem griechischen für süß, weist somit auf den gebräuchlichen Namen Traubenzucker hin, zumindest handelt es sich um eine natürliche chemische Verbindung (C6H12O6). Umso wichtiger darauf hinzuweisen, inwieweit derartige Werbung wie „einfach schneller im  Kopf“, „natürliche Sofortenergie für Konzentration und Leistungsfähigkeit“ oder „leistungssteigernde Wirkung“, welche Dextro Energy bisherig den Kunden vorgaukelt, schlicht und ergreifend als Lüge entlarvt wird.

Sobald Traubenzucker eingenommen, mag er ziemlich kurzfristig als Muntermacher die Konzentration vermeintlich steigern, aber schon kurze Zeit später tritt eher das Gegenteil ein. Der erhöhte Blutzuckerspiegel sinkt extrem ab, man fühlt sich daher anschließend ausgelaugt und schlapp. Obendrein vermag Traubenzucker sogar die Leber schädigen.

Überzuckerung ein generelles Problem in der Ernährung

In sehr vielen Produkten lauern die Gefahren, die eine Überzuckerung in der Ernährung mit sich bringen. Vor einem knappen Jahr prangerte eine Foodwatch-Marktstudie überzuckerte Erfrischungsgetränke an, seitdem hat sich letztlich nichts geändert, weiterhin greifen Verbraucher schnell mal zu, ohne sich über die Folgen jener gesundheitsschädlichen Ernährung im Klaren zu sein.

Dabei sollte der Verbraucher sich auch nicht täuschen lassen, wenn „zuckerfreie“ Lebensmittel angeboten werden. In Wirklichkeit trifft dies in viele Fällen nicht zu, sondern erst wenn weniger als 0,5 Gramm pro 100 Gramm oder 100 Milliliter an Zucker (Trauben-, Frucht- und Milchzucker) enthalten sind.

„Wenn jemand heute den Zucker erfände, würde man ihm sicher verbieten, sein Erzeugnis auf den Markt zu bringen.“ (Arnold Bender)

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Verbraucherschutz

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