Bekränzt euer Haupt

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Abgelegt,
die Kränze, die Blumen,
das Grab so bunt
erblüht.
Selbst der Frühling
findet hier
seinen Konkurrenten.

Abgelegt,
zugedeckt
mit Erde, Ästen.
Zeichen gelegt
zum Auffinden.
Darf man nicht
verwechseln?

Abgelegt,
damit
Erinnerung
nicht erlischt.
Kränze, Zeichen
sollen die Liebe
erhalten.

Abgelegt
die Sorgen
die Nöte
das Böse
die Wünsche
die Angst
zugedeckt.

Abgelegt,
der Freiheit
preisgegeben.
Nehmt
die Kränze,
schmückt
euer Haupt.

Der Kreis
als Zeichen
der endlosen Zeit,
in der Mitte
das Nichts, euer Geist
soll immer
eure Freiheit sein.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Brief an Frau Dr. R. zur Kündigung als Integrationscoach – Teil 4

Ich bin gerne bereit, Ihnen und der Zertifizierungs-Mannschaft einige mehr oder weniger erfolgreich integrierte Menschen lebendig vorzustellen, welche unsere Arbeit aus Ihrer Sicht beurteilen und menschlich dokumentieren werden. Am Rechner konnte ich’s bis zum gestrigen Tag auch. In meiner Mandantenliste finden Sie alles, was ich für den jeweiligen Menschen getan habe. Leider keine Mitschriften des „Palavers“ davor“. Für so was hatte ich keine Zeit. Auch nicht im Nachhinein. Ich sprach mit Menschen und löste ihre Probleme. Dies kann ich nachweisen. Anhand von lebendigen Menschen, welche für mich Zeugnis ablegen werden.

Selbst standortintern kam es zu irrwitzigen Konflikten…

Ein Beispiel: Da kommt einer und spendet eine komplette hochwertige Wohnungseinrichtung seines verstorbenen Bruders an „Fairkauf“, für welches Projekt wir, als Integrationsbüro so ganz nebenbei, hunderte von mit Druckfehlern behafteten und von uns, so ganz nebenbei, per Hand korrigierten Flyern verteilt haben. Auch der Flyer für das Integrationsbüro ist nach wie vor fehlerbehaftet. Das Hocharabisch ist nicht korrekt.

Die Schrankwand war nicht erwünscht, da das Lager mit SW voll sei. Also schenkte sie der Spender einer meiner Kolleginnen – welche wiederum einen bedürftigen Klienten – sprich Flüchtling – an der Hand hatte, welcher in Kürze mit Familiennachzug rechnen konnte. Und Erfolg hatte. Mit dem Familiennachzug. Und nun mit seiner Familie unmöbliert quasi wie in einem Zelt lebt. Sie verschenkte sie also glatt weiter. Anfangs schien es kein Problem, die Schrankwand einfach wie den Rest der Wohnungseinrichtung zu demontieren und unterwegs (ohne Umwege!!!, ohne Zusatzkosten!!!) am Bestimmungsort auszuladen. Aus irgendwelchen, mir nicht verständlichen Gründen landete die Schrankwand doch bei „Fairkauf“ und wurde „aktenkundig“. Zahlen bitte… Auch den Weitertransport.

Meine Kollegin hat quasi ihre Reputation gegenüber ihrem Schützling verloren. Jener Verantwortliche, der Teilnehmer jener Absprache war, leidet heute unter Gedächtnisverlust bzw. beachtet strikt die erst nach und nach – und danach (!) eingetrudelten Vorschriften. Das ist das kleine Problem. Das Große sei hier erwähnt. Der Spender, übrigens ein bekennender Nazi, macht nun mobil. Ich denke, dies wird ein echtes Reputationsproblem… Für „S.“.

Mit meiner Kündigung haben Sie sich ein Zweites beschert. Danken Sie Ihrer kompetenten Bereichsleitung, welche sich einen Kehricht drum scherte, was wir bislang für Menschen taten und nie bei uns hospitierte, um überhaupt zu verstehen, was wir eigentlich bewirkten, sondern nur erschien, um uns beizubringen, dass das Büro ständig besetzt sein müsse, der Tätigkeitsbericht perfekt, die Arbeitszeit einzuhalten sei und der Rest scheißegal…

In diesem Sinne freue ich mich über Ihre Kündigung meines Arbeitsverhältnisses. Ich betreue meine Schützlinge nun ehrenamtlich und werde Erfolg haben.

Die Kündigung meines Arbeitsverhältnisses während der Probezeit ohne Angabe von Kündigungsgründen ist Ihr gutes Recht.

Integrieren Sie mal so fröhlich weiter. Am besten mit Frau P. als von Frau T. als „Familienbetreuer“ „Betreute“ als Integrationsbüroleiterin.

Spaß beiseite.

Dicke knufflige Steine können auch bergab rollen. Ihnen rollt grad einer fußwärts entgegen. Sie können ihn stoppen… Noch.

Alternativ biete ich Ihnen überregionale Medienaufmerksamkeit an. Welche Sie (siehe oben) längst hätten haben können. Das damals positiv Angedachte jedoch können Sie in diesem Fall vergessen… Es kann also lustig werden.

Sie sind der Boss. Sie entscheiden. In früheren Versionen dieses Schreibens (nicht versandt, an dem Schreiben bastle ich schon seit Wochen) habe ich Ihnen anempfohlen, sich selbst auszusuchen, ob Sie zuerst mit der regionalen Leitung und dann mit den Untergebenen sprechen. Oder umgekehrt. Sie sprechen nur mit der „Leitung“ und fällen Ihre Entscheidungen. Als ich ein paar Jahre jünger war, schaute ich mir sowohl Schnitzler als auch Löwenthal an. Um die Mitte zu finden… Die sollten Sie mal suchen. Im Übrigen hatte ich auch mal Führungsverantwortung.

Die früheren Versionen dieses Schreibens sende ich Ihnen auf Verlangen gerne zu. Unredigiert, also fehlerbehaftet, weil im Zorn geschrieben…

Mit freundlichen Grüßen

Peter Petereit

(Z.Zt. beurlaubter und am 18. Mai wie ein räudiger Hund innerhalb von 10 Minuten aus dem Büro gejagter Ex-Nochmitarbeiter.)

Brief an Frau Dr. R. zur Kündigung als Integrationscoach – Teil 1

Brief an Frau Dr. R. zur Kündigung als Integrationscoach – Teil 2

Brief an Frau Dr. R. zur Kündigung als Integrationscoach – Teil 3

Nachtrag als Ergänzung:

Ein paar Gedanken so zwischendurch, nachdem ich mir Karen Larischs Landtagsrede angehört habe. Vermutlich wurde ich als „Integrationscoach“ eingestellt – um schlicht gesagt, nicht zu „integrieren“, sondern abzuschrecken. Man nehme einen beinahe zahnlosen bekennenden Alkoholiker (mich), eine berufsfamilienbetreute Analphabetin und eine vermeintlich arbeitsscheue Cholerikerin, setze sie in ein hübsches Büro und lasse sie „Integrieren“. Denn sie wissen eh‘ nicht, was sie tun. Das Gegenteil war zu zwei Dritteln der Fall. Der Alkoholiker soff nicht während der Arbeitszeit. Die Cholerikerin entpuppte sich als Menschenfreund. Beide begannen, sich das Integrieren zur Herzenssache zu machen. Das dritte Drittel lauschte und petzte. Vermutlich so jedes kritische oder belanglose Wort, welches im Büro gewechselt wurde. Nicht irgendjemandem. Nur ihrer Betreuerin. Welche, na so ein Zufall, unser Chef war. Mein Kündigungsschreiben ist mit dem 18. Mai 2017 datiert. Die erste Einladung vom JC, mich mit mir über meine berufliche Zukunft unterhalten zu wollen, betraf den 15. Mai 2017 und wurde auf den 22. Mai 2017 verschoben. Seltsame Dinge. Sehr seltsame…

Peter Petereit

Kategorie: Soziales

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Bayrische Abschiebepraxis missachtet Menschenrechte

Schüler demonstrieren massivst in Nürnberg

Die Staatsgewalt hat erneut ihr hartes Vorgehen unter Beweis gestellt, wobei man der Polizei als ausführendes Organ nicht unbedingt eine Schuld in deren Schuhe schieben sollte, die Politiker in Bayern haben derartige Reaktionen letztlich zu verantworten.

Selbst wenn ein Sprecher des bayrischen Innenministeriums bei der Bewertung der aktuellen Sicherheitslage in Afghanistan auf die Zuständigkeit der Bundesregierung verweist, so muß man dennnoch die harsch angewandte Abschiebepraxis schärfstens verurteilen wie im jüngsten Fall eines afghanischen jungen Berufsschülers, die hunderte von den Schülern eiligst zusammengetrommelte Menschen verhindern wollten. Tumulte folgten, einige Polizisten wurden verletzt, Demonstranten wohl keine.

Politisches Kalkül auf Wählerstimmenfang bei dieser AfD?

Und dies auf Kosten schutzsuchender Asylbewerber, die keineswegs aus einer Laune heraus nach Deutschland kamen, sondern Kriegs- und Terrorzuständen im eigenen Land entflohen? Völlig zurecht prangern die in diesem kurzen Film zu Wort kommenden Beobachter die nächtlichen Abschiebungen an, die gar zunehmen.

Das alles scheint in München Horst Seehofer und dessen CSU mehr recht als billig zu sein. Steckt etwa politisches Kalkül dahinter, um Wählerstimmen bei dieser AfD einzuheimsen? Schließlich würden jene Neuen Rechten nicht lange fackeln, sowieso wesentlich rücksichtsloser abschieben. Welch dramatisches Fazit einer kaltherzigen Politik, die so vollkommen sorglos agiert!

In Afghanistan tobt weiterhin Krieg und Terror

Nur die Regierung in Berlin schien dies bisherig nicht akzeptieren zu wollen, deshalb das unverantwortliche Zögern, was nicht nur etliche Abgeschobene in Lebensgefahr brachte, manche unter ihnen sind wahrscheinlich gar verstorben. Erst das jüngste Bombenattentat im Diplomatenviertel Kabuls in der Nähe der Deutschen Botschaft, wobei inzwischen mehr als 80 Tote sowie über 350 Verletzte zu beklagen sind, zeigt der deutschen Politik, in wie weit sie die Lage bisherig unterschätzte.

Unabhängig davon, daß seit fast 40 Jahren Afghanistan nicht zur Ruhe kommt, in jenem Zeitraum die beiden Supermächte Russland und die USA kriegerisch mitmischten, blüht seitdem der Terror seitens internationaler Dschihadistennetzwerke, die zunehmend ausländisch stationierte Soldaten im Lande bekriegen, Terroranschläge sorgen für genügend Ängste und Unsicherheit im notleidenden Volk.

All das meinte die Bundespolitik, viel zu sehr zu vernachlässigen, obwohl nicht nur Grünenpolitiker etliche Male warnend Ermahnungen verlautbarten. Was muß noch alles an Leid bei derartiger Abschiebepraxis, speziell besonders schonungslos in Bayern selbst geschehen, bis ihr ein Riegel vorgeschoben wird? Eine Neue Rechte reibt sich hämisch die Hände, sämtliche demokratischen Parteien sollten sich selbstverständlicher Menschenrechte erinnern, bevor noch mehr Gewalt ein Zeichen setzt!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Wille zum Erfolg

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Eigentlich bin ich eher eine etwas konservativ eingestellte Frau. Haare, die den Look vermitteln, wuschelig, unfrisiert auszusehen, sind absolut nicht mein Ding. Ich bevorzuge leichte Löckchen im halblangen Haar, ein paar helle Strähnchen untergemischt, einfach perfekt. Jeans nur in der Freizeit, ansonsten Kostüm, Kleid oder eine Stoffhose mit passender Bluse, Hosenanzug natürlich immer gerne.

Heute kommen die Eltern meines Freundes zu Besuch, wir kennen uns jetzt schon über ein Jahr, vor zwei Monaten bin ich in seine Wohnung eingezogen. Eher in sein Haus, das obere Stockwerk ist vermietet, okay, es ist vielleicht eher eine Villa, Gründerzeit, komplett renoviert vor etwa fünf Jahren, nachdem Alex Eltern Eigenbedarf angemeldet hatten, weil keine angemessene Wohnung für ihren Sohn in München zu bekommen war. Und er sollte doch nicht in irgendeiner WG sich seinen Studien widmen, er bräuchte doch seinem Stand entsprechend eine vorzeigbare Bleibe, und sowieso ist die Villa sein Erbe, seine Großmutter bestand aber testamentarisch darauf, daß er erst ab dreißig allein über das Vermächtnis entscheiden darf. Da gibt es noch so einiges an Vermächtnis.

Ich habe in den Augen vieler eine gute Partie gemacht. Arbeiterkind, Hauptschule, Verkäuferin gelernt, dann Hotelfachfrau, geheiratet, geschieden nach drei Jahren Ehe mit dem besten Kumpel für alle seine Sports- und Vereinsfreunde, nicht für mich. Nach München gezogen, umgeschult auf Reiseleitung, inzwischen zweiunddreißig, sechs Jahr älter als Alex. Mein Gott, hast du es aber nötig, so ein junger Spund. Verkauf dich mal bloß nicht.

Erstens hab ich gar nicht gewußt, wie alt Alex war, als wir uns kennenlernten, er kann ein ausgesprochen guter Lügner sein. Zweitens bestehe ich weiterhin darauf, für mich selbst zu sorgen. Drittens wird andererseits behauptet, er sei von mir mit Haut und Haaren abhängig, weil er ansonsten doch eine aus seinen Kreisen als Freundin ausgesucht hätte. Er ist mir mitsamt Kofferrolli in die Arme gerannt, hat mich umgeworfen, Platzwunde, Ohnmacht, Krankenhaus, die ersten Tage seines Urlaubs verbrachte er an meinem Krankenbett. Welche Frage er auf den Lippen hatte, die ihn veranlaßte, so unaufmerksam zu sein, daß er über die Bordsteinkante stolperte, als wir gerade vor dem Hotel ankamen, das die erste Station auf dem Wochentrip durch Mexiko war, das fällt ihm immer noch nicht ein. Ab und an ist es sein bester Witz, wenn unsere Liebeswolke sich verdunkelt, zu erzählen, wenn ihm die Frage einfallen würde, dann wäre Schluß, bis dahin aber… Haha.

Tina riet mir, um dem ganzen voreingenommenen Gequatsche seitens seiner Eltern, seiner Verwandtschaft gegen zu wirken, die harte Tour zu fahren. Sie hätte es bereut, ihren Schwiegereltern beim ersten Treffen die brave Anständige vorgespielt zu haben, denn seither würde von ihr ständig erwartet, daß sie diesem ersten Eindruck entspräche, sogar ihr Florian mit Kontaktsperre gedroht habe, weil die Schwiegereltern ihr vorgeworfen hatten, sie wäre nur scharf auf diesen Reiseleiterjob, um feucht fröhlich ihre, na, du weißt schon Florian, zu befriedigen. Ihr Florian ist ein absolut häuslicher Typ, der vollkommen glücklich ist, seine drei Kinder zu versorgen, den Haushalt zu schmeißen und in seiner Freizeit in der Garage hockt, um irgendein altes Vehikel wieder zum Laufen zu bringen, dabei sind die Vehikel mitunter bloß kaputte Waschmaschinen, Musikanlagen, Fahrräder. Ihm konnte für sein Leben nichts Besseres passieren, als die quirlige Tina kennenzulernen, die keine fünf Minuten stillsitzen kann, geschweige denn ihren Schnabel im Zaum halten.

Okay, die harte Tour also. Die harte Tour läuft gerade, und ich kann nicht mehr aufstehen. Selbst wenn ich es geschafft habe, mich auf den Bauch zu legen und mich mit meinen Armen abstütze, habe ich das Gefühl, meine Knie sind eingeschnürt, vom Bauch will ich gar nicht erst was sagen, der ist womöglich für immer ab jetzt ein Teil meines Hinterns.

„Mira, Mira!“
„Mira, warum gehst du nicht ans Telefon? Mira!“
„Mira, meine Eltern sind etwas früher eingetroffen, du hättest ruhig mal die Anrufe entgegennehmen können! Mira!“

„Mira! Ist alles in Ordnung?“
„Alex, laß mich in Ruhe!“
„Hey, ist doch nicht schlimm, wenn du noch in der Wanne sitzt. Ich brüh schon mal Kaffee auf, reichen dir zehn Minuten?“

„Mira, Mirjam, der Kaffee ist fertig, wir warten.“
„Ich kann nicht!“
„Mach bitte die Türe auf!“
„Ich kann nicht!“
„Wie, du kannst nicht?“
„Ich kann nicht aufstehen!“
„Warum hast du abgeschlossen?“
„Weiß nicht, kann nicht, will jetzt auch nicht!“
„Mirjam, was soll das? Laß die Scherze, meine Eltern sitzen im Wohnzimmer, der Kaffee wird kalt, und dein Verhalten ist albern!“
„Dann ist es halt albern. Geh Kaffee trinken!“

„Mirjam, es wird jetzt laut, ich hab die Bohrmaschine in der Hand und werde das Schloß aufbohren!“
„Sag mal, spinnst du?“
„Dann mach freiwillig auf!“
„Alex, wage es bloß nicht!“

„Mira, wie siehst du denn aus? Papa, alles in Ordnung, geh bitte mit Mama Kaffee trinken!“
„Mira, tragen Sie gefärbte Kontaktlinsen? Hey, das war’s, die Kontaktlinsenfrage war auf meinen Lippen, weil deine strahlenden blauen Augen so gar nicht zu deinem steifen Vortrag im Bus gepaßt haben, warum hast du die Haare geschnitten, und warum liegst du hier mit Jeans in der Badewanne?“
„Alex, die harte Tour hab ich wohl verdient. Bring mir die Schere, damit ich die verdammte Jeans aufschneiden kann, ich ziehe heute noch aus!“
„Was redest du da für einen Unsinn! Harte Tour, was für eine harte Tour, meinst du die kurzen Haare, wenn dir das so schwergefallen ist, warum hast du?“
„Ich, die Tina, ich fand den Vorschlag richtig, bloß nicht einschmeicheln bei den Schwiegereltern, dachte so eine Kurzhaarfrisur, ein bißchen ungepflegt wirkend mit einer hautengen Jeans, wegen der ich nicht mehr aufstehen kann, weil ich dachte, mit dem heißen Wasser würde sie so aussehen, als wäre sie auf die Haut geschneidert, nicht mal den verdammten Knopf krieg ich auf, weil der Knopfschlitz zu eng ist, alles ist zu eng, egal was ich mache, ich komm aus der verdammten Wanne nicht mehr alleine raus! Und dir ist die Frage ja zum passendsten Zeitpunkt eingefallen! Wenn das nicht die harte Tour ist?“
„Hör auf zu lachen! Alex, hör auf! Alex! Laß das sein! Laß mich runter, bist du verrückt geworden!“

„Alexander, brauchst du Hilfe? Mutter macht sich Sorgen!“
„Ja, mach mal die Türe auf. Kann gerade nicht.“

„Mama, Papa, das ist Mira, sie sieht momentan ein bißchen zerzaust aus, und sie wird Schwierigkeiten haben, sich auf einen Stuhl zu setzen, weil diese Hose noch eingetragen werden muß, deshalb wird sie den Kaffee auf der Couch trinken!“
„Alex!“
„Mira, das sind meine Eltern, sie sehen momentan ein bißchen blaß aus und werden so schnell nicht von den Stühlen aufstehen können, weil sie ihre Augen nicht mehr von ihrer zukünftigen Schwiegertochter abwenden werden können!“

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Kurzgeschichten

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WHO-Weltnichtrauchertag wurde vor 30 Jahren ins Leben gerufen

Diesjähriges Motto: Rauchen kostet. Nichtrauchen kostet nichts!

Bevor sich sämtliche überzeugten oder hadernden Raucher auf den Autoren dieses Artikels stürzen, mögen all jene mal für einige Momente vielleicht innehalten und ihr eigenes Verhalten reflektieren. Sie merken schon, die Rede war nicht von Sucht, selbst wenn man es eindeutig mit einer solchen als Raucher zu tun hat.

Kritik an der WHO hat durchaus ihre Berechtigung, dennoch darf man den heute exakt vor 30 Jahren ins Leben gerufenen Weltnichtrauchertag als notwendigen Versuch werten, um auf Nichtraucher aufmerksam zu machen, die dem Tabakqualm damals noch überall ausgesetzt waren.

Vom Rauchen als Ritus bis hin zum Massenkonsum

Die Tabakpflanze hat ihren Ursprung in Nord- und Südamerika. Während die dortigen Indianerstämme und Hochkulturen wie die Maya das Pfeifenrauchen eher für rituelle Zwecke nutzten, begannen per Einfuhr in den Zeiten eines Christoph Columbus durch die Seefahrer selbst die ersten Rauchgewohnheiten, die sich aber vorläufig noch nicht in der Gesellschaft etablierten.

Zunächst folgte großer Gefallen am Rauchen selbst, im Dreißigjährigen Krieg verhalf es wohl etlichen Menschen, diese grausame Zeit mittels des Tabakdrogenkonsums scheinbar angenehmer zu überstehen. Es folgten dennoch Verbotsbemühungen in etlichen Nationen, der Schmuggel blühte daher auf.

Im Laufe des endenden 18. Jahrhunderts und mit Beginn des 19. Jahrhunderts entwickelte sich der Tabakkonsum ziemlich rasant zu einer Volksdroge, sein Weg war nicht mehr aufzuhalten. Zunächst per Pfeife oder Zigarre inhaliert folgten ungefähr ab der Mitte des 19. Jahrhunderts die ersten Versuche per Zigaretten, die sich schließlich als Massenkonsum durchsetzten, immerhin gab es 1910 bereits weltweit an die 20.000 Zigarettenhersteller.

Die Kehrseite der Medaille – von der Not gesundheitsschädlicher Folgen

Die auch heute noch oftmals von überzeugten Rauchern brüsk als Mär von sich gewiesen werden. Darunter selbst jene, die sich einreden oder einfach behaupten, rauchen erzeuge keinen Krebs, schade weder dem Herzen noch den Kreislauf, es gäbe schließlich auch Nichtraucher, die betroffen wären. Derartigen Zeitgenossen kann man nur anraten, mal mit Ärzten von Krebsstationen sich zu unterhalten, die berichten ihnen meist gern über die dramatischen Schicksale ihrer Patienten.

Sicherlich mag ein jeder auch bei diesem kleinen Demonstrationsfilmchen Einwände finden, um die Folgen klein zu reden. Und natürlich gibt es nicht die schwarze Teerlunge, sie ist eher bräunlich, aber wer mal aufgehört hat mit jener furchtbaren Sucht, wird berichten, wie toll auf einmal ihm eine neue Geruchswelt begegnet, Stück für Stück die Kondition zurückkehrt, das Essen besser schmeckt.

Vor allem jenes Verlangen nach dem „stützenden Glimmstengel“ verschwindet. Wie befreiend! All jene Passivraucher danken es einer endlich in der Politik angekommenen Erkenntnis, wie schädlich das Rauchen sich verhält, Nichtraucherschutz hat seinen berechtigten Stellenwert. Um noch mal kurz aufs diesjährige Motto des Weltnichtrauchertages einzugehen: Rauchen kostet, die Gesundheit. Nichtrauchen kostet nicht nur nichts, es macht nicht krank, belastet keine Umwelt. Gut so!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesundheit

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Indien unterstützt Bergbaukonzern Vedanta per Verhaftungswillkür

Kuni Sikaka soll wie etliche andere maoistische Rebellen unterstützen

Irgendwie erinnern derartige Vorgehensweisen an den „türkischen Pascha“, Erdoğan läßt seit geraumer Zeit etliche Menschen unter dem Vorwand verhaften, sie gehören der Gülen-Bewegung an, seien somit Putschisten und potentielle Terroristen. Welch fadenscheinige Behauptungen.

Ganz ähnlich verhalten sich verantwortliche indische Behörden, um Protestierende einzuschüchtern und einzusperren, unterstützen somit nach wie vor den Bergbaukonzern Vedanta per Verhaftungswillkür, wir berichteten darüber im November 2015. Seitdem hat sich nichts geändert, das Volk der Dongria Kondh wird weiterhin massivst bedrängt, die jetztige Taktik mit der Verhaftung von Kuni Sikaka und etlicher anderer zuvor, weil sie angeblich maoistische Rebellen unterstützt haben sollen, spricht Bände, kann den Protestierenden eben keineswegs nachgewiesen werden.

Innenministerium verfälscht bewußt Informationen zugunsten des Ressourcenabbaus

Obwohl die Vorkommnisse ziemlich eindeutig, auch „India Resists“ berichtet darüber, scheinen die Sicherheitsbehörden, in Folge die Polizei sich nicht von zunehmenden Protesten beeindrucken zu lassen, die harte Vorgehensweise und Verhaftungen halten an.

Erneut folgen die Handlanger solcher Konzerne den profitorientierten Befehlsketten, zählen berechtigte Proteste genauso wenig wie eine Weltöffentlichkeit, die inzwischen umfassender informiert wird. Was muß noch alles geschehen, bis endlich auch die indische Regierung entsprechend durchgreift? Daß maoistische Rebellen selbst die Dongria Kondh für ihre politischen Beweggründe benutzen, sollte man ohnehin anprangern. Aber die verfälschten Anschuldigungen der Regierungsbehörden setzen noch eins drauf, kriminalisieren die berechtigten Proteste. Ein NoGo!

Unterstützen auch Sie Survival International

Diese globale Bewegung für die Rechte indigener Völker leistet seit etlichen Jahren, in zwei Jahren bereits ein halbes Jahrhundert, ihre beherzten Aktionen, um sie vor noch größeren Schäden zu bewahren. Leider nicht immer in Gänze erfolgreich, Rückschläge zeigen erst recht auf, wie das Engangement dieser Organisation hilfreiches erreicht.

Sie haben richtig gelesen, Querdenkende schließt sich solchen Organisationen gern an, ohne irgendwelche Rücksprachen oder gar Vorteile daraus zu erzielen. Uns geht es um selbstverständliche Menschenrechte, die für alle Menschen gelten, folglich ebenso für die letzten indigenen Völker, die noch nicht von unserer sogenannten Zivilisation verdrängt worden sind.

„Das Drama aller Zeiten hat eigentlich nur ein einziges Thema gehabt: die Unfähigkeit der Menschen, miteinander zu leben.“ (Gerhard Bronner)

Und Milliarden unserer Spezies versuchen es auch heute noch. Geben wir dieser Unfähigkeit keinen Raum mehr, um das Drama endlich zu Ende zu führen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Bedrohte Völker

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Wer sich in Schweigen hüllt, macht sich mitschuldig

Jeder, der Ängste schürt, will die eigene Macht vergrößern

In Kriminalfilmen, -romanen, bei Geistererzählungen, Rittergeschichten dürfen allgemeinhin Hallen, Lagerhäuser, Burgen, Schlösser als Hintergrundorte nicht fehlen. Große, weite, hohe angelegte Räume vermitteln das Bewußtsein der eigenen Kleinheit, Verlorenheit, ähnlich wie kleine Räume, Fahrstühle ein sehr beklemmendes, einengendes Gefühl verursachen können. Das scheint eine Widersprüchlichkeit zu sein, dennoch ist eine Verlorenheit ein genauso einengendes Gefühl, das Ängste hervorrufen kann, dabei spielt es auch keine Rolle, ob diese Halle nun vollgestopft ist, verwinkelt, abgedunkelt oder völlig leer.

Wer sich im Bereich Krimis auskennt, wird wissen, je offensichtlicher, je freier jemand auftritt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, nicht ertappt zu werden, denn durch ein selbstbewußtes, sicheres Auftreten verhehlt man seine hinterhältigen Absichten und wird von der Umgebung nicht als Gefahr wahrgenommen. Ein „guter“ Dieb klaut Ihnen die Armbanduhr mit einem Lächeln im Gesicht, trägt die geklaute Tasche lässig über der Schulter hängend aus dem Laden. Je unverhohlener man auftritt, desto größer die Chance „unsichtbar“ den Raubzug zu vollziehen.

Hehlen, inzwischen als veraltet im Sprachgebrauch angesehen, bedeutet verbergen, verheimlichen. Althochdeutsch helan, bedecken, verstecken, verwandt mit hüllen, Halle.

Verhehlen, althochdeutsch farhelan, bedeutet jemanden etwas verschweigen, geheimhalten, unterschlagen, vorenthalten.

Hüllen, althochdeutsch hullan, verwandt mit hehlen. Synonyme sind bedecken, einwickeln, vermummen.

Die Halle, althochdeutsch halla, ursprünglich, die Bergende. Andere Wörter sind Gebäude, Saal, Hallenbau, Lobby.

Der Hehler, mittelhochdeutsch helære, andere Begriffe sind Betrüger, Preller, Schieber, Schwarzhändler, Ganove.

Wenn die Halle ursprünglich „die Bergende“ bedeutet hat, spielen dafür mindestens zwei Faktoren eine Rolle. Höhlen galten bei den Frühmenschen als Schutz vor wilden Tieren, Unwettern, genauso später Hütten, Häuser. Die großen Hallen der Burgen oder die großen Säle der Schlösser waren nicht nur Schutz bietende Rückzugspunkte, sondern auch Versammlungsorte und je nach Ausführung ein Zeichen der Größe eines Herrschers. Wer Zugang zu diesen Orten hatte, stand unter dessen Schutz.

Kinder hüllen sich beim Versteckspiel oft mit Decken zu und fühlen sich unter dieser Hülle, in dieser Höhle sicher, denken, sie werden von niemanden gesehen, ihr offensichtliches Versteck halten sie für sicheren Schutz.

Dieses Verhalten kann im übertragenen Sinn auch auf oben erwähnte Diebstahlmuster gesehen werden. Durch „Angleichen“ an die Umgebung wird man quasi unsichtbar (ein Beispiel aus der Tierwelt ist das Chamäleon.). Verhehlen ist demnach ein erkennbares Verstecken. Der Hehler, Betrüger, Ganove ist bestens in der Halle, der Lobby aufgehoben.

Die vielen Proleten, Phrasendrescher, die zurzeit eine gewisse Hochkonjunktur haben, sind diejenigen, die ein narzißtisches Bedürfnis besitzen und unbedingt öffentlich bekannt werden wollen, dies tun sie allerdings nur, weil sie den Schutz von Hehlern besitzen. Hintermänner, die nicht öffentlich auftreten, die unter anderem finanzielle Mittel bereitstellen und die eigentlichen Fäden in der Hand halten.

Anders ausgedrückt, diejenigen, die auf den „Plätzen“ große Reden schwingen, verdecken ihre wahren Absichten unter dem Deckmäntelchen der Meinungsfreiheit, der zu schützenden Tradition, Nation, der angeblichen Aufklärung, Wahrheit, wie die Kinder mit ihrer Decke. Die Hehler verstecken sich in ihrer Lobby unter der Decke der „Herren der Hallen“.

Die Verlorenheit, das einengende Gefühl in Hallen kommt nur zustande, wenn man selbst kein Mitglied dieses Schutzgebäudes ist, sich nicht auskennt in den Winkeln und Ecken, dann hat man den Gefühlseffekt, in einer kleinen Kammer eingesperrt zu sein. Und falls Sie zu den Kindern gehören, die aus Angst vor der Dunkelheit oder was auch immer sich unter der Bettdecke verkrochen haben, und meinten, durch diese Verhüllung, diese Enge wären Sie geschützt gewesen, dann waren Sie im Irrtum. Geschützt wurden Sie durch Ihre Familie, die sich nebenan in der Wohnung aufhielt.

Als Erwachsener stehen Sie nun dieser „Halle“ vor, und wenn Sie Ihrem Kind nicht erklären, daß seine Ängste unbegründet sind, ihm helfen, seine beengenden, beklemmenden Gefühle zu nehmen, in dem Sie konkret über das angstauslösende Thema sprechen, machen Sie sich mitschuldig, wenn das Kind sich schutzlos fühlt.

Denn „die Bergende“, die Halle sind auch wir Erwachsenen, je weniger wir verstecken, verheimlichen, desto freier werden sich andere in unserer Nähe fühlen. Decken wir auf, was sich da tagtäglich verhüllt, um eine ständige Enge zu verbreiten. Jeder, der Ängste schürt, unverhohlen, vor unser aller Augen, macht dies nur in der Absicht, um seine Macht zu vergrößern. Wer sich in Schweigen hüllt, macht Zugeständnisse an jede Art von Ängsten und unterschlägt die Freiheit, die Toleranz, die Nächstenliebe und schlußendlich die offene Kommunikation.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Kolumne

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