Verjagt die Ungerechtigkeit

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Vorurteile kursieren bereits ne Weile,
weil och noch bestätigt worden waren.
Warum man ihnen das mitteile?
Da Mitläufer sich fanden in Scharen.

Stets sie Häme voller Inbrunst pflegen,
man sich davon Vorteile verspricht.
Kaum einer wollte sich über Haß aufregen,
diesen vermeiden, wäre höchste Pflicht.

Jene Botschaften ungebremst sich verbreiten,
in sozialen Netzwerken herrscht ein böser Ton.
Dort gilt, was immer geschah zu allen Zeiten:
Wer nicht mitschwimmt, den tun sie bedroh’n.

Die Sprache der Gewalt nimmt längst Überhand,
Politik schweigend solch Zustände duldet.
Eine menschlich gesunde Gesellschaft steht am Rand,
da zuviel Armut dem Reichtum alles schuldet.

Wann wird der Mensch endlich begreifen,
wie arglistig die Gier für Krieg und Elend sorgt?
Wie lange noch lassen wir uns einseifen?
Ändert’s jetzt, es geht, seid unbesorgt!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Verschwörungstheorien suchen Wege ihrer Entfaltung

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Ein Vakuum zwischen Wahrheit und irrationalen Eingebungen

Niemand kann ernsthaft behaupten, die ganze Wahrheit in komplexen Themen zu kennen, insofern wird der Weg der Wahrheit steinig sein, es verbleiben stets ungelöste Fragen und vor allem Geschehnisse, die eben unaufgeklärt neue Probleme offenbaren.

Wo Verschwörungen vermutet werden, entstehen Theorien über sie, was eine völlig menschlich normale Reaktion mit sich bringt, die Neugier dient darüber hinaus dem Zweck des Lebens, sogar des Überlebens, wenn man Gefahren erahnt.

Niedere Absichten sind es doch, die eine Verschwörung ausmachen, erst recht wenn Geheimdienste involviert sind, vergessen wir dabei nicht, daß selbst in demokratischen Rechtsstaaten sie sich einer parlamentarischen Kontrolle entziehen können, denken wir nur an rechtsradikale Vorkommnisse. Aus diesem Grund bieten Verschwörungen einen Raum für unterschiedliche Theorien, wobei im Umkehrschluß Verschwörungstheoretiker selbst ihre Vorwürfe und sogenannten „Aufdeckungen“ für die eigenen Zwecke mißbrauchen können.

Blenden Verschwörungstheorien gern die Logik aus?

Was oftmals Verschwörungstheorien ausmacht, sie beruhen in der allgemeinen Vermutung, daß das Böse in allen Dingen stecken muß, Mensch selbst folglich von Niedertracht beseelt nur eines im Sinne hat: seine eigenen Vorteile durchsetzen, egal welche Mittel angewandt werden.

Dabei dienen besonders gut religiöse Vorstellungen, der Glauben paßt ins Muster der Theorien, der Glaube an den Teufel stellt eine geistesgeschichtliche Wurzel sämtlicher Verschwörungsideologen dar, wie auch der Historiker Wolfgang Wippermann vermutet. Einmal den Schuldigen über ein simples Schwarz-Weiß-Denken ausgemacht, hat die Verschwörungstheorie ihr Feindbild entwickelt und kann sie nach Belieben ausbauen, eine wachsende Anhängerschaft rekrutieren.

Doch ganz so einfach gestaltet sich dieses komplexe Thema keinesfalls, auch wenn Forscher des Fachmagazins „Social Psychological & Personality Science“ meinen, sie wüßten wie Verschwörungstheoretiker ticken. Einerseits haben sie natürlich nicht ganz unrecht, daß bei Verschwörungstheorien die Logik gern ausgeblendet wird, dienen sie doch besonders dem Zweck einer Entlarvung um jeden Preis, Hauptsache sie unterscheiden sich von der offiziellen Bekanntgabe gewisser Geschehnisse.

Während die seriöse Wissenschaft mit fundiert wissenschaftlichen Hypothesen und somit auch mit Modellen arbeitet, um auf diese Weise ihre Theorien aufzubauen, fehlt den Verschwörungstheoretikern insofern die Präskription (wissenschaftliche Methode zur Herausbildung einer These, wobei im Anschluß an der Thesenbildung mittels empirischer Beobachtung oder einem Experiment diese abgesichert werden muß).

Verschwörungstheoretiker machen es sich somit ziemlich leicht, verschanzen sich hinter wagen Vermutungen, die überzeugend dann Menschen in den Bann ziehen können, wenn gleichzeitig Regierungen es vermeiden, die Öffentlichkeit ehrlich und umfassend zu informieren. Genau bei solcher Dialektik müssen wir von einer Gradwanderung sprechen: Was ist irreale Verschwörungstheorie, und wo beginnt die berechtigte, neugierig skeptische Hinterfragung von Menschen, die eben nicht alles „schlucken“, was offizielle Stellen ihnen weismachen wollen?

Bedeutet dies etwa im Umkehrschluß, daß Regierungen und „geheime Bünde“, die es zweifellos geben wird, tun und lassen können, was sie wollen, weil inzwischen die in Verruf geratenen Verschwörungstheoretiker ohnehin nicht mehr ernst genommen werden? Sowohl als auch, muß die Antwort lauten.

Verschwörungstheorien haben schon immer eine gewisse Hochkonjunktur

Als eine „anthropologische Konstante“ bezeichnet der Historiker Dieter Groh völlig zurecht Verschwörungstheorien, vor allem in Hinblick auf die Historie. Ob die Erkrankung des römischen Feldherren Nero Claudius Germanicus, die mittelalterliche Pest, wobei dort gern den Juden Brunnenvergiftungen angedichtet wurden, die Jesuitenverschwörung mit dem Höhepunkt der Papisten-Verschwörung, die Hinrichtung angeblich radikaler Jakobiner in den Zeiten der Französischen Revolution, die Freimaurer oder Illuminaten, bis hin zu den Gerüchten eines Weltjudentums, was wiederum die Hamas-Ideologie befürchtet sowie die katholische Piusbrüderschaft oder vom Kennedy-Mord bis hin zur Mondlandung: Verschwörungstheorien haben schon immer eine gewisse Hochkonjunktur.

Ihre Anhängerschaft wächst somit zunehmend genau dann, wenn Regierungen vieles unternehmen, um das Vertrauen ihrer Bürger zu enttäuschen, diese nicht ernst nehmen, weil sie sich anderen Interessen verpflichtet fühlen. Um so schwieriger wird es für all jene, die eben nicht den Verschwörungstheorien blindlings Glauben schenken wollen, sondern es vorziehen, mit ganz viel gesundem Menschverstand möglichst neutral und gewissenhaft sich ein eigenes Bild von der Wirklichkeit zu machen.

Das gelingt meist schwerlich, auch wenn im Internet sehr viele Informationen tagtäglich zu finden sind. So bleibt dem informierten Bürger letzten Endes nichts anderes übrig, als gewisse Theorien zu berücksichtigen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Äußerungen sind kein Verzicht auf Verantwortung

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Mißbrauch der Meinungsfreiheit

Ganz sicherlich hat es den Anschein, die Äußerungen, die im Umlauf sind, wären noch nie so mannigfaltig gewesen. Das waren sie sicherlich, aber nur in Bezug auf die schnelle Verbreitung, denn sich zu äußern, Meinungen kundtun, gerade wenn eine gewisse Unzufriedenheit spürbar ist, beziehungsweise die Unzufriedenheit dienlich ist, um Positionen zu fördern, die ansonsten keine oder nur eine geringere Rolle spielen würden. Dann wurden schon immer viele Ansichten nach außen getragen, in jeden Winkel verbreitet. Oftmals wie auch heute nicht um Klarheit zu erwirken durch fundierte Erklärungen, sondern eben um vorsätzlich die Unzufriedenheitsgefühle zu verstärken.

Als es die Möglichkeit des Schriftverkehrs nicht gegeben hat, waren diese Äußerungen mündlich vorgetragene Meldungen, Gesänge, Dichtungen, die selbst in abgelegenen Dörfern zu Unruhen innerhalb dieser Gemeinschaften führen konnten. Später waren es kopierte, abgeschriebene Texte, dann Drucke, die in Umlauf gebracht wurden. Pamphlete, Schmähschriften waren vor der Französischen Revolution zuhauf in Umlauf, ihre Drucke stammten auch aus den Niederlanden oder Spanien. Ein sehr bekanntes Beispiel für das Anheizen ist der angeblich von Marie Antoinette getane Ausspruch: „Sie haben kein Brot, dann sollen sie Kuchen essen!“

Inzwischen dürfte bekannt sein, daß dies eine völlig aus der Luft gegriffene Behauptung war, die aber dennoch sich über, fast kann man sagen, Jahrhunderte hielt, weil der Ausspruch so passend in die damaligen politischen, wirtschaftlichen Verhältnisse zu passen schien und damit die Feudalgesellschaft an den Pranger gestellt werden konnte. Äußerungen, die also nur getätigt werden, um Unfrieden zu bringen, sind wohl so alt wie die Menschheit, „er spricht mit gespaltener Zunge“ dürfte als Hinweis genügen.

Die Äußerung aus dem mittelhochdeutschen ūʒerunge, ist abgeleitet von äußern. Andere Begriffe sind Anmerkung Auskunft, Information, Mitteilung, Erklärung.

Äußern, mittelhochdeutsch ūʒern, aus der Hand, aus dem Besitz geben, verzichten, übernommen von äußere, äußerer, äußeres. Synonyme sind ausdrücken, ausführen, aussagen, verkünden, unterbreiten, kundgeben, darlegen.

Äußere, äußerer, äußeres, mittelhochdeutsch ūʒer, althochdeutsch ūʒaro, sprachliche Verbindung zu außer. Andere Ausdrucksformen sind sich außen befindend, äußerlich, auswärtig.

Außer, mittelhochdeutsch ūʒer, althochdeutsch ūʒar, außerhalb, heraus, hergeleitet von aus. ähnliche Begriffe sind abgesehen von, ausgenommen, mit Ausnahme von, nicht inbegriffen, exclusive.

Aus, mittelhochdeutsch, althochdeutsch ūʒ, ursprünglich, auf etwas hinauf, aus etwas hinaus. Oder mit anderen Worten von, aufgrund, durch, infolge, wegen. Aus steht für Richtungsanzeige, räumlicher, zeitlicher Herkunft, Grundbestimmung, Materialbeschaffenheit.

Als Erklärung zwischen innerhalb und außerhalb wird wohl der Begriff ūʒ, als Urbegriff genannt werden können, wonach die Bezeichnung für außerhalb Befindliches erklärt werden konnte, genauso wie den Umstand von nicht innerhalb, also mit Ausnahme von.

Das Verb „äußern“ für kundgeben, verkünden, aussagen und folgedessen das Substantiv „die Äußerung“, Auskunft, Information als Silben, die ausgesprochen werden sind erkennbare kognitive Bezüge.

Erstaunlich allerdings sind die Umschreibungen, die ebenso für „äußern“ eingesetzt werden können, nämlich im Sinne von, aus der Hand, aus dem Besitz geben, verzichten, oder? Möglicherweise stammt diese Begrifflichkeit aus dem Rechtswesen, denn das Wort „veräußern“ besagt unter anderem, ein Recht auf jemanden übertragen, etwas übereignen, verkaufen, absetzen, verscherbeln, loswerden, abtreten, versilbern, umsetzen. Hier wird eine Ware, eine Sache, ein Recht, weitergegeben, übertragen, ein Verzicht ausgesprochen, um von diesen Dingen keinen Gebrauch mehr in Anspruch zu nehmen. Diese Übertragungen können verschiedene Ursachen, Gründe vorzuliegen haben, der Effekt ist dennoch der gleiche, der Geber kann nicht mehr belangt werden, die Sache ist außerhalb seines Besitzes, ob nun freiwillig, durch Zwang oder mit hinterhältiger Absicht.

Es könnte davon ausgegangen werden, daß „Äußerung“ die gleiche Bedeutungsstruktur aufweist. Jedes gesprochene und schriftliche Wort wird sinnbildlich veräußert, also aus der Hand, dem Besitz gegeben, in dem es weitergereicht wird, dennoch ist bei diesem Recht, Wörter zu veräußern, nicht gleichzeitig der Verzicht auf den Wahrheitsgehalt, die inhaltliche Aussage inbegriffen, ebenso nicht der Verzicht bei Falschaussagen nicht dafür belangt werden zu können.

Zum Beispiel wäre die gesamte Literatur ohne „Urheberrecht“ für die sprachliche Äußerung ein Sammelbecken für den Raub von geistigem Eigentum. Die teilweise frivolen, mit unterschwelligen Tönen versetzten Äußerungen, die sich mittels Datenübertragung, Medien aller Art in Sekundenschnelle an zig tausend Leser und Hörer gesendet werden können, sind nicht automatisch nach der Äußerung des „Besitzers“, nicht mehr in dessen Besitz. Die Rechte der Äußerung liegen bei ihm, dies bedeutet, er ist verantwortlich für die Inhalte der Aussagen.

Entsprechen die Informationen, Auskünfte nicht der Wahrheit, dienen absichtlicher Irreführungen, sind vollgepackt mit diskriminierenden Darstellungen, gespickt mit hinterhältiger Häme oder Hetze, manipulativem Schüren von Haß und Ängsten, sind die Urheber, die Äußerer verantwortlich für diese inhaltlichen Bekundungen, Kommentare, Nennungen.

Leichtfertiger Umgang mit Verschwörungstheorien, Haßtiraden, Drohungen, Beschimpfungen, Denunzierungen führen zu mehr Unsicherheit, Unzufriedenheit und spontanen Entgleisungen von Betroffenen. Die Betroffenen sind Opfer von hinterhältiger Einflußnahme durch eine scheinbar zu geltende Meinungsfreiheit. Meinungsfreiheit darf nicht bedeuten, keine verantwortliche Handhabung gegenüber den Verursachern von „Schadensangelegenheiten“ zu haben. Opfer sind nicht diejenigen, die Meinungsfreiheit mißbrauchen, sondern diejenigen, die schutzlos verbalen Attacken ausgesetzt sind.

Sprache ist kein rechtsfreier Raum, auch wenn dies einige gerne für sich in Anspruch nehmen wollen. Jede Äußerung ist eine verantwortliche Aussage eines Sprechenden, der einzige Verzicht, der hier gilt, ist einfach, den Mund halten, wenn nur Geschwätz geäußert wird.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Kolumne

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Brief an Frau Dr. R. zur Kündigung als Integrationscoach – Teil 3

10. Auf jede meiner Fragen erntete ich ein „Nein“ wie aus der „Pistole geschossen“. Ob es die Versetzung der Analphabetin Frau P. an einen ihren Fähigkeiten und Wünschen entsprechenden Platz (z.B. „Fairkauf“), die mögliche Einstellung eines Multisprachlers (inkl. Arabisch) über welches Förderprogramm auch immer war – und da wüßte ich dank Integrationsarbeit wenigstens einen geeigneten Kandidaten, der sogar die regionalen arabischen Dialekte zu unterscheiden weiß und Deutsch und Englisch nahezu perfekt spricht, für mein ehemaliges Büro. Oder, wenigstens die eine/r des Lesens und Schreibens kundigen Person, die Frau R. und mir den Papierkram vom Leibe hält, auf dass der stimme. Immer wieder höre ich: Das Jobcenter hat entschieden. Nein. Stichwort „Zertifizierung“… Ich glaub’s einfach nicht.

11. Interne Schulungen. Ein Witz. Zumindest zwei von drei Integrationscoachs haben einen IQ von reichlich über 75. Ich hatte keine Zeit, Frau P. den Duden zu lehren.

12. Uns einen Englischkurs (September? In der Freizeit!) als Weiterbildung anzubieten, klingt erst mal nobel. Hatte mich angemeldet, des Betriebsfriedens willen. Nur zwei unserer bisherigen Klienten/Mandanten sprachen englisch. Frau R. und ich ausreichend, um uns zu verständigen.

Ich weiß, dass Sie und Ihre Mitarbeiter unter gewaltigem Druck stehen (Zertifizierung). Als „F&C-Geschädigter“ weiß ich, der Zertifizierungsdruck wirkt wie eine Guillotine“. Er zwingt mich zu lügen. Papier zählt. Nicht Tatsachen.

Es kommt tatsächlich vor, dass wir mal keinen Besucher haben und derweil im Netz und mit Telefonaten nach Gesetzen, Praktika, Arbeitsplätzen und Wohnungen für jene Menschen suchen, welche wir kennen oder die vielleicht erst morgen kommen. Dies geschah permanent. Trotz alledem musste ich mir was ausdenken. Um dem Papier „Tätigkeitsnachweis“ „zu gefallen“. Siehe „Zettel“. Weiter oben. Lügen für Zahlen.

Wir verkauften keine Unterhosen oder ähnlich zählbaren Scheiß von 08.00 Uhr bis 14.00 Uhr. Menschen kamen vertrauensvoll zu uns. Wenn nötig nahmen wir sie „an die Hand“ und versetzten, sprichwörtlich, „Himmel und Hölle“ in Bewegung. Um Probleme zu lösen. Zeit spielte da keine Rolle.

Der tägliche Tätigkeitsnachweis (die Liste) entspricht Ihren Anforderungen. Auch die angegebene und vorgeschriebene Arbeitszeit. Ich log weisungsgemäß täglich, bis sich die Balken bogen. Ich erschien täglich, ÖPNV-bedingt, 40 Minuten vor Arbeitsbeginn. Wurde akzeptiert. Nähme ich einen Bus später – und der würde berufsverkehrsbedingt „bummeln“ und erschiene 5 Min. zu spät im Büro, dies würde nicht akzeptiert. Im TN steht die Arbeitszeit 08.00 – 14.00 Uhr.

Und wenn ich zum Beispiel nach 14.00 Uhr Partner bei DRK, VS oder AWO aufsuchte, weil die vorher auch ihrer Arbeit nachgehen müssen und nur dann Zeit haben, hat noch keiner meiner „Vorgesetzten“ kritisiert. Auch dies erscheint nicht im TN und wird wissentlich akzeptiert. Damit konnte ich leben, denn ich brannte für meine Arbeit – zumindest, was das Praktische betrifft. Und halte da durchaus mehr als 6 h täglich aus.

Ich besuchte und besuche von „Migra e.V.“ und vom Landkreis vorgeschlagene interkulturelle Veranstaltungen in meiner Freizeit. Ich kenne den für Güstrow zuständigen Imam, sogar die vorgeschriebenen Gebetszeiten für meine strenggläubigen Schützlinge. Sie wissen nichts. Selbst gestern, am Tag meiner Entlassung, war ich um 18.00 Uhr willkommener Gast im Komm-Center zu einer Filmverführung eines syrischen Filmemachers.

Von START habe ich noch keinen „Offiziellen“ gesichtet, obwohl START im Netzwerk von „Migra e.V.“ gelistet ist. Und, wenn ich das tue, durfte ich mich nicht als Mitarbeiter/Integrationscoach von „START“ zu erkennen geben, weil meine Arbeitszeit bereits um war. Schizophren.

Am 12.05. 2017 wurde ich im Rahmen einer „Teambesprechung“ aufgefordert, Gesprächsprotokolle lt. irgendeinem „zertifizierten“ Formular vorzulegen. Vermutlich weil „Petze, Petze ist im Laden“ mal wieder gepetzt hat, dass ich’s mit der Buchführung nicht so genau nehme. Als Beweis, dass ich überhaupt was sinnvolles täte. Ich war ein wenig konsterniert. Ich führe keine Gesprächsprotokolle. Denn ich muss mich auf den Menschen konzentrieren können, der mir gegenüber sitzt. In gebrochenem Deutsch oder „Derabisch“ spricht und mich bemühen, ihn und sein Anliegen zu verstehen.

Da reichen zwei, drei Stichpunkte auf einem Zettel geschmiert. Klappt’s mit der Verständigung, geht’s an die Lösung des Problems. Per Telefon oder Direktkontakt (Begleitung). Letzteres kann und muss unter Umständen sofort passieren. Wenn die Zeit drängt. Da ist es mir scheißegal, ob das Büro nun besetzt ist oder nicht. Wir arbeiten. Für und mit Menschen. Integrationsarbeit ist kein Sesselfurzerjob.

Fortsetzung folgt…

Peter Petereit

Brief an Frau Dr. R. zur Kündigung als Integrationscoach – Teil 1

Brief an Frau Dr. R. zur Kündigung als Integrationscoach – Teil 2

Kategorie: Soziales

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Nach dem G7-Gipfel: Merkel kehrt Trumps Porzellan zusammen

US-Blockade eine Chance für Europa?

Dieser Donald Trump hinterläßt eine Schneise der Verwüstung, zumindest bildlich betrachtet kommt man nicht umhin, an einen Elefanten im Porzellanladen erinnert zu werden. Was längst die meisten erahnt hatten, geschah auch bei diesem G7-Gipfel. Die US-Blockade somit eine Chance für Europa?

Bundeskanzlerin Angela Merkel kehrt zumindest im Anschluß Trumps Porzellan zusammen, erwidert, daß „die Zeiten, in denen wir uns auf andere völlig verlassen konnten, ein Stück vorbei sind.“ Dem kann man kaum widersprechen, obwohl doch die EU eigentlich angedacht war, sich unabhängiger von den USA zu machen, oder?

Edgar Cayces Prophezeiung rückt näher – USA bald schon im Abseits?

Noch vor ein paar Monaten kommentierten wir nach der After-Show-Party Trumps Werdegang, zitierten im Kontext die Prophezeiung des Sehers Edgar Cayce, der in Trance erzählte, die USA würden in naher Zukunft schon bald ins Abseits rücken.

Mit diesem 45. US-Präsidenten beschleunigen die Amis jenen Prozeß, was auf der anderen Seite etlichen Nationen nur recht und billig sein kann. Zu lange dominierte dieser Hegemon bereits das politische Weltgeschehen, es wird somit höchste Zeit für eine nachhaltige Veränderung.

Trumps schamloser Regierungsstil sorgt für entsprechende Mißstimmung nicht nur im eigenen Land, darüber hinaus auch bei den Europäern selbst. Gleichzeitig ergaben sich aber dortigst neue Konstellationen mit dem Brexit und der Präsidentenwahl in Frankreich. Vielleicht schaffen es Macron und Merkel tatsächlich, die EU und Europa umzubauen, mehr Unabhängigkeit zu erlangen von den USA. Dennoch keine leichte Aufgabe, schließlich bestimmen Großkonzerne den Verlauf der Wirtschaft.

Bundestagswahl eine Schlüsselrolle im Reigen der G7-Staaten?

Zumindest hat die Wiederwahl der Bundeskanzlerin einen nicht zu unterschätzenden Stellenwert. Manche Stimmen behaupten und denken, Wladimir Putin setze alles daran, Frau Merkels vierte Amtszeit zu verhindern. Reine Spekulation, die nicht sehr hilfreich, zumal er selbst nächstes Jahr höchstwahrscheinlich zur Präsidentenwahl antreten wird. Andererseits weiß niemand so richtig, inwieweit Trump und Putin real harmonieren.

Im Lager der Neuen Rechten träumt man weiterhin von jener Konstellation, die allerdings im Widerspruch zum neuentflammten Wettrüsten und neuen kalten Krieg zwischen den beiden Supermächten steht. Keiner weiß nichts genaues, viel Raum für Überraschungen, die noch möglich sind. Die Bundestagswahl hat auf alle Fälle ihre Schlüsselrolle im Reigen der G7-Staaten, wo obendrein der achte, nämlich Russland, fehlt. Ohne Russland wird es schwer für Europa und die Welt, auch wenn dies der US-Westen keineswegs zugibt.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Kettenhund spielt kein Klavier

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Hat der Kettenhund
happi-happi bekommen,
damit er fürs Herrchen
das Territorium absteckt?
Bellen, bis die Lefze hängt.
Speichel auf die Erde tropft.
Der Hund das Geschlabber
als Vorspeise genießt.

Herrchens ganzer Stolz,
sonst ein kleiner Wicht.
Der Kettenhund
sein zartes Stimmchen
übertüncht.
Auslauf auf abgestecktem
Territorium,
Freßchen, Hundehütte
simulieren weite Welt.

Nein, das ist ein Lieber!
Verteidigt bloß sein Revier,
schließlich kennt er
nur das hier.
Das Bellen ist bloß Freude,
weil ich ihm schenk
Freßchen, Knochen
zum Nagen, damit
er was zum Beißen hat.

Der Kettenhund, der Wicht,
wohnt nicht weit von dir.
Er verteidigt sein Revier.
Verdient sich sein Fressen
durch ständiges Kläffen.
Ihm geht’s gut, er würd
werden dick und fett,
wenn er nichts zum Bellen hätt’.

Doch dafür sorgt sein Besitzer,
der sonnt sich im Blitzlichtgewitter,
wenn der Kettenhund vernichtet
Liebe, er ist gut versichert.
Und ob ihr’s glaubt oder nicht,
dem Kettenhund, dem Wicht,
dienen diese Machenschaften,
um euch alle mundtot zu machen.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Politik zwischen Nationalismus und Globalismus

Verschwörungstheoretische Nischen suchen ihre Anhänger

Ein Klima der Angst breitet sich aus auf sehr vielen Ebenen. Natürlich könnte man ein derartiges Phänomen in irgendeine verschwörungstheoretische Nische schieben, gar politisch ausschlachten, was tatsächlich auch real geschieht, denken wir an die sogenannte Wahrheitsbewegung. Doch wirklich hilfreich kommt man dabei nicht weiter, ganz im Gegenteil, immer mehr Verunsicherung wird bewußt geschürt.

Woran liegt das, wer profitiert von solch einem Vakuum nebulöser Ängste? Die einen behaupten, ein gewisser Mainstream und dessen Medien wären Schuld, die Bürger hätten genug, fühlen sich verraten und im Stich gelassen von der etablierten Politik. Ein Stückweit kann und muß man ihre Sorgen teilen, da sie keineswegs unberechtigt sind.

Solange die bestehende Politik weiterhin den fortschreitenden Sozialabbau bewilligt, gleichzeitig eine kriegslüsterne Aufrüstung stillschweigend duldet, obendrein Konzerne unverblümt agieren läßt, die Privatisierung begünstigt, denken wir an den Trick mit der Infrastrukturgesellschaft, entsteht zunächst mal entsprechende Kritik, die durchaus berechtigt Fragen formuliert.

Genau dies machen sich fanatische Extremisten zunutze. Sie bedienen sich einfacher Phrasen, um all diejenigen zu erreichen, die aus den genannten Gründen die bestehende Politik und deren Machenschaften hinterfragen. Wer dabei nicht aufpaßt, findet sich schnell in entsprechenden Gruppierungen. Die Bedeutung einer „rechten Gesinnung“ hat ohnehin einen wesentlich breitgefächerten Stellenwert erhalten angesichts ihrer simplen, neu erschaffenen Formulierungen und Rechtfertigungen. Ob eine identitäre Bewegung, Patrioten, Reichsbürger oder eben die bekannten Parteien wie die NPD, diese neue AfD, sie alle sind längst vereint in der Neuen Rechten.

Besonders perfide wird es, wenn manche glauben, sie könnten sich in solchen Gruppierungen wegducken oder gar reinwaschen, man wolle doch das deutsche Volk vor größerem Schaden bewahren, weil ansonsten „der Deutsche“ eines Tages nicht mehr existiere. Solchen Verirrten kann man nur trocken und bestechend logisch begegnen und antworten, die Welt kann sich keinesfalls ein Zurück zum Nationalismus leisten, der Globalismus und der damit verbundene Multikulturalismus haben sich längst durchgesetzt.

Das wird auch ein Donald Trump mit dessen simplem Slogan „America First“ ziemlich schnell zu spüren bekommen, weil Isolation sonst die Folge wäre. Jener neue Präsident kann unmöglich sich vor den anderen Nationen abschotten, die gegenseitige, wirtschaftliche Abhängigkeit verbietet es ihm schlicht und ergreifend. Alles insofern nur eine einzige Schmierenkomödie, eine Ablenkung, um den Menschen Sand in die Augen zu streuen, weil tatsächlich anderes damit bezweckt wird?

Schon begibt man sich erneut auf der Ebene möglicher Verschwörungsszenarien. Zu viele Zweifel verharren im Raum, geben natürlich Anlaß zur Sorge. Wohin driftet eine Weltpolitik, die stur an den alten Mustern der Ausbeutung, eines Imperialismus festhält, anstatt endlich eine Politik voranzutreiben, die Gerechtigkeit und Humanismus wenigstens ansatzweise anwendet? Wir leben mittendrin und müssen versuchen, das beste draus zu machen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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