Mensch draufmalen

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Soll ich nicht doch lieber,
Masken merken sich keine Gesichter,
vielleicht wäre es besser,
die Augenöffnungen zu vergrößern,
wahrscheinlich könnte man
den Mund einsparen,
Lippen draufmalen.

Soll ich nicht doch lieber,
schließlich wäre das doch modisch,
vielleicht kauf ich ein Mieder,
fest schnüren bringt aufrechten Gang,
wahrscheinlich könnte man
das Essen einsparen,
breite Querstreifen draufmalen.

Soll ich nicht doch lieber,
möglicherweise gäb’s Vorteile,
vielleicht einen Hut aufsetzen,
die Krempe bis auf die Stirn,
wahrscheinlich könnte man
das Sehen einsparen,
schöne Augen draufmalen.

Soll ich nicht doch lieber,
ich klatsch einfach Make-up drauf,
vielleicht wäre es besser,
mehr Parfüm zu verschwenden,
wahrscheinlich könnte man
Nähe einsparen,
Pockennarben draufmalen.

Soll ich nicht doch lieber,
vielleicht wäre es besser,
wahrscheinlich könnte man
dies einsparen,
Mensch draufmalen.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Rattenfänger erneut unterwegs

Zwischen den Zeilen
eilen und verweilen,
dabei heftig austeilen.
Opfer hängen an Seilen.

Von wegen nur Strategen
sich freundlichst regen,
um per vorgetäuschtem Segen
euch zu bewahren, dabei anderes hegen.

Die Wirklichkeit trügerisches offenbart,
mal wieder Masse sich um sie schart,
wenn welche brüllen knallhart,
erneut Patriotismus sich mit Nationalismus paart.

Ihr fallt drauf rein, auf eure dreisten Demagogen,
die nur zum Schein euch nett gewogen.
Massen wie damals durch die Straßen zogen,
deren simple Parolen wie eh und je verlogen.

Hauptsache Sand in die Augen Fragender gestreut,
selbst offensichtliche Lügen jedweden Haß erfreut.
Am Ende all des Leids manch Glockengeläut,
neuentflammter Rechtsradikalismus gar nichts bereut!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Bienen: Nervengifte der Chemieriesen verbieten

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Petition kurz vorm Etappenziel

Viel zu lang haben bisherig Gesellschaft und Politik die chemische Industrie gewähren lassen, sie nicht in ihre Schranken verwiesen. Profitsegen einhergehend mit gewissen nutznießerischen Gefälligkeiten, die durchaus an Bestechlichkeit und Korruption bis hin zur Vetternwirtschaft erinnern, verhinderten durchgreifende Verbesserung im Sinne des Naturschutzes, um Bienen eben nicht zu gefährden.

Stattdessen hofiert die verantwortliche Politik weiterhin gewissenlos Chemiekonzerne,   Dow AgroSciences erhielt einfach die Genehmigung fürs Insektizid Soxaflorulf seitens der EU, während die USA es verboten. Unfaßbar, mit welcher Dreistigkeit die berechtigt angemahnten Belange und Sorgen der Bienenzüchter einfach ignoriert werden.

Ein Appell an die Bundesregierung, die EU und den Europäischen Gerichtshof

Während auf Europas Äckern ein gewaltiger Giftkrieg gegen die Natur tobt, startete der Verein Rettet den Regenwald die Petition „Die Bienen brauchen unsere Hilfe: Gefährliche Gifte verbieten“, die bereits knapp 177.000 Menschen unterzeichneten, es fehlen noch rund 23.000 Stimmen bis zum Etappenziel.

Verwundert muß man feststellen, daß einerseits die EU-Kommission sich zwar ein Stückweit einsichtig zeigte, in dem sie wenigstens den Einsatz gewisser Gifte wie Fibronil, die Neonicotinoide Clothianidin, Imidachlorpid und Thiamethoxam einschränken ließ, Sulfoxaflor dennoch genehmigte. Der Verdacht, in wie weit selbst EU-Politik sich seitens der Chemiegiganten gängeln läßt, bestätigt sich dadurch. Grund genug, erst recht zum Schutze der Bienen an die verantwortliche Politik zu appellieren!

Reelle Chancen auf Einsicht?

Mit dieser Petition darf man zumindest die Hoffnung hegen, daß die Mitgliedsstaaten der EU mehrheitlich einem europaweitem Verbot von Nervengiften zustimmen. Bienenvölkern sowie anderen betroffenen Insekten blieben jene Giftcocktails erspart.

Wie im Appell vermerkt, könnte bereits jetzt Mitte Mai durch die EU-Mitgliedsstaaten eine Entscheidung zugunsten des Naturschutzes gefällt werden. Angesichts zurückliegender Vorfälle verbleiben dennoch Zweifel, ob die Politik sich am Ende durchsetzt. Vergessen und unterschätzen wir nicht, mit welchen Tricks ganzer Rechtsabteilungen die Chemieriesen ihre entwickelten Waren unbedingt verkaufen wollen, dabei rücksichtslos das Leid vieler Insekten in Kauf nehmen, was letztendlich auch den Menschen selbst erheblich schadet.

Während Jane Fonda mal äußerte, wir gingen mit dieser Welt um, als hätten wir noch eine zweite im Kofferraum, setzt sich besonders die verantwortliche Politik darüber hinweg, genau dies zu verhindern: Hauptsache der Profit stimmt, was interessieren da schon Mensch und Natur.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Naturschutz

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Rechtsextreme Übergriffe verheißen harte Zeiten

Der Beginn schlagender Argumente angesichts anhaltenden Widerstands?

Während gerade die rechte Szene gern vollmundig über Attacken der Antifa herzieht, die durchaus in der Vergangenheit stattgefunden haben, offenbaren Rechtsextreme in Übergriffen just ihren wahren Kern, verheißen harte Zeiten, die auf uns zukommen.

Selbstverständlich gab es beherzte Demos gegen die deutschlandweit verteilten Naziaufmärsche zum gestrigen 01. Mai. Allerdings überschattet ein versuchter Totschlag nach einem Naziaufmarsch in Halle die Stimmung unter den Gegendemonstranten, zumal obendrein völlig unbeteiligte Jugendliche Opfer des brutalen zwei minütigen Szenariums wurden. Der Beginn schlagender Argumente angesichts anhaltenden Widerstands gegen das Aufkommen jenes Rechtsextremismus?

Dabei sollten von vornherein all jene mit in die Pflicht genommen werden, die eine derartige Gewalt mit zu verantworten haben wie jene geistigen Brandstifter, die gern auch medial unterwegs sind, denkt man an den Kopp-Verlag, das Compact-Magazin oder gar etliche Kunstschaffende bis hin zu rechtsextremen Parteien wie die AfD. Müssen die Bundesbürger gar mit einer rechtsextremen Terrorwelle rechnen? Androhungen aus der rechten Szene gab es bekanntlich bereits.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Kurznachrichten

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Bundestagswahl: Fortsetzung derzeitiger Politik eine Farce

Merkelismus, Schulzismus vs. sozialer Friedenspolitik

Dazu bedarf es keinesfalls viel Verstand, um zu erahnen, welche Möglichkeiten der besonnene Wähler überhaupt noch hat bei der Betrachtung anstehender Parteien, die eine reelle Chance haben, jetzt im Herbst in den Deutschen Bundestag gewählt zu werden, um die Fortsetzung derzeitiger Politik als Farce weiterhin zu dulden oder besser zu stoppen.

Sämtliche neoliberale Parteien wären augenblicklich auszuschließen, nämlich die Union, die SPD, die Grünen, die FDP und diese AfD, so daß nur eine Partei in Frage kommt, die jenen Irrweg beenden kann, keine andere als Die Linke. Insofern eine Option sozialer Friedenspolitik vs. Merkelismus oder Schulzismus.

Extreme Standpunkte willkommene Argumente, um einfach weiterzuwurschteln

Genau das machen sich all jene Parteien zunutze, die bisherig regierten, um sowohl linke als auch rechte Politik anzuprangern. Mit ein wenig Scharfsinn sollte dennoch klar sein, daß Die Linke keinerlei extreme Standpunkte vertritt im Gegensatz zur rechtsradikalen AfD, obendrein die Neue Rechte alles daran setzt, ebenso dem Neoliberalismus und somit dem Konzernkapitalismus zu fröhnen, dem kleinen Mann keinerlei soziale Sicherheit gönnt, ganz im Gegenteil sogar die bestehende sozialrassistische Agenda 2010-Politik eher verschärfen wird.

Unter den Linken gäbe es eine durchaus realisierbare sozial ausgewogene, gerechte Verteilung gerade bei unteren und mittleren Einkommen, in dem endlich Überreiche zur Kasse gebeten werden, sämtliche selbstverständlichen Dienste am Menschen wie Gesundheit, Rentensicherung und Arbeitsrechte ohne Nachteile für Betroffene zu dulden, entsprechend per gesetzlicher Regelung verändert und angepaßt werden. Obendrein würde dann Deutschland eine echte Friedenspolitik anstreben, die somit keine Nato-Experimente zuläßt, eher den neutralen Weg sucht ähnlich wie die Schweizer.

Das Erbe von Angela Merkel hinterläßt dramatische Spuren

Ein Zurück zum kalten Krieg, die Provokationen bisheriger US-Politik im Kontext zum Nato-Bündnis, der dadurch verursachten brisanten Lage im Nahen und Mittleren Osten kann man ganz besonders mittels drei deutscher Politiker beobachten, denken wir an Gabriels Panzerdeals, Von der Leyens unheilvolle Mission und Merkels jüngste Visite in Saudi-Arabien, wo sie zwar betonte, Menschenrechte seien nicht verhandelbar, dennoch gezielte Geschäfte als riesige Chancen für die deutsche Wirtschaft auslotet. Welch Doppelmoral, Auspeitschungen, Hinrichtungen als auch der brutale Krieg gegen Jemen werden trotzdem hingenommen, Hauptsache gewinnbringende Profite klingeln in den Kassen gewisser Konzerne.

Ein schäbiges Unterfangen, das auch Sahra Wagenknecht zurecht anprangert, „was Merkel unter der von ihr so gern beschworenen westlichen „Wertegemeinschaft“ versteht.“ Und diese Kanzlerin tritt erneut im Herbst an, wenn nicht doch ein Martin Schulz mit den Grünen und einer FDP sie ablöst. Koalitionsvarianten all jener Parteien außer der indiskutablen AfD oder den Linken, die sonst Verrat üben würden in einem Regierungsbündnis, führen schließlich zur Fortsetzung derzeit stattfindender Politik.

Schrecklich, kein vielversprechender Weg, sondern weiterhin Sozialabbau, kriegerische Spannungen und Hofierung der Konzerne, der Finanzelite, das einfache Volk hat still zu halten. Eine düstere Zukunft. Der mündige Wähler sollte daher ganz genau differenzieren, was er will.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Güte ertränkt

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Der Henker wartet schon.
Dies ist dein Lohn
für Aufgeschlossenheit
ohne Überheblichkeit.

Sie wollen dich ertränken,
geben zu bedenken,
dein Einfluß sei groß,
du seist zu selbstlos.

Um das Ansehen zu schänden,
schöpfen sie mit vollen Händen,
verzerren die Vergangenheit,
beklagen sich als Opfer dieser Zeit.

Aus jedem kleinen Mißgeschick
wird ständig leidendes Unglück,
das ihnen widerfahren, angetan,
böses Schicksal für ihre Laufbahn.

Für dein Verständnis, deine Güte
stecken sie Verachtung in die Tüte,
damit dein Untergang ist besiegelt,
deine Liebe verwerflich für die Welt.

Und du stehst da, erinnerst dich,
keine Tränen zu spüren, innerlich.
Sie haben kein Empfinden übrig,
selbst das Wasser wird schmierig,

wenn sie dich wieder und wieder untertauchen.
Der Beweis, du warst für niemanden zu gebrauchen.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Thomas de Maizière auf Stimmenfang per deutscher Leitkultur

Grundgesetz schützt ohnehin die multikulturelle Gesellschaft

Zwei Landtagswahlen stehen jetzt an den zwei kommenden Sonntagen im Mai bevor, Bundesinnenminister Thomas de Maizière fällt nichts grandioseres ein, als eine „pure rechte Stimmungsmache“ loszutreten, so gänzlich im Sinne dieser AfD, die den Begriff der deutschen Leitkultur ohnehin als Gegenbegriff gegen die „Ideologie des Multikulturalismus“ in ihr Parteiprogramm fest verankert aufgenommen hat.

Sein Zehn-Punkte-Katalog in etwa auf Stimmenfang aus, der rechtsradikalen Partei Wählerstimmen abzuluchsen? Vordergründig möchte man dies meinen, zumal selbst Ruprecht Polenz den Bundesinnenminister kritisiert, zurecht betont, daß es für eine verpflichtende Leitkultur in der deutschen Verfassung keine Rechtsgrundlage gäbe. Ablenkung ganz anderer Vorkommnisse in der Vergangenheit in diesem Kontext, zumal das Grundgesetz ohnehin die multikulturelle Gesellschaft schützt?

Was ein Theo Sommer vorschlug, griff ein Friedrich Merz beherzt auf

Nachdem der Spuk rechter Parteien gegen Ende der 1990iger Jahre verebbte, gar der Wechsel von Kohl zu Schröder sich anbahnte, brachte der damalige Zeitherausgeber Theo Sommer 1998 erstmalig den Begriff einer „deutschen Leitkultur“ ins Spiel, allerdings nahm er Bezug zur Integration im Gegensatz zu einem Friedrich Merz, der zwei Jahre später meinte, er müsse Regeln für Einwanderung und Integration als freiheitlich-demokratische deutsche Leitkultur fordern, zugleich den Multikulturalismus negieren.

Auf einmal ward die Steilvorlage für die sich langsam formierende Neue Rechte geboren, die auch Bundestagspräsident Norbert Lammert fünf Jahre später erneut aufgriff. Um aufgebrachte Gemüter zu beruhigen, kurz darauf einlenkte und eine europäische Leitkultur anregte. Obendrein in diesem Kontext betonte, daß wohl die „gedankenlose“ Vorstellung von Multikulturalität inzwischen an ihr „offensichtliches Ende“ gekommen sei. Kein Wunder, daß Jahre später ein Thilo Sarrazin so erfolgreich, nonchalant eine AfD entstehen konnte?

Prof. Dr. Dieter Oberndörfer begründet die Ablehnung zur deutschen Leitkultur

Dabei deckt sich dessen rechtliche Begründung explizit mit der des Philosophen Heiner Bielefeldt, der den Verzicht auf diesen Begriff ins Spiel bringt, weil er eher eine „antipluralistische Schlagseite“ erhalte, von Minderheiten als Zumutung abgelehnt werden würde, zu deren Integration er doch im Ursprung einladen wollte.

Der Freiburger Politikwissenschaftler, Prof. Dr. Dieter Oberndörfer, begründet die Ablehnung zur deutschen Leitkultur in erster Linie mit dem Pluralismus selbst, der eben nicht vorschreibt, welches Kulturgut „der“ Deutsche zu verinnerlichen hat, egal ob Schlager oder Heavy Metal, Bach oder Jazz, Goethe oder den Koran sogar in der BILD. Jener Pluralismus sei mittels der Grundwerte unserer Verfassung begrenzt, durch deren rechtliche sowie politische Ordnung.

Thomas de Maizière täte somit gut daran, jene erneute Debatte möglichst schnell zu beenden, weil ansonsten gerade die Neue Rechte sich bestätigt fühlt in ihrer Politik der Ausgrenzung und Bevormundung, der Gewalt und Frauenfeindlichkeit, einem Zurück zum Nationalismus, damit das bösartige Spiel erneuter Kriegsgefahren in Europa selbst von vorn beginnen möge.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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