Wenn die Liebe reift

https://pixabay.com/de/weihrauch-rauch-liebe-liebende-g%C3%BCte-2042096/

pixabay.com

Das Herz schlug einen Purzelbaum,
als ich dich sah im gelben Rock.
Welch rothaarig sinniger Traum
schlendert dort mit jenem ollen Bock!

Ach, könnte der nicht einfach verschwinden,
zumal sie ihn keinesfalls mag.
Er möchte’ sie nur an sich binden,
lauerte ihr auf Tag für Tag.

Vergessen die alten Schulzeiten,
als wir uns noch unschuldig trafen?
Das Austauschen von Heimlichkeiten,
selbst wenn die Eltern uns bestraften?

Dazwischen wir uns aus den Augen verloren,
die Ausbildung, der Ortswechsel stattfand.
Obwohl wir uns stets unsere Liebe schworen,
mit der Zeit uns nichts mehr verband.

Nach zwei Jahrzehnten ich dich jetzt wieder sah,
ausgerechnet mit jenem älteren Mann.
Wie konnt’s passieren, daß dies geschah,
da mußte ich wohl entschieden ran.

Ein kurzer Moment, lautstarkes Schreien
folgte unvermeidbar im Gegenüber.
Kein Problem, wir konnten einander verzeihen,
der alte Mann war ihr Vater, der Herr Stüber.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Bundestagswahl 2017: Zu viel Wirbel um die dritte neue Partei

https://pixabay.com/de/bundestag-berlin-geb%C3%A4ude-regierung-1329911/

pixabay.com

Rechtsradikalismus per se nicht wählbar – Bündnisse und die Weltpolitik

Im Jahre 1983 schafften es die Grünen in den Deutschen Bundestag, 22 Jahre später die Linken, nachdem Oscar Lafontaine dieser SPD den Rücken gekehrt hatte. Zwei neue Parteien, wobei bisherig Die Linke noch in einem keinem Regierungsbündnis sich beweisen durfte, die Grünen unter Gerhard Schröder nahezu sieben Jahre lang.

Zuviel Wirbel um die 2013 gegründete dritte neue Partei, die AfD, die im Herbst dieses Jahres wohl laut jüngste Umfragen auf Augenhöhe mit den Linken im Plenum Platz nehmen wird. Dennoch sollte gleich eines klargestellt werden: Rechtsradikalismus ist per se nicht wählbar. Wer dennoch einer derartigen Partei sein Vertrauen schenkt, muß zurecht mit entsprechendem Gegenwind und Protesten rechnen!

Bundespolitik fördert Sozialabbau, Kadavergehorsam und Lobbyisten

Innerhalb unseres Landes greift das Grundgesetz, dem wir alle unterstehen. Eine feine Sache, welches uns alle rechtlich schützt, wenn da nicht genügend Zündstoff wäre, weil im Volk etliche Interessengruppen ganz gezielt ihre Maßstäbe durchsetzen zu Lasten all jener, die am Rande der Gesellschaft ihr Dasein fristen: die sozial Abgehängten, krankheitsbedingt, arbeitslos. Kein Platz für Verlierer im Raubtierkapitalismus. Wie ein roter Faden zieht sich jene Erkenntnis im Laufe unserer Geschichte durch.

Was schon bei der Französischen Revolution sich offenbarte, hinterher greifen dieselben Machtstrukturen, das Kapital, die Wirtschaft und deren Lobbyisten bestimmen den Kurs. Machen wir uns nichts vor, wir wissen es alle, aber eine Veränderung zum Gerechten findet nicht statt! Die Bündnistreue zur Nato, den USA und zur EU beinhaltet, jene weltpolitischen Ambitionen mitzutragen, Kadavergehorsam vorprogrammiert, denkt man an die jüngst erschaffenen Feindbilder mit Baschar al-Assad oder Wladimir Putin.

Bundespolitik im Fokus – Wahlkampfgetümmel ohne Nachhaltigkeit

Im Herbst ist es wieder soweit, wenn die wahlberechtigten Bundesbürger sich zur Urne begeben, um ihre Entscheidung kundzutun. 2013 lag die Wahlbeteiligung bei 71,5%, in diesem Jahr dürfte sie höher ausfallen. Immerhin werden sieben Parteien, die CSU einmal extra gewertet, höchstwahrscheinlich im Deutschen Bundestag Platz nehmen. Zum ersten Mal wieder die beiden Extreme vertreten sein: rechts und links.

Daß beide Parteien, Die Linke und die AfD, als Opposition die Interessen ihrer Wähler wahrnehmen, davon kann ausgegangen werden. Sahra Wagenknecht wird mit dieser SPD unter Martin Schulz keine Koalition eingehen, es sei denn, Die Linke verrät ihre eigene Politik. Mit der AfD will keine Partei koalieren. Alle anderen Parteien feilschen im Gerangel möglicher Regierungskoalitionen. Wahlkampfgetümmel, welches hinterher ohne Nachhaltigkeit sich auswirkt.

Die Politik vertritt weiterhin nicht ihr Volk, denn wer die Schwachen in der Gesellschaft demütigt, gar sanktioniert, überwacht, an den Rand drängt, sowie Chancengleichheit bei der Bildung verwehrt, das Gesundheitssystem vernachlässigt, Rentenarmut fördert, darf sich nicht als Volksvertreter bezeichnen, hat somit in Gänze versagt.

In der Auseinandersetzung politischer Ansichten zeigt sich ziemlich schnell, in wie weit eine Demokratie zusammen mit selbstverständlichen Menschenrechten funktionieren kann. Greift stattdessen Ausgrenzung, Gewalt und Haß, begeben sich die Beteiligten auf besten Weg eines erneut entstehenden Totalitarismus.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

Veröffentlicht unter Politik | Verschlagwortet mit , , , | 1 Kommentar

Klare Luft nach einem Sturm

https://pixabay.com/de/wolke-himmel-gelb-radius-143152/

pixabay.com

„Che bella cosa una giornata di sole,
n’aria serena doppo na tempesta!“

Wie schön ist ein sonniger Tag,
die klare Luft nach einem Sturm!
Was bin ich für ein Glückspilz!
Lebensversicherungen abgeschlossen.

Vier auf einen Streich!
Ich könnt die Welt umarmen.
Geht das nicht ein bißchen lauter!
Lautstärke bis Anschlag!

„Il sole mio, sta in fronte a te!“
Oh, meine Sonne, strahlt von dir!
„Liebling, heut Abend gehen wir aus.
Keine Pizza, ein Festtagsschmaus!

Okay, ich dreh leiser!“
Paß doch auf, du Blödmann!
„Il sole, il sole mio, sta in fronte a te,
sta in fronte a te!“

Die Sonne, meine Sonne, strahlt von Dir,
strahlt von Dir!
“Timo! Timo! Sag doch was! Timo!”
Die Sonne, meine Sonne, strahlt von dir.

Als Rettungskräfte eintrafen,
hörten sie von weitem, „il sole mio.“

Nafia

Kategorie: Gedichte

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Erdo-Kann und seine treuen Weckgefährten

Zwischen Kemal und Islam – jetzt ist der neue Sultan dran

Seit Ostersonntag herrscht im Islamischen Sultanat Türkei ein noch schärferer Ton, die Menschen hatten monatelang ohnehin genug Gelegenheiten und eindrucksvoll leibhaftige Momente erleben müssen, wenn ihr Despot Erdo-Kann ihnen begegnete oder dessen Schergen gezielt welche verhafteten, einsperrten, folterten, manche gar einfach umbrachten.

Das entspricht den üblichen Gepflogenheiten einer Diktatur, Monarchie oder sonstiger Alleinherrschaften. Der Herr hat’s gesagt, befohlen, in die Welt geschrien, alles hat sich nach ihm zu richten. Punkt. Umso vorteilhafter, daß mittels des jetzt neu umzusetzenden Präsidialsystems Despot Recep Erdo-Kann endlich verbrieft, per Wahlentscheidung schalten und walten darf, wie es ihm gefällt. Parallelen zu Shakespeares „As You Like It“ gehören hier so gar nicht hin, damit das mal klar ist!

Vielleicht erinnert sich der ein oder die andere noch, als wir vom Rausch der Sharia berichteten, die Sultan Erdo-Kann sich baldigst gönnen würde. Seit Ostern ist er ihr ein großes Stück näher. Prompt hatten ihm manch treue Weckgefährten gratuliert, so wie z.B. der Humpty-Trumpty aus den USA sowie der russische Wladiputinowitsch. Allerdings nicht unbedingt aus Sympathie ihm gegenüber, sondern vielmehr aus Eigennutz. Nicht etwa dem Volk zuliebe, Raubtierkapitalismus fordert halt seinen Tribut. Welch Glücksfall für Erdo-Kann, gleich die zwei Führer der größten Weltmächte halten ihm die Stange.

Nö, nicht was Sie meinen, die interessiert ihn nicht mehr, seit er im Gegensatz zu Atatürk Frauen erheblich mißtraut, daher das so notwendige Gebot des Kopftuchtragens, immer schön die Weiblichkeit verdecken und verstecken, Hauptsache der Herr im Hause kann es sich gutgehen lassen, wann und wo immer och. Apropos Atatürk. Na, einen kleenen Hinweis gefällig in Sachen Türkisch für Anfänger? Was bedeutet Ata-Türk auf Deutsch? Keene Ahnung? Na, Putzfimmel latürnich. Ata werden Sie wohl noch kennen, oda, dat bekannte Scheuermittel aus der Werbung.

Zurück zum Ernst des Lebens, jetzt kann man Erdo-Kann wohl kaum mehr mit dem Titel des türkischen Paschas beglücken, Kemal würde sich bestimmt im Grab umdrehen, was der neue Despot nebst eigenen Protzpalast so alles auf die Beine stellt, obwohl Atatürk selbst damals diktatorisch unterwegs. Dennoch argwöhnte dieser dem Islam, den Erdo-Kann umso heftiger umsetzt, den Koran für seine Zwecke benutzt.

Insofern dürften noch manch Überraschungen im Islamischen Sultanat Türkei zu erwarten sein, wenn Erdo-Kann seine Launen herrisch um- und durchsetzt, für was braucht es dann noch freie Medien? Wech damit, Propaganda dient dem Selbstzweck, Europa wird sich schon fügen, baldigst überrennen seine Recken ohnehin deren Staaten, um ein islamistisches Bollwerk zwischen den beiden Supermächten zu errichten.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

Veröffentlicht unter Satire | Verschlagwortet mit , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Keine letzte Antwort

https://pixabay.com/de/alter-mann-landschaft-milchstra%C3%9Fe-2035427/

pixabay.com

Bild gemalt.
Farben versorgt.
Text geschrieben.
Stifte still liegen.

Geist genießt Enge und Weite.
Im Park, im Wald spazieren.
Regen wie aus Eimern.
Schatz am Ende des Regenbogens.

Briefe geschrieben, seitenlang.
In der Bahn, im Bus, im Stehen.
Der Mann am Schalter wartet.
Die Briefe sich im Zimmer stapeln.

Abschied dauert nicht lang.
Keine Menschenschlange sich bildet.
Den Pinsel, den Stift gab er aus der Hand.
Fülle des Lebens ist in ihm geblieben.

Sie munkeln, eigenartiger Kauz,
das Schreiben, das Malen
hat ihn von Menschen weggetrieben.
Das Haus war leer, die Zimmer weiß.

Was blieb, leere Blätter, ungeschrieben.
Nur über dem Herd ein Bild mit Text.
Was nützen Bücher, bemalte Wände,
Leben ist Anfang ohne Ende.

Alles ist Phantasie, imaginär,
nur der Mensch gestaltet schwer,
strebt nach endlichem Wissen, der Idiot,
gäbe es die letzte Antwort, wäre alles tot.

Nafia

Kategorie: Gedichte

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , | Hinterlasse einen Kommentar

TOTAL läßt Regenwald für Palmöl und geplanter Bioraffinerie abholzen

HVO-Produzenten rechtfertigen Wettbewerbs-vorteile

Während seitens der EU-Kommission längst beschlossen wurde, den Einsatz von Pflanzenölen für Biosprit bis zum Jahre 2020 auslaufen zu lassen, läßt der Mineralölkonzern TOTAL nonchalant weiterhin den Regenwald für Palmöl und einer geplanten Bioraffinerie bei Marseille abholzen. TOTAL verkehrt meint auch der Verein Rettet den Regenwald mit dieser Petition.

Obwohl Europa auf den festgelegten Standard mit der EU Norm EN14214 besteht, suchen Hersteller des Biodiesels auf der Grundlage von hydriertem Pflanzenöl (HVO) nach billigen Möglichkeiten, ihre Wettbewerbsvorteile zu rechfertigen.

Palmöl gewinnträchtiger Segen zu Ungunsten der Umwelt

Wenn weltweit riesige Regenwaldflächen abgeholzt werden, damit Konzerne wie TOTAL, aber auch die Lebensmittelbranche schnellwachsende Palmölplantagen pflanzen können, die wiederum deren Profite dienlich, spätestens dann sollten Umweltschützer auf der Matte stehen.

Konzerne wie Nestlé dulden Kinderarbeit für Palmöl, jenes moderne Sklaventum wird weltweit längst praktiziert, dies kann auch die kleine Schweiz nicht davon abhalten, per Freihandel Bruno Mansers Erbe mit Füßen zu treten. Und obwohl inzwischen bekannt, daß Glycidol als hochgiftiger Stabilisator für Pflanenöle eingesetzt wird, hält man am Palmöl auch in der Lebensmittelindustrie fest, wissend ob dadurch entstehender Krebsleiden.

Was für die einen, nämlich die Großkonzerne ein gewinnträchtiger Segen, bedeutet für die Umwelt und somit ebenso uns Menschen ein sich verselbständigendes Leid, eine Umweltzerstörung im großen Stil.

TOTAL und andere Großkonzerne läßt man einfach weiter gewähren

Was besonders verantwortliche Politiker zulassen. Europas Gier nach Palmöl steht insofern im Widerspruch zu den EU-Beschlüssen, die sich im Grunde einig sind, was da verkehrt läuft. Ob die Gaspipeline von Myanmar nach Thailand, was in Folge zu Zwangsarbeit, Vertreibung und Mord vor Ort bedeutete, die Ölförderung in Afrika, eine Tiefenbohrung vor der Küste Angolas Korallenriffe bedroht oder die Ölpest in Sibirien, TOTAL läßt man einfach weiter gewähren.

Es wird daher allerhöchste Zeit, daß weltweit wesentlich mehr Proteste sich formieren, um jenen Konzeren wie TOTAL, Nestlé und Co. ihr Treiben zu stoppen, denn Mutter Erde sollte uns allen dies nicht nur wichtig sein, obendrein im Sinne des Überlebens selbst stattfinden.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Umwelt

Veröffentlicht unter Umwelt | Verschlagwortet mit , , , | 1 Kommentar

Vergeudete Zeit alles andere als wichtig

https://pixabay.com/de/uhr-wanduhr-zeit-alte-zahlen-1274699/

pixabay.com

Ein wenig mehr Gelassenheit ohne das Leben zu vertrödeln

Wenn die Zeit zusammengezählt werden würde, die man vergeudet, in der ein Parkplatz gesucht wird, in der die Ampel einfach nicht auf grün umschalten will, in der der Zug Verspätung hat, und man sich die Beine in den Bauch steht, in der langen Reihe der möglichen Wartezeiten beim Friseur, beim Arztbesuch, im Stau, dann könnte man mit dieser Zeit schätzungsweise monatelang Urlaub genießen.

Es gibt aber auch Menschen, die behaupten, nie ihre Zeit zu vergeuden, weil sie stets zu geschäftig ihren Aufgaben und Pflichten nachgehen und selbst bei der Berechnung der unvermeindlichsten Wartesituationen, höchstens ein paar Tage Zeit der unvergeudeten Momente zu Buche schlagen würden. Wie auch immer, ob dies nun darauf hindeutet, hier einem Schwindler aufzusitzen oder einem Menschen, dem ruhelos das Gefühl überkommt, ohne ihn würde die Welt sich nicht mehr drehen, selbst sie vergeuden ihre Zeit, zumal bei zu viel Streß die Fehlerquote sich erhöht.

Vergeudet werden kann nicht nur die Zeit, sondern ebenso das Vermögen, die Kräfte oder sogar das Leben.

Vergeuden, mittelhochdeutsch verguiden, von guiden, prahlen, großtun, prassen, dem ursprünglichen Sinn nach, den Mund aufreißen. Die Synonyme sind verprassen, verschwenden, verwirtschaften, verjubeln, vertrödeln, verschleudern. Das Wort ist verwandt mit gähnen.

Gähnen, mittelhochdeutsch genen, ginen, althochdeutsch ginēn, ursprünglich klaffen, weit offenstehen. Gähnen wird als verstärkendes Verb angewandt in Verbindung mit langweilig, im Sprachgebrauch, die Rede war zum Gähnen langweilig, in Verbindung mit Kluft, unter ihm gähnte der Abgrund, in Verbindung mit leer, im Saal herrschte gähnende Leere. Und nicht zu vergessen als Zeichen von Müdigkeit, er gähnte.

Rein vom Gesichtspunkt der körperlichen Verhaltensweisen in Bezug zu den beiden oben genannten Wörtern kann sicherlich davon ausgegangen werden, daß das Wort für gähnen als Ausdruck von Müdigkeit, Trägheit zuerst als Begrifflichkeit in die Sprache Einzug hielt. Das Wort vergeuden kann erst durch einen übertragenen Sinn, weit offenstehen, klaffen, gebildet worden sein.

Durch Tierbeobachtungen, vor allen Dingen bei Löwen und Tigern, also Großkatzen, ist das Gähnen ein Zeichen für wohlfühlen, zufrieden sein, voller Bauch. Wenn diese Tiere ansonsten das Maul aufreißen, dann heißt es eher Gefahr, oder? Die Gebärdenspräche des weit geöffneten Maules ist bei vielen Säugetieren zu ersehen, meistens reicht diese Mimik, um damit durch dieses „Drohen“ Rivalen abzuschrecken. Oder haben Sie einen gähnenden Löwen gesehen, der auf dem Sprung zum Angriff war?

Gerade durch das Verhalten bei Großkatzen und Katzen können diese beiden Wortbegriffe bestens erklärt werden. Sind sie doch „Meister“ in der Verschwendung von Zeit. Sie können stundenlang gelassen, gähnend herumliegen und im nächsten Moment mit weit aufgerissenem Maul ihren Unmut kundtun. Bei Katzen in Form von Gemaunze, daß der Freßnapf leer ist, sie ihre Streicheleinheiten möchten, oder eine Fliege hat ihren dösenden Schlaf gestört. Bei Großkatzen ist dies nicht unähnlich, nur daß sie weniger ihre Stimme einsetzen, denn es ist ja kein Herrchen oder Frauchen anwesend, die auf diese Laute hin alles stehen und liegen lassen, um dienlich zu sein, denn hierfür ist dies selbst für die Großkatzen eine Vergeudung.

Vielleicht vergeudet man gar nicht so viel Zeit, wie anfangs beschrieben, sondern man nimmt sie einfach zu wichtig. Geben ihr den gleichen Stellenwert wie für das Leben. Denken, Vermögen und Kraft seien Attribute, mit denen man sich über andere erheben kann, die man deshalb nicht vergeuden darf.

Gähnen soll ja ansteckend sein, ist es demnach auch Vergeuden? Eher nicht, es wird von klein auf darauf geachtet, daß man seine Talente nicht zu vergeuden habe, sein Vermögen hüten soll, mit seinen Kräften zu haushalten hat, die Zeit nicht vertrödelt, das Leben… Ja, was ist mit dem Leben, sollte man das vergeuden?

Nein, natürlich nicht! Aber man sollte seinen Weg gehen dürfen, ohne Zeitdruck in Bezug auf seine Talente, sein zu erschaffendes Vermögen, seine Kräfte, und wenn man dies berücksichtigen würde, vielleicht würde man dann nicht mehr so oft den Schwindlern und Predigern aufsitzen, die allen weis- machen wollen, nur durch ständiges Prahlen (guiden, den Mund weit aufreißen), würde man nichts vergeuden (verguiden, verschwenden). Vielleicht vergeuden gerade sie ihr Leben, weil sie nicht gähnen?

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Kolumne

Veröffentlicht unter Kolumne | Verschlagwortet mit , , , | Hinterlasse einen Kommentar