Weltfrieden eine Illusion auf dem Rücken leichtgläubiger Untertanen

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Wer die Macht ausübt, bestimmt den Kurs

Vor über siebzig Jahren zwei Atombomben, gestern die Mutter aller Bomben, diese USA toben sich weltweit in Kriegen aus, wie es ihnen selbst gefällt, allerlei Rechtfertigungen werden schnell gefunden, Hauptsache den Weg zur Weltherrschaft geebnet. Wer sich nicht unterordnet, wird dazu gezwungen, sämtliche Mittel heiligen den Zweck, insofern gilt: Wer die Macht ausübt, bestimmt den Kurs.

Darunter haben nahezu die meisten Völker zu leiden, so auch deren Verbündete, die sich beeinflussen lassen auf vielen Ebenen, hauptsächlich über wirtschaftspolitische Abhängigkeiten. Noch bestimmt der US-Dollar die Weltmärkte, selbst wenn der Rubel oder der Yuan an seinen Fersen geheftet ihm dessen Run ablaufen will.

Die Taktik der vielen Intervenierungen, der Destabilisierungen etlicher Staaten, das Ziel der USA, endlich wirkungsvoll Fuß zu fassen im asiatischen Raum, rückt deutlich näher. Nicht nur offensichtlich an den Ostgrenzen zu Russland, in Syrien, Afghanistan oder jetzt hochaktuell vor Nordkorea. Vielmehr folgen gezielte Versuche, weltweit Bündnisse aufzubrechen, denken wir an den Zerfall der EU, an die Beziehungen zwischen Russland und China.

Hat Trumps neue Regierung unter seiner Regie ganz andere Optionen noch in der Hinterhand? Oder aber beschränkt sich das Unwissen dieses 45. Präsidenten, obendrein mit höchst fragwürdigen Beraterstab um sich geschart, mit simpelsten, aber gefährlichsten Mitteln? Die da lauten: Militäreinsätze sollen für genügend Schaden sorgen, hinterher wird aufgeräumt und verdient?

Der aufmerksame, analytische Beobachter wird selbstverständlich eben nicht in einer Schwarz-Weiß-Argumentation sich verstricken lassen, weil weder ein Wladimir Putin noch ein Xi Jinping so einfach Donald Trump erlauben, sich weltweit auszutoben. Das gleiche gilt für andere, auch wenn etliche Verbündete der USA nach anfänglicher Skepsis Trump gegenüber nunmehr ihn hofieren. Die Sprache der Militärgewalt, wie kürzlich in Syrien mittels Marschflugkörper betont, scheint ein politischer Türöffner zu sein.

Ein unüberschaubares Unterfangen, sollte jener Kurs sich wie ein Flächenbrand weltweit fortsetzen. Unterdrückungsmechanismen haben dennoch bisherig reibungslos funktioniert mit Blick zum Raubtierkapitalismus, Gesetzespakete deckeln Wirtschaftsmächte und deren gesellschaftlichen Einflüsse bis ins kleinste Detail, von der Bildung bis zur Mahlzeit auf dem Teller, von der Gesundheit bis angeblichen Freiheit der Bürger, die eben stets beschnitten, zunehmend kontrolliert wird bis hin zum Endziel einer NWO.

Politik verkommt zusehends mehr, da trotz ihres freiheitlich demokratischen Anspruchs insbesondere Konzerne ihren Kurs diktieren, während die Bürger das Nachsehen haben, rücksichtslos eine latente Armut in Kauf genommen wird bei gleichzeitiger Zerstörung unserer Erde.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Im Reigen heftiger Unwetter

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Kleine bunte Steinchen lagen haufenweise auf dem ockerfarbenen, sandigen Boden verteilt, ungefähr erbsengroß, manche nicht größer als eine Pflaume, während die ersten kühlenden Regentropfen feinen Staub aufwirbeln ließen, zu lange hatten heiße Sonnenstunden alles getrocknet, selbst des nachts konnte keine Feuchtigkeit angenehmes Naß spenden. Nunmehr atmete die Umgebung spürbar erleichtert auf, manche Wesen genossen den lang anhaltenden Regenschauer, der gar an Intensität zunahm.

„I’m Singing in the Rain“, schoß es Mel durch den Kopf, dieser unvergeßliche Song mit Gene Kelly, Erinnerungen wurden wach zum Film-Musical. Viel Zeit verblieb ihr allerdings nicht, weil mit dem Regen ein ohrenbetäubender Lärm einsetzte, mehrere Polizei- und Rettungssanitätersirenen heulten auf. Nebenan waren offensichtlich etliche große Kastanienbäume entwurzelt auf Autodächer oder in manchen Vorgarten gekracht.

Aufgeregtes Stimmengeschrei vernahm die 32-Jährige, ein Collie schien sie übersehen zu haben, rannte sie fast um, Mel vermochte sich im letzten Moment an einem Gartenzaun festzuhalten, dabei brach der Fingernagel ihres rechten Ringfingers ab, ihr wurde ganz kurz schwarz vor Augen.

„Mel, hier bist du ja, ich hab dich drüben im Haus gesucht, dein Wohnzimmerfenster stand offen, ich hab’s schnell geschlossen, die Eingangstür war nur angelehnt“, rief ihr Belle entgegen. Ziemlich perplex schaute Mel sie an, um im nächsten Augenblick ihrer besten Freundin um den Hals zu fallen. Die beiden jungen Frauen standen ziemlich durchnäßt auf schlammigen Bürgersteig, ein Feuerwehrmann drückte sie anmahnend zur Seite, schob sie dabei zum Rasen der Hausnummer 14.

„Danke dir, Belle. Das Unwetter hatte mich total überrascht, irgendwie war ich wohl zu dolle in Gedanken vertieft, hatte beim Sandkasten der Müllers die ersten Regentropfen bewundert, als plötzlich die Hölle ausbrach“, erwiderte sie, lachte kurz auf und setzte fort, „wäre wohl vermeidbar gewesen, in den Nachrichten wurde davor gewarnt.“

Belle verstand sie ganz gut, nahm Mels Hand und führte sie zwei Straßen weiter zu ihrer Wohnung, die in Parterre lag, nach hinten raus, wo keine Bäume standen, ein geschützter Innenhof vermied derartige Folgen, lediglich zwei Dachziegel lagen zerbrochen mitten im Hof, eine Mülltonne hatte es umgeweht, Papierfetzen flogen herum. Eine Taube flatterte erschrocken auf, als die beiden die Tonne wieder aufrichteten.

Der Wolkenbruch ließ langsam nach, während Belle ihnen einen heißen Pfefferminztee aufgoß, in den Fernsehregionalnachrichten berichtete die Sprecherin über ihren Ort und den Tornado, der durch die Kleinstadt gewütet hatte. Die Schäden schienen sich in Grenzen zu halten, zwei alte Frauen wurden leicht verletzt in die Klinik gefahren, das Dach einer Kirchturmspitze wurde fast vollständig abgedeckt, in einigen Straßen waren Bäume wie Streichhölzer umgeknickt.

„Hätte schlimmer ausgehen können, oder?!“, bemerkte Belle, während Mel sich die feuchten Haare föhnte. Der äußerst helle Blitz mit anschließend zeitgleichem Donner ließ beide jungen Frauen auf den Boden fallen, Mel rollte sich geschickt ab und landete unterm Couchtisch, während Belle Schutz neben der Anrichte suchte. Es roch auffallend verbrannt, im gleichen Moment trafen sich ihre entsetzten Blicke, das rasende Feuer hatte offensichtlich bereits das Treppenhaus erreicht, schwarzer Rauch drang in den Raum, die beiden rissen die Glastür zum Hof auf und stürzten nach draußen. In den gegenüberliegenden Fensterscheiben spiegelte sich die Feuerwand wider, Belles Wohnung war nicht mehr zu retten. Andere Nachbarn traten zu ihnen, manche fanden ein paar tröstende Worte.

Viel mehr Zeit verblieb auch nicht, weil noch heftigere Regenschauer einsetzten, schon begann der Hof wie eine Wanne vollzulaufen, alle rannten so schnell wie möglich durch die Einfahrt zur Straße, da draußen glich alles wie einem Weltuntergang, überall Schreie, Sirenengeheul, die letzten Bäume stürzten, mit ihnen der ein oder andere Laternenpfahl, schräg gegenüber hatte es einen Balkon im zweiten Stockwerk erwischt, die Trümmerteile lagen verteilt herum, manche auf zwei Autos, ein Totalschaden für deren Besitzer.

Belles Nachbar aus dem vierten Stockwerk erzählte ihnen, es sei aber wenigstens kein Mensch dabei verunglückt. Mel nahm Belle kurzerhand zu sich, ohne lange zu lamentieren, schließlich war ihre Wohnung doch nicht betroffen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Kurzgeschichten

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Märchenhexe längst urlaubsreif

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Der Frühling hat mich kalt erwischt,
kaum wach
scheint die Sonne ins Gesicht.
Der Körper streckt sich dem Licht entgegen
und zack,
Hexenschuß, ich kann mich nicht mehr bewegen.

Lauf gebückt wie eine alte Märchenhexe
durchs Haus,
schon plagt mich auch im Genick Schmerze.
Dabei fühlte ich mich pudelwohl im Bette,
mit Wollmütze,
Bettflasche und einer warmen Zusatzdecke.

Jetzt lieg ich nieder, Schmerzen wie ein Vieh,
die Schlafdecke
bedeckt die Füß, die Waden, das Knie,
es ist mir zu heiß in meinem Rücken,
wegen der Heizdecke
läuft der Schweiß, ich bin am Schwitzen.

Ach, wie sehn ich den Winter zurück,
mulmig eingepackt
ging’s ans Tagwerk, Stück für Stück.
Beim Kerzenschein und Kräutertee
genoß ich,
märchengleich, mein Leben mit der Silberfee.

Die wuselt nun durchs Haus flink und frei,
vernichtet überall
den alten Staub, schaut auch mal bei mir vorbei,
mit hübschen bunten Blümchenblusen
bekleidet sie ist,
ich bin bewegungsunfähig, um mit ihr zu schmusen.

Sie lacht, kitzelt meinen Bauch, mein Doppelkinn.
Liebster,
Geduld, Geduld, das kriegen wir schon wieder hin.
Derweil hab ich unseren Urlaub schon ausgesucht
über Kanada nach Grönland,
in den Betten warm, kalt in den Fjorden, in mancher Bucht.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Terrorismusbekämpfung: Merkels Rüge dient reiner Ablenkung

Rüstungsgeschäfte und Kriegsszenarien begünstigen jedweden Terror

In einem Punkt, den sie anführt, kann niemand ernsthaft der Bundeskanzlerin widersprechen: Deutschland befand sich im Visier des islamistischen Terrorismus, bevor die vielen Flüchtlinge zu uns gekommen sind. Außer ein paar wenig versprengt ewig Gestrigen, die weiterhin Nationalismus hochhalten, wieder Rechtsextremismus salonfähig machen wollen, die insofern die Vernichtung des deutschen Volkes hineininterpretieren.

Dennoch sorgt Angela Merkels Kritik gen NRW und Berlin angesichts bestimmter Mängel bei der Terrorabwehr keineswegs für Klarheit, dient letztlich reiner Ablenkung. Wer sich wie die BRD bei Rüstungsgeschäften und Kriegsszenarien mit beteiligt, darf sich insofern nicht wundern, wenn dies jeweden Terror begünstigt.

Zwischen Terror im Alltag und staatlicher Überwachung

Mit 9/11 wurde der islamistische Terror erweckt, einerseits bestreitet die offizielle Version dieses schlimmsten Terroranschlags in den USA eine Beteiligung ihrer selbst, andererseits sprechen zu viele Indizien für einen gezielt inszenierten Terror. Die rasch einsetzenden politischen Entscheidungen sprechen sehr viel dafür. Denkt man an den Irak-Krieg, Beschneidung der Bürgerrechte, die Verschärfung staatlicher Überwachung.

Inzwischen wütet Terror als ständiger Begleiter mitten unter uns. Hatte er noch seine überschaubaren Brennpunkte in Irland, im Baskenland, während der RAF-Ära, entwickelte sich just hierzulande ein stetig anhaltender rechter Terror per NSU, zusammen mit den Gefahren eines weltweit islamistischen Terrors dürfte sich dieser noch mehr ausbreiten, angeheizt mittels rassistischer Stimmungsmache wie Pegida, AfD oder identitäre Bewegung, eines unübersehbaren Rechtsrucks innerhalb Europas, eines Donald Trump, der ohnehin neben „America First“ jetzt schon cholerisch unsensibel zu vorschnell militärische Vergeltungsschläge befiehlt.

Die eigentlichen Täter sitzen in den Regierungen, Banken und in der Wirtschaft selbst

„War On Terror“ letztlich eine äußerst makabere Antwort, ein Polit-Drama, welches einmal mehr die Unfähigkeit des Menschen aufzeigt, mit offenen Karten zu agieren? Merkels Rüge darf man getrost als Wahlkampf-Offerte betrachten im Hinblick zur NRW-Landtagswahl, dadurch für die CDU punkten zu können. Schon zu Beginn des Jahres suchte die Bundesregierung Antworten zur Terrorgefahr, außer einiger weniger Versuche mit mehr Überwachung schafft sie dennoch eben keine wirkliche Sicherheit. Die kann es nicht geben.

In keinem Land der Erde, wie jüngst in Sankt Petersburg den Betroffenen vor Augen geführt wurde. Auch Russland bewegt sich auf dünnem Eis, versucht zwar vehement dem Terror Paroli bieten zu wollen, doch es gibt real genügend feindselige Offerten gegen das Riesenreich, nicht nur von islamistischen Terrorbanden.

Überall, wo keinerlei politische Lösungen gefunden, sitzen die eigentlichen Täter jener Terrorwellen in den Regierungen, in den Banken und in der Wirtschaft selbst. Die gegenseitigen Abhängigkeiten und Verflechtungen erschaffen und begünstigen diesen tagtäglich, angesichts weltweiter Verelendung erst recht.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Von der Katastrophe zurück zur Strophe

Verbindung von Freud und Leid liegt dicht beieinander

Wenn der Nachwuchs das erste Mal ein Lied vor sich hinträllert, auch nur einen kleinen Teil einer Strophe, stellt dies ein entzückender Moment, den man nie vergessen möchte, im Großwerden der Kinder dar. Und es wird jedenfalls zu Beginn dieses Erlebnisses keine Rolle spielen, wie oft oder wie lange „Alle meine Entchen“ oder etwas Vergleichbares durch die Wohnung schallt, anders sieht es aus, falls, und die Geräte soll es ja noch geben, eine Schallplatte hängt und das stetig selbe Musikteilstück wiederholt, dann ist der Pegel schnell auf dem Modus, sofort alles Erdenkliche liegenzulassen, um bloß die ständige wiederholende Strophe abzustellen. Das gleicht dann einer Katastrophe.

Eine Katastrophe erleben Künstler auf der Bühne, wenn aus heiterem Himmel die Stimme versagt oder ein Text, sei es aus einem Lied oder Vortrag, einfach nicht mehr im Gedächtnis ist. Dann kann aus einem Strophenvortrag ebenfalls eine Katastrophe werden.

Strophe, über das lateinische stropha vom griechischen strophḗ, in der ursprünglichen Bedeutung, das Drehen, die Wendung. Der sprachliche Gebrauch bezieht sich in der deutschen Sprache auf kurze, lange, vielzeilige Strophen, Abschnitt eines Gedichtes, Liedes.

Katastrophe, ebenfalls aus der lateinischen Sprache übernommen, catastropha vom griechischen katastrophḗ, die Umkehr, die Wendung, Umwendung. Ein zusammengefügtes Wort aus katá, herab, nieder und stréphein, wenden. Synonyme sind Desaster, Drama, Fehlschlag, Inferno, Untergang, Verderben, Unglück.

Es mutet etwas befremdlich an, wenn aus einer Wendung (Strophe, Abschnitt eines Gedichtes) durch das Voranstellen von herab, nieder, ein Wort entsteht, das in seiner Aussage eine verheerende, entsetzliche, gefährliche, unheilvolle, tragische Situation beschreibt, oder?

Natürlich ist die oben beschriebene Gegebenheit von der endlosen Wiederholung oder des plötzlichen Verlustes der Stimme beim Vortrag einer Strophe eine Wendung, die das ursprünglich positive Erlebnis in eine Umwendung, in eine Katastrophe verwandeln kann. Aber ist diese wirklich als tragisch oder entsetzlich zu beschreiben?

Viel eher ist anzunehmen, daß hier einfach eine Umwandlung von gut zu böse beschrieben werden sollte, von positiv zu negativ, von schön zu traurig. Allein der Wortbegriff für Strophe, übrigens auch für Vers, (lateinisch vertere, kehren, wenden, drehen) läßt die Vermutung zu, daß es sich hierbei um die Beschreibung einer Bemühung handeln dürfte, etwas solange zu wenden, bis es in einen Kontext paßt, ansonsten müßte doch vielmehr eine Strophe, eher die Bedeutung von einem kunstvoll zusammengestelltem Text, der entweder gereimt oder ungereimt, eine „Verdichtung“ von Wortinhalten darstellen.

Nicht nur durch Filme oder Comiczeichnungen ist die Szene der tollpatschigen Situationskomik bekannt, auch im realen Leben passieren unvorhersehbare Geschehnisse, die aus einer unverfänglichen Begebenheit eine verpatzte Situation herbeiführen. Manche dieser Vorkommnisse können allerdings je nach Vorfall nur für den Beobachter eine witzige Szene bilden, hingegen für den Verursacher mit schmerzlichen Konsequenzen enden.

John Ronald Reuel Tolkien, besser bekannt als J. R. R. Tolkien, Autor von „Der Herr der Ringe“, hat den Begriff Eukatastrophe (Wendung zum Guten) geprägt. Durch das Voranstellen von eu, wohl, richtig, kann das Wort als gute Katastrophe oder als positive Wendung eingesetzt werden.

„Ich habe den Begriff „Eukatastrophe“ geprägt, um eine unerwartet glückliche Handlungswendung zu bezeichnen, die zu freudigen Tränen rührt (was, wie ich an anderer Stelle ausgeführt habe, das höchste Ziel in der Wirkung eines Märchens zu sein hat). Ich äußerte weiters die Ansicht, dass ihre eigenartige Wirkung auf einer blitzartigen Einsicht in eine höhere Wahrheit beruht, die dem Leser oder Hörer in seinem gesamten Wesen, das sich in den Ketten der realen Welt aus Kausalität und Tod befindet, ein plötzliches Gefühl befreiter Erleichterung verschafft, als ob ein wesentliches Element, das aus den Fugen geraten war, sich mit einem Mal wieder einrenkte. Sie ist Ausdruck der Erkenntnis, dass – sofern die Handlung literarische „Wahrheit“ der zweiten Stufe aufweist (….) – dies tatsächlich die Art und Weise ist, wie die Dinge in der „großen Welt“, für die unser Wesen geschaffen wurde, in Wirklichkeit ablaufen. Und ich schloss damals mit der Bemerkung, die Auferstehung sei die größte erdenkliche „Eukatastrophe“ in der größten erdenklichen Märchenhandlung, welche die wichtigste Gefühlsregung überhaupt bedingt: die Freude des Christen, die deswegen zu Tränen rührt, weil sie der Trauer so nahe steht, da sie aus jenen Gefilden stammt, wo Freud und Leid eins sind, miteinander versöhnt, gerade so, wie Selbstsucht und Selbstlosigkeit in der Liebe verschwinden.“

(Auszug aus Wikipedia, „Eukatastrophe“)

Ob man die Eukatastrophe im christlichen Kontext als „wichtigste Gefühlsregung“ versteht oder innerhalb philosophischer Gedanken miteinbezieht, wichtig erscheint, die Umwendung (Katastrophe) zurück zur Wendung (Strophe) ist mittels Verbindung von Freud und Leid innerhalb einer Situationsbegebenheit möglich. Schätzungsweise reicht dafür einfach sich selbst und andere nicht überzubewerten und der Handlung nicht zu viel Wichtigkeit beizumessen.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Kolumne

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Armut: Friedliche Koexistenz mehr denn je gefährdet

Deutschlands verlogene Politik Steigbügelhalter des Sozialabbaus

Die Antwort auf die Frage, ob Krieg oder Frieden zwischen Menschen sei, läßt sich heute gezielt beantworten, weil unsere Spezies alles unternimmt, ein friedliches Zusammenleben zu gefährden. Und zwar tagtäglich nahezu überall. Insofern leben Naturvölker im Grunde wirklich im friedlichen Einklang mit sich selbst und ihrer näheren Umgebung.

Doch auch sie werden zunehmend an den Rand gedrängt, verfolgt oder einfach ermordet. Profit kennt kein Erbarmen, entweder man ordnet sich ihm unter oder hat das Nachsehen. Welch allgemein gehaltene Erkenntnisse, ein Wissen, daß sich schnell angeeignet werden kann, wer ein wenig recherchiert. Doch wie ist es mit uns vor Ort bestellt? Bemerken die meisten überhaupt, was da vor unseren Augen, in der Nachbarschaft geschieht? Vielleicht nicht in unmittelbar naher, aber in anderen Stadtteilen großer Städte?

Bundesregierung ignoriert eigene Politik des sozialen Kahlschlags

Deutschland, die reichste und größte Wirtschaftsmacht Europas, mit eines der reichsten Länder der Erde duldet eine zunehmende Armut im eigenen Lande, den einstigen Sozialstaat gibt es de facto nicht mehr mit Blick zur Agenda 2010, den Hartz-IV-Gesetzen, erschaffen während rot-grüner Regierungsverantwortung, mitgetragen und verschärft durch die Große Koalition.

In beiden Fällen diese SPD verantwortlich, die nunmehr mit ihrem Martin Schulz und dessen vollmundigen Versprechen für mehr Gerechtigkeit wirbt. Welche Gerechtigkeit? Die, jene Steuerschlupflöcher für Konzerne duldet, keine Vermögenssteuer vorsieht, eine Sanktion als richtig gutheißt, obwohl sie ein Darben unterhalb des Existenzminimums bedeutet, es zuläßt, daß bedarfsabhängige Hartz-IV-Leistungen real und im Verhältnis zur Einkommensentwicklung sinken? Sogar die Europäische Kommission rügt heftig die deutsche Regierung, diese habe in einem Zeitraum von 2008 bis 2014 im hohen Maße zur Vergrößerung der Armut beigetragen.

Und wie reagieren die Angesprochenen? Mit Gleichgültigkeit, eine Ignoranz, die gen Himmel stinkt! Es liegt erneut an den Wählern selbst, ob sie einer derartig menschenverachtenden Politik ihre Stimme geben, mit einer FDP oder gar einer AfD in der Regierungsverantwortung würde sich dahingehend ebenso nichts ändern. Sie verbliebe beim derartigem Schalten und Walten, einem Gutdünken zu ungunsten der an den gesellschaftlichen Rand Gedrängten.

Gesellschaftsmodell eines eiskalten Raubtierkapitalismus

Steigende Armut zulassen, um all jene zu erpressen, die nicht mitspielen bei perfider Leistungsdruckspirale, weil sie weder die Chancen erhalten noch ihnen hilfreiche Hände gereicht? Verlierer haben sich zu fügen, eine Gesellschaft der Gewinner, der Ellenbogenmentalität entspricht exakt weltweiter Außenpolitik.

In sofern das sich widerspiegelnde Gesellschaftsmodell eines eiskalten Raubtierkapitalismus. Ein schnödes Wort, welches Raubtiere per se verunglimpft. Im Zusammenhang eines Raubes an Humanismus, an Nächstenliebe, eben zunehmendes Elend zu dulden, mit zu verantworten, weil grenzenlose Gier dies mit sich bringt, paßt dieser dennoch hinkende Vergleich, um jene bösartige Politik zu beschreiben.

„Sich mit wenigem begnügen, ist schwer, sich mit vielem begnügen unmöglich.“ (Marie von Ebner-Eschenbach)

In der Bescheidenheit zeigt sich erst, daß viel Materie ein Balast, Reichtum zu horten, die eigene Sicherheit gefährdet. Warum? Weil am Ende jeder Ausbeutung die Armut ihren Tribut vollkommen zurecht einfordert!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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Einen Schritt zurückgehen

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Es werden laut Wettervorhersage die letzten zu erwartenden, noch an sommerliche Temperaturen erinnernde Tage werden, von Mittwoch bis Samstag, verkündete der Radiosprecher morgens, als sie noch gar nicht wußte, ob sie noch in ihren Träumen verhaftet war oder bereits wach. Die morgendlichen ersten Minuten, die die Länge von halben Stunden oder mehr haben konnten, waren für sie, solange sie nicht in ihren Handlungen unterbrochen wurde, ähnlich wie für andere ein leichter Schwips, mit dem Unterschied, daß sie nicht ständig über etwas kichern konnte. Sie neigte vielmehr zu mürrischem Verhalten während dieser Traumwachphase, und da ihre Geschwister nicht viel besser in den Tag starteten, kam es in regelmäßigen Abständen zu morgendlichen Zwistigkeiten, mit dem Effekt nur vehementer in die „ich bin noch gar nicht wach“ Rolle zu bleiben, um ihre Ruhe zu haben.

Seit ein paar Monaten lebte sie in einer eigenen Wohnung, wenn denn ein Zimmer, Küche, Abstellkammer als solches bezeichnet werden kann. Das war ihr nicht, vor allem abends nicht ganz verständlich, wenn ihr mal wieder die Decke auf den Kopf fiel, und sie erinnerte sich an eine größere Bewegungsfreiheit zuhause, obwohl sie das Elternhaus verlassen hatte, weil es ihr dort zu eng wurde, sie das Gefühl hatte, sich nicht entfalten zu können, sie wollte unbedingt eine eigene Wohnung, bezahlt von eigenem verdienten Geld. Es gab auch ein Badezimmer mit Wanne sogar, dafür mußte sie aber, um das Fenster zu öffnen, sich langstreckend über die Toilette hangeln, und wer kommt auf die Idee, ein Bad als Zimmer auszugeben.

Die Großeltern besaßen erst seit den 60igern Jahren eine Toilette innerhalb ihres Hauses, extra angebaut, davor gingen sie über den Hof, Richtung Ställe, in denen standen aber zu der Zeit keine Kühe mehr, zu einem engen Plumpsklo, darüber wurde bei sämtlichen Anlässen gesprochen, sogar nach der Beerdigung von Omas Nachbarin, weil die angeblich absichtlich seit dem Anbau rüberkam unter einem Vorwand, um die neue Toilette zu benützen. Bad, Toilette hat so etwas selbstverständliches, irgendwie selbstverständlicher als ein eigenes Zimmer, einige ihrer damaligen Klassenkameraden kamen erst in den Genuß eines Zimmers, als entweder Geschwister auszogen oder die Eltern nach einem Umzug eine größere Wohnung anmieteten, sie war in dieser Hinsicht immer zu bewundern, da das alte Gehöft zigmal umgebaut, genügend Platz bot, so hatten sie und ihre vier Geschwister von klein an eigene Zimmer.

Nach dem Umzug in diese enge, aber dennoch für sie Freiheit bedeutende Wohnung ließ sie sich zwei Wochen später die Haare ganz kurz schneiden, so kurz, daß der Kamm und die Bürste nur noch als Utensil an vergangene Zeiten im Bad die Stellung hielten, bis die Haarlänge ihren Gebrauch verlangen würden. Doch momentan sah es immer noch nicht danach aus, denn die Haare wurden eher nach jedem Friseurbesuch kürzer, sehr zu ihrer Erleichterung, denn so brauchte sie nur mit den Fingern kurz durchzustreichen, um den gewollten, etwas zerzaust wirkenden Effekt zu bekommen und ihr einige Minuten, sogar einige viele Minuten, morgens zu ersparen, die ihre ansonsten von Natur aus leicht gewellten Haare benötigten, um damit einigermaßen einen gepflegten Eindruck zu vermitteln, jedenfalls gab sie dies immer als Grund für diese Typänderung an, wenn ihre Familie wieder mal über ihre ach so schönen längeren Haare in bedauernder Weise sprach.

Ihr letztes Telefonat vor der Mittagspause hatte sie gerade mit einem unzufriedenen Kunden beendet, als ihr der Gedanke kam, die Pause draußen im weitläufigen Park zu verbringen, der erst vor kurzem angelegt wurde, nachdem der alte Parkplatz unterirdisch zu einem unterirdischen Parkhaus mit hohen Gebühren für die umliegenden Geschäfte gebaut worden war. Der Kunde bestand darauf, eine neue Kaffeemaschine zu bekommen, weil er, als er die gläserne Kanne von der Wärmeplatte nahm, mit dem kleinen Finger an den Plattenrand langte, sich gleichzeitig den Finger verbrannte und erschreckte, die Kanne daraufhin fallen ließ, der Kaffee sich über der Anrichte und Boden verteilte, ebenso wie die Glassplitter und er beim Versuch seine Katze, die in diesem Moment zu ihrem Freßnapf unterwegs war, mit einem Bein ablenken wollte, damit sie nicht in die auf dem Boden verstreuten Splitter tapste, er das Gleichgewicht verlor und weil er sich mit dem Arm an der Anrichte vor einem Sturz schützen wollte, aber mit seinem neuen teuren Hemd aus Seide abrutschte und deshalb nicht nur den Arm verstauchte, sondern auch die Katze laut aufschrie, weil sie sein Bein in die Seite geschlagen bekam, unabsichtlich natürlich, und sie anstatt weg von den Splittern direkt in die Splitter lief, der Tierarzt aus ihren Pfoten, unter Betäubung, weil sie nicht zu bändigen war, vier Splitter aus der rechten vorderen Pfote entfernte und er nun nur wegen der heißen Wärmeplatte, sicher eine Fehlkonstruktion, so heiß wie die sich anfühlte, nicht nur die Tierarztkosten tragen muß, wäre es mehr als richtig, ihm eine neue Kaffeemaschine, nicht nur eine neue Kanne, denn er traue der alten Maschine nicht mehr, zuzuschicken. Während des Gesprächs notierte sie sich die Einzelheiten und versprach dem Kunden, ihn umgehend zu benachrichtigen, aber er müsse Verständnis aufbringen, über seinen Fall könne sie nicht alleine entscheiden, da es bisher keinerlei Reklamationen bezüglich dieser Maschine gegeben habe.

Trotz ihrer Jacke, die sie sich über die Schultern gelegt hatte, fröstelte sie ein wenig, als sie sich auf eine Bank setzte mit Blick auf einen großzügig angelegten Spielplatz, der eingezäunt mit Schaukel, Rutsche, Sandkasten, Holzturm und Brücke um diese Uhrzeit nur mit einem Kind im Sandkasten und einem zeitungslesenden Vater besucht war. Das Kind hatte ein Stofftier unter seinen linken Arm geklemmt und bemühte sich, mit großer Konzentration mit der rechten Hand Sand in einen Becher zu füllen, indem es den Sand aus der geschlossenen Faust, einem Rinnsal gleich, einen Zentimeter über dem Becher hineinrieseln ließ. Der leichte Wind fegte einen Großteil der Sandkörner über den Becher hinweg, das schien das Kind aber keinesfalls dazu zu animieren, seinen linken Arm einzusetzen. Vielmehr wanderten seine Augen abwechselnd zu dem eingeklemmten Stofftier und dem nicht wachsen wollenden Hügel, den es wohl anstrebte zu bauen, da der Sand aus dem Becher in regelmäßigen Abständen immer auf dieselbe Stelle des Sandkastens ausgekippt wurde.

Vater und Kind sprachen oder besprachen sich, ohne daß einer der beiden die Beschäftigung wirklich dafür unterbrach. Kurz bevor es Zeit wurde, wieder ins Büro zu gehen, stand das Kind auf, trat ein Stück zurück, bewegte seinen Kopf in leicht wippenden kreisenden Bewegungen, abschätzend, kniete sich nieder, nahm das Stofftier aus dem Ellbogengelenk, setzte die Figur neben das kleine Erdhäufchen, das kaum wahrnehmbar war, trat wieder einen Schritt zurück, griff in die rechte Hosentasche und zog etwas heraus, daß sie nicht erkennen konnte, denn es war recht klein, hielt es vor seine Augen, wechselte seine Position ein paar Mal, ging in die Hocke, legte sich sogar längs auf den Boden, ging in weiterer Ferne grätschend in die Knie, da erkannte sie, es photographierte seine erbaute Welt. Mit dem Stofftier unter dem Arm geklemmt und dem kleinen Etwas in seiner Rechten setzte es sich zu seinem Vater, der gespannt lauschend den Ausführungen zuhörte, die das Kind ihm erklärend erzählte und dem Vater dabei immer wieder das kleine Etwas vor die Augen hielt.

Zurück an ihrem Arbeitsplatz ergriff sie den Telefonhörer, wählte die Nummer des Kunden mit dem verbrannten Finger und der verletzten Katze. Sie teilte ihm mit, er möge die Maschine mit dem Vermerk zurücksenden, die Glaskanne sei gesprungen auf Grund zu starker Hitzeeinwirkung durch die Wärmeplatte und sie würde umgehend veranlassen, daß ihm eine neue Kaffeemaschine zugesandt würde.

Sie wußte, dies war mehr als Kundenfreundlichkeit und Kulanz, aber ihr war danach, etwas zu tun, das eigentlich nicht in den Rahmen von irgendetwas paßte und sie tat dies bewußt nicht traumwandlerisch, sondern eher berauscht, denn das Kind hatte ihr vor Augen geführt, was es bedeutete, Abstand zu nehmen, einen Schritt zurück zu gehen, eine Sache aus einer andern Perspektive zu sehen. Es war ihr schlagartig klar geworden, warum die Großeltern, Eltern, aber auch viele andere Menschen immer wieder Situationen von früher erzählen, es geht nicht darum, daß die Dinge in Vergessenheit geraten, sondern sie mit Abstand, einem Schritt zurück, neu zu erkunden, neu zu definieren, ohne ihm nachzutrauern und die alten Verhältnisse wieder beleben zu wollen.

Das kommende Wochenende wird sie zuhause bei der Familie verbringen, wird sich mit ihren Geschwistern an vergangene Tage und mit ihren Eltern an vergangene Zeiten erinnern, mit dem Wissen des Abstands, mit der Beobachtung durch den Schritt zurück wird sie die Enge, die durch die Befreiung in ein selbständiges Leben führt, nicht mehr abends so allein fühlen lassen.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Kurzgeschichten

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