Weltpolitik: Verbalattacken folgen kriegslüsterne Szenarien

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Wenn die Sprache der Gewalt im wahrsten Sinn des Wortes obsiegt

Ob ein Donald Trump herumtönt, ein Recep Tayyip Erdoğan mit der Nazi-Keule austeilt oder ein Kim Jong-un den Amis am liebsten mit Atombomben zuvorkommen möchte, mit Verbalattacken folgen kriegslüsterne Szenarien, so der Lauf der Geschichte.

Wenn die Sprache der Gewalt im wahrsten Sinn des Wortes in sämtlichen Gesellschaftsschichten weltweit sich durchsetzt, Überhand nimmt, können Menschen nicht mehr friedlich zusammenleben, lauern ständig Gefahren unvorhersehbarer Ausbrüche, obwohl der Verstand unserer Spezies längst uns lehrt, was notwendig wäre, um genau dies zu verhindern.

Himmelhochjauchzend zu Tode betrübt – Zerstörung wider der Schöpfung

Korruption, die Gier nach unendlichem Reichtum, eine schier kaum vorstellbare Lust am Raubbau sämtlicher Ressourcen, die immerwährende Befriedigung sexueller Begierde zusammen mit dem komplexbeladenen Mackertum, der Herr im eigenen Hause und überall zu sein, beflügeln das abartig Bösartige einiger Wesen.

Es sei denn, man diffamiert all jene, die genau dies durchschauen, benennen und anprangern mit dem erschaffenen Kunstwort „Gutmensch“. Schnell mal abgewertet, ohne sich über jene Folgen im Klaren zu sein. Sprache vermag oftmals ein Multiplikator und somit eine Vorwarnung sein, eine bestimmte Entwicklung nicht nur zu beschleunigen, sondern darüber hinaus sie äußerst gezielt dauerhaft zu realisieren.

Mit Zerstörung war unsere Spezies stets schnell dabei, obwohl ein mühevoller Aufbau zeitintensiver stattfand, genauso wie die Schöpfung selbst, eine über vier Milliarden Jahre Entwicklung auf Erden im Ergebnis sich uns präsentiert.

Scheinbar planlose Endzeitstimmung oder Platz für Neues?

Mutter Erde grinst in sich hinein, wie arrogant Mensch doch meint, er könne sie zerstören. Selbst wenn wir technisch uns und viel Leben zig Mal atomar vernichten können, dreht sich der Blaue Planet mit seiner konstant physikalischen Gesetzmäßigkeit um die eigene Achse, die Sonne umkreisend in diesem unendlich großen Universum, während alles Sein und somit jeder Gedanke lächelnd ständig Neues erschafft.

Nicht die Materie zählt, der mittels Gewalt erschaffene Reichtum, sondern einzig und allein Geist selbst, dieser problemlos immer eine passende Antwort und Lösung parat hat, um im Gleichklang sich zu verwirklichen in jedweder Dimension. Einer scheinbar planlosen Endzeitstimmung steht ein längst sich vollziehender Paradigmenwechsel gegenüber.

Hilfloses Austeilen verbaler und realer Gewalt zeigt nur die Unfähigkeit, mit sich und den Mitmenschen auszukommen. Letztlich sehnt sich jeder Mensch nach der Urgeborgenheit, die in der pränatalen Phase ihn aufs Leben vorbereitet hatte, ein Hort der Sicherheit und Liebe. Erinnern wir uns daran und handeln entsprechend behutsamer.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Meine beste Freundin Ricke

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Keinen Bock. Null Bock. Niemandes Bock. Ihre Körpersprache erübrigt jedes Nachfragen der Stimmung, die sie gerade mit sich trägt. Niemandes Bock, Hund, Katze, Maus, Igel. Da gab es doch mal was im Fernsehen. Hund, Katze, Maus. Und. Und? Vergessen. Spielshow. Kinder. Keinen Bock. Nein. Sie schien völlig in sich vertieft, ein kleiner Kiesel, war es ein Kiesel? Sie stolpert leicht, eher ein minimales Hüpfen, der linke Fuß scheint aus dem Takt. Sie sieht auf den Gehweg, wendet den Kopf nach hinten, war da was? Mit leichtem Kopfschütteln setzt sie ihren lässig erscheinenden Gang fort.

Hat sie gemerkt, ihre Gedanken sind trotz aufrechter Haltung zu erkennen? Sie schmunzelt, noch ein kurzer Blick auf den Weg hinter ihr. Die Handtasche wird auf die Schulter geschoben, sie war verrutscht. Keinen Bock mehr auf keinen Bock. Sie schließt kurz die Augen, wie um in sich hinein zu grinsen, um besser zu sehen, ob innen dasselbe Gefühl wie außen. Hat sie ihre Meinung geändert? Null Bock weiterhin vom Scheitel bis zur Sohle.

Melanie, die Frau, die tausend Fragen stellt und ehe man Luftholen kann, um zu antworten, alle Fragen beantwortet. Selbst die, die sie nicht gestellt hat. Eine wandernde Fragenquelle, unerschöpflich. Sie mögen sich, schon immer, seit dem ersten Kindergartentag, an dem Melanie an der Hand der Mutter, leicht verheult, aber mit trotzig guckenden Augen ihren Blick nicht von ihr ließ. Es schien ihr völlig egal zu sein, was ihre Mutter mit der Kindergärtnerin besprach. Kaum hatte sich die Mutter zu ihr heruntergebeugt, ließ sie deren Hand los und kam auf Thea zu mit den Worten: „Hast du Hunger? Ich darf keine Schokolade essen! Willst du ein Bonbon?“

„Hey, da bist du ja! Hab dir schon einen Cappuccino bestellt, ist dir doch recht?“

Das Café, seit kurzem mit einem neuen Besitzer, ist auffällig hell gestaltet. Die Wände sind mit Kacheln und Spiegeln verkleidet, scheinbar völlig willkürlich, und doch erscheint der Raum eine einzige Bilderlandschaft zu sein, die mit den Augen ständig begehbar ist. Melanie verschmilzt förmlich in diesem Hintergrund, sie ist wie ein quirliges Gewässer, das an den Ufern sich in sanften Wellen ausläuft. Menschen beobachten die beiden Frauen, schielen zu ihnen hinüber, schätzen ihre Charaktere anhand der Gesten und Mimik. Die Bedienung hat ein wohlwollendes Lächeln für beide, als Melanie die Getränke bezahlt.

Vor dem Café umarmen sie sich, Melanie ist schon ein, zwei Schritte von ihr entfernt, da stockt sie, dreht sich zu ihrer Freundin um: „Thea, Thea, du kommst doch in Weiß zur Hochzeit? Wir heiraten jetzt doch, mir ist die Frage wieder eingefallen! Willst du Trauzeugin sein? Jeder soll weiße Kleidung tragen, nur Frank und ich werden uns in bunte Klamotten schmeißen, verrückt nicht?“

Thea steht noch eine Weile still, sieht zu, wie sich ihre Freundin aus ihrem Blickfeld entfernt. Sie macht einen Schritt nach vorne, so als ob sie in die gleiche Richtung zu gehen beabsichtigt, dreht sich dann doch um, das Gesicht in den Himmel gerichtet, Atem holen, Luft ausblasen. Sie zieht ihre Handtasche zurecht, die leicht von der Schulter runtergerutscht ist, wendet ihren Kopf zurück, verharrt im Gehen. Setzt ihren Weg fort. Null Bock. Keinen Bock. Niemandes Bock. Hund, Katze, Maus, Kaninchen, Goldfisch, Tiger. Ich weiß, es war eine Sendung.

Sie tänzelt ein paar Schritte. Sie lächelt. Ich hab keinen Bock, nein, ich hab das verrückteste Rehkitz getroffen, das auf Mutters Erde wandelt, ich hab eine Ricke als beste Freundin. Ich hab kein Rehkitz mehr, ich habe eine Ricke, Hund, Katze, Maus.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Kurzgeschichten

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Grüne Jacke

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Du hast es gewußt,
zumindest geahnt.
Deine Frage beantwortet
all meine Fragen.
Die Jacke trage
ich jetzt seltener,
sie wird geschont,
Erinnerung an mich,
so sagtest du.

Wir sehen uns wieder,
irgendwann, irgendwo,
in einem anderen Land,
in einem anderen Reich,
reichen uns die Hände
oder nicht.
Wir sind Fremde?

Reichen uns die Liebe,
vergessen die Zeitdiebe,
reichen uns die Fragen,
die das Herz
kann ertragen.
Und falls wir uns
verpassen sollten,
Leben ist auch
Donnergrollen.

Wir sehen uns wieder
jeden Tag,
seit ich dir
Antwort gab.
Nie bist du vergessen,
wir sitzen am Tisch
und essen.
Du bist da,
auch wenn ich längst
vergessen.

Was bleibt,
die grüne Jacke,
das Glück,
das ich mit dir hatte.
Fragst du mich wieder.
Ich die Frage erwider.
Meinen Tod
erleb ich allein,
in meinem
Leben
warst du der
Sonnenschein.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Bundestagswahl: Regierungswechsel politischer Kompromisse

Merkel-Ära vor dem Aus – Martin Schulz keineswegs Hoffnungsträger

Politische Kompromisse gleichen faulen Eiern, äußerlich intakte Schalen, innerlich obsiegt bei genauerem Reinschauen der Geruch einer gärenden Fäulnis, entstanden durch Schönfärberei, – mit Ostern hat das gar nichts zu tun -, weil stets die stärkere Fraktion sich durchsetzt. Macht duldet keine Widersprüche, sondern fordert stete eine bereitwillige Unterordnung.

Unabhängig davon, daß ein nicht wegzudenkender Globalismus ohnehin der Weltpolitik diktiert, wie sie gestaltet wird, Frieden abnimmt, kriegerische Auseinandersetzungen real zunehmen, weil Verteilungs- und Ressourcenkämpfe die Menschheit mehr denn je beschäftigen, beeinflussen Großmächte somit kleinere Staaten trotz etlicher Bündnisse. Hierzulande steht die Merkel-Ära vor dem Aus, dennoch Martin Schulz keineswegs als Hoffnungsträger gelten mag.

Koalitionsgeschacher offenbart sich erneut als Blendwerk

Manch einer wird sich noch erinnern, als nach 16 Jahren Kohl-Regierung zur 14. Bundestagswahl ein Gerhard Schröder antrat, sich mit den Grünen zusammenzuraufen. Euphorisch sehnten sich auch all jene linken Kräfte, die einer PDS mißtrauten, einen sichtbar politischen Ruck herbei, zu lange schon währte der Stempel der C-Parteien zusammen mit den Liberalen.

Mit der Nato-Kriegszusage im Jugoslawien-Krieg und dem sozialrassistischen Hartz-IV-Gesetz war spätestens klar, wohin die Reise dieser rot-grünen Regierung ging. Es versteht sich von allein, daß diese SPD um Schadensbegrenzung ringt, obendrein ausgerechnet mit einem Martin Schulz als Kanzlerkandidat, der außer ein paar Lippenbekenntnissen zur Agenda 2010 dennoch die Sanktionierung zuläßt, was ein Existenzminimum bei Betroffenen gar unterschreitet, der vorherig eine fragwürdige EU-Politik guthieß, am Durchwinken des CETA-Abkommens sich vehement beteiligte. Das Koalitionsgeschacher zwischen der SPD, den Linken und den Grünen offenbart sich erneut als ein Blendwerk.

Oscar Lafontaines Traum kann schnell platzen

Den geradlinig konsequenten Rückzug, als Finanzminister Oscar Lafontaine sein Amt niederlegte, die SPD und das Schröder-Kabinett verließ, bezeichnen die einen als Verrat, die anderen rechnen ihm dies hoch an. Bald darauf war er entscheidend mitbeteiligt bei der Entstehung der Erneuerung einer starken linken Partei, die per Verschmelzung der PDS mit der WASG im Frühsommer 2007 zur Partei Die Linke schließlich stattfand.

Mögen manche einen Wendepunkt beim Treffen Sigmar Gabriels mit Oscar Lafontaine im Mai des letzten Jahres deuten, mit erneuter Gesprächsbereitschaft zwischen den Linken und SPD-Politikern, selbst etliche Grüne zeigen sich nicht abgeneigt, einer R2G-Koalition zuzustimmen, in Lafontaine eine Schlüsselrolle vermuten, dennoch sollte große Skepsis schlimmeres verhindern.

Dies unterstreicht ebenso SPD-Generalsekretärin Katarina Barley, wenn sie in der Welt äußert, es gebe bei den Linken Vernünftige und Chaoten, die nur ins Dagegen verliebt seien. Spricht da etwa die Generalsekretärin aus, was ein Martin Schulz noch lieber verschweigt, da mit ihm als Bundeskanzler sowieso keine innenpolitisch soziale Verbessung zu erwarten ist, von außenpolitischen Korrekturen gleichwohl?

Sollte Die Linke ein Koalitionsbündnis zusammen mit den Grünen und dieser SPD wagen, würde es eine Kehrtwende eigener Überzeugungen bedeuten. Zwar hat bisherig Sahra Wagenknecht genau jene Standpunkte verteidigt, aber inwiefern die Karten neu gemischt werden, zeigt sich spätestens nach der Bundestagswahl jetzt im Herbst.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Inhaltsloses Lesen gefährdet

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Gähnende Leere voller Fake News nach Weinlese?

Kaum ist die Tüte Chips aufgerissen, ist sie auch schon leer. Kaum ist das Auto mit Sprit gefüllt, ist der Tank wieder leer. Kaum ist der Kühlschrank mit Lebensmittel eingeräumt, zeigt er im nächsten Moment gähnende Leere. Kaum ist das Buch gelesen, ist es leer. Oh, bei dem letzten Satz scheint etwas falsch zu sein, oder? Kann man ein Buch leerlesen, oder sind wir leer vom Lesen?

Leer, althochdeutsch lāri, und um zu zeigen, auch in unserem Sprachgebiet hatte dieser Laut „æ“ einmal seine Heimat, der ansonsten nur noch im englischsprachigen Raum geschrieben wird, mittelhochdeutsch lære, sprachlich verwandt mit lesen, in der ursprünglichen Bedeutung, etwas das vom abgeernteten Feld noch aufgelesen werden kann. Das Wort wird benützt unter anderem für, etwas ohne Inhalt, einfallslos, nichtsagend, abgedroschen, trivial, frei, kahl, ausgestorben, einsam, unbelebt.

Bis heute sprechen wir im Zusammenhang mit der Weinernte von Traubenlesen. Lesen bedeutet hier aufnehmen, aufsammeln, pflücken, ernten, aussondern, entfernen, aussieben.

Lesen, althochdeutsch lesan, dem Ursprung des Wortes nach der Begriff für zusammentragen, sammeln. Hier in dem Sinn von etwas Geschriebenes mit den Augen erfassen und verstehen, vorlesen, vortragen, entziffern, schmökern, aufsagen, zu Gehör bringen.

Kann man sagen, wenn etwas gelesen wird, ob nun die Früchte vom Feld oder die Wörter eines Textes, daß danach Leere entsteht?

Noch nie gab es soviel an geschriebenen Wörtern zu lesen wie zur jetzigen Zeit. Geradezu überschwemmen Bücher, Zeitschriften, Zeitungen, Hefte die Welt, und damit steigt die Möglichkeit, durch das Geschriebene die verschiedenen Interessengebiete zu verfeinern, sich abzulenken durch humoristische Schriften, sich zu informieren über das Tagesgeschehen, sogar der Austausch mit Freunden über Smartphones und Internet wird zunehmend mittels des Worts praktiziert. Vorausgesetzt, wir können das Erlesene mit dem vorherigen Wissen verifizieren, bestätigen, darauf aufbauen und natürlich auslesen, aussortieren, ob interessant oder unwichtig, belanglos oder aktuell.

Um diese Flut an Informationen zu lesen zu bekommen, war es ein langer Weg. Abgesehen von den ersten Aufzeichnungen, die noch nicht für die Allgemeinheit „bestimmt“ und zugänglich waren, bestand das Problem auch darin, die Originalschriften deckungsgleich zu kopieren. Die Fehlerquote, die den Kopisten selbst in der Übertragung des reinen Abschreibens unterlief, war schätzungsweise bei Übersetzungen in einer anderen Sprache um ein Vielfaches höher. Wobei bei einigen „Übersetzungsfehlern“ nicht nur Nachlässigkeit eine Rolle gespielt haben dürfte, sondern die Interpretation der Wörter womöglich zum Nutzen der eigenen Ideologie oder auch aufgrund der Verstandesmöglichkeit

Nun sind wir in der Lage, selbst fremde Sprachen zu erlesen, ohne unbedingt auf einen Übersetzer angewiesen zu sein. Dies sollte demnach die Fehlerquote bei dem Erlesen verbessern. Beobachtet man aber die Konfliktpotentiale, die sich zurzeit unter den Menschen ausbreiten, kann man sich des Gefühls nicht verwehren, daß das zu Verfügung stehende Wissen, das wie angesprochen noch nie so verbreitet gewesen ist, nicht in Anspruch genommen wird.

Die Fehler, die den Kopisten, ob nun bewußt oder unbewußt, beim Abschreiben der Texte unterlaufen sind, werden heute stellenweise offen nachlesbar getätigt. Man nennt sie heute Fake News oder alternative Fakten.

Sie können nicht sicher sein, ob die Früchte, die zur Weinherstellung gesammelt wurden, aus Trauben bestehen oder doch kleine Mirabellen oder Kirschen mit aufgelesen wurden. Um dies festzustellen, wäre es nötig, noch einmal auf das Feld zu gehen, um es zu leeren, erst dann wäre feststellbar, ob auf dem Feld eventuell die Mirabellen und Kirschbäume mit abgeerntet wurden.

Im übertragenen Sinn, es ist nicht von großem Nutzen, Bücher zu lesen, ohne den Inhalt zu reflektieren, „zu leeren“, sei dies in dem die Inhalte im Gespräch mit anderen diskutiert werden, indem der Inhalt des einen Buches mit einem anderen Text verglichen wird, indem Teile aus dem Buch oder sogar das Buch nochmal gelesen wird, erst dann kann mit großer Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, das geschriebene Wort „geleert“ zu haben, also weitestgehend den Text verstanden zu haben.

Natürlich ist dies auch beim einmaligen Lesen möglich, schließlich sind nicht alle Texte in ihrer Komplexität anspruchsvoll, dennoch ist „das Leeren“, die Nachlese ein nicht zu unterschätzender Faktor, auf das das Gelesene sich keineswegs in nichts auflöst.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Kolumne

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Schneid’ ab den alten politischen Zopf, du Tropf

https://pixabay.com/de/landschaft-h%C3%BCgel-berg-steigung-690990/Satirischer Rückblick…

Sei’s drum, wer nicht fragt, bleibt dumm, schon man in der Sesamstraße sagt, doch der gesättigt brave Wähler geht weiterhin durch Tränentäler, möchte aus Vergangenem keine Lehren ziehen, lieber unbequem von dannen fliehen, wenn Sorgen ihn überrennen. Keine Lösung, das sollte er nicht verkennen.

Wenn Ängste entflammt werden, geht bieder die Welt zugrunde, lautet’s aus manchem Munde. Mit ein wenig scharfem Blick kehrt doch eines explizit zurück: Erneut ist er da, der entfesselte Nationalismus übt sich wieder in Europa. Was in der Ukraine bis hierher nicht gelang, traut sich um so doller Erdogans Türkei im Überschwang.

Es kann nur vehement lauten: Verjagt diese braune Brut! Zu viele schon zu lange nur zuschauten, durch schweigsames Dulden wird gar nichts mehr gut. Man kann nicht immer nur geben, zwischen Illusion und Wirklichkeit seine Träume leben. Irgendwann ist das Maß übervoll, Rechtsradikale treiben’s zu doll!

Man weiß doch, was dabei bereits geschehen, aus manch Löchern hervorkroch, wenn Treppenwitze die Wahrheit verdrehen. Anschaulich viele Male, fast schon leidlich in manch Saale tut’s weh, was sich dort leistet jene AfD. Dazu paßt och dieses Ungeheuer, Erdogans Provokationen ein Spiel mit dem Feuer. Wer hat den Sultan der Türkei nur soweit herrschen lassen? Jene ham wohl im Schrank nich alle Tassen!

Aber wir kennen’s doch, der Ausdruck ohnehin tränenleer, jenes harte Joch, Futterneid kommt nicht von ungefähr. Am Ende, und sei’s noch so schwer, klatschen Menschen ehrfurchtsvoll in ihre Hände. Solange schön brav dieses System funktioniert, regiert’s sich weltweit ungeniert.

Da helfen och nicht janz jezielt Jeremy Rifkins Visionen vom Menschenbild. Die mögen durchaus plausibel klingen, doch Denker können ein Lied davon singen, wie schnell Menschen sich täuschen lassen, wenn letztlich sie sich erneut gegenseitig hassen. Ziel und Zeit das gleiche, aber nicht dasselbe darstellt, auch wenn’s manchen nicht gefällt.

Dennoch toll was uns letztlich entgegeneilt: Die Niederlande hat Geert Wilders eine klare Absage erteilt. In Europa scheint doch sich Widerstand gegen jene rechte Mischpoke zu formieren, es nützt jenen Recken keen wütendes fabulieren, demokratische Werte wollen sich nicht ängstlich verstecken.

Respekt zollen hat mit Ausgrenzung nichts zu tun, selbst wenn manch böse Zungen nicht länger ruhen, bis sie ihr identitäres Gedankengut unters Volk streuen. Beherzte sich aber nicht scheuen, den wahren Kern aufzudecken, manch braun Gesinnte bis ins Mark zu erschrecken.

Man sieht’s auch im Saarland, wo sie als vierte Partei zum ersten Mal im Landtag sitzen werden, jene blau-braunen Schergen. Durchaus möglich eine rot-rote Koalition. Stets belehren ohne Sinn und Verstand, Meinungen vermehren mit harter Hand. Mensch glotzt gebannt wie auf ne weiße Wand. Statt beherzt zu handeln, überläßt er solch Schergen das weltweite Verschandeln!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

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Unbelehrbar

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In sich kehren,
ratsam empfohlen.
Niemand drum scheren,
wenn Muße gestohlen.

Lieblos berichten
über gewollte Kriege.
Reiche niemals verzichten,
verkünden stolz Siege.

Stets belehren
ohne Sinn und Verstand.
Meinungen vermehren
mit harter Hand.

Ahnungen sich verdichten,
welch Absicht initiiert.
Quer durch Gesellschaftsschichten
lügt’s sich ungeniert.

Wer zieht die Reißleine,
bevor es spät?
Nicht nur so zum Scheine,
ehe alles Leben verweht?

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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