Viel Rauch um nichts im Weißen Haus?
Kaum ein US-Präsident geriet dermaßen häufig in die Schlagzeilen der Medien, Donald Trump wird auf Schritt und Tritt beobachtet, kostet die Steuerzahler tagtäglich eine Riesenstange Geld aufgrund der weitverzweigten Familieneskapaden, wobei obendrein dessen Führungsstil per Twittergewitter für weitere mediale Ablenkung sorgen. Etwa viel Rauch um nichts im Weißen Haus?
Ganz so simpel verhält es sich mitnichten, obwohl der 45. Präsident bereits erhebliche Schlappen hinnehmen mußte, denkt man an die dubiosen Einreisedekrete, an Obamacare, dessen Aufhebung nicht zustande kam, weil nicht genügend Republikaner Trump folgten. Guter Rat teuer oder vielmehr eine Flucht nach vorn, die noch manche in Zukunft beschäftigen wird?
Eine große amerikanische Firmenpolitik soll es richten
Trumps Schwiegersohn Jared Kushner, dem manche nachsagen, dieser würde mäßigend auf den Präsidenten einwirken, nimmt sich das Firmenimperium seines Schwiegervaters zum Vorbild, ein neu erschaffenes Amt für amerikanische Innovation möge es per Familienpolitik etwa richten?
Gleichwohl wird großzügig ein Büro im Weißen Haus für Tochter Ivanka (Kushners Gattin) eingerichtet, sie möge beratend ihrem Vater beistehen, selbst in Staatsgeheimnissenn eingeweiht werden. So gehört sich das in vertrauensvoll zusammenlebenden Familien. Dies mag im Alltagsleben durchaus positiv anklingen, in der Politik erhält dies den faden Beigeschmack von „Korruption und Übervorteilung“, abgesehen von einer eher unglaubwürdig wirkenden Professionalität. Donald Trump daher ein Schritt näher zu einem möglichen Amtsenthebungsverfahren?
Merkels Besuch sorgt für Gerüchteküche
Und zwar in Sachen angeblich offener Nato-Zahlungen, die Deutschland den USA schuldig sein soll. Prompt folgen Dementi aus Berlin und etlichen Medien, einschließlich weiteren Behauptungen und Spekulationen, Trump meine es ernst. Der politisch wache Geist fragt sich nur zurecht, was das ganze Polittheater bedeuten soll, wem es dienen möge.
Reine Ablenkung, um weltpolitische Verfehlungen aus dem Fokus zu rücken? Zumal ausgerechnet Merkel, Gabriel und Von der Leyen die bislang in weiten Teilen verkorkste Entwicklungshilfepolitik anführen, selbst wenn die USA den Erwartungszahlungen hinterherhinken, dadurch die deutsche Beteiligung bei sogenannter ODA-Quote (Official Development Assistance) schöngeredet wird, die Deutschen würden im Verhältnis den dreifach höheren Beitrag leisten.
Tatsächlich sollte die Weltpolitik einen wesentlich höheren Stellenwert legen, ihre Hausaufgaben im Sinne der Bevölkerung zu leisten, anstatt sich gegenseitig zu belauern, in immer mehr Kriegseinsätzen sich zu verstricken bei gleichzeitiger Zulassung sozialen Abbaus, Zerstörung der Umwelt.
Lotar Martin Kamm






