Rezension zum Buch „Sichtweise und Herausforderungen des Lebens“

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Gernot Schiener – die Stärke, sein nicht Aufgeben, sein Wille zu sein

16359034_1592305914120102_899181802_n„Sichtweise & Herausforderungen des Lebens“ – dem Titel nach verspricht der Inhalt des Buches eine wissenschaftliche Abhandlung über das Sein und die Unwegsamkeiten des Lebens, und es handele sich um ein sachlich „trockenes, analytisch aufgebautes Fachbuch“.

Dem ist nicht so, bei weitem nicht. „Ich bin zufrieden müde,……zwischen diesen Zeilen sind ca. 8 Stunden vergangen.“ Dies sind die ersten Worte, die Sie nach dem Aufschlagen des Buches lesen, und Sie werden weiterlesen, ohne Bedenken acht Stunden lang, ohne Pause.

Gernot Schiener beschreibt in ironischer, sarkastischer Form, aber auch mit sehr viel Empathie anderen Menschen gegenüber, dem Wissen über die Fehlbarkeit seiner Person und der Mitmenschen über den für ihn einschneidenden Unfall, der ihn seit seinem sechzehnten Lebensjahr nicht nur schlagartig aus der Pubertät, sondern obendrein aus der Unbeschwertheit des Lebens warf.

Die Stärke, sein nicht Aufgeben, sein Wille zu sein, der er ist, beweist er damit, daß kein Lektor Hand an seinen Ausführungen gelegt hat. Er scheut sich nicht, die von jedermann erwartete korrekte Ausdruckweise, Grammatik außer acht zu lassen, um dadurch den Eindruck, alles ist wieder wie vor dem Unfall, vorzugaukeln.

„Verstehen kann man meist, immer das Leben nur rückwärts – nur leben muß es jeder vorwärts.“ Und dieses Vorwärts, den Weg zurück oder hin in die Berufswelt, Familie ist mit einem (unverschuldeten) Handicap nicht einfach. Mehrfach schwerer. Dennoch zieht durch das Buch kein Jammern, kein Mitleiderhaschen, im Gegenteil, es ist durchflutet von „Anpacken und Lebensfreude“, keine Abrechnung, kein Hadern am Schicksal, kein was wäre, wenn.

Die Sprünge, die sich im Buch vollziehen, Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft sind nicht nacheinander aufgeführt, sind mit Leichtigkeit nachvollziehbar und erinnern eher an „moderne Literatur“, der Aufhebung des Erzählstranges. Ob dies mit voller Absicht geschehen ist oder nicht, es ist auf alle Fälle ein Anreiz mehr, im Lesefluß zu bleiben.

Sie finden in dem Buch keine Registerseite mit Titelüberschriften, keine strukturierte Aufteilung. Stört Sie das? Es gibt keine Seitenzahlen, somit, jedenfalls, wenn Sie ihrem Gedächtnis nicht trauen, empfiehlt es sich, auf das Hilfsmittel eines Lesezeichens zurückzugreifen, vorausgesetzt, Sie sind nicht so fasziniert, das Buch in einem Ruck durchzulesen.

„Es ist der Bindestrich – der Bindestrich ist die Zeit zwischen Geburt und Tod.“

Auf diesem kleinen Bindestrich hat Gernot Schiener, trotz Widrigkeiten, Widerständen seinen Lebensmut, seinen bisweilen sarkastischen Humor nicht verloren, im Gegenteil, er gibt die Liebe und das Verständnis, die in ihm wohnen, anderen mit auf den Weg, damit auch sie die Möglichkeit bekommen, am Ende des Bindestrichs glücklich, unbeschwert und ohne Bedauern die Linie nachvollziehen können.

Das Buch „Sichtweise & Herausforderungen des Lebens“ ist beim Verlag „Books on Demand“ erschienen, ISBN 978-3-8370-7787-2, und online genauso wie in jedem Buchhandel erhältlich.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Rezensionen

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Da hilft kein Keifen oder gar Kneifen, sie werden Euch einseifen

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Satirischer Rückblick…

Die Welt steht Kopf gleich zu Beginn des neuen Jahres, es toben noch mehr Kriege, gibt bald kein Bares? Während manch einer Optimismus verbreitet, werden real längst Kriege vorbereitet, ob uns das gefällt oder nicht. Folgt dann das Jüngste Gericht?

Doch des Dichters lächelndes Gesicht, keineswegs darauf erpicht, möchte noch so manche Zeile schreiben, läßt sich nimmer vertreiben in seinem unabdingbaren Glauben. Wer mag schon sinnvoll friedfertiges Rauben? Böse Medien oder ein mäßiger Trump? Wer nicht fragt, selbst janz tumb, hat Politik nicht kapiert, die sowieso stets vor der Wirtschaft pariert.

Welch Mißgeschick, selbst wenn Liebe strömt bis zum Genick, wer wagt den kritischen Blick? Nun is aba jut, Ökostrom und Klimalüge im widersprüchlichen Disput? Mit Trumpty-Dumpty spielt die Erde bald schon lustiges Beben, gefährdet dessen Ignoranz viele Leben.

Man möchte schon dringlichst vermelden, früher war alles anders gewesen. Doch was interessiert’s solch selbsternannte Helden, die rassistische Anhänger haben aufgelesen! Erneut spielt sich der Deutsche Jagdverband als Artenschützer mit der Katzensteuer auf, die er fordert zuhauf. Der sollte lieber sein Tun überdenken und uns mit seiner Auflösung beschenken.

Blumen oder Pralinen, anjeschmiert oder abjewickelt, weil manch Herrschaften zu viel verdienen? Man möchte lieber sich auf einen Feenbaum flüchten, eine beruhigende Gute-Nacht-Geschichte könnte’s richten. Wo wir hinschauen, nur noch Pflichten, die des Nachts das Gewissen plagen? Was will uns das wohl sagen?

Bei der SPD-Kanzlerkanditur war Gabriels Verzicht absehbar. Macht diese Partei sich somit erst recht ganz rar? Wir wissen doch, das Ausleben menschlicher Fähigkeiten ist begrenzt. Egal wer aus welchem Loch hervorkroch, derjenige längst deshalb nicht gleich glänzt.

Nur was jetzt hier vor aller Augen geschah, die Rückkehr des Herrn im Hause rückt sehr nah. Dürfen wir bloß nicht zulassen, jenes abgrundtiefes Hassen. Gerade weil Wahrheitsansprüche dem Wahnsinn sehr nahe rücken, läßt’s jene Mischpoke unverblümt entzücken.

Schon fordern sie wieder des Volkes Blut, deshalb stoppt sie vehement: Keine Welt für die braune Brut. Wer diesen wichtigen Schritt verpennt, dem sei gesagt, daß bald erneut zerstörerischer Nationalismus sich wagt. Drum hört ihr Leut und laßt’s euch sagen, hinterher nutzt kein Wehklagen.

Nicht nur Twittergewitter sich in real bedrohlicher Konsequenz entladen, wer wegschaut, trägt den Schaden. Oh Mensch, wer hat wohl dir den scharfen Verstand geklaut? Nach einer Woche Trump fragt manch einer ganz plump: Warum regiert die USA solch ein Lump?

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

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Hört ihr Leut und lasst’s euch sagen

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Das WorldWideWeb hat wieder zugeschlagen

Ohje, man weiß oftmals nicht, soll mach lachen oder weinen, wenn man auf diversen Seiten des WorldWideWeb, vor allen Dingen auf Seiten, die sich dem nationalistischen Gedankengut verschrieben haben, Artikel liest.

Verschrieben haben sie sich wohl nicht, obwohl ihr Geschreibsel oftmals Copy-and-paste oder einfach nur persönliche Befindlichkeiten hervorbringt, gewürzt mit besserwissenden Verschwörungstheorien der Lügen anderer.

Sie sind rein, rein der Wahrheit verpflichtet, deshalb dürfen sie sich auch erdreisten, ohne Kenntnisse über Sachgebiete, in „Alles ist gut“-Manie, wenn du mir folgst, ihre hanebüchenen Beweise, Meinungen zu verbreiten.

Da wird aus einem Coach-Potato ein Ernährungsberater, der die Welt beschwört nur mit Zusatzpräparaten, die er quasi zum Selbstpreis verkauft, ein gesundes Leben führen zu können.

Da wird aus einem Serienyuppie, „Liebe heilt alle Wunden“, ein versierter medizinisch gebildeter Doktorand der Philosophie, der sogar Tuberkulose mittels der reinen Liebe heilen kann.

Da wird ein Möchtegernweltverbesserer zu einem Analytiker, in dem er Fakten akkurat auflistet, die er wahllos aus verschiedenen Themensparten akribisch untereinander setzt, zum Beweis der wissenschaftlichen Grundlage seiner Ausführungen.

Da wird aus einem Actionheld-Filmfreak ein weitsichtiger in sämtlichen politischen, wirtschaftlichen Fragen versierter Buchautor, der zudem so nebenbei mal vier Sprachen spricht, obwohl er in seiner „Muttersprache“ fast keinen Satz ohne Fehler niederschreiben kann.

Da wird aus einem „Städter“, der nach langer Zeit die Gelegenheit hatte, Landluft zu schnuppern, ein versierter Kräuterspezialist für Kochrezepte oder noch schlimmer für Heilkunde, nur weil er bei diesem Besuch erfahren hat, daß Löwenzahn und Gänseblümchen kein Unkraut sind, sondern eßbar.

Da wird aus einem cholerischen Nörgler ein Romantiker und Naturliebhaber, nur weil er mit seiner 500 € teuren Kamera Blümchenbilder und Sonnenuntergänge mit diffusem Lichteffekt auf den PC zaubert und diese Wunderwerke (ohne Photoshop-Manipulation, sondern echt) als große Poster zur Hintergrundgestaltung für ein kuscheliges Kerzenscheindinner präsentiert.

Da wird aus einem „Gutmensch-Gegner“ ein Freiheitskämpfer, der sich in die gleiche Reihe von Che Guevara, Nelson Mandela, Mahatma Gandhi und anderen stellt, um seine beengte Lebenseinstellung von Moral, Sitte mittels Drohungen, Hetze gegenüber Andersdenkenden zu formulieren.

Da wird aus einem notorischen Lügner ein von allen verstoßenes Mobbingopfer, um dies als Anlaß zu benutzen, Spenden zu sammeln, damit er durch seine bis zur Selbstaufgabe aufgewendete Arbeit für mehr Loyalität, Treue und Ehre seinen Lebensunterhalt bestreiten kann.

Da wird aus einem Rassisten, Frauenfeind, „ich bin doch kein Nazi, aber“, ein humanistischer Patriot, der Zitate von Dichtern und Denkern (nur aus dem angestammten Heimatland) zitiert, obwohl sein Bücherregal noch nie ein Buch getragen hat.

Da wird aus einem Schaf im Wolfspelz ein Kenner der verschiedensten psychologischen Erscheinungen, um durch diese Heuchelei die Menschen bewußt zu irritieren und ihn für seine egoistische, narzißtische Lebensauffassung zu gewinnen.

Da wird aus einem, der bedingungslosen Kadavergehorsam als den richtigen Lebensweg ansieht, ein Schreiberling, der in kindlich einfachen Worten und Sätzen eine heile Welt darstellt, die in ihrer ganzen Art und Aufmachung an ein romantisiertes Statement für sektenhaftes Gemeinwesen erinnert.

Da wird aus einem Leuteschinder, der nicht mal seinen eigenen Freunden die Butter auf dem Brot gönnt, der Herr, der sich herabläßt, großzügig auch anderen das Wort zu erteilen, wenn sie denn durch ihre Artikel seinen Reichtum fördern.

Keine Nachtwächter können Sie vor diesem Gedankenmüll schützen, auch keine „Internetpolizisten“, schalten Sie einfach Ihren Verstand ein, dösen Sie nicht länger, dies ist der beste Schutz vor Rattenfängern.

Es versteht sich von selbst, daß hier nur der einfachheitshalber die Schreiberlinge in der männlichen Form erwähnt wurden, dies soll nicht bedeuten, daß die angesprochenen Verhaltensweisen nicht genauso von weiblichen Schreiberlingen verfaßt werden.

Und da es Sitte zu werden scheint, mit sarkastischer, höhnischer und hämischer Wort-, Satzwahl einen Argumentationskonflikt herbeizuführen, um Unfrieden und Angst zu stiften, dem sei zur Erinnerung gebracht, daß diese Sprache nur ein Narr gebraucht und der strebt nicht nach Macht, außer, er ist nicht schlau.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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USA: The Donald’s erste Regierungswoche vorprogrammiertes Desaster

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flickr.com/ DonkeyHotey/ (CC BY 2.0)

Twittergewitter entladen sich in real bedrohlicher Konsequenz

Am Ende siegt etwa doch der Humanismus, möchte man demutsvoll glauben. Angesichts weltweit anhaltenden Elends lassen sich kaum mehr Kriegsszenarien, Hungersnöte, Superereichtum neben zunehmender Armut, Zerstörung der Umwelt rechtfertigen, allesamt verursacht und somit zugelassen von regierungsverantwortlichen Politikern, die oftmals demokratisch von Völkern gewählt. Welch widersprüchliche Handlungen im Sinne von Moral und Ethik.

Die Ursachen dafür sollten hinlänglich bekannt sein, eine ewigliche Gier nach Macht und Unterdrückung beinhaltet jenes weit verbreitete Elend, welches nahezu selbstverständlich seit Menschengedenken Anwendung findet trotz sämtlicher Erkenntnisse für eine friedliche Gesellschaft. Philosophen, Künstler und Gelehrte mögen noch so mahnend ihre Schlüsse ziehen und Botschaften verkünden, letztlich setzen sich die niederen Instinkte einer brutalen Vorgehensweise durch, die keinerlei Mitleid oder Empathie zuläßt beim Foltern, Morden und Vernichten des Nächsten.

Während Mensch ständig das oberste universelle Gebot, er solle nicht töten, bricht, dies mit einer erschreckenden Normalität, fühlen sich gleichwohl neu gewählte Staatsmänner berufen, diesen Weg eiskalt fortzusetzen. Im Reigen eines angeblichen Trump-Bashings, welches seinen Anhängern jetzt schon ein Dorn im Auge, diese eine berechtigte, vor allem konstruktive Kritik von Beginn an am liebsten gänzlich ausschließen, bestätigt The Donald allerdings seine selbstgewählte Rolle des Bad Boys mit seinen ersten Amtshandlungen und Forderungen.

Ob die Streichung der Gelder bei Abtreibungsberatungsorganisationen, der Bau der mexikanischen Mauer, wie jüngst die Forderung, Folter wieder zu legitimieren oder gar plötzlich doch dem östlichen Bad Boy Putin in den Rücken zu fallen mit dem Ersinnen von Flugverbotszonen über Syrien, Trump beweist der Welt seine Unberechenbarkeit. Hillary Clinton demnach doch das harmlosere Übel gewesen wäre, sinnieren bereits manche Stimmen. Maybe, maybe not, alles Spekulation, ihr politischer Weg sollte nicht fruchten, die USA haben ihren ungehobelten Klotz an der Backe, selbst wenn eine Stimmenmehrheit gar protestierend sich Luft macht.

Chancen aus der neuen Krise, die da Trumpomanie lautet? Manch böse Zungen stilisieren ein zweites JFK-Blutbad, solche Vergleiche hinken mehr als einem lieb sein kann, von nebulöser Glorifizierung eines Donald Trump mal abgesehen, war JFK wenigstens ein Mensch mit entsprechender Empathie und dem Weitblick komplexer globaler Zusammenhänge, die The Donald jetzt schon missen läßt mit seiner cholerischen Sprunghaftigkeit. Die erste Regierungswoche neigt sich heute ihrem Ende, 208 mögen noch folgen bis zum Ende seiner jetzigen Amtszeit, seine zweite Präsidentschaft möchte man lieber nicht in Erwägung ziehen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Keine Welt für die braune Brut

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Geradewegs in Gedanken vertieft
möchten manche uns die Laune verderben,
übertreiben dabei, daß es nur so trieft
mit Haßbotschaften, verkündet von Schergen.

In deren kleinen heilen Welt,
patriotisch, nationalistisch ausgerichtet,
vor allem treudoofe Loyalität zählt,
Ehre, Stolz und Wahrheit wird hinzugedichtet.

Die üble Vergangenheit mag uns warnen,
sie nie mehr wiederholend zuzulassen.
Schon wollen sie erneut sich simpelst tarnen,
bedienen sich derselben Muster wie dem Hassen.

Doch wer ganz genau hinschaut,
erkennt den Fanatismus, die sture Botschaft,
sie zu hinterfragen, kaum jemand sich traut,
auch in deren Reihen herrscht Sippenhaft.

Drum Aussteiger nichts zu lachen haben,
einmal entschlossen auf unsicheren Wegen,
wenn sie es dennoch beherzt wagen,
obwohl viele Ängste sprechen dagegen.

Mut und Zuspruch oberstes Gebot sein muß,
ihnen Hilfe anbieten, wo überall möglich.
Bestärken wir sie im gefällten Entschluß,
reagieren keinesfalls zu zögerlich.

Geradewegs aus sorgenden Gedanken erwacht,
möchten manche uns Lösungen anbieten,
haben deutliche Botschaften entfacht,
entlarven jene rechte Brut als bösartige Nieten.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Wahrheitsansprüche dem Wahnsinn sehr nahe

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Win-win-Situation ohne Aussicht auf Erfolg?

Sie hat sich wahnsinnig über das Geschenk gefreut! Er ist fast wahnsinnig vor Trauer über den Verlust. Genie und Wahnsinn liegen oft dicht beieinander. Sagt man so, sagt man, weil wahnsinnig etwas ausdrückt, das nicht mit „normalem“ Verstand zu fassen ist, so außergewöhnlich, so unverständlich, nicht mit Worten beschreibbar.

Widersinnig, übermäßig, gewaltig, unsinnig, unerhört, lächerlich, heftig, unermeßlich, kolossal sind nur einige Umschreibungen, die wir mit dem Wort wahnsinnig verbinden. Das Wort ist eine Analogiebildung (wortverwandt, abgeleitet von einem anderen Wort) von wahnwitzig, dies wiederum kann ersetzt werden durch, unsinnig, abartig, unvernünftig, idiotisch.

Der Wahn, die Einbildung, Illusion, Trugbild, Realitätsverlust, Fiktion, Utopie, Hirngespinst, mittelhochdeutsch wān, Meinung, Hoffnung, Verdacht und ist wortverwandt mit gewinnen.

Gewinnen, althochdeutsch giwinnan, etwas erlangen. Ursprung althochdeutsch winnan, kämpfen, sich anstrengen, in Bezug zu umherziehen, nach etwas suchen.

Umherziehen, nach etwas suchen, kämpfen, sich anstrengen, etwas erlangen, Meinung, Hoffnung, Verdacht, Einbildung, Illusion, Trugbild sind die Begriffe, die sich aus dem Ursprungswort ableiten lassen. Auf den ersten Blick nicht direkt nachvollziehbar. Wenn man aber weiterhin weiß, daß das althochdeutsche Wort wan, leer, mangelhaft bedeutet, zum Vergleich lateinisch vanus, leer, nichtig, vergeblich, eitel, dann versteht man die Herleitung besser.

Durch die Vermischung von wān, Meinung und wan, leer, mangelhaft entstand der Begriff Wahnsinn, ohne Sinn und Verstand.

Es ist zum wahnsinnig werden, wenn man alles glauben, wissen, soll, was so in der Medienwelt geschrieben, gesagt wird. Der permanente Hype auf die wahren wahrsten Meinungen, der aufdringliche Verdacht, jeder belüge den Nächsten, die Hoffnung irgendwo einen Lichtblick zu erkennen, eine reale Chance zu haben, der Wahrheit ein Stück weit ins Auge zu sehen, das ist wān. Dabei ist vieles, was sich so als geschriebenes Wort auf den Internetseiten, in Büchern bloß mangelhaft, teils nachgeplappert, teils aus den Fingern gezogen, ohne wirkliche Essenz, ohne Substanz in dem Gesagten, also leer, das ist wan.

Der Wahnsinn zieht sich durch sämtliche gesellschaftlich relevanten Werte, durch bestehende Religionen, durch kultivierte Staaten, durch wirtschaftliche Unternehmungen, durch verantwortungstragende Personen. Weit ausgeholt? Nein, Realität! Mehr oder weniger ist jeder auf der Suche, zieht umher, strengt sich an, kämpft (winnan), um etwas zu erlangen (giwinnan). Deshalb ist es nicht verwunderlich, daß bei dieser „Win-win-Situation“ aus Meinungen, Trugbildern, Täuschungen, Illusionen entstehen, die zur Fiktion und Realitätsverlust, zum Wahn werden. Ist dies kein Grund, wahnsinnig zu werden?

Die Win-win-Strategie, Aushandlung eines Nutzens, bei dem allen Beteiligten keine Nachteile entstehen, wird durch den absoluten Wahrheitsanspruch und den gegenseitigen Vorwürfen der Lügen der Beteiligten unterbunden. Der Wahnsinn waltet in den Köpfen der Menschen, weil zuviel gesucht wird, um das nächste Gegenargument zu finden.

Die Menschen bewegen sich durch eine Wüste, auf der Suche gegen den Nächsten zu kämpfen und benützen zur Unterstreichung ihrer Meinung den Vorwurf der Lügen in der Sprache der Narren. Wenn das nicht unverständlich, wahnsinnig ist, dann sind der Wahnsinn und das Genie (genius, Schutzgeist) unbeschreiblich.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Kolumne

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Rückkehr des Herrn im Hause

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Emanzipation vs. Autorität – Verharren in Opferrollen entgegenwirken

Um es zugleich auf den Punkt zu bringen: Jetzt scheint es den Frauen erst recht an den Kragen zu gehen. In den USA, in Polen, in Österreich, in der Russischen Föderation und im schlimmsten Fall auch hierzulande, falls eine AfD bestimmend mitregieren darf. All das, was im letzten Jahrhundert mühselig Frauen sich erstritten haben, gilt es offensichtlich einzudämmen, die Rückkehr des Herrn im Hause naht.

Obendrein gerät ausgerechnet dieses wichtige Thema exakt in die Fronten einer Welt der Feindbilder, die man durchaus als so gewollt interpretieren darf: USA gegen Russland, Neue Rechte gegen das Establishment sowie die Linke, Emanzipation vs. Autorität – doch dem Verharren in Opferrollen müssen wir jetzt entgegenwirken, bevor der Zug abgefahren!

Gewalt keineswegs entschuldbar – Propagandavermutungen reine Ablenkung

Wer einmal zuschlägt, wird es meistens wiederholen, dieses Überschreiten jener Hemmschwelle kann schnell zum Muster werden, auf diese Weise angeblich Konflikte zu lösen. Hatten wir hier im Westen tatsächlich geglaubt, daß in einer „toleranten“ Gesellschaft, die ausgerechnet jene Rechtspopulisten verächtlich gern als „links-grün-versifft“ tituliert, endlich die Gewalt von Männern gegen Frauen eingedämmt wurde, scheint in anderen Ländern dies längst keine Selbstverständlichkeit zu sein, wie Luzia Tschirky im Zeit-Artikel berichtet.

Liest man ihre Ausführungen, erhält man unweigerlich den Eindruck, daß in Russland keine Opposition zugelassen wird, sich für betroffene Frauen einsetzen zu können. Unter dem Deckmäntelchen eines alles regelnden Herrn Wladimir Putin dürfen sich offensichtlich Hardliner tummeln, die Gewalt an Frauen als Bagatelle verharmlosen. Wer jetzt obendrein meint, daß Die Zeit als reine Propaganda gegen sogenanntes Putin-Bashing zum Einsatz kommt, der verkennt den Ernst der Lage.

Keine Differenzierungen öffnen totalitären Systemen Tür und Tor

Allen voran eine AfD, der nichts besseres in den Sinn kommt, als ein Frauenbild aus dem vorherigen Jahrhundert zu fordern. Das hatte bekanntlich auch eine Eva Herman auf ihre Weise versucht, fühlt sich inzwischen in den Reihen des Kopp-Verlags wohl. Da reiht sich Herr Putin inzwischen wohl selbst mit ein, weil er keinerlei Stellung bezieht zu dessen Hofierung seitens Rechtsrextremer, obendrein Vermutungen kursieren, daß er jene politischen Kräfte im Westen unterstützt wie beispielsweise eine Marine Le Pen.

Da paßt doch ein Donald Trump hervorragend ins Weltbild des „führenden“ Mannes, dessen Verhalten Frauen und seiner eigenen gegenüber Bände spricht, was seine Körpersprache anbelangt, wer denn genauer hinschaut. Eines seiner ersten Dekrete war, die Hilfsgelder für Organisationen zu streichen, die Frauen zu Abtreibungen beraten. Ein niederländischer Hilfsfond möchte ihnen jetzt beispringen, eine tolle, solidarische Hilfestellung.

Bevor wieder all jene Einwände erheben, der Spiegel sei doch von der CIA gesteuert, um dem Putin-Freund Trump eins auszuwischen, gilt das ebenso für die polnische Variante, die hier im Westen kaum Beachtung fand? Zumindest wundern sich die Schweizer, daß bei ihnen sehr wenig über die Verschärfung des polnischen Abtreibungsgesetzes berichtet wurde.

Europas Weg zur Rückkehr des Herrn im Hause muß man im Kontext einer rechtsradikalen Gesinnung betrachten, die ebenso Mittel und Wege sucht, sich politisch durchzusetzen. Daß jene Kräfte in der Wirtschaft ohnehin schon dauernd äußerst bestimmend den globalpolitischen Verlauf steuern, hat nichts mit verschwörungstheoretischen Annahmen zu tun, sondern beruht auf Beobachtungsgabe und gesunden Menschenverstand, den ganz besonders auch Frauen anwenden und dies artikulieren. Sorgen wir dafür, die selbstgewählte Rolle der Frau nie wieder in Frage zu stellen, sonst gewinnen noch mehr totalitäre Systeme erneut die Oberhand.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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