Bundesverfassungsgericht stimmt NPD-Verbot erneut nicht zu

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Aufruf des Rechtsextremismus erst recht zu frohlocken?

Ein jeder konnte es sich denken, die Richter des Bundesverfassungsgerichts verkündeten lediglich diese Einschätzung, die auch beim zweiten Mal nicht zum NPD-Verbot führte. Was zu Beginn der noch jungen BRD gelang, nämlich zwei Parteien per Urteil des höchsten deutschen Gerichts zu verbieten, findet jetzt seinen Ausgleich, diese NPD gewähren zu lassen, weil sie laut Bundesrichter politisch ungefährlich und unbedeutend sei.

Der Spagat zwischen der Einschätzung, ob eine Partei verfassungsfeindlich eine Gefahr darstellen vermag oder aber die demokratischen Kräfte in diesem Lande ausreichen, sie nicht nur in Zaum zu halten, vielmehr dem Rechtsextremismus Paroli zu bieten, erweist sich mit diesem Urteil keineswegs als geklärt. Jene Rechtspopulisten werten es längst als Aufruf, frohlocken per Daseinsberechtigung von der Pegida bis hin zur AfD. Nach rechts-konservativer Politik mit Duldung einer oppositionellen linken Partei erleben wir im ehemaligen Reich der Nazis eine Wiederauferstehung jener Positionen im Gewande jener neuen Partei als die Alternative?

Von Satire zur Verhinderung einer Blaupause zur Realsatire

Manch einer fiel tatsächlich auf die scherzhaft verfaßte Überschrift dieser Satire herein, die AfD würde in letzter Sekunde beim NPD-Verbot mit einbezogen werden. Seit wann läßt sich deutsche Gründlichkeit dermaßen schnell mittels einer solchen Überlegung überrumpeln, zumal gerade jene angebliche Alternative ein Hoffnugsschimmer für diejenigen bedeutet, die meinen, sie würde die mißlungene Politik etablierter Parteien von dannen jagen, um es besser zu machen?

Wer das glaubt, liest nicht aufmerksam genug und hört gar weg, wenn ein Björn Höcke behauptet: „Wir Deutsche sind das einzige Volk, das sich ein Denkmal der Schande ins Herz der eigenen Hauptstadt gepflanzt hat.“ Während eine Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck ziemlich direkt auftrat, um dafür zurecht zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt zu werden, nutzt Herr Höcke geschickt demagogisch markantes Vokabular, um letztlich ihn ebenso zu verleugnen. Genau, die Deutschen waren das einzigste Volk, welches diesen Holocaust in seiner Gründlichkeit plante und ausführte, um danach mit einem Denkmal sich vor den Opfern zu verneigen, anstatt sie wie Höcke erneut zu verhöhnen, obendrein in Goebbelsmanier gar, wenn auch nicht direkt, zum Krieg aufruft: „Ich möchte dass ihr euch im Dienst am Vaterland verzehrt!“

AfD-Verbot eine Blaupause zur Realsatire, die es mit allen Mitteln zu verhindern gilt? Sicher doch, insofern läßt man sie gewähren, mal schauen, ob auch dabei die demokratischen Kräfte ausreichen werden.

Parteiverbote nahezu wirkungslos – Entfesselung rechtsextremer Kräfte

Sicherlich kann man behaupten, Urteile nutzen nichts. Linksextreme Kräfte konnten dennoch nach dem KPD-Verbot in der BRD zunächst verhindert werden genauso wie die sofortige Erneuerung der Tradition der NSDAP durch das Verbot der Sozialistischen Reichspartei Deutschlands (SRPD) im Herbst 1952.

Mit dem Skandal der V-Leute beim ersten NPD-Verbotsverfahren (2001-2003) hätte man es sein lassen können, erneut diese rechtsextreme Partei vors Bundesverfassungsgericht zu zerren. Zu offensichtlich negierte die Bundesregierung selbst, die Initiative der Bundesländer war daher zum Scheitern verurteilt, zumal beim Antrag zum zweiten NPD-Verbotsverfahren im Dezember 2013 bereits die AfD der NPD längst den Run abgelaufen hatte mit ihrem Bundestagswahlergebnis nahe der 5-Prozent-Hürde.

Somit nimmt die Entfesselung rechter Kräfte ihren Lauf, unabhängig davon, ob die NPD verboten worden wäre. Wer nunmehr glaubt, diese Kehrtwende zum Rechtspopulismus würde sich von selbst erübrigen, weil genügend wache Geister dies verhindern könnten, sollte wesentlich genauer hinschauen, erst recht mit einem Donald Trump in den USA und einem Wladimir Putin in Russland, die beide ebenso ein Auge auf die größte Wirtschaftsmacht Europas haben, entsprechend Einfluß nehmen wollen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Kunst entlarvt Häme

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Der Raubbau am Umgangston
verrät die Spuren zur Isolation,
wenn Sprache oft höhnisch spricht,
das Gegenüber begreift sie nicht.

Der Spott, die Häme, der Hohn
verlieren auf Dauer ihren Ton,
werden aufgenommen als real,
ergeben sich dem Schicksal.

Die Wirkung wird verfehlt,
das Wort im Munde verdreht,
die Lüge verkommt zur Wahrheit,
Wahrheit wird zur Unsicherheit.

Freunde sehen sich als Fremde an,
Schadenfreude, Liebe nimmt in Bann.
Das Gespött, die ständige Ironie
treibt an die schädliche Maschinerie,

Zwietracht, Zweifel übernehmen
das gesellschaftliche Benehmen,
Haß, Wut, Angst, Drohung und Zorn
ist die zwischenmenschliche Reaktion.

Boshaftigkeit ist dies Hohngeschrei,
Mißbrauch der Sprache ist nicht einerlei,
Gemeinheiten bergen Täterschaften
und führen nicht zu Gemeinschaften.

Der Narr, der Künstler, der Dichter nur
bedienen sich dieser Sprachkultur
als Mahner, als Kritiker, als Sarkast,
sie dürfen sägen am zynischen Ast.

Politiker, Verantwortliche, Mächtige
erzwingen durch Häme nur schmächtige
gebrechliche, unsichere Heerscharen,
die nichts mehr zu sagen wagen.

Drum hört, wenn Zynismus ist im Spiel,
nur bei Künstlern zu, sie haben das Gefühl
für Sprache, Tanz, Theater, Film, Malerei,
und bedenkt, erkennt, fühlt, und hört dabei:

Der Wichtigtuer oftmals nur am Honig leckt,
die wahren Künstler halten sich bedeckt.
Sie brauchen keine Zuckerleckerei,
denn ihre Gedanken und Zungen sind frei.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Gesellschaft: Arbeit und Freizeit keineswegs im Einklang

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Rastlosigkeit soll uns einfach nur ablenken

Waschpulver in die Lade der Maschine schütten, nachdem zuvor schnell mal die Wäsche sortiert wurde, das entsprechende Programm einschalten, den Wassenhahn aufdrehen, auf Power-on drücken. Diese automatisierte Technik scheint zu entlasten, währendessen Zeit genug vorhanden, andere wichtige Dinge zu erledigen. Früher waren die Menschen viel mehr mit dem Haushalt beschäftigt, arbeiteten in der Regel länger, hatten somit weniger Freizeit. Wie schaut es heute aus? Arbeit und Freizeit keineswegs im Einklang?

Technisierte Errungenschaften, eine Arbeitswelt mit Dreiviertelstellen oder einer 40-Stunden-Woche, streßgeladene Hektik im Alltag schaffen kaum Zeit für Mußestunden, die Mehrheit der Bevölkerung beschleicht das Gefühl ewigen Zeitmangels. Woran liegt es, daß die Gesellschaft in unserer schnellebigen Ära sich dermaßen instrumentalisieren läßt, ohne genau dies zu hinterfragen?

Wirtschaft hat sich nach dem Menschen zu richten und nicht umgekehrt

Selbstverständlich könnte Streß vermieden werden, wenn wir dessen Ursachen entlarven und gleich gar nicht zulassen. In der Theorie klingt das ziemlich simpel, real straft uns das Leben selbst bzw. lassen wir Streß aus unterschiedlichen Gründen zu. Das betrifft bereits das Kindergarten- oder Schulkind, setzt sich in Ausbildung oder Studium fort, nimmt seinen Lauf während der Arbeitszeit, weil wir alle uns nach den Vorgaben einer inhumanen Wirtschaftswelt richten, in der Faktor Zeit an Profit gekoppelt dem Menschen diktiert, welche Leistung er im vorgegebenen Rahmen erbringen soll. Versagen wir, hat dies triefgreifende Konsequenzen wie z.B. Arbeitslosigkeit oder gar Obdachlosigkeit.

Wir entgehen diesem Weg, in dem wir eben tagtäglich Streß in Kauf nehmen, setzen uns diesem selbstverständlich aus, ohne an die weitreichenden Folgen zu denken. Daraus können Unfälle entstehen, auf dem Weg zur Arbeit, am Arbeitsplatz selbst, Krankheiten sind die Folge, weil der Körper sich eben nicht austricksen läßt, sondern irgendwann streikt, uns Grenzen setzt. Diesen vorprogrammierten Streß dürfen wir erst gar nicht zulassen, was bedeutet, die gesamte Wirtschaft gänzlich anders zu gestalten, in dem Mensch in erster Linie berücksichtigt wird.

Urlaub ein Luxusgut?

Besonders diejenigen, die noch soviel verdienen, um sich einen Urlaub außerhalb von Balkonien zu leisten, arbeiten darauf hin, um wenigstens einmal im Jahr einige Wochen weiter entfernte Ziele aufzusuchen, ihre Seele baumeln zu lassen. Diese viel zu kurzen Momente der Erholung können allerdings niemals den ganzjährigen Alltagsstreß auffangen. Wenn dann noch manche Reise in Hektik ausartetet, folgt oftmals die Erkenntnis nach Erholung vom Urlaub, die jedoch ausbleibt.

Manch einer erkennt diese völlig unnötige Entwicklung, befindet sich aber in eigener Tretmühle von Abhängigkeit, sieht keine Chance, ihr zu entgehen. Was muß geschehen, um solche Kreisläufe nicht mehr zuzulassen?

Raus aus den Tretmühlen ein Leben in Ruhe und Bescheidenheit anstreben

Inzwischen verdeutlicht eine wachsende Zahl von Aussteigern, daß sie den Run auf Habitus und Erfolg nicht mehr tragen wollen, rechtzeitig die Notbremse ziehen, um ein Leben in Ruhe und Bescheidenheit anzustreben. Gerade im Sinne einer inneren Zufriedenheit, in der kein Platz mehr im Spiel ewiger Konkurrenzgedanken vorhanden, viel eher ein Miteinander im Einklang steht, statt ein krankmachendes Gegeneinander. Solche Oasen inmitten hektischer Außenwelt mögen noch belächelte Trutzburgen darstellen, aber sie bieten eine wertvolle Antwort für diejenigen, die sie beherzt umsetzen.

Aus diesem Grunde sollte die große Masse der Bevölkerung viel genauer ihr Umfeld beobachten, in welchen Tretmühlen sie sich befindet, meist ohne es wirklich zu bemerken. Oftmals wird sie erst mittels Krankheit oder andere Schicksalssschläge gewarnt oder gestoppt.

Nicht die Materie zählt, keine äußeren Werte, man stellt mittels seines Berufes nichts besonderes dar, vielmehr die tief im Inneren verwurzelte ureigene Persönlichkeit offenbart den wahren Kern, den es zu leben gilt.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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Gesellschaftlicher Zerfall

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Gespräche verebben
im Nacheifern der Gewalt.
Einige sich davonschleppen
im nahegelegenen Wald.

Eine Demo aus dem Ruder läuft,
während die Elite frohlockt.
Phrasendrescherei sich vielfach häuft,
Oppositionen haben’s verbockt.

Stimmen verstummen
beim Anblick jener Gestalten.
Kein Laut mehr, kein Summen
bei der Jugend, auch bei den Alten.

Überwachung überhand nimmt,
während der Staat seine Macht absteckt.
Alles auf Bespitzelung getrimmt,
planvoll perfide ausgeheckt.

Demokraten verschwinden,
ohnehin die Geschichte vergessen.
Nützt nichts, des Menschen schinden,
Maßlosigkeit fördert das große Fressen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Aus Zwei mach eins

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Nur Zweifel mindern Ängste und stärken das Selbstbewußtsein

Unzweifelhaft steckt in dem Wort Zweifel die Zahl zwei. Zweifelhaft ist allerdings, ob die Aussage, bezogen auf zwei, wirklich dem Zweifel nahekommt. Oftmals nämlich stecken im Zweifel mehr als zwei Komponenten, die es unmöglich machen, eine Entscheidung zu treffen. Unabhängig, ob die Zweifel durch die Vernunft oder das Gefühl, also durch Gedanken oder das Bauchgefühl zustande- kommen.

Manchmal entscheidet eine Sekunde über Leben und Tod. Die Sekunde, die zweite Teilung der Stunde. Sekunde, spätlateinisch pars minuta secunda, zweiter verminderter Teil. Minute, mittellateinisch pars minuta prima, der erste verminderte Teil. Abgeleitet von minuere, vermindern.

Stellen Sie sich vor, Sie teilen einen Apfel oder wenn Sie eine Orange, Birne oder ein anderes Obst bevorzugen, womöglich lieber Kohl essen, dann lesen Sie im folgenden Text einfach Kohl anstatt Apfel. Nach dem ersten Schnitt durch die Frucht haben Sie zwei Hälften. Würden Sie diese nebeneinander- legen, so wäre jetzt Ihre Frage: Welche der beiden Hälften trenne ich, um die zweite Teilung auszuführen? Egal für welches der Teile Sie sich entscheiden, Sie hätten ein großes Teil, Hälftel und zwei kleinere Teile, Viertel, vorausgesetzt, Sie haben bei der Teilung so in etwa auf die gleiche Abmessung der Teile geachtet. Sie hätten demzufolge das Obst in drei Teilstücke getrennt.

Würden Sie allerdings nach dem ersten Schnitt, das Obst nicht schon trennen, sondern den zweiten Schnitt quer dazu ausführen und dann erst die Teilung nebeneinanderlegen, so hätten Sie vier Teile, die annährend gleich groß wären, je nachdem wie geschickt Sie jeweils auf eine mittige Teilung geachtet hätten.

Natürlich könnten Sie den ersten sowie den zweiten Schnitt an jeder beliebigen Stelle ausführen, Sie hätten trotzdem drei Teilungen von verschiedener Größe.

So ähnlich ist das auch beim Zweifel, denn die Ursprungsform, der Grundgedanke ist die Einheit. Durch eine Teilung erreiche ich zwei Hälften (ob unterschiedlicher Größe und Form ist in diesem Zusammenhang unerheblich), die ersten zwei Komponenten, durch eine zweite Teilung, die Komponenten drei oder vier. Für den Zweifel spielt dies nur eine zweitrangige Rolle, denn ist die Einheit bereits einmal geteilt, liegt die Entscheidung, welche der Hälften Sie zuerst (beim Beispiel Obst) verspeisen, die erste Verunsicherung, nehme ich zuerst die rechte Hälfte oder die linke, aber Vorsicht, schon hier kann eine weitere Entscheidung zum Tragen kommen, nämlich greife ich mit der rechten oder linken Hand das Obststück. Eine weitere Entscheidung mag sein, wenn sich auf der einen Hälfte vielleicht eine braune Stelle zeigt, also diese Hälfte bereits leicht verdorben sein kann.

Die Grundeinheit Apfel ist selbst, bevor Sie eine Teilung vornehmen, dem Zweifel ausgesetzt, denn Sie werten, bewerten allein durch den Anblick, Geruch, Assoziationen, ob es sich wirklich lohnt, diesen Apfel (Einheit) zu essen. Kinder, die noch nicht die Erfahrungen von verschiedenen Möglichkeiten besitzen, werden mehr oder weniger fast alles zu sich nehmen. Hier liegen die Vorlieben noch in den Unterschieden der Süße und der Farbe, dazu gibt es inzwischen Untersuchungen. Auf Grund dieser Untersuchungen kann man davon ausgehen, daß der Zweifel nicht eine anerzogene Vorsichtsmaßnahme ist, sondern ein Schutzfaktor für das Überleben.

Erinnern wir uns, eine Sekunde kann über Leben und Tod entscheiden, ein Wimpernschlag genügt, um den falschen Tritt gesetzt zu haben. Der Zweifel, mittelhochdeutsch zwīvel, abgeleitet von zwei und falten, ist eine angeborene Hilfe zur Unterscheidung von Dingen. Und zwar von Dingen jeder Art, ob materieller Natur oder geistiger, seelischer. Ohne Zweifel, ohne das Falten zu einer anderen Form, Gestalt wären wir blind, jeder Unbill ausgesetzt.

Der Zweifel ist also „ein Geschenk der Schöpfung“ zur Verminderung von Gefahren, Ängsten. (Sekunde, pars minuta secunda, abgeleitet von vermindern.) Nur wer die Auswahl zwischen mehreren Möglichkeiten hat, kann ohne Zweifel Entscheidungen treffen. Allerdings nur, wenn die Zweifel nicht als negative (Masse gleich negativ) Ansammlung von Erkenntnissen, im Ausschlußverfahren, sondern als positive (Masse gleich positiv) Urteilsfindung zur Minderung der Entscheidung empfunden wird.

Eine wichtige Rolle hierfür spielt, Zweifel nicht als Angst (Masse gleich Enge) einflößende Unsicherheit wahrzunehmen, sondern als Sicherheit (Masse als Vielfalt) auf der Grundlage von Freiheit.

Wer Ängste schürt mittels Zweifel, oder die Zweifel nutzt, um Menschen zu verunsichern, der kann nie Gutes im Sinn haben. Nur die Vermittlung von Vertrauen, Mut, Gelassenheit als Freiheit zur Entscheidungsfindung führt zu Selbstbewußtsein und mindert die Zweifel.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Kolumne

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NPD-Verbot: AfD in letzter Sekunde mit einbezogen

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Die schwerste Aufgabe der Karlsruher Bundesverfassungsrichter

Karlsruhe/Berlin. Morgen könnten einige besorgte Bürger eventuell aufatmen, daß die gefürchtete rechtspopulistische Partei AfD nicht an der 19. Bundestagswahl im September teilnehmen darf. Auf Antrag der Linken wurde die AfD in letzter Sekunde beim Urteil zum NPD-Verbot mit einbezogen. Die wohl schwerste Aufgabe der Karlsruher Bundesverfassungsrichter steht bevor.

Natürlich unken all diejenigen, die schon immer nichts von einem Verbot der NPD halten. Es könnten deren Mitglieder in den Untergrund verschwinden, um sich dortigst zu formieren. Eine regelrecht wesentlich höhere Gefahr könnten von deren Anhängern und Mitläufern ausgehen. Dem widersprechen allerdings sämtliche bisherigen rechtsradikalen Verbrechen bis hin zum größten Terroranschlag beim Münchner Oktoberfest.

Wie aus sicheren Kreisen und Quellen durchsickerte, wird dem Verbotsverfahren gegen die NPD kaum eine Chance gegeben, zu politisch unbedeutend solle diese rechtsextreme Partei sein. Dem kann man insofern nicht widersprechen, weil eine AfD hingegen bereits von 20 Prozent der Wählerstimmen träumt, ihr bisheriger Weg in die Landesparlamente dies mehr als verdeutlicht. Umso wichtiger und somit richtig, daß dem Antrag zum Verbotsverfahren gegen die AfD seitens der Bundesrichter stattgegeben wurde.

Gewaltausbrüche in vielen deutschen Großstädten

Eine Lawine voller Eskalationen wurde daraufhin losgetreten. In fünfzehn Großstädten Deutschlands fanden spontane, unangekündigte Demos der Rechtsextremen statt, die Polizei konnte viele gewaltvolle Straftaten nicht verhindern. Neben zerstörten Schaufesterscheiben und angezündeten Autos sowie Einsatzfahrzeugen der Polizei und Feuerwehr starben vier Menschen an den Folgen brutalster Angriffe, darunter ein Rentner und ein zehnjähriges Mädchen.

Trotz beherzter und schneller Reaktionen seitens der Ordnungshüter konnten diese Verbrechen nicht verhindert werden. Manche Politiker mahnen die Richter des BVerfG an, es solle die Verbote gegen die beiden Parteien nicht verkünden, sondern besser fallenlassen. Dagegen verwehrten sich andere wiederum und sprachen gar von Nötigung.

Meinungsvielfalt – eine fadenscheinige Verwechslung

Die oftmals gern erwähnten Vorwürfe seitens Rechtspopulisten, die Meinungsvielfalt sei gefährdet, erst recht mit Verboten gegen Parteien, entbehren jedweder Logik. Das genaue Gegenteil muß viel eher festgestellt werden. Mit Blick zu den jeweiligen Parteiprogrammen und vollmundigen bisherigen Äußerungen mancher Gesellen dieser Parteien kann man nur noch kopfschüttelnd kommentieren: Unter deren Herrschaft wäre Meinungsfreiheit gänzlich abgeschafft, wer nicht konform geht, wird empfindlich bis hin zum Tode bestraft.

Das altbewährte Rezept von der Lügenpresse, welches schonmal in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Runde machte, eine Nazi-Diktatur gern aufgriff, jetzt erneut Anlaß für deren nachäffenden Kopien? Ganz offensichtlich, obendrein mit entsprechender Verunsicherung in der Bevölkerung selbst, wobei etablierte Parteien ebenso ihren Anteil hatten, den Rechtsextremismus zu bestärken, denken wir an eine Reihe unglaubwürdiger Entscheidungen hinsichtlich des Sozialabbaus, an Waffengeschäfte und militärische Gefälligkeitsdienste.

Ursprünglicher Urteilstermin wurde rechtzeitig geändert

Um ein Haar hätte sich die Bundesregierung blamiert, denn ursprünglich war die Urteilsverkündung zum NPD-Verbot für Freitag, den 20. Januar vorgesehen. Der Tag, an dem ausgerechnet die Verteidigung… äh… sorry, Vereidigung von Donald Trump stattfinden soll. Das wäre insofern ein gefundenes Fressen diplomatischer Verstimmung geworden, weil der eher rassistisch angehauchte Trump ein Verbot rechtsextremer Parteien in Deutschland keinesfalls voller Begeisterung aufgenommen hätte.

Somit verbleiben ihm nunmehr drei Tage, entsprechende Twitter-Gewitter in den Äther zu schicken, je nachdem wie die Urteile ausfallen sollten. Ansonsten hat seine meistgeäußerte Bemerkung unbedingten Stellenwert zu nahezu allen Geschehnissen, die ihm mißfallen: You’re fired! Selbst wenn eine Frau Merkel sich davon keinesfalls beeindrucken lassen wird.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

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Nicht alle Tassen im Schrank

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Die Antje,
die hat ´ne Verwandte,
deren Freundin
also, die lebt in Wien,
da gibt’s den Prater,
da ist ein Theater,
da wollte sie hin,
doch sie fiel aufs Kinn.

Der Wilhelm,
dieser Schelm,
der hat eine Cousine,
die ist eine Blondine,
die hat vier Kinder,
alle geboren im Winter,
die sucht ´nen Mann,
der immer kann.

Die Lieselotte,
ist ja eine Flotte,
die kann surfen,
das kann nerven,
die meistert Wellen
vor den Seychellen,
postet vom Surfbrett
Selfies ins Internet.

Der Julian,
der hat einen Wahn,
der sammelt Schneebälle
für den Fall der Fälle,
die lagern in Kühlwagen,
bis zu den Tagen,
wenn die Pole sich verschieben,
will er sie als Iglus anbieten.

Den Spaß an der Freud
hat der Dichter, heut,
der kann nämlich
manchmal ganz dämlich
den Humor nicht sein lassen,
aus dem Schrank holen die Tassen,
damit sind jetzt weniger drin,
das Sprichwort so bekommt seinen Sinn.

Nafia

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