Bundestagswahl 2017: Ausloten vor dem Wahlkampf

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Die kleinen Parteien sammeln sich für wen oder was auch immer

Inzwischen haben es Frauke Petry und Sahra Wagenknecht als Metapher für ein Erich Kästner Kinderbuch gebracht, wenn der CDU-Generalsekretär Peter Tauber bemerkt, beide seien das doppelte Lottchen des Populismus in Deutschland. Wie tief soll denn Politik in ihrer Wahrnehmung noch sinken, zumal gerade der letzte Wahlkampf zum neuen Präsidenten in den USA ein negatives Paradebeispiel aufzeigte?

Das Ausloten weit vor dem Wahlkampf zur Bundestagswahl hat längst begonnen, inzwischen sammeln sich die kleinen Parteien, für wen oder was auch immer, schließlich bestimmt noch die Große Koalition den Werdegang der einflußreichsten Wirtschaftsnation Europas. Doch wohin verschlägt es diese Parteien, zumal die AfD auf der Lauer liegt, um als drittstärkste Partei alles durcheinander zu wirbeln?

Die Grünen bangen, die Linke auf Wählerjagd, FDP glaubt an „vernünftige Mitte“

Wenigstens durften sie fast sieben Jahre lang zusammen mit der SPD regieren, die Grünen, auch wenn in diesem Zeitraum die BRD sich kriegerisch der NATO anschloß im zerfallenden Jugoslowien und sie jene sozialrassistischen Hartz-IV-Gesetze mit zu verantworten haben. Jetzt bangen sie um wichtige Stimmen, liest gar Robert Habeck ihnen die Leviten in der ehemaligen ersten Berliner Maschinenfabrik, des umgebauten Gebäudekomplexes, heute als Kalkscheune bekannt.

Nachdem die AfD die Eckpunkte zum Wahlkampf beschlossen hatte, man wolle mit „sorgfältig geplanten Provokationen“ die anderen Parteien zu unfairen Reaktionen verleiten, kündigte Sahra Wagenknecht an, der AfD Protestwähler abzujagen. Durchaus nachvollziehbar, jedoch heiligt der Zweck keineswegs alle Mittel, denken wir an ihre einseitige Schuldzuweisung gen Frau Merkel.

Die FDP meint, sie sei mal wieder gefragt, Christian Lindner setzt auf die „vernünftige Mitte“. Nach bald vier Jahren Abstinenz vom Deutschen Bundestag wittern die Liberalen Chancen, wieder mitmischen zu können, vielleicht gar bei einer Ampelkoalition, die Sigmar Gabriel jüngst nicht ausschloß. Bloß nicht zuviel Optimismus, die 5-Prozent-Hürde muß im Herbst zunächst erneut überwunden werden.

Sonntagsfrage zur Bundestagswahl zeigt keine Konstanz an

Außer bei den Grünen, der Linken und der SPD. Die beiden kleinen Parteien verharren zwischen 9 und 11,5 Prozent vom 22. Dezember bis gestern, wobei die Grünen im Mittel besser abschneiden. Jedoch erkennt man bei der AfD eine Differenz von 4,5% , im Moment erhielte sie laut Emnid (07.01.) 12% der Stimmen. Die C-Parteien erleben die größtmöglichen Unterschiede, was durchaus auch mit der Kanzlerkandidatin Frau Merkel zu tun haben mag, bei INSA erhielten sie 32% und jetzt ebenso bei Emnid 38%, eine Differenz von immerhin 6%!

Daß die alte SPD um Schadensbegrenzung ringt, sollte sich herumgesprochen haben, die 20 bis 22 % deuten auf wenig Vertrauen der Wählerschaft hin, selbst wenn die SPD gar drei Koalitionsmodelle zur Diskussion stellt. Ob ein Martin Schulz als möglicher Kanzlerkandidat das Ruder noch mal herumreißen kann, darf man anzweifeln.

Lotar Martin Kamm

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Wie von der Tarantel gestochen

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Stigmatisierung macht sich breit in der Gesellschaft

Wie von einer Tarantel gestochen, sprang er plötzlich auf. Die hat wohl einen Sonnenstich. Hinter beiden Sätzen steckt die Aussage, durch einen Stich, Verletzung, die oftmals sichtbar, muß aber nicht, eine Veränderung des Charakters, Persönlichkeit zu erklären, die ohne diesen Umstand des Gestochenseins nicht dem Verhalten dieses Wesens entspricht. Deshalb Wesen, weil die beiden Sätze ebenso auf das Verhalten von Tieren bezogen werden kann.

Nun, um plötzlich hochzuschrecken, muß man nicht unbedingt gestochen werden, oftmals reicht es aus, ein Tier zu sehen, das Unbehagen auslösen kann wie zum Beispiel eine Spinne, Wespe, Maus, aber es können auch sprachliche „Sticheleien“ sein, die dazu führen, daß einem nichts mehr auf dem Stuhl hält.

Das Wort Stich vereint mehrere Bedeutungen, unter anderem Stoß, Verletzung, Wunde, Nuance, Kleinigkeit, Schimmer, Tick, Anspielung, Andeutung, Seitenhieb, Spötterei und fand den Zugang zur Formulierung von Redensarten. Jemanden im Stich lassen, seine Aussage war stichhaltig, vom Hafer gestochen, er hat einen stechenden Blick, er ist angestochen (angepikst).

Der Stich einer Mücke kann ohne weiteres zu einer größeren Entzündung führen, wenn die Einstichstelle falsch behandelt wird und kann deshalb sogar für immer ein Mal, einen Fleck, eine Zeichnung auf der Haut hinterlassen. Es gibt wohl kaum ein Wesen (Mensch und Tier), das nicht das eine oder andere Mal Narben am Körper aufweisen kann. Diese Narben können sogar wichtige Merkmale darstellen, denn sie tragen obendrein zur Identifizierung bei. (Pferden und Rindern wurden, werden absichtlich Brandwunden zugefügt, um sie als Besitz für eine bestimmte Person zu kennzeichnen.)

Diese Brandzeichen wurden früher für Sklaven angewandt, sowohl als auch für Verbrecher. Damit waren diese Menschen ihr Leben lang gekennzeichnet und gleichzeitig stigmatisiert. Diese Stigmatisierung diente nicht nur als „Besitzbeweis“, sondern als Warnung für andere, es hier mit einem „bösen Menschen“ zu tun zu haben. Wer einmal stigmatisiert war, mit einem Brandzeichen versetzt, hat meistens auch jegliche Zugehörigkeit zu einer Gemeinschaft verloren. Allerdings gibt es Menschen, die sich durch „Brandzeichen“, die absichtlich zugefügt werden, zur einer bestimmten Gruppe bekennen.

Für eine Stigmatisierung reicht es allerdings ebenso, blond, dick, klein zu sein, zu einer bestimmten Gesellschaftsschicht zu zählen, eine Behinderung zu haben oder was auch immer dafür geeignet ist, jemanden etwas anzulasten, das ihn nicht befähigt, dazuzugehören. Diese Stigmatisierung, dieses Mal, diese Kennzeichnung dient in der Regel dazu, Menschen zu diffamieren, zu diskreditieren und hat sehr oft Auswirkungen auf sämtliche Personengruppen, die zum Beispiel blond sind.

Das Stigma, vom lateinischen stigma, Zeichen Brandmal, in seiner ursprünglichen Bedeutung Stich, bekommt wieder einen immensen Stellenwert in der Gesellschaft, weil es bestens dafür geeignet ist, nicht nur einen Menschen für seine „Verfehlungen“ zu brandmarken, sondern gleich ganze Gruppen, Gemeinschaften, Gesellschaften, Völker.

Besonderen Schaden richtet diese Stigmatisierung an, wenn sie eingesetzt wird, um etwas Positives negativ zu bewerten, wie bei dem Wort Gutmensch. Hier wird bewußt ein positives Attribut „gut“ als negativ hervorgehoben. Zu welchen fatalen Folgen dies führen kann, läßt sich vielleicht am besten innerhalb der Erziehung von Kindern erklären. Die Kinder, die fürsorglich sich um andere kümmern, wenn sie traurig sind, sind somit Gutmenschen und abgestempelt, mit dieser Geste der Nächstenliebe schlechtes getan zu haben. Dies bedeutet im Umkehrschluß, Kinder, zeigt keine zwischenmenschlichen Gefühle, jeder ist für sich selbst verantwortlich und selber schuld, wenn irgendwelche Probleme auftauchen, jeder soll selber sehen, wie er zurechtkommt. Das ist eine Erziehung zur Empathielosigkeit und zur Verrohung einer Gesellschaft.

Wer wirklich allen Ernstes das Wort „Gutmensch“ als Negierung positiven Handelns stigmatisiert, der hat einen „Stich“, ist angepikst worden und läßt bewußt Menschen im Stich. Die Verlautbarungen zur Untermalung der Stichhaltigkeit für diese Denunzierung von „guten Vorbildern“ kann nur dazu dienen, sich selbst, seine Sache, sein Vorhaben ins „rechte Licht“ zu rücken. Denn ohne die „Gutmenschen“ gibt es keine Hilfe mehr, nirgends, nicht mal mehr zur Heilung von Stichen.

Doris Mock-Kamm

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Viele Fragen zum neuen Jahr in den Lüften lagen

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Satirischer Rückblick…

Manch schreckliche Meldungen erneut übern Globus jagen, wer mag wohl bestimmen, warum Mensch dermaßen von Sinnen. Muß er stets den ersten Platz belegen beim eigenen Ast absägen, auf dem er treudoof sitzt, während sein Glück und Frieden daher von dannen flitzt? Es schaut ganz danach aus, oh Graus, auch in diesem Jahr wird’s klar: Krieg und Terror hat sich eingenistet, Gewalt friedliche Absichten überlistet.

Dann war auch die Liebe weg, um sehr keck uns aufzuzeigen, die Schöpfung mag sich nicht vor uns verneigen. Weil wir sie ständig ungebeten mit Füßen treten. Welch Qual und so schrecklich banal, Merkels Neujahrsansprache alles andere als optimal! Man möchte sich schier die Haare raufen, so was will erneut zur Wahl sich stellen, zum Davonlaufen. Im Herbst heißt’s wieder: Stimmen zählen.

Sicher doch, gut Ding will Weile haben. Was hat uns das wohl zu sagen, wenn ständig Asylheime bisherig brannten? Sozialrassismus bewußt geschürt: Bundesregierung befürwortet „Pflichtpraktikum“ bei Migranten. Wer hat solche Politik in diese Richtung geführt? Dies alles garantiert nicht zufällig passiert.

Was will man hier bloß anschieben? Obwohl Lauterkeit kaum noch verwendet sich treu geblieben, folgen ständig Lügen, die manch Herrschaften dienlichst nützen. Aufgeregte Gedankenströme daher umherflitzen, wie man sich dagegen verwehrt, auch wenn vieles ungeklärt. Manch Traumspiel man singen mag, Tag für Tag. Auch Kummer ein vielfältiger Hilferuf sei. Einerlei, bösartige Wesen bekämpfen jedweden Hilfeschrei.

Weite Teile Deutschlands mit viel zu hohen Nitratwerten, ob auf Feldern oder selbst in privaten Gärten. Das Trinkwasser immer mehr verseucht, das Volk dennoch nicht aufgescheucht träge verharrt. Bloß niemand den Dreck vor eigener Türe karrt, es könnte doch Hinterfragen bedeuten. Hört niemand die Alarmglocken läuten?

Freundschaftliche Beziehungen fürs Leben haben eher Seltenheitswert, da sind janz andere Dinge scheinbar viel mehr begehrt. Ein gleichmachendes Wir, nur mal so am Rande, will kein ernsthaft kritisches Wesen hier. Weil genau jene Schande nützt jeder rechtspopulistischen Bande. Denn ewig grüßt das Nazischwein, fühlt sich erneut mal wieder so allein, um Gründe des Hassens über andere zu ergießen, auf das ihre fanatische Welt mag ersprießen. Dies gilt es, nicht zuzulassen, auf keinen Plätzen, in Straßen oder Gassen.

Sahra Wagenknecht mahnt Merkels Planlosigkeit an, die Bundesregierung Antworten zur Terrorgefahr sucht, nicht irgendwann. Verflucht sei jener Bann, den Menschheit sich selbst auferlegt, kaum jemand das aufregt. Und während die Menschheit unterwegs auf zerstörerischem Kurs verweilt, ihr das Aus entgegeneilt, viele somit das Opfer gewissenloser Herrscher sind, weint des Nachts nicht nur manch Kind. Menschheit sich noch rechtzeitig rückbesinnt?

Lotar Martin Kamm

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Opfer gewissenloser Herrscher

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Keinerlei Zweifel ausgeräumt,
im stillen Verharren ob erstaunter Fragen.
Bald hat sich’s ausgeträumt,
mögen andere uns von dannen jagen.

Zu viele Verbrechen verweilen unaufgeklärt,
während Täter einfach verschwinden.
Wer wohl eigentlich davon zehrt?
Des Rätsels Lösung soll niemand finden.

So tappen manch Theorien im Dunkeln,
entflammt manch gewollter Streit.
Es hilft recht wenig, wenn einige munkeln,
bald sei des Menschen Untergang soweit.

Weil im Grunde letztlich nur eines zählt:
Wer vermag die Allmacht an sich reißen,
erschafft enormen Reichtum mit sehr viel Geld,
möchte am liebsten die ganze Welt bescheißen?

Stets Sklaven und Bücklinge dienreich zur Stelle,
um ein paar Krumen zu erhaschen.
Bloß nicht auffallen, immer auf deren Welle,
ihnen helfen beim boshaften Füllen ihrer Taschen.

Lotar Martin Kamm

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Menschheit unterwegs auf zerstörerischem Kurs

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Das Recht des Stärkeren ungeschriebenes Gesetz

Einer Ewigkeit gleich konnte die Tier- und Pflanzenwelt sich unbedarft entwickeln im natürlichen Kreislauf, in einer Umwelt, die unbelastet ihnen jedweden Raum überließ. Lediglich klimatische Katastrophen, Vulkanausbrüche, Erdbeben oder kosmische Besuche auf Erden beeinflußten das Leben bzw. bedrohten es bis zur teilweisen Vernichtung.

Erst seit der Existenz des Homo sapiens sollten sich alle Spezies von da an nach diesem richten, hatten sich seinem Verhalten unterzuordnen. Die notwendige Bedingung eines Naturschutzes war von fortan gegeben, allerdings Mensch bestimmte seitdem rücksichtslos dessen Grenzen. Das Recht des Stärkeren stellt daher von vornherein ein ungeschriebenes Gesetz dar, dem sich alles zu fügen hat, zumal kein Wesen bisherig dermaßen expandierte wie Mensch selbst.

Zerstörung der Schlüssel des Homo sapiens?

Mit der Entwicklung des menschlichen Bewußtseins vergaß die Schöpfung wohl etwas ganz entscheidendes mitzugeben: den uneingeschränkten Respekt vor allem Leben. Vielleicht erklärt sich auf diese Weise die tiefe Sehnsucht nach einer allumfassenden Religiosität, die Suche nach unseren Wurzeln, dem Hinterfragen, welche Rolle Mensch in der Natur haben möge.

In einer der eindrucksvollsten Szenen in Stanley Kubricks Film „2001: A space odyssey“, die Erkenntnis mittels Knochen die eigene Spezies zu erschlagen, zeigt sich des Menschen Schwäche, von Beginn an auf Vernichtung vorprogrammiert zu sein. Unschwer lassen sich geschichtlich stattgefundene Ereignisse umkehren, um genau ein solches Verhalten zu entkräften. Dürfen wir uns daher noch wundern, daß alles auf Erden sich danach zu richten hat, was der Homo sapiens sich erdenkt, entwickelt, aber auch vernichtet?

Menschliche Expansion verdrängt die Natur

Die Tiere, der Kosmos und der Mensch im ewiglichen Kreislauf der Natur verbunden. Solange wir wenige waren, beschränkte sich eine Expansion und Fortbewegung im regional begrenzten Bereich. Doch der stets neugierige Erfindergeist erschuf die technische Mobilität, die Unterordnung der Umwelt war somit vorprogrammiert. Mit nimmersatter Bereicherung eines nicht endenwollenden Luxusanspruchs setzte sich eine Vernichtungslawine ungeahnten Ausmaßes fort, deren Folgen wir alle immer deutlicher spüren, wer das denn noch registriert. Die Tier- und Pflanzenwelt kann sich nicht verbal äußern oder gar protestieren, sondern schweigt und reagiert auf ihre Weise.

Mit einem Blick auf das Straßennetz hierzulande, kommen wir nicht umhin, zugeben zu müssen, daß ungefähr 650.000 km eine extreme Zerstückelung der Landschaft bedeuten, wo gerade Wildtiere einer tagtäglichen Bedrohung ausgesetzt sind. Wie schön, daß Umweltverbände im zähen Ringen dennoch auf kleine Erfolge zurückblicken können bei der Wiedervernetzung von Lebensräumen, selbst wenn nach wie vor eine destruktive Kostendebatte hinderlich für schnellere Maßnahmen zugunsten der betroffenen Wildtiere im Wege steht.

Natürlich gibt es einen Zusammenhang zwischen dem maßlosen Expandieren ohne jedwedes behutsames Erkennen ob der Umweltbelastung und deren Folgen für Pflanzen- und Tierwelt. Solange Mensch seinen egoistischen Kurs weiterhin verfolgt wie all die Jahre zuvor, ändert sich an den unübersehbaren Verfehlungen nichts. Erst wenn wir erkennen, was uns ausmacht, woran das Leben auf Erden so unausweichlich zerstörerisch leidet, um die Ursachen auch real zu ändern, hat die Natur selbst eine Chance, sich wirklich zu erholen.

Mutter Erde hat genügend Antworten parat, inwieweit natürliche Kreisläufe ein sinnvolles Miteinander rechtfertigen. Nur der Mensch scheint sich seiner Rolle nicht mehr bewußt zu sein, deshalb zerstört er sie bedenkenlos, um dies auch noch als Fortschritt zu bezeichnen.

Lotar Martin Kamm

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Und ewig grüßt das Nazischwein

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Nicht kleinzukriegen, sind sie, jene ewig gestrig aufrechten Deutschen, die gerade in letzter Zeit wie Phönix aus der Asche entstiegen meinen, sie könnten herumtönen, um Ungleichgesinnte zu bekehren, man solle notfalls auch per Gewalt ihnen huldigen und nacheifern. Mit einem angeblich friedlichen Spaziergang mögen sie längst nicht zufrieden sein, da bedarf es anderer Maßnahmen wie dem Besteigen von Gebäuden, um dortigst Banner zu entrollen, die ihre identitäre Gesinnung offenbaren.

Auch Wurzelrussen und anderes Geschmeiß fühlen sich berufen, ins Horn loyaler Treue zu blasen, bis daß das Blut nahezu schon überkoche, man in erster Reihe brüderlich zusammenstehend all diejenigen von dannen jage, die ihnen nicht folgen wollen. Nationalstolz kennt keine Freiheit Andersdenkender, sondern lebt seinen Rassismus unverblümt aus am Lagerfeuer, germanisch korrekte Lieder singend, während holde Mägde ihnen Speis und Trank reichen mögen, schließlich solle es den wackeren Herren an nichts fehlen.

Und ewig grüßt das Nazischwein, fühlte sich bisherig doch so allein unter zuviel Toleranz und multikulturellem Zusammensein. Dies gilt es nunmehr zu unterbinden, da werden sich allerlei böse Methoden schon finden. Selbst im Internet geben sie sich adrett, nicht wie früher in Springerstiefeln von weitem erkennbar, heute dennoch leicht zu entlarven jene braune Schar. Anhand gezielter Meinungen der harmlose Bürger verunsichert wird, Hauptsache dieser zustimmt, meist verwirrt.

Was kann es dabei besseres geben als eine angebliche Gefahr für Leib und Leben: Vom bösen Ami bis zum Muselmann kommt bei denen jedes Klischee dran. Wer hierbei nicht differenzieren kann und will, verweilt mit denen im rechtspopulistischen Drill. Hoppla, man möge erwähnen, was wohl hierbei geschah. Alter, net verlegen gähnen, das weiß man doch nicht erst seit letztem Jahr!

Inzwischen wird sich über den deutschen Schuldkult lustig gemacht, hat jener doch so manche Bresche entfacht, die eine neue Gültigkeit erlangt, bis niemand mehr unsicher schwankt. Es lautet jetzt, man habe genug gelitten, zu lange wurde darüber gestritten, was wahr wäre oder eben nicht, egal vor welchem Gericht. In ihrer Ehre verletzt, man nunmehr unerschrocken hetzt gegen jede Kritik. Soviel zum neuen rassistischen Kick.

Der tiefgründig Nachdenkende sich daher sorgenvoll fragt, warum kaum ein Intellektueller es mehr wagt, gegen jenen neuen Zeitgeist Stellung zu beziehen. Es hilft am Ende kaum mehr fliehen, außer man wiederholt bewußt die Geschicht, sagt’s ihnen nicht direkt ins Gesicht, duckt sich somit lieber weg. Unsereins bleibt dabei viel eher keck.

Lotar Martin Kamm

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Bundesregierung sucht Antworten zur Terrorgefahr

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De Maizières Vorstoß folgt blindem Aktionismus, geht der AfD eher auf den Leim

Wie einer Dauerbefeuerung gleich erfolgen Terroranschläge zusammen mit hinzukommenden weltweiten Kriegsszenarien, wobei die Politik kaum noch moderate Antworten schnellstmöglich aus dem Hut zaubern vermag, weil einfach nicht genügend Reaktionszeit vorhanden. So der unmittelbare Eindruck, der entstehen kann, wobei manche Medien ihr übriges beitragen, inspiriert von gegenseitiger Belauerung, wer denn die besseren Argumente der Kritik liefere.

Die muß natürlich in einer demokratisch freien Gesellschaft erfolgen. Gleichzeitig hat sich die vierte Gewalt mit dem Makel einer „Lügenpresse“ herumzuschlagen, alle Beteiligten höchstwahrscheinlich im Dunkeln tappen, was ganz besonders im Fall Amri in dessen gravierenden Fehleinschätzungen zum Berliner Anschlag vorliegen muß, sonst wäre vieles sicherlich anders verlaufen.

Auf diese Weise dürfen wir uns nicht wundern, wenn der Vertrauensverlust bei der öffentlichen Berichterstattung eher noch zunehmen wird, weil durchaus berechtigte Fragen unbeantwortet bleiben!

Frau Merkel tappt bereits ins nächste Fettnäpfchen

Welches da lautet, sie stelle sich hinter Maizières Sicherheits-Vorstoß, der alles andere als tatsächlich wirkungsvoll möglichen Terror verhindern mag, die Ermittlungsbehörden bestärkt. Völlig zurecht mahnt Jan Korte an, daß Freiheit nicht per Einschränkung verteidigt werden könne, Sicherheit weder mit Privatisierungsprogrammen noch mit der Stärkung eines Geheimdienstapparates gewinnen mag. Vielleicht möchte ja der Innenminister damit bei der AfD punkten.

Daß Terror als ständiger Begleiter mitten unter uns sein würde, wissen wir nicht erst seit dem 19. Dezember 2016, sondern war schon lange voraussehbar. Wer dermaßen unverfroren alle möglichen Länder mit Waffen beliefert, sich als Bündnispartner in entsprechenden Allianzen einreiht, darf sich nicht wundern, wenn der Fokus auch gen BRD gerichtet.

Sahra Wagenknecht mahnt Merkels Planlosigkeit an

Für manch linke Genossen dürfte das Stern-Interview befremdlich wirken, Frau Wagenknecht nahezu im O-Ton der AfD die Politik von Frau Merkel rügt, die Bundeskanzlerin demnach diese rechtspopulistische Partei erstarkt haben soll.

Die Chefin der Linksfraktion im Deutschen Bundestag schlägt mit dieser Kritik ein wenig über die Stränge, weil eher haltlos. Allein schon ihre Behauptung zur „unkontrollierten Grenzöffnung“ stimmt nicht gänzlich, eine kaputtgesparte Polizei allerdings schon. Die angebliche Planlosigkeit Merkels entspricht wohl eher einer gewissen Hilflosigkeit der Kanzlerin, der Kritik an Gabriel möchte man aber mit Gewißheit Frau Wagenknecht zustimmen.

Spannend dürfte es werden, wenn dieser eventuell in R2G-Koalitionsgesprächen nach der Bundestagswahl im Herbst dieses Jahres ihr gegenübersitzt. Ob sie dann immer noch vehement genauso berechtigt hadert?

Lotar Martin Kamm

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