Kristall der Seele kein Ruhekissen

kristall

Schmerz,
der Zugang zu meinem Herz
ist dir nie verwehrt,
das wäre auch gänzlich verkehrt.

Ich fühle dein Wehen und Klagen
über all‘ die Schicksalsfragen,
die in Wahrheit nie gerecht,
wer bricht den Stab über wen zu Recht?

Wer erlaubt sich zu entscheiden,
wo Glück wohnt und wo Leiden?
Wenn du bei mir bist,
nicht nur das Herz du mir brichst!

Du bringst mich zum Weinen,
kein Licht will mehr scheinen,
Trauer, Wut, Enttäuschung,
keine Aussicht auf Hoffnung.

Du erschütterst meine Seele,
tausende Splitter fallen auf jede Stelle
des Körpers, machen mich regungslos,
blind, taub und fassungslos.

Überall scheinst du zu wirken,
willst mich wohl auch noch zertreten?
Keine Luft zum Atmen mehr,
woher nimmst du diese Kraft nur her?

Ich begrüße dich stets als Freund,
damit du mir zeigst, wo etwas falsch läuft.
Damit ich kann reagieren, mich beeilen,
bei anderen und mir Wunden zu heilen.

So bitte ich dich, laß von mir ab,
steh auf, gib mir einen Stab
zum Aufstehen, die Schmerzenssplitter
haben längst zerschnitten des Herzens Gitter.

Ich spüre, fühle, bin Schmerz wie du,
laß uns umarmen, Liebe tut gut.
Das Leid gemeinsam ertragen,
schafft Geborgenheit wie in Kindertagen.

Sei still, weine laut, schreie in mein Gewissen,
der Kristall der Seele ist kein Ruhekissen,
solange Unheil die Welt heimsucht,
Dank für dein Erinnern und deinen Besuch.

Nafia

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Weltpolitik: Ungerechte Verteilung verhindert friedliche Existenz

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Gesellschaftssysteme unterliegen keineswegs zufällig bestimmter Hierarchien

Lebe einfach weiter im Alltagstrott und hinterfrage weder dein eigenes Dasein noch die vielen weltweiten Widrigkeiten, die niemals umsonst oder gar zufällig entstehen, sondern einer stillen Eingebung gehorchend, wie von Zauberhand gelenkt durchaus nach ganz bestimmten Vorgaben nahezu reibungslos funktionieren.

Gesellschaftssysteme unterliegen keineswegs zufällig bestimmter Hierarchien. Eine ungerechte Verteilung verhindert die weltweit friedliche Existenz.

Solidarischer Widerstand wird von Beginn an verdrängt

Die Vielzahl gescheiterter Existenzen verdeutlicht allerdings den Schein des Seins. Welche dermaßen komplex gestalteten Hinderungsgründe liegen vor, die eine eigentlich einfache Lebensweise kaltherzig verhindern? Das wiederum entscheidet sich im Moment der Geburt, bzw. in welche Gesellschaft wir hineingeboren.

Was aber geschieht parallel beim aufkommenden Joch der Abhängigkeit innerhalb der umgebenden Gesellschaftsordnung? Hierzulande ist sie geprägt durch den Kapitalismus, einer bürgerlichen Klassengesellschaft, die von Beginn an die Weichen stellt und Tore öffnet, wer denn das Quäntchen Glück hat oder das Pech einer stetigen Existenzangst. Hingegen es in ganz armen Ländern oder Diktaturen ein wenig heftiger ausschaut mit den Möglichkeiten eines erfüllten Daseins.

Genau das wird bekanntlich gern ausgespielt, denken wir an den hinkenden Vergleich Hartz-IV-Armut vs. Dritte oder Vierte Welt, wobei ein real vorhandenes binäres System in vermeidlich reichen Industrieländern wie Deutschland Lohnsklaven längst etabliert hat. Viele wissen es, doch solidarischer Widerstand wird zugleich verdrängt, Hauptsache die eigenen Tücher liegen im Trockenen.

Bürokratische Strukturen steuern manipulierend Menschen

Das aus dem Griechischen hergeleitete Wort Hierarchie, hieros für „heilig“ und archē für „Führung, Herrschaft“, verdeutlicht den Kurs seiner Absicht: Alles hat sich einer straffen Struktur unterzuordnen, die in einem Gemisch von Abhängigkeiten das gesellschaftliche Leben ordnet, bestimmt und somit leitet. Als äußerst treuer Begleiter fügt sich der Bürokratismus nahtlos ein, um erst recht Menschen manipulierend zu steuern, sie dahingehend zu lenken, das zu tun, was eine gewisse Obrigkeit sich erwünscht.

Schon bemerkt? Welch perfide Raffinesse dahinter sich verbirgt? Und das Obrigkeitsdenken herrscht nach wie vor sehr weit verzweigt in unserer Gesellschaft, zumal die geschichtliche Entwicklung der Obrigkeit stets volle Rückendeckung gewährte, sie sich beinahe widerstandslos wie eine Krake in sämtlichen Nischen etablieren durfte, von der Wirtschaft übers Bildungswesen, vom Gesundheitswesen über die Erziehung der Eltern selbst, stets herrscht der autoritäre Gedanken, die bedingungslose Unterwerfung eines kritiklosen Gehorsams.

Nur in Momenten von Widerständen, Revolutionen, in der Jugend oder durch sich selbst befreiende politische Strömungen, denken wir an die 1968iger-Bewegung, die APO, an Solidarność, an den Pekinger oder Arabischen Frühling, glimmt die Hinterfragung der Obrigkeit auf, um ihr hinterher wieder den Stellenwert und die Machtinstrumente in die Hand zu geben, die sie schon immer hatte. Muß das denn sein? Wann befreit sich Mensch von diesem Korsett?

Ende aller alten Muster der Obrigkeit

Gleichwohl die Uhr schon wie eine Ewigkeit vorkommend kurz vor Zwölf ihrem erbarmungslos tickenden Rhythmus entsprechend das weltweite Geschehen bestimmt, jene Metapher für eine ohnmächtig wirkende Aussichtslosigkeit, entsteht dennoch parallel der Urgedanke einer Menschheit, genau dieses bösartige Spiel zu beenden, welches schon so viel Leid und Zerstörung mit sich brachte.

Nicht nur die Idee hat sich in den Köpfen der Menschen manifestiert, sondern längst finden praktische Beispiele statt. Denken wir nur an Wagenburgen, an Oasen des Widerstands (Hausbesetzungen), an all die Aussteiger, die sich eben nicht mehr reglementieren lassen, an die Obdachlosen als die Verlierer unserer Wegwerfgesellschaft, an die weiterhin vorhandenen Alternativbewegungen, aber auch an sämtliche extremen Randgruppen, politisch bis sektenhaft oder religiös fanatisch geprägt. All das sind Versuche, die Fesseln zu sprengen. Es gilt dabei, eine gerechte Verteilung zu praktizieren, denn wenn das nicht gelingt, folgt schnell der Weg zurück in die „alten Muster der Obrigkeit“.

Lotar Martin Kamm

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Umfrage zu Weihnachten

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Weihnachten steht vor der Tür, in wenigen Tagen wird die Geburt Jesus Christus auch hierzulande voller Andacht gefeiert, während die einen oftmals reich beschenkt die Festtage genießen, darben andere nahezu aussichtslos in miserablen Wohnungen oder gar als Obdachlose auf der Straße.

Manch Oberschlaue relativieren selbst jene Zustände in diesem Land, um auf das Elend in dieser Welt oder auf den aktuellen Syrien-Krieg hinzuweisen, obwohl doch exakt jene Wirtschaft derartige Zustände hauptsächlich verursacht, von denen eine solche Klientel tagtäglich profitiert. Sie selbst berufen sich gern vollmundig auf ihren Fleiß und ihre Leistungen, dabei Reichtum ab einer gewissen Größe sich verselbständigt, nahezu lückenlos aufgrund gezielter Ausbeutung zustande kommt.

Eine schöne neue Welt des Glamours und offen sichtbarer Eitelkeiten, die sich im Bad einer heraufblickenden Gesellschaft sonnen, Hauptsache man hat sich präsentiert, vielfach beachtet, narzißtisch bestätigt über Social Media oder Klatsch- und Tratschmedien. Dramatischer können Gegensätze kaum noch sein, obwohl sie letztlich die Fortsetzung einer immerwährenden Arroganz darstellen. Mensch verhöhnt die eigene Spezies und schafft sich lauter Alibis seiner Verfehlungen, auch jedes Jahr zur Weihnacht.

In der folgenden Umfrage, die bis zum Montag, den 26. Dezember, hier freigeschaltet sein wird, stehen erneut mehrere Antworten zur Verfügung (Sie dürfen auch mehr als eine ankreuzen). Natürlich kann nur einmalig gestimmt werden.

Lotar Martin Kamm

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Besinnung bis zur Besinnungslosigkeit

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Weihnachten – das Fest der Nächstenliebe?

Die Adventstage eignen sich vorzüglich, um durch Besinnlichkeit die Tage bis zum Weihnachtsfest, so die geläufige Ansicht, über das Leben schlechthin nachzusinnen. Natürlich mit dem Effekt, besonders in dieser Zeit sich den Armen, Schwächsten zu widmen, sie nicht zu vergessen, sein Glück schätzen zu lernen, alles im Sinne der christlichen Lehre der Nächstenliebe. Es flattern durch mehr oder weniger geschätzte Institutionen Bittschreiben um Spenden ins Haus, es wird hier und da gesammelt, um mit den Geldern Gutes zu tun, es werden Weihnachtsfeiern abgesagt, die Gelder hierfür sind für soziale Einrichtungen.

Besinnung, ein Nachdenken in einem Zeitraum von vier Wochen, die angefüllt sich mit Geschenkkäufen, Plätzchen backen, Verabredungen für den Weihnachtsabend, die Festtage und Silvester, in all dieser Hektik, soll Besinnlichkeit die Menschen begleiten.!? (Keine einfache Entscheidung, ob hinter dem letzten Satz der Punkt, das Ausrufezeichen oder doch eher das Fragezeichen angesagt ist.)

Die Besinnung, das Bewußtsein, die ruhige Überlegung, die Erwägung, die Versenkung, die Reflektion sind Begriffe, die veranschaulichen, etwas mit klarem Verstand ruhig und gelassen zu überdenken. Ist dies tatsächlich in der Vorbereitung auf das Fest der Liebe, Jesu Geburt möglich? In Bezug auf das Nachsinnen über prekäre Lebensumstände vieler Menschen und der Verbesserung dieser Situation wohl eher nicht. Denn so kurzsichtig kann wohl niemand sein, zu denken, daß Besinnlichkeit die oftmals ausweglosen Zustände von sozial abgehängten Personen effektiv ändern kann.

Denn die Aufforderung zur Besinnung über die Geburt Jesu, sein Wirken, das am Fest der Liebe gefeiert werden soll, steht im Gegensatz zur Besinnung auf die Nächstenliebe. Es ist vergleichbar mit einem Eiertanz, dem Taktieren einer widersprüchlichen Situation. Einerseits die Freude über „eine Geburt“, die feierliche Stimmung, die angefüllt ist mit den Vorbereitungen für ein zu glückendes Festerlebnis, das Aussuchen der Geschenke für die Lieben und anderseits die Bedenken über das Schicksal derer, die es irgendwie nicht so gut getroffen haben.

Besinnen wir uns, Weihnachten ist ein Ereignis, das zur Freude anregen soll über die Geburt Jesu, durch dessen Lehren unter anderem die Nächstenliebe geprägt wurde. Auf dieses Leben und Wirken soll „angestoßen“ werden. Advent, die Zeit bis zur Niederkunft, der Geburt Jesu, ist vergleichbar mit dem Selbsterleben der Spannung vor der Geburt des eigenen Nachwuchses. Hier stellt sich die Besinnung oftmals von selbst ein, denn die Geburt an und für sich ist ein einschneidendes Ereignis im Lebensablauf. Nur darauf soll die Besinnung liegen, damit der Sinn erfaßt werden kann, welche Bedeutung die Geburt Jesu auf die Werte der christlich orientierten Gesellschaften hat.

Alles andere ist oftmals nur Profitmaximierung für eine mitleiderhaschende Spendenindustrie, eine Aufmerksamkeit einfordert für ein selbstverständliches Verhalten, nämlich Nächstenliebe. Wer diese über das ganze Jahr über pflegt und lebt, braucht sie nicht explizit mit Regelmäßigkeit in der Adventszeit betonen, um sie danach wieder ad acta zu legen. Nächstenliebe ist kein Anzug, der nur zu einer gewissen Zeit aus dem Schrank geholt wird, Nächstenliebe braucht kein Besinnen, Nächstenliebe ist humanitäre Hilfe, Beistand, die im täglichen Geschehen ihren Platz hat. Sie muß nicht als Mittel dienen, schlechtes Gewissen zu fördern, denn damit wird Nächstenliebe zu einer Bedingung und nicht zur Selbstverständlichkeit.

Besinnen wir uns der christlichen Werte, die durch die Geburt Jesu eingeläutet wurden, genießen wir die Stimmung mit den Liebsten, erfreuen wir uns gegenseitig mit Geschenken, ohne ein schlechtes Gewissen, erreichen wir eine bewußtere Besinnung als durch eine zwanghaft vorgegaukelte Besinnung, die eher der Besinnungslosigkeit, einer Ohnmacht gleichkommt und nicht wirklich dazu beiträgt, den Armen, den Gestrandeten, den Schwachen zu helfen.

Nächstenliebe bedeutet Verständnis, Toleranz, Hilfsbereitschaft zu praktizieren, unabhängig von sozialer Stellung. Sie ist die Kompetenz, die Befähigung ohne Hintergedanken, Häme, zum eigenen Vorteil, für den Nächsten da zu sein. Wer Nächstenliebe nur pflegt, um sein Gewissen zu beruhigen, hat den Sinn der Besinnung auf die christlichen Werte nicht verstanden. Nächstenliebe ist für denjenigen, der sich zu den christlichen Werten bekennt, ein selbstverständliches Handeln, das in allen Lebenslagen und zu jeder Zeit Bestand hat.

In diesem Sinne: „Im Dezember haben Scheinheiligkeit und Oberflächlichkeit Hochsaison.“ (Barry Jünemann, Schriftsteller)

Doris Mock-Kamm

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Bundestagswahl: SPD ringt um Schadensbegrenzung

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Keineswegs die K-Frage entscheidet über die Wählergunst

Was für ein Affentheater, könnte der ein oder andere völlig zurecht einwenden im Hinblick zur bevorstehenden Bundestagswahl, insbesondere wenn die SPD um Schadensbegrenzung ringt. Nicht nur der Altkanzler Gerhard Schröder tummelt sich unter die Genossen, vielmehr vermeldet Martin Schulz, der noch amtierende Präsident des Europäischen Parlaments, seinen Wechsel zur Bundespolitik, um beim Wahlkampf tatkräftig mitzuwirken.

Ob als möglicher Außenminister oder Überraschungskandidat für den Posten des Bundeskanzlers, weil Gabriel höchstwahrscheinlich weniger Sympathiepunkte bei der Wählergunst haben dürfte als der ältere Schulz, bleibt mal dahingestellt. Nachdem Angela Merkel jetzt zum vierten Mal kandidiert, kommt eventuell mehr Schwung beim Koalitionspartner auf, auch wenn dessen Kanzlerkandidat erst gegen Ende Januar des nächsten Jahres verkündet wird.

Träume sind auch nur Schäume

Realitätsfremder kann man kaum mehr auftreten. Da träumt doch tatsächlich Martin Schulz von der SPD als stärkste Partei, sie könne bei der Bundestagswahl 2017 die anderen Parteien toppen, allen voran die CDU/CSU, manche würden sich erst in der Wahlkabine entscheiden.

Schon vergessen, daß der Abwärtstrend der ehemaligen Arbeiterpartei nach der ersten rot-grünen Regierungskoalition unübersehbar bei der Bundestagswahl 2002 begann, die SPD verlor 2,4% der Wählerstimmen, die CDU/CSU gewann hingegen 3,4% hinzu, beide Parteien lagen noch mit 38,5% gleichauf. Nur weil die Grünen sich verbesserten, konnte das zweite Schröder-Kabinett erneut regieren. Spätestens nachdem die C-Parteien in der letzten Bundestagswahl mit knapp 16% mehr an Stimmen als der kleinere Koalitionspartner, die SPD, ihre Dominanz unter Beweis stellten, zeichnete sich der klägliche Weg dieser SPD ab.

Das Vertrauen erlitt erheblichen Schaden, eben weil alles beim Alten verharrte, das Rückgrat im Namen der Atlantik-Brücke verkauft, kam keineswegs gut an in der Wählerschaft, erst recht nicht mit Politikern wie Steinmeier oder Gabriel.

Rechtspopulisten wittern weiterhin ihre Chancen

Hyänengleich lechzen jene Rechtspopulisten an dem Verfall etablierter Parteien, zumindest die ehemalig regierenden wie CDU/CSU, SPD, FDP und die Grünen. Die Linke als noch verbleibende Partei wird zur nächsten Legislaturperiode ohnehin das Zünglein an der Waage, falls eine R2G-Koalition tatsächlich in Frage kommen sollte. Zweifel sind durchaus angebracht. Oder meinen SPD und die Grünen, es ginge bei der Linken mit deutscher Beteiligung an Kriegseinsätzen und Sozialabbau nonchalant so weiter?

Da werden viel eher gleich vier Oppositionsparteien im Deutschen Bundestag einer erneuten Fortsetzung der Großen Koalition mit Bundeskanzlerin Merkel an deren Spitze sitzen, falls diese die notwendige Stimmenmehrheit zusammenkriegt. Ob der Dämpfer zur letzten Emnid-Umfrage (17.12.2016) reichen wird, die AfD dümpelt somit bei 12% vor sich hin, die Grünen und die Linke liegen jeweils 1% hinter ihr, die vierte Oppositionspartei, die FDP, bangt erneut um den Einzug, wissen wir alle im September des nächsten Jahres.

Bis dahin bewegt sich noch einiges, dazwischen liegt die Neu-Organisation des Hegemons mittels Donald Trump, wählt Frankreich, finden drei Landtagswahlen statt, nämlich im Saarland, in Schleswig-Holstein und in Nordrhein-Westfalen, belasten etliche Kriege ohnehin die Weltgemeinschaft.

Lotar Martin Kamm

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Ihr müsst mich nicht lieben

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Ihr müßt mich nicht lieben,
das wär übertrieben.
Auch müßt ihr mich nicht mögen,
wenn euch nicht daran gelegen.

Ihr könnt gerne die Straßenseite wechseln,
mit mir braucht ihr nicht zu scherzen.
Auch könnt ihr gerne über mich reden,
wenn es euch guttut, jedem sein Leben.

Ihr dürft mich ignorieren,
den Blick in eine andere Richtung dirigieren.
Auch dürft ihr nach mir treten, schlagen,
wenn ihr meint, ich würd euch schaden.

Ihr wißt aber schon, mein kleines Leben
sorgt für euer aller Überleben.
Auch brauche ich euer Mitleid nicht,
ich wünsch mir nur etwas weniger Gift.

Wünsche mir die Vielfalt zurück,
die meine Ahnen noch genossen,
wünsche mir nur das Glück,
ohne Angst an Blüten zu kosten.

Ihr müßt mich nicht lieben,
das wäre übertrieben.
Laßt mich einfach die Biene sein,
die Honig sammelt für die Kinder daheim.

Nafia

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Neue Rechte: Im Fahrwasser der AfD tummelt es sich ungeniert

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Verschroben, völkisch und gewaltbereit – Blender im Auftrag des Nationalismus

War früher die NPD das Sammelbecken rechtsextremistischer Wunschvorstellungen, wobei sie ständig einem Parteiverbot entgegensah, tummelt die Neue Rechte sich heute ungeniert im Fahrwasser der AfD. Mit freundlicher Unterstützung von den Mitläufern, die dem Slogan „Wir sind das Volk“ hinterherhecheln, Hauptsache man hat den Frust vom Versagen dieser Bundesregierung abgebaut, in gemeinsamer Menge verschroben, völkisch und gewaltbereit.

Blender im Auftrag des Nationalismus finden sich gerade im Internet in den Social Media zu genüge ein, genauso aber auch real in den Straßen, ob bei Pegida, den Hooligans oder gar bei den Friedensmahnwachen, wo eben keine klare Ansage gegen die Neue Rechte stattfindet! Die Radikalisierung der Gesellschaft scheint durchaus gewollt zu sein. Da regiert es sich praktisch leichter bei soviel Ablenkung, oder?

Nationaler Widerstand formiert sich

Von der Straße direkt in gut durchdachte Strukturen, die nur eines im Sinn: die Bevölkerung aufmischen für eigene Zwecke. Der ganze Spuk einer Neonazi-Bewegung darf sich wiedererstarkt neu formieren, während der Verfassungsschutz nahezu tatenlos zuschaut und letztlich sie gewähren läßt, denken wir an das klägliche Versagen im NSU-Prozeß.

Doch um dem noch einiges draufzusetzen, dient jene AfD hervorragend, um dem neu entflammten Rechtsextremismus eine Parteiheimat zu bieten. Daher nicht weiter verwunderlich, wenn manche, die nicht ganz verschlafen diesem Treiben zuschauen, ihre Stimme erheben oder gar diese Partei verlassen, wie jüngst Claudia Martin in Stuttgart.

Wiegen deren Vorwürfe tatsächlich schwer, oder aber läßt das diese AfD eher kalt, weil die rechte Partei schon längst unterwandert von der Neuen Rechten? Letzteres muß man bescheinigen angesichts etlicher Statements bis hin zu deren Parteiprogramm.

Erst die Spitze des Eisbergs?

Noch wirken die vereinzelten Aktionen auch sogenannter „Identitären“, in Wirklichkeit ein Haufen versprengter Neonazis, wer was anderes behauptet, verkennt deren Gedankengut oder versucht dreist, sie zu verharmlosen. Die Besetzung des Turms der Rheingoldkirche in Dortmund offenbart deren Vorgehensweise: möglichst spektakulär den gesellschaftlichen Frieden stören, obendrein mit Hakenkreuzen auf der Stirn. Zurecht taucht die Frage auf, ob hinterher die Justiz mal wieder viel zu milde derartige Straftaten ahndet. Man könnte auch behaupten, dies stelle eine Einladung dar, daß jene rechte Mischpoke ihren Kurs fortsetzt.

Daß inzwischen immer mehr Politiker real bedroht werden, sollte man nicht außer acht lassen. Der SPD-Politiker, Thomas Purwin, zog die Konsequenzen, konnte den Haßmails gegen sich und seine Familie nicht mehr standhalten und trat vom Amt des SPD-Vorsitzes zurück. Hierbei dürften jene rechtsextremistischen Kräfte wohl frohlocken, deren Rechnung ging auf.

Selbstverständlich muß sich eine eher zurückhaltende Bevölkerung die Frage stellen lassen, ob sie nicht möglichst schnell wesentlich mehr Widerstand solchen extremistischen Schandtaten gegenüber formieren sollte. Sowohl die Justiz als auch die Bundespolitik scheinen immer noch die Lage zu verkennen, die sich nicht nur deutschlandweit, sondern ebenso in Europa entwickelt. Zwar haben wenigstens im Nachbarland Österreich die Bürger mehrheitlich einem Norbert Hofer verdeutlicht, was sie von der Neuen Rechten halten, dennoch lassen sich erschreckend viele von ihr blenden, bemerken nicht die eigentlichen Absichten.

Wer durchschaut das politische Intrigenspiel? Falls ja, es nützt nur nicht viel, wenn Menschen sich verschaukeln lassen, sich verlieren im gegenseitigen Hassen. Drum erkennt endlich den eigentlichen Sinn und Zweck: Sie nehmen Euch die Menschlichkeit weg!

Lotar Martin Kamm

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