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Bundespolitik treibt „Verlierer“ in die Arme jener Häscher
Einfach ignorieren, was nicht sein kann, schon gleich gar nicht hierzulande, in dem Land des praktizierten Nationalsozialismus, wo sogenannte Nazis ihr Unwesen unbehelligt treiben durften? Die „dunkle Zeit“ der deutschen Geschichte nahm vor über 71 Jahren ihr jähes Ende, nunmehr werden Rechtspopulisten immer dreister.
Sie fühlen sich aufgefordert, ihren menschenverachtenden Kurs, von Politik mag man in solchen Zusammenhängen schon gleich gar nicht sprechen, ins Volk zu transportieren, ihr Haß treibt besonders jene voran, die ohnehin nichts zu verlieren haben, außer diesen dann brutal auszuleben. Aus dem Nichts entstanden? Keineswegs, die praktizierte Bundespolitik der letzen Jahrzehnte treibt all die „Verlierer“ in die Arme jener Häscher. Inwiefern Verlierer?
Wenn schon ein Lebensmittelkonzern herhalten muß?
Gestern erschien beim Manager Magazin ein Interview mit der Extremismus-Expertin Sabine Bamberger-Stemmann. Die Historikerin leitet seit 13 Jahren die „Landeszentrale für politische Bildung Hamburg“. Dort mahnte sie einen Werbespot des Edeka-Konzerns an, der mit „Zeitschenken – EDEKA Weihnachtswerbung“ in knapp anderthalb Minuten zwei eindeutig gängige Codes der rechtsextremen Szene zum Besten gibt. Es handelt sich um die Kfz-Kennzeichen „MU SS 420“ und „SO LL 3849“. An Zufall möchte hierbei niemand glauben.
Verantwortlich für den Werbespot zeichnet sich die Werbeagentur „Jung von Matt“ aus, mit Sitz in Hamburg. Sie erhielt gleich mehrere Auszeichnungen, die allerdings angesichts derartig eindeutiger Werbung in Frage zu stellen sind. Wie kann es sein, daß sowohl jene Werbeagentur derart flapsig mit solch gezielten Botschaften die Öffentlichkeit beeinflußt, auch Edeka selbst dies nicht bemerkt?
Da fragt sich der interessierte Beobachter natürlich, wenn schon Lebensmittelkonzerne für rechtsextreme Botschaften herhalten müssen, was kreucht und fleucht da noch alles im Lande?
Die Linke muß schnellstens geschlossener agieren
Ansonsten erhalten diese Rechtspopulisten immer mehr Zulauf, findet rechte Gewalt stets neue Spielwiesen, wo sie sich unerschrocken austoben darf. Wenn schon die Bundespolitik in Gänze bisherig versagt, dabei unterstützt von sozialem Abbau, dem Niedriglohnsektor, prekären Arbeitsverhältnissen, Hartz-IV, Odachlosigkeit, Armutsrentnern bei gleichzeitiger Hofierung der Konzerne, Beteiligung in kriegerischen Auslandseinsätzen, Waffenexporten, größere Flüchtlingsströme eine erhebliche Rolle spielen, die Rechtsextremisten für ihr krudes Gedankengut mit simplen Parolen bestückt ausnutzen, um somit jene enttäuscht Gestrandeten für ihre Zwecke zu nutzen.
Da wiederholt sich gerade die Geschichte. Insofern ist die Linke gefordert, schnellestens geschlossener zu agieren. Keine leichte Aufgabe, zumal das Bild vom geplatzten „Realsozialismus und Kommunismus“ in den Köpfen der Menschen haften geblieben ist. Daher muß die Linke passende Antworten finden, wie sie die hausgemachten Probleme eines Konzern-Kapitalismus lösen möchte. Sahra Wagenknecht umriß dies in ihrer gestrigen Rede im Deutschen Bundestag, die unter dem Titel „Die Menschen wollen kein ‚Weiter so’ mehr“ hier eingesehen werden kann.
Lotar Martin Kamm





