Rechtspopulisten werden immer dreister

https://www.flickr.com/photos/stoha/5586308012/sizes/z/

flickr.com/ stoha/ (CC BY-NC 2.0)

Bundespolitik treibt „Verlierer“ in die Arme jener Häscher

Einfach ignorieren, was nicht sein kann, schon gleich gar nicht hierzulande, in dem Land des praktizierten Nationalsozialismus, wo sogenannte Nazis ihr Unwesen unbehelligt treiben durften? Die „dunkle Zeit“ der deutschen Geschichte nahm vor über 71 Jahren ihr jähes Ende, nunmehr werden Rechtspopulisten immer dreister.

Sie fühlen sich aufgefordert, ihren menschenverachtenden Kurs, von Politik mag man in solchen Zusammenhängen schon gleich gar nicht sprechen, ins Volk zu transportieren, ihr Haß treibt besonders jene voran, die ohnehin nichts zu verlieren haben, außer diesen dann brutal auszuleben. Aus dem Nichts entstanden? Keineswegs, die praktizierte Bundespolitik der letzen Jahrzehnte treibt all die „Verlierer“ in die Arme jener Häscher. Inwiefern Verlierer?

Wenn schon ein Lebensmittelkonzern herhalten muß?

Gestern erschien beim Manager Magazin ein Interview mit der Extremismus-Expertin Sabine Bamberger-Stemmann. Die Historikerin leitet seit 13 Jahren die „Landeszentrale für politische Bildung Hamburg“. Dort mahnte sie einen Werbespot des Edeka-Konzerns an, der mit „Zeitschenken – EDEKA Weihnachtswerbung“ in knapp anderthalb Minuten zwei eindeutig gängige Codes der rechtsextremen Szene zum Besten gibt. Es handelt sich um die Kfz-Kennzeichen „MU SS 420“ und „SO LL 3849“. An Zufall möchte hierbei niemand glauben.

Verantwortlich für den Werbespot zeichnet sich die Werbeagentur „Jung von Matt“ aus, mit Sitz in Hamburg. Sie erhielt gleich mehrere Auszeichnungen, die allerdings angesichts derartig eindeutiger Werbung in Frage zu stellen sind. Wie kann es sein, daß sowohl jene Werbeagentur derart flapsig mit solch gezielten Botschaften die Öffentlichkeit beeinflußt, auch Edeka selbst dies nicht bemerkt?

Da fragt sich der interessierte Beobachter natürlich, wenn schon Lebensmittelkonzerne für rechtsextreme Botschaften herhalten müssen, was kreucht und fleucht da noch alles im Lande?

Die Linke muß schnellstens geschlossener agieren

Ansonsten erhalten diese Rechtspopulisten immer mehr Zulauf, findet rechte Gewalt stets neue Spielwiesen, wo sie sich unerschrocken austoben darf. Wenn schon die Bundespolitik in Gänze bisherig versagt, dabei unterstützt von sozialem Abbau, dem Niedriglohnsektor, prekären Arbeitsverhältnissen, Hartz-IV, Odachlosigkeit, Armutsrentnern bei gleichzeitiger Hofierung der Konzerne, Beteiligung in kriegerischen Auslandseinsätzen, Waffenexporten, größere Flüchtlingsströme eine erhebliche Rolle spielen, die Rechtsextremisten für ihr krudes Gedankengut mit simplen Parolen bestückt ausnutzen, um somit jene enttäuscht Gestrandeten für ihre Zwecke zu nutzen.

Da wiederholt sich gerade die Geschichte. Insofern ist die Linke gefordert, schnellestens geschlossener zu agieren. Keine leichte Aufgabe, zumal das Bild vom geplatzten „Realsozialismus und Kommunismus“ in den Köpfen der Menschen haften geblieben ist. Daher muß die Linke passende Antworten finden, wie sie die hausgemachten Probleme eines Konzern-Kapitalismus lösen möchte. Sahra Wagenknecht umriß dies in ihrer gestrigen Rede im Deutschen Bundestag, die unter dem Titel „Die Menschen wollen kein ‚Weiter so’ mehr“ hier eingesehen werden kann.

Lotar Martin Kamm

Veröffentlicht unter Politik | Verschlagwortet mit , , , | 9 Kommentare

Hab Dich manchmal angeseh’n

https://pixabay.com/de/sonnenuntergang-frau-silhouette-1815992/

pixabay.com

Ich wünscht‘, Du stünd’st mir nah.
So will ich sagen, was ich sah:

Ich sah Dich…
weinen und lachen
schlafen und wachen
stehen und sitzen
frösteln und schwitzen
brutal und zärtlich
sanft und gefährlich…

Ich sah Dich…
drohen und winken
essen und trinken
lieben und hassen
loslassen und fassen
nehmen und geben
erstarren und beben…

Ich sah Dich…
reden und hören
abweisen und betören
schön und häßlich
treulos und verläßlich
fordern und flehen
kommen und gehen…

Ich glaub‘, Du weißt, was ich da sah.
Sei mir nicht gram. Sei mir ganz nah.

Peter Petereit

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Elixier des Bösen von dannen jagen

https://pixabay.com/de/similan-island-boote-azurblau-meer-1305378/

pixabay.com

Huxleys „Schöner neuen Welt“ entgegentreten

Laßt doch mal all jene Szenarien uns beiseite schieben, die Mutter Erde in Bedrängnis bringen könnten, einfach an das Gute in den Menschen glauben, seinen innigsten Wünschen entsprechend ihn fördern, wo immer möglich. Dabei gäbe es jede Menge Chancen, eine solche Welt zu erschaffen, in der kein Hunger, keine Gewalt, keine Kriege für Elend und Haß sorgen, sondern die Liebe ein friedliches Miteinander fördert.

Utopische Gedanken ohne Sinn und Verstand, weil bisherig der Verlauf der Geschichte gänzlich anderes offenbarte? Sicherlich, viel Hoffnung mitschwingt, Mensch möge sich besinnen, wieso er auf Erden verweilt. Schalten wir doch mal für Momente all die wirtschaftlichen Abhängigkeiten aus, die maßgeblich für jenes Leid verantwortlich sind, stellen uns vor, nicht nur die zehn Gebote würden gelten, vielmehr Mensch lebt in der festen Überzeugung, ein Bestandteil im Schöpfungsplan zu sein, stets die Einhaltung eines friedliebenden Zusammenlebens vor Augen, jedes Problem würde ohne gegenseitige Verachtung gelöst.

Was wäre dies wohl für eine Welt? Ein Ort für Träumer, in der das Gute gelebt, während böses nicht existent? Somit kein Neid, keine Mißgunst, kein Haß, keine Gewalt den Alltag stört, sondern jeder Mensch auf Augenhöhe dem anderen begegnet, mit Respekt und liebevoll.

Hat die Schöpfung nicht genau dies ersonnen, als Homo sapiens den Blauen Planet zu bevölkern begann? Jenes Wesen, welches nur seinen Verstand einzusetzen braucht, um sich alles zu erdenken, welches das Dasein hier auf Erden angenehm und lebenswert zu gestalten?

Dennoch obsiegt das Bösartige in weiten Teilen, die Folgen überall sichtbar, eine dramatische Zerstörung von Mutter Natur, ein Ungleichgewicht gesellschaftlichen Zusammenlebens, auf der einen Seite zunehmende Armut bei gleichzeitigem Überreichtum. Welch Schieflage, die erst recht für berechtigte Wut sorgt, diejenigen davonzujagen, die genau solch Elend dulden und verursachen. Letztlich der Garant dafür, ständig weiter Zerstörung und Kriege zu initiieren, eine Spirale der Gewalt, die nie endenwollend anhält, ein Elixier des Bösen, daß auf diese Weise seine Berechtigung auslebt, zum Leidwesen all jener, die dies täglich verhindern wollen.

Chancen vorhanden, solche Zustände wenigstens abzumildern? Klar doch, aber die entfachten Kräfte einer nimmersatten Elite, ihren einmal erworbenen Reichtum nicht nur zu behalten, sondern obendrein ständig zu vergrößern, lassen sich eben nicht simpelst stoppen. Dazu bedarf es einer gutdurchdachten Strategie, wobei stets das Risiko der Bestechlichkeit derer mitschwingt, die dagegen vorgehen, sich nicht doch in einen Sog eigener Bereicherung ziehen zu lassen. Vergleichbar mit Spielsüchtigen. Es bedarf eines eisernen Willens, dabei eine wirklich gerechte Gesellschaft als Ziel vor Augen zu sehen, für die es sich einzusetzen lohnt. Dem muß genau jene Erkenntnis vorausgehen, daß am Ende der Überreichtum verschwindet, keine dermaßen ungerechte Übervorteilung jemals wieder zugelassen werden darf.

Humanität läßt sich nicht verordnen, entweder man praktiziert sie aus Überzeugung auf allen Ebenen oder manche machen sich und anderen etwas vor, worunter deren Mitmenschen dann zu leiden haben.

Lotar Martin Kamm

Veröffentlicht unter Quergedachtes | Verschlagwortet mit , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Steh auf du Tor

https://pixabay.com/de/treppe-steinstufen-herbst-stufen-1797623/

pixabay.com

Steh auf du Tor,
dahinter ist ein Leben wie davor.
Auch dort wächst Leben,
gedeiht ein Ich, dessen Streben
nach Liebe, Geborgenheit ruft,
bis es wird ausgebuht,
niedergetreten, zerstampft,
bis hin zum Todeskampf.

Steh auf du Tor,
dahinter ist Leben wie davor.
Der Wind wird zum Sturm,
bläst alles nieder, was um ihn herum.
Regen überschwemmt Äcker, Felder,
da nützen keine Hinweisschilder,
Betreten strengstens verboten,
Wasser kann nicht lesen, ihr Idioten.

Steh auf du Tor,
dahinter ist Leben wie davor.
Und wenn die Natur es will,
Sand nur noch die Luft auffüllt.
Kein Samenkorn kann gedeihen,
da hilft kein Flennen, kein Weinen.
Ob drüben oder hüben,
überall lebt das Leben in Schüben.

Steh auf du Tor,
dahinter ist Leben wie davor.
Die Chinesische Mauer, der Limes,
Denkmäler allenthalben, so vergiß es,
dich zu schützen vor Feinden,
lern sie kennen, sie teilen
das gleiche Schicksal,
kennen Freude und Qual.

Steh auf du Tor,
dahinter ist Leben wie davor.
Mensch, Tor, gefangen im eigenen Käfig,
fühlst du dich nicht schäbig?
Leben heißt, nicht hinter Mauern,
dem Geist zu vermitteln, sich zu schauern
vor neuen Erkenntnissen, Wissen,
mit Angst und schlechtem Gewissen.

Steh auf du Tor,
dahinter ist Leben wie davor.
Die Wassertropfen, die Sandkörner
sind im Gegensatz zu dir moderner.
Durch ihre Tropfen-, Ballform,
besitzen sie Wendigkeit, sind enorm
flexibel, können sich im Fallen wenden,
lernen, so die Welt von allen Seiten kennen.

Nafia

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , | 1 Kommentar

Klimawandel: Arroganz der Leugner schreit gen Himmel

https://www.flickr.com/photos/global2000/9494368000/sizes/z/

flickr.com/ Gobal2000/ (CC BY-ND 2.0)

Immer schön wegducken fürs Geschäftsleben

Womit wir zugleich beim Thema wären. Die Diskussion, ob ein Klimawandel stattfindet oder angeblich nicht, findet sehr schnell ein jähes Ende, weil Profitgedanken- und Versprechen die zügellose Maßlosigkeit derer inspiriert, die den Hals nicht voll genug bekommen. Dann wischt man mal eben ziemlich eindeutige Beobachtungen weg, die nicht unbedingt wissenschaftlicher Beweise bedürfen, sie sprechen für sich bzw. einen Klimawandel.

Doch die Arroganz der Leugner schreit gen Himmel, dem Raum, wo sämtliche Industrieabgase entschwinden, um letztlich die weltweite Erwärmung zu initiieren. Das Schrumpfen des globalen Meereises stellt nur ein unübersehbar wichtiges Indiz dar, die daraus sich entwickelnde Kettenreaktion einer Klimaveränderung, die wiederum die Naturkreisläufe erheblich schädigt, kann niemand einfach wegdenken.

The Day after Tomorrow – wenn aus Fiktion Wirklichkeit wird

Selbstverständlich darf ein Film in seiner künstlerischen Freiheit durchaus auch übertreiben, ein Temperatursturz von rund 100° C ist physikalisch unmöglich. Dennoch stimmt die Bedrohung angesichts schmelzender Eisflächen an den Polkappen sehr wohl, ergibt sich daraus eine klimatisch erhebliche Gefahr, wirbelt das weltweite Wetter durcheinander. Roland Emmerich deshalb zu belächeln, mag einer nahezu grenzenlosen Selbstüberschätzung gleichen, wenn aus Fiktion dennoch Wirklichkeit wird.

Oder sind die überall sichtbaren Gletscherschmelzen ebenso rein zufällig, das Verschwinden ganzer Seen, denken wir an die erheblichen Verluste an Wassermassen beim Victoriasee in Afrika, aber auch an die wesentlich schnellere Erwärmung im Eiltempo, was gar die Trinkwassergefährdung ganzer Regionen bedeutet?

Trumps Ansage zur Kündigung des Pariser Abkommens hat fatale Folgen

Zugleich kurbelt der neugewählte US-amerikanische Präsident dadurch die fossilen Energiekonzerne wieder an, sich an weltverändernden klimatischen Horrorszenarien zu beteiligen. Hauptsache die Geschäfte fruchten, was noch im Wahlkampf als „teuren Schwindel“ abgetan wurde, soll jetzt Folgen haben. Ein Myron Ebell wird offensichtlich entscheidend mit dazu beitragen, die Umweltbehörde EPA wirkungslos zu machen, wie der Tagesspiegel berichtet. Die Verhandlungen des Klimagipfels in Marrakesh lassen sich aber dadurch keineswegs beeindrucken. Gut so.

Dennoch dürften Trumps Ansagen zur Kündigung des Pariser Abkommens fatale Folgen haben, fühlen all jene sich bestätigt, die schon immer den Klimawandel als verschwörungstheoretische Mär betrachteten, allen voran die konservativ ausgerichteten Think Tanks in den USA wie das Cato Institute, Competitive Enterprise Institute oder das Heartland Institute. Selbst hierzulande schließen sich Rechtspopulisten ihnen überschwänglich an, versprechen sie sich doch dadurch mehr Zustimmung. Die Leugnung des Klimawandels in etwa auch ein Politikum, welches man für seine Zwecke gern mal mißbraucht? Es scheint so.

Lotar Martin Kamm

Veröffentlicht unter Klima/Wetter | Verschlagwortet mit , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Vorweihnachtszeit

https://pixabay.com/de/stress-fraktal-rund-ball-kugel-702919/

pixabay.com

Keine Zeit mehr vorhanden,
wo wird unser Dasein wohl landen?
Hektik allenthalben sich Wege sucht,
man daher lästigen Streß verflucht.
Kommerz überall Geschäfte wittert,
vor Neugier und Aufregung man zittert.

Die Vorweihnachtszeit hat begonnen,
manch einer schaut irritiert ganz benommen.
Emsiges Treiben die Nerven belastet,
Vorsicht geboten, bloß nicht überhastet
die Tage ruhelos beherrschen lassen,
vor lauter dominant klingenden Kassen.

Lehnt Euch auch mal gelassen zurück,
betrachtet mit Andacht das ein oder andere Stück.
Denkt an fragende Kinderaugen,
für die gestreßte Eltern so gar nichts taugen.
Kein Geld der Welt wird Glücksmomente erzwingen,
Ihr müßt schon notwendige Geduld mitbringen.

Lotar Martin Kamm

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Mission impossible alles andere als sinnlos

https://pixabay.com/de/logistik-lager-transport-versand-852936/

pixabay.com

Zwischen Schenken und Honig ums Maul schmieren

Wie immer, so werden auch dieses Jahr die Post, die Paketdienste ein vermehrtes Aufkommen der vielen Briefe, Päckchen und Pakete zu bewältigen haben, die für das Weihnachtsfest pünktlich beim Adressaten eintreffen sollen. Ein geschäftiges Treiben geht diesem Senden der Briefe, Päckchen, Pakete voraus, denn es will überdacht werden, wer was geschenkt bekommt, wo man das Gewünschte besorgen kann, ob es vielleicht nicht so eine gute Idee ist, sich gerade für diesen Kauf entschieden zu haben, möglicherweise ist es doch nochmal eine Überlegung wert, eine Nachfrage erforderlich, nicht immer ist dies direkt machbar, für einige zu Beschenkenden muß man sich auf Umwegen erkundigen, damit die Überraschung gelingt, wen habe ich vergessen und noch viele andere Gedanken schwirren durch den alltäglichen Trott, um ja am Weihnachtsabend einen Anruf zu bekommen, der das Gefühl, die Hoffnung bestätigt, alles gut gemacht zu haben, die ganze Mühe hat sich schlußendlich gelohnt.

Mission beendet. Die Mission, der Auftrag an den Versender, die Mission, die Bestimmung für die Auswahl des Geschenkes hat Zuspruch gefunden (im besten Fall). Mission geglückt.

Die Mission, aus dem kirchenlateinischen, entsenden christlicher Glaubensinhalte, von mittere, entsenden. Jeder Mission gehen, je nach Auftrag, Amt verschiedene Phasen voran, in denen festgelegt, ausgelegt wird, was inhaltlich mit der Mission weitergetragen, vermittelt werden soll, kann, darf, müßte. Gibt es mehrere Entscheidungsträger, die für ein Gelingen einer Mission verantwortlich sind, so kann es ohne weiteres zu länger dauernden Vorgesprächen, Auseinandersetzen führen, bis die Mission endlich „auf Reise“ gehen kann. Denn für jede Mission gilt, je besser die Vorbereitung, das Einbeziehen eventueller Behinderungen, Mißverständnisse, desto erfolgreicher kann mit gegenseitigem Einverständnis, Erfolg gerechnet werden, egal ob in kirchlicher diplomatischer Mission oder eben das kleine Päckchen, das zum Fest verschickt wird.

Senden, ursprünglich Reisen machen, ist verwandt mit Sinn, dessen Bedeutung sich auf Reise, Weg, Gang bezieht. Der Brief, das Päckchen, das Paket, das wir senden, geht also auf eine Reise, macht seinen Weg, geht seinen Gang, hat seinen Sinn. Eigentlich logisch, wenn wir davon absehen, daß auch die Tatsache besteht, etwas komplett Sinnloses auf die Reise zu schicken. Das wären je nach Sicht der Dinge die Krawatte, die Socken, die jährlich prompt wieder unter dem Weihnachtsbaum liegen, der Inhalt, Zweck der Mission, die nur von einseitigen Wahrnehmungen geprägt sind, die aus böswilliger Absicht, zum Schaden anderer versendeten Briefe, Päckchen, Pakete. Außer man sieht genau in der Böswilligkeit einen Sinn.

Dem Sinn an und für sich ist es egal, ob er aus böswilligen oder gutwilligen Gedankengängen konstruiert wurde, denn er ist nur der Weg, auf dem die Sendung bei ihrer Reise folgt. Somit ist nicht die Mission, das Entsenden wichtig, sondern die Vorbereitung zur Reise.

Das nicht Versenden, also der Nichtsinn kann man auch mit dableiben, bleiben umschreiben, da ein Bleiben bedingt, den Ort nicht zu wechseln. Bleiben, mittelhochdeutsch beliben, althochdeutsch, bilīban bedeutet ursprünglich kleben und ist verwandt mit Leim.

Wenn also im Vorfeld der Überlegungen einer Mission, Sendung, das zu Sendende, auf Reisen gehende, einen Nichtsinn ergibt, dann deshalb, weil es klebenbleibt, verweilt, festgehalten wird, beharrlich an seinem Ort zu stehen hat, das Ergebnis des Denkens bleibt an einem Standpunkt, nicht auf den Weg gebracht wird, ist somit sinnlos, oder?

Das wäre der Logik folgend, der Zustand, daß es zwar möglich ist, eine Sendung auf Reisen zu schicken, deren Inhalt, sinnentleert, unsinnig ist, wenn der Versender eigentlich das Sendende lieber bei sich behalten will, das Gesagte, das Geschenk, die Meinung dort bleiben soll, wo sie sich befinden, keine Veränderung des Standpunktes dadurch gegeben ist.

Brauchen wir uns da noch zu wundern, wenn wir manchen Briefen, Päckchen, Paketen nur sinnlosen Kram entnehmen, weil der Absender die Sendung, Mission nämlich bei sich bleibenläßt, weil er an etwas festklebt, dem er keinen Sinn geben kann?

Vielleicht wäre der Tip nicht unangebracht im Vorfeld der Weihnachtsangelegenheiten oder generell, den Menschen offen die Wünsche und Meinungen mitzuteilen, damit die Mission, Sendung auch den Sinn beinhaltet, der für alle Beteiligten durch eine klare Absprache Sinn ergibt.

Denn nur dies verhindert, daß ihnen jemand Honig ums Maul schmiert, oder Sie jemanden auf den Leim gehen.

Doris Mock-Kamm

Veröffentlicht unter Kolumne | Verschlagwortet mit , , , | 3 Kommentare