Träume

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Will mit Dir durch Felder streifen,
wortlos, Hand in Hand.
Will diese fremde Welt begreifen,
im Herzen, nicht mit dem Verstand.

Will mit Dir im Staube stehen,
reglos, Haar an Haar.
Will alle Schatten fliehen sehen,
und dann sind wir ein Paar.

Will mit Dir im Grase liegen,
schamlos, Haut an Haut.
Will, daß uns’re Seelen fliegen,
weit weg, mal leis, mal laut.

Will mit Dir durch’s Leben gleiten,
furchtlos, Seit an Seit.
Will Dir Freud und Leid bereiten,
so Du es wagst – ich bin bereit.

Peter Petereit

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Überlinger Platanenallee weiterhin gefährdet

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OB Becker nutzt politisches Kalkül zur bevorstehenden Wahl

Im Grunde genommen könnte man die Koffer packen und resigniert abreisen, weil ohnehin längst die geplante Landesgartenschau nicht nur politisch durchgesetzt somit stattfinden wird, sondern bereits erste Konsequenzen vollendete Tatsachen schufen.

Als wir noch im August über die Bemühungen der BÜB (Bürgergemmeinschaft zur Rettung Überlinger Bäume) berichteten, wie nahezu aussichtslos die Sachlage vor Ort sich gestaltet, die verantwortliche Oberbürgermeisterin Sabine Becker all dies ignorierte, nutzte sie nunmehr nach der ersten Wahlschlappe ihr politisches Kalkül mit ihrer Mitteilung, die Platanenallee würde vorerst nicht gefällt werden. Was spielt sich dort in Überlingen ab?

Ein dramatisches Vierteljahr offenbart die Macht der Lobbyisten

Letztlich ein Paradebeispiel kaltherziger Regionalpolitik. Was interessieren schon Bürgerbegehren, Hauptsache man folgt dem Ruf einer prestigeträchtigen Zurschaustellung per Präsentation zur Landesgartenschau.

Hatte noch Mitte Oktober die BÜB die schriftliche Begründung zum Nein des Gemeinderates mit einer einstweiligen Verfügung gegen die Fällung der Platanen beim zuständigen Verwaltungsgericht beantragt, folgte zwar ein Beschluß für eine Bürgerbeteiligung an der „Ausgestaltung des Bürgerparks“, ein geforderter „Runder Tisch“ wurde dennoch brüsk abgelehnt. Es hätte wohl eine offizielle Beantragung seitens der BÜB nicht stattgefunden, so die Begründung zur Ablehnung.

Ein Tag später erfolgte der erste Spatenstich für die geplante Landesgartenschau, vollmundig wischten die geladenen Gäste aus der Landespolitik die Einwände besorgter Bürger weg, schließlich seien ein paar spezifische Probleme am Rande lösbar, wie der Landschaftsarchitekt Hubert Möhrle gegenüber dem Südkurier betonte.

Nach der Fällung der Trauerweiden, dem Abriß der Ufermauer das Aus der Platanen?

Schnell erfolgte die Fällung der alten Trauerweiden, Roland Biniossek vom Linken-Gemeinderat sprach von einem „Schwarzen Freitag“, den der 21. Oktober bedeutete, es folgte in der ersten Novemberwoche der Abriß der alten Ufermauer, ein Antrag seitens Friedrich Hebsacker an die Untere Denkmalschutzbehörde der Stadt Überlingen, daß doch die Mauer seit über 60 Jahren ein bewährter Schutz gegen stürmische Bodenseewellen sei, blieb ungehört.

Aber ein taktisch politisches Manöver von der noch amtierenden Oberbürgermeisterin Sabine Becker verdeutlicht mal wieder, in wie weit ihre Glaubwürdigkeit angezweifelt werden kann. Hatte sie in der ersten Wahl nur 17,3% der Stimmen erhalten, die Herausforderer erreichten wesentlich bessere Ergebnisse, erhofft sie sich wohl nunmehr zur Stichwahl am 27., selbst Stimmen von denjenigen zu erhalten, die noch enttäuscht wurden über ihre sture Haltung in Sachen Platanenallee, die vorerst nicht gefällt werden solle. Darüber kann auch nur die BÜB sich verwundert die Augen reiben, wie sie hier bekundete.

Solange der Widerspruch beim Verwaltungsgericht läuft, besteht noch Resthoffnung, daß wenigstens die Platanenallee erhalten bleibt, wer mag, kann hier noch die von Dirk Diestel gestartete Campact-Petition unterzeichnen, es fehlen nur noch wenige Stimmen.

Lotar Martin Kamm

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Hallodri und Halunke

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Hallodri und Halunke
wachen nebeneinander auf,
sie waren in der Spelunke,
schliefen ihren Rausch aus.

Erschrocken sind sie beide,
fremd das Angesicht,
schwer nicht nur die Beine,
bleiern das Gleichgewicht.

Trotz des Kopfes Dröhnen
sie sich freundlich begegnen,
warum jemanden argwöhnen,
der mit dir im Park gelegen?

Zum Abtritt müssen sie torkeln,
den Frühschoppentrunk
brauchen sie nicht besorgen,
im Park geht Schnaps reihum.

Mittagszeit ist längst schon,
auf des Parkes Wiesen
tummeln sich viele ohne Lohn,
die von vorneherein verlieren.

Hallodri sonst geflissentlich
sein Leben meistert,
Halunke schlägt sich
durch, das ihn begeistert.

Sie trinken auf Freundschaft
und bessere Zeiten,
Hallodris Vertrauen erschlafft,
selbst nicht beim Geldausleihen.

Langsam wird es Abend,
ein Alter reicht Hallodri sein Bier:
„Nicht bis zum Weltenend
ist der wieder hier.

Mit ihm kann man saufen,
aber er ist nicht wie wir,
vom Leben will er weglaufen,
er ist nicht gestrandet, deshalb hier.

Er lacht uns Gestrandete aus,
beherrscht Stehlen und Lügen,
Ehrlichkeit treibt ins Armenhaus,
er hält es lieber mit Betrügen.

Trink mit mir das Bier leer,
du bist als Freund willkommen,
Halunken sind keine Tränen wert,
egal ob reich, unten angekommen.“

Nafia

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Es geschah vor 40 Jahren (08. bis 14. November 1976)

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Wußten Sie was in diesem Zeitraum?

makadomo TV begrüßt Sie recht herzlich zu einer weiteren Sendung „Es geschah vor 40 Jahren“ – ein Nachrichtenrückblick ohne anspruchsvolle Informationserklärung, vielmehr der Unterhaltung dienend, manchesmal mit zwinkernden Augen zu betrachten.

Für all jene, die Interesse haben, was da im Hintergrund geschieht, bis solch eine Sendung aufgenommen, ein paar Infos zur Technik und Ausstattung:

Die Kulisse stammt noch aus meinen beruflichen Zeiten im Schloßtheater Neuwied, bestehend eine Aneinanderreihung aus zwei Wänden, zwei Portalwänden und einem Sturz mit dahinter gespanntem Stoff, per Klettverschluß befestigt.

Ausgeleuchtet mit zwei alten Scheinwerfern, zum einen einem „Mettmann – 1.000 Watt“, zum anderen einem „Strand Lighting – 650 Watt“, aufgenommen mit einer Samsung Video-Kamera.

Ständig wechselnde Bilder (Skulpturen) von uns an linker, großer Wand.

Nehmen Sie das Leben wie es ist: ernsthaft, ohne Humor keineswegs auszuhalten, vielmehr von etlichen Geschehnissen. Damit manche nicht in Vergessenheit geraten, hier die Meldungen…

Doris Mock-Kamm und Lotar Martin Kamm

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USA nach der Wahl: Biste für oder gegen Trump?

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Welch simple Phrasen sich aufgefordert fühlen

Da hocken die einen vor der Laptop-Kamera und freuen sich diebisch wie selbstverliebt die Medien doch über den neugewählten, diesen Donald, während der Wahlkampfzeiten hergezogen hatten, um sich händereibend über dessen Siegeszug ins Weiße Haus auszulassen. Klar doch, sollen sie doch, man will ja schließlich keen Spielverderber sein oder als Spaßbremse gelten, ein jeder so wie er mag.

Mit der Killary, wie viele sie hämisch nannten, wären die Amis ohnehin schnellstmöglich in Syrien mit den Russen aneinandergeraten, hätte ohne weiteres ein Worst-case-Szenarium eines globalen Atomkrieges ausbrechen können. Das soll jetzt ein Trump verhindern, der selbst, außer vielen Sprüchen, so gut wie über keine politische Erfahrungen verfügt. Braucht er och nicht, da sind doch ausreichend Experten an seiner Seite, gar manche aus dem republikanischen Lager, die ihm beistehen.

So simpel funktionieren politische Ämter, erst recht beim Hegemon. Ach so, paßt ja jetzt nicht mehr, jene Kritik, weil mit Trump wird die Welt friedlicher, frohlocken bereits all jene, die von Beginn an auf ihn gesetzt hatten, er soll für frischen Wind sorgen, weil er doch die janze verlogene Mischpoke des etablierten Estabalishments beiseite fegen möge, durch ihn würde wieder alles besser.

Aha, ein Rassist soll die Geschicke dieser USA richten, und seine Anhänger halten ihm die Stange dabei? Nicht wörtlich nehmen, sexistisch-frauenverachtende Entgleisungen gab es schon zu genüge während dieser Wahlkampf-Ära, die seit gestern beendet. Jetzt heißt es nach vorne blicken. The Donald wird mal soeben für den enttäuscht, alleingelassenen Mittelstand ein El Dorado des Aufschwungs aus dem Hut zaubern. Was vor ihm mehreren Präsidenten eben nicht gelang, wird dieser Steuertrickser mit äußerst windiger Geschäftsvergangenheit- und Gegenwart schon richten. Interessant, durch welche simplen Phrasen sich etliche aufgefordert fühlen, dem neuen 45. Präsidenten zu huldigen.

Dabei sollte sich keiner Illusionen hingeben, mit Killary wäre nichts besser geworden, och sie kann keen Wasser in Wein verwandeln, weder blühende Landschaften entstehen plötzlich aus dem Nichts noch neue Arbeitsplätze. Die Sache mit den Russen wäre unter ihrer Fuchtel lebensbedrohlich für die Menschheit geworden, wovon man ausgehen muß. Aber mal Hand aufs Herz: Glauben hier tatsächlich Gutgläubige, daß eine Rüstungsindustrie, Pharmakonzerne und Banker sich mittels eines Präsidenten beeindrucken lassen? Wir wissen doch nicht erst seit gestern, daß die gesamte Weltgeschichte immer am Tropfhahn des Geldes hing, oder? Da kann och keen Newcomer wie dieser Trump etwas ändern.

Also, biste nu für oder gegen Trump? Wer gegen ihn ist, hat zugleich sämtliche Rechtspopulisten, Russlandkenner- und freunde gegen sich, obendrein jene, die tatsächlich meinen, er würde die USA von ihrer asozialen Politik befreien. Denkste. Hat schon mal einer von jenen neuernannten Marktschreiern mal die Frage in den Raum geworfen, ob es noch was anderes gibt, außer Pest oder Cholera, Hillary oder Donald? Was ist mit Jill Stein? Ganz einfach: In den USA herrschen nur diese beiden Parteien, alles andere hat sich unterzuordnen. Wie armselig.

Lotar Martin Kamm

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Wes Lied ich sing

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Liederlichkeit geht viel eher um die Welt

„Laßt uns Lieder singen und fröhlich sein!“ Mehr oder weniger zu jedem Anlaß gibt es Lieder, sei es um die Stimmung zu heben, zu untermalen, sich Mut zu machen, und natürlich auch um „die Sau rauszulassen“.

Letzteres versinnbildlicht (zu Unrecht in Bezug auf das Wesen der Schweine) das Suhlen im Dreck, im Morast, sprich ohne Anstand, Moral, Rücksichtnahme. Ein Feiern, ein Ausleben feuchtfröhlicher Triebe, mitunter gegen alle Konventionen, entbunden jeglicher Norm, sich nur noch den Instinkten nach Befriedigung hingebend.

Wenn zu der Melodie, der Musik, ein simpler, sich wiederholender Text, der einprägsam für viele ist, sich hinzugesellt, dient dieser zur Untermalung, um sich „gehenlassen“ zu können. Deshalb ist es nicht verwunderlich, wenn das Wort liederlich für solche oder ähnliche Ausschweifungen, Bemerkungen eingesetzt wird. Für liederlich können wir auch frivol, hemmungslos, sittenlos, verdorben, unzüchtig, nachlässig, schlampig, verdorben, schamlos, korrupt, unmoralisch einsetzen.

Die genaue Wortherkunft von Lied ist nicht mehr nachvollziehbar und wird wohl immer das Geheimnis unserer Vorfahren bleiben, aber in Bezug auf liederlich liegen die Meinungen der Sprachwissenschaftler nicht weit auseinander. So war liederlich im mittelhochdeutschen Sprachgebrauch oberflächlich, schlaff, schwach. Die negative Positionierung des Wortes Lied rührt laut Grimms Wörterbuch: „aus dem begriffe des fröhlichen hat sich der des sorglosen, überlegungslosen, leichtsinnigen häufig herausgebildet“.

Das Lied ist also an und für sich ein Ausdruck für Fröhlichkeit, vielleicht auch kraftverleihender Antrieb angesehen werden. Wer hat nicht schon einmal, als ihn die Angst beschlich, leise oder laut ein Lied vor sich hergesungen? Oder denken wir an die Lieder, die gemeinsam auf den Feldern, bei schwerer Arbeit gesungen wurden und damit gleichzeitig eine neue Stärke hervorgebracht haben, die die Arbeit erleichterte. Nach Überlieferungen sollen die in den Arenen des alten Roms zu Tode verurteilen Christen oftmals gemeinsam Lieder angestimmt haben, als Löwen auf sie losgelassen wurden.

Jedes Ding hat zwei Seiten, scheint sich somit ebenso auf das Lied zu beziehen. Das Lied kann harmonische, stärkende Gefühle auslösen genauso wie triebhafte selbstvergessene, leichtsinnige Triebe.

Die Liederlichkeit, die sich vermehrt im umgangssprachlichen Ton anscheinend manifestiert hat, denken wir an einfache sich einprägende Phrasen, bissig-sarkastische Argumentsverdrehungen bis in die höchsten politischen Debatten, zeigt eine hemmungslose, nachlässige Kommunikationskultur, die wie eine Welle sämtliche Konventionen umwirft.

Nicht ein Lied geht um die Welt, sondern Liederlichkeit. Interessanterweise hauptsächlich gesungen von den Vertretern, die für Moral, Anstand, Sitte sich dieser Form des Austausches, besser des Aufmerksamkeit Erhaschens bedienen. Wenn durch Liederlichkeit eine starke Präsenz einer Persönlichkeit hofiert wird, so ist dies ein Zeichen für das Ende einer auf Gemeinschaft basierenden Gesellschaft. Denn keine Persönlichkeit, die unter Applaus für ihre Liederlichkeit Streicheleinheiten bekommt, wird sich dieses Zepter aus der Hand nehmen lassen. Sie brauchen den anfeuernden Kick des Publikums, um sich in ihrer Haut bestätigt zu fühlen und werden jede Art von Einflußnahme von sich weisen, da das Suhlen im Morast ihnen weiterhin die nötige Beachtung schenken wird, völlig egal wes Lied sie singen.

Wer über diese Stärke, die die Liederlichkeit hervorbringen kann, lächelt, der möge vielleicht  anhand von bestehender Literatur sich informieren über gewisse hierarchische Verhältnisse von Bandenstrukturen, von Herrschaftsverhalten in fast allen Epochen.

Vergessen wir aber trotzdem nicht, das Lied hat nicht nur eine Möglichkeit, steht nicht nur für eine Gefühlsart, jeder von uns kann sich entscheiden, wes Lied er singt.

Doris Mock-Kamm

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US-Wahl: The Donald nächster Präsident der USA

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Rassismus und Frauenverachtung obsiegen – Rechtspopulisten frohlocken weltweit

Was schon nach den erhaltenden Stimmen in Florida sich abzeichnete, wurde im Laufe dieses morgens zur Gewißheit. The Donald wird der nächste Präsident der USA, Hillary Clinton konnte nicht annähernd die nötige Mehrheit der Wahlmänner hinter sich vereinen, was wir im August für nicht möglich prognostizierten. Rassismus und Frauenverachtung, die eindeutig den Wahlkampf des zukünftigen 45. Präsidenten begleiteten, obsiegen nunmehr. Rechtspopulisten frohlocken weltweit, ein düsterer Tag für all jene, die an die Werte einer freien Gesellschaft glaubten.

Die Führung der Republikaner gilt erst recht im Senat sowie im Repräsentantenhaus als gesichert. Sicherlich werden viele Kritiker Trumps verstummen, wenn es um Machterhalt und Pöstchen geht. Dennoch darf sich dieser neue Präsident nicht ausschließlich auf seine vollmundigen Ankündigungen verlassen, sie simpelst umsetzen zu können. Die Supermacht USA entspricht eben keinem Konzern, sondern diese Nation hat obendrein sich auch an internationale Verpflichtungen zu halten, selbst wenn der Hegemon meist seine Ziele gewaltsam umsetzt.

Trumpf, Trompete oder Furz – wer regiert diese Nation?

Sie haben ganz richtig gelesen. Das englische Wort trump steht für Trumpf, Trompete oder umgangssprachlich für einen Furz. Den „feinen Kerl“ übersehen wir mal lieber geflissentlich, denn das kann man in dem frisch gewählten Präsidenten beim besten Willen kaum vermuten. Eher das Gegenteil. Seine politischen Positionen stehen für keine guten Optionen. Strafzölle stehen demnach ins Haus, Obamas Gesundheitsreform „Obamacare“ dürfte ein jähes Ende finden, das Waffenrecht wird wohl nicht verschärft, sein Fokus wird sich wieder bei der Energie in Richtung Gas, Kohle und Öl richten, einer sauberen Energiewende verschließt er sich. Folgt schon bald eine Mauer an der Grenze zu Mexiko?

Ob die außenpolitische Annäherung zu Wladimir Putin sich durchhalten läßt, bleibt mal dahingestellt, genauso wie das Verhältnis zwischen Merkel und dem neuen Mann im Weißen Haus. Letztlich bestimmen die weltpolitischen Ereignisse eine jeweilige Reaktion, vor der sich auch Donald Trump nicht einfach so hinwegsetzen kann, internationale Verpflichtungen entstanden nicht gerade zufällig, sondern ihnen gingen gewisse Entwicklungen voraus, die sich nicht über Nacht wegdenken lassen.

Kein Ruck ging durchs Lager der Demokratischen Partei

Mit dieser Kandidatin. Hillary Clinton, auch von spitzen Zungen als „Cillary“ bezeichnet, weil sie vollmundig sich eher für militärische Lösungen entschied, Obama riet sie als Außenministerin, Libyen anzugreifen, in Syrien hätte sie höchstwahrscheinlich eine militärische Auseinandersetzung mit Russland in Kauf genommen, war jetzt im Nachhinein keine gute Entscheidung, ihr das Feld zu überlassen, es ging in sofern kein Ruck durchs Lager der Demokratischen Partei.

Ob ein Bernie Sanders alles anders gemacht hätte, bleibt mal dahingestellt, auch er unterliegt, so wie alle US-amerikanischen Präsidenten, dem militärisch-wirtschaftlichen Komplex, der die Fäden in Wirklichkeit in den Händen hält. Wer hierbei noch an politische Einflußnahme glaubt, hat wohl die letzten Jahrzehnte gepennt. Spätestens mit der Ermordung John F. Kennedys war dies mehr als offensichtlich. Vielleicht hätte Sanders trotzdem die ein oder andere Forderung durchsetzen, den ein oder anderen Wähler überzeugen können, so daß heute kein Donald Trump die Geschicke dieser USA lenken würde.

Fazit dieser Wahlentscheidung

Nicht Trump hat als charismatischer Mann von Welt die Wahl für sich entscheiden dürfen, sondern viel eher die Mehrheit der US-Amerikaner verlor das Vertrauen in die Politik selbst, zu groß die Enttäuschung vollmundiger Versprechungen bei anhaltend zunehmender sozialer Schieflagen. Das soll sich unter Trump etwa ändern? Mitnichten. Auch dieser Präsident wird dem Weg des Profits folgen, dabei die Masse der Verlierer des Globalismus und des Raubtierkapitalismus leer ausgehen.

Am Ende obsiegen nur, wie im Wahlkampf selbst deutlich feststzustellen, viele Sprüche, denen handfeste Taten zum Wohle aller eben nicht folgen. In Europa wird sich nunmehr der Rechtsruck erst recht ausbreiten, in Frankreich eine Le Pen, hierzulande eine AfD, die im nächsten Jahr noch mehr Stimmen erhalten, beflügelt durch die heutige Wahlentscheidung. Ein schwarzer Tag für all jene, die nicht einer Clinton zujubelten, sondern noch an den Restverstand geistiger Weitsicht glaubten.

Lotar Martin Kamm

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