Banken: Geldflüsse bestimmen den politischen Weg

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Die Bankenwelt ist jetzt geordnet!

arno-von-rosenZur Abwechslung wollte ich mal mit einem ganz platten Lacher beginnen. Sollten Sie sich jetzt in der komfortablen Situation befinden, sich nie mehr Sorgen um Ihre Existenz machen zu müssen (äh, sollte dieses so sein, rufen Sie mich an!), dann können Sie nach meinem Bittgesuch sofort aufhören zu lesen, oder dieses als Einschlafhilfe benutzen.

Einige von uns erinnern sich noch dunkel an die Bankenkrise von 2008 bis 2010. Ein paar Institute in den USA gingen pleite, hier fing das eine oder andere Bankhaus gefährlich an zu kippen (dagegen steht der schiefe Turm von Pisa kerzengerade), einige renommierte Geldhäuser Deutschlands existieren nicht mehr, die Citybank hatte so viele Kunden beschissen (äh, falsch beraten, sorry), dass sie sich den Namen TARGOBANK neu verliehen hat (ja, und jetzt hat sie schon wieder besch… äh, ausversehen zuviel Geld kassiert, Urteil des BGH vom 25.10.2016), die Politik beruhigte uns mit dem braven Aufsagen unserer Gesetze, führte alternativlose Handlungen durch und beseitige alle Probleme, die zur Bankenkrise durch die weltweite Immobilienblase geführt haben! Ja, das war schon wieder ein Witz, Entschuldigung, aber sonst bekomme ich Bauchgrimmen.

Eigentlich wollte die Politik straffere Kontrollen durchführen, die Geschäfte der Banken endlich besteuern, obwohl diese zu schnell sind, um sie besteuern zu können (muss Usain Bolt eigentlich Steuern bezahlen? Egal …), weil die Transaktionen in Millisekunden ausgeführt werden. Den Lacher hab ich nicht verbrochen, dies war mein Ernst. Die Transaktionssteuer gibt es natürlich immer noch nicht, eine Beschränkung des Bankenwahnsinns ebensowenig, und kein Banker musste auf seine Boni tatsächlich verzichten. Doch darum geht es heute nicht, denn die Banken sind per se amoralisch (geworden). Längst verdienen die Geldinstitute damit ihr Geld, dass ihnen überlassene Geld arbeiten zu lassen, aber nicht in Form von Krediten in die Wirtschaft, sondern als Wette! ??? …

Sie haben sich nicht verlesen. Damit Sie die Dimension des Irrsinns begreifen, hier mal ein paar wenige Zahlen. Der Aktienkurs der DB pro Aktie lag im Jahr 2007 bei 100 Euro und knallte mit der Krise auf unter 20, erholte sich aber bereits in 2009 wieder auf 50 Euro. Der aktuelle Wert liegt aber nur bei etwas über 13 Euro. Warum?

deutsche-bank-456939_640Die Bilanzsummer der DB ist beeindruckend. Zum 31.12.2014 betrug diese 1.609 Milliarden Euro. Zum Vergleich dazu beträgt das Deutsche Inlandprodukt (die Summe alle Waren und Dienstleistungen eines Jahres) 3.029 Milliarden Euro. Damit ist die Bilanzsumme der DB mehr als halb so groß, als die gesammte Wirtschaft der BRD, welche immerhin 29% der gesamten Eurozone trägt. Leider ist der aktuelle Wert der DB bei nur etwa 13 Milliarden Euro, obwohl eigentlich genug (Eigen) Kapital vorhanden ist. Das größte Problem der DB sind die „Derivate“. Vereinfacht ausgedrückt, sind das Wetten der Banken auf Basiswerte, und ob diese steigen oder fallen, zum Beispiel gegen das Britische Pfund oder andere Aktionkurse. Die Summe dieser Derivate der DB beträgt fast 7 mal mehr als das globale Bruttoinlandprodukt aller Staaten. Verzockt sich eine Bank also auf breiter Front, gibt es kein Halten mehr.

Wo ist jetzt das Problem für den normalen Bürger, der nicht mal ein Konto bei der DB hat? Die DB ist für Europa und Deutschland systemrelevant, also schmiert dieses Geldinstitut ab, ist der Pfusch am Bau des BER nur ein Kinderfurz im Orkan dagegen. Die Deutsche Bank würde unweigerlich andere Institute mit sich in den Abgrund reißen (vermutlich auch viele Firmen), weshalb der Steuerzahler für die Rettung herhalten müsste und nicht nur das. Die Rekordstrafen der DB durch Betrug und Täuschung sind weitere Milliardensummen, welche abgeschrieben werden müssen und deshalb nicht nur zu keinen Steuereinnahmen führen, sondern auch notwendiges Kapital für eine stabile Bank auffressen.

Es sieht somit mehr als düster aus um unser Vorzeigegeldhaus. Da hilft natürlich nicht, dass im Sommer die DB durch den Stresstest der USA gefallen ist. Zugegeben, die haben nur ein Interesse an den eigenen Banken, und jedes Institut, das einen schlechten Ruf auf dem Markt hat, ist ein Mitbewerber weniger. Nur gibt es eben keine europäischen Ratingagenturen, und so werden mit Vorliebe alle Staaten und Banken abgewertet, die nicht zu den USA gehören.

burn-money-1463224_640Eine gute Nachricht noch zum Schluss. Egal, wer demnächst im Weißen Haus sitzt, an der Bankenpolitik der USA wird sich nichts verbessern, aber es wird deutlich härter werden. Ach, war doch keine gute Nachricht, ups. Zudem ist die Deutsche Bank leider nur ein Beispiel, und der Brexit hat die Sache nicht einfacher gemacht, denn in London sitzen alleine 8.000 Mitarbeiter der DB (insgesamt 100.000 Mitarbeiter weltweit), die um ihren Arbeitsplatz fürchten müssen, weil man die Geldgeschäfte von dort wegverlagern muss.

Mit ein Grund, warum niemand in London den Austritt wollte. Wie immer haben wir natürlich keinen Einfluss darauf, weder bei Wahlen, Protesten oder gar einem Bankwechsel. Ganz neu sind ja Safes für den Fußboden unter dem Bett. Es lohnt sich, in diesen Markt zu investieren, denn die Wachstumszahlen sind fast dreistellig pro Jahr, aber von mir haben Sie den schrägen Tipp nicht, klaro?! So schließe ich mit einem Zitat meines Lieblingsbankers und Erzkapitalisten.

„Ihr Geld ist nicht weg, mein Freund. Es hat nur ein anderer.“
J. M. de Rothschild, Bankier (1792–1886)

Es grüßt Sie Ihr schuldenfreier Arno von Rosen, Buchautor, Kolumnist, Blogger und kein Safebesitzer. Bleiben Sie sparsam und investieren Sie Ihr Geld in gutes Essen, denn das lässt Sie überhaupt erst so alt werden, damit Sie sich später über den ganzen Mist noch aufregen können!

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Dein Wort in Gottes Ohr

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Wenn Moralapostel manipulativ unterwegs sind

Sie treten wieder verstärkt auf, die Moralapostel, die, – und dafür gaukeln sie sogar mit Gottes Wort -, uns wieder zurück zu der wahren Liebe, der wahren Familie, der wahren Werte, der wahren Wahrheit führen wollen. Es ist nicht nur blanker Hohn, sondern bewußte Irreführung über die Inhalte der Lehren der verschiedenen Religionen.

Und doch erleben wir vermehrt, daß genau dies zurzeit geschieht und zwar nur aus dem Grunde, Machtpositionen, Meinungen über andere zu stülpen. Wer hat Interesse daran, Menschen in die Irre zu führen, um sein Ziel zu erreichen und mit Lügen, Heuchelei, Manipulation, Drohungen, Hetze zu agieren? Für den Ursprung dieser Verhaltensweisen gibt es mehrere Erklärungen, das würde hier in diesem Kontext zu weit führen, nur eins ist allen gemeinsam: Aufmerksamkeit, Aufmerksamkeit um jeden Preis.

Jedem wird Aufmerksamkeit zuteil, der es versteht, durch Lärm, unglaublich wirkenden Tatsachen das Interesse des Gegenübers zu erreichen. Ist dieses Interesse geweckt, kann man nun „eine Schippe drauflegen“, ab da ist es so gut wie egal, was man sagt oder tut, denn es gilt ab jetzt die Beachtung, nicht zu verlieren und die Gunst der Stunde zu nutzen. Und der Einfachheit halber Begriffe, die in ihrem Verständnis mehrere Deutungen, Bedeutungen, Sinn, Verständnis benötigen, kontinuierlich zu benützen, damit der Effekt des nicht Vergessens eintritt.

Beginnen wir mit Liebe, Liebe deinen Nächsten. Ein in sich schon sehr schwieriges Thema, da dies nur möglich ist, wenn ich mich selbst liebe, aber diese Selbstliebe nicht höhergestellt ist als die Liebe zum Nächsten und die Nächstenliebe nicht höhergestellt wird als die Liebe zu sich selbst. Klingt zwar einfach, ist es aber nicht, denn die Liebe unterliegt Schwankungen, die vonnöten sind, um sie zu begreifen. Eine starre Liebe kann zur obsessiven Liebe wandeln, die in Zwänge ausarten kann, aus der beide „Liebenden“ oder einer der beiden „Liebenden“ nicht mehr entfliehen vermag. Deshalb ist eine vorgeschriebene „Liebe“, zu was auch immer, nicht dazu geeignet, die Liebe zu beschreiben, denn nur „freie“, „wandelbare“ Liebe kann auf Dauer Bestand haben. Das gilt für alle Arten von Liebe, auch für die Heimatliebe.

Mit der Familie, als Hort der verwandtschaftlichen Beziehung, ist es fast ähnlich. Auch hier gilt im Allgemeinen, je weniger Zwang, Drohung, je mehr Offenheit, Toleranz, desto zufriedener der Familienzusammenhalt. Aber wer sich nicht nur im engen Kreis seiner Umgebung, sondern ebenso durch Literatur informiert, wird vielleicht festgestellt haben, daß eine „gesunde“ Familienstruktur nicht einfach zu leben ist. Wie ansonsten ist es zu erklären, daß es vermehrt psychologische, therapeutische Hilfsangebote gibt, um Streitigkeiten in den Familien zu deeskalieren? Und denken, sagen Sie jetzt nicht, das war früher anders, besser, ist nicht vorgekommen, denn dann sind Sie schon auf die Heuchler hereingefallen. Die Wahrheit ist, es gab immer schon Probleme in den Familien, nur heutzutage dürfen sie angesprochen, ausgesprochen werden, schließlich ist: „Und sie lebten glücklich und zufrieden und wenn sie nicht gestorben sind, leben sie noch heute.“, nur ein Schlußsatz unter vielen Märchen.

Der Begriff Werte umschließt mehrere im positiven Sinn zu verstehende Verhaltenskodexe. Alle als Wert aufzuführenden Begriffe wie Tugend, Moral, Verständnis, Ehre, Treue sind dennoch individuellen Verständnissen ausgesetzt, und wird den Werten dieses abgesprochen, so kann man von einer Ideologie sprechen. Eine Weltanschauung, die für die einzelnen Individuen keine Möglichkeit der Selbstreflektion bietet und duldet, dies bedeutet, sich einem Totalitarismus zu beugen. Denn auch hier gilt wie für Liebe und Familie, starre Vorstellungen hemmen die Möglichkeit der freien, ungebundenen, offenen Gesellschaft.

Zum Schluß, die Wahrheit, die wahre Wahrheit, die Wahrheit, die Allgemeingültigkeit hat. Diese Wahrheit gibt es nicht! Aber es gibt die Möglichkeit, in die Nähe einer Wahrheit zu gelangen, wenn wir im Diskurs mit anderen Übereinstimmungen feststellen, ohne die anderen einem Druck auszusetzen, die eigenen Erfahrungswerte, Wissen zu übernehmen.

Doris Mock-Kamm

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Halloween as usual

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When the sun is shining bright
you will see the amazing light
through all these things.
Thoughts giving wings.

When the earth is turning around
you will listen to the noisy sound
which people doing all day long.
What happens might be wrong.

When the sun is setting after a busy day
you and other guys will somehow say
that working may often be useless.
You’ll never get rich, we guess.

When the night is falling on Halloween
you never have an idea or seen
what will happen in this horror night,
switch on a lot of bright light.

Maybe haunting will be gone
you’ve had much fun
at least for some lovely hours.
Next day there are heavy showers.

Lotar Martin Kamm

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Umweltschutz: Belastung der Gewässer hält an

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Gifte in Flüsse gekippt und ins Meer entlassen

Bedenkenlos entsorgen Menschen ihren Müll vor Ort, an den Straßenrändern, sogar vor eigener Haustür, muten den Flüssen jedweden Abfall zu bis hin zur Duldung, daß die Industrie ihre giftigen Substanzen dort einleitet, man kann nur noch von einem Ausbleiben des Umweltbewußtseins sprechen oder zumindest von einer sträflichen Ahnungslosigkeit.

Was möge diese erschreckende Gleichgültigkeit aufhalten, wenn trotz großartiger Umweltkampagnen weiterhin ganze Industrieverflechtungen zusammen mit einem Pool nahezu grenzenloser Korruption stattfindet, in Wirklichkeit alles andere als ein umweltpolitisches Handeln? Gifte in Flüsse gekippt und ins Meer entlassen ein nach wie vor hinzunehmendes Ergebnis ohne Aussicht auf nachhaltige Besserung?

Deutschlands Umweltstandards vorbildhaft und doch ohne notwendige Konsequenzen

Natürlich weiß jedermann, daß gerade unser Land in Umweltstandards weltführende Errungenschaften veranlaßte und oftmals durchsetzte, diese vorbildhaft zu mancher Nachahmung führten, der betroffenen Umwelt sei Dank. Obwohl solche politischen Prozesse als begrüßenswerte Entwicklung wir weltweit beobachten können, wenigstens punktuell in manchen Staaten, deren Industrien oder Landschaften, sollte man das Gebot der Stunde, Umweltverbrechen stets anzumahnen, keineswegs vernachlässigen.

Sorgen dürfen durchaus betont werden, denn was hierzulande schon sträflich verharmlost wird, bedeutet weltweit sowieso ein Desaster. Eine bereits von 1994 bis 2004 betriebene Studie der Universität Koblenz-Landau kommt zu dem Ergebnis, daß es um die Wasserqualität in Deutschlands Flüssen schlecht bestellt sei. Malen Sie sich mal selbst aus, was da draußen weltweit ohne jedwede ausdrückliche, nachhaltige Kontrolle geschieht mit den Flüssen, die als Abwasserentsorgung dienen.

Flüsse als Abwassertransportmittel mißbraucht

Kennen Sie noch die Zeit der wunderschönen Batik-T-Shirts, die in den 1970iger Jahren begünstigt durch die Hippie-Bewegung gern getragen wurden? Die Ursprünge dieser Textilfärbeverfahren findet man in Indonesien. Doch während die Europäer oder die US-Amerikaner ahnungslos sich solch bunter Kleidung erfreuen, nutzen dies hunderte Textilfabriken an Javas größtem Fluß, dem Citarum, um dortigst ihre giftigen Substanzen wie das hochkonzentrierte, krebserregende Antimon, das hormonschädigende Nonylphenol oder das hochtoxische Tributylphosphat einzuleiten, obwohl rund 25 Millionen Menschen aus dem gleichen Gewässer ihr Trinkwasser gewinnen, es dem Waschen oder der Bewässerung ihrer Farmen und Reisfelder dient. So etwas nennt man einen in Kauf nehmenden Tod in Raten mittels ignoranter Industriefirmen.

Obwohl die Weltgemeinschaft durchaus zurecht gen China schaut, weil dort sehr viele Menschen unter einer Umweltbelastung unvorstellbaren Ausmaßes leiden müssen, dürfen wir nicht einfach den Rest der Welt vernachlässigen, zumal natürlich hinter dieser Kritik auch machtpolitische Interessen sich verbergen. Ob in Afrika, wo der Viktoriasee längst umzukippen droht, da Kenia, Tansania und Uganda bedenkenlos ungeklärte Haushalts- und Industrieabwässer in ihn einleiten, im Niger sowie im Senegal fast keine Fische mehr vorhanden sind, Indiens heiliger Ganges einer offenen Kloake gleicht, überall meint Mensch, weltweit seine Flüsse als Abwassertransportmittel mißbrauchen zu müssen, ganz gleich welche Konsequenzen daraus folgen.

Wegweiser für ein greifendes Umweltbewußtsein

Die Detox-Kampagne, wie sie Greenpeace im Juli 2011 ins Leben rief, ein zukünftiger Wegweiser, in wie weit ein um sich greifendes Umweltbewußtsein gefördert wird? Manche Erfolge muß man in diesem Fall schon feststellen, wenn Firmen wie Puma, Adidas, Li-Ning, H&M, C&A und Mark & Spencer sich bereit erklärten, auf gefährliche Chemikalien zu verzichten.

Unsere Zukunft wird zeigen, in wie weit die Menschheit ihre Flüsse weiterhin belastet oder aber endlich begreift, wie wichtig Umweltschutz uns alle vor möglichen Katastrophen bewahrt, dessen gefährliches Ausmaß wir längst nicht wirklich abschätzen können.

Unterhalten sich zwei Angler am Rhein, die sich von Petri Heil geradezu verfolgt vorkommen. Fragt der eine den anderen: „Sag mal, weißt du, warum die Fische wie wild anbeißen?“ – Sagt der andere lakonisch: „Die wollen raus!“ (Verfasser unbekannt)

Lotar Martin Kamm

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Jahrmarktbesuche

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Als wir noch Kinder waren, meine drei Geschwister und ich, fuhren wir jedes Jahr mit unseren Eltern in die Großstadt, für uns in die weite Welt. Obwohl ich heute sagen muß, es war eine Reise in eine Kleinstadt. Diese Kleinstadt veranstaltete jährlich einen großen Jahrmarkt, der bereits schon vor hunderten von Jahren immer zum Ende der Erntezeit stattfindet. Es war für die umliegenden Dörfer die Gelegenheit, ihre Waren zu verkaufen, Geschäftsverbindungen zu festigen, Nachrichten, Tratsch aus aller Welt oder bloß vom Gehöft weiter zu hören. Für viele jungen Leute die einzige Möglichkeit, sich nach anderem Jungvolk umzusehen und die neuesten Errungenschaften der schnellebigen Welt der Städte zu genießen.

Und natürlich haben sich all die Jahrhunderte zu diesem Ereignis auch Gaukler, fahrendes Volk, Artisten eingefunden, um hier ihr Können zu präsentieren, vom locker sitzenden, zu diesem Fest angesparten Geld auch etwas abzubekommen. In meiner Jugendzeit allerdings waren keine Bader oder Heilkundige mehr mit ihren Ständen dabei, so wie es in einigen Romanen geschrieben steht. Dafür gab es den „Hau den Lukas“- Stand, ein Kettenkarusell, Schiffsschaukel, Schießstand, Lotterieverkauf, Autoscooter, Wahrsagerzelt, Pferdchenrondell und etliche Stände mit Bonbons aller Art, gebrannten Mandeln und Nüssen, Würstchen, Lebkuchengebäck, Zuckerwatte, die für unsere Eltern das Schrecken an und für sich darstellte, da bei dem Genuß nicht nur unsere Hände und Gesichter in Zucker getaucht wurden, sondern auch unsere Kleidung.

Da aber die festliche Stimmung auf uns allen lastete, ertrugen sie diese Unvermeidlichkeit mit einer gewissen stoischen Ruhe, die Eltern mit mehreren Kindern zuweilen befällt. Nicht zu vergleichen mit Tante Marias Reaktion, wenn unsere Cousine Barbara an der Zuckerleckerei naschte, denn Tante Maria war stets bemüht, jede kleine vorhersehbare Berührung der Zuckerwatte mit Barbaras Gesicht, Händen, Kleidung im Vorfeld zu verhindern und das obwohl Barbara ein Jahr älter war als mein Bruder Max und schon die zweite Klasse besuchte. Apropos Besuche, unsere Reise war nicht ausschließlich auf den jährlichen Jahrmarkt fixiert, meine Eltern verstanden es bestens, in diesen beiden Tagen des Wochenendes sämtliche Verwandte, Freunde, Bekannte mit in den Aufenthaltsplan zu integrieren.

Selbstverständlich übernachteten wir bei Tante Maria, die Schwester meines Papas, da sie und Onkel Herbert ein kleines Häuschen am Stadtrand bewohnten und für uns vier Kinder ein Zimmer zu Verfügung stand, das auf dem Dachboden eingebaut war, und das Barbara als Jugendliche beziehen sollte. Mama und Papa übernachteten im Wohnzimmer auf einer ausziehbaren Couch. Irgendwie schien Tante Maria Wochen vorher gekocht, gebacken und gewerkelt zu haben, denn stets waren nicht nur die zu den Mahlzeiten gereichten Lebensmittel in unüberschaubarer Zahl vorhanden, sondern auch Gebäck, Kuchen, Torten und natürlich ihre speziellen Einmach- und Einkochkünste wurden uns serviert. Das führte oft zu kleineren Ärgernissen bei den Besuchen der anderen Verwandten, Freunden und Bekannten, da wir mit gut gefüllten Bäuchen dort ankamen und beim besten Willen kein ansonsten von uns begehrtes Stück Kuchen mehr vertrugen, und unsere Eltern uns trotzdem baten, wenigstens etwas von der angebotenen Köstlichkeit zu probieren, damit die Verwandten, Freunde und Bekannte nicht den Eindruck bekämen, wir seien zu verwöhnt, und es fiel sogar der Ausdruck undankbar.

Manchmal erschien es uns wie ein Wettbewerb, deren Teilnehmer wir waren. Mama und Papa beherrschten allerdings die Wettbewerbsregeln ausgezeichnet, denn sie schienen nie gänzlich satt zu sein für das nächste aufgetischte Menü oder eine Kostprobe. Auch schienen einige Verwandte der Meinung zu sein, wir, die Kinder, müßten das ganze Jahr über darben und nahmen deshalb die Gelegenheit wahr, uns durch das Essen die Stärke zu geben, um bis zum Wiedersehen etwas für unser Wachstum beizutragen.

Bei allen diesen Besuchen wurden wir, egal ob in der Zwischenzeit ein Gegenbesuch stattfand, mit den Worten begrüßt: Ah, seid ihr aber groß geworden! Meine Brüder genossen diesen Satz, es schien, daß der Satz sie um einige Zentimeter wachsen ließe. Meine Schwester und ich allerdings, sie war die jüngste von uns Vieren, verstanden ihn eher als beleidigend, denn wir waren übereingekommen, immer schon so groß zu sein, wie wir eben sind.

Von diesen Besuchen sind viele kleine und kleinere Erinnerungen haften geblieben, und wenn sich die Gelegenheit unter uns Geschwistern ergibt, diese Erlebnisse wieder einmal untereinander zu teilen, so verbergen sich in den gemeinsamen Gesprächen stets verlorene Szenen, die neue alte Empfindungen hervorbringen. Ich jedenfalls kann über keinen Jahrmarkt oder keine Kirmes schlendern, ohne dem Hang zu widerstehen, einige der Köstlichkeiten zu kaufen mit dem Gefühl des gleichzeitigen Heißhungers und der vollkommenen Sättigkeit. Und ich verkneife mir, ehe werde ich mir die Zunge abbeißen, einem Kind, das ich nach längerer Zeit wiedersehe, zu sagen: Du bist aber groß geworden, oder du bist aber gewachsen. Denn dies empfinde ich bis heute als abwertende Bemerkung gegenüber dem Kind, das nun mal in einem Wachstumsprozeß steckt und die Aussage gar nichts mit seiner Persönlichkeit zu tun hat. Ich begrüße es lieber mit den Worten: Schön, dich wiederzusehen!

Doris Mock-Kamm

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Humanismus im Diskurs einer feindseligen Gesellschaft

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flickr.com/ Hans Olofsson/ (CC BY-NC-ND 2.0)

Gewalt erzeugt Gegengewalt

„Es kann der Frömmste nicht im Frieden bleiben, wenn es dem bösen Nachbar nicht gefällt.“ Jener Satz aus Friedrich Schillers „Wilhelm Tell“, den Tell dem Flurschütz Stüssi im Kapitel 15 in der Dritten Szene antwortet, wurde ein wenig verändert, aus „bleiben“ formulierte man „leben“, was durchaus sinngemäß. Ein friedliches Zusammenleben insofern nicht möglich, wenn selbst Neid und Mißgunst in der Nachbarschaft herrscht, gilt im Kleinen genauso wie im Großen. Des Menschen Wohlbefinden abhängig von friedliebender Umgebung, die vielfach gestört, vergiftet, angesichts etlicher Ereignisse.

Woran liegt’s? An sozialen Mißständen, an einer völlig verkehrten Politik, die ihr Volk leiden läßt, in dem eine konstante Anhäufung des Reichtums geduldet und gefördert wird, während gleichzeitig auf vielen Ebenen Ausbeutung betrieben. Stets diejenigen sich durchsetzen, die am lautesten tönen und rücksichtslos den Schwächeren zur Seite drücken, um sich selbstherrlich zu positionieren, ihren Stempel einer menschenverachtenden Einstellung alle spüren lassen, die ihnen nicht gehorsamst folgen wollen. Obendrein mit unverkennbaren Drohungen daherkommen, scham- und rücksichtslos. Kommt uns dies nicht bekannt vor?

Ein Blick in die Geschichte sollte genügen, wer denn genauer hinschaut, was sich mal wieder zusammenbraut. Jetzt mögen die Angesprochenen, die ganze Mischpoke der Rechtspopulisten, sich als harmlose Menschen ins rechte Licht rücken wollen, keine Mühen scheuen, ihr krudes Weltbild zu rechtfertigen. Es nützt ihnen nichts, wenn dennoch enttarnt von wachsamen Geistern, die ihnen den Spiegel vorhalten. Am Ende obsiegt die ganze klägliche Lebenseinstellung, in der ein friedliches Miteinander nicht fruchten kann angesichts jener rassistischen Grundgedanken.

Während Immanuel Kant im Zeitalter der Aufklärung noch Hoffnung hegte, der Mensch möge sich seines Verstandes bedienen, um seine Mündigkeit zu erlangen, scheint bis heute ein Großteil in der Bevölkerung dies weder verstanden noch umgesetzt zu haben. Woran dies wohl liegen mag? An Gutgläubigkeit, an Obrigkeitsdenken, an das Unvermögen, sich in entscheidenden Momenten im Kollektiv zu wehren, wenn es um Mitmenschlichkeit geht? Bei Befehlen, Gewalt und Haß auszuleben, folgt ein schneller, unwidersprochener Gehorsam, so manch verkorkste Seele findet gar Gefallen daran, eigene sadistische Züge anzuwenden. Welch grausame Erkenntnis, daß Mensch dermaßen leichfertig genau das verspielt, was der Schöpfung widerspricht: Du sollst nicht töten.

Zurück zu Schillers Wilhelm Tell. Der kleine Mann, der es wagte, die Obrigkeit zu stoppen, in dem der Reichsvogt Hermann Gessler mittels Pfeil von ihm erschossen. Das Recht zum Widerstand gegen die Form jedweder Tyrannei, das meinte Friedrich Schiller zum Ausdruck zu bringen in der Rolle des Wilhelm Tell. Und genau das sollten die Menschen verinnerlichen, um daraus zu lernen, eben eine solche Entwicklung erst gar nicht wieder zuzulassen, bevor sie sich verselbständigt.

Lotar Martin Kamm

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Kurztrip

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Gewiß, mein Schatz, der Reiseziele
gibt es heute mannig viele…
Auch der Mond ist nicht mehr fern,
säh von dort die Erde gern…
Doch bin ich heut und hier
mal wieder auf dem Trip zu Dir…
Wo sollte ich auch anders hin,
Du bist in meinem Herzen drin…
Und, glaub’s mir, unbenommen,
Du bist sehr einfach reingekommen…
Ich brauchte Dich nur anzuseh’n,
und rumms, da war’s gescheh’n…
Einen Haken hat die Sache doch,
in eine Richtung geht die Reise noch…
Von mir zu Dir, kaum andersrum.
Und das ist – dumm…

Peter Petereit

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