Es geschah vor 40 Jahren (20. bis 26. September 1976)

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Wußten Sie was in diesem Zeitraum?

makadomo TV begrüßt Sie recht herzlich zur 30. Sendung „Es geschah vor 40 Jahren“ – ein Nachrichtenrückblick ohne anspruchsvolle Informationserklärung, vielmehr der Unterhaltung dienend, manchesmal mit zwinkernden Augen zu betrachten.

Für all jene, die Interesse haben, was da im Hintergrund geschieht, bis solch eine Sendung aufgenommen, ein paar Infos zur Technik und Ausstattung:

Die Kulisse stammt noch aus meinen beruflichen Zeiten im Schloßtheater Neuwied, bestehend eine Aneinanderreihung aus zwei Wänden, zwei Portalwänden und einem Sturz mit dahinter gespanntem Stoff, per Klettverschluß befestigt.

Ausgeleuchtet mit zwei alten Scheinwerfern, zum einen einem „Mettmann – 1.000 Watt“, zum anderen einem „Strand Lighting – 650 Watt“, aufgenommen mit einer Samsung Video-Kamera.

Ständig wechselnde Bilder (Skulpturen) von uns an linker, großer Wand.

Nehmen Sie das Leben wie es ist: ernsthaft, ohne Humor keineswegs auszuhalten, vielmehr von etlichen Geschehnissen. Damit manche nicht in Vergessenheit geraten, hier die Meldungen…

Doris Mock-Kamm und Lotar Martin Kamm

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Gewässer entmüllen: Aufrufaktion mit neuem Internetportal

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Naturliebhaber und Wassersportler engagieren sich für Gewässerschutz

Was nutzen Verordnungen und Gesetze, wenn sich ohnehin viele keineswegs dran halten, sogar die Industrie im großen Stil herumtrickst, Schliche und Wege weiß, um völlig legal sich am Umweltschutz nicht zu beteiligen bis hin zu denjenigen, die einfach Müll in der Landschaft entsorgen?

Auf diese Weise ändert sich nicht wirklich nachhaltig etwas, ganz im Gegenteil muß man auch eine Zunahme des Plastikmülls vor allem in Meeren feststellen, trotz kleinster Teile gar in Fischen hält die andauernde Ignoranz an. Dem tritt nunmehr ein neues Internetportal entgegen, per Aufrufaktion Gewässer zu entmüllen, Naturliebhaber und Wassersportler engagieren sich für Gewässerschutz, Gewässerretter lautet ihr Namen.

Viel zu hohe Dunkelziffer bei Müllentsorgung in Gewässern

Trotz einer offiziellen Rückläufigkeit durch Umweltdelikte bei der Müllentsorgung in Gewässern, seien es Plastikabfälle, Ölrückstände, Biozide oder Schwermetalle, muß man von einer viel zu hohen Dunkelziffer solcher Straftatbestände ausgehen. Die Aufklärungsrate ist mit gerade mal 20 Prozent zu gering, um wirksam derartige Verbrechen in die Schranken zu weisen.

Nicht nur der Gesetzgeber, die betroffenen Staaten sind gefragt, sondern letztlich der einzelne Bürger, stets genauer hinzuschauen. Allerdings scheint dies keineswegs auszureichen, da müssen wohl andere Wege ersonnen werden. Gedacht, gesagt, getan.

NABU, die Gewässerretter und REWE bieten Lösungen an

Der in Berlin 1899 gegründete Bund für Vogelschutz (BfV) wurde Jahrzehnte später 1990 zum Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU) umbenannt, engagiert sich vielfach, so auch jetzt für die neu ins Leben gerufene Seite „Gewässerretter“.

Am 01. Juni dieses Jahres gab die REWE Group den Plastiktütenverzicht bekannt, zumal bei einer dreimonatigen vorherigen Testphase die Verbraucher selbst diesen Verzicht befürwortet hatten. Somit bieten die REWE-Märkte Baumwolltragetaschen, Kartons, Papiertüten und Permanent-Tragetaschen aus Recyclingmaterial an. Selbst beim Lieferservice erfolgen keine Lieferungen mehr in Plastiktüten.

Wer sich Details der letzten Aktionen, auch Cleanups genannt, ansehen will, wird hier bei „Gewässerretter“ fündig. Umweltverbrechen halten leider weiterhin an, aber je mehr Menschen sich aktiv beteiligen, solche Ideen verwirklichen, um so mehr entsteht ein gewachsenes Umweltbewußtsein, was letztlich auch das Verhalten des Verbrauchers nachhaltig ändern kann.

Lotar Martin Kamm

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Einem neuen Leben entgegenblicken

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Die lange Zeit der Ungewißheit schien mit der neuen Arbeitsstelle wieder langsam in Vergessenheit zu geraten. Die Ängste, die sich während dieser Zeit in sie schlichen, übertrafen sogar den Trennungsschmerz, der das Ende ihrer Ehe ausgelöst hatte, obwohl sie die treibende Kraft war, die dem Zusammenhalt der Familie entgegenwirkte. Deshalb war der lang gewachsene Satz, „Es ist das Beste für uns alle, neue Wege zu gehen.“, für keinen erstaunlich. Gesagt am Küchentisch, abends, in Anwesenheit der pubertierenden Kinder, die längst auch schon den Drang nach Unabhängigkeit spürten, nicht in Bezug auf die Trennung der Eltern, sondern ihrer eigenen Sehnsucht entwachsen, so schnell wie möglich auf eigenen Beinen zu stehen, da man ja bereits so viel wisse.

Chris kaute ruhig weiter, Gespräche hatte es viele gegeben, Versuche an der innigen Liebe wieder anzuknüpfen, neue und alte Träume gemeinsam zu realisieren, aber irgendwo ganz tief im Herzen wußten beide, es waren Versuche, der Einsamkeit zu entkommen, in die sie stürzen könnten, wenn das Gewohnte, Alltägliche nicht mehr den Halt bieten würde, den man braucht, wenn Sorgen und Probleme anstehen. Es war einfach vorbei, daß wußte auch Chris, deshalb bemerkte er in seiner sie ansonsten zur Weißglut bringenden Art: „Da hast du wohl Recht.“

Hatte sie das wirklich, Recht, sie wollte das Recht nicht, sie wollte, wenn sie ehrlich war, wußte sie nicht, was sie wollte, wußte nicht, was sie trieb, warum eine Ehe verlassen, in die sie beide mit so viel Glück hineingestürzt waren, als ob es nie wieder möglich wäre, ein anderes Wasser zu finden, das Körper und Seele gleichzeitig reinigt. Der Schmerz der Unzulänglichkeit, der Unzufriedenheit, die sie sich nicht erklären konnte, ebbte ab, als sie sich dem Arbeitsmarkt wieder zur Verfügung stellte, Bewerbungen schrieb, Chris half ihr sogar dabei, selbst die Kinder trösteten sie, wenn der Frust über die vielen Absagen sie in die Gedanken, der Nutzlosigkeit abweichen ließ.

Nun war sie auf dem Weg zur zigten Wohnungsbesichtigung, dreißig Kilometer von dem alten Zuhause entfernt. Sie hätte problemlos mit einem Auto diese Strecke fahren können, aber eine eigene Wohnung war ihr wichtig. Zurzeit lebten sie noch alle gemeinsam unter einem Dach. Nicht nur bei ihr Aufbruchstimmung, ebenso bei der Ältesten, die ihr Studium in einem halben Jahr in Berlin beginnen wollte, Kunst, der Bequemlichkeit halber, Sergo, eigentlich Sebastian, hat das Gymnasium verlassen, er mochte unbedingt ins Ausland mit seinem Kumpel, Geld verdienen mit Straßenmusik.

Die Wohnung lag am Stadtrand, idyllisch, kleinbürgerlich, kurz gemähter Rasen, kleine Hecken, höchstens vierstöckige Häuser, vereinzelt kleine Bungalows. Die Wohnung, drei Zimmer, zweiter Stock links, mit großem Balkon, war bezahlbar und sollte auch für die Kinder die Möglichkeit, nicht nur auf Besuch, wenn nötig auch für längere Aufenthalte, Platz bieten. Im Treppenhaus roch es nach Kuchen, nach Gebäck, das hob ihre Stimmung und sie sortierte den Geruch als gutes Zeichen ab, diese Wohnung mieten zu können.

Bevor es wirklich in ihr Bewußtsein drang, war die Wohnung bereits an sie vermietet. Herr Pasteike von der Wohnungsgesellschaft war anwesend und eine ältere Dame, die sich einfach aus unerfindlichen Gründen angeschlossen hatte, als sie die Wohnung zum ersten Mal betrat. Herr Pasteike schien es sehr unangenehm, er unternahm aber keinerlei Maßnahmen, die alte Dame der Wohnung zu verweisen, sondern schien zunehmend unter Zeitdruck zu stehen, schließlich beendigte er die Besichtigung mit dem einfachen Satz: „Kommen Sie morgen um 10 Uhr ins Büro, der Mietvertrag liegt für Sie dort zur Unterschrift bereit.“ Das war’s.

Damit löste sich ihre ganze Angespanntheit, der Umzug verlief wie am Schnürchen, Chris half mit, die Kinder, Verwandte, Freunde und eh sie Abschied, richtigen Abschied nehmen konnte von ihrem alten Leben, dem Haus, ihrem einst so innig geliebten Chris, von den Kindern, wohnte sie bereits zwei Wochen in ihrer Wohnung. Trotz der anstrengenden Tage im Job, bei dem noch so viel Neues täglich auf sie einstürmte, saß sie oftmals abends auf der Terrasse, unausgelastet, nicht wirklich fähig das neue Leben zu verstehen. Es war eher ein Gefühl, vor einer großen Nebelwand zu sitzen, zu müde Willen aufzubringen, die Wand wahrzunehmen, es gab irgendwie kein außen, kein innen, es war wie eine mit Leere ausgestopfte Leere.

Das Haus roch morgens und abends nach Kochen. Es schien fast so, als ob das Haus mit Kochgerüchen tapeziert worden wäre. Nie unangenehm, nicht überlagernd, befremdlich, sich störend, sondern einfach nur das wohlige Gefühl von hungerlosem Appetit auf Geschmack.

Sergio klingelte Sturm, er brauche eine Bleibe, habe sich mit seinem Freund überworfen, weil der plötzlich seine Freundin mit auf die Reise nehmen wollte, das ging gar nicht, kenne die nicht mal einen Monat. Hat Vater gesagt, er solle niemanden mitteilen, wo er sei, er war wütend und er wolle für eine Weile bei Mutter bleiben. Sie hatte nichts dagegen, er solle aber mit ihr gemeinsam morgen Abend ein paar Klamotten von ihm abholen, schließlich könne er nicht dauernd in der gleichen Hose rumlaufen. Typisch Mutter, dachte sie, anstatt ihm endlich die Reise auszureden, war es wichtiger, sich um sein Aussehen zu kümmern.

Nach der Arbeit kaufte sie noch schnell etwas zum Kochen ein, sie hatte seit ihrem Umzug nur Pizzas oder andere schnell zu liefernde Menüs gegessen. Die Küche war noch gar nicht eingeweiht worden. Bevor sie die Haustüre aufschließen konnte, wurde sie von Sergio geöffnet mit seinem besten „Weihnachtsgeschenke auspacken“-Gesicht und einem Schwall von Sätzen, Gesten, sogar einer liebevollen Umarmung eben jener alten Dame, die bei ihrer Wohnungsbesichtigung anwesend war und jetzt mit ihrem Sohn zusammen in dem großen Treppenflur stand.

Sergio war getrieben von Hunger unterwegs zur nächsten Döner-Bude im Treppenhaus auf Frau Seidel gestoßen, als diese gerade den großen weißen Schrank, der hinten neben dem Ausgang zum Garten stand, mit ihren neuen Kochkreationen füllen wollte. Etwas verwundert über den Inhalt des Schrankes, der sich auf der linken Seite als Kühlschrank entpuppte und rechts voll mit Regalen war, auf denen Kuchen, Torten, Marmelade, Saucen und allerlei andere Köstlichkeiten standen. Frau Seidel bot ihm von ihrem neuen Rezept, einer Sachertorte, ein Stück an, um seine Meinung zu hören und wohl auch, um den nach außen hin wirkenden völlig ausgemergelten jungen Mann bei Futter zu halten.

Frau Seidel war verwitwet, finanziell unabhängig, da sie mit ihrem Mann zusammen ein großes Hotel geführt hatte, die Kinder schön längst auf eigenen Beinen stehend, hatte sie vor fünf Jahren beschlossen, aus ihrer Villa mit Seeblick auszuziehen. Aus Langeweile fing sie irgendwann an, die Speisen, die sie in den vielen Kochshows im Fernsehen gesehen hatte, mit- und nachzukochen. Ihre Haushälterin hat all die vielen Köstlichkeiten, die zu der Zeit in ihrer Küche durchbrutzelten, backten, entstanden, stets mitgenommen, so daß nur weniges in der Tonne landete.

Denn Frau Seidel konnte sich einfach nicht mit kleinen Portionen abgeben. Als die Haushälterin verstarb, war für sie selbst auch eine Welt zusammengebrochen, denn mit ihrem Tod verließ ein Teil ihres Lebens das Haus. So hat sie ihrer ungewissen Zukunft, die Kinder sprachen bereits von Altenheim, es gäbe da sehr schöne Altersruhesitze, ein Schnippchen geschlagen und in einer spontanen Idee dies Haus hier gekauft. Hier koche sie sich durch alle Arten von Speisen und fülle den hinteren Schrank, der entweder von den Hausbewohnern oder von dem Fräulein, das für eine karitative Einrichtung arbeitet, immer wieder rechtzeitig geleert werden würde, so daß inzwischen keine ihrer Kochbemühungen mehr in irgendeiner Tonne landen würden.

Auch würde sie durch das Kochen nicht ärmer werden, denn ihre Villa sei vermietet und die Mieteinnahmen dieses Hauses würden all ihre Kosten decken. Sergio war so hingerissen von, ja, ob von Frau Seidel oder ihren Kochkünsten, wer weiß das so genau im Nachhinein, daß er an jenem Tag mit ihr zusammen in der Küche stand, Handreichungen machte, probierte, abschmecken half und abends sicher war, den Beruf des Kochs erlernen zu wollen. Soll sein Freund doch alleine auf Reisen gehen, schließlich hätte er ja seine Freundin an seiner Seite.

Wenn sie jetzt manchmal an den Wochenenden oder abends in ihrer neuen Wohnung saß, die Ungewißheiten der Vergangenheit ab und an noch spürbare Schlingen auswarfen, ob alles so auch richtig war, half ihr der Gedanke an ihren Sohn, der mittlerweile im Gartenhaus sich befand, das Frau Seidel für ihn hat ausbauen lassen, damit er in ihrer Nähe sein und nach seinem anstrengenden Tag in der Hotelküche von ihr extra beköchelt werden konnte und um mit ihm über ihre neuen Rezepte fast den Schlaf und auch seine Mutter vergaß. Können Unwägbarkeiten, die wir anfangs nicht benennen können, warum sie uns aufsuchen, dafür da sein, auch anderen einen Weg zu bahnen? Sie schlief neben der Nebelwand ein, die längst nur noch aus dünnen Nebelschwaden bestand und freute sich auf das Wochenende bei Chris und ihrer Tochter.

Doris Mock-Kamm

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SPD im freien Fall dem Neoliberalismus gehörig

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Gabriels Ja zum CETA offenbart politische Kaltschnäuzigkeit

Die einen haben es schon immer gewußt, der Siggi wird uns verraten so wie fast alle Sozialdemokraten. Die anderen erhofften sich mehr Widerstand und wurden doch maßlos enttäuscht beim SPD-Votum fürs CETA.

Gabriels Ja zum CETA offenbart nicht nur politische Kaltschnäuzigkeit, sondern unterstreicht den freien Fall dieser SPD, in wie weit sie dem Neoliberalismus gehörig. Was die C-Parteien, eine FDP sowieso, schon nonchalant duldeten, hatte bekanntlich der siebte Kanzler endgültig unterstrichen: das Aushöhlen des Sozialstaates, den Ausverkauf des Mittelstandes zugunsten des Konzernlobbyismus.

R2G nahezu chancenlos

Das Modell einer rot-rot-grünen Koalition mag nunmehr nach der Berlin-Wahl durchaus fruchten, auf Bundesebene muß man R2G als nahezu chancenlos werten. Viel zu sehr hat sich diese SPD auf den neoliberalen Kurs der stärkeren CDU eingelassen, in der Großen Koalition häufte sich ein Zugeständnis nach dem anderen, in der Öffentlichkeit ausgetragene Querelen entpuppten sich als politisches Theater.

Vollkommen zurecht stellt Sahra Wagenknecht das R2G-Bündnis im Bund in Frage, eben weil die Sozialdemokraten nicht die Grundrichtung ihrer Politik ändern. Sie denken gar nicht daran, da scheint es wesentlich bequemer, dem US-amerikanischen Weg mit CETA zu folgen, was interessieren dabei ein paar versprengte Widerstände des linken Flügels der Partei, am Ende zählen Mehrheiten.

Wenn Marianne Grimmenstein gegen das CETA klagt, glimmt zwar noch ein wenig Hoffnung auf, allerdings haben die in der Vergangenheit stattgefundenen richterlichen Entscheidungen zugunsten der jeweiligen Regierung Widerstände der Bevölkerung stets eines Besseren belehrt, zumal sie obendrein ohnehin eher eine Minderheit darstellten.

Bürgerrechte dem Ausverkauf ausgesetzt

Pessimismus macht sich breit, weil gerade mit dieser EU kaum noch Chancen vorhanden, die Bürgerrechte zu schützen, sie sind viel eher dem Ausverkauf ausgesetzt. Zwar versuchen die Hardliner und Befürworter von CETA stets zu beschwichtigen, faktisch findet keine Nachbesserung statt, wenn Ende Oktober in Brüssel beim EU-Kanada-Gipfel unterzeichnet wird.

Da hilft auch kein vollmundiger Widerspruch von Österreich, der mag zunächst aufzeigen, daß wenigstens die SPÖ noch einen Restverstand besitzt, zu erkennen, in wie weit der Bürger mit dem CETA über den Tisch gezogen wird, doch letztlich würde sie schon einlenken, falls „Klarstellungen und Verbesserungen“ seitens der EU-Kommission und Kanada ergänzt werden. Unterm Strich bedeutet dies somit: Das CETA wird in Kraft treten.

Wem nutzen Abkommen wie das CETA, wenn sie über die Köpfe der Menschen hinweg in geheimen Verhandlungen beschlossen werden? Sie verhelfen den involvierten Großkonzernen, ihre Macht wesentlich effektiver auszubauen. Der Kniefall der verantwortlichen Politik per Zustimmung spricht Bände.

Lotar Martin Kamm

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Immer wieder dieser Bahnhof

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Das Gebäude des Bahnhofes unterschied sich nicht sonderlich von all den anderen Bahnhöfen, die sie im Laufe der nächsten Jahre zu Gesicht bekommen sollte. Aber das wußte sie zu dem Zeitpunkt, als dieser zum Zentrum ihres langsamen Beginnes der Abschiede, des Loslösens des Alltäglichen, des begrenzten Wissens ihrer Kindheit war. Eigentlich sollten Bahnhöfe Zughöfe heißen, das ist allen gemeinsam, nicht weil dort Züge halten oder einfach durchfahren, sondern weil es zieht. Allem Anschein nach haben sämtliche Architekten beim Bau der Bahnhöfe darauf geachtet, sie so in die Himmelrichtung zu stellen, daß jeder kleine Windhauch bereits ein kräftiges Lüftchen um die Bahnhöfe herumwehen läßt.

Auch scheint damit eine gewisse Genugtuung mitzuspielen, den Gästen gleichzeitig, den Abschied noch ein wenig schwerer zu machen oder leichter, je nachdem wie, nein, nicht das Gefühl der Fahrenden berücksichtigend, das wäre vermessen, sondern nur auf den Wunsch des schnellen Verlassens dieses Ortes, weil nämlich je nach Windrichtung der Geruch, Gestank traf es zuweilen besser, von den außerhalb des Bahnhofes stehenden Klohäuschen, vermischt mit dem Abrieb des Eisens der Schienenstränge es sich erbot, schnellstens in den nächsten Zug zu steigen.

So wurde es für sie zur Angewohnheit, nie ohne Schal das Haus zu verlassen, selbst als sie schon längst ihren eigenen Zug (Auto) vor der Türe zu stehen hatte, ohne Schal, kein Schritt vor die Türe. Nun ist und blieb der erste Bahnhof trotzdem der erste große Sehnsuchtsort, auch wenn er längst nicht mehr vorhanden, weil im Wahn von Modernisierungswellen nicht nur das Klohäuschen dem Erdboden gleichgemacht, sondern auch das Gebäude bis auf die Grundmauern gleich mit in Angriff genommen wurde, aus dem Ort einen modernen Ort zu machen, der fähig ist, mit der Zeit zu gehen. Viel Beton und Glas, Blick von innen auf die Straße und auf die Gleise, nach rechts und links, nur nicht nach oben und unten, das blieb versperrt, rundrum im Käfig für alle sichtbar, sowohl für die Wartenden wie für die Vorbeieilenden.

Trotzdem war und blieb dieser Ort mit dem unsichtbaren, nur durch ihre Augen der Erinnerung sichtbare Bahnhof, ihre Liebe und ihr Begehren von dort den Anfang zu nehmen, die Welt ein bißchen näher in ihr Herz zu lassen. Der zugige, riechende Bahnsteig, auf dem man entweder nach Osten in die zehn Kilometer weite Stadt fahren konnte oder den Zug nahm Richtung Westen und nach fünfzehn Kilometern eine Stadt betrat, die durch viele Winkelgassen, den Eindruck hinterließ, nicht wirklich weitergekommen zu sein.

Zu Beginn ihrer Liebelei war sie stets an der Hand der Mutter oder der Geschwister, immer geschützt, nie allein, deshalb frei und ohne Angst. Ging die Fahrt nach Osten, war dies stets die Endstation, das Ziel, mehr mußte man nicht wissen. Geschützt kam man wieder zurück. Fuhr man nach Westen, konnte sie nie wissen, ob es weiterging, ob man umstieg, entweder weiter nach Westen oder von dort nach Osten, die Namen der Städte hatten noch keine Bedeutung. Interessant war nur das Fremde, da waren Namen nicht wichtig.

Später, als sie beruflich und heranwachsend diese Strecken befuhr, waren sie so vertraut wie das Haus der Eltern, der Ort und die Umgebung, in der sie aufwuchs. Und es waren stets Monatskarten, später Rückfahrkarten, die sie zurückbrachten an den vertrauten Geruch, zu dem zugigen Bahnsteig, an das Bimmelgeräusch der Bahnschranken, wenn sie herabgelassen wurden, kurz bevor die Züge einfuhren. Wann genau der Bahnhof ihr Herz wirklich erobert hatte, mag zwar in der Kindheit verankert sein, aber der wahre Auslöser waren die Fahrten ohne Rückfahrschein. Als sie längst von zuhause ausgezogen, ihr Beruf sie weit weg ein neues Zuhause finden ließ. Ohne Rückfahrschein, selbst wenn sie zu Besuch kam, nie ein bestimmtes Datum für die Abreise, frei entschied, die Züge fuhren für sie immer.

In dieser Zeit ohne Rückfahrscheine war der Bahnhof der erste und letzte Eindruck, den sie aufnahm, entweder um anzukommen oder zu gehen. Der Bahnhof gab ihr das Gefühl eines Mittelpunktes, der ausgependelten Waage, nur hier auf dem Bahnhof war sie gleichzeitig in ihrem neuen und alten Heim. Der Bahnhof, der ihr ermöglichte, den Horizont der Welt zu erkennen und den Horizont der begrenzten Möglichkeiten zu spüren. Sie seither nie ohne einen Schal unterwegs war, aber immer mit Wehmut nach Ferne und Ankommen. Der Bahnhof der Kindheit, der sie wegzog und hinzog, stand auch, wenn kein anderer es sah, in ihren Erinnerungen wie ein Fels in der Brandung für alle Zeit.

Doris Mock-Kamm

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In Sphären zwischen Selbsterkenntnis und Akzeptanz

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Illusion einer Geradlinigkeit verpufft so schnell wie entstanden

Wir wisssen es ohnhin, die Grenzen des Unerträglichen wurden lange schon überschritten, während sehr viele Kräfte einfach meinen, sie könnten fortfahren, als sei nichts gewesen. Hat schon seine Ordnung. Doch stop, von was für einer Gesetzmäßigkeit darf hier und jetzt gesprochen werden, und vor allem, wer bestimmt darüber, entscheidet über gewisse Schicksale?

Verkommene Subjekte, die Götter spielen, um sich selbst kaltschnäuzig zu bereichern? Wer hinter den Kulissen Erkenntnisse vermutet, wird ganz schnell eines Besseren belehrt. Oder wollen Sie tatsächlich das Wesen menschlicher Abgründe erfahren? Na denn, lassen Sie sich entführen.

Absicherung entscheidet über Leben und Tod

Blicken wir hinein in die Welt, empfangen die Tongewalt der Milliarden von Stimmen, die uns etwas zuflüstern wollen, meinen, sie hätten die Wahrheit gefunden. Irrtum, sie suchen genau so wie du, können die Welt dir nicht erklären, sondern dir nur ein Zeitfenster dessen bieten, was sie selbst erfahren.

Die Illusion einer Geradlinigkeit verpufft genau so schnell, wie sie entstanden, weil gewisse Akteure über den Lauf der Dinge bestimmen. Klingt nach Verschwörung, ob mit oder ohne Theorie? Vergessen wir mal für Momente all diese Verunsicherungen, die selbstgebastelten Meinungen einer Öffentlichkeit, die sich ganz flott selbst entlarvt in ihrer Abhängigkeit vom Geld und ihren Flüssen. Denn nur das zählt: die Absicherung, die über Leben und Tod entscheidet.

Wenn zwei Menschen sich gegenüberstehen, ob bewaffnet oder ganz nackt und sie nur dann eine Chance erhalten, weiterleben dürfen, wenn einer den anderen tötet, entscheidet sich einzig und allein die Stärke und ein wenig Glück von einem der beiden, während der andere sein Leben verliert? Doch wer bestimmt diese Entscheidung? Ein Dritter, der Gott spielt? Denn beides sind Menschen, und sie haben es in der Hand, auf den Dritten zu hören, ihm also gehörig zu sein oder aber sich zu weigern, weil das Leben unantastbar ist: Du sollst nicht töten. Die Illusion der Wahrheit orientiert sich somit ganz dicht an diesem Gleichnis, diesem Beispiel des Seins.

Der Schwächere hat sich zu fügen

Unser blauer Planet entstand vor Milliarden von Jahren. Na und? Alles Leben auf Erden existiert und versucht daher zu überleben. Jedes auf seine Art. Doch eine ganz bestimmte Spezies macht sich die Welt untertan: der Homo sapiens. Oder sollte er besser Homo catastrophicus genannt werden, weil sein Weg nicht nur in die Katastrophe mündet, sondern seine Geschichte lehrbuchartig ständig umgeschrieben werden muß, sei es aufgrund neuer Erkenntnisse und vor allem, weil Dichtung stets die Wahrheit vertuscht?

Hierbei wird bestätigt, wie simpel eigentlich menschlicher Geist gestrickt: entweder vorteilhaft seine Macht ausleben oder auf der Verliererseite stehend verrecken. Genau so einfach reduziert es sich! Die Kette der Logik mag trotz aller kultureller Errungenschaften sich stets an diesem einen Punkt reiben: leben oder sterben. Wer überleben will, ist der Stärkere. Der Schwächere hat sich zu fügen und notfalls sein Leben zu verlieren. Diese Gesetzmäßigkeit ist der „rote Faden“, der den Verlauf der Geschichte beeinflußt und daher auch bestimmt.

Im Jetzt spielt sich unser Sein ab

Einst schrieb Joachim-Ernst Berendt sein Buch Nada Brahma („Gott ist Klang“). Alles klingt, so auch unsere Gedanken, die niemand wirklich für sich behalten kann, sie werden ihren Weg finden nach draußen, sich ausbreiten und Mittel suchen, sich entfalten zu dürfen. Genie und Wahnsinn liegen sehr dicht beisammen, ganz besonders, wenn sogenannte Normen überschritten werden, die Mensch sich und seinen Artgenossen auferlegt hat.

Tibetische Mönche singen OM, atmen mit OM, fristen ihr Dasein im OM. Oder benutzen wir einfach mal Mantras, geben uns hin in Gedankenketten, ob kurzfristig oder so lange wie nötig. Was ist der Sinn des Lebens? Das Sein im Funktionieren unserer bestimmten Rollen, die wir zu leben haben, weil wir hineingeboren wurden in einer heilen oder verlogenen Welt? Jeder sein eigenes Schicksal zu meistern hat, aufgezogen wie ein Uhrwerk, welches unablässig tickt bis zum letzten Atemzug? Lassen wir jedem seinen Glauben, ob die Seele nun wandert oder wir für immer geistlos zu Staub zerfallen.

Nur im Jetzt, in den Augenblicken des Seins spielt sich unser Leben ab, das zählt einzig und allein. Oder aber muß ein Hinterherhaken auftauchen, weil menschliche Neugier erweckt? Wenn am Ende unserer Tage die Fragen aufkommen: Warum hast du gelebt und was wolltest du der Nachwelt hinterlassen, was antworten wir dann? Behalten Sie es für sich, denn die Antwort ist Ihr Leben selbst, welches stets gefüllt werden will.

Lotar Martin Kamm

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Limes – der Geschmack nach neuen Herausforderungen

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Jede Grenze ist limitiert

Nicht alles, was sich aus der Schulzeit oder von Kindesbeinen an eingeprägt hat, entstammt dem Wissen des Auswendiggelernten. Manchmal sind es Worte, Sätze, die auf Grund einer speziellen Lebenssituation, des einfachen Reimes wegen, oder weil ein bestimmter Klang es erleichtert hat, Einzug in den nie zu vergessenden Teil des Gedächtnisses fanden.

Limes, kennen Sie den Limes? Ein Wort, das auf der Zunge den Geschmack von einer Köstlichkeit bieten kann, ähnlich der Vorstellung des Genußes von Vanilleeis oder des absoluten Lieblingsgerichtes. Die Gerichte, die ebenso entscheiden, ob wir mildernde Umstände, bestraft, freigesprochen oder das Essen, die Mahlzeit verdeutlicht, die wir zu uns nehmen. Beiden Gerichten ist gemeinsam, daß sie entscheiden, ob wir gut leben oder nicht, denn jedes Gericht kann das letzte sein, metamorphisch gesehen. Aber das ist ein anderes Thema, dem hier eine zu kurze Erklärung nicht gerecht werden kann.

Bleiben wir beim Limes, der irgendwann in der Schulstunde ins Bewußtsein vorgedrungen ist, teils weil er mußte der Noten wegen, teils aus wirklichem Interesse und teils, weil das Wort die Phantasie angeregt hat. Limes, eine Leichtigkeit des Klanges und gleichzeitig der Begrenzung. Ein Widerspruch, der Zweifel hegen ließ, ob seiner wirklichen undurchdringlichen Macht, die der Lehrer vehement betonte.

Limes, abgeleitet von limus quer und limen, Türschwelle, ursprünglich die Begrenzungsangabe für ein Feld oder Acker, führte zu dem Begriff limes, Grenzwall, Ackergrenze. Heute verwenden wir in unserem Sprachgebrauch das Wort limitieren für begrenzen, beschränken, und besonders häufig in der Sprache der Marketingexperten als Anreiz zum Kauf, wenn limitierte Auflagen angepriesen werden. Wenn quasi mit einer Begrenzung Geld gemacht werden soll, weil absichtlich nicht genügend produziert wird.

Von den inhaltlichen Erklärungen des Lehrers blieb nicht viel übrig, außer das Wissen über eine gewisse Bautechnik der Grenzanlagen und Türme, das beschriebene Leben der Soldaten, die Bemühungen der Germanen, die Römer zu vertreiben und die Länge und Lagebeschreibung des Limes in Deutschland. Nicht angesprochen wurde, oder es ist der Vergeßlichkeit anheimgefallen, daß die Römer in so ziemlich allen eroberten Ländern ihre Limesanlagen bauten. Wer sein Wissen wieder ein bißchen auffrischen möchte, erhält hier eine kleine Einsicht über die verschiedenen Grenzwälle der Römer.

Nun ist in der Zwischenzeit viel Gras über diese Grenzen gewachsen und fast scheint es so, es hätte sie nie gegeben, wenn nicht hie und da einige Überreste oder Rekonstruktionen der ehemaligen Bauten zu besichtigen wären. Hat es den Römern genutzt, so viel Energie in ihre Grenzanlagen zu investieren? Haben die Völker sich langfristig gesehen den Römern angepaßt?

Sicher in einigen Bereichen der Kunst, Kultur, Sprache, Wissenschaft sind bleibende Hinterlassenschaften des römischen Volkes noch immer präsent. Aber ansonsten?

Schützen Grenzen wirklich vor Infiltrationen des Fremden und zwar innerhalb sowie auch außerhalb eines Grenzbereiches? Wer selber einen Garten besitzt, weiß nur zu gut, wie schnell das Unkraut vom Nachbarn im eigenen Garten wächst. Limitieren, abgrenzen kann kurzfristig Erfolge verzeichnen, aber auf lange Sicht nie erfolgversprechend sein. Grenzen werden immer durchdrungen werden, geistige, landschaftliche Grenzen haben den Menschen noch nie gehindert, die jeweils andere Seite zu betreten.

Außer bei Menschen, die auf Grund ihrer Engstirnigkeit noch nie über den Tellerrand gesehen haben, diese verpassen dann aber das nächste lukrative oder lukullische Gericht. Wer den Geschmack von Neuem scheut, wer sich weigert, über seine Grenzen hinauszuwachsen, dessen Leib und Seele verkümmert, da nützt es auch nicht, sich auf Tradition zu berufen, denn tradere, ups, lateinisch, also von den Römern, bedeutet, übergeben, hingeben.

Über Grenzen hinweg geben, es bedeutet nicht festhalten. Tradition ist keine Rechtfertigung für Stillstand. Und der Limes, der Grenzwall ist nur kurzfristig eine Grenze, limitiert, bei Nachfrage gibt es schnell Nachschub, fragen Sie einfach Ihren Marketingexperten. Limes, schmeckt irgendwie nach neuen Herausforderungen.

Doris Mock-Kamm

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