Jeder bekommt seine Quittung

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Aber nicht immer die Befreiung der Konsequenz

Nicht jede Quittung, die man erhält, ist wichtig oder nötig zur Aufbewahrung. Es gibt unter den Quittungen diverse Unterscheidungen, so können natürlich Tankquittungen, Büroartikelquittungen für die Steuerunterlagen aufgehoben werden, hingegen Ihre Lebensmittelquittung nur zur eigenen Übersicht Ihrer finanziellen Mittel von Nutzen sein.

Obwohl die meisten Quittungen heutzutage über die elektronische Datenverarbeitung zu ihrem jeweiligen Zweck aufgezeichnet werden, sind sie dennoch ein Bestandteil des täglichen Lebens, völlig unabhängig von beruflicher oder privater Weiterverwendung. Eine Quittung bekommt jeder!

Quittieren vom Mittelhochdeutschen quit, aus dem Lateinischen über das Französische quitter, befreien, entlassen, auch zu erkennen in dem Wort quitt, befreit von etwas, einig, lateinisch quietus, ruhig still, bedeutet bescheinigen, bestätigen. Die Quittung ist der Beleg, Nachweis, allerdings auch die Auswirkung, Strafe, Konsequenz.

Als logische Erkenntnis ergeben sich der Nachweis für das Handeln, die Konsequenz hierfür und das einigen über beide Aktionen. Wer hat nicht schon einmal höhnisch, bitter, bestimmt jemanden ermahnt mit den Worten: Das ist die Quittung für dein Verhalten, im Sinne, geschieht dir recht, du hast nicht gehört auf die Mahnung.

Kann man davon ausgehen, daß jede Konsequenz eine „negative“ Komponente für „falsche“ Handlungen nach sich zieht? Also quasi eine Bestrafung darstellt? In einigen Situationen des Lebens kommt man nicht umhin, diesen Gedanken als folgerichtig anzunehmen, nach dem Motto: Kleine Sünden bestraft Gott sofort, oder wer nicht hören will, muß fühlen.

Dennoch wäre es falsch, so leichthin die Belege unseres Handelns mit „negativen“ Auswirkungen zu quittieren, die nicht alle nur ein gutes Licht auf unsere Persönlichkeit werfen können, da jeder, so fair sollte man sein, eben menschelt und nicht alles immer richtig macht, und vor allen Dingen kann man es nicht immer jedem Recht machen.

Auch wenn man des Öfteren nicht umhinkann, einigen Menschen zu attestieren, daß sie für ihr nachweisbares Verhalten wie Lügen, üble Nachrede, Denunzierung, nicht die angemessene Konsequenz der „Strafe“ erhalten haben, so sollte man dennoch bedenken, daß im Endeffekt jede Handlung sich selbst behandelt. Soll heißen, wer mit Lügen durchs Leben geht, lebt diese Lügen, er ist die Lüge. Dieser Mensch ist somit ein Beispiel für andere, es ihm nicht gleichzutun, und er wird nur Menschen auf lange Sicht als Freunde haben, die ebenso handeln.

Dies ist dann seine Quittung, seine Konsequenz. Die Quittung steht für die Aktion des Belegens einer Handlung, die Quittung ist die Reaktion auf die Auswirkung der Handlung, und nur wer beides in positiven Einklang und zur Ruhe und Befreiung bringen kann, ist mit seinem Leben quitt und besitzt somit die Fähigkeit, zu einem freien ausgeglichenen Mensch zu werden, der die Waagschalen „richtig“ und „falsch“ stets auspendelt.

Doris Mock-Kamm

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Bayer kauft Monsanto auf

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Schreckliche Nachricht für kritische Verbraucher

Das Worst-Case-Szenarium ist nunmehr eingetreten. Der Bayer-Konzern hat den in Verruf geratenen Chemiegiganten Monsanto für rund 59 Milliarden Euro gekauft, die bisherig größte Übernahme durch einen deutschen Konzern, wie auch der Focus berichtet.

Damit nimmt die neue Fusion den ersten Platz in der Weltspitze der Agrarchemie ein. Der zu befürchtende Weg einer gentechnologischen Weiterentwicklung wird nunmehr rasch forciert, wie im Interview mit Querdenkende Jan Pehrke bereits ausführlichst geschildert hatte. In sofern sollten gerade verantwortungsbewußte Politiker spätestens jetzt aufwachen und entsprechende Maßnahmen ergreifen, bevor ihnen das Ruder gänzlich genommen.

Dürfen wir dies von einem Kabinett Merkel erwarten, welches ohnehin schon die ganze Zeit eher duckmäuserisch dienlich sich den USA beugt? Wohl kaum, hierbei spielen stets profitorientierte Erwägungen zum Vorteil der Großkonzerne eine übergeordnete Rolle, hat am Ende der Verbraucher das Nachsehen. Die Verhinderung dieser Transaktion ist somit gänzlich mißglückt, es kommen schwere Zeiten auf uns zu.

Lotar Martin Kamm

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Die Welt im Umbruch trotz widriger Umstände

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Friedvoller Umgang verhindert Gewalt und Zerstörung

Unsere Mutter Erde befindet sich im Umbruch. Oder sollte es eigentlich lauten, daß sie dies schon immer tat? Letzteres entspricht der messerscharfen Wirklichkeit, weil der Mensch selbst ständig seine Umgebung verändert im alltäglichen Sein, im Überwinden der Probleme, wobei sich auch die Frage stellt, ob er dies bewußt oder eher unbewußt herbeiführt.

Dabei stoßen wir an die Grenzen der Rationalität, ob wir darüber hinaus auch eine Reise zum Sein schlüssig zu erklären vermögen. Jedoch in Abhängigkeit des Weltbewußtseins offenbart sich das Geschehen selbst im Kontext vom Ich zur Gemeinschaft. Wie sonst sollte ein Zusammenleben möglich sein, da halt nicht jeder für sich selbst lebt, sondern stets im Kollektiv aufeinander angewiesen. Und somit gilt es, friedvoll miteinander umzugehen, um Gewalt und Zerstörung zu verhindern.

Die Weisheit des Verzeihens

Dürfen wir vergessen, was jemals geschehen? Wie lang speichern wir in uns angenehme und schreckliche Erlebnisse, um gleichzeitig den Alltag zu meistern, ohne Gefahr zu laufen, daß diese uns einholen und in gewisser Weise beeinflussen? Die Antworten entdecken wir überall entblättert im täglichen Sein, wobei ganz unterschiedlich wir versuchen, mit ihnen umzugehen, sie zu verinnerlichen.

Versuche, menschliche Persönlichkeit psychologisch zu analysieren, mag unter Zuhilfenahme des Fünf-Faktoren-Modells (FFM) oder auch „Big Five“ genannt, durchaus hilfreich sein, dennoch bleiben viele offene Fragen und Ungeklärtheiten im Raume stehen, da Mensch nie gänzlich verstanden werden kann. Viel zu komplex gestaltet sich das Leben auf Erden. Aber dennoch tragen wir in uns uralte Erinnerungen, die nur noch entdeckt, hervorgeholt werden müssen, wenn wir denn nach ihnen langatmig fragen oder forschen.

Der Dalai Lama hatte höchst nachdenklich auf die Frage hin, ob denn die Leute meditieren sollten, im Buch „Die Weisheit des Verzeihens“ geantwortet, daß er das schon denke, es lohne sich für die Welt, mehr nach innen zu schauen. Wir aber täten dies nicht genug, er sage nicht, die Menschen sollten religiös sein, das meine er nicht, sondern vielmehr, wir sollten uns stärker auf unser eigenes Potential konzentrieren. Meditation folglich eine positive Möglichkeit fürs Weltbewußtsein, so daß Mensch viel eher die Friedfertigkeit des Kollektivs im alltäglichen Miteinander entdeckt?

Alte, seelische Wunden verarbeiten

Die Reise zum Sein wird von Beginn an „abgelenkt“, weil wir zunächst äußere Widerstände im Aufwachsen und Lernen überwinden müssen, die Balance in uns finden und entdecken. Genau dieser Spagat zwischen dem Alltag und dem Vordringen in unser innerstes Ich, mit dem haben die allermeisten Menschen zu ringen, ob sie es nun bewußt suchen oder auch nicht.

Wenn jemand in täglicher Sorge unterwegs, sogar ums Überleben kämpft, hat er gar nicht die Zeit und Muße, sich über solche Umstände Gedanken zu machen, sondern dann zählt einzig und allein die Vermeidung, dem Tod von der Schippe zu springen, um diese dramatische Redewendung mal zu benutzen. Aber all diejenigen, die nicht solch extremen Situationen ausgesetzt, haben die Möglichkeit, ihr Selbst zu finden, wenn sie denn auch wollen.

Vermögen Menschen überhaupt so weit vordringen, wo sie doch real trotz zivilisierter Errungenschaften immer noch in Abhängigkeit, selbst in hoch industriellen Ländern wie Deutschland, ganz gezielt an die Grenzen einer halbwegs bescheidenen Existenz stoßen, weil dies sich zwischen Job haben oder arbeitslos Sein entscheidet? Eine sich verselbständigende Angst sich ausbreitet, die wiederum Menschen an den Rand drängt, diese sich nicht über Zusammenhänge Gedanken machen sollen, sondern einzig und allein nur zu funktionieren haben ganz im Sinne derjenigen, die das so wollen? Denn wer denkt und hinterfragt, könnte ja Kritik üben, die eigentlichen Zwänge entdecken und Forderungen stellen, oder?

Wer all diese Machenschaften durchschaut hat und sein Selbst dann doch gefunden, kann nach sorgfältiger Verarbeitung „alter, seelischer Wunden“, den Weg des Glücklichseins beschreiten und hat somit ebenso eine sehr gute Voraussetzung, geben zu können an all diejenigen, die Hilfe brauchen. Mensch trägt in sich daher sämtliche Anlagen eines harmonischen Daseins, er muß nur erkennen, daß der Weg der Zerstörung, der Gewalt, der Destruktivität gänzlich verkehrt.

Kann man von einem Paradigmenwechsel sprechen, wenn dieser Gedanken längst gesät, die Frucht nur noch aufgehen muß? Man mag einen solchen Wunsch belächeln, weil in der Vergangenheit stets das Gegenteil obsiegte, aber die Tür solcher Aussichten, die steht weiterhin offen, wir sollten einfach nur diese Schwelle überschreiten, selbst wenn es den meisten noch schwerfällt.

Lotar Martin Kamm

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Heim – Rast des Aufenthaltes

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Heimlich schleichen
sich Heimchen wieder
an den heimischen Herd
und köcheln Suppen
voll mit geheimen
Zutaten, damit die
Heimat nicht vergiftet
durch Heimlose,
die in Verdacht stehen,
alles einzuheimsen,
was nicht niet- und nagelfest
im Heim verankert.

Die große Heimsuchung
durch den Genuß
der Suppen
löst Heimweh aus,
nach der Heimat Haus
und starken Mannen,
die alle heimbringen
ins heimelige
Heimatland, zum Heime,
wo einst jede Wiege stand.
Kein heimtückischer
Gedanke sei hier heimisch.

Plötzlich tief verwurzelt
jeder Mensch sein Heim,
Heimat sein eigen nennt.
Verheimlicht wird auf
dieser Heimfahrt,
daß jeder nur auf
geborgtem Heimatland
wohnt. Bleibt zu hoffen,
daß auf der
letzten Heimreise
es wird jedem
heimleuchten,
weil nur der Heimgang
zur wahren Heimstatt führt.

Nafia

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US-Atomwaffen-Standort Büchel: Proteste viel zu gering

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Resignation der Friedensbewegung hält an

Gestern fand eine Sitzblockade vorm Fliegerhorst Büchel in Rheinland-Pfalz, Landkreis Cochem-Zell, statt, wobei sich Friedensaktivisten zusammen mit Mitgliedern von ROBIN WOOD vor den Toren des US-Atomwaffen-Standorts einfanden, Banner mit den Slogans „Atomwaffen verschrotten – Atomausstieg jetzt!“ und „Kein Rückfall ins Atomzeitalter“ entrollten, wie die Gewaltfreie Aktionsgemeinschaft für Natur und Umwelt e.V. berichtete.

Viele kleine Aktionen mögen einiges bewirken, jedoch die großen Zeiten der Proteste scheinen verebbt zu sein, die Resignation der Friedensbewegung hält an. Woran mag dies wohl liegen? Hat die militärische Linie der USA am Ende obsiegt, zumal selbst die Bundespolitik zu schnell kleinlaut nachgibt?

Modell des Kalten Krieges wird erneut angestrebt – sind wir bereits mittendrin?

Und zwar erst recht im Sinne eines zurückkehrenden atomaren Wettstreites zwischen den beiden Atom-Supermächten, zumal einer weltweiten Wirtschaftslage meist hausgemachter Krisen nichts besseres entgegenkommt als wohlgefällig inszenierte Kriege? Allen voran stellen dies seit Jahrzehnten die USA nonstop unter Beweis, simpelst werden Kritiker in die Ecke des Antiamerikanismus gestellt, obwohl die Politik des Hegemon offensichtlicher kaum sein könnte, gleichzeitig sich Russland aber nicht wegducken kann, sondern mitziehen muß, will es sich nicht von den Amis überrumpeln lassen. Schon verselbständigt sich ein neu entflammter Kalter Krieg.

Den haben zweiffelos die USA forciert mit den Stationierungsplänen 20 neuer Atombomben auf dem Eifeler Fliegerhorst Büchel, wovor natürlich Russland eindringlich warnte. Wie schnell die Bundesregierung eigene Bedingungen des Koalitionsvertrages in den Wind schoss, konnte man hierbei beobachten: Nach der Forderung zum Atomwaffenabzug folgte bekanntlich der Kadavergehorsam der NATO gegenüber, einer Modernisierung der Atomwaffen in Deutschland zuzustimmen. Mit einer Bundeskriegs…äh Verteidigungsministerin von der Leyen wird dies sicherlich auch so bleiben.

Düstere Prognosen verheißen nichts gutes

Insofern kehren bei vielen wachen Geistern dieselben Ängste zurück, wie schon mal etliche in Zeiten des NATO-Doppelbeschlußes unter Helmut Schmidt duchleben mußten, selbst wenn hinterher sich gern damit gebrüsket wurde, es hätte doch wunderbar funktioniert. Dies verdanken wir der rechtzeitigen Besonnenheit Verantwortlicher, den Finger vom roten Knopf zu lassen.

Allein schon Kerrys reines Kalkül beim Gedenken der Hiroshima-Opfer läßt anderes vermuten. Mit einem Donald Trump als Präsident wächst die Gefahr unbesonnener Handlungen, mitten in Europa könnten deutsche Tornado-Kampfflieger mit US-Atomwaffen bestückt gen Russland fliegen, das Szenario eines Atomkrieges rückt schneller in die Realität als einem lieb sein kann, oder?

Keine Nation hat so viel weltweites Leid verursacht wie diese USA, die obendrein auch noch meinen, sie müßten die Weltherrschaft damit an sich reißen. Wer kann sie stoppen, wenn nicht das Rückgrat einer Menschheit, die endlich aufwachen sollte, bevor es zu spät sein wird.

Lotar Martin Kamm

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Wir haben uns tatsächlich gern

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Oder kannst du mir den Buckel runterrutschen?

Ach, was haben wir nicht alles gern! Wobei es Menschen gibt, die sich irgendwann für eine überschaubare Anzahl ihrer Liebhaberei entscheiden, andere dagegen kontinuierlich die Menge des Gernhabens vergrößern. Dabei gibt es höchstens die Unterschiede, ob es sich um Menschen, Tiere oder Dinge handelt, auf denen die Liebhaberei fokussiert wird.

So kann es ohne weiteres sein, daß man in seinem Umfeld nur eine Handvoll Menschen gernhat, aber das Haus, die Wohnung vollgestellt ist mit den Dingen, die man gern hat. Oder man ist fixiert auf einen großen Freundes- und Bekanntenkreis und kann so gar keine materiellen Dinge in der Wohnung um sich haben. Allen gemein ist das Gernhaben und damit verbunden oftmals der Wunsch, die Gernhabenden um sich zu scharen.

Je intensiver die Gernhaberei verankert ist, desto rastloser können Menschen werden, um die Liebhaberei, die es ihnen angetan hat, in ihren Besitz, auch gleichgesetzt mit Umgebung, zu holen. Ihre Gefühle werden in diesem Fall nur noch gesteigert durch Neid, wenn ihre Wunschliebelei auf Grund hoher Kosten nicht sofort in Besitz genommen werden kann und andere sich daran erfreuen. Oder falls es sich um einen Menschen oder ein Tier handelt, in fanatischer Vergötterung ausartet, diese Menschen oder Tiere mit ihrer Liebe erdrücken.

All dies ist kein Wunder, denn das Adverb, Umstandswort gern ist eine Weiterbildung des Wortes Gier. Althochdeutsch gerno, eifrig, ursprünglich althochdeutsch girī, Gier, Begierde, Raffsucht, Verlangen. Anderseits wäre Gernhaben nicht möglich ohne Begehrlichkeit für den oder das andere? Wer umgibt sich freiwillig mit unliebsamen Menschen und Dingen?

Ist das Gieren die Antriebsfeder für Gernhaben, ähnlich dem Hungergefühl, um Nahrung aufzunehmen? Kann ohne Gieren kein Gernhaben stattfinden, weil ansonsten das Holz fehlt, um Feuer zu entfachen? Und wie paßt der Ausspruch, Redensart, du kannst mich mal gernhaben in diesem Kontext? Bedeutet er doch in etwa, du kannst mir den Buckel runterrutschen, dir zeige ich die kalte Schulter, mit dir möchte ich nichts zu tun haben, kurzum, verdeutlicht die Redensart eine Ablehnung jemanden gegenüber. Wir bestrafen Mitmenschen mit Nichtachtung, wenn wir ihn auffordern, uns gernzuhaben, wir lehnen seine Liebe ab, sie sind Luft für uns.

Verschmähte Liebe eine Bestrafung? Unbedingt, denn das Verschmähen, nicht Besitzen kann erst recht das Geifern nach dem verlorenen Gernhaben auslösen. Um das zu verstehen, sollten wir wissen, daß die Befindlichkeit, mit Ausnahmen, eines Wesens von positiven Aspekten abhängig ist, damit das Wesen sich wohlfühlt.

Schon das Baby giert nach Zuwendung, entweder weil es hungrig oder Nähe und Wärme beansprucht. Ohne dieses Gieren kommt kein Gernhaben, Zuwendung zustande. Kurz, auf Aktion erfolgt Reaktion. Allerdings sollte man nicht dem Irrtum anheimfallen, daß zu wenig Aufmerksamkeit zu großer Gier führt, es aber auch nicht vollkommen ausschließen.

Wichtig beim Gernhaben scheint zu sein, zu wissen, daß das Feuer der Gier die Antriebsfeder, den Ursprung darstellt, und solange die Gier nicht umschlägt in fanatische Liebelei, die sogar die Objekte der Liebe verbrennen kann, ist Gernhaben auch eine Art der Wahrung, des Respektes gegenüber den mannigfaltigen Dingen, die gern gehabt werden. So können wir uns gerne gernhaben, aber auch einfach gern haben.

Doris Mock-Kamm

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Gesellschaftlicher Perspektivlosigkeit Widerstände einräumen

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Mutlos weder zurück noch nach vorne blicken?

Mechanisches, gar stundenlanges Vollrichten bestimmter Bewegungsabläufe erfordert auf gewisse Weise eine Konzentration, selbst wenn man dabei tatsächlich abschaltet, zumindest in Phasen. Hinterher verbleiben da Momente, in denen die Frage im Raum steht: Worüber habe ich nur gegrübelt? Meistens entrinnen diese Gedankengänge, um irgendwo in den Tiefen der Erinnerung zu verweilen, vielleicht irgendwann dann doch noch zurückzukehren.

Darf man hierbei von einer Form der Meditation sprechen, einer Trance im Tun während gleichbleibend sich wiederholender Arbeitsgänge? Auf alle Fälle, wer es schon durchlebte, weiß dies nachzuempfinden. Du hast eine zeitlang in deinem Leben solche Jobs vollrichtet, dich stets bemüht, dich weiterzubilden, nicht nur weil die Gesellschaft das gern sah, sondern erst recht, um dir selbst zu beweisen, daß du gern mit offenen Augen lernend durchs Leben gehst.

Erfahrungswerte kann uns niemand nehmen

Auf diese Weise gingen sie dahin, die Jahrzehnte eines arbeitsintensiven Lebens, in dem Langeweile niemals aufkam und das nicht nur, weil du eine Familie gegründet, sorgenvoll die eigenen Kinder hast aufwachsen sehen, sondern weil du in deiner Wißbegier dir immer wieder die Frage stelltest, was du noch nicht erreichtest, woran es lag oder was du alles unternehmen mußt, um selbst diese Hürden zu meistern. Oder aber läßt es dich kalt, wissend nach einem erfülltem Leben, daß Grenzen dir aufzeigen, dir überhaupt kaum Chancen verbleiben, etwas ändern zu können

Gewährt gerade eine Gesellschaft des sozialrassistischen Abbaus mit der daraus resultierenden zwischenmenschlichen Kälte noch Freiräume, dem anderen seinen jahrzehntelangen Stolz noch zu gönnen, wie man unschwer allein schon an den bösartigen Stellschrauben eines deutschen Hartz-IV-Systems im Alltag längst beobachten kann?

Angefangen von den menschenverachtenden Sanktionen bis hin zu Familienzwistigkeiten, in denen sich gegenseitig belauert wird, wer denn der bessere Mensch sei, nur weil die eigenen Kinder kaum eine Chance auf dem Arbeitsmarkt oder umgekehrt sie den Eltern vorschreiben, wie diese zu leben haben? Sind wir schon so weit gekommen, daß die Gesellschaft sich mißtrauisch beäugt, mit Schuldzuweisungen aufeinander eindrischt, während die eigentlichen Urheber sich ins Fäustchen lachend abwenden? Wir sind es, die genauer hinschauen müssen!

In Würde den Widerständen trotzen

Durchaus möglich, solange du noch nicht gänzlich gebrochen bist, obwohl viele Steine dir in den Weg gelegt werden. Wer in jungen Jahren die Kraft hat, sein Leben sorgenfrei zu meistern, möge es in vollen Zügen genießen. Denn niemand kann vorhersagen, welch Schicksal einem im Alter begegnet, ob Krankheit durch Verschleiß, der Verlust guter Freunde oder Familienangehörige, Langzeitarbeitslosigkeit, eine hoffnungslose Überschuldung. Irgendwelche Schuldzuweisungen solch Betroffenen gegenüber sind völlig fehl am Platz, erst recht, wenn sie alles unternehmen, ihr Leben in den Griff zu bekommen.

Hierbei hilft vielmehr der umsichtige Respekt, das Akzeptieren der jeweilig anderen Lebensweise, gerade in einem neoliberalen Klima eine schwierige Aufgabe, eine besonnene Fairniß walten zu lassen, insbesondere wenn am Ende lediglich vieles sich am Geld orientiert, wobei genau deshalb die ganze Tragweite zwischenmenschlicher Kälte zum Ausdruck gelangt. Dürfen wir allen Ernstes das weiterhin zulassen? Oder aber sollten wir uns aufgefordert fühlen, wesentlich offener und genauer hinzuschauen, bevor wir uns immer weiter instrumentalisieren lassen in einem Sog, wo angebliche Gewinner mit dem Finger auf die Verlierer zeigen?

Derjenige, der noch aufrecht im Leben steht, sich eben nicht vorschreiben läßt, wie er seinen Alltag bewältigen soll, den kann man nur beglückwünschen, sich eben nicht dem Diktat einer kaltherzigen Welt des Sozialrassismus untergeordnet zu haben, ob nun seitens Behörden oder gar in Familienkonstellationen.

„Man sollte nie so viel zu tun haben, daß man zum Nachdenken keine Zeit mehr hat.“ (Georg Christoph Lichtenberg)

Genau dies verhindert die Arbeitswelt nach wie vor. Mit ein Grund, das BGE oder das Bandbreitenmodell anzuwenden. Andererseits sollen Menschen wohl nicht nachdenken und Zusammenhänge verstehen, vielmehr einfach für Eliten funktionieren.

Lotar Martin Kamm

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