Wahlkampf für die AfD seitens Tagesspiegel höchst fragwürdig

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Wie manche Medien Rechtspopulismus beschönigen

Verwundert mag man sich die Augen reiben, was in letzter Zeit für scheinbare Umbrüche stattfinden. Während manch pfiffiger Zeitgenosse gern mit den Argumenten auf den Lippen unterwegs, eine lang anhaltende Untätigkeit seitens der etablierten Parteien hätte zu einem Stimmungswechsel im Lande geführt, so daß die AfD ein günstiges Ventil des Protestes sei. Welch Trugschluß.

Doch den Vogel schoß jüngst Gerd Nowakowski, leitender Redakteur beim Tagesspiegel, mit seinem Artikel „Wie eine Altlinke in Kreuzberg zur AfD fand“ ab, den ebenso „Die Zeit“ meinte, ihren Lesern präsentieren zu müssen. Wer diesen liest, kommt nicht umhin, sich zu fragen: Wahlkampf für die AfD seitens des Tagesspiegels? Was geschieht da gerade im Mediengetümmel, wo manche gar den Rechtspopulismus verharmlosen oder beschönigen?

Kein klares Statement führt zur Bestätigung des rechtsradikalen Kurses

Kommt das nicht all jenen bekannt vor, die noch einen Restverstand besitzen, um sich an alte historische Zeiten zu erinnern, denken wir an die Weimarer Zeit, an die Hitler-Schergen, an ein Europa zurück, welches ein offenes Ohr für rechtradikale Tendenzen nicht nur in Deutschland selbst hatte, dabei gern die gesamte Linke verunglimpfte nebst Intellektuellen und Künstlern, soweit jene eben nicht fanatisch sich unterordneten?

Man mag sich zurückversetzt fühlen mit Blick in unsere Gegenwart. Obendrein wird mal eben nicht stichhaltig genug nachgeprüft, in wie weit eine Sibylle Schmidt tatsächlich in der linken Punkszene verwurzelt gewesen sein soll. Der Autor dieses Artikels hier bei Querdenkende kennt halt zufällig die Berliner Punk-Szene aus alten Tagen, so daß ihm Schmidt bekannt sein müßte. Fehlanzeige! Es wird sich lediglich um jene Pseudo-Punks gehandelt haben können, die schon damals meinten, mit dem Kauf zerrissener Klamotten beim KaDeWe sei man in der Szene involviert. Sorry, bullshit!

Dann schwenkt man gern in ihrer Vita gen merkwürdige taz, die schon damals bei etlichen Kritikern zurecht argwöhnisch beäugt wurde, man denen eben manche Standpunkt nicht abnahm. Mit linker Überzeugung hat dies wenig zu tun. Selbstversändlich kann Frau Schmidt nicht mithalten beim Schwenk eines Horst Mahlers, eben weil dieser tatsächlich in der linken radikalen Szene verwurzelt war. Nur dieser Weg von angeblich Links, über SPD zur AfD läßt jeden halbwegs wachen Geist stutzen: Das paßt nicht zusammen.

Wenn Identitäre meinen, ehemalige Protestaktionen nachzuäffen

Zeugt dies nicht nur von wenig Einfallsreichtum, sondern beweist obendrein, daß jene politische Strömung simpel gestrickt ist, wie völlig berechtigt auch die FAZ anmahnt. Klar doch, jetzt können all jene Elsässers und Co. aufschreien, das sind etliche Seiten und Blogs, die gern mitmischen, um im Pool des neu aufkommenden Rechtspopulismus ebenso einen Platz an der Sonne zu ergattern, in der Hoffnung, irgendwann würde das „verschlafene Volk“ aufwachen und sich erheben. Gegen was denn? Die Demokratie, die etablierten Parteien, die in den Augen jener Fanatiker keinerlei Rechte mehr haben, zusätzlich von sogenannter „Lügenpresse“ unterstützt?

Auch Sputnik springt auf den Zug eingleisiger Berichterstattung, lobt Frau Schmidt sogar als tough. Man fragt sich bloß, was daran tough sein mag, wenn eine AfD die Frau zurück haben möchte an Heim und Herd, sozialer Abbau noch härter durchgreifen soll per Zwangsarbeit, der Mindestlohn wieder verbannt wird. Das soll eine Alternative für Deutschland sein, zusammen mit all ihren Begleitströmungen, den Identitären, Pegida, dieser gesamten rechtpopulistischen Mischpoke? Armes Deutschland, wenn so etwas mal an der Macht.

Mögen all die Bürger dies verhindern, die noch einen Restverstand an politischer Willensbildung hegen, daß eine Demokratie von Vielfalt lebt, mitnichten von einem Werdegang einseitiger Ausgrenzung, wo eine multikulturelle Gesellschaft per se verurteilt wird. Das kann nicht fruchten, weil die Welt längst zusammengewachsen.

Lotar Martin Kamm

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Die Mühsal der Wenigkeit

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Nur das Wenigste wird eingepackt,
die Erfahrung hat schlau gemacht,
ward erst mal die Angst überwunden,
ist das Glück mit Nichts gefunden.

Auf dem Weg zum Nichts, Wenigkeit
war die Tierbeobachtung die Sicherheit
als Beweis, zu sein ohne zu haben.
Man benötigt nur des Schöpfers Gaben.

Alles, was sie je geschaffen, getan,
wird im Gedächtnis verweilen fortan.
Es wird sich breit machen, das Erstaunen,
welch Wissen dort wie in Stein gehauen.

Der Weg ist mühsam auf der Lebensstraße,
entlohnt durch Bewegungsfreiheit ohne Maske,
denn die nützt zwischen Neuem nichts,
erschafft nur neue Grenzen, wird Hindernis.

Der Schatz des Seins liegt nicht in der Truhe,
die gehütet wird und verhindert die Bettruhe.
Der wirkliche Schatz, das Glück auf Erden,
ist die Mühsal, allen Ballast loszuwerden.

Nafia

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Brasilien: Dilma räumt ihren Platz, Temer frohlockt

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Ein Sieg der besseren Korruption sowie des neoliberalen Kurses?

Dilma Rousseff räumt keineswegs freiwillig ihren Platz, sondern durch ein geschickt eingefädeltes Amtsenthebungsverfahren fällt heute die Entscheidung, wenn per Zwei-Drittel-Mehrheit die Senatoren gegen die noch amtierende Präsidentin stimmen, während ihr Nachfolger Michel Temer nunmehr frohlockt.

Der 75-jährige Vizepräsident somit bis zu den Neuwahlen 2018 die Amtsgeschäfte übernehmen wird, das Ende einer 13-jährigen Regierungsära der Arbeiterpartei PT, die besonders durch Dilmas Vorgänger, Präsident Lula, geprägt, das riesige Land umkrempelte, für mehr soziale Gerechtigkeit sorgte. Dennoch mußte am Ende jene Ära scheitern.

Zuviel Korruption sowie Parteien belasten Brasiliens Politik weiterhin

Wer jetzt tatsächlich meint, es würde in Brasilien aufwärts gehen, sollte sich nicht blenden lassen von den Verheißungen einer vollmundigen Privatisierungspolitik, die Michel Temer zweifellos anstreben wird. Das Desaster und somit die folgenschwere Tragik kann ein jeder mit Leichtigkeit mit Blick gen Norden zu den USA betrachten. Eine anhaltend wachsende Armut in der weltweit größten Industrienation bei gleichzeitigem Überreichtum einer kaltschnäuzigen Elite. Das soll vorbildhaft als Zukunft Brasiliens gelten?

Verhöhnung gehört wohl zum politischen Geschäft, so auch die haftend gebliebene Verabschiedung Dilmas bei einem abgehörten Telephonat mit den Worten: „Tchau, querida!“ Doch was heißt solch ein bösartiges Nachtreten? Ablenkung vor eigenem Unvermögen?

Mit Blick zu den zu bewältigenden Problemen, die dem riesigen Land bevorstehen, muß man davon ausgehen. Oder glaubt tatsächlich jemand, daß jene selbstgefälligen in Regierungsverantwortung stehenden Politiker Brasilien zurückführen werden in soziale Gerechtigkeit, mehr Arbeitsplätze und Wohlstand? Wohl eher kaum. Das Geflecht der Korruption läßt sich mitnichten einfach entwirren, zuviele Kleinparteien verzetteln sich im Machtgerangel um die besten Plätze im Parlament.

Fußball-WM, Olympische Spiele hinterlassen eine Schneise ungelöster Probleme

Während vor zwei Jahren alle Welt gen 20. Fußball-Weltmeisterschaft nach Brasilien blickte, am Ende gar gedemütigt der fünffache Fußballweltmeister im Halbfinalspiel 1:7 gegen Deutschland verlor, fragt bis heute kaum jemand nach den Problemen im Lande, inwieweit  der Raubbau der Ressourcen überhand nimmt, indigene Völker verdrängt werden, eine gigantische Agrarindustrie mittels Genfood, Insektiziden und Regenwaldabholzung die Natur vernichtet.

Auch diesjährig hält der Völkermord einfach an, ignoriert die sportbegeisterte Welt trotz abgehaltenen olympischen Spielen jene dreisten, menschenverachtenden Vorgehensweisen. Darf man sich somit noch wundern, daß selbst Dilma Rouseff ihren Posten räumen muß? Mitnichten. Es zählt wohl nur der gezielte Weg der Bereicherung, den nunmehr die Gönner von Michel Temer übernommen haben, sehr wahrscheinlich unterstützt und gesponsert durch die USA.

Lotar Martin Kamm

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Das Ziel verfehlen

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Weit gefehlt oder etwa doch nicht?

Wer kennt sie nicht die Situation, wenn eine Socke nach dem Waschvorgang in der Maschine fehlt, wenn ein Kaffeelöffel einfach nicht mehr auffindbar, wenn die Schere auf Nimmerwiedersehen aus der Wohnung verschwunden ist, wenn Kugelschreiber sich in Luft auflösen, sie fehlen, meistens in Momenten, wenn sie doch dringend erforderlich sind. Es fehlt genügend Schlaf, es fehlt der richtige Partner, es fehlt an materiellen Wohlstand, es fehlt an Phantasie.

Es gibt kaum etwas, das nicht fehlen kann, für den einen mehr, für den anderen weniger im Laufe seines Lebens. Weit gefehlt oder doch nicht? Er fehlte auf der Feier, es fehlte die nötige Vorsicht, der Reservereifen fehlte, es fehlten mehrere Stühle, es fehlte der Glauben, das Wissen, die Einsicht, die Sonne fehlte, es fehlt an allen Ecken und Enden. Sie verfehlte den Bus, er verfehlte in seinem Handeln.

So ganz fehlerlos kommt keiner durchs Leben, der Unterschied zwischen den Menschen besteht nur in der persönlichen Bereitschaft, zu Fehlern zu stehen oder sie von sich zu weisen. Fehlen die Fehler gänzlich in einem Leben, so kann man ohne Bedenken von einem egoistischen, eventuell kombiniert mit narzißtischen Wesenszügen, Menschen ausgehen.

Fehlen leitet sich vom Mittelhochdeutschen vælen, vēlen ab, verfehlen, sich irren, lateinisch fallere, ab. Das Wort Fehler leitet sich ab ca. dem 15 Jahrhundert vom fehl Schießen, beim Bogenschießen. Auch wurde es eingesetzt bei der Lotterie, ob ihr losz unter den treffern oder fehlern stehen würde. (DWB) Durch den Fehler, das nicht Treffen, verfehlen wir das Ziel, kann man doch so sagen, oder? Durch das Fehlen, sich irren, treffen wir den Fehler, geht auch, oder etwa nicht?

Beide Wörter versinnbildlichen einen Verlust und ein Versagen. Beides wird nicht nur heutzutage, auch wenn dies von manchen vehement abgestritten wird, gerne als nicht existent oder als nicht empfehlenswert, schlimmer sogar als abwertend in Bezug zu einer Person gestellt. Obwohl das Sprichwort sagt: Aus Fehlern lernt man! Und doch ist es verpönt, wird gerne, weil es einen Verlust, ein Manko darstellt, entweder durch die Person selber oder durch andere vertuscht, so daß schließlich nur der vollendete perfekte Mensch ohne Fehler lieber in der Gesellschaft aufgenommen wird.

Dies führt häufig zur Selbstlüge, beziehungsweise zu einer verlogenen Gesellschaft. Allerdings gibt es, wie könnte es auch anders sein, den Umkehrschluß, nämlich Menschen und Gesellschaften, die bewußt damit kokettieren, etwas mehr Zuwendung zu bekommen, wenn sie ihre Fehlleistungen und ihre fehlenden Sonstirgendwas in den Vordergrund stellen.

Zu Fehlern zu stehen, ist nicht immer einfach, aber die Mühe lohnt, zu lernen, entweder um besser in irgendeiner Angelegenheit zu werden, oder um besser sich selbst kennenzulernen. Wenn der Fehler fehlt, verfehlen Sie das Ziel, sich selbst zu finden.

Doris Mock-Kamm

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CETA: Endrunde zum finalen Showdown per Klage vorm BVerfG

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Marianne Grimmensteins Rückhalt läßt noch hoffen

Die Trickserei der Politik läßt keine Zweifel offen, daß ihr jedes Mittel recht, um bestimmte Lobbyisten zu befriedigen, ganz im Einklang eigener Pfründe und Vorteile. Genauso verhält sich auch der stellvertretende Bundeskanzler, SPD-Vorsitzende und Bundesminister für Wirtschaft und Energie sowie höchstwahrscheinlich der potentielle Kanzlerkandidat zur Bundestagswahl 2017.

Sigmar Gabriel befürwortet zusammen mit etlichen anderen in seiner Partei, wie z.B. Hannelore Kraft, das Zustandekommen von CETA. Allerdings läßt Marianne Grimmensteins Rückhalt noch hoffen, immerhin schlossen sich ihr 68.058 Mitkläger an, die in der Endrunde zum finalen Showdown per Klage vors BVerfG ziehen werden.

TTIP fallenlassen, um CETA durchzusetzen

Bereits im Mai dieses Jahres erschien bei den Nachdenkseiten ein Artikel von Norbert Häring, der plausibel erläuterte, wie Europa in die TTIP-Falle tappt. Insofern all die vielen Widerstände und Proteste gegen das TTIP ein Trojanisches Pferd, um die Menschen abzulenken, in Wirklichkeit über das CETA (Comprehensive Economic and Trade Agreement) all die Möglichkeiten seitens US-Firmen deren Ziele durchzusetzen, am Ende die Nationalparlamente, der Verbraucher das Nachsehen haben werden?

Es schaut ganz danach aus, private Schiedsgerichte werden dann über Gedeih und Verderb betroffener Verbraucher und Firmen entscheiden, transnationalen Konzernen wird der rote Teppich ausgerollt, so daß diese per milliardenhoher Klagen vor derartigen Tribunalen letztlich sich durchsetzen. Da vermag ein Herr Gabriel noch so oft tönen, mit ihm sei ein solcher Weg nicht zu machen. Was der mündige Wähler längst wissen sollte: Die Politik verspricht viel, vor allem vor Wahlen, hinterher hält sie sich an nichts!

Können Verfassungsklage sowie abtrünnige Politiker das CETA noch verhindern?

Obwohl der Vizekanzler unbeirrt an seinem Vorhaben festhält, trotz fragwürdigem Beschluß sich auf glatten Boden wagt, glimmt noch ein Restfunken Hoffnung auf, bedenkt man den beherzten Widerstand der Musiklehrerin Marianne Grimmenstein. Am letzten Samstag reichte sie die größte Sammelklage beim Bundesverfassungsgericht Karlsruhe ein. Dabei erfolgt auch Rechtsbeistand durch den Bielefelder Rechtswissenschaftler Andreas Fisahn.

Gleichzeitig regt sich endlich mehr Widerstand in den Reihen der SPD gegen das CETA, in Bayern, Berlin, Niedersachsen und Schleswig-Holstein fühlen sich etliche Politiker aufgerufen, ihre Stimme zu erheben. Dennoch sollte man unbedingt das TiSA (Trade in Services Agreement) nicht aus den Augen verlieren, welches den gesamten Dienstleistungssektor empfindlich stören könnte, dem freiem Wettbewerb folgt freier Datenfluß auf dem Fuße, eine unbegrenzte Möglichkeit, den hochgehaltenen Datenschutz aufzuweichen.

Obendrein darf man dann auch den Arbeitsschutz sowie Arbeitnehmerrechte getrost vergessen, Konzernen wird dadurch Tür und Tor geöffnet, sich entsprechend zu bereichern, Mensch als Arbeitssklave ihnen ausgesetzt.

Wird, wie schon so oft in der Geschichte, der Widerstand scheitern, auch beim Bundesverfassungsgericht, trotz etlicher Gegenstimmen in den Reihen der SPD, der Opposition, weil die politische Mehrheit im Bundestag, die EU sich darüber hinwegsetzen, so daß die Lobby der Konzerne ihren Willen erhalten? Man muß dies befürchten.

Lotar Martin Kamm

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Muster soweit das Auge reicht

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Die Mannigfaltigkeit des Lebens zulassen

Sie begleiten uns oftmals unbemerkt ein Leben lang in den verschiedensten Ausführungen und Arten, nicht nur in ihrer Farbenpracht, sondern auch teilweise als unweigerlich festgesetzte Normregel eines Lebensweges. Die Muster.

Mit einer rasanten Regelmäßigkeit und aufgrund von unerklärlichen Beweisen über ihr Zustandekommen tauchen Kornkreise in den Medien auf. Es kursieren je nach Fundort, Machart, Beschaffenheit der Umgebung und Pflanzenart, in denen sie sich eindrücken, teils die obskursten Ansichten, Beweise, Gerüchte. Unzweifelhaft sind lediglich die Schönheiten mancher dieser Gebilde.

Muster in der Natur dienen einer gewissen Orientierung und Zugehörigkeit, hier in nur annähernder Weise auf alle Facetten der Muster und ihrer einzelnen Bedeutungen einzugehen, wäre von Anfang an ein mißglückendes Unterfangen, denn zu vielfältig bedient sich die Pflanzen- und Tierwelt dieser Ausdrucksart. Abgesehen von den Mustern, die je nach Gesteinsart, Bodenbeschaffenheit, wassergeschliffenen Felsen ihre eigene Welt der Muster besitzen, wären zudem noch die verschiedenen Wolkenformationen, Wasser in ihren unterschiedlichen Formen zu benennen.

Und bei den Menschen? Natürlich sind auch hier nicht nur äußerliche, sondern innerliche Muster zu erkennen. Allerdings kann hier sehr leicht, vor allen Dingen, wenn enge Klassifikationen angewandt werden, die Tendenz zu einer unweigerlich folgenden Trennungsgrenze erfolgen, die dafür sorgt, die „Musterung“ als Abgrenzungsmerkmal zu benützen.

Wohin dies führen kann, wurde in der Geschichte schon zur Genüge praktiziert, es geschieht meistens zu Zeiten, in denen eine gewisse Art eines Musters ein Vorzug gegeben wird, der mit verwegensten Gründen in den Köpfen der Menschen Einzug findet. Und dazu führt, die Mannigfaltigkeit des Lebens zu vernichten. All jene, die diese Ausgrenzungen anstreben, vermitteln, sind unfähig, die Schönheiten der verschiedensten Merkmale zu erfassen, ihr begrenzter geistiger und schöpferischer Horizont ist nicht fähig, eine Vielfältigkeit zu dulden, geschweige denn sie mit allen Mitteln zu schützen.

Muster, übernommen aus dem Italienischen mostra, Ausstellungsstück, aus dem Lateinischen monstrare, zeigen, weisen, verinnerlicht vielleicht sehr gut den Zusammenhang zwischen einem Ding, Art, Wesen und das „Muster“, der Wunsch, der Hinweis, dieses anderen zu zeigen, darauf hinzuweisen. Wir mustern mehr oder weniger täglich in vielfacher Hinsicht bei den unterschiedlichsten Handlungen, ist das Obst verdorben, die Haltbarkeit abgelaufen, die Gesichtszüge des Kindes, wenn es im Verdacht steht, Unsinn angestellt zu haben, begutachten die Qualität eines Produktes, kurzum, Muster und Mustern sind ein Bestandteil des Lebens.

Muster finden sich ebenso in den Familienstrukturen, nicht nur die äußerlichen Merkmale, die Nase vom Vater, Augen und Mundpartie von Mutter, sondern in den Wesenszügen, jähzornig wie Onkel Hans, Scherzkeks wie Opa, dies Talent von dem und die Fehler von jenem. Muster, die eventuell über Jahrzehnte innerhalb einer Familie vorkommen, zählen hierzu wie Krankheiten, Familienzerwürfnisse, die sich wie ein roter Faden immer wieder als Merkmal herauskristallisieren.

Warum kompliziert, wenn es auch einfach geht? Sicher gibt es einiges, das durch Vereinfachung das Leben erleichtert und hilfreich im täglichen Handeln ist. Aber ein Leben mit begrenzten Mustern, der Wegnahme von schöpferischer Kreativität, den unendlichen Kombinationsmöglichkeiten wird zur Folge haben, daß die geistige Beweglichkeit sich degeneriert.

Denn nur durch Vielfalt der Muster, in allen Lebensformen, ist ein lebendiges Dasein fähig, sich weiter- zuentwickeln. Deshalb ist es, wo immer nötig, dafür zu demonstrieren, die Muster der gesamten Artenvielfalt zu erhalten.

Doris Mock-Kamm

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Soziale Not birgt des Menschen Tod

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Friedenszeiten auf dem Prüfstand

Unmut macht sich breit, deutschland-, europa- und weltweit, der unterschiedliche Reaktionen hervorruft, von kleinen Widerständen bishin zu regelrechten Straßenschlachten zwischen staatlicher Ordnungsmacht und einem wachsenden Mob, in Stadtgebieten, die kaum ein Polizist betritt, auf den Plätzen und vor Regierungsgebäuden, in den Köpfen der Menschen, die nicht länger nur passiv zuschauen wollen, wie ihr Leben beschnitten und mißachtet wird.

Versagen einer Politik, die sich gänzlich von den Völkern abgewandt, die Belange der Bürger ignoriert, hingegen Hochfinanz und Konzerne hofiert, den längst eingeschlagenen Neoliberalismus flächendeckend umsetzt. Obendrein Kontrollmechanismen installiert, um besorgte Kritiker zunächst zu beobachten, bei Bedarf mundtot zu machen oder gar verschwinden läßt, Unfälle sind simpelst schnell inszeniert.

Nichts bedarf einer vertiefenden Erklärung in einer globalen Abhängigkeit, die wiederum dirigiert von all jenen, die über Machtinstrumente verfügen, die meisten Menschen zu knechten. Dies geschieht keineswegs so offensichtlich wie in früheren Zeiten, wo ohnehin Reichtum und Armut wesentlich sichtbarer sich präsentierte. Heute verhilft ein gigantisches Ausmaß an technischer Ablenkung und Steuerung gezielten Konsumverhaltens mittels Medien und Werbung den Werdegang des ahnungslosen Bürgers, der sich dadurch meist willenlos fügt.

Wenn manche dann aufzuwachen beginnen, befinden sich längst die notwendigen Gegenmaßnahmen in den Köpfen der Verursacher, haben jene weitreichende Antworten parat, wie mit diesen zu verfahren. Stets greifen die einfachen Taktiken eines Gemisches aus Neid und Mißgunst, um Gruppierungen gegeneinander auszuspielen. Politische Systeme verhelfen dienreich zusammen mit religiösen Einstellungen, mögliche Widerstände für eigene Zwecke zu steuern. Hauptsache es fließen die Gelder in die Taschen der Eliten, die alles tun, um ihre seit Jahrtausenden gepflegte Macht zu erhalten.

Erneut steht die Welt vor einem Umbruch, kann auch diese Hochkultur nicht bestehen, weil mal wieder die soziale Komponente außer acht gelassen. Statt aus der Vergangenheit zu lernen, wurde der Trott eigener Bereicherung ständig fortgesetzt, hat doch so wunderbar bisherig funktioniert. Die Mittel der Zerstörungsgewalt veränderten sich durch technischen Fortschritt, das ganze Ausmaß potentieller Kriege, von Terroranschlägen bishin zu bürgerkriegsähnlichen Unruhen ist letztlich kaummehr abzuschätzen, man muß von wesentlich mehr Leid und Todesopfern ausgehen.

Das alles nur, weil Mensch nicht teilen möchte, kein friedliches Miteinander sich durchsetzt, sondern stets jeder sich selbst der nächste. Von Friedenszeiten kann man nur reden, wenn selbst in Gebieten ohne Krieg ein Gleichgewicht sozialer Gerechtigkeit gelebt wird, wo eben kein Überreichtum sich abgrenzt, um ausbeuterisch andere leiden zu lassen für die eigene Bereicherung.

Lotar Martin Kamm

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