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Wirtschaftspolitik im Klammergriff der Konzerne
Bezeichnend jenes Bild, welches uns begegnet nach einem Freiluftkonzert oder Veranstaltungen ähnlicher Art, denken wir an Kundgebungen, vermehrt wieder an Demonstrationen, wenn überall sich achtlos weggeworfenes in der Landschaft, auf den Straßen verteilt. Ein typisches Indiz unserer Wegwerfgesellschaft, die dadurch ohnehin Ressourcenverschwendung fördert.
Eine latent vorhandene Nachfrage, ein unverantwortlicher Kreislauf zwischen Werbung, Verpackung, dem Verbraucher und dem folgenden Müll. Die Wirtschaftspoltik befindet sich in sofern im Klammergriff der Konzerne, die solche Verhaltensmuster nicht nur initiieren, sondern uns quasi aufzwängen. Können wir dies dermaßen simpel einfach so behaupten?
Vom Brötchen bis zu Palettenstapeln – überall Verpackungen
Nahezu alles wird verpackt, zunehmend eingeschweißt in Plastikfolien. Unfaßbar anzusehen, wenn gar Bio-Äpfel zu viert verpackt, unten eine weiche Styroporschale, in einer Kunststoff-Folie eingeschweißt dem Kunden angeboten. Wer mag da noch wirklich von Bio sprechen? Natürliche Kreisläufe werden vielmehr mit Füßen getreten.
Vom Brötchen bis großen Palettenstapeln, wo letztere ebenso gar etliche zwecks Transport eingeschweißt auf LKWs gehievt ihre Notwendigkeit rechtfertigen. Mensch hat unendlich viele Argumente, um die eigene Bequemlichkeit zu betonen. Was in der Großindustrie und in Lagerlogistik angewandt, findet gleichwohl im Alltag statt. Mal schnell einen Kaffee im Wegwerfbecher trinken, ganze Bäckerei-Ketten praktizieren dies, so auch „Backwerk“ in Hamburg. Zurecht mahnte Robin Wood mit seinen neulichen Protesten die dadurch entstehenden Müllberge an, die Schäden der Wälder und des Klimas, die Wegwerfbecher mit verursachen.
Umdenken übernotwendig im Hinblick weltweiter Konsumwachstumsraten
Die Welt rückt zusammen, der Globalismus hat ohnehin etliche Spuren der Umweltverwüstung hinterlassen, denken wir an die riesigen Plastikmüllteppiche in den Ozeanen, an die achtlos weggeworfenen Hinterlassenschaften an den Straßenrändern. Zuhause jedes Staubkorn aufsaugen, nahezu wie in einer Wohnung oder Haus leben, als ob man in einer Dekoration eines Möbelhauses sich befände, aber außerhalb der eigenen vier Wände einfach die Umwelt verschandeln. Mehr Ignoranz und Verachtung geht kaum, oder?
Kritik muß man aussprechen, Lösungen dennoch anbieten. Dazu gehört Recycling per sinnvoller Plastikmüll-Aufarbeitung genauso dazu wie andere notwendige Schritte in der Politik selbst. Wenn auch halbherzig, die EU versucht sich. Zurecht geht dies Umweltschützern nicht weit genug, da muß noch wesentlich mehr Dringlichkeit erfolgen, zumal weltweite Konsumwachstumsraten zwangsläufig für höheren Müll sorgen.
Während Jane Fonda mal äußerte, wer gingen mit dieser Welt um, als hätten wir noch eine zweite im Kofferraum, setzt sich besonders die verantwortliche Politik darüber hinweg, genau dies zu verhindern: Hauptsache der Profit stimmt, was interessieren da schon Mensch und Natur.
Lotar Martin Kamm





