Das Land der Dichter und Denker

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Das ist das Land der Dichter und Denker –
sie hetzen bereits wie die letzten Henker,
an allen Ecken kannste sie stehen sehen,
kennen kein Mitleid, kein berechtigtes Flehen,
es zählt nur der eigene Haß auf alles Fremde,
wer ihnen nicht horcht, ist bald schon Legende.

Das ist das Land, wo kein Dichter mehr denkt,
weil eine bösartige Brut erneut das Volk dorthin lenkt,
wo man Nazi-Schergen stumm walten ließ,
gar kritische Denker verbannte oder einfach verstieß.
Man suhlt sich in seiner arglistig verblendeten Wut,
der ängstliche Bürger sich fügt, ist ständig auf der Hut.

Das ist das Land ohne Dichter, Denker und Toleranz,
dort herrschen Fanatiker, suhlen sich im lächerlichen Glanz,
überall Kinder und Frauen gesenkten Hauptes kuschen,
beherrscht und regiert von armselig ewiggestrigen Luschen.
Europa sich gar anstecken läßt von jener rechten Politik,
am Ende wird sie scheitern, siegt zum Glück berechtigte Kritik.

Lotar Martin Kamm

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Nizza: Terroranschlag eine deutliche Kriegserklärung

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Krieg dem Terror verhindert keinerlei Ursachen

Erneut hat ein Mensch Verrat an der eigenen Spezies begangen, läßt sich der Terroranschlag in den späten Abendstunden des französischen Nationalfeiertags in Nizza durch nichts entschuldigen, es verbleibt ein Ort des Grauens, ein gewisser Fanatismus führt zu dieser großen Todeszahl und etlichen Verletzten.

Auch wenn Präsident Françios Hollande natürlich zügig vor die Kamera trat, um dortigst zu bekunden, „wir müssen alles tun, um die Geißel des Terrorismus zu bekämpfen“, so birgt das Vorhaben im Zusammenhang mit der Formulierung „Krieg dem Terror“ einen Widerspruch in sich, weil dieser keinerlei Ursachen verhindert und obendrein kein simpelst auszumachender Gegner sein kann wie bei gewöhnlichen Kriegszuständen, selbst Partisanenkämpfe sind eher einschätzbar.

Muskelspiele vs. Kapitulation

Terror hat bekanntlich äußerst vielschichtige Gesichter, vom offiziell erklärten seitens der Weltgemeinschaft bis hin zum versteckt, oftmals geduldeten Staatsterror. Hinzu kommen Pattsituationen zwischen legitimierten Ansprüchen und Ausflüchten, jemand oder gleich eine ganze Gruppierung als Terrorbewegung zu verunglimpfen. Bei letzterem denken wir an die Konflikte in Nordirland, im spanischen Baskenland oder hochaktuell in Syrien, wo die westliche US-Gemeinschaft meint, Assad zum Diktator zu erklären, eine militärische Allianz zwischen Terrorbanden und angeblich geduldeten Armeen ihn bekriegen, dazwischen der IS.

Gefährlicher und undurchschaubarer kann es kaum noch sein, oder? Das Ergebnis erleben wir seit einigen Jahren, in letzter Zeit vermehrt mittels zunehmender Terroranschläge in Europa selbst. Was zuvor im nordafrikanisch-arabisch-asiatischen Raum oftmals zum brutalen Alltag gehört, daß die Menschen dem Terror ausgesetzt sind, betrifft nunmehr die Europäer. Waren es vorher noch punktuelle Terrorbedrohungen neben den genannten, die streckenweise uns beschäftigten, denken wir an die RAF oder den rechten Terror, der gar der Bundesregierung gänzlich entgleitet im Hinblick zur dubiosen NSU-Affäre, geht es jetzt um eine gänzlich neue Dimension des Terrors: Er ist wesentlich unberechenbarer.

Mit dem Terror mehr Überwachung und noch mehr Rechtspopulismus

Die USA stießen eine unübersehbare Tür auf mit dem „inszenierten“ 9/11, wodurch anschließend nichts mehr war wie vorher. Die Bürger wurden nonchalant mit einer erschreckenden Selbstverständlichkeit noch mehr überwacht, gar Jahre später bis hinein in den Deutschen Bundestag, der Abbau hart erstrittener Bürger- und Menschenrechte greift um sich, denken wir an Guantanamo, viel dramatischer die weltweit wachsende Islamophobie.

Gerade der Islamismus fand dadurch auf beiden Seiten Wege fanatischer Entfaltung, ein Mißbrauch einer Weltreligion, um sie zu diffamieren, gleichzeitig latent vorhandenen Rassismus zu entfesseln. Kein Wunder, daß auch hierzulande Rechtspopulisten immer dreister ihrem krudem Haß freien Lauf lassen. Gewaltszenarien aus Dekadenz und Heuchelei finden nunmehr ständig neues Futter, um sich selbst zu rechtfertigen, der Bürger ist dem zunächst ausgesetzt. Er hat es in der Hand, ganz genau zu differenzieren: zwischen all den fanatischen Lagern. Im Endeffekt haben diese sich vom Humanismus verabschiedet, kennt blinder Haß kein Erbarmen.

Lotar Martin Kamm

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Es geschah vor 40 Jahren (12. bis 18. Juli 1976)

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flickr.com/ cdrummbks/ (CC BY 2.0)

Wußten Sie was in diesem Zeitraum?

makadomo TV begrüßt Sie recht herzlich zur 20. Sendung „Es geschah vor 40 Jahren“ – ein Nachrichtenrückblick ohne anspruchsvolle Informationserklärung, vielmehr der Unterhaltung dienend, manchesmal mit zwinkernden Augen zu betrachten.

Für all jene, die Interesse haben, was da im Hintergrund geschieht, bis solch eine Sendung aufgenommen, ein paar Infos zur Technik und Ausstattung:

Die Kulisse stammt noch aus meinen beruflichen Zeiten im Schloßtheater Neuwied, bestehend aus zwei Wänden, zwei Portalwänden und einem Sturz mit dahinter gespanntem Stoff, per Klettverschluß befestigt.

Ausgeleuchtet mit zwei alten Scheinwerfern, zum einen einem „Mettmann – 1.000 Watt“, zum anderen einem „Strand Lighting – 650 Watt“, aufgenommen mit einer Samsung Video-Kamera.

Ständig wechselnde Bilder (Skulpturen) von uns an linker, großer Wand.

Nehmen Sie das Leben wie es ist: ernsthaft, ohne Humor keineswegs auszuhalten, vielmehr eine Aneinanderreihung von etlichen Geschehnissen. Damit manche nicht in Vergessenheit geraten, hier die Meldungen…

Doris Mock-Kamm und Lotar Martin Kamm

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Viel Bohei um nichts

© Doris Mock-Kamm

© Doris Mock-Kamm

Laßt euch bloß nicht von den wichtigen Dingen im Leben abhalten

Waren Sie auch schon mal in Versuchung, ein Bohei loszutreten? Sie sind der Meinung, dieses Wort gehört nicht zur deutschen Sprache und haben es noch nie gehört? Der Duden hat es erstmals 2004 aufgenommen, 1973 allerdings seinen Namensvetter Buhei, beide Wörter besagen dasselbe: Klamauk, Rummel, Tamtam, viel Lärm um nichts, unnötige Aufregung wegen einer Kleinigkeit.

Vielleicht ist Ihnen der Begriff auch nicht geläufig, da er eher im mitteldeutschen, rheinischen Raum angewandt wird. Der Duden gibt an, daß eventuell der Ausdruck von den beiden Ausrufen buh und hei entstanden sei oder aus dem niederländischen Wort boeha (heute poeha) Lärm, Tumult, Aufheben. Andere Quellen beziehen sich bei dem Wort auf den schottischen Kampfruf buaidh (Sieg), aus dem jiddischen bzw. hebräischen Ausdruck paihe über Österreich einen Bohai machen oder durch den Boxeraufstand, als die alliierte Flotte in der Bohai-Straße lag und im Endeffekt eine große Anzahl Schiffe für eine politische falsche Maßnahme stand.

Und wie wichtig dieser Begriff zu sein mag, erklären weitere Ursprungsbeschreibungen. Bereits im „Versuch eines bremisch-niedersächsischen Wörterbuchs“ von 1767 lesen wir: een groot Behoi maken. In Ostfriesland heißt es: He maakt´n groot Puhee um nicks, in Moers: En grot Behei en necks en de Täsch, in Köln: Dä mäht vil Buhei öm nix, in Aachen: Voel Behei oem nues maache. „Das Rheinische Wörterbuch“ übersetzt Buheikopf mit Großsprecher, Buheimaul mit Prahler, buheien, buheizig mit kleinlich.

Im „Wörterbuch zum jiddischen Lehnwortschatz in den deutschen Dialekten“ wird behole mit durcheinander gleichgesetzt. „Alles Kokolores?“ übersetzt das französische Wort brouhaha mit Lärm, Getöse, Stimmengewirr und sei die veränderte Wendung aus dem Hebräischen baruch haba (gesegnet, der da kommt), wenn in französischen Mysterienspielen als Teufel verkleidete Geistliche diesen Ausspruch schrien.

Viel Bohei um Bohei? Viel Lärm um nichts?

Genau darum geht es einigen Menschen, die gerne meistens lautstark auf Dinge hinweisen mit einer Intensität, als ob gleich der Himmel auf unser aller Köpfe herabfallen würde. Es scheint, daß einige Menschen diese Art der Kommunikation oder das Aufmerksam machen regelrecht bereits als Charakter verinnerlicht haben. Oftmals erreichen sie dadurch ihr Ziel einer Einwilligung oder Absegnung einer Sache, einfach nur deshalb, weil das Gegenüber zu diesem Thema nicht mehr bereit ist, irgendetwas noch zu äußern.

Babys, Kleinkinder, Jugendliche sind im Bohei machen sehr geschickt. Manche Eltern können von der Fliege, die zum Elefanten wird, unzählige Geschichten erzählen, wetten? Es gibt eine Vielzahl von Empfehlungen, die das Zusammenleben mit einem Boheimacher für erträglicher gestalten sollen.

Schwieriger wird es natürlich, wenn ganze Gruppen von Buheiköpfen, Buheimäuler auftreten. Dies scheint wie der immer wiederkehrende Morgen eines jeden Tages von Zeit zu Zeit zu geschehen und man kommt nicht umhin, es zu sagen, so eine Zeit passiert gerade in unserem Dasein.

Wenn der Inhalt des Getöses, das uns nun seit Monaten um die Ohren weht, wenigstens ansatzweise neue Denkansätze vermitteln könnte, wäre das Tamtam und der Rummel sicher wert, sich mit dessen Argumenten auseinander zusetzen. Trotz Bemühen um ein Verständnis zielt diese politische, soziale, wirtschaftliche Meinungsmache in eine verkrustete, verklemmte moralisierende Wertewelt, die es nicht ermöglichen wird, Fortschritte in diesen Bereichen zu machen. Diese völkischen Traditionswerte verhindern ein menschliches Miteinander und sind ein Hemmschuh, der die Menschen in den Morast der Geschichte gräbt.

In der Hundeerziehung funktioniert es am besten, einem Hund deutlich zu machen, sein Getöse, Bellen, sein Bohei ist hier unangebracht, indem man einfach dem Hund den Rücken zukehrt und ihn im Regen stehen läßt. Er sieht ein, daß es sinnlos ist, sich zu echauffieren, da niemand mehr Interesse an seinem Bohei zeigt.

Zeigen wir denen die kalte Schulter, die uns mit ihrem Bohei von den wirklich wichtigen Dingen des Lebens abhalten wollen.

Doris Mock-Kamm

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Leben voller Ecken und Kanten

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Vorherbestimmte Zwänge wider des eigenen Schicksals?

Ein Leben voller Ecken und Kanten, vorherbestimmte Zwänge, die gezielte Wege aufzeigen, nach denen wir uns zu richten haben? Die Frage muß man nicht bejahen, wobei nicht das jeweilige Schicksal eine entscheidende Rolle spielt, sondern bewußt herbeigeführte Umstände, die wiederum anderen Vorteile bringen.

Können wir da schon von einer Manipulation sprechen? Wir können, was nicht weiter verwunderlich sein sollte, Beeinflussung findet ohnehin überall real statt, weil jeder mehr oder weniger Einfluß nehmen will für sich, andere oder eine bestimmte Angelegenheit. Aber was geschieht mit den Menschen, die an ihren Träumen festhalten trotz widriger Umdstände?

Wer nicht funktioniert, kann aufs Abstellgleis gelangen

Unser Leben gestaltet sich so bunt, wie die Welt uns allen sich präsentiert, wenn wir mal für Momente all das schreckliche Leid „ausblenden“. Dennoch hat der zivilisierte Mensch es zugelassen, daß überall Rahmenbedingungen, Normen und künstlich erschaffene Pflichten die Entwicklung vom Säugling bis ins hohe Alter einengend begleiten. Hinzu kommt die soziale Rolle, in der wir uns befinden, was wiederum das Familienumfeld mitbestimmt, zunächst im Kindes- und Jugendalter. Wie sollen sich dabei entstehende Wunschvorstellungen bis hin zu Träumen entwickeln können, wenn lauter Steine in den Weg gelegt werden, weil Sachzwänge und Normen diese vereiteln? Weil Eltern eine gewisse Vorstellung für die Zukunft ihrer Kinder hegen und bei Verweigerung sogar Hilfe versagen?

Derjenige, der nicht funktioniert, kann aufs Abstellgleis gelangen. Vorprogrammierte Familienbrüche sind die Folge, was den „schwarzen Schafen“ das Los beschert, eigene Wege zu finden und zu gehen, um ihre Träume zu realisieren. An und für sich ein konstruktiver Prozeß. Allerdings gibt es Zeitgenossen, die lange brauchen, bis sie genau das „gefunden“ haben, wonach sie Jahrzehnte suchten, manchmal über Umwege, vielleicht auch, um genau dorthin zu gelangen, in dem sie verschiedenes beruflich probieren: Eine Achterbahnfahrt ohne Gleise und Waggons, sondern der Emotionen, bei denen die Mitmenschen teilhaben, ob sie wollen oder nicht.

Eine Welt ohne Kreativität bedeutet Stillstand

Oftmals kann der Verstand uns über sehr vieles hinweghelfen, vor allem weil die Logik so schön mathematisch vollkommen funktioniert, sehr komplexe Zusammenhänge mittels Formeln, angeeignetem Wissen und somit erworbenen Sachverstand sich wunderbar fügen, um zu schnellen Lösungen zu erlangen. Das begleitet ganz viele Berufe, aber auch das Alltagsleben. Dennoch gibt es noch etwas mindestens gleichwertig wichtiges: die Kreativität.

Ohne die Künste wäre die Welt, das Leben selbst nicht möglich, sondern schnell Stillstand die Folge. Nicht nur Erfindungen selbst haben den menschlichen sogenannten Fortschritt ermöglicht, sondern vielmehr schöpferisches Fühlen, Denken und Handeln. Kreative Momente lassen sich zunächst nicht in Worte fassen, aber die Intuition löst genau den Antrieb aus, aktiv zu werden mit all den Möglichkeiten schöpferischen Agierens.

An seinen Träumen festhalten nur ein Trugschluß?

Keinesfalls. Gönnen wir es ihnen, und rechnen es Mitwirkenden hoch an. Ansonsten sollte sich ganz schnell wieder verabschiedet werden von der Illusion irgendeines Königsweges. In der Regel bedeutet es, alle Hebel in Bewegung setzen zu müssen, um seine Träume verwirklichen zu können. Manch einer mußte am Ende sogar aufgeben, sich fügen mit seinem Schicksal, sie nicht erreicht zu haben.

Dazwischen spielt sich das Leben derjenigen ab, die dran bleiben, immer wieder neue Impulse suchen, ihre Visionen umsetzen zu können: Wir bezeichnen das als Kämpfen für die eigene Sache. Und wer sich solchen Zeitgenossen in den Weg stellt, muß schon damit rechnen, daß sie nichts aufhalten wird, keine Drohung, keine Erpressung, keine Gewalt und kein Liebesentzug, denken wir nur an Partner, die nicht mitziehen wollen oder können. Wer festhält an seinen Träumen, hat ein Ziel, wird sich keiner Norm, keinem Zwang unterordnen, sondern Mittel und Wege suchen, sie zu verwirklichen.

Weil mancher Weg gänzlich anders ausschaut, dürfen wir ihn vielleicht als „Weg der Vision“ nennen. Und wer Visionen hat für sich, seine Belange, den sollten wir unterstützen, wann immer dies möglich, dabei können durchaus positive Ergebnisse entstehen, nicht nur für denjenigen selbst, sondern erst recht für die Umwelt. Stellen wir uns nur mal eine Welt vor, in der es keine Sachzwänge gibt, die Kreativität, Intuition und somit der freie Willen nicht eingeengt und versperrt wird, sondern Freiräume des unbedarften Handelns anbietet

Lotar Martin Kamm

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Lügenpresse vs. Internetportale

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TTT – Täuschen, Tricksen und Tarnen

Immer wieder fühlen sich Mahner aufgerufen, gegen die „Lügenpresse“ zu poltern. Das mag in einigen Fällen auch stimmig sein und ist im Diskurs zu einer Wahrheitsfindung nicht unbedingt ungerechtfertigt. Allerdings scheinen einige der Mahner für ihr eigenes Portal und ihre Meinungsansichten sich ebenso mit Lügen, oftmals verbunden mit hetzerischen Äußerungen, ihre Stammleserschaft oder zu gewinnende Leserschaft zu überfluten.

Jeder weiß, wie einfach es ist, Photos zu retuschieren, Photos für andere Zwecke zu mißbrauchen, als zu den tatsächlichen Geschehnissen, Artikel umzuformulieren, ganze Schriftsätze zu kopieren und sie geschickt in eigenen Artikeln einzubringen. Es ist für einige anscheinend zu einer Selbstverständlichkeit geworden, für ihre Portale, Leserstimmen zu kaufen, um damit nach außen den Anschein zu geben, eine große Leseranzahl würde den Artikeln folgen.

Das hat mit fairer Berichterstattung und Meinungsäußerung überhaupt nichts mehr gemein, es zielt einzig und allein darauf hin, Menschen zu täuschen, in dem Wissen, nicht jeder nimmt oder hat die Zeit, sich auch auf anderen Internetseiten oder Portalen zu informieren. Schließlich ist es nicht unbedingt der Sinn bei einer Meinungswiedergabe, ständig auf etliche andere Stellen quer zu recherchieren, um einigermaßen den wirklichen Wahrheitsgehalt hinter einem Artikel zu ersehen. Irgendwie sollte man sich schon auf die Inhalte, die verbreitet werden, verlassen können, ansonsten wäre die gesamte Publizierung von Meinungen, Ansichten und generell die Arbeit von jedem Journalisten von vorneherein für den nächststehenden Papierkorb geschrieben.

Wer sich die Medienlandschaft genauer betrachtet, kann dies ohne weiteres klar erkennen, natürlich gibt es immer die Ausnahme der Regel, wer hinter welcher Zeitung, Zeitschrift das Sagen hat, beziehungsweise um es salopp zu äußern, an welchen Tropf die einzelnen Journalisten und die Medienmacher hängen.

Das ist übrigens in fast allen Sparten so, bedenklich wird es aber erst richtig, wenn die Medienlandschaft durch ein Monopol vertreten ist, daß heißt, wenn die Presse in nur einer Hand, beziehungsweise durch ein oder zwei Interessengruppen vertreten wird. Und natürlich ist es bedenklich, wenn gewisse Pressevertreter aus dem Ausland gezielt durch geschürte „Hetzartikel“ ihr Unwesen treiben. Bitte nicht zu verwechseln mit Journalisten, die aus Angst um ihr Leben, aus dem Ausland weiterhin auf Fehlverhalten in ihrem angestammten Land berichten.

Eine vielschichtige Medienlandschaft ist selbstverständlich ein gutes Zeichen für ausgewogene Berichterstattung, es wird immer wieder einzelne schwarze Schafe geben, das ist aber das Problem aller Branchen, sei es bei Rechtsanwaltskanzleien, Handwerksbetrieben, Lebensmittelhändlern, um dies zu verhindern, müßte die Menschheit generell eine andere sein.

Wie kann man sich als Leser vor gezielten Falschinformationen schützen? Nun, zu allererst durch den eigenen Menschenverstand, durch aufmerksames Lesen der Artikel, denn auch zwischen den Zeilen können wichtige Informationen herausgelesen werden, durch Feststellung einer einseitigen Stellungnahme, durch eindeutige Diskriminierungen bestimmter Personengruppen, hierdurch kann schon im Vorfeld ausgesiebt werden zwischen Berichterstattung, Meinungsmache und Hetze.

Desweiteren kann durch das Impressum eingesehen werden, zu welchem Konzern das Portal gehört oder den Namen des Betreibers und dessen Wohnsitz. Hier allerdings gibt es etliche, deren Namen nur dem Anschein nach für die Inhalte verantwortlich, und gibt es Namen, die allem Anschein nach ein Pseudonym sind. Abraten kann man von Internetseiten, auf denen kein Impressum klar zu ersehen ist. Und daß, einfach mal schlicht ausgedrückt, es natürlich möglich ist, sich Leserzahlen zu kaufen, sollte jedem längst bekannt sein.

Ansonsten bleibt noch der Blick auf Rankingfirmen, die den Status jedes Portals im Internet auflisten, zum Beispiel:

http://www.alexa.com/siteinfo/querdenkende.com

http://querdenkende.com.w3snoop.com/

Anhand der Klickzahlen und Verweildauer bezogen auf die einzelnen Internetseiten kann man ohne weiteres seine Schlüsse auf einzelne, der Wahrheit dienenden Portalen einsehen. Natürlich kann man sich einen Eindruck von all den andern Internetseiten bilden, und wenn es Sie interessiert, google.com steht bei Alexa an erster Stelle, hoffentlich wurde Ihnen jetzt dadurch nicht der Spaß am Recherchieren genommen.

querdenkende.com erwartet den 150.000 Leseraufruf und ist stolz auf die bisherig erbrachte Leistung ohne Mogeln, Hetze, sondern stets bemüht, sachlich, ausgeglichen, anmahnend, schmunzelnd Ihnen einen kleinen Ausschnitt auf das tägliche Weltgeschehen anhand von 35 Kategorien aufzuzeigen und Ihnen mit Kurzgeschichten, Gedichten den Alltag ein bißchen kurzweiliger zu gestalten.

Doris Mock-Kamm

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Flüchtlinge im Diskurs einer aufgebrachten Gesellschaft

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Polemik, Menschenwürde und blinder Haß treffen aufeinander

Was früher der Ausländerhaß, reizt heute etliche in der Bevölkerung, sobald die Rede von Flüchtlingen, die man vorschnell aburteilt, sie instrumentalisiert, um eigene Zwecke damit dienlich zu befriedigen. Polemik, Menschenwürde und blinder Haß treffen aufeinander im Diskurs einer aufgebrachten Gesellschaft, die oftmals keinerlei Bereitschaft mehr zeigt, genauer zu differenzieren.

Natürlich machen es sich die Hardliner der Rechtspopulisten denkbar einfach, bedienen sich der latent vorhandenen Skepsis allem Fremden gegenüber, Hauptsache der Deutsche darf in seinem heißgeliebten Germania schalten und walten, wie er es für sich in Anspruch nimmt. Doch Halt, auf wessen Säulen eigentlich, die ihn dorthin führten, wo er jetzt hinunterblickt? In den 1960igern die Italiener, in den 1970igern die türkischen Gastarbeiter, es folgten immer mehr, ob Griechen, Spanier, Russlanddeutsche, aus Ex-Jugoslawien bis hin zu den jetztigen Flüchtlingen, ob aus direkten Kriegsgebieten oder als sogenannte „Wirtschaftsflüchtlinge“.

Wer die Welt ausbeutet, darf sich nicht wundern, wenn die Dritte uns aufsucht

Keine Sorge, ganz so dramatisch kann es gar nicht werden, daß Hunderte Millionen den Weg nach Europa finden oder auf sich nehmen, wie ganz besonders all jene uns weismachen wollen, die im Pool rechtspopulistischer Gruppierungen und Parteien fleißig ihre Propaganda streuen. Nur ein Bruchteil bringt den Mut auf, diese gefährliche Reise zu wagen, viele wollen eher in ihrem Land selbst eine Veränderung zum Guten herbeiführen, was durchaus auch mal erfolgreich stattfindet, wie Volker Seitz hier zum Besten gab.

Ob der Schritt hin zu einer Flüchtlingsdatenbank entscheidende Impulse trägt, bleibt mal dahingestellt, abgesehen vom Datenmißbrauch, insgesamt betrachtet darf man sie schon als Möglichkeit werten, den Schleusern und Menschenhändlern ins brutale Handwerk zu pfuschen, schließlich zögern Gutinformierte eher als Ahnungslose. Dennoch wird manch Leid sich nicht davon abhalten lassen, selbst nach perfiden Strohhalmen wie Schleusern zu greifen.

Vom Mißbrauch angeblicher „Mitte der Gesellschaft“

Insbesondere mitten in Europa, wo hierzulande etliche Flüchtlingsheime abfackeln, was wiederum der rechten Mischpoke willkommener Anlaß, die Brandstiftungen den Flüchtlingen selbst anzulasten. Die Medien tragen sehr stark dazu bei nebst deutscher Justiz, die Behauptung zu schüren, solche Straftaten seien inszwischen in der „Mitte der Gesellschaft“ angelangt.

Bei genauer Betrachtung schaut es aber eher anders aus, wie ausgerechnet die FAZ in ihrem gestrigen Artikel beschrieb. Dort entpuppen sich „harmlos unpolitische Bürger“, die sich nur mal Luft machen wollten, als „neonazihaft“ vorbelastet, wovon die Behörden, Politik und Justiz nichts wissen oder ahnen wollten. Unser Staat weiterhin auf dem rechten Auge blind?

Das läßt tief blicken, und natürlich wird jetzt erneut die „Lügenpresse“ seitens all jener bemüht, die auf diese Weise möglichst simpel von ihrem rechten Gedankengut ablenken wollen. Wohin das führt, durfte man vor kurzem am Rande der Fußball-EM erleben, denn der Rassismus ist keineswegs verbannt aus den Köpfen Ewiggestriger, er erhält fleißig weiterhin Futter. Stoppen wir ihn, bevor es zu spät ist.

Lotar Martin Kamm

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