NATO unterstreicht einflussreiche Drohgebärden gen Russland

https://www.flickr.com/photos/latvijas_armija/27568941496/sizes/z/

flickr.com/ Latvijas armija/ (CC BY-NC-ND 2.0)

Seit wann bestimmt das Militär den politischen Kurs?

Um die Frage direkt unverblümt zu beantworten: Kurt Tucholsky hatte recht mit seinem bekannten Zitat, daß Krieg eine viel zu gefährliche Sache sei, um ihn den Militärs anzuvertrauen. Was vor 88 Jahren gedacht, niedergeschrieben und ausgesprochen wurde, gilt leider bis heute.

Dem knapp vier Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg gegründetem Bündnis, der NATO, fällt nichts besseres ein, als im Sinne der USA ihre einflußreichen Dohgebärden gen Russland zu unterstreichen. Ihr Generalsekretär Jens Stoltenberg warnt vor russischen Expansionsplänen, wo doch real die US-Allianz seit dem Mauerfall unerschrocken im Osten Europas Russland auf die Pelle rückt.

Kalter Krieg oder einen heißen heraufbeschwören?

Jahrzehntelang verschaffte der Kalte Krieg so manch unruhige Nacht all derer, die ein wenig genauer das politische Treiben in der Welt betrachtet hatten. Einige Male wäre beinahe der Ernstfall geschehen, im letzten Moment wurde der Start atomar bestückter Raketen verhindert.

Mit der Auflösung des Warschauer Pakts fühlte sich aber die NATO und allen voran die USA beflügelt, ihre aggressiv ausgerichtete Politik in Szene zu setzen, von langer Hand geplant gilt es wohl, entweder Russland als Partner über kurz oder lang zu überrumpeln, um sich deren Bodenschätze einzuverleiben, was bekanntlich dank Wladimir Putin mißlang, oder wie jetzt erkennbar, millitärisch Druck auszuüben. Das Schlängeln der Anakonda in Polen war eher ein kleines Intermezzo, tatsächlich spukt in manchen Köpfen der US-Allianz der Gedanke, einen heißen Krieg heraufzubeschwören.

Ukraine-Krieg von Beginn an Mittel zum Zweck – Russlands Reaktionen

Das hatten viele Zeitgeister vehement bestritten, schenkten einem angeblich aufgebrachten Volk in Kiew Glauben, der Maidan-Putsch wurde als Befreiung inszeniert, der rechtmäßig gewählte Präsident Wiktor Janukowytsch davongejagt, Russland verhinderte rechtmäßig die Vereinnahmung der Krim aufgrund dieses Staatsstreichs, wobei obendrein ukrainische Nazis vom West-Bündnis unterstützt worden waren.

Nicht weiter verwunderlich, daß die in der Ukraine lebenden Russen sich bedroht fühlen und dementsprechend verteidigen. Noch vor dem NATO-Gipfel anfang Juli entsendet Stoltenberg keinesfalls Liebesgrüße nach Moskau, sondern beharrt darauf, Russland solle die Ukraine in Ruhe lassen, die Krim-Annexion, die eindeutig eben nicht stattfand, sei nicht anzukennen. In anderen Worten: Eine weitere Provokation gen Russland wird fortgesetzt, ein daraus resultierender Krieg billigend in Kauf genommen. Nur so kann und sollte man die arrogante Haltung der NATO und ihrer Verbündeten werten.

Selbstverständlich verfolgt Moskau den Dialog zwischen der Ukraine und der NATO, die verstärkte Präsenz im Schwarzen Meer kann Russland keinesfalls einfach so hinnehmen. Direkt vor südwestlicher Haustür der Russischen Föderation bleibt Putin nichts anderes übrig, als entsprechende Gegenmaßnahmen zu ergreifen, aber anstatt den altbekannten Kurs der USA und deren Aufstellung von weltweiten Militärbasen zu folgen, ersinnt Russland lieber eine „asymetrisch und billigere“ Alternative. Und die lautet unter anderem, sich auf kein weiteres Wettrüsten einzulassen.

Der längst neu entflammte kalte Krieg zwischen dem NATO-Westbündnis und Russland veranschaulicht auf erschreckende Weise, wie gleichgültig und menschenverachtend der Hegemon seine Ziele durchsetzen will. Freiheit um jeden Preis widerspricht jedweder friedlicher Koexistenz!

Lotar Martin Kamm

Veröffentlicht unter Politik | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Das verlorene Kind

https://pixabay.com/de/alter-rentner-%C3%A4ltere-lebensstil-957492/

pixabay.com

Hast sie gewickelt und gepflegt,
gefüttert und vorgelesen,
liebevoll zugedeckt,
manchmal dich dazugelegt,
bist stets bei ihnen gewesen,
morgens zur Schule sie geweckt.

Das Los der Eltern ein jeder kennt,
welch liebevolle Aufgabe,
so der Lauf der Welt.
Ob sie lachen oder eine flennt,
du weißt oft Rat in fast jeder Lage,
viel Vertrauen, genau das zählt.

Irgendwann, dann sind sie groß,
erwachsen, suchen eigene Wege,
verirren oder finden sich.
Du stehst bereit, berätst, so dein Los,
auf das sich bei ihnen Gutes rege,
suchst das Gespräch, weiter fürsorglich.

Meist mag Familie sich verstehen,
begegnen auf Augenhöhe,
im respektvollen Umgang.
Wenn nicht, heißt’s auseinandergehen,
gar im Streit, was jucken mich deren Flöhe,
bis zu bösartig häßlichem Überschwang.

Da sitzt du nun, Vater oder Mutter,
mit den Jahrzehnten herangereift.
Dein Blick taucht manchmal ins Leere,
lauter Vorwürfe man schmiert, statt Butter,
wurdest hinterher gar eingeseift,
was verbleibt dir dabei als Lehre?

Am Ende zählt stets die eigene Persönlichkeit,
die dir niemand nehmen darf,
weder Staat, noch Freund oder eigenes Kind.
Und falls es bei dir auch ist soweit,
handle nie beherzt, besser scharf,
sonst wirste zur Schlachtbank geführt, wie ein Rind!

Lotar Martin Kamm

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , | 7 Kommentare

Werbung: DFB glänzt per Doppelmoral zur Fußball-EM

https://www.flickr.com/photos/hinkelstone/2613827421/sizes/z/

flickr.com/ quapan/ (CC BY 2.0)

Die guten ins Kröpfchen, die schlechten ins Töpfchen

Ein jeder weiß, was Idole gerade bei Kindern und Jugendlichen auslösen können. Umso unverständlicher die gezielte Werbung für Coca-Cola-Drinks, die schon länger in den Medien, allen voran im Fernsehen eine starke Präsenz hat.

Der DFB glänzt per Doppelmoral zur aktuellen Fußball-EM, die Nationalspieler gönnen sich zurecht eine ausgewogen gesunde Ernährung, während die Nummer Neun, den Mittelfeldspieler und Stürmer Andreas Schürrle, ein EM-Werbeplakat von Coca-Cola ziert. Es gebe „keine Cola und Chips“ für die Mannschaft, wie foodwatch ihn zitiert. Ein Widerspruch in sich, es sollte Schluß sein mit Kindermarketing für ungesunde Lebensmittel.

Zuckerersatz in Cola keineswegs ungefährlicher

Da stehen sich Manuel Neuer zweimal gegenüber, der mit der zucker-süßen Coca-Cola in den langen Torwartfingern und jener mit der Cola-zero, duellartiger Austausch der Getränke findet in Wildwest-Manier statt, reflexartiges Zupacken die Torwartqualitäten unterstreichend, den süßen Ersatz bewerbend.

Dabei sollte niemand den Süßstoff Aspartam unterschätzen, der erst recht der Gesundheit schadet, den Coca-Cola in ihren zuckerfreien Produkten beimischt. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) mag zwar vor fünf Jahren laut einer Studie den synthetischen Süßstoff für unbedenklich erklärt haben, dennoch kann Aspartam Angstzustände, Arthrose, Durchblutungsstörungen, Gewichtszunahme, Haarausfall, Migräne, Tinnitus etc. verursachen.

Trotz Warnungen hält die verantwortliche Politik still?

Eigentlich bedarf es nicht unbedingt einer WHO, die uns bescheinigen mag, in wie weit schlechte Ernährung bei der Jugend vorangeschritten, sie sogar das Rauchen und Trinken ablöst. Zusammen mit der Lebensmittelindustrie findet die Werbeindustrie genügend Spielfelder, um ihre Produkte an ahnungslose Konsumenten zu bringen. Denken wir beispielsweise an Energy-Drinks und deren völlig unterschätztes Risiko.

Stets wird den Verbrauchern suggeriert, wie wichtig doch Solidarität greift, Gruppendynamik vermag sehr erfolgreich selbst gesundheitsschädliche Produkte anpreisen, wer möchte schon als Außenseiter oder gar titulierte Spaßbremse dastehen.

Sicherlich darf und sollte man die verantwortliche Politik anprangern, wenn sie einen derartigen Werbeansturm zuläßt, Gesundheitsrisiken mittels manipulierter Studien und Gutachten verharmlost werden, trotzdem ist gleichwohl die Gesellschaft selbst gefragt, sich entsprechend zu informieren, nicht jedes Produkt bedenkenlos ihren Kindern und Jugendlichen zuzumuten.

Lotar Martin Kamm

Veröffentlicht unter Gesundheit | Verschlagwortet mit , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Zeit totschlagen bedeutet, Zeit zu befreien

https://pixabay.com/de/banner-header-zeit-uhr-ausdehnung-1240822/

pixabay.com

R: Sie wissen, wessen Sie beschuldigt werden?
T: Ich habe die Zeit totgeschlagen.
R: Sie gestehen also?
T: Meistens habe ich wohl gesessen und ich stehe aufrecht bequem.
R: Wie bitte?
T: Die Zeit kann nichts dafür, es ist das Datum, das sich aufdrängt.
R: So oder so, Ihnen ist klar, daß Sie sich eines
schweren Verbrechens schuldig gemacht haben!
T: Der Verbrecher ist das Datum, sie hat mir ständig im
Nacken gesessen.
R: Datum kann nicht im Nacken sitzen.
T: Zeit ist endlos, Datum ist endlich,
das Datum bringt sich immer selber um.
R: Laut Aktenlage haben Sie nichts getan.
T: Ja.
R: Nicht morgens aufgestanden, nicht zur Arbeit gefahren,
keine Termine wahrgenommen.
T: Ja. Ich habe nichts getan.
R: Sie gestehen also, die Zeit totgeschlagen zu haben.
T: Meistens habe ich wohl gesessen und die Zeit an mir
vorüber ziehen lassen.
R: Aber Zeit ist kostbar!
T: Das isses.
R: Wie bitte?
T: Die Zeit ist zu kostbar, um sie zu vergeuden, deshalb habe
ich sie auch nicht festgehalten, sondern habe ihr die Freiheit
gegeben, zu tun und zu lassen was sie will. Sie nennen es
Zeit totschlagen, ich nenne es: Zeit leben lassen.

Nafia

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , | 1 Kommentar

Wohnungsmarkt: Barbara Hendricks fordert japanische Verhältnisse

https://www.flickr.com/photos/unitednationsdevelopmentprogramme/21717762465/sizes/z/

flickr.com/ United Nations Development Programme/ (CC BY-NC-ND 2.0)

SPD entpuppt sich als asoziale Partei par excellence

Ein kurzer Blick in so manche Nobelvilla eines deutschen Bundespolitikers, erst recht im Ministersessel sich genußvoll räkelnd, was keineswegs mit Neidgedanken verwechselt werden sollte, erweist sich erneut als eine Farce angesichts des Vorschlags, der aus dem Munde der Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit entfleucht.

Barbara Hendricks fordert doch tatsächlich japanische Verhältnisse, „Leute brauchen nicht mehr als 30 Quadratmeter“. Erneut entpuppt sich die SPD als asoziale Partei par excellence, setzt ihren einmal ins Leben gerufenen Kurs nonchalant fort, initiiert vom damaligen Kanzler Schröder, der unter Rot-Grün das neoliberale Tor gänzlich aufstieß mit den Hartz-IV-Gesetzen im Reigen des Niedriglohnsektors.

Politik richtet sich unerschrocken nach den Vorgaben der Konzerne

Insofern braucht sich niemand zu wundern, daß unsere Volksvertreter, – wachsende Wut spricht längst von „Volksverrätern“ -, keine wirklich sozial ausgewogene Entscheidungen treffen, vielmehr alles daran setzen, nach Gutsherrenart den Vorgaben der Konzerne nachgeben.

Ob die halbherzig unausgegorene, daher überflüssige Mietpreisbremse, die sich ohnehin als Flop herausstellte, die Fortsetzung der Hartz-IV-Gängelung, denken wir an die bevorstehende Reform von Frau Nahles, ein Desaster ohnegleichen, wie auch Martin Behrsing vom ELO-Forum in diesem Interview erläutert hatte oder jetzt Hendricks Vorschlag, eine SPD in der Großen Koalition versagt wohl gänzlich, entfernt sich vom „einfachen Volk“. Mit welcher Frechheit werden hierbei Flüchtlinge und die an den sozialen Rand Gedrängten gegeneinander ausgespielt, um per Bezahlbarkeit von Wohnraum Menschen eine 30-Quadratmeter-Wohnung zuzumuten? Leben auf Abruf, Hauptsache dem Billiglohnarbeitsmarkt dienlich?

Eine Welt des Sklavenarbeitsmarktes

Die Angst, selbst seinen Arbeitsplatz verlieren zu können, hält genügend Menschen im Lande davon ab, lieber einmal mehr zu schweigen, ziemlich offensichtliche politische Fehlentscheidungen anzuprangern. Gerade im Internet geäußerte Bemerkungen hinterlassen Spuren, die manch potentieller Arbeitgeber gegen sie verwenden könnte.

Stillschweigendes Arrangement, um sich nicht selbst zu belasten? Sollen doch andere ins Fettnäpfchen treten? Duckmäusertum hat eine ganz besondere, eigene Note, dient den Herrschenden stets, um aufkommende Kritik gegegeinander auszuspielen. In einer Welt des Sklavenarbeitsmarktes, und den gibt es unbedingt mitten in Europa, also hierzulande, andere Länder folgen längst, denken wir an Frankreich, wo zur Zeit Widerstände unübersehbar in den Straßen wüten, ist kein Platz mehr für Mitmenschlichkeit.

Die arbeitende Bevölkerung hat wie und je der Wirtschaft zu dienen. Solange nicht umgekehrt, folglich die Wirtschaft dem Menschen, setzt sich dieser Sozialrassismus fort.

Lotar Martin Kamm

Veröffentlicht unter Politik | Verschlagwortet mit , , , | 4 Kommentare

Zugfahrt

https://www.flickr.com/photos/davidortmann/2138620611/sizes/z/

flickr.com/ David Ortmann/ (CC BY-NC 2.0)

Ja, ja, es wird spannend, komm her, setze dich nur,
siehst du das Glänzen, Leuchten der neuen Spur?
Auch die alte Strecke erhielt neue Gleise,
drei neue Tunnel gebaut, das war sehr weise,
verbinden jetzt die Bahnhöfe miteinander,
so kommst du bequem von hier nach Mittweida.

Sicher, die Namen der Orte sind nicht treffend,
denn man muß die Realität nicht nachäffen.
Vor jedem Tunnel dampft und pfeift die Lok,
das Licht springt an, das siehst du gleich noch.
Längs der Strecke wurden Häuser erneuert,
Bäume gesetzt, Bäche umgeleitet, gescheuert,

die alten Signalmasten, Schranken repariert,
Viecher auf die Weide platziert, Straßen betoniert.
Es hat lange gedauert, keine Kosten wurden gescheut,
schließlich wurde Rom auch nicht an einem Tag erbaut.
Die Geldmittel, sie wurden gegen Schluß etwas knapp,
trotz Kauf der drei Züge mit Waggons hat es geklappt.

Sind sie nicht makellos, können herrlich fauchen?
Diese Lok läßt es aus dem Schornstein rauchen.
Im Tender liegen echte Kohlen obenauf,
in den Waggons, alles im Original nachgebaut.
Wart’s nur ab, gleich wirst du staunen,
die Kamera führt dir die Strecke vor Augen.

Noch schnell die Fahrkarten für uns abstempeln,
damit der Computer den richtigen Film kann einblenden.
Die Brille setze auf, ein Wunderwerk der Technik,
wir fahren von Hirzenhain über Mittweida nach Kettwig.
Na, gefallen dir die sanften Hügel, das Grün der Wiesen?
„Ja, aber besonders die Frauen, die sich räkeln auf den Liegen!“

Nafia

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , | 2 Kommentare

Orlando: Touristen-Hauptstadt nach Attentaten unter Schock

https://www.flickr.com/photos/71380981@N06/27347693380/sizes/z/

flickr./ doc97209/ (CC BY-NC-ND 2.0)

Politisches Ausschlachten exemplarisch für unsere verrohte Gesellschaft

Zunächst erschoß der mutmaßlich geistig verwirrte Kevin L. „The Voice“-Sängerin Christina Grimmie und im Anschluß sich selbst am letzten Freitag während einer Autogrammstunde in Orlando, in der Nacht zum gestrigen Sonntag wurde die Touristen-Hauptstadt vom schlimmsten Blutbad eines Einzeltäters in den USA heimgesucht.

In dem Schwulenclub „Pulse“ soll Omar Mateen mehrere Dutzend Menschen erschossen und viele Geiseln genommen haben, nach der erfolgreichen Erstürmung durch die Polizei sind inklusive des Täters 50 Tote und 53 verletzte Menschen zu beklagen, wurde beim Einsatz aber der Tod von 30 Menschenleben verhindert.

Terrorattentate willkommene Gelegenheiten

Es stellt sich die dringende Frage: für wen? Angst und Schrecken verbreiten sämtliche Gewaltszenarien, von heimischer Gewalt durch Eltern an ihren Kindern, über Pausenhofprügeleien, ob Mobbing oder Bossing bis hin zu suizidalen Folgererscheinungen, gar Amokläufen, ganz besonders mittels weltweit zunehmender Terroranschläge und Kriege. Mensch, das klügste Wesen, die gefährlichste Bestie auf Erden.

Kein Wunder, daß Terrorattentate sehr willkommene Gelegenheiten darstellen, ein nachfolgendes politisches Ausschlachten exemplarisch für unserer verrohte Gesellschaft steht. Während ein Tag nach dem Orlando-Blutbad die Suche nach dem „Warum“ verständlicherweise beginnt, nützen manche jene tragische Tat für ihre eigenen Zwecke. Mitten im US-Wahlkampf beansprucht Donald Trump für sich, es schon immer gewußt zu haben, daß Muslime krimineller Natur, somit sein Einreiseverbot wiederholt unterstreicht, sogar Barack Obama zum Rücktritt auffordert.

Das Ende friedlicher Koexistenz steht uns bevor

Auf sämtlichen Ebenen. Die Fortsetzung etlicher Gewaltexzesse nimmt ihren Lauf, wie man jüngst auch hierzulande nicht übersehen kann. Noch wurde die BRD von Terrorakten verschont, tobt dennoch ein regelrechter Shitstorm gegen die Bundesregierung, die „Lügenpresse“ nicht nur in den Social-Medien, sondern ebenso mittels etlichen Zusammenschlüssen in rechtspopulistischen Strömungen, die oftmals die Nähe von „Nazi-Gedankengut“ brüsk von sich weisen. Die Leitsätze, Programme und öffentlichen Äußerungen von PEGIDA, den Identitären oder der AfD bestätigen letztlich jene Entwicklung, während der Staat viel zu halbherzig agiert, denken wir an den NSU-Prozeß.

Schlechte Zunkunftsaussichten, zumal Mensch längst begriffen haben sollte, daß Waffen keine Ängste beseitigen können, tatsächlich der weise Slogan „Frieden schaffen ohne Waffen“ Gültigkeit hat. Nur bestehen kaum Aussichten, die sich verselbständigende Entwicklung aufzuhalten. Am Ende zählt Menschlichkeit vor Ort: Entweder beherzte Zivilcourage setzt sich durch oder das Unvermeidbare geschieht weiterhin, ein dramatisches Morden.

Dem Ruf nach Vergeltung und Rache folgt meist eiliger Gehorsam voraus, gewisse Vorurteile für sich bestätigt zu interpretieren. Eine widerliche Haltung, die mehr denn je aufzeigt, wie menschenverachtend manche Zeitgenossen auftreten.

Lotar Martin Kamm

Veröffentlicht unter Terror | Verschlagwortet mit , , , , | 2 Kommentare