AfD-Erklärung entlarvt das falsche Spiel des Rechtspopulismus

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Von der „Lügenpresse“ bis hin zur Putin-Verglorifizierung

Schlimm genug, daß weiterhin gewisse Teile in der Bevölkerung jene rechtspopulistische Partei wählen, die angeblich eine Alternative für Deutschland sein soll, obwohl deren Partei-Programm auf gänzlich anderes hindeutet.

Von der „Lügenpresse“ bis hin zur Putin-Verglorifizierung scheint dieser jungen Partei nahezu jedes Mittel recht, um unbedingt mit Nachdruck auf sich aufmerksam zu machen. Bei eventuellen Entgleisungen wie die neuliche des Herrn Gauland, in dem er den Fußball-Nationalspieler Jérôme Boateng mal soeben beleidigte, offenbart sich der Rassismus Ewiggestriger.

Auf der Welle tröger Ausländerfeindlichkeit

Damit möchte man gut punkten, weil versteckter Nationalismus nach wie vor tief verwurzelt in manchen Bevölkerungsschichten vor sich hinschlummert, Patrioten und sogenannte Identitäre für ihre menschenverachtenden Zwecke mißbrauchen. In deren Welt herrscht Zucht und Ordnung, hat die Frau dem Manne sich unterzuordnen, möge der germanische Geist am besten in den Landesgrenzen des Deutschen Reiches bis in kleinste Winkel wehen.

Eigentlich sollten solche Auswüchse längst überwunden sein, doch mithilfe eines lang angelegten Konzepts der Diffamierung der Medien, denen man ständig eine US-Vasallentreue unterstellt, zumal tatsächlich dies einige genauso praktizieren, wird auf diese Weise eine notwendige Differenzierung einfach für beendet erklärt. Per se sind gleich die Mainstream-Medien ein exemplarisches Beispiel, welchen man mit allen Mitteln gegensteuern muß, eine eigene „Wahrheit“ ins Leben gerufen wird mittels Plattformen wie Kopp-Verlag und Co.

Die FAS im Visier der AfD-Spitze – Weimarer Verhältnisse im Lande?

Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen. Die AfD-Spitze beherzigt dies mitnichten, greift dafür lieber die Redakteure der FAS an, dreht mal soeben den Spieß um. Zurecht rügt der Spiegel ein solches Vorgehen als Ablenkung vom internen Konflikt innerhalb der AfD-Führung. Das sollte hier aber nicht weiter ausgeführt werden, da letztlich unwichtig.

Interessanterweise muß man in letzter Zeit die sprunghaften Sonntagsfragen werten, in denen sich deutlich zeigt, in wie weit es um diese AfD bestellt ist. Von einer Konstanz kann keine Rede sein, wenn innerhalb von zwei Wochen der rechtspopulistischen Partei zwischen 10% und 15% der Wahlstimmen prognostiziert werden, alle anderen Parteien schwanken zwischen ein bis zwei Prozentpunkten.

Erleben wir etwa ein Wiederaufkommen Weimarer Verhältnisse, von anfangs drei Parteien im Deutschen Bundestag, Tendenz mehr hinzukommende? Gleichzeitig eine Hysterie was Ausländerfeindlichkeit anbelangt, der Vorfall in Arnsdorf ein exemplarischer Hinweis?

Lotar Martin Kamm

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Der sechste Sinn alles andere als nur Humbug

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Unbewußt seherische Fähigkeiten im Alltagsgeschehen?

Auch Ihnen schon mal passiert? Sie überlegten kurz vor der Heimfahrt auf ihrer gewohnten Fahrstrecke, einen kleinen Umweg in Kauf zu nehmen, um noch kurz bei einem alten Freund vorbeizusehen, später erfuhren Sie, daß es einen schweren Unfall ungefähr zu diesem Zeitpunkt auf diesem Straßenabschnitt gab, mit mehreren Verletzten. Sie wollten eigentlich ihre Wäsche aufhängen, entscheiden aber kurz ins Kinderzimmer zu schauen, ob ihr Kind mit den Hausaufgaben vorankommt, da können sie ihr Kind gerade noch vor dem Ersticken retten, weil ein Bonbon im Hals stecken blieb.

So oder ähnlich schildern Menschen Situationen, die sie dem sechsten Sinn zuschreiben. Eine Begebenheit, die durch plötzliche Eingebung verursacht etwas Schlimmes verhinderte und in der Regel keine logische Erklärung bietet, was diese Eingebung ausgelöst haben könnte.

Uns Menschen werden fünf Sinne zugeordnet, das Sehen, das Hören, das Riechen, das Schmecken und das Fühlen. Es gibt allerdings nach neuesten Entwicklungen noch andere Sinne, die auf unseren Körper einwirken. Der Temperatursinn, Schmerzempfindung, Gleichgewichtssinn, Tiefensensibilität, die vor allen Dingen in dem Bereich der Physiologie ihren berechtigten Platz gefunden haben. Weitere Sinneswahrnehmungen finden derzeit Einzug in den Wissensstand zum besseren Verständnis unseres Körpers.

Sinn, aus dem Altfriesischen sin, wahrscheinlich übernommen vom Altnordischen sinn, sinni, findet sich auch im Keltischen séntos, hatte als ursprüngliche Bedeutung gehen, senden, bewegen. Erst viel später wurde das Wort für den Begriff des Fühlens, Empfindens benutzt. Im germanischen Wort sinnan, kümmern, achten, kann durch den Ausspruch: in diesem Sinne, die nahe Verwandtschaft erkannt werden.

Was nun aber den sechsten Sinn betrifft, der Sinn, der gerne als telepathische Fähigkeit, Hellsehen beschrieben wird und bei einigen Menschen öfters anzutreffen ist als bei anderen, so gibt es laut Wissenschaftlern von der Washington Universität in St.Louis auch hierfür eine Erklärung:

…konnten mittels Magnetresonanztomographie nachweisen, dass eine bestimmte Hirnregion, der anteriore cinguläre Cortex (ACC), ein Frühwarnsystem darstellt, das bei drohender Gefahr einer Fehlentscheidung aktiv wird. Offensichtlich empfängt diese im Frontallappen liegende Hirnregion Umgebungssignale, die dann unverzüglich auf potentielle Gefahren hin analysiert werden. Sollte eine Situation als „gefährlich“ interpretiert werden, schlägt es sofort Alarm, so dass das Individuum die Möglichkeit hat, eine Änderung seines momentanen Verhaltens einzuleiten. Menschen, die auf diese Weise rechtzeitig einer Gefahrensituation entronnen sind, führen dies dann gerne auf ihren „6. Sinn“ zurück. (Wikipedia)

Erstaunlich in diesem Zusammenhang ist allerdings die Tatsache, daß Menschen lange bevor eine potentielle Gefahr zu ersehen war, die Fähigkeit besitzen, „gewarnt“ zu werden und dadurch die Möglichkeit bekamen, ihr Vorhaben zu überdenken.

Bleiben wir beim Sinn (Fühlen) und beim Sinn (Verstand) kann uns also weniger passieren, obwohl diese gut gemeinte Absicht sicher nicht zu allen Zeiten wirklich greift. Es gibt zwischen Himmel und Hölle noch so manches Trittbrettchen, daß uns zum Stolpern bringen kann.

Die Sendung der 7. Sinn, die von 1966 bis 2005 über den Bildschirm flimmerte und uns zahlreiche Hinweise auf das Vermeiden von Unfällen im Straßenverkehr hingewiesen hat, ist eventuell nicht bei allen vergessen. Vielleicht kann das kleine Video uns erneut einen Blick auf Unfallgefahren und deren Vermeidung schärfen oder aber uns den Sinn für Humor, im Rückblick zu einer vergangenen Zeit, der bei all den Sinnen nicht vergessen werden sollte, zum Ausbruch bringen. Zumal wir jetzt wissen, daß sinnen ursprünglich bewegen, gehen, senden bedeutet hat und die Gesichts- und Bauchmuskeln sich auch erfreuen, daß sich ihrer wieder besonnen wird.

Doris Mock-Kamm

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Schöne neue Welt des freien Handels in einer globalisierten Gesellschaft

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Verbraucherschutz fängt bei jedem selbst an

Verbraucher und Handel, eine folgenreiche Symbiose eines Miteinanders, welches zunehmend gefährdet, was ganz unterschiedliche Ursachen birgt. Solange ein Geschäft in ehrlicher Absicht per gegenseitiger Zufriedenheit stattfindet, mag die Balance zwischen Kunde und dem Händler, dem Handwerker und Dienstleister bewahrt bleiben.

Aber in dem Moment, wo erbarmungslose Konkurrenz, ein Ringen um die besten Preise, eine Werbung der Superlative, ein Aufkaufen kleinerer und mittlerer Betriebe im Zuge der Globalisierung immer mehr um sich greift, das Vertrauen in die Marktwirtschaft empfindlich erschüttert wird, ohnehin die Schwachen darunter leiden müssen vom Endverbraucher bis hin in Entwicklungs- oder Schwellenländer, führt das „Krebsgeschwür“ jener Wirtschaftspolitik in eine fatale Spirale, an deren Ende Großkonzerne und deren Helfershelfer vor allem in der Politik selbst stehen und auf der anderen Seite eben die Geprellten.

Erneut die Milchbauern – exemplarisches Beispiel verfehlter Politik

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt, das ist der Minister, der Monsanto wohlgesonnen absegnet, in dem er sich für das unter Krebsverdacht stehende Glyphosat auf deutschen Äckern entscheidet, um im nächsten Atemzug den kleineren Milchbauer-Betrieben unter die Arme greifen zu wollen per 100 Millionen Euro Soforthilfe.

Dabei wissen wir doch alle, daß es sowieso zuviel Milch gibt, die den Kühen entnommen auf die Märkte gelangt. So funktioniert Angebot und Nachfrage, zunächst plausibel. Wer die besten Konditionen verhandelt, streicht die fetteren Gewinne ein, kleinere Betriebe haben einfach das Nachsehen bis hin zur pleite. Darf eine Gesellschaft das nonchalant hinnehmen, zumal weite Teile unterm Strich in ihr betroffen?

Zerstörte regionale Strukturen – dem Gobalismus verpflichtet

Böse Zungen mögen dies als „Heile Welt Phantasien“ abtun, aber die Zerstörung regionaler Strukturen kann kaum jemand von der Hand weisen. Einige fahren weit entfernt zum Arbeitsplatz, während zu Hause manch kleiner Betrieb aufgeben mußte, in kleinen Orten der Einzelhandel verschwand, abgelöst von Supermarktketten auf der grünen Wiese, selbst Grund- und Hauptschulen in größere Orte sich einfanden. In der Landwirtschaft schon lange Kleinbauern aufgaben.

Und Deutschland verhandelt übers TTIP, was jener verfehlten Wirtschaftspolitik ein neues Tor unbegrenzter Ausbeutung öffnen wird, wo der eigene Staat seine Mündigkeit verliert, Konzerne bestimmen. Dem Globalismus verpflichtet ordnen sich Kapitalflüsse jener Marschroute unter, treibt weltweite Korruption ihr perfides Spiel eigener profitorientierter Politik, rücksichtslos, ohne jedwede Bedenken.

Alles hat seinen Preis, was man durchaus wörtlich nehmen darf. Milch zu billig, Kleinbauern pleite gehen, die großen noch mehr Profite einheimsen. Am Ende trinkt der Verbraucher die Milch, die eher schadet, aber Hauptsache Urlaub auf Malle.

Lotar Martin Kamm

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Eine Fahrt ins Blaue dem Meer entgegen (Teil 1)

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Nur Leichtsinn der Jugend?

Moosgrüne Farbschattierungen spiegelten sich im Glanze des schicken Sportwagens wider, dessen Automarke völlig einerlei, zumal im nächsten Moment das scheinbar idyllische Bild schlagartig verschwand, entzaubert von einer Gruppe Jugendlicher, die sich lautstark pöbelnd Luft machten. Ein Hagerer schmiss voller Übermut einen Hundekothaufen an die Windschutzscheibe der Nobelkarosse.

Die Fahrertür wurde aufgerissen, ein stämmiger Mitt-Vierzigjähriger sprang heraus, erreichte in drei vier großen Hechtsprüngen den Übeltäter und schlug diesem mit der flachen Rechten ins erschrockene Gesicht. Obwohl daraufhin dessen Kumpels die beiden umringten, wagte niemand, den Mann anzugreifen, zu eindeutig entspannt und lauernd zugleich stand dieser abwartend, sie festen Blickes visierend.

Der kleine Harald fasste sich ein Herz und sprach ihn an.

„Ey, Alter, sach mal, haste noch alle Latten am Zaun, unseren Andy eene zu langen?“

„Hab ich. Und nun? Wer will der nächste von euch sein?“, entgegnete der Fahrer, wobei er langsam und sehr zielsicher auf seinen Sportwagen sich zubewegte, die Gruppe ihn zunächst gewähren ließ. Rudie wagte es plötzlich, ihn anzuspringen, verfehlte den Fighter aber, weil dieser sich elegant zur Seite drehte, um im selben Moment den Fuß des Jungen fest zu ergreifen, so daß dieser zu Boden stürzte, wimmernd ihn bat, doch loszulassen.

„Ach, warum sollte ich? Nur unter einer Bedingung, Jungs. Ihr holt dort drüben bei der Tankstelle den Scheibenwassereimer, reinigt und trocknet meine Windschutzscheibe, während ich enstpannt in meinem Wagen sitze und alles kontrolliere“, forderte er Rudie und die anderen auf. Ein kurzes Kopfnicken der meisten genügte, so daß der Fahrer lässig aber äußerst wachsam in seine Nobelkarosse stieg, die emsig und zügig wieder ihren alten Glanz erhielt.

Anschließend schlenderte die Jugendgruppe eher mißmutig von dannen, George konnte sich ein breites Grinsen nicht verkneifen, startete den Wagen und fuhr gen Autobahn. Im Radio lief gerade Lindsey Stirlings „Beyond the Veil“, welches er sehr schätzte, schließlich kannte er ihre Geburtsstadt Santa Ana, die Familie seiner Mutter kam dort her. Gedankenverloren erreichte er die Auffahrt, gab richtig Gas, der Sportwagen überholte problemlos heimkehrende Berufspendler.

Der Journalist freute sich auf seine kurze Auszeit, sehnte sich nach der ewiglich wiederholenden Geräuschkulisse des Meeres, der salzigen Luft, die kaum still hielt, entfacht durch ungebremsten Wind, dem Geschrei der Möwen, den warmen Sand zwischen den Fußzehen.

Fortsetzung folgt.

Lotar Martin Kamm

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Zutexten lassen – ein nerviges Unterfangen

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Neue Themen schaffen Abhilfe

Fühlen Sie sich auch manchmal zugetextet? Zutexter gibt es schätzungsweise in jeder Familie, Bekanntenkreis, Gruppe oder wo immer eine Ansammlung Menschen sich treffen. Sie treten völlig altersunabhängig als Frau oder Mann, frei vom Bildungs- Gesellschaftsstand, aus allen sozialen Schichten auf. Kein Thema, das nicht von der Betrachtung eines Staubkornes in die Welten des Alls führt, dabei ist es sehr oft unerheblich, ob es um reine Spekulationen oder fundierte wissenschaftliche Exkursionen handelt. Der Zutexter kann einfach nicht den Schnabel halten, auch auf die Gefahr hin, daß keiner ihm mehr zuhört oder nur einen kleinen Teilausschnitt seiner Ausführungen bei den anderen ankommt.

Es ist immer wieder erfreulich, wie einfach Sprache aufgebaut ist, versucht man die Hintergründe für einen Begriff zu verstehen. Text, aus dem Lateinischen textus, Inhalt, zusammenhängende Worte einer Schrift oder das Gewebe der Rede, übernommen von texere, weben, flechten. Ein guter Redner sowie ein gut geschriebener Text vermögen durch die Wortwahl und Satzfolgen genauso gut spannungsgeladene, aufregende, betörende, traurige Gefühlsmomente auslösen, die dem Zuhörer oder dem Lesenden den Eindruck des selbst Erlebten vermitteln. Sie weben mit ihren Worten Decken, Teppiche voll umhüllender Leichtigkeit oder Schwere.

Über die Thematik der guten Rede und deren Vertreter gibt es, wie soll es auch anders sein, zuhauf Bücher, Abhandlungen, gleichwohl wie über Qualität der angewandten Sprache in der Literatur. Selbstverständlich gibt es ganze Regalwände voll Bücher in Bibliotheken oder Buchhandlungen, um die Kunst des Redens und der guten Schreibweise zu erlernen. Vorträge werden veranstaltet, auf denen Tipps und Tricks verraten werden, Angebote von Redenschreiber finden sich in Zeitungen, und natürlich gibt es Kursangebote, um das freie Sprechen und Schreiben guter Texte zu erlernen.

Aber alle Mühen der sich Bildenden an guter Sprache oder der perfekten Rede nützen wenig, wenn nicht die Kunst des Talents in ihnen steckt. Denn wie bei allen anderen Tätigkeiten kann es zwar von Vorteil sein, eine gewisse Technik, Handhabung zu erlernen, die Kunstfertigkeit aber liegt in der Begabung, die Decke so zu weben, daß ihre Material-, Farb- und Musterwahl mit dem Adjektiv perfekt umschrieben werden kann.

Perfekt, fehlerfrei, makellos, mustergültig, vollkommen, tadellos, aus dem Lateinischen perficere, vollenden. Dem ist nichts hinzuzufügen, es ist ein für sich geschlossener Kreis. Jedes mehr oder weniger würde die Harmonie, das Gleichgewicht stören. Nur etwas völlig Neues kann dann, wenn überhaupt, damit konkurrieren. Wer selbst webt, schreinert, schraubt, zeichnet, musiziert, Sport betreibt, singt oder irgendein anderes Gewerbe ausübt, kennt diese Situation, dabei ist es oft nicht entscheidend, ob die Perfektion sich über das gesamte „Gewebe“ erstreckt, ausschlaggebend ist das Gesamtwerk.

Die Kunst des Zutexters ist deshalb nicht auf seine inhaltswichtigen Themen zurückzuführen, sondern auf die Gabe, in jedem noch so unwichtigem, längst bis zur Verzweiflung ausdiskutiertem Thema immer noch eine bis dahin scheinbar nicht berücksichtige Ansammlung von Thesen und Erklärungen ins Feld zu führen. Die einzige Chance den Redefluß dieser Menschen zu stoppen, ist nicht, Argumente vorzubringen, sondern selbst ein Thema zu weben, außer Sie genießen mit Freuden einem Stimmklang, der Sie melodisch in eine Entspannung führt, ähnlich einer meditativen Musik.

Doris Mock-Kamm

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Hartz IV: Geplante Reform ein Desaster – Interview mit Martin Behrsing

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Hoffnung oder Resignation? Was meint der Presse-Sprecher des ELO-Forums?

© Martin Behrsing

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Im Jahre Elf nach Inkrafttretung der Hartz-IV-Gesetze hat sich mitten in Europa in Deutschand der große Wurf keinesweg eingestellt, der unter der rot-grünen Regierung mittels vollmundiger Versprechen initiiert wurde. Außer per getrickster Statistiken, die eher vorgaukeln, daß die Fortsetzung jener Sozialreform unter der erneuten Großen Koalition im Grunde ein Vertrauensbruch bedeutet, anstatt eine tatsächliche Verbesserung all jener, die an den Rand der Gesellschaft verharren müssen.

So beweist auch Andrea Nahles, daß die SPD sich von einer ausgewogenen, behutsamen Sozialpolitik längst verabschiedet hat, wir zuletzt Ende Januar dieses Jahres berichteten. Die noch in den Schubladen unter Verschluß verweilende geplante Reform verspricht alles andere als Erleichterung für Betroffene, wie auch die ARD-Sendung „Report Mainz“ schilderte.

Grund genug, den Presse-Sprecher des ELO-Forums, Martin Behrsing, entsprechend zu befragen, wie aus seiner Sicht diese Entwicklung einhergeht, vor allem wegen seines Erfahrungsschatzes im Austausch etlicher Betroffener. Da wir vor einigen Jahren mal in einem Fall intensiv kooperierten, uns austauschten, führen wir hier dieses Interview eben nicht in förmlicher Anrede.

Lotar Martin Kamm: Unabhängig von dem ständig verweilenden Damoklesschwert etlicher Sanktionen, die oftmals einer Erpressungspolitik gleichkommen, Hartz-IV-Bezieher gefügig machen sollen, verweilt diese Bundesregierung im geheimen Prozedere der angeblichen Rechtsvereinfachungen im Hartz-IV-System, wovor du schon im Herbst 2014 gewarnt hattest, Andrea Nahles den Erwerbslosenverbänden eine Abfuhr erteilte. Verhärten sich jetzt die berechtigten Befürchtungen?

Martin Behrsing: Die Befürchtungen sind leider zur traurigen Wahrheit geworden und werden im Juni dann zum Gesetz. Vor diesem Hintergrund kann man verstehen, dass es von Seiten Andrea Nahles überhaupt kein Interesse gab, mit den betroffenen Organisationen zu sprechen. Denn es ging nicht um Rechtsvereinfachung, sondern nur darum, Kosten einzusparen und Beziehern von Sozialleistungen noch mehr Rechte zu nehmen. Eine ähnliche Entwicklung haben wir ja auch jetzt beim sog. Integrationsgesetz gesehen. Auch hier ging es nicht um Integration, was ja von beiden Seiten ein aufeinander Zugehen bedeutet, sondern nur um Assimilation.

Lotar Martin Kamm: Überprüfungsanträge möglicher Versäumnisse und Fehler in Bescheiden werden folglich schon bald nicht nur beschnitten, sondern darüber hinaus den Betroffenen die Möglichkeit faktisch genommen, diese einzufordern. Letztlich Jobcenter zu entlasten zu Ungunsten der Hartz-IV-Bezieher, sie leer ausgehen, keine Nachzahlungen folgen werden?

Martin Behrsing: Es bewahrheitet sich leider immer wieder: Hartz IV ist das Produkt der neoliberalen Politik. Es geht letztendlich nur darum, den überflüssig gemachten Teil der arbeitenden Klasse – sprich Erwerbslose – so kostengünstig wie möglich, die Profitrate nicht belastend, öffentlich zu alimentieren. Bereits 2011 wurde eine Regelung eingeführt, die es bei keinen anderen Trägern des Sozialgesetzbuchs gibt. Nämlich, dass Nachzahlungen bei fehlerhaften Bescheiden nur ein Jahr rückwirkend ausgezahlt werden. Bei allen anderen Trägern, z. B. Rentenversicherung, entstehen Ansprüche aus fehlerhaften Bescheiden bis zu vier Jahre rückwirkend. Jetzt wird dann allerdings bei Hartz-IV-Beziehern noch mal eins draufgelegt, so dass es quasi zu keiner Nachzahlung mehr kommt. Dies in dem Wissen, dass mehr als 90 Prozent aller ALG-II-Bescheide fehlerhaft sind. Man hat nur dann eine Chance, wenn man direkt Widerspruch einlegt. Allerdings wissen viele Menschen gar nicht, dass ihre Bescheide fehlerhaft sind, da die Bescheide und Gesetze viel zu komplex sind. Oftmals erkennen die Menschen das erst, wenn sie beispielsweise eine Beratungsstelle oder einen Rechtsanwalt aufgesucht haben. Dann ist aber in der Regel die Widerspruchsfrist abgelaufen.

Lotar Martin Kamm: Selbstverständlich kommt auch für dich Resignation nicht in Frage trotz vehementen Gegenwindes seitens dieser SPD, der Union und gleichwohl den Grünen. Nur die Linke steht zu ihrer konsequenten Haltung, würde am liebsten dieses menschenunwürdige Hartz IV gänzlich abschaffen. Von Hoffnung kann dennoch kaum die Rede sein angesichts dieser mageren Oppositionsnische im Deutschen Bundestag, oder?

Martin Behrsing: Manchmal kann man schon resignieren. Insbesondere dann, wenn dann Betroffene nur aus Protest mal eben einer rechten Partei wie der AfD zu unglaublichen Wahlergebnissen verhelfen. Dabei richtet sich deren Parteiprogramm gerade gegen sie. Aber aufgeben will ich deshalb trotzdem nicht, denn es ist nicht einfach nur ein Kampf gegen die Hartz-IV-Gesetze, sondern es ist für mich auch ein Kampf gegen den Neoliberalismus. Letztendlich muss an dessen Ende die Überwindung des Kapitalismus stehen, also einer sozialeren und gerechten Welt.

Lotar Martin Kamm: Obendrein bündeln sich just im Rausche des erwachten Rechtspopulismus all die Kräfte, die sowieso schon immer ausländische Mitbewohner im Lande argwöhnisch belauert hatten, nunmehr aufgrund der Flüchtlingswelle über PEGIDA und AfD erstarken. Auch ein dringendes Thema im Kreise der Erwerbslosen, die oftmals leider kaum sich politisch interessieren, obwohl gerade sie dies sollten?

Martin Behrsing: Zunächst müssen wir sehen, dass Erwerbslose keine homogene Gruppe sind. Das macht es sehr viel schwieriger, sie zu politisieren. Hinzu kommt, dass Erwerbslose ihre Arbeitslosigkeit häufig als ein subjektives Problem sehen, welches mit Scham und dem Gefühl des eigenen Versagens gepachtet ist. Der soziale Abstieg passiert dann so schnell, dass man eigentlich keinen Kopf dafür hat, da es auch noch andere Probleme und andere Menschen gibt. Die ganzen Hartz-Gesetze sorgen zudem dann auch noch dafür, dass die Menschen marginalisiert sind. Deshalb braucht eine herrschende Klasse sich nicht vor politisierten Erwerbslosen zu fürchten. Erreichen kann man die Menschen nur dann, wenn sie dringend auf Hilfe angewiesen sind.

Aber dann geht es ja ganz oft um die bloße Existenzsicherung. Erst wenn man hier an den Menschen dran bleibt, gelingt es einem vielleicht, dass man über den Tellerrand hinaus schaut und merkt, dass man sich auf ganz vielen Ebenen wehren muss. Wir haben es leider auch damit zu tun, dass viele Menschen schon immer ein rassistisches und/oder rechtsextremes Weltbild haben, dessen Fratze man jetzt im Zuge von PEGIDA und der AfD offen zeigen kann. Wer sich denen allerdings anschließt, wählt seine eigenen späteren Henker. Denn PEGIDA oder AfD haben mit einer sozialen und gerechten Welt nichts zu tun.

Lotar Martin Kamm: Der jüngste, tragische Fall des getöteten Prügel-Opfers Niklas K. hat einmal mehr aufgezeigt, wie vorschnell Rechtsextreme dies für ihre Zwecke ausschlachten. Selbst eiligst herbeiströmende rechte Demonstranten, angeführt von der „Dügida“-Chefin Melanie Dietmer, entweihten die kondulierenden Trauernden am Gedenkort in Bad-Godesberg, wurden von der anwesenden Polizei nicht daran gehindert. Ein Affront, auch gegen das Bündnis „Bonn stellt sich quer“, welches du als Presse-Sprecher vertrittst?

Martin Behrsing: Ich empfand es als besonders schlimmen Affront, dass Neonazis einen Ort der Trauer und den so tragisch verstorbenen Niklas K. für ihren Rassismus missbrauchen. Leider ist dieser Spuk nicht vorbei, denn für den 18. Juni haben sich erneut Neonazis für eine Demonstration in Bonn Bad-Godesberg angekündigt. Und wieder soll Niklas K. für ihren Rassismus herhalten. Wir sind jetzt allerdings schon dabei, Blockaden zu organisieren. Zumindest ist man sich mehrheitlich in Bonn einig, dass für solche Leute dort kein Platz ist.

Lotar Martin Kamm: Das Team von Querdenkende drückt dir und dem Bündnis „Bonn stellt sich quer“ auf alle Fälle die Daumen, denn wenn wir hier in Deutschland, europa- und weltweit eines nicht gebrauchen können, dann die Wiederbelebung jenes Rassismus und Rechtsradikalismus. Vielen lieben Dank für das Interview.

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Technik im alltäglichen Disput hektischer Zeiten

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Nur Funktionalität oder geheime Wissenschaft?

„Verfluchte Technik!“ Zwei Wörter, die in unserem Sprachgebrauch täglich leicht über die Lippen fließen. Man schimpft, zetert, schreit, flucht, bisweilen wirft man das Objekt des Frustes leichtfertig auf den Boden. Erstaunlicherweise funktioniert die Technik gerade zu dem Zeitpunkt nicht so, wie man es gerne hätte, wenn es eilt, wenn man eine bestimmte Sendung nicht verpassen will, wenn man per Handy jemanden etwas Wichtiges mitzuteilen hat, wenn man freudig jemanden etwas vorführen möchte. Dann versagt die Technik sehr gerne, es ist wie verhext, oder?

Technik aus dem Griechischen technikós, über die französische Sprache, technique, Einzug in die deutsche Sprache gefunden, bedeutet eigentlich, die Kunst- oder Gewerbetätigkeit. Es ist ein Überbegriff für Regeln, Grundsätze, Handgriffe, die für die Arbeiten von Kunst und Gewerbe vonnöten sind.

Dies ist bis heute in unserem Sprachgebrauch gefestigt. Inzwischen allerdings werden sämtliche elektrischen Erfindungen ebenso benannt. Kein Wunder, werden doch kaum noch Produkte erfunden und gebaut, die rein mechanisch ohne elektronische Hilfe funktionieren. Wir sind von elektronischer Technik umgeben, schön verkleidet unter irgendeiner Form von Gehäuse.

Uns ist somit der Blick auf die Funktionalität verborgen, konnte man bei älteren Maschinen noch von außen zusehen, wie Räder ineinander griffen, oder Stifte sich anstießen, so bleibt uns dies heute verwehrt. Die ein oder andere Uhr wurde auseinandergenommen, wenn man geschickt war, konnte man die Uhr wieder heile machen, ohne daß ein Erwachsener die Neugierde, die dafür verantwortlich war, austrieb. Gelang wohl nicht so oft. Nähmaschinen, Lokomotiven waren oft Anschauungsobjekte, die viele Kinder faszinierten.

Nicht nur die teilweise zu Recht hinter Gehäusen versteckten technischen Funktionen verhindern oftmals das Verstehen der teils komplexen Zusammenhänge von Maschinen und Geräten, sondern und vor allem die tägliche Handhabung und Sichtung der Funktionalität. Hatten frühere Generationen noch die Gelegenheit, bei ihren Familien, Nachbarn bei der Handhabung der Geräte oder bei der Reparatur zusehen zu können, so bleibt diese Chance heute weitestgehend den Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen versperrt.

Da ist es nicht besonders erstaunlich, daß selbst kleinste Reparaturen nicht mehr ausgeführt werden können, zumal bei einigen elektronischen Geräten allein durch das Öffnen eines Gehäuses die Garantie erlischt. Konnten durch das Wissen der Handhabung noch Reparaturen an Waschmaschinen, Autos, Rasenmähern schnell behoben werden, so ist man heute oft auf einen teilweise teuren technischen Dienst angewiesen, oftmals belaufen sich die Reparaturzahlungen in der Höhe des Anschaffungspreises.

Technik, Regeln, Grundsätze, Handgriffe sind erlernbar und selten ein Buch mit sieben Siegeln, es sei denn, man macht daraus eine geheime Wissenschaft.

Doris Mock-Kamm

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