Feindbilder schaffen die rechten Affen und gaffen

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Satirischer Rückblick…

Wer hat Angst vorm flüchtenden Mann, so mit allem drum und dran? Der ahnungslos vorurteilsbehaftete, rechtslastige Genosse, kaum entsprungen aus Mutters Schoße, übergießt er die Umwelt mit seiner braunen Soße. Welch widerlich politisches Desaster fällt da erneut durch angeblich kritisches Raster. Immer noch auf dem rechten Auge blind? Ganz besonders des Volkes Mitt. Igitt, igitt, wohl nicht genug gelitt?

Man möcht Isabell alles Gute gönnen, überhaupt die Menschheit letztlich versöhnen, wenn da nicht Vaterlandsliebe auf Abwegen wär. Sie belullt schon wieder zu viele mit ihrer bösartigen Mär! Wer das nicht glauben mag, schau doch mal in manch Landtag, was dort sich jüngst jetzt abspielt, wenn durchaus selbstgefällig gezielt der Abwärtstrend der alten Parteien für eigene Zwecke benutzt. Und kaum jemand stutzt?

Kein Problem, weil Jammern in manch dunklen Kammern doch vorzüglich angenehm. Schließlich geht es doch um eigenen Frust und ums Vaterland, welches bedroht, oh Schand. Die Lösung menschlicher Fortplanzung erschaffen im Labor? Mitnichten, Mensch, du Tor! Oder haben sie doch nichts mehr zu verlieren, kriechen am Ende wie Tiere auf allen Vieren?

Mit Blick zur Rüstung, zu all den Waffen: Was soll jenes Treiben, dieses Erschaffen, was stets Krieg bedeuten muß? Des Menschen Überfluß, gar Überdruß? Am Ende alles zerstört, Schluß. Sich wiederholende Kreisläufe verfehlter Politik, welch Mißgeschick, ob viel früher oder vor 40 Jahren, ist sich Mensch wirklich darüber im Klaren, daß seine Zukunft verbaut? So wenig Widerspruch, kaum jemand sich traut?

Auch Chemieriesen, so wie Bayer und Co., ihre dicken Geschäfte zu Lasten anderer, in dem Falle den Bienen, schamlos genießen. Manch Wanderer fühlt sich etwa an die Wand gedrängt, furchtbar beengt in einer Welt voller Tücken. Oder möchte man sich auf anderem Wege beglücken? Denken wir zurück an die gute alte Stub, an Zeiten, wo man kaum böse Fallen grub. Mensch, noch nicht genug?

Mit Blick zum Zins und Zinseszins wird klar, wer hier das Sagen hat, Jahr für Jahr. Das ist nicht nur schad, sondern zeigt wie fad Banken die Welt beherrschen. Sie denken, kein geschickt inszeniertes Märchen? Kein Betrügen, kein ständiges Belügen? Homo sapiens mauschelt seit Urzeiten mit Muscheln, da hilft kein stilles Tuscheln. Er sollt der Wahrheit ins Gesicht blicken, und die verlogene Mischpoke von dannen schicken.

Wenn nicht, dann kehren sie zurück, wie das jüngste Gericht. Jene Patrioten und Nationalisten, die allzu gern ihre eigenen Fahnen hißten. Stück für Stück erneutes Grauen zu uns kriecht. Sie aufzuhalten, unsere menschenwürdige Pflicht.

Lotar Martin Kamm

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Homo sapiens mauschelt seit Urzeiten mit Muscheln

pixabay.com

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Was haben Muscheln mit Betrügen und Lügen zu tun?

Muscheln essen gilt für manche Menschen als Delikatesse. Während andere sich ekelnd abwenden und es gar nicht nachvollziehen können, so etwas als Nahrung anzusehen. Sie haben vielleicht eher Freude daran, an den Stränden der Meere zu schlendern und das ein oder andere verlassene Muschelhaus mit nach Hause zu nehmen als Erinnerungsstück, oder um es in ihre bereits bestehende Sammlung aufzunehmen.

Muscheln bevölkern nicht nur unsere Meere, sondern sind auch im Süßwasser zu finden. Wer selbst die Gelegenheit hatte, als Kind entweder an der Küste oder einem See aufgewachsen zu sein, wird schätzungsweise in seinen Kindertagen die ein oder andere Muschel gesammelt und eventuell die ersten Tauschgeschäfte damit abgewickelt haben.

Die Schönheit und Artenvielfalt der Muscheln hat bereits den frühen Homo sapiens dazu veranlaßt, Muscheln nicht nur als Schmuckstücke zur Zierde des eigenen Körpers zu benützen, sondern hat ebenso zum Tauschgeschäft angeregt. Der Wert einer Muschel wurde nicht nur nach der Schönheit, auch die Häufigkeit des Vorkommens trug wesentlich dazu bei, den Wert der Handelsware zu bemessen.

Der Name Muschel führt zurück auf eine Muschelart, die von den Römern gern gegessen wurde, aber so oft vorkam, daß sie von geringem Wert war und die Ähnlichkeit mit einer Maus aufwies. musculus, mittelhochdeutsch muschel, althochdeutsch muscula, < lateinisch = Mäuschen, wohl nach der Ähnlichkeit in musculus, eigentlich Form und Farbe mit einer Maus. (Duden)

Die Angewohnheit vieler Muscheln sich an irgendwelchen Dingen fest zu ankern, hat Wissenschaftler dazu verleitet, einen Superkleber zu erfinden. Oder besser gesagt, sie haben mal wieder in der Natur abgekupfert.

Unbestritten ist jedenfalls, daß noch nicht alle „Fähigkeiten“ dieser Tiere bekannt sind und scheinbar ausgestorbene Arten plötzlich wieder auftauchen.

Falls Sie jetzt ein bißchen neugierig geworden sind und mehr über diese Spezies erfahren wollen, können Sie beim nächsten Urlaub Ihr Wissen in diesen erwähnten Museen vertiefen.

Aber kommen wir zurück zur Sammlung der Muschelgehäuse und das eigentliche Thema dieser Kolumne, nämlich: mauscheln. Muscheln, das alemannische Wort für undeutlich sprechen, dumpfe Töne von sich geben, hat sicher unter anderem auch dazu beigetragen, das Wort mauscheln, mit Betrügen und Lügen gleichzusetzen. Als der Handel, Wechsel von Besitz, noch nicht von „festgesetzten“ Werten abhängig war, sondern von individuellem Wert einzelner Gegenstände, haben sicherlich einige der Händler gewisse Unkenntnisse der Geschäftspartner ausgenützt.

Man muß ja nicht jedem gleich auf die Nase binden, daß diese Muscheln an dem einen oder anderen Ort zuhauf vorkommen, quasi nichts oder nur wenig wert sind. Und wenn man bei diesen Handelsgeschäften etwas in den Bart gemuschelt hat, so hatte man gewiß auch keine böse Absicht, der andere hat nur falsch verstanden.

Das Mauscheln, Betrügen und Lügen ist der Menschenseele wohl mit in die Wiege gelegt worden, ähnlich der Schadenfreude, denn wenn der Mensch das Gefühl erhält, einen für ihn guten Deal abgeschlossen zu haben, freut er sich königlich, ähnlich wie über eine unvorhergesehen scheinbar komische Situation, in der sich der andere blamiert. Dabei spielt es oft keine Rolle, ob der andere sich dabei verletzt hat oder nicht.

Und wer jetzt denkt, die Sammlung der Muscheln sei nur eine kindliche Leidenschaft, der irrt. Denn sie kann die Vorbereitung sein für clevere Tauschgeschäfte.

Doris Mock-Kamm

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Lieb Vaterland – ick dräng Dir mal an den rechten Rand

flickr.com/ 37sechsblogger/ (CC BY-NC 2.0)

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Wenn Patrioten und Nationalisten Hochzeit feiern, müssen Aufrechte reiern

Eine heftige Sehnsucht sitzt da ganz tief in den Herzen Verpönter, die jetzt endlich nach Jahrzehnten ihre Chance als gekommen sehen, wieder geschlossen aufzustehen, vereint im Reigen ihres unerbitterlichen Nationalismus, den sie nunmehr ausleben wollen. Welch günstige Konstellation, welch politische Finte, daß mitten im alten Europa eine Nation, die längst als gekapert, besetzt geglaubt, sich erhebt, um ihre lästigen Feinde abzuschütteln.

Geschickt eingefädelt durchs enge Nadelöhr von bösen Stimmen und stillen Beobachtern, agieren im Hintergrund exakt jene Geldgeber, die schon vor über achtzig Jahren selbstgefällig gezielte Schaltstellen bedienten, auf daß diese das Volk für sich gewinnen. Was damals schon funktionierte, sollte heute nonchalant mittels Glotze und Internet erst recht folgen. Man konstruiere ein kontinuierliches Feindbild, welches brillant die Taktik übernimmt, auf der einen Seite eine völlig unfähige Parteipolitik, die stets den Spuren des Geldes nacheifert, dabei wie eh und je die Belange des Volkes mißachtet, andererseits erschafft man die ewig Schuldigen, die USA.

Und schon schnappt die Falle zu. Was zuvor Horden Linker nicht gelang, alldieweil vor über 25 Jahren der russische Kommunismus weichen mußte, die Balance zwischen Ost und West ins Wanken geriet, den ewiglichen Antiamerikanismus hochzuhalten, sollte dafür von langer Hand geplant bei den überfällig sich formierenden Rechten europaweit nunmehr fruchten. Die Geschichte wiederholt sich, Mensch scheint vergangene Zeiten zu vergessen, man muß nur oft genug die „dunklen Jahre“ Deutschlands und andere Faschisten in Europa verharmlosen und kleinreden, Propaganda macht’s möglich.

Wenn Patrioten und Nationalisten Hochzeit feiern, müssen Aufrechte reiern. Soweit sind wir schon wieder. Sie finden haufenweise Zulauf, weil viel Frust sich angestaut, eine riesige Wut auf all die Versäumnisse einer dekadenten Politik, die vor lauter Konzern-Hofiererei den Überblick verloren hat. Welch günstige Gelegenheit, obendrein lang unterdrückten Fremdenhaß jetzt auszuleben, weil die Mischung zwischen Sozialabbau, sinkenden Löhnen, latenter Arbeitslosigkeit den Faktor Neid erhöht, wenn gleichzeitig Rattenfänger zur Stelle eilen mit vollmundigen Versprechungen. Phrasendrescherei funktioniert auch heute noch, Hauptsache die derzeitig Regierenden verschwinden per Haßtiraden. Notfalls per Gewalt, die bereits in sozialen Netzwerken unverblümt und schonungslos wortgewaltig sich Luft macht.

Was heute in Worten geschieht, wird morgen sich entladen? Mit der Zunahme des Haßes, der Größe der Wut, braucht es lediglich ein paar wenige Orte gezielter Versuche, um die Ordnungskräfte zu testen, schon kurz danach erblüht das Chaos. Billigend in Kauf zu nehmen eine Bundeswehr oder gar eine Eurogendfor. Szenarien längst durchdacht: Wann ein Bürgerkrieg entfacht? Während böse Kräfte sich sammeln, sollten wache Geister rechtzeitig notwendige Schritte wissen, bevor sie selbst gefährdet. Also aufgepaßt, seid wachsam und haltet zusammen, Ihr, die Ihr keine Wiederholung einstiger Geschichte wollt!

Lotar Martin Kamm

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Die gute alte Stube

flickr.com/ pilot_micha/ (CC BY-BC 2.0)

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Nostalgie oder noch vorhandenes Aushängeschild?

Wer kennt sie noch: die gute Stube? Das für viele Kinder ehrfürchtig zu betretende Zimmer der Wohnung. Stube, eigentlich beheizbarer Baderaum, laut Duden, Herkunft ungeklärt, der Ort in der Wohnung, der bei vielen Familien nur zu Essenszeiten und sonn- und feiertags betreten werden durfte. Und natürlich, der Raum, der, außer der Küche, beheizbar war.

Was heute unser Wohnzimmer genannt wird, war vor gar nicht so langer Zeit ein Ort in der Wohnung, der aufs peinlichste gesäubert und nur für die Eltern und Gäste meistens zugänglich, bis auf oben erwähnte Ausnahmen. Und natürlich nur in den Familien, in denen so eine Stube vorhanden war, denn so selbstverständlich gab es die Stube nicht. Vielmehr gab es für die meisten Menschen gerade mal einen Kochraum und ein oder zwei Zimmer zum Schlafen. Innentoilette und Bad ein Traum. In Mietshäusern war die Toilette ein Stockwerk tiefer oder höher, je nachdem. Eine Waschmöglichkeit befand sich nur in der Küche.

Stubenhocker! Wurden Sie auch schon mal so beschimpft? Der Ausdruck galt all jenen, die gerne ihre Zeit in der Wohnung verbrachten oder aufgrund einer Krankheit nicht so oft nach draußen gingen. Es gibt sogar eine Gesichtsfarbbenennung, die Stubenfarbe bezeichnet, eine sehr blaße Gesichtsfarbe, wie bei jemandem, der selten an die Luft kommt, sagt man.

Oder sind Sie einer jener Stubenarrestler gewesen? Jene Kinder, die als Strafe nicht nach draußen zum Spielen durften, weil sie über die Stränge geschlagen hatten. Schätzungsweise saßen die Kinder die Strafe auf keinen Fall in der Stube ab, sondern eher in der Besenkammer oder wenn ein anderes Zimmer zur Verfügung stand, dann mußten sie dort über ihr Fehlverhalten nachdenken. Denn die Stube war „heilig“. Sie war das Aushängeschild eines guten Hausstandes und der Hausfrau.

Vielleicht kennen Sie den Ausdruck Stubengelehrter noch, oder Sie selber benutzen ihn, um anderen damit zu sagen, daß er sein Wissen ja nur aus Büchern kenne und keine Lebenserfahrung besitze. Heute vielleicht vergleichbar mit den vielen Internetnutzern, die sämtliche geschriebenen Texte, die so durchs Internet brausen, als bare Münze nehmen, ohne zu hinterfragen oder nachzuforschen. Internetgelehrte in heutiger Sprache.

Mag sein, daß die gute Stube deshalb verschwunden ist, weil sie immer mehr zum Versammlungspunkt fürs fern Sehen geworden ist. Denn in den Wirtschaftsjahren der 60iger des letzten Jahrhunderts nahmen immer mehr die Kästen, teilweise versteckt im Fernsehschrank, den Einzug in die Wohnungen, und mit Beginn von Kinderprogrammen war auch der Nachwuchs nicht mehr so schnell, jedenfalls ohne Streitereien aus der Stube zu vertreiben. Man ging mit der Zeit und die bestimmte fortan einen Teil des Tagesablaufs. Wenn nämlich Bonanza, Daktari, 77 Sunset Strip, Verliebt in eine Hexe, Lassie, um nur einige zu nennen, über den Schirm flimmerten, saßen selbst die quirligsten Kinder still vor dem Fernseher.

Natürlich ist uns doch ein bißchen die gute Stube geblieben, denn auch heute noch führen wir unsere Gäste selbstverständlich ins Wohnzimmer oder in die Wohnküche. Dort sind all jene Gegenstände besonders platziert, deren stolzer Besitzer wir sind. Wir können den Besuch doch nicht ins Schlafzimmer führen, um unsere neueste Errungenschaft, den super großen Flatscreen TV zu zeigen.

Ein Hinweis auf die stets reine und ordentliche Stube finden wir heute vor allem in der Aussage: Der Hund, die Katze ist stubenrein. Womit verdeutlicht wird, daß der Stubentiger seine Notdurft entweder im Katzenklo tätigt oder aber der Hund sich rechtzeitig meldet, wenn es Zeit ist, Gassi zu gehen.

Selbst für uns Menschen ist ein Stück der alten Zeit noch übrig geblieben, denn wird Ihnen attestiert, Sie hätten eine gute Kinderstube gehabt, so ist dies ein Kompliment für Ihr vorzügliches gutes Benehmen und Verhalten.

Und wenn Ihnen die Stubenfliege wieder mal zu arg auf die Nerven geht, schnappen Sie Ihre Stubenhocker, damit diese Ihre Stubenfarbe verlieren, Sie Ihre Stubengelehrsamkeit erweitern können und genießen die Welt außerhalb der guten Stube.

Doris Mock-Kamm

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Es geschah vor 40 Jahren (05. bis 11. April 1976)

flickr.com/ W***/ (CC BY-NC 2.0)

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Wußten Sie was vom 05. bis zum 11. April 1976?

makadomo TV begrüßt Sie recht herzlich zur sechsten Sendung „Es geschah vor 40 Jahren“ – ein Nachrichtenrückblick ohne anspruchsvolle Informationserklärung, vielmehr der Unterhaltung dienend, manchesmal mit zwinkernden Augen zu betrachten.

Nehmen Sie das Leben wie es ist: ernsthaft, ohne Humor keineswegs auszuhalten, vielmehr eine Aneinanderreihung von etlichen Geschehnissen. Damit manche nicht in Vergessenheit geraten, hier die Meldungen…

Doris Mock-Kamm

Lotar Martin Kamm

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Zins und Zinseszins: Welch gefährliche Selbstverständlichkeit (Teil1)

Haus aus Geld

Wenn Banken den Lauf unserer Welt beherrschen

Arno von RosenIm Grunde genommen gibt es nur zwei Arten Menschen auf der neuzeitlichen Weltkugel. Nein, nicht Frauen und Männer, sondern Kreditgeber und Kreditnehmer. Und nur eines vorne weg. Die sicherste Form zu leben ist, es ohne Schulden zu tun. Für 9 von 10 Bundesbürgern eine Illusion, genau wie die Vorstellungen über Banken. Wir reden jetzt nur bedingt von der kleinen Bankfiliale um die Ecke, aber auch dort geht es schon lange nicht mehr darum, unser sauer verdientes Geld für uns zu verwalten und den Kunden beim Zahlungsverkehr zu helfen.

Zins und Zinseszins bedeuten, die Berechnung von der ursprünglichen Kapitalsumme, egal ob bei Schulden (Verbindlichkeiten) oder Anlagevermögen (Investitionen, um Zinsen zu bekommen). Dabei wird der Zins immer auf die ursprüngliche Summe berechnet. Kleines Beispiel. Ihr Haus kostet 100.000 Euro, aber Sie zahlen an die Bank über 20 Jahre 180.000 Euro zurück und in den ersten Jahren nur Zinsen, damit die Bank auf jeden Fall ihr Geschäft sichert.

So tappen viele Häuslebauer in die Psychofalle, ihr Haus ja verkaufen zu können, wenn es mal eng würde, denn das aufgenommene Kapital ist sehr viel höher als das Haus, selbst wenn die Immobilie im Wert steigen sollte. Es findet aber auch eine gleichzeitige Entwertung des Objektes statt, weil die Technik veraltet und der Zahn der Zeit unaufhörlich am Besitz nagt. Das funktioniert ebenso bei angelegtem Vermögen, weshalb angelegtes Geld (nicht auf dem Sparbuch) sich gerne und ständig selbst vermehrt.

Jetzt wissen Sie vielleicht etwas über virtuellen Zins, aber mal Hand aufs Herz. Wann haben Sie zuletzt die Abrechnungen Ihrer Bank überprüft? Noch nie? Glückwunsch, Sie befinden sich in großer, aber schlechter Gesellschaft. Irgendwann, aus welchem langweiligen Grund auch immer, habe ich alle Zinsberechnungen, Kreditverträge, Abschlussgebühren und so weiter, überprüft. (Okay, ich kann gut rechnen, aber wer macht das schon freiwillig?) Was soll ich sagen? Kein einziger Posten hat bei meiner kleinen Bank fürs Volk gestimmt.

Die Vorführung vor Ort überstieg dann auch die Rechnungskapazitäten meines Bankberaters, aber nach etlichen Wochen kam aus irgendeiner Abteilung der Bank ein ähnliches Ergebnis zustande und überraschte die Banker mit Fehlbeträgen von mehreren Hundert Euro pro Jahr. Klar, alles bedauerliche Einzelfälle, Softwareprobleme, noch nie vorgekommen, könne ja mal passieren usw. Eine Entschuldigung? Fehlanzeige, die gab es nicht. Aber anstatt Ihnen jetzt die Ohren voll zu jammern, gebe ich Ihnen einen kurzen Einblick in die Welt der Banken, mit dem Sie wirklich arbeiten können. Da ich mehrere Jahre für die Allianz, und damit auch für die Dresdner Bank gearbeitet habe (ist schon lange wieder weiter verhökert), plaudere ich sozusagen aus dem Nähkästchen.

Sie sind jetzt alle mal Herr Thomas Müller (nicht der von Bayern), denn es ist tatsächlich die meistverbreitete Namensgebung bei allen Müllers. Das Auto ist in die Jahre gekommen, ein Neuer kommt eh nicht in Frage, aber ein Jahreswagen darf es schon noch sein. Sie sind 55 Jahre, haben zwei erwachsene Kinder, sind verheiratet (langsam wird die Sache statistisch unwahrscheinlich) und wohnen zur Miete, wie die meisten Menschen in Deutschland. Da Sie sich gut im Internet auskennen, besuchen Sie ein Portal, um sich die günstigsten Zinsen zu sichern, denn Sie sind ja clever. Angeblich liegt der Zins bei superniedrigen 4,9% im Jahr nominal (den Begriff klären wir später).

Zinseszins

Sie wollen 15.000 Euro über 5 Jahre. Das alte Töfftöff wird noch für 5 Mille an den Mann gebracht, und schon sind 20.000 Euro für den Traumwagen in Aussicht, bei Ihrem legendären Verhandlungsgeschick ist sogar noch ein Kurzurlaub drin, oder? Nur der verdammte Zinssatz landet nie bei 4,9%, sondern immer bei 7, 8, 9 oder gar noch mehr Prozent. Sie probieren andere Anbieter aus, und das Ergebnis läuft ähnlich. Warum? fragen Sie sich und gehen entnervt zu Ihrer Bank, die Ihnen einen tollen Zins von 8,9% nominal anbietet, den Sie dann auch nehmen, weil Sie endlich die Sache hinter sich bringen wollen.

Haben Sie bis hierhin etwas falsch gemacht? Ja, so ziemlich alles was geht in der Finanzbranche, denn die haben ein Scoringsystem, welches von einem Wert 100 ausgeht, und jede Verfehlung von Ihnen gibt Punktabzug (Jeder Bürger, der in irgendeiner Form finanztechnisch tätig wird, hat ein Scoringwert, auch Jugendliche mit eigenem Handyvertrag). Wo haben Sie denn Punkte verloren? Sie arbeiten, haben fast keine Überziehung auf dem Konto, nur noch wenige Raten und der Großbildfernseher, den Sie sich zur WM gegönnt haben, gehört Ihnen und überhaupt sind Sie ja kein Verschwender, zudem telefonieren Sie nur über Flattarife usw.

Nun, Ihr erster Fehler war, die Kredite im Internet abzufragen und das auch noch bei mehreren Anbietern. Jede Abfrage, die nicht gezogen wird, gilt als erfolgloser Kreditantrag, denn Sie müssen immer eine Schufaklausel anklicken, wenn der Zins günstig sein soll und vor dem echten Zustandekommen des Antrages wird diese sowieso verlangt, wie bei Ihrer Hausbank. Das gibt kräftige Abzüge beim Scoring. Sie haben nur ein Mobiltelefon, wie fast alle, ebenfalls Abzüge, denn die meisten Punkte gibt ein zusätzlicher Telekom-Anschluss, sowie die Nummer Ihrer Arbeitsstelle. Sie sind in den letzten fünf Jahren umgezogen, Abzüge, denn Sie könnten ja ein unsteter Mietnomade sein.

Sie haben das beste Alter hinter sich (nur kredittechnisch gesehen, denn Krankheiten könnten Sie jetzt den langjährigen Job kosten), Abzüge. Sie haben Kredite früher getilgt als mit der Bank ausgemacht, Abzüge, denn die Ausstiegsklausel war nicht im Vertrag enthalten. Sie sehen, die Liste Ihrer Fehler ist schier endlos und treibt den tollen Zins immer weiter nach oben, eventuell wird sogar eine Restschuldversicherung von Ihnen gewollt, die Ihnen noch mehr Geld aus der Tasche zieht. Ach ja, haben Sie sich irgendwann mal mit der Telekom über eine Monatsabrechnung gestritten und das Geld vorsorglich einbehalten, bekommen Sie aller Wahrscheinlichkeit nach gar keinen Kredit, denn dieser Punkt gilt schon als KO Kriterium.

Und was bedeutet überhaupt nominaler Zins? Das ist eine Art Marketing Gag, um den Zins niedrig erscheinen zu lassen, denn der effektive (tatsächliche) Zins liegt oft sehr viel höher, beinhaltet dann aber noch nicht mal immer die Kreditprovision für den Bankberater (hat er Sie denn wirklich beraten oder nur seine Produkte vorgestellt?) und schon gar nicht irgendwelche zusätzlichen Versicherungen. Auch beliebt sind Vorfälligkeitsentschädigungen für die Bank, falls Sie Ihren Kredit früher ablösen und Sie der Bank die Zinsen in den Rachen schmeißen müssen, ohne sich weiter Geld zu borgen, weil die Kreditgeber ja mit den Zinsen gerechnet haben (Zinseszinsen).

Wer sind denn diese ominösen Kreditgeber, die Ihnen jetzt schon wieder das Geld aus der Tasche ziehen? Das ist Ihr Nachbar Erwin Meier, der für sein Erspartes fast Null Zinsen bekommt, die Bank aber trotzdem sein Geld an Sie verleiht und sich diese Summe von der Zentralbank absichern lässt mit einem Zins von null Prozent. Richtig, die Kohle bleibt bei der Bank und deren Anteilseigner, die eventuell eine Briefkastenfirma in Panama haben (da war doch jetzt was?), weil dort fast keine Steuern auf Gewinne gezahlt werden (es gibt noch mehr dieser Geldoasen über den ganzen Globus verteilt) und es völlig legal ist, seine Kohle dahin zu transferieren, wo diese nicht angetastet wird.

Natürlich sind das alles elektronische Vorgänge und in Panama liegt nie ein Cent auf irgendeinem Konto, aber die Fehler, die Sie bis dahin gemacht haben, sind ja auch fast nur virtuell entstanden, nur haben Sie nichts davon gewusst, bis heute. Und weil das jetzt alles zum Dahinsiechen ätzend war, gehe ich auf globale Bankgeschäfte in einem anderen Artikel ein. Bis dahin haben Sie hoffentlich Baldriantee gekauft, der wirkt sich auch nicht negativ auf Ihr ruiniertes Scoring aus.

Ihr Arno von Rosen, nicht ganz verbindlichkeitsfrei, mit einem ehemaligen Scoring von über 90 Punkten (jetzt bin ich zu alt für diesen Scheiß …, äh Wert), der keine Kreditkarte hat (aber lieber eine haben sollte) und schon lange keine undurchsichtigen Finanzierungsgeschäfte mehr macht. Ich schließe mit einem Zitat von Peter Ustinov:

„Der einzige Grund, warum ich einen Werbespot für die Kreditkarte American Express machte, war, um meine American Express Kreditkartenrechnung zu bezahlen.“

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Wand und Wandern – keine zwei Paar Stiefel

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Glatte Wände und gerade Wege kontraproduktiv

Das Wandern ist des Müllers Lust, das Wandern. Immer an der Wand, an der Wand entlang. Eigenartig, beide Wörter beziehen sich auf denselben Ursprung, das Gewundene, das Geflochtene, wenden, winden, wiederholt wenden. Mauern, Wände waren ursprünglich aus geflochtenen Ästen, und das Wandern bezieht sich auf wiederholt wenden, später verändert zu hin- und hergehen.

Wandern, nicht nur immer mal wieder eine neu zu entdeckende Freizeitbeschäftigung, sondern auch immer mal wieder eine notwendige Bedingung für einen Teil unserer Vorfahren. Entweder wegen jahreszeitlicher Unbill oder ganz simpel aufgrund von hygienischen Situationen und ach ja auch, weil die Lebensbedingungen sich drastisch verändert haben, Verfolgung, Naturkatastrophen. Im Laufe von Jahrtausenden sind Straßen entstanden, auf denen Waren transportiert wurden, zwecks Austausches mit anderen Produkten. Seidenstraße, Gewürzstraße.

Und natürlich wurden einige dieser Straßen ausgebaut, damit man schneller vorwärtskam, besonders dann, wenn es um kriegerische Transportwege ging. Der Handel zwischen den Völkern konnte erst stattfinden, wenn durch Wanderungen Waren gefunden wurden, die in einem anderen Gebiet nicht vorhanden waren. Kein Handel ohne Ware, kein Austausch ohne Erkenntnisse über andere Produkte. Wer also immer nur an einem Platz blieb, konnte auch nicht Neues entdecken.

Nicht nur vor langer Zeit wurden Äste, entweder mit Laub oder Lehm bedeckt und gefüllt, sondern auch bis ins Jetzt hinein, wenn Menschen wieder natürliche Baustoffe entdecken. Die Hütten aus Ästen schützten nicht nur vor Tieren, sondern sie trotzten auch den Wettereinflüssen. Beim Restaurieren alter Fachwerkhäuser sind die mit Ästen verbundenen Flächen an Decken und Wänden als Verbundmittel gut zu sehen.

Nun sind aus den Ästen, Mauern, Wände mit Stein und Beton geworden, unsere Straßen sind geteert und über die Autobahnen läßt es sich kilometerweit geradeaus fahren. Somit sind nicht nur die Wanderungen, sondern auch die Wände nicht mehr gewunden. Eigentlich eine Bereicherung, denn wir können durch die kurzen Wege schneller von einem Ort zum anderen, und die Wände müssen nicht immer wieder erneuert werden. Wirklich eine Bereicherung?

Gerade Linien, gerade Wände, irgendwie auf Dauer wirkt das steril, unvollkommen. Viele unserer Straßen der Städte wirken seelenlos. Manche versuchen, mit bunten Bemalungen der Tristesse zu entgehen. Gerade Straßen lassen uns unaufmerksam werden und ermüden. Genauso verhält es sich mit den Fassaden der Häuser, je rechteckiger, ohne Verzierungen, desto weniger nehmen wir die Kolosse, die teilweise in den Himmel ragen, wahr.

Inzwischen gibt es viele interessante Erneuerungen alter Kenntnisse, sei es, daß Straßen durch große Tröge, durch Blumenrabatte mehr Windungen bekommen. Ebenso wird verstärkt beim Bauen neuer Häuser nicht nur auf alte Materialen zurückgegriffen, sondern auch das Eckige verschwindet.

So sollten wir uns gleichwohl besinnen, daß nicht gerade Wege und glatte Wände uns zu einem erfüllten Leben führen, sondern gewundene Wege unsere Lebenswanderschaft bereichern und unsere Herzen nicht aus Betonwänden bestehen, durch die keine neuen Gedanken mehr zirkulieren.

Doris Mock-Kamm

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