Dämmern zwischen Zweifel und Gewißheit

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Altbekanntes etwa doch neu überdenken?

„Na, dämmert es langsam bei dir?“ „Na, verstehst du es langsam?“ Diese beiden Sätze sagen so ziemlich das gleiche aus, jemand fragt sein Gegenüber, ob er langsam irgendeinen Zusammenhang begreift, ob ihm langsam etwas bewußt wird.

Eigentlich komisch, oder? Dämmern bedeutet doch langsam dunkel werden, wenn der Tag sich verabschiedet und die Nacht schon in greifbarer Nähe ist, so in etwa die Abendstunden beschreibt. Es ist der Übergang von hell zu dunkel. Abenddämmerung. Ups! Da ist aber auch die Morgendämmerung, wenn die Nacht zart durchbrochen wird, durch leichte Nebelschwaden das erste Sonnenlicht wieder erahnen läßt. Es ist der Übergang von dunkel zu hell.

Wenn uns also etwas dämmert, dann befinden wir uns eher in der Morgendämmerung, somit haben wir genügend einleuchtende Stunden, etwas zu verstehen, das uns bis dato nicht so ganz klar war. Es wär also unlogisch, wenn bei „Dämmert es langsam bei dir?“ der Übergang vom Tag zur Nacht als der Moment der Erleuchtung zu verstehen wäre. Aber so sicher kann man sich bei manchen Menschen nicht sein. Denn bei einigen Menschen scheint das Dämmern tatsächlich eher in die Nacht, das Dunkle zu führen.

Dämmern, schlagen, klopfen, daß es schallt, durch Schlagen bewältigen, niederdrücken.

Dämmern, er geht gedankenverloren seines Weges, er dämmert vor sich hin.

Dämmern, die Übergange von hell zu dunkel oder dunkel zu hell, das Zwielicht, diesige Stimmung.

Anderseits muß man wirklich immer alles verstehen, muß wirklich bei allen nicht zu verstehenden Angelegenheiten ein Dämmern stattfinden? Darf denn nicht mal irgendetwas im Unklaren bleiben, in der Dämmerung, im zwielichten Schein oder sogar im Dunkeln? Ist es nicht manchmal so, daß gerade das Erkannte oft den Reiz, des nochmaligen Überlegens, des Grübelns verhindert? Daß dadurch die Möglichkeit verloren geht, eine andere Sichtweise wahrzunehmen?

Dämmerung ist nicht umsonst mit Zwielicht umschrieben. Das Zwielicht, das geteilte Licht, das Zweilicht, das Licht, das Gegenstände in der Ferne nicht mehr klar umformt, das Spekulationen die Möglichkeit gibt zum Rätseln, ob das Objekt, das man vermeintlich wahrnimmt, ein Baumstamm oder doch eher ein Tier ist. Dämmert es Ihnen?

Auch wenn wir etwas verstehen, brauchen wir trotzdem nicht auf ewig an diesem Platz stehen bleiben, die berühmte Schublade mit der Erkenntnis geschlossen halten, wir können ohne weiteres auch diesen Platz räumen und unser Verstehen an einen anderen Ort stellen.

Denn wenn wir zu viel eindämmen, durch Schlagen bewältigen, Dämme aufstellen, kann das Dämmerlicht uns nicht mehr erreichen, und wir bleiben auf festgefahrenen Wegen stecken.

Vielleicht kann aber auch das Dämmerlicht nicht mehr weichen und wir verbringen unser Leben im stetigen Dämmerzustand, das jegliches Neues nicht mehr zu uns vordringen läßt. So wie es Heinrich Heine in seinem Gedicht „Rückschau“ umschrieb, „so dämmersüchtig, so sterbefaul“.

Wenn wir uns auf die Frage einlassen: „Na, dämmert es langsam bei dir?“, so ist dies nicht unbedingt die Unfähigkeit, etwas nicht zu verstehen, sondern auch die Fähigkeit etwas neu Vernommenes oder etwas Altbekanntes im möglichen Zwielicht erneut zu überdenken.

Doris Mock-Kamm

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Ein heißer Sommer steht bevor – nicht vom Wetter, du Tor

Ohne Wenn und Aber

Satirischer Rückblick…

Denn bereits beim Frühlingsklappern zeigt sich der gezielte Kurs, wenn Europa demnächst dahinsiecht, die USA bereit zum Sturz, den es somit zu vermeiden gilt, bevor uns alles um die Ohren fliecht. Wer dabei wohl auf die eigene Pfründe schielt?

Denn willste rüstig bis ins hohe Alter sein, darfste nicht nur so tun zum Schein, sondern mußt vortrefflich die Leut unterhalten, beim Schalten und Walten. Was schon dem Kinski widerfuhr im Regenwald, äffte nach alsbald die Kunst, der Kommerz per Dschungelbuch. Nunmehr indigene Völker verjagen ein rotes Tuch: Was will uns das bloß sagen?

Doch zurück zum heißen Sommer, zum Wetter mit gravierenden Unterschieden. Einmal zur Sache, andersmal wenn sie vertuschten, vieles bisherig vermieden. Schaut mal genauer hin zur Politik, vielleicht bemerkt mancher deren Sinn, das wär schick. Da wird doch wiedermal Deutschland per Vaterlandsliebe dem Nationalismus feilgeboten. Seid wachsam, sonst zählen wir bald schon erneut die Toten! Obwohl Spazierengehen veraltet ist, bedeutet eine PEGIDA letztlich derselbe braune, bösartige Mist.

Am Vorabend neuer Herrschaft dunkle Wolken am Horizont aufziehen? Sollte bekannt sein, daher am besten vorher fliehen. In Brasilien Dilma Korruptonskräften ausgesetzt? Wer dabei wen verletzt? Schließlich handelt ein Vize-Präsident Tulmer mit demselben, korrupten Schema, das ist viel eher das anrüchige Thema.

Wir können dies doch lange schon beim Feindbild Russland sehen, wo gerade die USA mit allen Mitteln schüren. Sie tun so, als wären sie unbeteiligt beim NATO-Geschehen, öffnen gleichzeitig für bevorstehende Kriege sämtliche Türen. Jaja, wenn der Rahmen runterfällt, zeigt sich die grausame Realität: Es geht stets nur ums Geld. Dies zu stoppen, ist nie zu spät. Wollen dies bestimmte Herrschaften, genau wie vor 40 Jahren? Keineswegs, drum werden sie weitergewählt von nichtsahnenden Scharen.

Stets dieselben Muster greifen, wie beim TTIP die Medien großangelegt uns einseifen. Man darf sich schon wundern wie die Masse schweigt. Hinterher großes Jammern. Na, wer hat das dann wohl vergeigt? Messie-Verhalten ebenso ein typisches Signal, weil viele meinen, sie hätten keine andere Wahl. Allein schon der Segen der Technik wie Smartphones überfordert manch menschliches Verhalten, kein Weg zurück zum Alten, als noch mehr Kommunikation untereinander stattfand, heute sitzt man sich gegenüber wie eine schweigende Wand.

Die Tücken der Technik uns stets begleiten, wenn sich inzwischen manche wegen Navigationsgeräten streiten, per Karte auf Reisen, das waren noch Zeiten, oder per Bahn auf holpernden Gleisen. Mensch hat sein Dasein selbst gestaltet, was heute noch zählt, ist morgen längst veraltet.

Lotar Martin Kamm

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Tücken der Karten und Navigationsgeräte

flickr.com/ conticium/ (CC BY-SA 2.0)

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War das nicht diese Ausfahrt?

„War das nicht die Ausfahrt, die wir nehmen sollten?“

„Meinst du?“

„Sieh doch mal nach!“

„Wie hieß die noch mal?“

„Wer?“

„Die Ausfahrt.“

„Weiß ich nicht, Ausfahrten haben doch keine Namen, sondern Nummern!“

„Du weißt doch, was ich meine, also, wo sind wir überhaupt?“

„Sicher nicht auf deiner Landkarte! Schau doch mal auf die Schilder!“

„Du bist doch der Fahrer!“

„Ich kann doch während der Fahrt nicht auf die Karte sehen! Paß doch auf! Die Karte ist ja schon auf dem Lenker! Sag mal, brauchst du eine Brille?“

„Was kann ich denn dafür, daß die so groß ist! Verdammt! Laß mich in Ruh! Dann fahr halt rechts ran und mach’s besser!“

„Geht’s noch, wir sind auf der Autobahn! Du bist vielleicht zickig, soll ich dir jetzt auch noch sagen, wie man eine Karte liest!“

„Du…!“

So oder ähnlich verliefen Fahrten zu Zeiten, als zur Orientierung die Straßenschilder und die Straßenpläne die wichtigsten Hinweisgeber zur sicheren Erreichung des Urlaubsortes waren. Nicht selten begann die Hinreise mit einem handfesten Streit, wenn eine Abfahrt verpaßt wurde, eine Umleitung nicht der versprochenen Orientierung standhielt, wenn Straßen befahren wurden, die noch nicht in der Karte verzeichnet oder Verkehrsschilder so aufgestellt waren, daß sie nur aus der anderen Richtung kommend den Namen des Ortes zu ersehen waren.

Nun ja, diese Zeiten sind vorbei. Keine hilflosen verwirrten, mit dem Nerven am Ende in den Autobahntankstellen auftauchenden Menschen, die verzweifelt nach dem richtigen Weg fragen mußten. Oder Helfer protokollierten, daß der Fahrer eine aufgeschlagene Straßenkarte auf dem Schoß liegen hatte, als es zum Unfall kam.

Diese Zeiten sind vorbei. Dank modernster Technik sind nicht Beifahrer in Person die hilfeleistende Stützen, sondern Navigationsgeräte.

„Sei mal ruhig, gleich müßte doch gesagt werden, in welche Spur ich mich anreihen soll!“

„Ich hör nichts.“

„Psst! Versteh ich nicht, vorher hat sie doch gesagt, in 500 Meter halten sie sich links!“

„Wann vorhin? Ich hab nichts gehört!“

„Du hörst doch nie zu! Aber die Musik kannste aufdrehen bis zum Anschlag!“

„Bis gerade eben hat es dich nicht gestört! Und die 500 Meter wäre inzwischen auch eine Schnecke gelaufen, so schnell wie du fährst!“

„Schssst, da guck mal, sie lädt sich neu.“ *Fahren Sie in 3 km rechts ab!* „Hab ich’s doch gewußt, wir hätten vorhin links abbiegen sollen!“

„Dann fahr halt jetzt auf die rechte Spur.“

„Witzbold, soll ich in die LKWs reinfahren?“

„Dann mach halt was du willst! Aber sie hat gesagt, rechts abbiegen und bei deiner Geschwindigkeit sind die 3 km gleich erreicht! Aber anscheinend kannste ja nicht auf eine Frau hören, hättest besser ein Gerät mit Männerstimme gekauft!“

„Was soll…?“

Ja, so ganz scheinen die Zeiten sich nicht geändert zu haben, wahrscheinlich liegt es daran, daß die Karte ein steifes Papier ist und das Navigationsgerät ein unflexibles technisches Instrument, und wenn diese Faktoren, steif und unflexibel, auf Menschen treffen, die nicht anpassungsfähig sind auf unvorhersehbare oder schnell zu reagierende Situationen, ja, dann wird es auch zukünftig noch genügend Potential geben, über die Anreise zum Urlaubsort zu schreiben.

Doris Mock-Kamm

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Smartphones: Sicherheitsmaßnahmen im Straßenverkehr

flickr.com/ nicolasnova/ (CC BY-NC 2.0)

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Leuchtende Bodenampeln warnen Tablet-Gaffer

Solange Mensch mit der gebotenen Aufmerksamkeit am Leben, am direkten Umfeld teilnimmt, kann er durchaus Unfallrisiken ausschließen. Aber wehe, Ablenkung durchkreuzt sein Dasein, vor allem wenn unterwegs per Fahrzeug auf Straßen oder zu Fuß, obendrein mit einer technischen Errungenschaft wie dem Handy oder einem Smartphone.

Verstärkt gezielte Sicherheitsmaßnahmen im Straßenverkehr daher ein notwendiges Muß? In Augsburg warnen seit neuestem an zwei Fußgängerübergängen leuchtende Bodenampeln Tablet-Gaffer, um Smartphone-Anwender effektiver zu schützen.

Technischer Fortschritt überrennt den überforderten Menschen?

Manch einer kann nur kopfschüttelnd sich wundern über Jogger oder gar Radfahrer mit Clips am Ohr, um sich berieseln zu lassen, meist mit Musik oder wenige zu Lernzwecken. Einen der wichtigsten Sinne mal soeben ausgeschaltet, was interessiert wohl das Hören der direkten Umwelt, Hauptsache Ablenkung oder per multitasking unterwegs. Daß dadurch die Gefahr von vorprogrammierten Unfällen erheblich steigt, scheinen etliche nicht zu wissen oder ignorieren dies einfach.

Mensch sich selbst einer technischen Welt aussetzend, was wiederum Gefahren mit sich bringt, die oftmals viel zu sehr unterschätzt werden? Natürlich wetterten darüber früher all jene, die dem Automobil mißtrauten, welches noch vergleichsweise langsam fuhr zu Beginn seiner historisch-technischen Entwicklung.

Damals verlief der technische Fortschritt im Gegensatz zu heute noch relativ langsam, eben weil genug Zeit vorhanden war, sich mit ihr auseinanderzusetzen. Obendrein war die Welt entschieden unbelasteter mit den Errungenschaften der Technik selbst. Inzwischen muß sie als völlig selbstverständlich integrierten Bestandteil nicht nur betrachtet werden, unsere Abhängigkeit von ihr zeigt sich sehr schnell, wer mal in sogenannter Wildnis hilflos ausgeliefert sein Dasein fristet.

Nonstop verbunden im Rausch des Internets

Heute im Zeitalter des Internets, des eingimpften Globalismus, dem sich alle verschreiben, wollen sie noch mithalten und teilhaben am weltpolitischen Wirtschaftsgeschehen, hat sich Homo sapiens gefälligst an die rasch installierte Technik zu richten, die den Lebensalltag bestimmt. Nonstop verbunden im Rausch des Internets, mit den Segnungen eines Smartphones, per mobilen Computer unterwegs, besonders abgelenkt im Straßenverkehr.

Bieten die offiziell vorgeschriebenen Freisprechanlagen für Autofahrer noch einen gewissen Schutz, selbst wenn man sehr oft viele Verkehrsteilnehmer mit Handy am Ohr oder Blick nach unten in Fahrzeugen beobachten kann? Per Fuß unterwegs wird dabei schon mal manche Werbetafel auf dem Bürgersteig angerempelt, stoppt die ein oder andere Straßenlaterne den unaufmerksamen Smartphone-Gaffer. Wenn ein Fahrzeug ihn von der Straße fegt, sind die Folgen für alle Beteiligten wesentlich dramatischer.

In sofern paßt Mensch sich der Technik an mittels warnende Signale, statt einfach mal das Smartphone beim Gehen eben nicht zu benutzen. Letzteres spart einen Haufen Geld, erhöht mit einem Schlag die eigene Sicherheit und die der anderen, um dies auch mal zu betonen.

Lotar Martin Kamm

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Viel Brauchbares benötigt man eigentlich nicht

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Messie-Verhalten oder ausgehungert Sein vor lauter Verlangen?

„Brauchen wir noch was? Ich schreibe gerade den Einkaufszettel!“ Und schon wird darüber nachgedacht und möglicherweise diskutiert, was denn noch alles fehlt und mitzubringen ist. Wenn man, besonders vor Fest-, Feiertagen einen Blick in die Einkaufswagen der Mitmenschen wirft, stellt sich öfters die Frage: Für was brauchen die das alles?

Da liegt ja Ware für die nächsten Wochen im Wagen. Nun, vielleicht feiern sie eine Fete, viele Leute kommen, da braucht man schon so einiges, um alle satt zu bekommen. Hin und wieder erleben wir, besonders wenn Firmen mit Angeboten locken, einen Menschenandrang, weil plötzlich so viele ein Produkt brauchen, und dieses eine soll es sein und kein anderes. Sie prügeln sich sogar, so sehr brauchen sie diese Dinge. Klar, es ist scheinbar billiger, aber die Menschen schlagen sich auch die Köpfe ein, wenn ein neues Produkt auf den Markt kommt, das noch relativ teuer zu erstehen ist. Oder sie stehen stundenlang Schlange vor dem Konzertkartenverkauf, um Tickets zu bekommen, weil man diese braucht.

Aber manche Menschen brauchen obendrein Liebe, Zuneigung, Beachtung, Hilfe, Werte, die man nicht kaufen kann. Menschen reagieren auf die Frage: Was brauchst du? Da werden je nach Alter, sozialem Stand, Nation, andere Wertigkeiten aufgezählt. Jedenfalls, wenn es sich um kaufbare Werte handelt. Bei Werten, die nicht durch Geld zu erlangen sind, ähneln sich die Antworten, vielleicht weil die Auswahl nicht so groß ist.

Trotz Ähnlichkeiten in den Antworten stechen immer wieder Menschen hervor, die alles Mögliche brauchen, sogar Dinge, die sie bereits in ähnlicher oder in der gleichen Form schon besitzen. Es sind nicht die Sammler, die hier benannt werden sollen, sondern die Menschen, denen das Brauchen ihrer Unzufriedenheit zuzuschreiben ist. Sie kaufen Zahnbürsten, obwohl zuhause bereits fünf auf Lager gebunkert sind, sie kaufen Schuhe, nur um zu kaufen, nicht um sie je zu tragen, sie schnappen bei fast jedem Angebot zu, denn man kann nie wissen, ob je wieder so ein Schnäppchen möglich ist.

Sie brauchen nicht unbedingt die neuesten, schönsten Dinge, sie brauchen die Dinge nicht, um sie in ihre Sammlung aufzunehmen, zur Präsentation, sie horten genauso Klopapier wie Kuchengabeln oder Socken. Sie sind deshalb näher an einem Messie-Verhalten, weil sie die Dinge haben müssen und ohne sie Geschehnisse sich ereignen können, die nicht vorhersehbar sind und vor allen Dingen, weil es ansonsten einen Verlust bedeutet. Sie sind ausgehungert und kompensieren die Dinge für ihre Zufriedenheit.

Brauchen ist ein Ausdruck für hungrig sein, ursprünglich althochdeutsch „brühhan“, Nahrung aufnehmen. Verdeutlicht auch durch den Auszug, wieder mal der Gebrüder Grimm:

Nicht genug dies. brauchen berührt sich auch mit brechen, fungi für frungi mit frangere, weil das essen und kauen ein zerbrechen mit den zähnen ist,…

Somit schließt sich der Kreislauf dieser Menschen, die immer auf der Suche sind, was sie noch alles brauchen können. Wer immer wieder in den Kreislauf des Brauchens verfällt, obwohl es ihm eigentlich an nichts mangelt, sei es für käufliche Waren aber auch für Werte, der ist stets auf der Suche. Er hungert ständig, hat immer das Gefühl von nicht genügend Beachtung und Liebe, überhaupt fehlt es ihm an Aufmerksamkeit, selbst wenn sie vorhanden ist.

Sicher tragen genauso Werbung und Medien dazu bei, dieses Brauchen zu fördern, schließlich will man dazugehören, aber schlußendlich liegt es an den Menschen selber, über wen oder was sie sich definieren. Denn diese Haben-, Brauchenmenschen gab es wohl schon immer. Es ist keine Neuzeiterscheinung. Auch ist ein Auskommen mit diesen stets hungrigen Menschen kein Problem, solange diese nicht durch Lügen, Betrügen, Arglistigkeit, Täuschung die Mitmenschen drangsalieren und mittels der Rolle des Täters eine Opferrolle vorspielen.

Haben Sie Ihren Einkaufszettel für den Wochenendeinkauf schon geschrieben? Sehen Sie lieber nochmal bei Ihren Vorräten nach, ob Sie nicht doch etwas übersehen haben, das Sie brauchen! Aber vielleicht wäre das gar nicht so schlimm, wenn Sie für Ihren unerwarteten Besuch kurz bei den Nachbarn klingeln müßten, um eventuell nach ein bißchen Zucker oder was immer Ihnen fehlt, zu bitten. Man weiß ja nie, für was man ein freundliches Nachbarschaftsverhältnis brauchen kann, oder?

Doris Mock-Kamm

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Es geschah vor 40 Jahren (19. bis 25. April 1976)

flickr.com/ thinhippo/ (CC BY-SA 2.0)

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Wußten Sie was vom 19. bis zum 25. April 1976?

makadomo TV begrüßt Sie recht herzlich zur achten Sendung „Es geschah vor 40 Jahren“ – ein Nachrichtenrückblick ohne anspruchsvolle Informationserklärung, vielmehr der Unterhaltung dienend, manchesmal mit zwinkernden Augen zu betrachten.

Nehmen Sie das Leben wie es ist: ernsthaft, ohne Humor keineswegs auszuhalten, vielmehr eine Aneinanderreihung von etlichen Geschehnissen. Damit manche nicht in Vergessenheit geraten, hier die Meldungen…

Doris Mock-Kamm

Lotar Martin Kamm

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TTIP: Mediale Vorbereitung unterstreicht politisches Kalkül

flickr.com/ Angula Berria/ (CC BY-SA 2.0)

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Pünktlich zum Obama-Besuch greift die Propaganda

Der unübersehbare Widerstand vor allem hierzulande, wobei ebenso in den USA die Anzahl der Gegner zum geheimverhandelten TTIP wächst, ruft erwartungsgemäß die vierte Gewalt auf den Plan, die mediale Vorbereitung unterstreicht das politische Kalkül. Pünktlich zum bevorstehenden Obama-Besuch am kommenden Sonntag, wo der bald scheidende US-amerikanische Präsident in Hannover mit der Bundeskanzlerin die Hannover-Messe eröffnen wird, greift die Propaganda.

Weil Obama sich kaum in Europa blicken läßt, lädt Frau Merkel ihn zu einem Treffen im Schloß Herrenhausen ein, um dort mit anderen eiligst eingeladenen Staats- und Regierungschefs „viele Fragen der internationalen Politik“ zu erörtern. Eine rein zufällige Gelegenheit sollte man wohl ausschließen, angesichts der terminierten Vorgehensweise.

Die Rolle der Systemmedien läßt tief blicken

Ganz besonders, wer diesen Artikel beim Spiegel genauer betrachtet. Angst ist zweifellos ein guter Ratgeber, erst recht wer die Folgen eines TTIP abwägt. Gerade jener Satz sollte sauer aufstoßen, daß nämlich Gabriel angeblich ein Scheitern der Gespräche für möglich halte, wo doch obendrüber so selbstherrlich das Pro-TTIP-Plakat des Metallverbands Niedersachsens prangt. Eine Hoffnung der eigentlichen Pofiteure des Freihandelsabkommens, welches den Großkonzernen Türen und Tore öffnet, während kleinere und mittlere Betriebe gänzlich an den Rand gedrängt werden?

Die angeblich verständliche Zusammenfassung zum TTIP beim Spiegel entlarvt im Punkt 15 deren tatsächliche Posse, beim Versuch einer objektiven Erklärung, wenn schon bei der Gegenüberstellung der Pro- und Kontra-Gegner eine Reduzierung zum Chlorhühnchen stattfindet, um im selben Atemzug die Hinterfragung besorgter Bürger letztlich ins Lächerliche zu ziehen! Hatte schon der baden-württembergische grüne Ministerpräsident Kretschmann für Unmut gesorgt mit seiner TTIP-Befürwortung, läßt die Rolle der Systemmedien tief blicken.

Wenn die Bertelsmann-Stiftung sich äußert, sollten Alarmglocken schrillen

Das medial-politische Kalkül erhält eine breitgefächerte Unterstützung, besonders wenn sich auch noch die Bertelsmann-Stiftung äußert, natürlich beim Springer-Blatt präsentiert. Dort werden schnell mal aus 250.000 Protestgegnern bei der letzten großen Demo 50.000 weggelassen, so wie der Spiegel mal ebenso 100.000 Unterschriften der „Europäischen Initiative gegen TTIP und Ceta“ unterschlägt. Ein freier Lauf der Korruption, erst recht beim TTIP sichtbar.

Neben den Zahlenmanipulationen zeigen die Reaktionen der Medien den längst eingeschlagenen Weg auf: eine Kooperation mit den Mächten von Politik und Wirtschaft. Die Bemerkung, daß alle drei Präsidentschaftskandidaten beim US-Wahlkampf sich gegen das transpazifische Abkommen TTP aussprachen, eher Zurückhaltung zum TTIP wahren, hätte man sich sparen können. Außer vielleicht bei Bernie Sanders würden alle anderen schonungslos einmal an der Macht genauso wie Obama jedes Freihandelsabkommen unterstützen.

Auch heute schließe ich mit eigenem Zitat:

„Wem nutzen Abkommen wie das TTIP, wenn sie über die Köpfe der Menschen hinweg in geheimen Verhandlungen beschlossen werden? Sie verhelfen den involvierten Großkonzernen, ihre Macht wesentlich effektiver auszubauen. Der Kniefall der verantwortlichen Politik per Zustimmung spricht Bände.“

Lotar Martin Kamm

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