In Erinnerung an entspannte Hoffnung

flickr.com/ Steffen O./ (CC BY-SA 2.0)

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Schrumpferbsen in alten Zeiten,
ohne die in unendlichen Weiten
liderliche Gedanken verweilen,
sich sputen, dereinst eilen,
um von dannen zu ziehen,
folglich leise fliehen.

Und wer den Sinn hierbei sucht,
sei vortrefflich verflucht.
Keiner sich real offenbart,
aber die Menge glotzend starrt,
ob sich noch was tut in der Not.
Zu spät, der Poet ist tot.

Lotar Martin Kamm

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Böhmermann-Affäre: Erdoğans Satire-Phobie gerät außer Kontrolle

flickr.com/ Image Editor/ (CC BY 2.0)

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Ein „türkischer Pascha“ braucht viel zerbrochenes Porzellan

Was geschieht hier vor aller Augen? Die Unterwanderung völlig selbstverständlicher Grundrechte wie die Meinungsfreiheit und erst recht die Presse- und künstlerische Freiheit, in dem ein Herr Erdoğan Einfluß in die bundesdeutsche Politik und Justiz nehmen darf, weil die politischen Seilschaften zum NATO-Partner so weit reichen, bücklingshaft einzuknicken?

Ein „türkischer Pascha“ braucht wohl viel zerbrochenes Porzellan, um eindrucksvoll seine Macht zu demonstrieren, stellt nunmehr Strafantrag gegen Jan Böhmermann wegen angeblicher Beleidigung. Seit wann kann Satire denn beleidigen? Sie mahnt an, übrtreibt bewußt maßlos, das muß sie, weil jene künstlerische Freiheit dies verlangt.

Die Kette politischen Einflußes zu künstlerisch verarbeiteter Kritik reißt nie ab

Kommt uns das nicht bekannt vor? Denken wir an Kurt Tucholsky, den Meister der Satire, der in der Nazi-Ära für Unmut und Wut sorgte, ins schwedische Exil flüchtete, ziemlich genau wußte, was da geschah, am Ende dort weit vor dem Zweiten Weltkrieg viel zu jung verstarb.

Oder an Dario Fos „Mistero Buffo“, welches im Nationaltheater Mannheim erstmalig in der BRD uraufgeführt wurde, der baden-württembergischen CDU ein Dorn im Auge war, so daß es beinahe zur Absetzung des Stückes kam, schließlich prangerte die Inszenierung heftigst die Katholische Kirche an. Auch Heinrich Böll bekam dies zu spüren genauso wie sämtliche scharfe Satiren, die sich in Büchern oder im Fernsehen dennoch hierzulande tummeln durften.

Solidarität mit Jan Böhmermann ein Muß

Das Verhalten des ZDF kann nur als äußerst bezeichnend gewertet werden. Erst verschwand die Schmähkritik gegen Erdoğan in der ZDF-Sendung „Neo Magazin Royale“ aus der Mediathek, in der Jan Böhmermann kein Tabu ausließ, um den „türkischen Pascha“ bloßzustellen, nachdem zuvor die Bundesregierung um Schadensbegrenzung ringend ein Herumgeeiere vollführte, was seinesgleichen sucht.

Anstatt selbst zu den Errungenschaften einer freien Demokratie zu stehen, in der die Presse- und Meinungsfreiheit selbstverständlich stattfinden darf, äußerte sich die Kanzlerin in bekannter Bücklingsmanier, Böhmermanns Gedicht sei „bewußt verletzend“. Kein Wunder, daß daraufhin das ZDF die Sendung wieder in der Mediathelk aufnahm, und zwar ohne den Böhmermann-Beitrag. Wird hier etwa mit zweierlei Maß gemessen, wenn Frau Merkel in der ersten Reihe bei der Trauerfeier zum Charlie-Hebdo-Attentat mitmarschiert, bekanntlich das französische Sarire-Magazin extrem bewußt verletzende Texte und Zeichnungen abdruckt, in der BRD aber das Böhmermann-Gedicht angeprangert wird?

Ganz offensichtlich. In sofern eine Solidarität mit Jan Böhmermann ein Muß, zumal die künstlerische Freiheit auf dem Spiel steht. Dieter Hallervorden reagierte vollkommen folgerichtig mit seinem Lied „Erdogan, zeig mich an!“.

Heute schließe ich mit eigenem Zitat:

„Menschliche Kreativität muß sich schier grenzenlos entfalten dürfen, solange sie dabei niemand schadet. Comics und Satiren mögen für gewisse Machthaber ein Dorn im Auge sein, was sie aber nicht berechtigt, sie verbieten zu wollen. Geschieht dies dennoch, geht jedwede demokratische Mündigkeit verloren, siegt der Tyrannen-Weg.“

Lotar Martin Kamm

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Einfach nur blöd in der Gegend herumstehen

flickr.com/ -c2k-/ (CC BY-NC-ND 2.0)

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Oder warum es nicht unbedingt an Ihnen liegen muß

Der Golfplatz wurde der Gegend harmonisch angepaßt. Die Gegend rund um das Feriendomizil bietet viele abwechslungsreiche Wanderwege und Aussichtsplattformen. Die Gegend hat sich aber verändert, vor zehn Jahren standen hier noch etliche Buchen und Eichen. Die Gegend in einem gewissen Stadtteil (hat wohl jede Stadt zu bieten) ist gefährlich.

Sind Sie auch schon mal blöd in der Gegend rumgestanden, entweder weil Ihr Date nicht pünktlich erschienen ist oder Sie den Bus, die Bahn verpaßt haben und dann auf die nächste Gelegenheit warten mußten, um von dort wegzukommen? Aber vielleicht sind Sie nicht nur blöd rumgestanden, sondern hatten in der Gegend ein mulmiges Gefühl?

Bei manchen Spaziergängen in der Gegend gibt es Orte, in denen man sich frei wie ein Vogel fühlt, wie in Abrahams Schoß geborgen. Andere Gegenden vermitteln ein beklemmendes, ängstliches Gefühl der Beobachtung, die Gegend läßt die Nackenhaare hochstehen, und das muß nicht unbedingt mitten im dunklen Wald, sondern kann ohne weiteres in einer lichtdurchfluteten Gegend sein.

Also bemühen wir wieder einmal den Duden und finden zu Gegend folgenden Stichpunkt: mittelhochdeutsch gegent, gegende, althochdeutsch geginōti, eigentlich = gegenüberliegendes Gebiet, zu gegen, wohl Lehnübersetzung von mittellateinisch contrata (regio, terra), zu lateinisch contra = gegen(über).

War ja fast zu erwarten, daß Gegend etwas mit gegen zu tun hat, oder? Ist doch sehr offensichtlich in den Wörtern zu erkennen. Wenn wir uns irgendwo aufhalten, ist überall ein Gegenüber, sogar auf dem offenen Meer oder im freien Feld. Das Gegenüber ist außerhalb von uns. Was uns dazu bringt, in gewissen Gegenden Freiheit und in anderen Gegenden Angst zu empfinden, kommt aus unserem Innern. Vielleicht haben Sie, unterwegs mit Freunden erlebt, daß sie ein unbestimmtes Unwohlsein empfanden, Ihre Freunde aber sich pudelwohl in dieser Gegend fühlten. Somit ist nicht unbedingt die Gegend für Ihre Gefühle verantwortlich, sondern Sie selbst. Natürlich kann diese Stimmung von Ihnen und Ihren Freunden auch gleichzeitig als unbestimmte Angst oder losgelöste Freude empfunden werden.

Was immer diese Gefühle auslöst, sind sie in erster Linie von Innen wahrgenommen und in zweiter Linie tatsächlich von außen auf Sie einwirkbar. Nun gibt es für Gegend auch eine andere Wahrnehmung, nämlich das Umfeld. In dem Wort gibt es kein Gegenüber, oder? Bei genauerem Lesen aber doch. Um das Feld herum ist gegenüber, genauso wie bei Umland, das Land drumherum. Über das Gebiet wollen wir hier gar nicht erst sprechen, denn es folgert einen Anspruch: Ich gebiete über das Land.

Aber zurück zu unserer Gegend, unzweifelhaft gibt es Gegenden, die uns nicht gesonnen sind, deren Gründe gibt es viele und sie müssen nicht unbedingt mit Ihrem Sein, Ihrem Tun, Ihren Gefühlen etwas zu tun haben, hinterlassen aber Emotionen, die vielleicht nicht immer erklärbar sind. Auch wenn Sie sich in Ihrem Umfeld befinden, müssen die empfundenen „Störfaktoren“ oder „Glücksgefühle“ nicht Ihrem Wesen entsprechen, sondern das Umfeld entspricht seinem Wesen.

Sie sind gegen Ihre eigentliche Vorahnung zu der Party eines Freundes gefahren und erleben das von Ihnen gefürchtete „blöd Rumstehen“, überlegen sich, mit welcher Ausrede Sie sich jetzt vom Acker schleichen können, weil Ihnen die Stimmung, die Leute, die Gegend, ach alles zusammen auf die Nerven geht. Manchmal findet sich ein Mitmensch ein, der die gleiche Stimmung in sich trägt und mit dem man dann unter vorgeschobenen Gründen das Weite sucht und irgendwo anders Unterschlupf findet.

Oder man bringt es nicht übers Herz, seinen Freund zu enttäuschen und bleibt bis zum Schluß der Party mit einem sauertöpfischen Gefühl im Magen und einem aufgesetzten Lächeln. Aber es können auch Wunder geschehen, und derartige Möglichkeiten gibt es viele, so daß plötzlich Ihre Stimmung kippt, Sie den Gesprächspartner finden, mit dem Sie zwanglos über Gott und die Welt quatschen können, Sie jemand zum Tanzen auffordert, das aufgetischte Essen Sie „entlohnt“.

Wie auch immer, um sich in der Gegend, im Umfeld, im Umland wohl zu fühlen, gehören stets mindestens Zwei dazu. Die Gegend und Sie.

Doris Mock-Kamm

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USA: Kerrys Gedenken der Hiroshima-Opfer reines Kalkül

flickr.com/ tepui.geoversum/ (CC BY-NC-ND 2.0)

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Heuchelei zeichnet die US-amerikanische Politik aus

Allein schon das Auslassen der Verbeugung seitens des US-amerikanischen Außenministers John Forbes Kerry bei seinem Besuch beim Kenothap in Hiroshima verdeutlicht eine gewisse Heuchelei seitens US-amerikanischer Politik. Dessen Gedenken der Hiroshima-Opfer reines Kalkül?

Den Vogel aber schießt dieser Außenminister mit seiner Behauptung ab, seine Nation wolle Krieg an sich vermeiden, eine Bedrohung durch nukleare Waffen beenden, die er ins Gästebuch des Atombombenmuseums geschrieben hat. Angesichts der extrem hohen Rüstungsausgaben der USA selbst, der jüngsten Panzerverlegung als Rechtfertigung angeblich russischer Aggression, kann von ernsthaften Friedensabsichten keine Rede sein.

Strategische Gesichtspunkte beflügeln meistens zu gönnerhaften Gesten

Natürlich mag man Kranzniederlegungen, Verbeugungen und dergleichen vor Mahnmalen und Gedenkstätten als Geste der Entschuldigung, sie als Wiedergutmachung billigend werten, andererseits beweist eine Politik gezielter Wirtschaftsmachtansprüche den Kern der eigentlichen Absichten, die obendrein oftmals per Kriege erzwungen und somit durchgesetzt werden. Unsere Geschichtsbücher offenbaren jenes Vorgehen nur allzu oft.

Zivile Opfer verbleiben am Ende mehr denn je in einer Welt, die einem ständig brutalen Prozeß ausgesetzt zu leiden hat. Völker werden erst gar nicht gefragt trotz weltweit zunehmender Politik mit demokratischen Anstrich. Letztlich herrscht vielerorts Gewalt mittels Krieg, wirtschaftlicher Abhängigkeit, was eine erhöhte Armut verdeutlicht, die Schere zwischen Arm und Reich klafft extrem auseinander, beweist die eigentlichen strategischen Gesichtspunkte einer überreichen Klientel, die verbissen ihren Weg fortsetzt. Deshalb stößt eine derartig gönnerhafte Geste wie die von Kerry sauer auf, man nimmt sie ihm nicht ab.

Eine USA bereit zum letzten Gefecht?

Die Felle des Hegemons scheinen davon zu schwimmen, bedenkt man den Zerfall des US-Dollars, zunehmend wirtschaftliche Engpässe, vom Elend der eigenen Bevölkerung ganz zu schweigen. Die Zeichen stehen eindeutig auf Krieg, der gar in Europa stattfinden soll. Ob per TTIP, dessen Zustandekommen die USA ohnehin diktieren, oder die letzte Rede zur Nation des noch amtierenden US-Präsidenten, der Hegemon beweist im Wahlkampffieber weiterhin dessen Weltmachtgehabe, unterstreicht seine Dominanz, die es durchzusetzen gilt.

Daher liegt es am Rest der Welt, endlich die eigentlichen Absichten dieser USA nicht nur zu durchschauen, was schließlich endlich etliche verinnerlicht haben, sondern sie noch rechtzeitig aufzuhalten, bevor der Schaden zu groß werden könnte.

Lotar Martin Kamm

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Was soll der ganze Zinnober

pixabay.com

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Wenn Schwachsinn als goldenes Zeitalter proklamiert wird

„Was soll der ganze Zinnober“ ist gleich „Was soll der Blödsinn“. Was bitte hat die Farbe Zinnober, die wir als Kinder (Erwachsene tun es bisweilen auch noch) aufs Papier gepinselt haben, um damit entweder Herzchen oder Blumenblüten zu malen?

Sicher, der Ausdruck wird nicht mehr so oft im Sprachgebrauch verwendet und der ein oder andere hat ihn noch nie gehört und kann sich keine Assoziation vorstellen, warum „Zinnober“ für Unsinn, Quatsch, Firlefanz gedeutet wird. Diese orange-rote Farbe verdeutlicht doch eher Gefahr, Liebe. Und wenn wir ansonsten eher in der Gesichtsfarbe bläßlich wirken, so sind rote Bäckchen ein Zeichen für Gesundheit. Oder auch ein Zeichen, wenn sich die Backen röten, für Verlegenheit, Unsicherheit.

Haben Sie sich schon einmal grün und blau geärgert? Sicherlich! Ob sie allerdings schon mal jemanden grün und blau geschlagen haben, darf ruhig Ihr Geheimnis bleiben. Kein Geheimnis aber ist die Herkunft, auch wenn sie nicht zu hundertprozent nachweisbar ist. Vielleicht gehören Sie zu den Menschen, deren Haut schon beim kleinsten Stoß auf Ihrem Körper sichtbare Hämatome aufweisen. Dann wird Ihnen das Farbspiel grün und blau bestens bekannt sein. Sich grün und blau ärgern, ist ein sogenannter Umkehrschluß zu jemanden grün und blau schlagen, also sich so ärgern, daß der ganze Körper vor Wut grün und blau wird.

Falls Sie in Ihrer Wut auch noch schwarzsehen, so deutet das darauf hin, daß Sie einer Ohnmacht nahe sind. Oder kurz vor einem Nervenzusammenbruch, vielleicht sogar kurz vorm Herzversagen, denn schwarzsehen, bedeutet, sich zu Tode ärgern.

Nicht zu verwechseln mit rotsehen. Falls Sie jetzt rotsehen, sind Sie von ausgeglichen auf ungebremste Wut umgestiegen, meist erfolgt dies in kurzer Abfolge. Schätzungsweise erfolgte diese Annahme irrtümlich auf das Schwenken eines roten Tuches, um den Stier in der Arena wütend zu machen. Aber es ist vollkommen egal, welche Farbe das Tuch hat, das der Torero schwenkt, der Stier reagiert nur auf das Flattern und da er im Vorfeld schon etliche Verletzungen erlitten hat und unter Schmerzen leidet, wird er zusehends aggressiver. Allerdings gibt es eine Sehstörung, die Erythropsie, bei der das Auge die Gegenstände rötlich wahrnimmt. Und sind Sie so richtig in Wut, können die kleinen Blutäderchen im Auge hervorquellen oder sogar platzen.

Ach ja, und wenn Sie mal über den Durst getrunken haben und blau sind, so hat das nichts damit zu tun, daß sich Hämatome von eventuellen Stürzen auf Ihrem Körper bilden, aufgrund Ihrer fehlenden Koordinationsfähigkeiten unter Alkoholeinfluß, sondern bezieht sich auf die Trinkernase, die sich in den Farben eines Veilchens zeigt. Obwohl, dies sei ausdrücklich erwähnt, auch hier von nicht ganz korrekten Tatsachen falsche Schlüsse gezogen wurden und vielleicht noch werden, wie beim roten Tuch, das den Stier reizen soll. Die Rosacea, Rosenfinne, Kupferfinne ist eine Hauterkrankung und kein Beweis für übermäßigen Alkoholgenuß.

Was soll denn der ganze Zinnober? Was soll denn das ganze unnütze Zeug? Die Beantwortung kann sich jeder selber denken, wenn er denn will, denn als Textschreiber kann man noch das Thema selbst aussuchen, auch wenn es für viele heute unerträglich scheint. Mag sein, daß die Freiheit nicht mehr lange währt, da zu jedem Thema zig Gegenthemen und Argumente ins Feld geführt werden, anstatt differenziert die Wiese zu betrachten. Leider sind anscheinend nur wenige Menschen fähig, die versprochenen goldenen Zeiten als Zinnober zu erkennen.

Ach so, die Erklärung fehlt noch, für den Zinnober, den Tinnef. Na denn, der Ausdruck kommt noch aus den Tagen, als Alchemisten unbedingt mit Hilfe von Quecksilber (galt als Essenz sämtlicher Metalle) Gold herstellen wollten. Bleibt zu hoffen, daß es wache Geister gibt, die die Transformation von Quecksilber zu Gold mittels Schwefels (sollte die Farbe des Goldes liefern) durchschauen und erkennen, daß es sich nur um Zinnober handelt. Und deshalb Schwachsinn ist.

Doris Mock-Kamm

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Serengeti wird bald sterben

flickr.com/ Marc Veraart/ (CC BY-ND 2.0)

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Kenias Regierung gibt ein Riesengebiet des Mau-Waldes zur Abholzung frei

Der Serengeti geht es erneut an den Kragen, diesmal betrifft es den Mau-Wald, dem größten indigenen Wald Ost-Afrikas, der sich östlich des Victoria-Sees in Kenia befindet und sich über eine Fläche von 273.000 Hektar erstreckt, was immerhin 273 km² entspricht, zum Vergleich etwas größer als Erfurt mit seinen 269 km².

Die Regierung Kenias hat rund 17.000 Hektar des Mau-Waldes zur Abholzung freigegeben, dem Quellgebiet des Mara-Flußes, der vor allem als einziger Fluß im Serengeti-Nationalpark die Wasserversorgung dort sichert und somit das Überleben riesiger Herden wilder Huftiere wie Antilopen, Gnus oder Zebras. Rettet den Regenwald e.V. bittet eindringlich um Unterzeichnung dieser Petition, die sich an den Präsidenten der Republik Kenia, Uhuru Muigai Kenyatta, richtet, der seit drei Jahren das Land leitet als einer der reichsten Männer Afrikas.

Bernard und Michael Grzimeks Kinodokumentarfilm wird nachhaltig verhöhnt

Weil Profitgier ihren Hals nicht voll genug bekommen kann. Dabei hatten die beiden Tierfilmer, Michael Grzimek schrieb das Drehbuch zum Film „Serengeti darf nicht sterben“, vor allem eines im Sinn, die riesige Serengeti, welche mit ihren 30.000 km² in etwa 8 Prozent der Größe der BRD entspricht, genauer zu beobachten, zu schützen, vor allem die Tierwanderungen, um die Ende der 1950iger geplante Einzäunung im 1951 gegründeten Serengeti-Nationalpark im Schutzgebiet um den Ngorongoro-Krater zu verhindern.

Hatte Tansania noch vor sechs Jahren eine Autobahn mitten durch den Serengeti-Nationalpark geplant, verwarf diese jedoch das schreckliche Bauvorhaben aufgrund heftigen Widerstands, auch unter Androhung der UNESCO, dem Park den Status als Weltnaturerbe abzuerkennen. Nunmehr hat sich Kenias Regierung entschlossen, den Mau-Wald weiterhin abholzen zu lassen, wie schon die letzten 15 Jahre zuvor, wo bereits 25 Prozent des Waldbestandes zerstört wurden, wie Serengeti Watch anführt.

Grzimeks Erbe in Gefahr

Wird die Serengeti tatsächlich bald sterben? Die Menschheit seelenruhig zuschauen, ohne eines der wichtigsten Gebiete Afrikas zu bewahren und davor zu schützen? Michael Grzimek verstarb kurz vor Ende der Dreharbeiten, weil tragischerweise ein Geier ihm in einer Dornier Do 27, ein einmotoriges STOL-Mehrzweckflugzeug, in die Quere kam, die Maschine abstürzte.

Dessen Vater Bernard bestand aber auf die folgende Film-Passage, die die zuständige Filmbewertungsstelle Wiesbaden (FBW) streichen wollte als Entgegenkommen Grzimeks, dafür solle der Dokumentarfilm das Prädikat „wertvoll“ erhalten:

„Diese letzten Reste des afrikanischen Tierlebens sind ein kultureller Gemeinbesitz der ganzen Menschheit, genau wie unsere Kathedralen, wie die antiken Bauten, wie die Akropolis, der Petersdom und der Louvre in Paris. Vor einigen Jahrhunderten hat man noch die römischen Tempel abgebrochen, um aus den Quadern Bürgerhäuser zu bauen. Würde heute eine Regierung, gleich welchen Systems, es wagen, die Akropolis in Athen abzureißen, um Wohnungen zu bauen, dann würde ein Aufschrei der Empörung durch die ganze zivilisierte Menschheit gehen. Genau so wenig dürfen schwarze oder weiße Menschen diese letzten lebenden Kulturschätze Afrikas antasten. Gott machte seine Erde den Menschen untertan, aber nicht, damit er sein Werk völlig vernichte.“

Der Tierarzt und Dokumentarfilmer setzte sich durch, das Prädikat „wervoll“ erhielt der Film ohne Auflage, 1960, ein Jahr nach der Erscheinung, erhielt er gar einen Oskar für die beste Dokumentation. Dennoch befindet sich Grzimeks Erbe in Gefahr, die Serengeti bleibt weiterhin gefährdet, zumal profitorientierte Wirtschaftsinteressen ihr auf die Pelle rücken nicht nur wie jetzt aktuell mit der erneuten Abholzung im Mau-Wald, sondern ebenso wegen Straßenbauplanungen und Wilderei.

Lotar Martin Kamm

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Liebesspiel bei Dämmerung

flickr.com/ Gruenewiese86/ (CC BY-ND 2.0)

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Reizvolle Einblicke erhellten den Tag,
nach Wochen der Winterkälte.
Wie schön frühlingshaft sie da lag,
genußvoll das warme Sonnenlicht wählte.

Liebreizende Bewegungen Interesse weckten,
eh und je dem Liebesspiel glich.
Schön langgeformte Beine sich streckten,
um zu kokettieren, verführten jeden an sich.

Was in jungen Jahren unvergessen uns widerfuhr,
suchte stets Wege liebreizender Erinnerung,
ob im Bad, im Zimmer oder auf einem langen Flur,
das Liebesspiel fand statt, des tags, bei Dämmerung.

Drum wollen wir auch heute noch beisammen sein,
etwas gealtert, aber um Erfahrung reicher,
uns liebend vereinen, gar romantisch im Kerzenschein,
und fühlen die Nähe, die Knie werden weicher.

Lotar Martin Kamm

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