Wenn der Rahmen runterfällt

 flickr.com/ Micdes 2013/ (CC BY-ND 2.0)


flickr.com/ Micdes 2013/ (CC BY-ND 2.0)

Wenn der Rahmen runterfällt,
die Wand noch das Bild festhält.
Habe ich noch Zeit zu reden
oder war’s das dann gewesen?
Schlittschuhlaufen auf dem See,
die Schuhe zu klein, armer Zeh.
Kirschen klauen, was ein Spaß,
Kindheit, die ich längst vergaß!

Wenn der Rahmen runterfällt,
die Wand noch das Bild festhält.
Gibt’s noch etwas zu sagen,
oder bleiben übrig all die Fragen?
Schulbrote liebevoll geschmiert,
doch oft nicht mal angerührt.
Flaschenkreisen auf den Feiern,
erste Küsse, danach reiern.

Wenn der Rahmen runterfällt,
die Wand noch das Bild festhält.
Gibt es wirklich noch Sachen,
über die wir jetzt zusammen lachen?
Im Winter der Rauch der Schornsteine,
die Dampflok fuhr, ach, nicht daß ich weine.
Sobald es dunkelt, zu Hause sein,
wie oft gehaßt, das war gemein.

Wenn der Rahmen runterfällt,
die Wand noch das Bild festhält.
Sind auch alle gut versorgt,
kein Mitleid geborgt?
Hab nie alles mögen essen,
Geschmack von Quitte unvergessen.
Etwas hat uns zueinander geführt,
Zufall, Schicksal, bin immer noch gerührt.

Wenn der Rahmen runterfällt,
die Wand noch das Bild festhält.
Du bist immer so liebevoll nah,
wir finden uns wieder, alles klar?
Ich hab dich vermißt,
da kannten wir uns noch nicht.
Nein, häng den Rahmen nicht mehr auf,
schad um den Nagel, ich find schon raus.

Nafia

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Feindbild Russland mit allen Mitteln schüren

flickr.com/ isriya/ (CC BY-NC 2.0)

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US-amerikanische NATO-Strategie setzt auf kriegerische Provokation

Als vor über zwei Jahren im Februar 2014 der Krieg in der Ukraine begann, initiiert mittels des gezielten Maidan-Putsches durch den US-Westen, öffneten die Kriegstreiber endgültig das Tor eines neuentflammten kalten Krieges zwischen den USA und Russland, wurde mit dem Fall der Mauer die historische Chance einer friedlicheren Welt bewußt verpaßt. Warum das Ganze? Weil die US-amerikanische NATO-Strategie auf kriegerische Provokation setzt.

Das Feindbild Russland mit allen Mitteln schüren, so die offensichtliche Vorgehensweise, außer man verfällt der US-westlichen Medienpropaganda, die in der Person Wladimir Putins das personifizierte Böse unterstellt, manche Anhänger jener US-Taktik behaupten gar, Russland wolle Deutschland überfallen, würde sehr schnell bis zum Rhein vordringen. Dabei verkennen jene fanatisch Instrumentalisierte, daß bisher stets europäische Herrscher Russland angriffen und nicht umgekehrt.

Zwei ehemalige Ostblock-Länder verschärfen die Lage

Zum einen Polen, in dem jüngst Außenminister Witold Waszczykowski sogar behauptete, Russland sei eine größere Gefahr als der IS. Welch frapantes Zerrbild der eigentlichen Lage, man bedenke, die erschaffenen Fronten durch die NATO und ihre westlichen Verbündeten, die sich in der letzten Münchener Sicherheitskonferenz erneut verdeutlichte, oder bei der Haltung des Westens zu Russland beim höchst fragwürdigen Vorgehen zur Sorge um die ukrainische Kampfpilotin Nadeschda Sarwatschenko, während man die getöteten russischen Reporter außer acht läßt.

Andererseits die Ukraine, wo absehbar mit Minsk II keinerlei Frieden einkehren würde. Nichts wird ausgelassen, um immer mehr Öl ins Feuer zu gießen, eine tatsächliche Entspannung des erneuten Ost-West-Konflikts zu verhindern. Die Zeichen stehen auf Kriegsprovokationen, wollen Wladimir Putins Russland in die Enge treiben.

Treffen beim NATO-Russland-Rat eher ergebnislos?

Schon im Vorfeld erneuter Verhandlungen, die vor zwei Jahren aufgrund des Ukraine-Krieges aussetzten, muß von einer gereizten Stimmung gesprochen werden, solle die NATO sich entscheiden, welches Verhältnis weiterhin mit Russland angestrebt wird, wie der russische NATO-Botschafter Alexander Gruschko äußerte.

Dabei sprechen die vollendeten Tatsachen eine überdeutliche Sprache der militärischen Dominanz entlang der Grenzen zu Russland. Wer dermaßen aggressiv dort schwere Waffen stationiert oder meint, in der Ostsee mit der USS „Donald Cook“ aufkreuzen zu müssen, darf sich nicht wundern, daß Russland sich zurecht bedroht fühlt, selbst wenn der Westen gleich einen Zwischenfall per russischer Kampfflugzeuge verkündet.

Man stelle sich mal kurz vor, wie die USA wohl reagieren würden, wenn 100 km vor der US-Küste ein russisches Kriegsschiff auftaucht. Europa wäre sehr gut beraten, möglichst schnell wirklich friedliche Wege einzuschlagen, nicht nur den Dialog mit Russland zu suchen und zu führen, sondern endlich sich von der aggressiven Doktrin der US-Herrschaft zu befreien.

Lotar Martin Kamm

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Am Vorabend neuer Herrschaft

pixabay.com

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Reizende Worte dringen zu hellhörigen Ohren,
fremdbestimmt ohne Unterlaß,
in einem Schwall dunkler Gewitterwolken,
die nur langsam von dannen ziehen.
Wer ergreift selbstbestimmt Initiative,
um gezielt erste Bösartigkeiten zu entlarven?

Wohlklingende Worte finden fragende Verunsicherte,
eiligst auftretende, selbsternannte Führer,
völlig skrupellos in ihrem Siegeszug,
wagen erste Schritte hin zu neuem Diktat.
Wer dabei wohl erneut straucheln wird,
wenn am Ende es wieder heißt: Krieg?

Keine Worte dringen mehr nach außen,
stumme Blicke in aschfahlen Gesichtern,
regungslose Minen voll trauriger Momente
das bunte Leben einstiger Zeiten vermissen.
Wer vermag noch die Kraft aufbringen,
um solch böse Brut erneut niederzuringen?

Lotar Martin Kamm

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Brasilien: Dilmas Amtsenthebungsverfahren ein abgekartetes Spiel

flickr.com/ U C L/ (CC BY 2.0)

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Die Präsidentin Korruptionskräften ausgesetzt?

In Südamerika tobt eine politische Kaste schwerreicher Großgrundbesitzer, angesiedelter Parteien, Restbeständen alter Eliten, die vor allem Diktatoren gewähren ließen zusammen mit einem Paradebeispiel großangelegter, weitverzweigter Korruption. Auch Dilma Roussef, die mit ihrem Anti-Korruptionskurs zu Beginn ihrer ersten Amtszeit vehement den Kampf ansagte, kann sich nicht davon freisprechen.

Dilmas drohendes Amtsenthebungsverfahren etwa ein abgekartetes Spiel, ausgerechnet den Korruptionskräften der Koalitionspartei PMDB (Partei der Brasilianischen Demokratischen Bewegung) ausgesetzt, die im März die Regierungskoalition mit der Präsidentin und ihrer PT (Arbeiterpartei) verließ? Es schaut ganz danach aus, doch Dilma kündigt harten Widerstand an.

Das fünftgrößte Land der Erde nahezu unregierbar

Fast halb so groß wie Südamerika, das weltweite Herzstück des Regenwaldes, beschenkt vom wasserreichsten Fluß der Erde, dem Amazonas, und der artenreichsten Flora und Fauna, die ihresgleichen sucht, folglich ein wahres Paradies, wenn dabei nicht der Mensch selbst mittels seiner Gier dermaßen zerstörerisch zu Werke gehen würde. Was einst mit der Landung des portugiesischen Seefahrers Pedro Álvares Cabral im Jahre 1500 an Brasiliens Küste beim heutigen Porto Seguro begann, setzte sich mit dem spanischen Eroberer Francisco Pizarro González im Westen Südamerikas und dem Abschlachten der Inka fort, bis schließlich 1580 ganz Brasilien von Portugal regiert wurde.

Bis heute währt die Korruption, weil Macht so ungern geteilt wird, denken wir an das Verhalten des Minenbetreibers Samarco, der im November des letzten Jahres wohl die bisherig größte Umweltkatastrophe entlang des Rio Doce auslöste, an das Wasserkraftwerk Belo Monte, welches noch keine Betriebslizenz erhielt, die Brasiliens Regierung wegen sozial-ökologischer Bedenken im letzten November verweigerte oder an das indigene Volk der Kawahiva, hilflos brutalen Holzfällern ausgesetzt, wofür ebenso Dilma sich nicht genug einsetzte, an die Machenschaften der letzten Fußball-WM 2014. Laut Spiegel seien die Olympischen Spiele in Brasilien nicht betroffen, stelle Dilmas Amtsenthebungsverfahren in diesem Zusammenhang kein Risiko dar.

Wird Ende Oktober Vize-Präsident Michel Temer für Dilma nachrücken?

Ausgerechnet ihr Widersacher, der vor einer Woche zu einer „Regierung der nationalen Einheit“ aufgerufen hatte, was auch immer dies heißen mag in jenem Machtgerangel? Bedenken wir, auch gegen ihn wird wegen Korruptionsverdacht ermittelt, genauso wie nahezu gegen zwei Drittel der Mitglieder des brasilianischen Kongresses. Keine vertrauenserweckende Prognosen für Brasilien!

Ich schließe mit eigenem Zitat:

„Muß man mit Fug und Recht davon ausgehen, daß auf dem politischen Parkett nicht nur mit äußerst harten Bandagen gerungen wird, sondern darüber hinaus es einer wirtschaftlichen Kontrolle unterliegt? Auf alle Fälle – wie sonst sind weltweit korrupte Verstrickungen und Abhängigkeiten zu erklären.“

Lotar Martin Kamm

 

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Spazierengehen alles andere als veraltet

flickr.com/ Pixelteufel/ (CC BY 2.0)

flickr.com/ Pixelteufel/ (CC BY 2.0)

Beeinflußt uns hektisches Treiben bis weit hinein in die Sprache?

Ab und zu geht es hinaus an die frische Luft, als Kind zum Toben, als Jugendlicher zum Abhängen mit Freunden und als Erwachsener um spazierenzugehen. Laut Duden, man staune, wird „spazieren gehen“ als veraltet angegeben. Nein, keine Sorge, das veraltet bezieht sich nicht auf das Alter der Menschen, die spazierengehen. Die Formulierung sei veraltet, meint der Duden. Gemächlich gehen, schlendern, werden als Alternative vorgeschlagen. Vielleicht auch deshalb, weil spazierengehen in der Liste der schwierigen Wörter verzeichnet ist. Aber über deren Sinn und Unsinn soll hier nicht geschrieben werden, sondern übers Spazieren.

Unabhängig von den Erlebnissen und Sehenswürdigkeiten, die uns während eines Spazierganges beeindrucken können, ist die Gangart ein besonderes Kennzeichen für dieses Tun. Setzen Sie sich in ein Café, eine Kneipe, Restaurant mit Blick aus dem Fenster und beobachten Sie die Menschen auf dem Bürgersteig oder auf einem großen Platz. Sie werden anhand der Unterschiede in der Fortbewegung erkennen, wer da schlendert, bummelt, eilt, geht, flaniert, rennt, gemächlich geht, stolziert. Auch wenn Sie auf einer Parkbank sitzen, fällt Ihnen sicher auf, wer wirklich spazierengeht und wer nicht. Woran erkennen Sie es?

Die Körperbewegung ist eine andere, bummeln und schlendern kann man eher nicht so schnell voneinander unterscheiden, bei längerem Betrachten aber schon. Der Bummler schlendert zwar ebenso, doch will er in erster Linie die Zeit totschlagen, wer schlendert, hat kein Gefühl dafür, er ignoriert und genießt die freie Zeit. Der Unterschied zwischen flanieren und gemächlich gehen ist schon zu erkennen, denn der Flaneur will gesehen werden, stolziert eher, als der mit dem gemächlichen Gang. Der Spaziergänger ist derjenige, der alles gleichzeitig beziehungsweise hintereinander, je nach Stimmung und Situation vereint, er spaziert. Er betrachtet die Umwelt, ist in sich versunken, in einem anregenden Gespräch, beobachtet andere Menschen, hat viel Zeit und will dennoch nicht ewig an diesem Ort sein.

Spazieren ist dem lateinischen Wort „spatium“ entlehnt. Zwischenraum, Leerschritt, Abstand. Spatium, zwischen Wörtern, nach Satzzeichen eingefügter Zwischenraum. Einige Begriffe im Druckwesen werden noch heute verwendet, die auf „spatium“ zurückzuführen sind. Spatiös, geräumig, weit, licht. Spatienkeil, zu Erzeugung eines Zwischenraums (Leerzeichen) dienendes Element. Spatienbreite, erklärt sich wohl von selbst.

Ein Spaziergänger ist zwischen den Räumen, in der Natur ebenso wie in der Zeit. Er verweilt in den Dimensionen: Länge, Masse, Zeit (physikalisch). Die Dimension Masse gehört unbedingt zum Spazierenden, denn er zeigt in der Körpersprache, durch die Gemächlichkeit eine gewisse Trägheit. Andererseits zeigt der Spazierende aber auch eine gewisse Leichtigkeit, je nachdem, in welchem Zwischenraum er sich gerade befindet.

Kinder können noch nicht spazierengehen, obwohl die Erwachsenen sie bisweilen dazu auffordern, denn sie haben den Faktor Zeit  nicht verinnerlicht. Jugendliche sträuben sich, spazierenzugehen, sie könnten, tun es bisweilen, aber es widerstrebt ihnen, denn die Zeit ist ihnen zu kostbar für so einen Quatsch. Erwachsene hingegen genießen Spaziergänge, weil sie sich fallen lassen können in ihre eigenen Dimensionen.

Selbst wenn der Duden „spazierengehen“ als veraltet ansieht, spazieren Sie ruhig mal wieder und leeren Ihre gefüllten Zwischenräume oder füllen Sie neu auf, je nachdem, in welcher Verfassung Sie sich befinden.

Doris Mock-Kamm

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Deutschland per Vaterlandsehre dem Nationalismus feilgeboten

flickr.com/ h.koppdelaney/ (CC BY-ND 2.0)

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Chaotische Zeiten stehen bevor

Orientierungslosigkeit scheint die regierende Politik gänzlich zu verkennen in ihrer Verstrickung mit dem Kapital, den Großkonzernen und somit den eigentlichen Mächten, die Einfluß nehmen aufs weltliche Geschehen. Das Wissen allein vermag dennoch nicht viel entgegenhalten, weil nicht nur wenige bis gar keine Möglichkeiten vorhanden, jene Entwicklung aufzuhalten, die uns allen noch bevorsteht, sondern weil das Volk selbst viel zu wenig Selbstbewußtsein schärfen konnte, viele Zusammenhänge nicht versteht.

Man muß mit Fug und Recht sogar behaupten: nicht verstehen soll. Die Aufklärung mittels des eigenen Verstandes, die Immanuel Kant so treffend formulierte, wurde bis heute eben nicht verinnerlicht und umgesetzt. Eine gezielte Bildungspolitik konnte das verhindern zusammen mit einer ewiglich knechtenden Abhängigkeit beim alltäglichen Überleben, welches die Berufswahl und deren Stände diktiert. Der alte Spruch, „Haste nix, biste nix“, darf durchaus als knallhartes Los betrachtet werden. Das gilt übrigens für sämtliche Lebensbereiche, vom einfachen Menschen bis hin zum Genie.

Was nützen Talente, wenn sie unentdeckt bleiben, keinerlei Förderung erhalten? Die Gesellschaft muß sich in sofern als Spielball einer steuernden Politik betrachten, der sie sich aussetzt, ob nun freiwillig oder mittels Gewalt, hebt sich das schnell auf, wenn es um eine sogenannte Gerechtigkeit gehen soll, die aus der Französischen Revolution hervorgegangene Brüderlichkeit, Freiheit und Gleichheit. In etwa eine unerreichbare Illusion, ein Trugschluß, der nicht greifen darf? Weil eine wirklich humane, gerechte Welt ein Teilen all des Überreichtums bedeutet, eine Beschränkung derer, die so gar nichts abgeben wollen von ihrer angehäuften Macht? Genau das ist der Punkt.

Lieb Vaterland – ick dräng dir mal an den rechten Rand, befinden wir uns längst auf diesem Weg, wobei sich zugleich die Frage stellt: Wer will das? Nimmersatte Patrioten, die von vorneherein den Weg eines unabdingbaren Nationalismus fordern, eine Loyalität zum eigenen Land, die ihresgleichen sucht. Die FAZ schrieb neulich einen fundierten Artikel über diejenigen, die die rechten Fäden in der Hand halten, von einem Götz Kubitschek ist dabei die Rede, der wie ein Despot auf seinem Rittergut herrscht. Das soll das wiedererweckte Vorbild einer Neuen Rechten sein? Wenn die Eltern sich siezen, Respekt zu Deutschlands Vergangenheit eingefordert, eine Loyalität bis aufs Blut, in dem kriegsverherrlichender Gehorsam erzwungen werden soll? Zurück in Zeiten der Abgrenzung, Völker sich über Völker erheben, beste Voraussetzung für erneute Kriege?

Warum stets Mensch sich einem Führerkult aussetzt? Keinerlei Antriebe eigener Gestalt per friedlichem Zusammenleben, ohne sich über andere zu erheben? Wann legen wir endlich dieses Hemd ab, dieses Korsett der Fremdbestimmung und verinnerlichen das kreative Sein in einer Gesellschaft gegenseitigen Respekts, in der weder die Religion noch die Hautfarbe, gar die Nationalität eine Rolle spielt?

Ich schließe mit eigenem Zitat:

„Mensch, du bist nackt geboren, entsprungen aus Mutters Schoß, laß Dir nicht einreden, daß andere Deine Feinde sind, mache Dir alle Menschen zu Freunden, was Du selbst sendest und gibst, wird Dir widerfahren. Und wenn Du anderer Meinung bist, laß Dein Gegenüber die seinige, solange wir allesamt in friedlichen Absichten verweilen.“

Lotar Martin Kamm

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Wetter mit gravierenden Unterschieden

pixabay.com

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Windige Typen geben sich die Ehre

Geht Ihnen auch manchmal ein Licht auf, könnten dann Heureka schreien wie einst Archimedes von Syrakus? Bekanntlich soll er so überwältigt von seiner Erkenntnis gewesen sein, daß er völlig vergaß, sich ein Tuch überzuwerfen, er soll nämlich genüßlich in der Badewanne gelegen haben, als er vor lauter Freude auf die Straße rannte, um aller Welt mitzuteilen: Ich hab’s gefunden!

Na, vielleicht war Ihre Erleuchtung nicht so weitreichend wie die von Archimedes, sondern nur die Erkenntnis, daß es nicht förderlich für den Magen ist, morgens schon ein Glas eisgekühlte Cola zu trinken. Wie dem auch sei, es können ja nicht alle Menschen Genies sein. Wetten, Sie sind bis dato nicht auf die Idee gekommen, daß Wetter und Wetter nicht nur den gleichen Namen haben, sondern beide trotz Wahrscheinlichkeitsberechnungen nicht immer ein Ergebnis aufweisen, das einleuchtend ist?

Der Wetter, die Wetter, das Wetter, welches Wort kann denn schon mit allen drei Artikeln (Pronomen) in Harmonie leben? Okay, der Plural ist bei beiden gleich, gibt es sonst noch Gemeinsamkeiten? Beide, der Wetter und das Wetter sind unzuverlässig. Prognosen hin oder her, verlassen Sie sich nie auf die beiden, denn sie jonglieren mit einem Glauben der Voraussagen, die die Zukunft betreffen. Da sie zufälligerweise öfters auch richtig tippen, vermeint man doch, die Wahrheit über ihr Verhalten erkennen zu können und schließt sich ihnen manchmal im guten Glauben an.

Daß das Wetter etwas mit Wind, Luft zu tun haben könnte, leuchtet ein, aber warum wird ein Teilnehmer eines Glückspiels Wetter genannt? Was hat ein Wetter mit Wind zu tun? Nun, der Freund, der mir sein Heureka anvertraut hat, wie die Karte zu einem versteckten Schatz, hat seinen Weg der Erleuchtung gleich mit beschrieben.

„Hast du dich schon mal gefragt, warum ein unaufrichtiger Mensch auch „windiger Typ“ genannt wird? Er verhält sich wie eine Fahne im Wind, je nachdem woher der Wind weht, dreht sich die Fahne. Das macht auch ein windiger Typ, denn beide haben kein Skelett, keine Festigkeit, kein Rückgrat. Sie sind den Bewegungen des Windes ausgeliefert und können aus eigener Kraft nicht dagegenhalten, schließlich ist die Fahne ein Stück Stoff und keine Mauer.“

„Aber so ein Windhund ist doch eher berechnend, er wettet doch nicht in den blauen Dunst hinein, sondern er kalkuliert seine Vorteile? Das Wetter kann doch nicht kalkulieren, es erhält doch keinen Vorteil durch sein Verhalten.“

„Ja und nein! Unsere Vorfahren haben zu einigen Naturgewalten, also zu Dingen auf die sie keinen Einfluß nehmen konnten, göttliche Gestalten erschaffen, die ihnen das Denken abnahmen, da ein mit besserem Wissen ausgestatteter Gott schon seine Gründe hatte, warum eine Sache so läuft und die andere Sache nicht. Das war reine Spekulation, das war wie eine Wette.“

„So ähnlich wie: Wenn du den Teller leer ißt, gibt’s morgen gutes Wetter?“

„Genau, es war nie Verlaß darauf, was als Nächstes passieren konnte, die Naturgewalten haben mal das Land überschwemmt und mal eine Dürre verursacht! Sie haben sich gedreht wie die Fahne im Wind.“

„Alles klar! Das heißt, der Wetter verhält sich so wie das Wetter, unberechenbar, doch mit Kalkül, wenn ich Wetter einen Namen gebe?“

„Ja, beide sind vom Zufallsprinzip abhängig.“

„Sag mal, du bist doch gläubig. Wie kannst du da Gottheiten mit Wetter vergleichen?“

„Ah, du meinst, weil ich gesagt habe, die Vorfahren haben Naturgewalten einen Namen gegeben und sie zu Göttern stilisiert? Und von wegen Wetter sind unzuverlässig und Windhunde? Für mich ändert sich dadurch gar nichts an meinem Glauben, du kennst mich doch, ich bin auch öfters ein Fähnchen im Wind und schwanke hin und her, vertraue Menschen, der Wissenschaft und so weiter. Wie oft bin ich schon enttäuscht und eines Besseren belehrt worden. Soll mich das davon abhalten, das nicht auch Gott zuzugestehen?“

„Aber der Wetter ist doch negativ besetzt, ein Windhund halt.“

„Klar, aber manchmal gewinnt der Wetter doch und sei es auch nur an Erfahrung für sich selbst. Schlußendlich ist aber jede Missetat, die durch ihn verursacht wurde, ein Gewinn für uns, denn sie verhilft zu unserer Erkenntnis, wetten?“

Doris Mock-Kamm

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