Ente und Käfer – kein wenig nostalgische Schwärmerei

flickr.com/ ffrfoggi/ (CC BY 2.0) - flickr.com/ Jesper2cv/ (CC BY-NC-ND 2.0)

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Viel eher handfeste Erinnerung an eine aufregende Zeit

Wer sie selbst nicht gefahren hat, hinter ihrem Lenkrad saß, kann wohl schwerlich nachempfinden, welches Gefühl der Liebhaberei, auch nach langen Jahren des Nichtfahrens, überschäumend von Nostalgiegedanken, – okay, man war schließlich auch noch jung -, ihr Anblick auslösen kann. Die Ente und der Käfer.

Zwei Fahrzeuge, die ein Lebensgefühl prägen konnten, vielleicht auch deshalb, weil es für viele das erste Auto war, ähnlich dem ersten Kuß oder die Erinnerung an die erste große Liebe, jedenfalls ist ein Platz im Herzen sicher.

Apropos Platz, es war immer wieder erstaunlich, wieviel Menschen in diesen beiden Autos mitfahren konnten. Es gab keine Gurte, keine Nackenstützen, dafür Aschenbecher vorne und hinten. Natürlich gab es Musik, nicht nur Radio, sondern Kassettenspieler, in manchen der Autos gab es sogar Quattro-Lautsprecher. Die Hitze im Auto wurde durch die heruntergekurbelten oder aufgeschlagenen Seitenfenster herausgepreßt, mit dem Ellbogen lässig auf die Autotür gelehnt und mit dem Arm ab und zu durch einem Auswärtsschwenk kühle Luft in den Innenraum gefächert. An manchen Wintertagen war es ratsam, seinen langen Maximantel mit Fellimitat anzubehalten, da nicht stetig eine angenehme Wärme das Auto durchflutete.

Wer als Tramper unterwegs war, konnte mit fast hundertprozentiger Sicherheit einen Lift in einer Ente oder Käfer ergattern, vorausgesetzt, sie waren nicht schon überfüllt mit Passagieren. In Frankreich konnte man die Ente und den Käfer auch ohne Dach, nein nicht Caprios mit Faltdach, sondern dachlos auf dem Straßenbild bestaunen, es waren sogar Enten und Käfer ohne hinteres Chassis auf den Straßen zu sehen. Und sie fuhren und fuhren.

Und fuhr man in einer Ente geschlungene Straßen, vielleicht sogar Serpentinen, so beschlich einem fast das Gefühl, auf einem heißen Ofen zu sitzen und die endlose Freiheit zu besitzen, denn die Ente konnte sich phantastisch in die Kurven legen. Der Käfer eignete sich hierfür ein klein bißchen weniger, dafür vermittelte sein Motor zuweilen das Klanggefühl eines schweren Trucks, mit dem man in alle Ewigkeit brausen konnte.

Natürlich tropft dieser Text nur so von Schwärmereien und besagt nichts über die technischen Daten dieser Fahrzeuge, aber die sind bei einer nostalgischen Rückbesinnung auch nicht ausschlaggebend. Wichtig sind die Gefühle, das Lächeln und die Gedanken, die durch die Ente und den Käfer assoziiert werden können. Übrigens gibt es für Ente- und Käferfreunde etliche Möglichkeiten, mit Gleichgesinnten in Vereinen, Clubs ihre Sympathien für diese Autos zu teilen.

Manchmal hat man das Glück, vor allen Dingen in den wärmeren Monaten, nicht nur Enten und Käfer, ebenso auch verschiedene Trucks, sogenannte Sportwagen, Traktoren, Limousinen, den Trabant auf Oldtimertreffen zu bestaunen oder sie unerwartet in Schlangenformationen über den Asphalt gleiten zu sehen, oft mit dem Wunsch, möge das Ende der Schlange nicht so bald in Sicht kommen.

Doris Mock-Kamm

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Mario Draghi im Taumel zwischen Nullzins und Helikoptergeld

Euromünze

Nur wilder Aktionismus des Hausherren der EZB?

Arno von RosenDen Namen Draghi hat sicher schon jeder gehört, denn kaum eine Nachricht vom europäischen Finanzsektor verlässt den Äther, ohne das dieser Name fällt. Als Direktor der EZB (Europäische Zentral Bank) ist er der mächtigste Finanzchef in Europa und stets im Krieg mit den USA, die gerne Europa mit geringen Ratings unter Druck setzen und selber keinen müden Cent auf der hohen Kante haben.

Der gebürtige Italiener (68 Jahre) und studierter Finanzwissenschaftler ist seit 2011 Leiter der EZB und verließ dafür seinen Posten bei der Italienischen Nationalbank, bei der er immerhin doppelt soviel Gehalt bezog (über 750.000 Grundgehalt/ Jahr) wie als EZB Chef. Warum macht ein Finanzfachmann so etwas? Immerhin sollten Banker ja rechnen können.

Können sie auch, aber Draghi stieg zu einer Zeit ein, als Griechenland tief am Boden lag (mittlerweile sind die Griechen unter Bodenniveau abgesunken) und fast ganz Europa am Wackeln war. Die Immobilienblase hatte weltweit ganze Finanzinstitute vom Erdball gefegt, Merkel und Steinbrück deutschen Sparern mindestens 100.000 Euro als Spareinlage gesichert (illegal, ohne Zustimmung irgendwelcher Gremien wie Bundestag usw.) und die Arbeitslosenzahlen explodierten weltweit. Dann war Draghi der Retter in der Not?

Sagen wir mal so, die Situation wurde wie so häufig als alternativlos bezeichnet, was zur Folge hatte, dass die Staatschefs kurz mal alle wegsahen, als Draghi mit Milliarden und Abermilliarden ganze Staaten vor der Pleite rettete (gegen alle abgeschlossenen Verträge). Die Allzwecklösung hieß „billige Zinsen und somit billige Kredite für alle“. Klingt doch gut, oder? Leider hatten die Banken gerade riesige Verluste zu verzeichnen, nahmen einfach das billige Geld und legten es selber an, um an den Zinsen zu verdienen. Die Banken gaben auch die günstigen Zinsen nicht an ihre Kunden (wir alle) weiter, sondern labten sich an der größeren Differenz, bis die EZB Strafzinsen ausrief, weil das Geld schließlich in den Wirtschaftskreislauf als Investionen fließen sollte. Tat es trotzdem nicht.

Dafür geht es uns jetzt gut und viele Menschen haben Arbeit, oder? Jain. Deutschland ist zwar das produktivste Land in Europa, aber es hat einen immensen Schuldenberg. Auch die so oft und gerne zitierten sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze sind nicht auf dem ersten Arbeitsmarkt entstanden, sondern bei Zeitarbeitsfirmen (die ebenfalls von der Agentur für Arbeit subventioniert werden), Werksverträgen (werden deutlich niedriger entlohnt als Standardarbeitsplätze) usw. Insgesamt besitzen 40% aller Deutschen …, nichts. Das sind immerhin 32 Millionen Deutsche (das erklärt auch teilweise die Zuwächse bei der AfD).

Übrigens, die schwarze Null gab es nie wirklich, denn diese wurde auch durch Sondereffekte erzielt, wie den Bad Banks, die von Bankinstituten konstruiert wurden, um ihre ruinösen Immobilienpapiere verschwinden zu lassen. Diese Negativposten wurden gestrichen und wie durch Zauberhand entstand ein ausgeglichener Haushalt. Ein Beispiel für Normalsterbliche. Ihre Frau hat sich sündhaft teure Schuhe geleistet (ja ja das ist ein übles Klischee, ich weiß, aber meine Frau liest meine langweiligen Artikel nicht), dafür haben Sie sich das Geld vom Nachbarn geliehen. Jetzt beschließen Sie, dem Nachbarn mitzuteilen, dass die juristische Haushaltskasse (gibt es nur virtuell) Pleite ist und der Nachbar nun sein Geld nicht zurück bekommt, außer er geht zu seinem Nachbarn (wir, die Steuerzahler) und lässt sich die Kohle dort wiedergeben. Sie sind jetzt aus dem Schneider, weil der Nachbar nun auf den anderen Nachbarn wütend ist, weil dieser nur einen Teil zurückzahlt (als Steuererstattung). Tatsächlich ist es das bekannte Prinzip rechte Tasche, linke Tasche, und am Ende bezahlt immer der Steuerknecht.

Nun etwas Gutes. Durch die erneute Senkung des Leitzinses (zu dem sich Deutsche Banken Geld von der EZB leihen können) von Null Prozent, ist auch jeder arme Bürger in der Lage, Geld als Kredit aufzunehmen. Das Problem ist nur, die 32 Millionen bekommen keine Kredite, gleichzeitig wird durch die Zinssenkung das Geld der Sparer entwertet und damit sogar größtenteils enteignet. So sind die prognostizierten Gewinnausschüttungen von Versicherern in den letzten 20 Jahren um mehr als 40% gesunken. Sollte die Auszahlung ursprünglich bei 100.000 Euro liegen, bekommen Sie heute nicht mal 60.000 in die Hand gedrückt. Keine guten Nachrichten für die Generation, die in den nächsten 10 Jahren in Rente geht (und das sind Massen). Bei der Riesterrente hat die Versicherungsbranche selbst Hand angelegt und die Sterblichkeit aufgrund eigener Fantasieberechnungen auf über 95 Jahre festgelegt, damit sich die ganze Sache für den Konsumenten rechnet, nur werden wir eben nicht so alt, denn selbst der Staat gibt eine Lebenswerwartung von höchstens 82 Jahren an.

EZB Bank Frankfurt

Fazit: Sollten Sie nicht zu den Menschen gehören, die Geld wie Matsch haben (die lesen meinen Artikel sowieso nicht), können Sie getrost auf jede Investition zur Altersvorsorge verzichten, denn bereits die Inflation und die Provisionen der Banker und Versicherer fressen jeden möglichen Gewinn auf. Legen Sie Ihr Geld lieber in einen Haussafe und warten Sie, bis Geld leihen wieder ordentlich teuer ist, denn dann bekommen Sie auch wieder etwas für Ihr sauer Verdientes. Richtig gut ist das natürlich für Finanzjongleure, denn die brauchen keine Gewinne an uns auszuschütten und hatten jahrzehntelang unser Geld, um damit Milliarden zu verdienen.

Es grüßt Sie Ihr Arno von Rosen vom Grund seiner Geldkassette, über mir der blaue Himmel, hinter mir die Glaspaläste der Banken und Versicherungen und der Blick nach vorne kommt dann morgen. Ich schließe heute mit einem Zitat, welches ich bereits seit 20 Jahren benutze.

„Das Geld ist nicht weg, es hat nur ein anderer.“

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Waffen vermögen keine Ängste beseitigen

pixabay.com

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Demnach gilt: Frieden schaffen ohne Waffen

Ihr, sein Lächeln war entwaffnend. Trifft diese Aussage zu, sind wir schnell bereit, dem Gegenüber freundlich und offen zu begegnen. Kleinkinder und Kinder sind zuweilen wahre Meister, uns mit ihrer Mimik davon abzuhalten, eine „Strafpredigt“ anhören zu müssen, wenn sie in irgendeiner Form über die Stränge geschlagen haben. Ihre „Waffe“ ist nicht ein Schuldeingeständnis, sondern ein unschuldiges, nichts „Böses getan haben Gesicht“. Und obwohl wir dieses Verhalten der Entwaffnung kennen, lassen wir es gerne geschehen.

Entwaffnet sein, ist gleichbedeutend mit kein Schutz vor dem Gegenüber. Manchmal sind es Kleinigkeiten, die wir gerne entwaffnend hinnehmen, wenn wir aus Versehen angerempelt werden, der Rempler sich aber sofort für sein Mißgeschick entschuldigt. Wenn wir in einer Warteschlange stehen und es ewig dauert, bis wir endlich an der Reihe sind, unser Geduldspegel schon im Keller ist und wir trotz unserer sauren Miene lächelnd nach unserem Anliegen gefragt werden.

Nun ist Waffe nicht gleich Waffe, ein Experte könnte sicher bei sämtlichen Oberbegriffen wie Messer, Pistole, Gewehr, Kanone, Speer, Pfeil und Bogen, um nur einige zu nennen, diese in vielerlei Unterordnungen aufteilen. Vielleicht ist aber unsere Entwaffnung je nach Situation auch ein Ablegen unterschiedlicher Abwehrmechanismen, die wir zur Vorsicht unser eigen nennen. Beim Zusammentreffen mit Menschen fahren wir automatisch, je nach Erfahrungswerten, die wir im Laufe des Lebens gesammelt haben, verschiedene Sensoren (Waffen) aus. Je nachdem, ob wir bei dem Menschen ein Gefühl von Übereinstimmung oder Ablehnung wahrnehmen, fällt auch unser Verhalten aus, von distanziert bis offenherzig.

Wenn bei jemandem der Colt locker sitzt, bedeutet es, daß er schnell gereizt ist oder werden kann und infolgedessen in Wut gerät oder er zumindest sich schnell angegriffen fühlt in seiner Persönlichkeit. Würden wir tatsächlich reelle Waffen tragen und uns nicht mehr nur auf unsere Erfahrungen und Instinkte verlassen, könnte es ohne weiteres zu vermehrten Verletzungen und Todesfällen kommen.

In vielen kriegerischen Zeiten mußten vor Versammlungen, Verhandlungen die Waffen vor der Türe abgelegt werden. Trotz dieser Einigung beider, aller Parteien, ist es hin und wieder dennoch zu Mißachtung dieser Vereinbarung gekommen. Die Gründe und Argumente hierfür sind genauso vielfältig wie es Sand am Meer gibt. Allerdings sind zwei Sachlagen wohl am aussagekräftigsten: Unehrlichkeit und keine Bereitschaft für Diskussion einschließlich daraus resultierender Kompromisse und der Faktor Zeit. Das sind wesentliche Voraussetzungen für eine Diskussion.

Zwischenmenschlich sind es in der Regel Unaufrichtigkeit, Angst und Machtanspruch, die unsere Sensoren (Waffen) blitzen lassen. In einer Gesellschaft, in der Gruppierungen Ängste schüren für Machteinfluß, Diskussionsthemen im Schnellverfahren durchboxen wollen, Diskussionsführungen als unaufrichtig bezeichnen, da sie nicht ihrem Weltbild entsprechen, ist es nicht verwunderlich, wenn eben diese Gruppierungen eine Lockerung des Waffengesetzes fordern. Ihre vordergründige Argumentation zur Sicherheit und Frieden widerspricht dem allerdings auf das Extremste. Denn Sicherheit und Frieden kann es nur ohne Waffen, ohne Ängste, ohne Lügen, mit dem Willen Veränderungen durch Diskussionskompromisse, eventuell über einen längeren Zeitraum geben.

Generell gilt zudem, Angst ist ein Schutzfaktor, der für alle Menschen gültig ist, die Angst als Mittel zum Zweck zu schüren, zeugt von Unaufrichtigkeit. Deshalb sollten ihre Sensoren (Waffen) wachsam sein, damit sie nicht entwaffnet werden.

Doris Mock-Kamm

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Es geschah vor 40 Jahren (15. bis 21. März 1976)

flickr.com/ roger4336/ (CC BY-SA 2.0)

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…Wußten Sie was… in der dritten Märzwoche 1976?

makadomo TV  begrüßt Sie recht herzlich zur dritten Sendung „Es geschah vor 40 Jahren…“ – ein Nachrichtenrückblick ohne anspruchsvolle Informationserklärung, vielmehr der Unterhaltung dienend, manchesmal mit zwinkernden Augen zu betrachten.

Nehmen Sie das Leben wie es ist: ernsthaft, ohne Humor keineswegs auszuhalten, vielmehr eine Aneinanderreihung von etlichen Geschehnissen. Damit manche nicht in Vergessenheit geraten, hier die Meldungen…

Doris Mock-Kamm
Lotar Martin Kamm

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„Aufstehen gegen Rassismus“ – ein neues Bündnis trotzt der AfD

Aufstehen gegen Rassismus

Rechte Bewegungen im Fokus kritischer Stimmen

Selbstverständlich kann und muß man die Politik der Bundesregierung kritisch anmahnen, sie nicht nur hinterfragen, oftmals deren Entscheidungen und Versäumnisse heftig anprangern, gewiße Allianzen skeptisch beäugen, deren Verfehlungen beim Namen nennen. Das hat jede Demokratie nicht nur auszuhalten, es darf stolz als wesentlicher Bestandteil dieser Politik benannt werden. Meinungsfreiheit ein wichtiges Bürgerrecht.

Nicht zu verwechseln mit Haßtiraden, Phrasen- und Parolendrescherei, um gegen das gesamte System zu hetzen, gegen die Politik im Lande, gegen die Polizei und all jene, die eben keinerlei Dbösartige iffamierung dulden, erst recht keine Intoleranz, bis hin zum Rassismus. Was geschieht da mitten in Europa, daß bereits in vielen anderen Ländern unseres Kontinents sich entwickeln konnte, inzwischen auch hierzulande zunehmend Fuß faßt mit einer neuen Rechten, deren angeblicher Abschied von Nazis nur Augenauswischerei bedeutet?

Sicherlich, dem offensichtlichen Bild von Glatzköppen in Springerstiefeln, welches die Straßen nicht mehr so oft zieren mag, begegnet man inzwischen eher Schlipsträgern oder normal aussehenden Bürgern, die lediglich in Gesprächen ihr nationales, patriotisches Gedankengut harmlos nett und akkurat vortragen, um dennoch per fremdenfeindlichen Statements auf den armen, gebeutelten, in die Ecke gedrängten Deutschen hervozuheben, der sich gegen Horden von Migranten bedroht fühlt, am Ende zur Wehr setzen muß. In manchen Kreisen spricht man schon von Bewaffnung, Notwehr bis hin zur Revolte gegen „die da im Berliner Reichstag“, die an allem Schuld seien zusammen mit all denen, die man kurzerhand als links oder gar linksfaschistisch tituliert, um sich selbst als Opfer zu bezeichnen.

Welch Hohn und verkehrte Welt! Während ein sich formierender Fremdenhaß einen ausschweifend rechten Mob beflügelt, mit der Faust in der Hosentasche zunächst angeblich friedlich durch Straßen zu marschieren, ein deutlich sichtbarer Rechtspopulismus neue Spielwiesen sucht, rundet nach nur drei Jahren im Lande des ehemaligen nationalsozialistischen Faschismus eine Partei das Ganze ab: Die AfD sitzt nunmehr in acht Landtagen, wenn auch als Opposition in den jeweiligen Parlamenten.

Grund genug, all die auf den Plan zu rufen, die bisherig erstaunt jenes Treiben beobachteten. „Aufstehen gegen Rassismus“, ein neues Bündnis trotzt der AfD. Was mit einer PEGIDA begann, sich durch die AfD fortsetzte, nämlich latent vorhandener Protest gegen Muslime, eine zunehmend fremdenfeindliche Haltung, erst recht aufgrund der Flüchtlingsströme, mündet inzwischen in eine politisch artikulierte Fassung, vom Wahlprogramm zum Programm dieser AfD. Dortigst ein Zerrbild alter rechter Forderungen, u.a. ein verklärtes Familienbild, bei dem die Frau hinten ansteht, der Mann das Ruder in die Hand nehmen soll, erst recht mit der Forderung, doch eine Gleichstellungsbeauftragte abzuschaffen, Schwule und Lesben wieder diskriminiert werden trotz halbherzigen Abstreitens. Mindestlohn und das ohnehin sozialrassistische Hartz-IV soll ebenso verschwinden. Die AfD grenzt die Schwachen der Gesellschaft per se einfach aus, drängt sie mit ihrer politischen Haltung erst recht an den Rand.

Das Bündnis „Aufstehen gegen Rassismus“ setzt jener rechten Politik vor allem „Solidarität“ entgegen, wo eben keine Phobie geschürt wird, weil Kinder in einer Welt ohne Haß und Furcht aufwachsen sollen. Mögen sich noch viele anschließen, um ein Zeichen des Widerstandes zu setzen, aber auch die regierungsverantwortliche Politik anzumahnen, die nicht ganz schuldlos an diesem Desaster.

Lotar Martin Kamm

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Kissen – nicht nur Trostspender beim Kuscheln

pixabay.com

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Kuschen wir aus einem Gefühl der Machtlosigkeit?

Wer sehnt sich nicht immer mal wieder nach einem Ruhekissen? Ein mit flauschigem Material gefülltes zusammengenähtes Stück Stoff, das man entweder fest an den Bauch drücken oder an dem man seinen Kopf anlehnen kann. Es gibt auch Menschen, die wir, wenn sie die Fähigkeit besitzen, uns zuzuhören und Trost spenden können, gerne mal mit „mein Ruhekissen“ titulieren.

Erstaunt es Sie, daß das Kissen aus mittelhochdeutsch küssen, küssī(n), althochdeutsch kussī(n), altfranzösisch coissin, cussin, über ein galloromanisches Substantiv mit der  Bedeutung „Sitzkissen, Kissen für die Hüfte“ zu lateinisch coxa Hüfte (lt. Duden) abgeleitet ist?

Wir kuscheln nicht nur gerne zur Winterszeit, wenn die Kälte und der triste Himmel uns nach Wärme und Geborgenheit sehnen läßt. Beim Fernseh- oder Filmabend, bequem vom Sofa aus genießend, legen wir den Kopf gerne auf das Kissen oder gleich auf mehrere. Der ein oder andere besitzt sicher sein Lieblingskissen als Erinnerung, da ein Geschenk von einem lieben Menschen, weil die Form und Farbe dafür sorgt, sich wohl zu fühlen, das Material eine beruhigende Wirkung hat. (Kräuterkissen)

Kuscheln, anschmiegen, Nähe spüren, ein fast intimer Moment, den wir ansonsten nur mit einem Menschen teilen, der uns sehr nahe steht, den wir lieben. Für alle Eltern eine unabdingbare Erfahrung, wenn das Kind den Abschiedskuß verweigert, da es ihm unangenehm, wenn Klassenkameraden sehen könnten, daß seine Eltern noch mit ihm kuscheln. Wie peinlich! Für diese Zeit der Abwendung des Kindes von den Kuscheleinheiten der Eltern gibt es keine direkte Altersangabe, denn die Entwicklungen der Kinder sind nicht regelkonform. Das Kind zeigt dadurch erste Selbstsicherheit und Selbständigkeit an.

Kuscheln ist eine Ableitung von dem Wort kuschen, das gleichbedeutend ist mit parieren, gehorchen. Wir kuschen aus dem Gefühl der Machtlosigkeit, Ohnmacht. Kusch! Ein Befehl der gegenüber Hunden ausgesprochen wird, manchmal auch gegenüber Kindern oder vermeintlich Unterlegenen. Es ist von dem französischen Befehlswort couche, leg dich, entnommen.

Wenn wir also mit dem Kissen kuscheln, uns anschmiegen, geben wir uns einer Machtlosigkeit hin? Irgendwie schon, oder? Denn jeder braucht ab und zu eine Auszeit der stetigen Aufmerksamkeit, des Aufpassens. Einen Platz der Sicherheit, der Geborgenheit. Wenn dieser Platz nicht nur das Sofa mit den Kissen ist, vielmehr ein Partner, dann sind die Küsse (Kissen) nicht Machtlosigkeit, sondern gegenseitiges Vertrauen.

Bleibt zu wünschen, daß viele Menschen in ihrem Leben genügend Kissen in ihrer Nähe haben, bei und vor allem, mit denen sie in Geborgenheit kuscheln können.

Doris Mock-Kamm

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Landtagswahlen: Koalitionsgeschacher um neoliberalen Kurs

flickr.com/ dirkvorderstrasse/ (CC BY 2.0)

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Parteipolitisches Kalkül nicht nur am Beispiel der FDP

Noch befinden sich nach den Landtagswahlen die in Frage kommenden Parteien für eine mögliche Regierungsbeteiligung in der Gesprächsphase, sondieren aus, in wie weit eine Zusammenarbeit möglich. Müssen wir dennoch von einem Koalitionsgeschacher um die Fortsetzung des neoliberalen Kurses sprechen? Erst recht beim parteipolitischen Kalkül am Beispiel der FDP?

Auf alle Fälle. Wer hierbei die Parteien einfach gewähren läßt, darf sich nicht wundern, daß an bestehender Politik sich kaum was ändert, der harte Kurs eines Sozialabbaus fortgesetzt wird, kleine und mittlere Betriebe weiterhin um ihre Existenz kämpfen müssen, Konzerne hingegen hofiert werden.

Mögliche Koalitionen im Einzelnen

Während in Sachsen-Anhalt der bisherigen Großen Koalition nichts anderes übrig bleibt, als mit den Grünen ein Bündnis einzugehen, die nunmehr im Landtag sitzende AfD als Oppositionspartei ihr gegenüber sitzen wird, gibt es in den anderen beiden Bundesländern unterschiedliche Koalitionsmodelle.

In Rheinland-Pfalz meint die wieder erschienene FDP nunmehr, die hohen Stimmenverluste der Grünen für ihre Zwecke benutzen zu können. Da scheint jemand,  vom rechtspopulistischem Aufwind profitieren zu wollen? Hatten etliche Bürger bereits mit einem anhaltenden Abschied der FDP gerechnet, wurden sie nunmehr eines Besseren belehrt, wittert „Ghetto“-Lindner seine zweite Chance, um ausgerechnet die Grünen zu demütigen.

Einerseits paßt dies ganz gut ins Weltbild potentieller Protest- und AfD-Wähler, andererseits sollten gerade jene sich mal das bevorstehende Parteiprogramm ihres neuen Favoriten etwas genauer zu Gemüte führen: Es strotzt nur so von neoliberaler Überheblichkeit, was einer Fortsetzung bestehender Bundespolitik entspricht!

In Baden-Württemberg verhält es sich ganz ähnlich wie im Lande der Pfälzer. Obwohl dort durchaus eine Koalition der Grünen mit der CDU möglich zu sein scheint. Im Grunde Jacke wie Hose, oder? Zumal ein Herr Kretschmann dem TTIP ziemlich offen Chancen einräumt.

In Wirklichkeit setzt sich die bestehende Politik fort

Und wer tatsächlich meint, mittels einer AfD würde sich daran etwas ändern, der wird relativ schnell merken, wohin der Hase läuft. Außer diejenigen, die man mit simplen Mitteln blenden kann. Die gab es bereits vorher, was gleichzeitig genauso gewollt. Kritisch denkende Menschen sind ein Dorn im Auge der Politik. Hauptsache bestehende Machtverhältnisse dürfen sich nonchalant festigen, ohne irgendwelche Hinterfragungen. Dazu hat man ganz geschickt die Medien mit ins Boot geholt, spielt aufkeimend berechtigte Kritik einzelner herunter. Dabei funktionieren simple Feindbilder hervorragend, um mögliche Widerstände abzuwehren.

Inzwischen denken manche, es genüge, ein Feindbild lang genug zu verbreiten, um jedwedes genaueres Hinschauen zu verhindern. Das mag innerhalb eines Rechts-Links-Denkens noch fruchten, zumal mit einer AfD die Neue Rechte glaubt, sich wegducken zu können. Fehlanzeige, man schaue sich nur ihre eindeutigen Statements an, schon sind sie entlarvt. Im Grunde genommen dreht die Politik sich im Kreise, zum Leidwesen der Bürger. Es verbleibt ein neoliberaler Kurs, der die Eliten stärkt.

Lotar Martin Kamm

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