Auf meiner gelben Gartenbank

flickr.com/ niko3518/ (CC BY-NC-ND 2.0)

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Auf meiner gelben Gartenbank,
unterm Pflaumenbaume,
saß eines mittags (Gott sei Dank?)
´ne Kuh mit Regenhaube.

Sie kaute eifrig Pflaum´ um Pflaume,
mitsamt dem Pflaumenkerne,
sie schien wie im Traume,
ihre Augen leuchteten wie Sterne.

Als ihr Hunger schien gestillt,
und kein Regen vom Himmel fiel,
nahm sie ab die Haub´ geschwind,
und machte ihr Geschäft. (Oh je, so viel!)

Sie torkelte durchs Gartentor von dannen.
Nie wieder hab ich sie gesehen.
Vier Jahre sind inzwischen vergangen,
im Garten jetzt zig Pflaumenbäume stehen.

Nafia

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Türkisches Einerlei verunsichert ein fragwürdiges Bündnis

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Satirischer Rückblick…

Drum prüfe, wer sich ewig bindet, ob man nichts besseres findet? Das gilt wohl erst recht in der Politik. Doch bei so viel Mißgeschick, was uns all die Jahre begegnet, es harsche Worte von manch Kanzel regnet, lassen die Menschen sich weiterhin blenden. Bloß keine kritischen Gedanken verschwenden, es könnte ja tatsächlich bedeuten, daß man tät die Wahrheit einläuten.

Genug solcher Beweggründe, ganz ähnlich wie bei Trivialliteratur man sich fragen sollte: Wer hat hier wohl die Pfründe? Niemand solch Blender zurück auf den Boden der Tatsachen holte. Kein Wunder, daß Menschen nichts mehr zu verlieren haben, immer tiefer sich abzeichnet der Graben zwischen Elend und Reichtum, am Schluß wird kein Stein mehr auf dem anderen ruhn, weil die Wut grenzenlos sich entlädt. Beendet das, oder es ist zu spät.

Mit Blick zur Münchner Sichererheitskonferenz verdeutlichen die Fronten die Schieflage, und man stellt sich beherzt die entscheidende Frage: Wen sie wohl nutzen mag, wo doch die Antwort vor deren Füßen lag? Obwohl der Weg ganz klar die Richtung aufzeigt, die große Masse lieber schweigt. Mensch nicht zum Frieden bereit? Wenn nicht jetzt, wann dann ist’s soweit?

Wir erkennen es doch auch beim WWF, die Verlogenheit von angeblich guten Taten, da hilft kein geschöntes Gekläff, wenn manch Kluge riechen den falschen Braten, der nur blenden will. Das ist wirklich schrill! Drum laßt euch nicht aus gutem Traum entreißen, sie wollen uns ohnehin nur bescheißen. Wenn der Alltag ohne nennenswerte Vorkommnisse zwischen Kriegsszenarien und Feierabend sich abspielt, dann werden unsere kritischen Einwände viel eher gegrillt, sie dürfen keine Früchte tragen, man beendet daher unsere Fragen, verbannt uns lieber ins Wolkenkuckucksheim, keinesfalls nur so zum Schein. Warum? Weil Kritik darf nicht sein – darum!

Nur wirres Zeug bei den wenigen Gescheiten? Auf was wohl Eliten uns vorbereiten? Beim TTIP, wo die EU-Kommission auf sichere Verabschiedung drängt, da wird doch deutlich, wie Menschen werden abgelenkt. Aber wollen das die meisten wirklich wahrhaben? Nein, denn sie stellen keine Fragen, sondern lassen es still geschehen, wollen nicht den Ernst der Lage sehen, haben wohl doch nichts zu verlieren.

Türkisches Einerlei verunsichert die EU, das Bündnis. Welch merkwürdig Hindernis. Ein Herrn Erdoğan läßt man gewähren in seinem Wahn? Drum Pläne schmieden wenig bis gar nichts nützen. Wer wird uns am Ende wohl schützen? Wir sehen es doch hierzulande bei der Lohnpolitik, welch Mißgeschick. Aber dies scheint wohl wenige zu taxieren, dann lieber artig parieren, man hätte bei Widerstand wohl zu viel zu verlieren.

Lotar Martin Kamm

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Pläne schmieden alles andere als ratsam

pixabay.com

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Viel größer die Bedeutung unseres Handelns

Schade, daß es keine Statistiken darüber gibt, wie viele Pläne die Menschen erdacht, ausgeklügelt haben, in der Wirklichkeit nicht funktionieren oder nur teilweise umsetzbar waren. Apropos umsetzen, planen ist aus dem lateinischen planta, Pflanze, beinhaltet weitestgehend das Umsetzen schon in diesem Wort. Einige Pflanzen werden nach der Aussaat umgesetzt, damit sie besser zur Reife gelangen, größer, kräftiger werden, oder sie werden zum Verkauf in kleine, enge Töpfe gezwängt, um sie einzeln zu guten Preisen verkaufen zu können. Viele Pläne ähneln dem Pflanzenwuchs.

Wir schmieden Pläne für einen Hausbau, eine Hochzeit, generell Feiern, den exakten Termin zum Kinderkriegen nach der Karriere, den seit langem verdienten Urlaub, gestalten schon im Vorfeld oft den Lebensweg unserer Nachkommen. Aber trotz intensiver Planung, Zeichnungen, Tabellen, Wahrscheinlichkeiten gehen viele Samen der Pläne nicht auf, beziehungsweise verenden, vertrocknen, werden von Ungeziefer angefressen, kurzum kaum ein Plan kann von der Grundidee (Samen) bis zur Realisation (Reife) genauso verwirklicht werden wie angedacht. Ärgern wir uns darüber?

Natürlich ist es eine Enttäuschung, wenn unsere Mühe, die wir in die Vollendung eines Planes gesteckt haben, nicht die Früchte trägt, die wir erwarteten. Deshalb, wer kann sich davon freisprechen, sind wir schnell bei der Hand, Schuldige auszumachen, die dafür die Verantwortung tragen, daß der Plan nicht die Ergebnisse zeigt, die man erhofft, gewollt hat. Bei den Pflanzen wie bei einigen Urlaubsplanungen ist es oftmals das unkalkulierbare Wetter, das unseren schönen Plan zunichte gemacht hat. Beim Hausbau, der Hochzeit spielt das Wetter auch oft den Schuldigen, aber hier sind diejenigen, die die Organisation übernommen haben oder das Material (Beton, Holz), die Zutaten (fürs Menü, Torte, Wein) geliefert haben, diejenigen, die für das Mißlingen die Haftung übernehmen sollen, müssen.

Warum nun unsere Altvorderen in ihrem Wortgebrauch Schuld althochdeutsch sculan (gotisch = schuldig sein; sollen, müssen, gleich gesetzt haben mit skulan) gleichgesetzt haben mit „sollen, müssen“, ist auf den ersten Blick nicht klar erkennbar. Aber mit einem zweiten Blinzeln kann man durchaus den Grund dafür erkennen. Der Plan, der von uns mit Gewissenhaftigkeit ausgetüftelt, die Pflanze, die von uns mit Sorgfalt gesetzt wurde, immer wieder durch unterschiedliche Mühen beobachtet, vielleicht leicht angepaßt an kleinere Unbill bis zur Vollendung, muß, soll gelingen, weil wir ansonsten all unsere Arbeit verschwendet haben.

Keiner oder nur ganz Wenige werden sich damit zufrieden geben, wenn ihr Plan, Pflanze, eventuell nicht so ausfällt wie gewünscht, die meisten verhalten sich eher wie quengelnde, jähzornige Kinder, die ihren Willen nicht durchsetzen konnten. Erwachsene suchen lieber Schuldige, „Bauernopfer“, die für das Mißlingen büßen sollen, oder sie mähen alles nieder, vergleichbar mit dem Erdboden gleichmachen durch eine Planierraupe. Und das wiederum hat mit persönlichem Versagen zu tun, jedenfalls für diejenigen, die Schuldige ausmachen müssen, und ihr „Gesicht verlieren“ wollen die wenigsten, oder vielmehr eigene Schuldzuweisung fällt schwer.

Also lieber keine Pläne mehr machen, dem Schicksal alles überlassen? Nicht mehr anpflanzen, alles der Natur anvertrauen? Nein, die Essenz liegt in der Wertigkeit des stetigen zu erneuernden Planes, pflanzens. Nicht die Ergebnisse sind schlußendlich das Wichtigste, sondern das Tun und Handeln, dabei ist der Urheber zweitrangig oder kurz gesagt: Der Weg ist das Ziel.

Doris Mock-Kamm

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Mindestlohn und Zeitarbeit: Nahles Gesetze gefährdet

flickr.com/ Metropolico.org/ (CC BY-SA 2.0)

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Lohngefälle nach wie vor äußerst fragwürdig

Wenn es ums Bezahlen geht, vor allem der Löhne durch die Arbeitgeber, dann wird sich schwer getan. Einerseits verständlich bei all jenen kleinen mittelständischen Firmen, die ums Überleben kämpfen auf einem Weltmarkt, der ohnehin keinerlei Erbarmen hat. Das Gesetz des Stärkeren greift, wer die Konkurrenz ausschaltet, bleibt bestehen.

Obendrein wissen wir nicht erst seit „Pretty Woman“, in wie weit gerade Großkonzerne ihre Gegner ausschalten. Es geht stets um Profite, der kleine Mann bleibt auf der Strecke. In sofern muß man ein Lohngefälle nach wie vor als äußerst fragwürdig bewerten, was sich insbesondere bei der Zeitarbeit als auch beim Mindestlohn bemerkbar macht. Sind Nahles Gesetze etwa gefährdet?

„Geiz ist geil“-Gesellschaft fordert ihren Tribut

Der kann nur lauten, daß die Reallöhne nicht steigen, viel eher sinken, was faktisch geschieht. Während die Linke völlig berechtigt weiterhin einen Mindestlohn von 10 € fordert, der obendrein nach der Steigerung der Lebenshaltungskosten gleichwohl angepaßt steigen soll, wurde zu Beginn des letzten Jahres endlich ein Mindestlohn für etliche Branchen gesetzlich verabschiedet, trotz erheblicher Bedenken seitens vieler Wirtschaftsverbände und Arbeitgeber, er würde zu Arbeitsplatzverlusten führen, blieben jene Folgen tatsächlich aus.

Dennoch fordert die „Geiz ist geil“-Gesellschaft ihren Tribut. Dies machte sich vor allem beim forcierten Niedriglohnsektor bemerkbar, den die rot-grüne Regierung unter Schröder erheblich förderte, und vor allem mit der Hartz-IV-Gesetzgebung, dem eindeutigen Signal, nicht nur die Löhne zu drücken, sondern Neid und Mißgunst erst recht in die Gesellschaft zu tragen, obendrein all jene abzustrafen, die aus vielerlei Gründen arbeitslos wurden.

Was dem einen Recht, ist dem anderen keineswegs billig

Gerade in Bezug der Praktika. Einerseits begrüßen viele, wenigstens einen gesicherten Mindestlohn zu erhalten, andere beklagen aber, ihnen würde dadurch das Wunschpraktikum eher entgehen, der Mindestlohn würde somit Praktika verkürzen. Unabhängig davon muß man die gängige Praxis der Praktika ohnehin stark kritisieren, wenn wir bedenken, daß die Betriebe erst nach einem Viertel Jahr einen Mindestlohn berappen müssen. Welch prima Ausbeutung. Ganz davon abgesehen, daß Firmen sich kaum vor Kontrollen fürchten müssen.

Bei der Zeitarbeit muß Andrea Nahles nunmehr zurückrudern, ihr ursprünglich angedachtes Gesetz entschärfen. Der heftig umstrittene Kriterienkatalog möglicher Mißbrauchstatbestände kommt daher nicht zur Geltung, vielmehr soll der Arbeitnehmerbegriff allgemein formuliert definiert werden, Firmen weniger dem Verdacht von Mißbrauchsvorwürfen ausgesetzt sein. Das ganze Geschachere ist ohnehin äußerst bedenklich, selbst wenn jetzt Zeitarbeiter wenigstens nach 9 Monaten denselben Lohn verdienen sollen wie das Stammpersonal in den Unternehmen.

Lotar Martin Kamm

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Menschen haben nichts mehr zu verlieren (Teil 3)

 

pixabay.com

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Ein Drama mit offenem Ende

Ein etwas aufwendiger Umbau, was Q veranlaßt, dem Publikum Informationen zum Verlauf des Dramas zukommen zu lassen, etwas kommentiert.

Q: Zuletzt sahen Sie, verehrtes Publikum, einen Teil der Talkshow „Knüppelhart und unfair“, wobei bestimmt der ein oder andere unter Ihnen sich die Frage stellte, wieso ein solcher Titel für eine Talkshow, zumal ziemlich negativ besetzt. Ja, was meinen Sie denn, was dort draußen in Ihrer näheren Umgebung, weltweit geschieht? Na? Ja, Sie, schauen Sie nicht so pikiert! Legen Sie die rosarote Brille der sogenannten Mainstream-Medien endlich mal nicht nur kurzfristig ab, sondern begeben sich an die Brennpunkte, suchen mal eine PEGIDA-Demo auf. Ja, ja, ich weiß, einen Abendspaziergang. Werfen Sie keinen Blick als Zuschauer in den Deutschen Bundestag, ist eh alles Theater. Begeben Sie sich mal eher in eine Szenekneipe der Hells Angels oder schauen mal am Bahnhof Zoo in der Hauptstadt vorbei, des nachts um Zwei, da werden Ihnen die Ogen jeöffnet, um es mal uf Bärlinerisch zu sagen. So, nun weiter im Stück.

Der Vorhang öffnet sich. Jürgen sitzt in einem Café, neben ihm zwei Flüchtlinge.

Flüchtling I: Woher mein gutes Deutsch, wollen Sie wissen, werter Herr? Ganz einfach, einer meiner Vorfahren war gar tatsächlich Deutscher, die Menschen kamen schon rum in der Weltgeschichte. Dadurch achteten manche in meiner Familie darauf, daß Deutsch in Kursen gelernt wurde. Ich hatte das Glück, mein Vater bezahlte meine Deutschstunden über die Jahre.

Jürgen: Vorzüglich, nahezu vorbildhaft, ich gratuliere Ihnen, dann haben Sie bestimmt höhere Chancen. Und Sie?

Dabei schaut Jürgen, der Spießbürger, Flüchtling III äußerst abfällig an, schließlich zeugt dessen Kleidung nicht gerade von Reichtum, sie ist ziemlich alt und verschlissen, müffelt entsprechend.

Flüchtling III: Ich sprechen wenig Deutsch, viel lernen muß. Aber Kollege hier mir helfen, soweit möglich. Meine Heimat ist in Libyen. Seit Gaddafis Tod ich bin auf das Flucht, weil al-Qaida mich haßt, ein Neffe von mir Gärtner war bei Gaddafi.

Jürgen: Tut mir Leid, aber Gaddafi war doch ein Diktator, den unsere Jungs mithilfe den Amis bekriegt und schließlich gezielt haben umbringen lassen. War doch gut so, oder?

Flüchtling III läuft vor Zorn rot an, Flüchtling I kann ihn gerade noch zurückhalten.

Flüchtling I: Haben Sie Verständnis, nichts ist so, wie es scheint. Unter Gaddafi ging es den Menschen in Libyen sehr gut, sie hatten Arbeit, keiner mußte hungern, die Bildung war sogar besser als in Südafrika, weil dort nur die Weißen gewisse Privilegien hatten, Rassismus herrschte nicht im Ansatz im nördlichen Wüstenstaat. Nur weil der zuvor umschwärmte Gaddafi, vor allem seitens der Franzosen, sich vom US-Dollar lösen wollte, das schmutzige Spiel gewisser Konzerne nicht mehr mitspielen wollte, beseitigte die CIA ihn. Und nun? Ganz einfach, per gekauften Medien wird den Menschen im US-Westen erneut das Märchen vom bösen Diktator verkauft.

Jürgen: Ich will das nicht ganz wahrhaben, obwohl der Erich neulich, ein alter Kumpel von mir, ganz ähnliches erzählte. Er geht manchmal ins Internet, hat da so seine Kontakte.

Flüchtling III rammt Jürgen mehr spielerisch den Ellenbogen in dessen Seite, was der Deutsche völlig mißversteht, ihm eine scheuern will. Zu dumm, er erwischt die vorbeilaufende Kellnerin. Deren Tablett mit zwei vollen Kaffeetassen fällt laut scheppernd zu Boden.

Kellnerin: Passen Sie doch auf, Sie! Was fällt Ihnen ein!

Jürgen: Oh, verzeihen Sie vielmals, der Schlag galt nicht Ihnen.

Kellnerin: Na, das will ich doch hoffen. Zudem wird in unserem Café nicht geschlagen. Bezahlen Sie und verlassen uns augenblicklich.

Jürgen zahlt und geht mit gesenktem Haupt. Die beiden Flüchtlinge folgen ihm wenig später.

Der Vorhang schließt, kurzer Umbau zur sechsten Szene.

Fortsetzung folgt.

Lotar Martin Kamm

Menschen haben nichts mehr zu verlieren – Teile 1 und 2

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Ankara: Trotz Terroranschlag setzt Erdoğan seinen Kurs fort

flickr.com/ caschie/ (CC BY-NC-ND 2.0)

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Vergeltungsandrohungen stoppen keinen Terror

Es mag äußerst zynisch klingen, aber es stellt sich schon die Frage, wie viele Terroranschläge die Republik Türkei noch aushalten muß. Nach dem fünften großen in Folge, der erste fand im letzten Juni statt, gestern mitten in Ankara, bei dem mindestens 28 Menschen starben, 61 verletzt wurden, hinter dem die PKK als Täter vermutet wird, muß man mit weiteren rechnen.

Recep Erdoğan muß sich allerdings vorwerfen lassen, daß seine Politik alles andere als friedenssichernd wirkt. Wer dermaßen viele Fronten gleichzeitig eröffnet, darf sich am Ende nicht wundern, daß ihm die Vorgehensweise über den Kopf wächst. Der „türkische Pascha“, der ohnehin bekanntlich dem Größenwahn verfallen zu sein scheint, verkennt weiterhin den Ernst der Lage. Seine Vergeltungsandrohungen stoppen keinen Terror, dies sollte sich auch bis zum südöstlichsten NATO-Partner herumgesprochen haben.

Brandstiftung und innenpolitische Terrormaßnahmen bedeuten noch mehr Terror

Das Verhalten der Bundeskanzlerin deutet auf eine gänzlich verfehlte Politik hin, wenn sie weiterhin an Erdoğan festhält, wie sie gestern im Deutschen Bundestag bei ihrer Regierungserklärung bekundete, obwohl sie bemerkte, sie hoffe, daß der türkische Weg lohnend erscheint. Ja, wie denn nun? Entweder man weiß ob seiner politischen Ziele oder aber man hält besser an sichere Wege fest. Jenes Herumgeeiere zeigt doch nur wieder allzu deutlich, wie verunsichert Frau Merkel den Vorgaben der USA hinterherhechelt. Bekanntlich bestimmen sie das Vorgehen im Syrien-Krieg.

Wobei erneut die Rolle Erdoğans deutlich zutage tritt, der inzwischen sich als Brandstifter zum dritten Weltkrieg entpuppt, falls er nicht rechtzeitig zurückrudert. Da er gleichzeitig wieder den Kampf gegen die PKK aufnahm, der kurze Friedensprozeß von 2011 bis 2015, bei dem dennoch etliche Feindseligkeiten stattfanden, endete spätestens mit der türkischen Offensive gegen die PPK, nachdem diese der Türkei eine intensive Zusammenarbeit mit dem IS vorgeworfen hatte. Genau jene innenpolitischen Terrormaßnahmen bedeuten daher noch mehr Terror in der Türkei. Ein andauernder Kreislauf, der doch in so vielen anderen Staaten sich gleichwohl abspielte, denken wir z.B. an Nordirland.

Strategie der USA geht noch auf

Die Betonung liegt auf noch, denn inzwischen erkennen immer mehr Menschen die eigentlichen Beweggründe der destabilisierenden Politik des Hegemons, der in erster Linie seine Ressourcen gesichert wissen will, Krieg und Terror billigend in Kauf nimmt. Die altbewährte Strategie des Terrors scheint erneut aufzugehen, wie man unverkennbar im Syrien-Krieg und dessen Folgen ersehen kann.

Solange die Menschheit diese USA weiter gewähren lassen, ändert sich nichts. Lediglich Russland und auch China vermögen der aggressiven Expansionspolitik des US-Westens etwas entgegensetzen, zusammen mit ihren wenigen Verbündeten.

Lotar Martin Kamm

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Wirres Zeug bei den Gescheiten

flickr.com/ USTAgov/ (CC BY 2.0)

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Oder fahren sie vor lauter Haarspalterei mit dem Brettl ins Tal?

Manchmal kann Sprache auch verwirrend sein. Warum nicht einfach wirr? Manchmal kann Sprache wirr sein. Oder besser ausgedrückt: Manchmal kann Sprache verwirrend und wirr sein.

Der Winter 2015/2016 bot nur Wenigen die Möglichkeit, auf den Skiern ins Tal zu rasen oder etwas langsamer in ausschweifenden Kurven. Selbst das gemächliche Befahren der Langlaufstrecken war in diesem Winter nicht der Rede wert. Also blieben die Ski, von norwegisch ski, beziehungsweise altnordisch skið für Scheit, in der Garage, im Keller oder auf dem Dachboden. Andererseits wurden trotz des milden Winters Holzscheite massenhaft benötigt, um das Heim gemütlich warm zu halten.

Nun ein verwirrend Ding der Ski, das Holzscheit, aus dessen Wortursprüngen der Begriff gescheit sich gebildet hat. Und doch, so weit hergeholt ist der Zusammenhang nicht. Um ein Holzscheit zu bekommen, muß das Holz gespalten werden. Wer das Holzhacken kennt, weiß, daß es verschiedene Holzstärken gibt, und je nach Menge des Holzes eine scharfe Axt vonnöten ist, damit das Holz in mehrere Stücke gespalten werden kann. Gescheit, scharf an Verstand und Sinnen, ist die Erklärung, die wir jemanden zukommen lassen, der Sachlagen schnell erkennt oder Lösungswege sieht, für die andere wesentlich mehr Zeit benötigen.

Es ist für ein unkompliziertes Leben nicht notwendig, daß viele Menschen gescheit sind, aber wenn ein Großteil Menschen mit einem Brett vor dem Kopf durch die Straßen rennen, kann es zu gefährlichen Unfällen kommen. Und diese Unfallgefahr haben wir in den letzten Monaten öfters, die Menschen laufen mit ihrem Brett vor dem Kopf durch die Straßen, anstatt mit den Brettl einen Schneehang runter zu fahren. Sie sind wie die Schildbürger verwirrt, daß es in diesem Winter keinen Schnee gibt, um aber ihre Brettl dennoch der Öffentlichkeit zeigen zu können, man hat’s doch, haben sie sie eben vor ihre Augen gebunden.

Verwirrt? Wirr? Mag sein, dieser Exkurs hat so seine Tücken, und an dem Textinhalt können sich die Geister scheiden, so sei nicht vergessen, scheiden ist wortverwandt mit gescheit und bezieht sich auf abspalten. Wenn nun aber die mit dem Brett vor dem Kopf es schaffen, die Gescheiten, die diesen Winter ihre Ski nicht umgebunden haben, um eine erfrischende Fahrt ins Tal zu starten, von den wirklich benötigten Taten abzuhalten, weil sie ständig damit beschäftigt werden, Unfallstellen zu sichern, dann wird in Zukunft die Haarspalterei (Klügelei) die Oberhand gewinnen.

Und wenn wir Glück haben, dann ist nur die Kolumnistin verwirrt. Wirr.

Doris Mock-Kamm

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