Der Flucher

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Der Flucher besitzt keinen Verstand.
Fluchend treibt er die Leute voran,
das Ziel, Sklaven in seiner Hand.
Gewinn klimpert im Gewand.

Keine Flucht macht mehr Spaß,
als Menschen im Tintenfaß,
er geduldig den Stift, naß,
übers Papier bemaß.

Der Flucher eifrig schrieb,
während das Vieh
vor ihm durcheinander stieb.
Sie horchen, aus Angst vor jedem Hieb.

Macht, Geld, Gier, Ansehen.
Die Menschen haben das Nachsehen,
verführt durch Frieden, eben,
kommen sie zum Gegenteil von Eden.

Was macht das schon?
Der Flucher kennt kein Verschon’,
parieren müssen sie, ihr Lohn,
und seine Profession.

Die Wissenden erschreckt,
fliehen aus dem Treck.
Der Flucher bewirft sie mit Dreck,
kein Entkommen vom Fleck.

Er stachelt die Menschen auf,
sie horchen den Reden auch.
Er denkt dabei an seinen vollen Bauch,
Menschen zählen nur zum Gebrauch.

Die Leute hat er unter Kontrolle
wie der Schäfer seine Wolle,
er achtet nur zu seinem Wohle,
die Flüchtigen spielen die Rolle

wie in einem Theaterstück.
Sie merken nicht, daß ihr Glück,
das versprochen, ihr eigenes Genick
wird dadurch gebrochen.

Der Flucher stolziert durch die Gegend,
Worte wie Honig geformt zur Predigt,
Menschen als Sklaven angeprahlt.
Zum Nutzen des Fluchers, der strahlt.

Nafia

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Bargeld: Deutsche Obergrenze ein fatales Signal?

Front 1000 Reichsmark 21 April 1910

Dem Mafia-Geld entgegenwirken?

Arno von RosenSeit einiger Zeit macht ein Thema immer mehr die Runde. Die Begrenzung der Bargeldflüsse oder sogar deren völlige Abschaffung! Was denkt sich der Bürger allgemein, vom Jugendlichen bis zum Rentner? Ich gehe es zuerst einmal positiv an, denn das sollen wir doch, oder? Jedenfalls nach dem Willen der Geldhüter unseres Landes.

Bargeld, vor allem als Kleingeld, ist schwer, macht Probleme bei der Zahlung, weil keiner an der Kasse stehen will, bis die Füchse (rotes Kleingeld) abgezählt sind. Stimmt! Die Cent-Beträge bei Preisen sind oft nur Psychologie und ergeben keinen größeren Sinn, als das wir uns beim Kaufen selbst übers Ohr hauen können. Stimmt auch! Größere Summen an Bargeld sind unsicher, verführen zu Überfällen, sind ein unkompliziertes Zahlungssystem bei allen kriminellen Machenschaften, ob Schwarzarbeit oder Mafia. Jepp, lässt sich nicht abstreiten! Die Begrenzung der Bargeldflüsse oder sogar die Abschaffung von Bargeld bringt uns Steuermilliarden ein, weil niemand mehr Steuern hinterziehen kann. Hä? Wieso das denn? Und wie funktioniert das?

Jetzt kommt der Knaller an der Idee, oder? Autos werden bar bezahlt, Schmuck ebenfalls (da lässt sich prima Schwarzgeld waschen), Auktionen sind ebenfalls ein Bargeldgeschäft, also betrifft es den „Normalbürger“ eher nicht. Falsch! Kein Land ist so von Bargeld geprägt wie Deutschland. Wir vertrauen lieber dem, was wir in der Hand haben, als jenem, was nur in elektronischer Form existiert. Da sind andere Länder, z.B. Dänemark viel weiter, denn dort wird fast alles mit Karte bezahlt, und tatsächliches Geld spielt fast keine Rolle mehr. Wer profitiert denn davon, wenn es keine Pflicht mehr gibt, Bargeld zur Verfügung zu stellen?

Ganz klar zielt die langfristige Abschaffung von Bargeld auf die Austrocknung der Steuerhinterziehung ab, und auch da ist Deutschland sehr weit oben bei den Sündern. Also halte ich an jeder Einkaufskasse nur noch meine Karten hin, ob mit oder ohne Rabattfunktion, egal ob Handwerkerbedarf, Friseur, Nagelstudio, Restaurant, Bäckerei, Blumenladen oder auf dem Wochenmarkt. Natürlich müssten sich einige Branchen total umstellen, um überhaupt bargeldlos handeln zu können. Daran verdienen dann wieder andere Hersteller, die diese Geräte entwickeln und verkaufen und die mit Sicherheit zu den Weltmarktführern gehören wie Siemens oder andere.

Wer bleibt denn dann auf der Strecke? Nun, außer den Geldtransportunternehmen, die komplett arbeitslos wären, freuen sich alle Banken, denn sie werden ihre Kosten um ein vielfaches senken, ohne ihre Einnahmen zu schmälern. Gekniffen sind alle, die nie ein Kartensystem wollten oder gebraucht haben, wie die Marktfrau, Flohmärkte und alle, deren Verdienst aus Trinkgeld besteht. Sicher ist es schwerer, Steuern zu hinterziehen, wenn Bargeld eingeschränkt oder abgeschafft wird, vor allem für die kleinen in den Branchen. Pech, werden Sie jetzt vielleicht sagen, immerhin zahlt jeder Arbeitnehmer brav seine Steuern! Stimmt.

Jedenfalls so halb, denn auch der normale Arbeitnehmer profitiert von den Ausweichmöglichkeiten bei Barzahlung, vor allem wenn es um Rabatte geht. Trotzdem bekommen wir Milliarden Euros in das Steuersäckel durch die Austrocknung der großen Steuersünder oder der Mafia (die Übergänge sind da fließend, wenn man den Gesetzestext auf den Begriff Mafia anwendet). Irrtum! Die großen Steuerhinterzieher, die ja so nett als „Steuervermeider“ beschrieben werden, allen voran IKEA, die diese (noch legale) Methode quasi erfunden und noch nie Steuern in Deutschland gezahlt haben, tätigen ihre Geldströme schon längst elektronisch, so wie jeder Arbeitnehmer sein Gehalt auf das Bankkonto überwiesen bekommt, nur geht deren Überweisung in Steueroasen und Steuerparadiese dieser Welt. Das heißt, dass wir nicht nur von der Bargeldbegrenzung oder Abschaffung nicht wirklich profitieren, wir werden zudem komplett gläsern, weil jede kleine Transaktion von Datensammlern erfasst und unser Profil als Konsument damit noch berechenbarer wird.

Rückseite 1000 Reichsmark

Fazit: Wer das alles nicht möchte, und ich weiß, jetzt werden wieder einige sagen, „ich habe ja nichts zu verbergen“ (haben Sie im Schlafzimmer vielleicht auch nicht, aber Kameras wollen Sie doch trotzdem nicht, oder doch?), kann nur gegen die Einschränkung unseres Bargeldes sein, denn es ist elementarer Bestandteil des kleinen Wirtschaftskreislaufes in Deutschland, der ohne Bargeld gar nicht existieren würde.

Ihr Arno von Rosen, der jetzt erstmal sein Bares zählen wird (falls die Frau nicht wieder das Kleingeld geplündert hat) und der mit dem Zitat von Goethe schließt..

„Nach Golde drängt, am Golde hängt doch alles.“

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Menschen haben nichts mehr zu verlieren (Teil 4)

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Ein Drama mit offenem Ende

Ein Laubwald, eine Lichtung mit ein paar Baumstümpfen. Auf einem sitzt „Das Gewissen“ und sinniert vor sich hin in weinerlich-ängstlichem Ton.

Das Gewissen: Was habe ich mir dabei nur gedacht, so mir nichts dir nichts stumm und vor allem tatenlos zuzuschauen, wenn zu viele Menschen einfach rücksichtslos diese Welt zerstörten? Und dies nicht erst seit gestern. Nein, nein! Seit Hunderten von Jahren. Und ich, das menschliche Rückgrat, bekomme nichts anderes fertig, als zu barmherzig zu reagieren. Klar doch, etlichen hauchte ich den Mut der Verzweiflung, aber auch des Stärkeren ein, jedoch obsiegte immer wieder das Böse, erschuf Schlichen, meine mühsame Arbeit zu hintergehen.

Die Elfe kommt des Weges daher, leichten Fußes, fast schwebend.

Die Elfe: Was darf ich dort für ein Trübsalblasen vernehmen, lieber Geselle Gewissen? Selbstvorwürfe bringen dich keineswegs weiter. Du wirst niemals die Menschen zähmen in ihrem Drang, emporklimmend die Leiter des Haßes: Laß es, so rate ich dir. Sie verfallen der lieblosen Gier, die schon so viele dahingerafft. Klar, das dich das schafft.

Währenddessen streichelt sie liebevoll sein schwarzes, langes Haar.

Das Gewissen: Danke für deinen lieben Trost, der dennoch nicht weiterhilft. Ich weiß, ich muß da durch, drum ich mich ja hier in den Wald zurückzog, mir über einiges trotz Jammern klar werden sollte. Gerade in letzter Zeit sah ich mit Schrecken, wie nah der Mensch schon wieder vor einem großen Krieg, sie nennen ihn den dritten. Warum nur all das Leid?

Dabei rauft sich das menschliche Rückgrat die Haare, scharrt vor Aufregung mit den Füßen.

Die Elfe: Das ist wohl des Menschen Los, zu erkennen, welche Wege er neu beschreiten muß. Entsprungen aus sicherem Schoß, der Mutter Erde, liebt er zunächst komischerweise Überdruß, zieht stets mit der Herde. Nun denn, andere Zeiten mögen kommen, ich seh sie schon vor mir, etwas verschwommen. Drum hab Geduld und verzehre dich nicht voll Schuld!

Vorhang schließt sich,  laute Punk-Musik von den Sex Pistols „God Save the Queen“ in den Zuschauersaal dröhnt. Umbau zur siebten Szene. Im Hintergrund Straßenlärm, Sid, der Punker, auf der Parkbunk, daneben der MP3-Player liegt, voll aufgedreht den Text mitgröhlend.

Sid: God save the queen, She ain’t no human being, And there’s no future, In England’s dreaming…

Ein genervter Mittsechziger kommt vorbei.

Rentner: Sach mal, kannste nicht den Scheiß mal abstellen?! Is ja nich zum Aushalten. Und vor allem, wat hat denn die Queen damit zu tun, die is doch ne anständige Frau, meine ich mal!

Sid: Wie bitte, die Queen ne Lady? Darf ich mal lachen? Wohl noch nie vom britischen Empire gehört, wa, Opa?! Dat müßtest gerade du wissen, zumindest haste doch die Spuren vom Zweiten Weltkrieg als Kind noch sehen können und den Erzählungen deiner Eltern gelauscht, oder?

Rentner: Ich bin der Horst, Junge. Richtig, meine Eltern ham mir so manches erzählt. Obendrein gab es damals nich son Zeug wie einen MP….Pleier oder wie das Ding da heißt. Wir hatten noch, wenn überhaupt, die ersten Plattenspieler, mein bester Kumpel gar einen Zehn-Platten-Wechsler. Na, da schauste, wa? Da konnte man 10 Single-Schallplatten auf einmal einspannen, die dann nacheinander abspielten. Dann hörten wir den Elvis, Jerry Lee Lewis, später die Beatles, Mann das waren noch Zeiten.

Sid: Mich nennen alle Sid. Kenn ich sogar. Siehste, das ist der Vorteil, die Musik ist zusammengewachsen, so auch die Botschaft heutiger Gruppen, sogar beim Punk. Gerade The Clash, ist so ne Punk-Band, haben dazu beigetragen, wollen unbedingt den Dialog, den Prostest gegen das Establishment, lehnten den Kommerz ab, obwohl sie genauso von ihrer Mucke gut leben konnten.

Rentner: Hat mir neulich auch mein Enkel, der Paul, berichtet. Dennoch dieser keine Punkmusik mag, eher dem Irish Folk lauscht.

Die beiden werden unterbrochen, weil Flüchtling II unvermittelt aufkreuzt.

Flüchtling II: Was hier los sein? Suchen ihr Streit, oder?

Sid lacht ihn aus, springt auf, um ihn herum, dabei im typischen Pogo-Punk-Tanzstil ihn anrempelnd. Horst hat obendrein aus Solidarität den Lautsprecherregler des MP3-Players höher gedreht.

Sid: When there’s no future, how can there be sin? We’re the flowers in the dustbin, We’re the poison in your human machine, We’re the future, your future – na, und wat machste jetzt?

Flüchtling II: He, Alter, ausdrehen den Scheiß. Und du, ich dich schlagen!

Doch dazu kommt Flüchtling II nicht. Kurz nach dem Satz hat ihm Horst eine schallende Ohrfeige verpaßt, so daß Flüchtling II zu Boden stürzt. Bevor dieser aufstehen kann, hat Sid sich kurzerhand auf ihn gesetzt, hält ihn in Schach, dessen beiden Arme auf den Rücken dreht.

Sid: Zwei Möglichkeiten. Entweder wortlos gehen oder wir rufen die Bullen, deine Entscheidung.

Flüchtling II: Was sein Bullen?

Sid: Na, die blauen Männer in Uniform! Die mit dem Schlagstock und der Knarre, den Handschellen hinten am Gürtel, schon mal gesehen?

Rentner: Mit denen ist nicht zu spaßen. Letzte Chance.

Flüchtling II: Okay, okay, ich gehen. Aber wir uns wiedersehen!

Sid läßt ihn los, der Flüchtling verläßt fluchend den Ort. Eine junge Frau begegnet ihm. Als er sie zu sich ziehen will, verpaßt diese geschickt ihm einen Tritt zwischen die Beine.

Junge Frau: Mach dich vom Acker, du Abschaum. Nicht mit mir. Na, wat kiekste so? Wohl noch nie von einer Frau Paroli jeboten bekommen, wa?!

Der Geschlagene krümmt sich und geht wimmernd ab. Der Vorhang schließt sich. Q tritt vors Publikum.

Q: Passiert angeblich überall in Deutschland, in ganz Europa. Und dann stellen sich unsere Politiker vor die öffentlichen Mikrophone dieser Lügen-Medien und verkünden was von Willkommenskultur, die nicht fruchten will bei soviel Vorurteilen. Manche wollen förmlich die Gewalt, zeigen keinerlei Einsicht, fordern, rauben und vergewaltigen gar. Wo bleibt da ein gesundes Augenmaß? Manch Beherzte, oft aus dem subkulterellen Bereich, die wehren sich. Unter dem einfachen Volk gibt es immer noch Glatzen, die Heil schreien. Die sind zwar Ausnahmen, aber man verkennt den Ernst der Lage. Nationalismus sucht sich wieder Wege, um gerade Asylsuchende zu verunglimpfen. Wo wird differenziert, obwohl gerade hierzulande Waffenverkäufe die Flucht etlicher bewirkte?

Q geht ab. Umbau. Die achte Szene möge beginnen.

Fortsetzung folgt.

Lotar Martin Kamm

Menschen haben nichts mehr zu verlieren (Teil 1)

Menschen haben nichts mehr zu verlieren (Teil 2)

Menschen haben nichts mehr zu verlieren (Teil 3)

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Syrien-Krieg: Türkische Provokationen gefährden Waffenruhe

flickr.com/ osipovva/ (CC BY 2.0)

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Glaubwürdigkeit des US-Westens in Zweifel zu ziehen

Die Lage bleibt instabil und letztlich unübersichtlich, so wie bereits seit Jahren im Syrien-Krieg, wobei die Bezeichnung Konflikt oder Bürgerkrieg der Sache keineswegs gerecht wird, angesichts der Tatsache, daß etliche Fronten, Terrorgruppen im Lande ihr Unwesen treiben, sich unterschiedliche Allianzen bildeten, der US-Westen einen wesentlichen Anteil daran hat.

Inzwischen bewies die Türkei unter ihrem Despoten Erdoğan, daß sie nicht nur auf Linie der US-Amerikaner Assad vernichten will, obendrein die Situation für eigene Zwecke ausnutzt, die Kurden heftig bekämpft. Gleichzeitig kann sich der „türkische Pascha“ nicht davon freisprechen, als Brandstifter zum dritten Weltkrieg zu gelten. Muß man die Glaubwürdigkeit des US-Westens in Zweifel ziehen trotz gemeinsamer Gestaltung an ausgehandelter Waffenruhe.

Politisches Theater in Washington

Das politische Drama setzt sich unverblümt fort. Während man sich um den Eindruck diplomatischer Verhandlungen bemüht, die Außenminister Steinmeier und Kerry „greifbare Ergebnisse“ sehen wollen, die von Russland und den USA ausgehandelte Waffenruhe weitestgehend in Syrien eingehalten wird, mit leisen Unterton man Assad unterstellt, er würde Hilfslieferungen nicht schnell genug passieren lassen, verbleibt in Wirklichkeit eine berechtigte Skepsis. Seit wann gibt der US-Westen beim Ressourcen-Beutezug klein bei?

Aus russischer Sicht könnte der Syrien-Krieg viel schneller ein Ende finden. Dies kann natürlich nur unter Berücksichtigung ernsthafter Verhandlungen fruchten, vor allem wenn alle Kriegsparteien an einem Tisch zusammenkommen. Der russische Vize-Außenminister, Sergej Rjabkow, könne sich einen Weg zu einer föderativen Republik Syriens auf Wunsch seiner Bürger vorstellen, würde einem anderen Modell ebenso zustimmen. Einzige Bedingung: keine Einmischung von außen.

Türkisches Panzeraufgebot an Syriens Grenze

Die Provokation setzt sich fort, da der Ausbau von Armeepositionen im grenznahen Raum mittels türkischer Panzertechnik zunimmt. In sofern kann von wirklicher Entspannung kaum die Rede sein. Ganz im Gegenteil steht das Verhalten Erdoğans im Widerspruch zu den Friedensverhandlungen, der vereinbarten Feuerpause. In etwa die Ruhe vor dem Sturm, den Krieg in Syrien gen Assad erst recht danach wieder aufflammen zu lassen?

Solange kein tiefgreifend sichtbarer Friedenswillen besonders beim US-Westen sichtbar, muß schlimmeres befürchtet werden, nutzt die kurzfristig ausgehandelte Waffenruhe nicht wirklich, möge vielleicht hart Betroffenen dringende Hilfsgüter gönnen. Doch was folgt danach? Viel eher erneut heftig kriegerische Auseinandersetzungen.

Lotar Martin Kamm

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Wenn Wörter tanzen vor Glück

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Wenn Wörter tanzen vor Glück,
das sie verstanden.
Werden.

Wenn Wörter tanzen vor Glück,
kein Geheimnis.
Sie umgibt.

Wenn Wörter tanzen vor Glück,
keine Erklärung mehr.
Vonnöten ist.

Wenn Wörter tanzen vor Glück,
Wahrheit spricht.
Lüge weicht.

Wenn Wörter tanzen vor Glück,
kann Trauer.
Zu Hoffnung werden.

Wenn Wörter tanzen vor Glück,
Duft von Blumen.
Sich ausbreitet.

Wenn Wörter tanzen vor Glück,
Regenbogen schimmert.
Gewitter vertreibt.

Wenn Wörter tanzen vor Glück,
hat ein Wort es.
Auf den Punkt gebracht.

Wenn Wörter tanzen vor Glück,
sättigen die Silben.
Dein Ich.

Wenn Wörter tanzen vor Glück,
Geheimnisse erklären sich.
Auf einen Blick.

Wenn Wörter tanzen vor Glück,
sagt ein Wort.
Ein ganzes Buch.

Wenn Wörter tanzen vor Glück,
macht Nafia Pause.
Und sie können endlich ruhn.

Nafia

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Stenographie: Kurzschriftsystem im Abseits

flickr.com/ Patti O’Shea/ (CC BY-NC-ND 2.0)

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Den Geheimnissen von Sprachen auf der Spur – zwischen den Zeilen lesen

Sicher haben manche schon damit ihre Schwierigkeiten, Texte von Freunden, Bekannten zu entziffern, wenn diese ohne Bemühungen die einzelnen Buchstaben erkenntlich auch für andere niederschrieben. Manche Texte sind dann nur in Bezug auf den Inhalt zu erfassen. Wenn uns aber ein Text vorliegt, der sozusagen aus Hieroglyphen besteht, sind wir schnell mit unserem Latein des Verstehens am Ende. Selbst von uns handschriftlich schnell dahingeschriebenes kann zuweilen zu dem gleichen Ergebnis führen.

Bereits 63 v. Chr. wurde in Rom die von Marcus Tullius Tiro, die seit dem 16. Jahrhundert als Tironische Noten bekannte Kurzschrift angewandt. Sozusagen die ersten stenographischen Kürzel, wenn wir von den wirklichen Hieroglyphen absehen, die es ermöglichten, gesprochene Sätze direkt und schnell aufzuschreiben. Vergleicht man diese Kurzschrift mit den in Deutschland angewandten Systemen, kann man zweifelsohne gewiße Ähnlichkeiten nicht bestreiten.

Für alle, die die einzelnen Zeichen des Kurzschriftsystems nicht kennen, ist ein stenographierter Text ein Brief mit wahrscheinlich mehr als sieben Siegeln. Allein in Deutschland gab oder gibt es dreizehn verschiedene Arten der Stenographie. Die Entzifferung ohne Kenntnisse gleicht einer Lösungssuche, ähnlich den ersten Versuchen, die Bedeutung der ägyptischen Hieroglyphen zu erschließen.

Nun ist aber selbst nach der Findung einiger Satzelemente, Wortbegriffe, oftmals ein Text nur zu verstehen, wie im Falle der Hieroglyphen, wenn ein Hintergrundwissen bezüglich des übermittelten Inhalts vorhanden ist. Dazu kommen wie bei „normalen“ Übersetzungen, zum Beispiel englisch-deutsch, die sprachgebräuchlichen Redewendungen oder landestypische Ausdrücke für verschiedene Handlungen hinzu. Es ist also nicht immer einfach, von Sprache zu Sprache zu übersetzen.

Stenographie ist weitestgehend nicht mehr in Gebrauch, da die meisten Reden, Vorträge, Diktate für Schriftverkehr heutzutage per Tonaufnahmen mitgeschnitten werden. Nun ist aber die Sprache allgemein, ob schriftlich oder in wörtlicher Rede, nicht immer von jedermann nachvollziehbar. Damit ist nicht das Verständnis hinsichtlich der Dialekte gemeint, sondern die Vermittelbarkeit des Inhaltes eines Themas oder Erlebnisses. Denn scheinbar belanglos zusammengestellte Wörter zu einem Satzgefüge können zuweilen mehr über den Sprechenden, Schreibenden aussagen, als die Sätze dies sollten.

Nicht umsonst gibt es die Redensart: zwischen den Zeilen lesen. Das Geheimnis der Sprache, egal ob Hieroglyphe, Kürzel der Stenographie oder sogar mit Geheimcodes verfaßte Texte können zwar durch Erlernen der einzelnen Ziffern erlesen werden, aber der wahre Hintergrund, die wahre Aussage liegt zwischen den Zeilen. Auch wenn zurzeit viele der Meinung sind, sie könnten ihre Absichten hinter harmlosen Wertevorstellungen, nationalem Einheitsgefühl und schnellen Lösungsversprechungen tarnen, so zeigen sich ihre wahren Ansichten im Gebrauch der Satzformulierungen.

„Am Anfang war das Wort“, Johannesevangelium. Hören wir also genau zu, was uns vermittelt werden soll, so erfahren wir die tatsächlichen Aussagen.

Doris Mock-Kamm

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Peru: Ölunfälle bedrohen indigene Völker

flickr.com/ Tirando Lente/ (CC BY-NC 2.0)

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PetroPerú wird nicht zur Verantwortung gezogen

Den indigenen Völkern geht es weltweit seit Jahrtausenden an den Kragen, etliche wurden nicht nur einfach verdrängt, sondern gleichwohl verfolgt und ermordet. Während inzwischen wenigstens eine auf dem Papier stehende moralische Verpflichtung etliche Staaten davon abhalten soll, diesen grausamen Kurs fortzusetzen, drücken verantwortliche Politiker oftmals einfach beide Augen zu und lassen besonders Großkonzerne gewähren, so daß die indigenen Völker weiterhin betroffen sind.

In Peru ereigneten sich zwei Ölunfälle, die der peruanische Erdölkonzern PetroPerú zu verantworten hat. Trotz der dramatischen Ölverschmutzungen, die im Amazonasgebiet des Landes dort ansäßige indigene Völker bedrohen, wie Survival International berichtete, wird der Konzern nicht zur Verantwortung gezogen.

AIDESEP verurteilt Untätigkeit der Regierung Perus

Die über drei Mal größere Republik Peru im Vergleich zur BRD hat ohnehin unter etlichen Umwelt- und Sozialskandalen zu leiden, unter Staatspräsident Ollanta Humala, der im Juli 2011 sein Amt antrat, wechselten wegen verschiedener Affären bereits die Premierminister, der siebte, der ehemalige Verteidigungsminister Pedro Cateriano, trägt seit April des letzten Jahres die Regierungsverantwortung.

Die Asociación Interétnica de Desarrollo de la Selva Peruana (AIDESEP) wirft der Regierung Perus völlig zurecht Untätigkeit vor, hat nunmehr die Weltöffentlichkeit aufgerufen, sich einzumischen, anzumahnen. Schließlich versäumte PetroPerú es, seine Pipelines zu warten, so daß die Ölunfälle keineswegs zufällig geschahen. Aber die Schäden belasten die Umwelt und vor allem die betroffenen indigenen Völker. Schlimm genug, daß bereits im großen Nachbarland Brasilien die Kawahiva vorm Aussterben bedroht sind, muß sich die Weltpolitik schon den Vorwurf gefallen lassen, nicht genügend zu intervenieren.

Profit kontra Lebensgrundlagen indigener Völker

Was dort in Peru jüngst geschieht, spielt sich letztlich weltweit so ab. Es zählen eben nicht die Belange indigener Völker, sie zu respektieren und vor allem zu schützen. Ganz im Gegenteil. Sowohl die verantworlichen Regierungen der jeweiligen Länder als auch dort sich eingefundene Konzerne wie Ölgesellschaften, Bergbauunternehmen oder die Holzindustrie arbeiten Hand in Hand, um möglichst hohe Profite sich selbst einzuverleiben. Dabei nehmen sie die Verdrängung betroffener indigener Völker in Kauf.

Solange die Weltpolitik dem nicht entschieden Einhalt gebietet, und zwar endlich mit Nachdruck und äußerster Konsequenz, werden jene Verbrechen nonchalant fortgesetzt, schaut die Öffentlichkeit zwar entsetzt zu, was den Betroffenen selbst gar nicht weiter hilft.

Lotar Martin Kamm

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