Die Augen keine Tränen mehr

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Die Augen keine Tränen mehr,
das Leben so schwer.
Der kurze weiße Mantel
flattert nicht im Wind.

Die Augen keine Tränen mehr,
das Leben verwehrt.
Der Gang durch die Stadt
ohne Freunde, allein.

Die Augen keine Tränen mehr,
vergossen, erloschen.
Ein Grab als Erinnerung
besucht, von wem?

Die Augen keine Tränen mehr,
Wasser die Ufer umspült.

Nafia

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Trugschluss: Familienidylle und Wirklichkeit

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Wenn Menschen ihre Rivalitäten ausleben

Kitsch breitet sich aus in den Köpfen derjenigen, die meinen, sie könnten ihre Ziele formulieren und uns eine Gesellschaftsform eintrichtern, die letztlich auf diese Weise nicht stattfinden kann. Was bereits vor dem Zweiten Weltkrieg und danach nicht fruchten wollte, soll jetzt im Zuge eines neu geforderten Patriotismus gefälligst wieder Fuß fassen. Doch wenn Menschen ihre Rivalitäten untereinander ausleben, wird es nichts mit dem Trugschluß zwischen Familienidylle und Wirklichkeit.

Woran mag dies wohl liegen? Demagogische Zungen meinen, behaupten zu müssen, es liege am US-amerikanischen Lebenswandel, einem Laissez-faire ungebremsten Freiheitsdranges, sich gehen zu lassen im Rausche des Sich-Probieren-Wollens, statt den gebotenen Vorgaben einer gezielten Familientradition Folge zu leisten. Dabei scheinen jene Anmahner gänzlich zu vergessen, daß Mensch sich ausprobieren muß, seine Grenzen auszuloten, was sich entwicklungsbedingt gerade in den Künsten besonders bemerkbar macht, denken wir dabei an Musikrichtungen wie dem Jazz, dem Blues und vor allem dem Rock etc.

Die brave biedere Familie gibt es nur in Bilderbüchern

Oder in den Vorstellungen gewißer Biedermänner, die gern despotisch, herrisch über die Familie richten wollen. Wehe dem, der ausbricht oder gar Widerworte gibt. Es wird ein Bild gezeichnet, welches die Frau zurück am Herde wähnt, der Mann sämtliche Entscheidungen trifft, die Kinder gefälligst schon früh ihrer Rolle gerecht werden müssen: Jungs sind die Tapferen, harten, während Mädchen sich unterordnend dem Haushalt verpflichten. Das spielte sich früher so ab, begann sich zaghaft nach dem Zweiten Weltkrieg aufzulösen, in den 1950iger Jahren nur vereinzelt, von Jahrzehnt zu Jahrzehnt gönnte man gerade den Frauen, sich endlich zu emanzipieren.

Genau das Stichwort in den Augen derjenigen, die eben diese verlogene Familienidylle zurückfordern. Doch das Rad der Zeit, einer menschlichen Entwicklung, läßt sich nicht einfach zurückdrehen, selbst per Gesetz und Gewalt nicht. Wer dies durchsetzen will, wird scheitern.

Familienzusammenhalt findet nicht statt

Schauen wir mal genauer hin, was sich abspielt in heutigen Familien. Die Geschwisterrivalität wird ausgelebt, manche kennen sich nach Jahren unterschiedlichen Daseins nicht mal mehr. Was Eltern gern ihren Kindern zu vermitteln versuchten, im Aufwachsen schon mit erheblichen Widerständen untereinander sich abspielte, ein friedliches Zusammenleben mit der Familie, führt zum gänzlichen Kontaktabbruch, wenn die Geschwister aus dem Haus.

Wer kennt das nicht. Natürlich darunter all die gesunden Familienverhältnisse, wo noch Eintracht und ein friedliches Miteinander stattfindet. Mal Hand aufs Herz, oftmals nur zum Schein, weil die äußere Fassade halten mag, besonders, wenn keine materiellen Sorgen vorhanden. Aber wehe, es tauchen unter der künstlich gehaltenen Oberfläche mal kritische Bemerkungen auf, dann kann schnell die Stimmung kippen, die jahrelange feindlich versteckte Rivialität bricht aus.

Ganze Bibliotheken und Filmarchive füllen die dramatischen Geschichten über gescheiterte Familien. Was bereits mit Kain und Abel in der biblischen Erzählung begann, hat sich bis heute bewahrheitet. Und dann wollen bestimmte Herrschaften wieder das vermeintliche Familienleben fordern, auf das dies eine erwünschte Tradition leben möge, die nicht funktionieren kann, weil Mensch bis heute eine angewandte Nächstenliebe nicht täglich anwendet, weder untereinander noch anderen gegenüber.

Lotar Martin Kamm

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Feindbilder grassieren allerorten

flickr.com/ TahtiG/ (CC BY-NC-ND 2.0)

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Wehret den Anfängen und laßt kein Gedankendiktat zu

Manchmal passiert es einfach! Der Anlaß schleichend oder mit der Wucht eines Erdbebens. Man hört eine Melodie, Lied und schwupp grassiert es unermüdlich, zeitweilig über Tage in sämtlichen Gedankenstrukturen. Wie ein Virus. Es ist überall. Sie unterhalten sich mit einer Freundin über Schwangerschaft, Geburt, und kaum sind Sie auf dem Nachhauseweg, begegnen Ihnen die ersten schwangeren Frauen. Auch beim Einkauf in den nächsten Tagen wundern Sie sich nur noch darüber, daß es momentan eine Fülle von Frauen gibt, denen demnächst eine Geburt bevorsteht.

Die Diskussion mit Ihrem Partner endete mal wieder in Unschlüssigkeit über die nächste Wahl des Autos, da fahren diese Modelle wie auf Bestellung permanent die Straßen lang, auf denen Sie unterwegs sind. Es artet bei diesen Ereignissen fast zum Haare ausreißen aus, so penetrant werden Sie durch lapidare Gesprächsinhalte, interessante Diskussionen „gezwungen“, sich an Dinge zu erinnern, die eigentlich erstmal erledigt waren.

Nicht vergessen, dieses Phänomen kann auch durch einen Geruch ausgelöst werden. Sie schlendern gemütlich durch einen Park mit herbstlichem Blätterzauber, da erreicht eine kleine Windböe Ihre Geruchsnerven, und schon sind Sie Jahre zurückversetzt zu einem kurzen Augenblick des gemeinsamen Pilzsuchens mit Vater und Mutter. Sie nehmen an einem Seminar teil, und Ihr Sitznachbar riecht nach dem Wäscheduft, den Sie bei Ihrer Tante immer wahrgenommen haben. Durch all diese Situationen grassiert der Virus des Nichtloslassen können. Selbst wenn wir versuchen, uns abzulenken, bewußt an etwas anderes denken, grassiert das vergessenwollende Gedankendiktat fleißig weiter.

Wenn nun aber diese Gedankenviren ganze Gesellschaften befallen wegen einer Fußballweltmeisterschaft, Buchveröffentlichung, Wahlen, dann kann bei hitzigen Auseinandersetzungen von einer Gedankenepidemie gesprochen werden. Solch eine Gedankenepidemie grassiert zurzeit vor unseren Augen. Das Fatale, ein Großteil der Bevölkerung genießt anscheinend die mediale Aufmerksamkeit, die ihren Äußerungen zuteil wird. Darunter befinden sich viele vernachlässigte, ansonsten nicht zu Wort Gekommenen, die großzügig noch mehr Verwirrung stiften, um als die Entscheidungsmacher auftreten zu können. Komisch nur, daß sie dazu nicht schon früher imstande waren, als die verschiedenen sozialen, wirtschaftlichen, politischen Probleme bereits im Raum standen.

Aber damals gab es wohl nicht die jetzt lieferbaren Feindbilder. Einige dieser so Allwissenden, das nationale Gefühl ansprechende, den nationalen Zusammenhalt beschwörenden Medialvertreter haben es geschafft, jedes Diskussionsthema zu ihren Zwecken zu mißbrauchen. Und dabei bedienen sie sich der gleichen Sprache und den gleichen Lügen, die sie den jeweiligen Gegnern vorwerfen. Intrigen, Kungeleien haben Hochkonjunktur.

Lassen wir einfach mal dahingestellt, wer Recht hat, aber diejenigen, die keine Bereitschaft zu einer Deeskalation zeigen, sondern weiterhin die Gedankenepidemie fördern, können nicht im Sinne einer friedlichen Gesellschaft ernst genommen werden.

Wir brauchen keine Alternativen (Entscheidung zwischen zwei Möglichkeiten), keine Innovationen (Erneuerungen), wir brauchen komplett neue Denkansätze, nova, etwas Neues, nie Dagewesenes.

Nur so können wir langfristig unsere von einem grassierenden Virus befallenen Gedankenstrukturen wieder auf Normalzustand bringen. Gemeinsam, nicht gegeneinander, nicht mit Vorwürfen, sondern mit Entwürfen für eine bessere Welt. Und falls Sie morgen auf dem Weg zur Arbeit wieder nur ein bestimmtes Automodell sehen, weil Sie sich mit Ihrem Partner noch nicht geeinigt haben, so will Ihnen Ihre Gedankenwelt nur mitteilen, daß auch dieses Modell seine Vorteile hat.

Doris Mock-Kamm

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Die Auferstehung längst verlassen geglaubten Hasses

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Satirischer Rückblick…

Wer immer noch denkt, sich entsprechend verrenkt, es sei übertrieben: Dann laßt es. Doch all diejenigen, die längst nicht aufgegeben, sich sehnen nach friedlichem Zusammenleben, die mögen sich vereinen, das alte Übel vehement verneinen. Auf meiner gelben Gartenbank sich stets ein Plätzchen fand, ihre Sitzfläche schon ganz blank, bis zum wohlgeformt runden Rand.

Denn wenn die Neuen Rechten sich mit Patrioten die Ehre geben, per Augenauswischerei kritiklosen Massen entgegenstreben, folglich als Heilsversprecher die Nähe aufgreifen, dann werden sie alle selbstgefällig schleifen, euch einseifen. Wollt Ihr das nicht begreifen?

Schon warnt die OECD vor schwacher globaler Konjunktur, was verbleibt uns nur, außer erschrockenes Staunen, ein Raunen in weiter Flur? Wollt Ihr nicht sehen die Botschaft hinter den Worten? Die solch Konsorten eiskalt planerisch umsetzen? Schon beflügelt Fremdenhaß ausschweifend den rechten Mob. Seid gewiß, das ist alles andere als ein Flop, sondern genauso gewollt. Am Horizont bereits Kriegsgerät dem Volk entgegenrollt.

Begreift endlich, was dahintersteckt: Sie wollen genußvoll Gewinne einfahren. Egal, wer dabei verreckt, ob wenige oder ganze Scharen. Weil Korruption, soweit das Auge reicht, ständig tobt, wie beim TTIP zu ersehen. Politik dies weiterhin lobt, und die Masse läßt’s einfach geschehen.

Bringen dennoch Beherzte Widerstand fertig, Waltzing Matilda allgegenwärtig? Solch Illusion wäre nur zu schön, nur wenige lassen es geschehen. Wie beim Kartenspiel nutzen Tricks nicht viel. Obwohl Konzerne wie Monsanto ihre Gewinne ungebremst erschaffen, staunend Völker meist schweigend nur gaffen, könnte jetzt doch ein Ruck durchs Volk gehen bei solch frapantem Geschehen: Dem deutschen Bier geht es an den Kragen, trotz Spuren von Glyphosat will es niemand wagen, ihnen zu trotzen? Wegen Vetternwirtschaft als weltumspannender Auswuchs, zum Kotzen!

Dann lieber sich entspannt zurücklehnen, nach Glamour sehnen. Beim ESC-Vorentscheid konnte Jamie-Lee Kriewitz das Publikum für sich gewinnen. Mögen viele ihr die Daumen drücken, mit all ihren Sinnen. Lieber freudig zusammenrücken, statt noch mehr Gewalt zuzulassen. Stoppt dieses grauenvolle, destruktive Hassen!

Lotar Martin Kamm

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Vetternwirtschaft ein weltumspannender Auswuchs

flickr.com/ dielinkebw/ (CC BY-ND 2.0)

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Mafiose Strukturen verhindern eine Änderung

Nepotismus soweit das Auge reicht. Oder doch weitaus weiter? Nicht nur in der unmittelbaren Umgebung, sondern weltumspannend? Wahrscheinlich schon, bedenkt man die Strukturen der einzelnen Verantwortungskreise. Nepotismus, Vetternwirtschaft, Verteilung von Posten unter Familienangehörigen, ein altes Konzept, die Verantwortung, Leitung eines Unternehmens innerhalb einer verwandtschaftlichen Beziehung zu belassen. Dabei ist diese Weitergabe keineswegs nur in königlichen, regierenden Kreisen üblich gewesen, sondern wurde ebenso in den landwirtschaftlichen, handwerklichen Betrieben gehandhabt.

Nicht nur wurde, es wird weiterhin. Dem ursprünglichen Grundgedanken nach setzen wir voraus, daß dem so war, bedeutete das Überlassen des Betriebes, Regierung einem nahen Verwandten, daß die Grundlagen, das Verständnis, die Kenntnis, das Wissen zur Führung und Gewährleistung des Fortbestandes gesichert war. Sicher nicht die schlechteste Idee, denn wer hatte ansonsten die Gelegenheit, von der Pike auf alles zu erlernen?

Was läuft aber dabei schief, wenn die Vetternwirtschaft nicht nur so lapidar dahergesagt, als Günstlingswirtschaft, Gemauschel oder deftiger ausgedrückt als Schiebergeschäft, Betrug gekennzeichnet ist? Die prägnanteste Beurteilung ergibt sich aus der Tatsache, nicht jedes Mitglied einer Familie hat und bringt die Voraussetzungen mit, die zur Weiterführung des bestehenden Betriebes (Beispiel für alle anderen Ressorts) von Bedeutung sind. Deshalb sind viele Positionen falsch besetzt. Selbst wenn in Ausnahmefällen, außerhalb der verwandtschaftlichen Verhältnisse, Kandidaten den Betrieb übernehmen, so sind diese oft nur sogenannte Günstlinge. Personen, die eventuell das „Geschäft“ beherrschen, aber auf Grund von Abhängigkeit, Entscheidungen im Sinne der Besitzer tätigen, also nicht aus sich selbst heraus Verantwortungsträger sind.

So leidet die Gesellschaft (von Anbeginn aller Zeiten?) bis heute an den Schattenseiten einer Günstlings- und Vetternwirtschaft. Diese Erkenntnis ist nicht neu und weltbewegend. Weltbewegend aber ist, daß Nepotismus, Vetternwirtschaft immer wieder angeprangert wurde und wird, aber im gleichen Atemzug Mensch sich genau diese Stellung für sich selbst herbeisehnt. Ein Leben in Wohlgefallen für sich, alle Nachkommen und alle diejenigen, die vermeintlich die gleiche Sprache sprechen. Ein schier endloser Kreislauf. Wer vermag, dies zu verändern?

Persönlichkeiten und eine Gesellschaft, die das Bewußtsein besitzen und danach leben, daß nicht die Macht des äußerlichen Reichtums zum Fortbestand der Menschen beiträgt. Solange aber die „Besitzenden“ und „Besitzlosen“ Ruhm und Ehre, Reichtum und Macht behalten wollen und anstreben, wird sich an der Günstlingswirtschaft, „Bananenrepublik“, mafiosen Strukturen und schlußendlich an der Gesamtsituation „menschlichen Lebens auf dieser Erde“ nichts ändern.

Doris Mock-Kamm

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ESC-Vorentscheid: Jamie-Lee Kriewitz singt in Stockholm

 flickr.com/ Nancy Dunne/ (CC BY-NC-ND 2.0)


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Alex Diehl und Avantasia unterliegen der 17-jährigen Schülerin

Zum 61. Eurovision Song Contest traten gestern in Köln die verbliebenen drei Kandidaten die zweite und letzte Runde des Vorentscheids unter dem Motto „Unser Lied für Stockholm“ an, nachdem diese in der ersten Runde sich gegen sieben andere Teilnehmer durchsetzen konnten. Jamie-Lee Kriewitz gewann schließlich mit 44,5%, Alex Diehl folgte mit 33,9% der Stimmen, während Avantasia mit 22,6% Dritter wurde.

Diejenigen, die ohnehin den ESC als eine rein kommerzielle Veranstaltung verunglimpfen wollen, mögen einfach nicht mehr weiterlesen, selbst wenn in großen Teilen diese Feststellung gar stimmen mag. Doch wer möchte ernsthaft Kunst Vorschriften machen, wie sie sich zu präsentieren hat in einer Welt des Glamours, in der sich vieles ums Business dreht? Die Zeit der brotlosen Künste findet neben solchen Showacts weiterhin statt, gönnen wir manchen einfach ihre Möglichkeiten und Podien.

Nach Xavier Naidoos ESC-Eklat zurück zur Normalität?

Hieß es noch im letzten Jahr im November „Unser Song für Xavier“, bei dessen Vorentscheidung Komponisten sowie Produzenten sechs Song-Vorschläge unterbreiten hätten dürfen, von denen eine Jury, bei der Xavier Naidoo ebenso mit vertreten sein sollte, sich für einen entscheiden würde, platzte das Konzept, nahm der NDR Xavier Naidoos Nominierung zurück.

Zu Beginn des Jahres folgte die Ankündigung zum Prozedere der beiden Runden, obwohl nach dem deutschen ESC-Eklat von einer Normalität wohl kaum die Rede sein kann. Aber in Zeiten des schnellebigen Musik-Business geraten solche Ereignisse eher in den Hintergrund. Ironie und zugleich Wink des Schicksals: Jamie-Lee Kriewitz gewann im letzten Jahr in der fünften Staffel „The Voice of Germany“, die Xavier Naidoo selbst als Juror in den Jahren 2011 und 2012 mitgestaltete.

Unpolitisches obsiegt beim Vorentscheid

Denn mit Alex Diehls Beitrag „Nur ein Lied“, welches sich schließlich mit dem Terroranschlägen von Paris auseinandersetzt, gar eine herrliche Begleitung des Münchner Rundfunkorchesters ihm eine wunderbare Tiefe gab, wäre ja das Publikum auch in Stockholm dem Thema ausgesetzt worden. Dies war wohl mit ein Grund, wieso gestern die Zuschauer und Hörer sich für Jamie-Lee Kriewitz „Ghost“ entschieden, mit dem sie schon in der Casting-Show gewinnen konnte.

Die Drittplatzierten, die Power-Metal-Band Avantasia mit dem Song „Mysterie of a Blood Red Rose“, den ihr Bassist und Sänger Tobias Summet vorneweg vertrat, konnte ebenso nicht beim Publikum landen. Somit kann die Band sich jetzt auf ihre „Ghostlights World Tour“ besser konzentrieren, die zwischen März und Juli diesjährig stattfinden soll.

Wir dürfen gespannt sein, für wen die Europäer in diesem Jahr entscheiden werden, ob zum dritten Mal Deutschland als Sieger hervorgeht wie schon zuvor 1982 Nicole und 2010 Lena Meyer-Landrut.

Lotar Martin Kamm

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Kartenspiel

pixabay.com

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Kartenspiel einsam
allein
auf dem sauberen Klo,
rinnendes Wasser
in der zurecht gemachten Straße
schreiender Kinder –
unaufhörliches Spiel.

Kartenspiel einsam
allein
im aufgeräumten Kleiderschrank,
laufendes Gehen
in der hergerichteten Wohnung
erzählender Frauen –
nie enden wollendes Spiel.

Kartenspiel einsam
allein
im bequemen Sessel,
eingetrocknete Tropfen
im strahlenden Fenster
spiegelnder Mädchen –
aufreizendes Spiel.

Kartenspiel einsam
allein,
ausgetrocknete Weinbeeren
im sagenden Mund,
vergessen gesehen
von bunten Bändern
der Augen.

Nafia

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