Seehofers Moskau-Reise stößt auf fragwürdigen Widerstand

flickr.com/ Metropolico.org/ (CC BY-SA 2.0)

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Politische Gespräche sind besser als jede Diffamierung

Welch Raunen in politischen Kreisen unseres Landes, Horst Seehofers geplante Moskau-Reise zum 04. Februar stößt auf fragwürdigen Widerstand, die Systemmedien überschlagen sich förmlich, japsen nach Luft bzw. Gegenargumenten, hauptsächlich wird unterstrichen, daß Außenpolitik nicht Sache Münchens sei.

Dabei sollten die politischen Herrschaften eines nicht vergessen: Politische Gespräche sind besser als jede Diffamierung. Allerdings unterstreicht gerade jenes Putin-Bashing die konsequente Haltung des russischen Präsidenten, dessen Schlüsselrolle nimmt schon länger schärfere Konturen an. Dies will aber die aggressive Haltung des US-Westens keineswegs wahrhaben, genau deshalb wird jedweder Austausch mit Putin akribisch beäugt.

Propagandavorwürfe vollkommen haltlos

Ausgerechnet die Mainstream-Medien verurteilen die angebliche Propaganda Russlands, allen voran zitiert das Springer-Blatt „Die Welt“ den Direktor der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, Hubertus Knabe, der dem Nachrichtenportal „Sputnik“ Propaganda vorwirft mit ausländerfeindlicher Ausrichtung. Von Stimmungsmache in sozialen Medien mittels des Kremls instruiert, laut Knabe.

Dabei muß man viel eher feststellen, daß gerade die Systemmedien alles daran setzen, Putins Russland als Aggressor vorzuführen, obwohl exakt das Gegenteil der Fall, denken wir an den Maidan-Putsch, den Ukraine-Krieg, die Kriege im Irak, in Syrien und Libyen, allesamt vom US-Westen gesteuert! Anstatt zu differenzieren, wird schnell der „Fall Lisa“ hervorgekramt, der mit Seehofers Moskau-Reise nicht das geringste zu tun hat. Aber Hauptsache polemisieren, bloß nicht die eigenen politischen Verfehlungen angehen, wobei gerade die politische Führung in Berlin es in letzter Zeit verpaßt hat, die russisch-deutschen Beziehungen zu vertiefen, stattdessen in Vasallentreue lieber dem Hegemon folgte.

Flüchtlingspolitik weiterhin unausgegoren

Wieso rügen CDU-Außenpolitiker Horst Seehofer, unterstellen diesem, es könne zu einem Schulterschluß mit Putin gegen die Flüchtlingspolitik kommen? Wer Merkel kritisiert, automatisch verbittert gerügt wird? Natürlich macht sich Seehofer Sorgen über Flüchtlingsströme, die viele Gemeinden in Bayern belasten. Ihm dabei gleich vorschreiben zu wollen, er habe „verdeckte Finanzierungen von rechtsradikalen Netzwerken“ seitens Russlands zu rügen, laut Roderich Kiesewetter (CDU), wie die Süddeutsche schreibt, zeigt deutlich, mit welcher Hysterie manche Politiker hierbei agieren.

Selbstverständlich muß man jedwede Einmischung sowie konspirative Machenschaften auch durch Russland genau beobachten, aber gerade der US-Westen möge seine eigene Rolle, was Manipulation und Propaganda anbelangt, mal lieber selbst vergegenwärtigen. Die Verhältnismäßigkeit darf man in sofern durchaus in Frage stellen. Laßt doch Horst Seehofer mit Putin sprechen, es kann keinesfalls schaden.

Lotar Martin Kamm

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Hartz IV: Betroffene weiterhin sozialrassistischem System ausgesetzt

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Wer Reichtum hofiert, muß Armut salonfähig gestalten

Deutsche Gründlichkeit hat nicht nur diesen bemerkenswerten faden Beigeschmack, der besonders historisch sich explizit hervortat, vielmehr wird sie kaltschnäuzig und gewissenlos an denjenigen ausgelassen, die ohnehin ganz unten angekommen sich kaum mehr wehren können. Hartz IV macht dies möglich, in all seinen menschenverachtenden Facetten.

Während Betroffene weiterhin diesem sozialrassistischem System ausgesetzt sind, bringt die verantwortliche Politik keine Verbesserung der in Notlagen geratenen zustande. Stattdessen zieht sie es lieber vor, gar den Bundestag zu täuschen, wie jüngst Andrea Nahles, die Sozialministerin, der man unterstellen muß, die versprochenen Gelder zur Qualifizierung von Hartz-IV-Empfängern mal eben dem Verwaltungspersonal und der Internet Technik lieber gönnte. Was interessieren schon die unbeugsam aus dem Arbeitsleben Verbannten?

Sozialpolitik zur Farce verkommen

Das einstmalige Vorzeigemodell der BRD, sie sei ein vorbildhafter Sozialstaat, gehört seit etlichen Jahren längst der Vergangenheit an. Die Gelegenheit dazu wurde zu Beginn der 1970iger Jahre verpaßt, spätestens als Helmut Kohl den ohnehin treuen Atlantikbrückenkollegen, Helmut Schmidt, ablöste, wurde deutlich, wohin die Reise geht, zumal seine Beteuerung, die Deutschen müßten den Gürtel enger schnallen, dies erst recht unterstrich. Sein Nachfolger folgte dem Kurs sozialen Abbaus, unter Rot-Grün wurden jene menschenrechtsverletzenden Hartz-IV-Gesetze im Deutschen Bundestag zügig durchgewunken, beschlossen und in Kraft gesetzt.

Jobcenter lassen oftmals unverblümt ihre Muskeln spielen

Die Allmacht deutscher Gründlichkeit sieht man gerade im Alltag zwischen den Jobcentern und den Betroffenen, die in der Regel den Schikanen kaum etwas entgegensetzen können, der Gang zu den Sozialgerichten fällt den meisten schwer, Resignation macht sich viel eher breit. Daher kaum verwunderlich, wenn seitens der Jobcenter verschlampte Unterlagen den Beziehern angelastet werden. Können diese sie nicht rechtzeitig aufbringen, haben sie einfach das Nachsehen. Hierbei gilt wohl die allseits gängige Praxis: das Recht des Stärkeren. Wer sich nicht wehren vermag, hat schlicht Pech gehabt.

Dabei sollte es eher umgekehrt sein. Doch die BRD hat sich im Laufe der letzten Jahrzehnte von einstmaligen Zielen sozialer Gerechtigkeit längst entfernt, verfolgt den Weg des Globalismus und deren Politik, die vor allem die USA anschaulich vorantreiben. Wer sich die erschreckende Armut im reichsten Land der Erde verinnerlicht, weiß zugleich, was dort wohl verkehrt läuft.

Gilbert Keith Chesterton formulierte mal:

„Je reicher einer ist, desto leichter ist es für ihn, ein Lump zu sein.“

Lotar Martin Kamm

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Heilsversprechungen im Zeichen schönfärbender Nationalstaaterei

flickr.com/ dertempelhofer/ (CC BY-NC-ND 2.0)

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Nach Petris Äußerung Spießrutenlauf im Anmarsch?

Ist es wirklich schon wieder soweit, daß innerhalb der Nationen Menschen um ihr Leben fürchten müssen, wenn sie nicht in das Weltbild von ein paar Schreihälsen passen? Anstatt sich an den wirklichen dringenden Problemen unserer jüngsten Zeit mit konstruktiven Lösungsvorschlägen zu beteiligen, formulieren sie Parolen, die darauf abzielen, Menschen gegenseitig aufzuhetzen.

Mit welchem Ziel? Und mit welchen Geldern werden solche publikumsgeilen Schreiberlinge und Podiumstürmer finanziert? Welche Zielgruppen sind bereits mobilisiert, welche und wieviel Menschen werden noch alle infiziert werden?

Maskenmänner, -frauen im Zeichen schönfärbender Nationalstaaten vergiften gerade durch ihre scheinbare, harmoniegetränkte Wertevorstellungen den Zusammenhalt innerhalb ihrer Nationen. Sie nutzen bewußt Versäumnisse, Fehlentscheidungen der letzten Jahre seitens der Politik, der wirtschaftlichen Globalisierung, um mit Heilsversprechungen ihre nationale Weltanschauung in die Völker zu tragen. Aber wo waren diese Heilsversprechungen als bereits Ende der 80iger Jahre festgestellt werden konnte, wohin der Hase läuft? Wo waren sie, als in den 90igern der soziale Abbau in den europäischen Ländern auf Hochtouren lief? Wo waren sie, als es nicht mehr zu verheimlichen war, wer, wo und wie an der Weltgemeinschaft zündelt?

Sie waren schlicht nicht interessiert daran, in den einzelnen Nationen konkrete Vorschläge zu unterbreiten, die durch die Arbeitsmarktsituation teilweise gebeutelten Familien zu unterstützen, die bisweilen unzumutbaren Verhältnisse in den Alten-, Pflegeheimen zu verbessern, die Sozialabgaben der Arbeitgeber zu erhöhen für die Renten-, Kranken-, Arbeitslosenkasse, sich einzusetzen für familiengerechtere Arbeitszeiten, eine Reformierung des Schulsystems.

Gegen bestehende Ungerechtigkeiten, politischen Irrsinn, wirtschaftliche Ausbeutung, soziale Gerechtigkeit zu protestieren, ist richtig und wichtig, aber dies alles auf dem Rücken von Menschen, die zum Schutze ihres Lebens geflohen sind, ist mitnichten zu akzeptieren.

Wenn wir wirklich ein Europa der Völker sein wollen, ist es vonnöten, die europäische Kultur und Geschichte zu festigen. Die EU hat lokal den Sitz in Brüssel und aufgrund wirtschaftsabhängiger Politiker nicht im Herzen der Menschen. Dies gilt es zu verändern. Ansonsten laufen wir Gefahr, einem neuen Rassismus in die Hände zu spielen, und es kann zu Spießrutenlaufen kommen, wenn wir mit unseren (nicht dem jeweils nationalen Land zugehörigen) Freunden, Frauen, Männern, Kindern spazieren gehen.

Doris Mock-Kamm

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An der Schwelle eines neuen Zeitalters

pixabay.com

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Melindas Welt gerät aus den Fugen

Nichts verhielt sich jemals mehr wie es einst mal war. So zumindest empfand dies die vierzehnjährige Melinda, als sie durchs Treppenhaus lief, manchmal zwei, drei Stufen auf einmal, stolperte dabei einmal kurz, konnte aber noch rechtzeitig einen Sturz verhindern. Frau Huber aus dem zweiten Stockwerk schimpfte ihr fluchend nach, es sei doch noch Mittagsruhe. Aber dies interessierte die schwarzhaarige Jugendliche nicht im geringsten, sie war obendrein in Gedanken vertieft, zumal gestern ihre erste große Liebe einfach so, ausgerechnet gar per SMS Schluß gemacht hatte.

Amy hatte sie des nachmittags noch getröstet, weil Melinda heulend vor dem Schultor gekauert hatte, diese den Hausmeister harsch abwies, als jener nach ihrem Anliegen fragte. Sie möge Jens ganz schnell wieder vergessen, erklärte Amy, er sei es eh nicht wert gewesen, man munkle, er würde das bei anderen genauso gemacht haben, er sei sogar ein Aufreißer, der sich gern damit brüsken würde, mit wievielen Mädchen er schon gegangen sei. Seine Schulfreunde suchten in der Regel meist auch Rat bei ihm.

Schnell hatte sich am Ende Melinda von ihrer allerbesten Freundin beruhigen lassen, sie sah ein, daß es noch andere, viel interessantere Jungs gäbe. Kaum hatte sie die schwere Eichen-Eingangstür aufgestoßen, empfing die Jugendliche der übliche, laute Verkehrslärm. Zwei Autos bremsten scharf ab, beinahe kam es zu einem Unfall, der Vordermann brüllte aus dem offenen Fenster in Richtung des Fahrzeugs hinter ihm, danach rollte der Verkehr jedoch schnell wieder weiter.

Auf der gegenüberliegenden Straßenseite nahm Melinda plötzlich ihre Mutter wahr, die eigentlich auf Arbeit sein sollte, eine Putzstelle bei den Webers in der Galvanistraße. Doch ihre Mama schlenderte gemütlich in aller Seelenruhe Arm in Arm mit einem viel jüngeren Mann als sie selbst, tauschte verliebte Blicke mit diesem aus. Melindas Atem stockte für einige Augenblicke, ehe sie wutentbrannt zur Kreuzung rannte, da just für Fußgänger die Ampel auf Grün schaltete.

„Nanu, welch toller Mann an deiner Seite, Mama, möchtest du mich nicht vorstellen?“, rief sie von weitem den beiden zu, ziemlich keuchend aus der Puste geraten, da sie die letzten dreißig Meter ganz schnell gerannt war. Martina, so hieß ihre Mutter, schaute entsetzt ihrer Tochter entgegen und erwiderte ziemlich verlegen.

„Marc, darf ich dir meine ältere vorstellen, das ist Melinda. Mach dir nichts draus, sie ist mitten in der Pubertät.“ Kaum ausgesprochen, erhielt Martina einen vernichtenden Blick von ihrer Tochter.

„Aha, man sieht sofort, daß du Tinas Tochter bist“, bemerkte der große Dunkelblonde grinsend, „du gehst wohl noch zur Schule, in die achte Klasse, oder? Du sollst ganz gut in Mathe sein, wie mir deine Mutter erzählte?“

„Was geht den das was an, Mama?“, fragte Melinda ziemlich entrüstet ihre Mutter, wartete keine Antwort mehr ab, sondern kehrte einfach um, suchte schnell das Weite, viele Gedanken schwirrten der Jugendlichen durch den Kopf. Sie mußte an Papa denken, der gerade unterwegs war nach Rom, ein dringendes Geschäft erledigen, während ihre Mama einfach sich einen Lover gönnte! Obendrein einen solch jungen, sie schätzte ihn auf höchstens 35, also somit zehn Jahre jünger als Mutter. Wutentbrannt lief sie in die City, möglichst unter Leute, dachte sie, dann müsse sie sich mehr beherrschen.

Schlimm genug, daß seit drei Tagen inzwischen der fünfte Krieg im Nahen Osten ausgebrochen. Nachdem im Irak und in Syrien schon Kriege liefen, noch im Winter 2016 die USA meinten, sie müßten erneut Libyen bombardieren, war mitten im Frühling ebenso Ägypten involviert, folgten nunmehr im Hochsommer heftige Scharmützel zwischen der Türkei und dem Iran. Erdoğan wollte wohl unbedingt der Welt seinen Wahnsinn beweisen, wissend, daß im Notfall eine NATO ihn schützen würde. Das hatte die Russen erheblich verärgert.

Man spürte regelrecht die knisternd aggressive Spannung, die obendrein von den Systemmedien erst recht angeheizt wurde. Die Lobesbekundungen für die USA waren kaum mehr auszuhalten, zumindest für all jene, die noch einen Restverstand an politischer Kritik sich bewahrt hatten. Auch Melinda war sich zusammen mit ihren Schulfreudinnen- und Freunden einig, wie gefährlich die politische Lage eskalierte, die letzte Hoffung darin bestand, daß Putin weiterhin weise sich zurückhielt. Dies schien sich gerade zu erübrigen, zu heftig provozierte die Allianz der Aggressoren!

Welch komische Zeit, in der sie lebe, dachte Melinda, bemerkte hektisches Treiben in der Stadt. Weiter vorne rannte plötzlich eine Gruppe älterer Jugendliche aus einem Supermarkt, trugen solche billigen Batman-Masken. Schnell war ihr klar, daß sie einen Raub hinter sich hatten, da aufgeregt das Personal auf dem Bürgersteig erschien. Zu spät, die Diebesbande hatte sich gut vorbereitet, fuhr mit quitschenden Reifen in einem schwarzen Volvo davon.

Erschrocken fuhr Melinda herum, weil jemand auf ihre linke Schulter tippte. Es war Amy, die sie wortlos in den Arm nahm. Heulend schluchzte die Vierzehnjährige auf, erzählte ihrer besten Freundin von Mama und deren jüngeren Lover. Amy versuchte sie halbwegs zu trösten, lud sie ein, sie könnten doch eine Pizza essen gehen, dann käme sie wieder auf andere Gedanken. Melinda willigte kopfnickend ein.

Lotar Martin Kamm

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Themen zum Machterhalt missbraucht

flickr.com/ Daquella manera/ (CC BY 2.0)

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Es gilt, jenen die Stirn zu bieten

Setzen, stellen, legen. Deutet das auf eine gymnastische Übung hin, ist es ein verzweifelnder Versuch, eine Skulptur in die richtige Position zu bringen, eine Aufbauanleitung für ein Bett, Schrank, Befehle einer Tierdressurnummer? Nein.

Es ist: das Thema. Lateinisch thema, vom griechischen théma, Behauptung, Satz, abzuhandelnder Gegenstand, Ausspruch, eigentlich das (Auf)gesetzte), tithénai, setzen, stellen, legen. (lt. Duden)

Schon Kinder üben sich darin, ein Thema zu setzen, zu stellen, zu legen. Die Argumente, die Kinder anführen als Begründung, jetzt noch nicht ins Bett gehen zu müssen, wollen, sind teils an Kreativität nicht zu überbieten. Sie können wahre Künstler sein, dieses Bettzeit-Thema mit allen erdenklichen Argumenten hinauszuzögern. Im Prinzip ist es egal, ob es sich um das Bettzeit-Thema handelt, oder warum das „grüne Zeug“ nicht schmeckt, es ist die Vorbereitung, ein Thema von verschiedenen Seiten argumentativ dem anderen gegenüber zu vertreten.

In zwischenmenschlichen Beziehungen können Themenvielfalt, der Umgang Themen zu erörtern, ein Grundstock für eine feste Freundschaft bilden. Allerdings scheitern auch Lebensgemeinschaften an anscheinend belanglosen Themen wie: das Ausdrücken der Zahnpastatube, die Platzwahl der Schlüssel, das Versorgen der Schmutzwäsche. Warum können scheinbar unwichtige Themen so eine gewaltige Kraft ausüben, Liebende zu trennen? Die Antwort gibt das Thema selbst, es ist das Setzen, Stellen, Legen.

Individuell gesehen, hat jeder seine eigene Sicht (Ansicht) auf und für Dinge. Das bezieht sich nicht nur auf die Größenverhältnisse, Kinder, Erwachsene, sondern in Bezug auf Erfahrungswerte, Gewohnheiten. Schließlich auch auf den Umgang selbst Themen analytisch reflektieren zu können. Denn jede Sache hat mehr als eine Seite. Das Positionieren zu einem Thema erfordert, wenn es vielschichtig ist, manchmal langwierige Diskussionen mit Fragen und Antworten. Vorschnelle Meinungsbildung ist Aktionismus, der verheerende Folgen nach sich ziehen kann. So etwa die Aburteilung ganzer Berufsschichten, Zugehörige einer Gruppierung, Flüchtlinge, Frauen, Männer, Behinderte.

Sicher, manchmal verfällt man dem Basta-Ton, um langwieriges, kaugummiartiges Zerfleddern eines Themas abzukürzen. Dennoch sollte immer die Bereitschaft vorhanden sein, Themen neu zu überdenken. In einer spannungsgeladenen Zeit, in der viele Themen unter den Nägeln brennen, ist es vonnöten, einen kühlen Kopf zu behalten und nicht blindwütig, nicht bestätigte Vorkommnisse unter dem Deckmantel der Aufklärung weiterzuverbreiten.

Denn das ist aufhetzen, Feindbilder schaffen, alles in einen Topf werfen, undifferenziertes Schubladendenken. Gerade jetzt sind Menschen gefragt, die sachkundig, ehrlich, möglichst unbeeinflußt diesem Mob, egal welche Position sie innehaben, denn diese Basta-Ton-Menschen befinden sich ganz oben auf der Stufe und ganz unten, die Stirn zu bieten.

Setzen, stellen, legen wir uns all jenen in den Weg, die Themen zu ihrem Machterhalt oder warum und wofür auch immer für ihre Zwecke mißbrauchen.

Ihre

Doris Mock-Kamm

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Feindbilder verhindern ein friedliches Miteinander

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Satirischer Rückblick…

Denn wer im Trüben fischt, dies war ohnehin ziemlich klar, der möchte für Chaos sorgen, die Bevölkerung soll schon morgen, also dieses Jahr, sich entzweien. Na, wem geht auf ein Licht? Was dabei gewiße Herrschaften an Haß und Gewalt aneinanderreihen? Einfach mal genauer hinschauen, wie sie uns immer mehr an Lebensglück klauen.

Alles nur hysterische Spinnerei wie mit einem Fitzelchen? Keineswegs, schon gleich gar kein Witzelchen, wenn wir neuentflammte Feindschaften zwischen Weltreligionen betrachten, zwei von ihnen sich in letzter Zeit erheblich verkrachten. Ein Interview mit Yavuz Özoguz entlarvt manch unnötigen Überdruß? Schwer zu sagen, dennoch wir stellten gezielte Fragen.

Wenn die Stimme des Patriotismus das Wort erhält, ob es einem gefällt oder nicht, manch Nazi unter dem einen oder anderen Stein hervorkriecht? Ohne weiteres das wohl nach erneutem Faschismus riecht! Müssen wir in Folge erkennen, daß pauschale Stimmungsmache Mittel zum Zweck? Unbedingt, wieder jenes Verrennen in die verkehrte Richtung, oh Schreck.

Da schaut’s drüben in den USA noch anders aus, sie durch Wintersturm „Jonas“ waren beschäftigt. Gleichwohl sie Rüstungsgeschäfte mit Saudi-Arabien bekräftigt, wenn auch durch die Hintertür, es spricht sehr vieles dafür, daß man die BRD damit vertraut, beschäftigt. Was ein treuer Vasall alles vermag, dies sehen wir doch Tag für Tag. Wohin uns das wohl führt, wenn der Hegemon ständig sich in Kriegen verliert? Menschheit an der Schwelle des Wandels sich entscheiden muß, bevor per großem Überdruß alles zerfällt, am Ende unsere gemeinsame Welt.

Dazu gehört vor allem der Nahe und Mittlere Osten, dürfen Friedensbemühungen nicht einrosten, selbst wenn die Kritik an Israels Siedlungsspolitik Netanjahu nicht schmeckt, weiterhin unschuldige Palästinenser verreckt, müssen Lösungen folgen. Keine verträumte Sehnsucht nach Frieden über manch Wolken, vielmehr das Los der Menschheit das Ziel. Verlangt man dabei zu viel? Klar doch, Appelle fordern unser Gewissen heraus. Gut so, noch.

Denken wir an die Proteste zum TTIP, wobei die USA trotzdem sein Zustandekommen diktieren, tut’s vielen weh, kann man sich in Ohnmacht und Wut verlieren. Mit welchem Recht dürfen die dermaßen kaltschnäuzig agieren? Manipulation so weit das Auge reicht, Rattenfänger wir zwar am besten im Vorfeld entlarven, dennoch manchem das Gefühl beschleicht, sie lullen zu viele ein wie auf Wolken schwebend, spielend auf güldenen Harfen.

Da kommt die anmahnende Kritik zu den Belastungen von Autoabgasen wohl doch ein wenig zu spät, wie ihr an den ein oder anderen Leserzahlen seht. Was soll’s, die Welt ist ohnehin schon vielerorts zerstört, manch einer vom Schein geschickt gesetzter Fehlinformation betört.

Ihr

Lotar Martin Kamm

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Autoabgase verpesten weiterhin die Luft

flickr.com/ Lukas Laszlo/ (CC BY-ND 2.0)

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Das Feilschen um Grenzwerte verhindert keine Gesundheitsgefahren

Wer in Großstädten aufgewachsen oder längere Zeit lebte, weiß nur zu genau, wie schrecklich die Atemluft sich anfühlte, wenn er auf den Bürgersteig ging, während viele Autos vorbeifuhren oder per Stop-and-go sich fortbewegten. Vom belastenden Lärm mal ganz zu schweigen. Findige Techniker ersannen alle möglichen Verfahren, das zu filtern, was Verbrennungsmotoren produzieren, dennoch schädigen uns Mengen von Stickstoffdioxiden.

Das Feilschen um Grenzwerte verhindert keine Gesundheitsgefahren, der europaweit festgelegte 1-Stunden-Grenzwert von 200 µg/m3 für Stickstoffdioxid, der allerdings maximal 18-mal während eines Kalenderjahres überschritten werden darf, liest sich zunächst als angebliche Sicherheit zum Schutz menschlicher Gesundheit. Doch sollte man sich eher nichts in die Tasche lügen, in Wirklichkeit sind die gesundheitlichen Folgen erheblich.

Zehn Prozent aller Autos in der Welt sind in der BRD zugelassen

Welch riesige Zahl, wenn wir die relativ kleine Fläche Deutschlands dabei berücksichtigen. Kein Wunder, daß im dichtbesiedelten Nordrhein-Westfalen jede fünfte Meßstelle den Stickstoffdioxid-Grenzwert überschreitet. Dabei spielen unbedingt Dieselfahrzeuge eine große Rolle, wie RP Online berichtet.

Dennoch führt die Hauptstadt Baden-Württembergs die Liste der höchsten Stickstoffdioxidkonzentration mit durchschnittlich 87 Mikrogramm pro Kubikmeter fürs Jahr 2015 an und nicht Dresden, wie fälschlicherweise als Gerücht gestreut wurde, die sächsiche Landeshauptstadt sei Feinstaub-Hauptstadt Deutschlands.

Nur halbherzige Bemühungen die Luftverschmutzung zu mindern

Die Industrie erhielt etliche Auflagen, mußte Filteranlagen nachrüsten, um die Luftverschmutzung zu mindern, auch im Hinblick zum Klimaziel. Dennoch ließ man die Auto-Industrie großzügig gewähren, obwohl schon lange ausgereifte Ideen zwecks anderer Kfz-Antriebsarten vor sich hin schlummerten, in die ein oder andere Schublade verschwand. Hauptsache Gewinne beim Erdöl eingefahren, die Basis des Treibstoffes, der die Politik beflügelt, sich zu wenig um die Gesundheit der Bevölkerung zu scheren.

Immerhin sterben weltweit sehr viele Menschen an den Folgen dieser Luftverschmutzung, in Europa waren es im Jahre 2010 an die 400.000. Während einige gen VR China schielen, um die dortig sichtbare Luftverschmutzung anzuprangern, schaut es hierzulande nicht wesentlich besser aus. Erst mal vor eigener Haustüre kehren, muß man mit Nachdruck einwenden. Vergessen wir nicht, daß neben uns Menschen auch die Natur, die Pflanzen erheblich unter den Abgasen zu leiden haben, letztlich die giftigen Substanzen wir mittels Nahrung gleichwohl aufnehmen.

Ihr

Lotar Martin Kamm

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