Manipulation so weit das Auge reicht

flickr.com/ albdruck/ (CC BY-SA 2.0)

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Rattenfänger am besten im Vorfeld entlarven

Vielleicht sollte das Wort Manipulation das Unwort des Jahres 2016 werden, weil es zurzeit von jeder Partei, Organisation, Firma, Einzelpersonen gegenüber dem vermeintlichen zu Bekämpfenden vorgeworfen wird. Daß wir durch Werbung manipulativ beeinflußt werden, ist kein Geheimnis. Wenn nun aber sogenannte alternative Medien, Organisationen genau dieselben Tricks benützen, dann wird es immer schwieriger, die Spreu vom Weizen zu trennen.

Genauso wie die Werbung werfen sie einfache Parolen, Statements, Aussagen verbreitet in Sekundenschnelle durch das Internet, in den Raum und damit in die Köpfe der Menschen. Und weil wir alles erstmal abspeichern, unterliegen wir in unseren Gedanken einer vermeintlichen Wahrheit. Selbst wenn sich die Bilder, Parolen, Phrasen nicht bewahrheiten, so bleibt doch immer noch ein Rest dieser Eindrücke in uns. Manipulationen wohin man schaut, lieber keinem mehr vertraut.

Sogenannte Mitgliederzahlen, Wahl-, Studienergebnisse, Leserzahlen sind mehr und mehr zu einer Farce verkommen. Wobei dies noch eher differenzierter zu durchschauen ist. Schwieriger wird es, wenn durch mundgerechte Schnittchen, wohlklingende Wortwahl, Werte, Familie, Anstand, Respekt und viele mehr uns zugeführt werden, damit wir wieder Menschen sind oder werden sollen, die dies zu schätzen wissen. Durch Hintertüren werden wir hineingetragen in ein sorgenfreies, frei von Gier, Neid, Mißgunst, neues Lebensgefühl.

Sie suggerieren uns Freiheit und Mitspracherecht, nehmen uns ernst, wissen um unsere Nöte. Es gibt kein Feld, auf das wir vor hinterlistigen Fängern mehr sicher sind. Sie benutzen jeglichen Sektor, auf dem nur annähernd Ungemach strömen kann, politisch, wirtschaftlich, sozial, gesundheitlich, familiär, humanitär, philosophisch, esoterisch, um Stacheln und Dornen zu Entzündungen zu bringen.

Was wird durch dieses Verhalten unterstützt: manus, die Hand, plere, füllen. Manipulation. Wir füllen die Hände. Oder sie lassen sich die Hände füllen. Wer volle Hände hat, dem geht es gut. Er hat erreicht, daß viele ihm zuhören, seine Produkte kaufen, seine Thesen vertreten, sein Magen nicht hungern muß, von Anbetung ganz zu schweigen.

Durch diesen ganzen Wust der Manipulationen einen klaren Blick für die Wahrheit zu erhalten, wird zunehmend schwerer. Wer oder was kann uns schützen, wenn wir selbst Unbill spüren, ob der vielen drängenden Themen und Lösungswege nicht sofort zu erkennen sind? Dafür gibt es nur individuelle Antworten. Aber wie bei allen Wegen, die wir beschreiten, liegt es an uns, wie aufmerksam wir sind, um nicht über eine Wurzel zu stolpern, in eine Pfütze zu treten, ob ein Zweig unser Gesicht streift. Im Übrigen erkennt man ehrliche und aufrichtige Aussagen und Menschen daran, ob sie uns in ihre Bücher sehen lassen, uns auch hinter die Kulissen führen und wie oft sie ihre Masken wechseln.

Ihre

Doris Mock-Kamm

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TTIP: USA diktieren sein Zustandekommen

flickr.com/ Mehr Demokratie e.V./ (CC BY-SA 2.0)

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Trotz erheblicher Widerstände am Ende der Hegemon sich durchsetzt?

Angesichts bisheriger politischer Entscheidungen muß man die Frage leider mit Ja beantworten. Die USA diktieren das Zustandekommen des Transatlantischen Freihandelsabkommens (TTIP), welches seit Juli 2013 zwischen der EU und den USA ausgehandelt wird. Das Fatale daran: Die Öffentlichkeit wird kategorisch ausgeschlossen.

Obwohl die verantwortliche Politik nur zu genau weiß, welche Widerstände hüben wie drüben des Atlantischen Ozeans sich formieren, setzt sie eiskalt und skrupellos dieses TTIP durch, die Bundeskanzlerin hat die Entgegennahme der 1,6 Millionen Unterschriften gegen dieses intransparente Vorhaben kurzerhand verweigert. Ein deutlicheres Signal ans Volk kann man kaum setzen, es heißt nämlich nichts anderes, als daß die Regierung der BRD als ewiger Wegducker und Vasall keinerlei Mut besitzt, sich schützend vors Volk zu stellen. Hauptsache die Großkonzerne setzen ihren mächtigen Kurs fort, was interessieren da schon Bedenken und berechtigte Einwände.

Monsanto und Co. frohlockende Sieger

Was im letzten Jahr nicht fruchtete, soll in diesem Jahr unbedingt durchgesetzt werden. Da mag ein vollmundiges Entgegenkommen, welches ganz offensichtlich eher trügerisch, nur zum Schein stattfindet, die US-Bedingungen keineswegs schmälern, der Maulkorb für Abgeordnete, die mal in TTIP-Texte spicken dürfen, unter Aufsicht versteht sich, Erinnerungen an Schulprüfungen werden wach, zeigt deutlich die weitere Vorgehensweise.

Wenn schon die Bevölkerung außen vor gelassen wird, sollen ebenso Politiker vorgeführt werden, besonders abgesegnet von einer EU, die keinerlei Bedenken hat, das US-amerikanische Wirtschaftsdiktat willenlos gewähren läßt. Soweit sind wir alle schon heruntergekommen, die Rechnung einer übergeordneten europäischen Machtzentrale, die EU selbst, geht vollends auf. Diese darf ungebremst sich über nationale Interessen der einzelnen Mitgliedsstaaten hinwegsetzen, diese haben sich den Entscheidungen in Brüssel zu beugen. Monsanto und Co. frohlockende Sieger, während die Menschen einfach stillhalten sollen, natürlich politisch demokratisch legitimiert.

Widerstand wird erst recht zur Pflicht

Wenn wir nicht willenlos uns den Vorgaben dieses ominösen TTIPs aussetzen wollen! Im Alltag würde niemand die Katze im Sack kaufen, aber hierbei sollen die Völker dem zustimmen? Offensichtlich kam zunächst Bewegung, schien der Widerstand zu greifen. Bei genauerem Hinschauen entpuppt sich allerdings das Ganze als unfreiwillige Pseudo-Transparenz.

Es herrscht erstaunliche Leere im TTIP-Leseraum, wie die FAZ unter der Rubrik Feuilleton bekannt gibt. Diesen höchst fragwürdigen politischen Prozeß unter einer „literarischen Gattung“ zu setzen, statt in den Bereich der Politik selbst, spricht schon für sich, auch wenn Systemmedien numehr wenigstens kritisch hinterfragen.

Widerstand wird erst recht zur Pflicht, wollen wir uns nicht das Fell über die Ohren ziehen lassen von US-amerikanischen Konzernen, die dann im Lande schalten und walten dürfen, ohne daß sie jemand aufhalten darf. Mit dem Rücken zur Wand, den Großkonzernen ausgeliefert? Noch können wir alle dies verhindern. Denn TTIP steht viel eher für: Tricksen (und) Täuschen ist Programm!

Ihr

Lotar Martin Kamm

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Appelle fordern unser Gewissen heraus

flickr.com/ joseph.gruber/ (CC BY-NC-ND 2.0)

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Mensch – nichts dazugelernt?

Sie sind da! Jeden Morgen sind sie da! Sobald das E-Mail-Konto geöffnet wird, springen sie dich an. Nein, nicht die vielversprechende Werbung für irgendein Produkt. Es sind die Hilferufe verschiedener Organisationen. Mal geht es um eine Unterschriftenaktion, mal um Spenden, manchmal aber auch nur um eine Info über den Fortgang eines Projektes oder einer Aktion. Wenn man Teilhabe an den unterschiedlichen Themen hat, ist die Liste der E-Mails teilweise erschreckend groß.

So kann es passieren, daß der Morgen mit einem flauen Bauchgefühl beginnt, obwohl das Frühstück gesundheitlich ausgewogen war. Aber das Verdauen der meistens dringenden Aktionen, Aufrufe weckt an manchen Tagen das Gefühl: einfach weglaufen, Ohren zu, nichts mehr sehen und lesen wollen, sich verkriechen in eine tiefe Höhle. An manchen Tagen möchte man am liebsten alles kurz und klein schlagen, weil das Unverständnis, Ohnmacht überhandnimmt. Gut, wenn man in dieser Situation die Möglichkeit hat, Holz zu hacken oder sich auf das Trimrad schwingen kann, die Kopfhörer ins Ohr gepresst und Musik aufdrehen vermag.

Natürlich kann und darf man nicht davon ausgehen, daß es nur in der jetzigen Gegenwart so viele Ungerechtigkeiten, Proteste gibt. Die Geschichte, jedenfalls seit es für die Menschen die Gelegenheit gab, diese niederzuschreiben, genauer sie weiter zu vermitteln durch Erzählungen, ist bestückt mit grausamen Verhaltensmustern unserer Vorfahren. Sehr wahrscheinlich sind einige der Erzählungen, Epen auch übertrieben und absichtlich furchterregend in ihrer Aussage, aber die Grundtendenz über die Beschreibungen der Handlungen einzelner Menschen läßt sich fast eins zu eins in das Bild des Gegenwartsmenschen fügen. Das heißt, Mensch nichts dazugelernt?

Oder heißt es, Mensch noch nie gelernt? Kann eine Kurzanalyse Licht ins Dunkel bringen? Bestätigt durch heutige Wissenschaftler wissen wir über die Zusammensetzung der DNA als der Träger der Erbinformation unserer Gene Bescheid. Auch wissen wir, daß der Mensch aus vielen Milliarden Untereinheiten, den Zellen besteht.

Dieses Wissen besaßen bereits einige unserer Vorfahren, nur konnte dieses Wissen nicht im Rahmen wissenschaftlicher Exkurse weitervermittelt werden. Also griffen unsere Vorfahren in die Trickkiste und formulierten anhand von Geschehnissen, Natur, Erkenntnissen die Verbundenheit im Menschen (DNA, Zellen) und zwischen den Menschen (DNA, Zellen). Wenn wir nun weiterhin wissen, daß durch die Gene die Erbinformationen weitergegeben werden, die sich auf die Zellen auswirken, so wird verständlich, warum wir immer noch so handeln wie vor zigtausend Jahren. Uns ist noch nicht klar geworden, daß wir uns damit selbst ausrotten, wenn wir weiterhin unsere Erde plündern, foltern, Neid, Haß, Wut, Gier, Angst unser Dasein bestimmen.

Also nie gelernt und nichts dazugelernt, wenn da nicht jene Menschen wären, die diese E-Mails verschicken, damit auf Mißstände aufmerksam machen und gegen sie ankämpfen. Ein Dank dafür ist das Wenigste, daß man für diese Menschen aussprechen kann, ein wenig mehr oder vielmehr ist es, seine Stimme mit diesen Menschen zu erheben.

Ihre

Doris Mock-Kamm

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Kritik an Israels Siedlungspolitik schmeckt Netanjahu nicht

Israel, Siedlungspolitik, USA, Ban Ki Moon, Putin

Israel, Siedlungspolitik, USA, Ban Ki Moon, Putin

Eine Welt nicht nur zwischen Gut und Böse

Ganz so einfach sollte man die politischen Verstrickungen in der Welt nicht werten, obwohl manche Standpunkte dermaßen offensichtlich sich präsentieren, daß man sich nur noch wundern darf, wenn etliche Zeitgenossen den Inszenierungen im Nahen Osten folgen. Dortigst ist in in erster Linie die Zivilbevölkerung betroffen, versucht irgendwie zu überleben.

Das scheint dem Ministerpräsidenten Israels, Benjamin Netanjahu, nicht zu interessieren, er hält an der Beendigung des Baustopps fest, das Verteidigungsministerium genehmigte somit die Errichtung weiterer 150 Siedlerwohnungen an vier Orten im Westjordanland, woraufhin wohl dem UN-Generalsekretär Ban Ki Moon der Kragen platzte, dieser die Siedlungspläne heftig kritisierte, was Netanjahu veranlaßte, zurück zu keifen, dessen Bemerkungen ermuntere die Palästinenser zum Terror.

Der jahrzehntelange Streit im Herzen des Nahen Osten setzt sich munter fort, die USA bleiben dabei, Israel zu unterstützen. Europa hält sich vornehm zurück, ebenso die US-abhängige BRD, während Focus Online nichts besseres einfällt, als am Ende des Artikels Putin fünf Attacken in dessen Rede bei der UNO zu sehen, die in Wirklichkeit allesamt unbedingt berechtigt sind. Aber davon will der US-Westen natürlich nichts wissen, unterstellt dem russischen Präsidenten lieber böse Absichten, obwohl realpolitische Entscheidungen in Syrien und in der Ukraine das ganze Ausmaß der aggressiven Westpolitik entlarvt, auch Israel seinen nicht unwesentlichen Anteil hat.

Ihr

Lotar Martin Kamm

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Weltpolitik: Menschheit an der Schwelle eines Wandels

pixabay.com

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Chancen vorhanden – man muß sie lediglich umsetzen

Veränderung findet ständig weltweit und überall statt, ganze Systeme zerfallen, in Staaten geraten Menschen aneinander, politische Strömungen stehen verfeindet sich gegenüber bis hin zu Putschen, die in Diktaturen münden oder heftiges Chaos, wobei stets die Schwächeren das Nachsehen haben, Kriegsszenarien bestimmen gespenstisch dann den Alltag.

Im noch friedlichen Europa halten viele den Atem an vor der Gewißheit, daß dort etwas fast Unaufhaltsames lawinengleich auf uns alle zurollt, kaum mehr aufgehalten werden kann, es sei denn, die Massen begreifen rechtzeitig, welch perfide Vorhaben hier umgesetzt werden sollen. Während die altbewährte Strategie der „Brot und Spiele“ merkwürdigerweise immer noch greift, manch Aufgeweckte sie zwar benennen, mittels des Internets wesentlich mehr erreichen, um Bürger aufzuklären, scheint dennoch der Großteil Desinteressierter, ihre Rattenfänger zu wählen, haben ein schier ungebrochenes Vertrauen in deren Politik.

Das Leid immer noch nicht groß genug trotz zunehmender Armut, dem Abbau bürgerlich hart erkämpfter Rechte, einer stetig wachsenden Terrorgefahr, parallel einsetzenden Gewaltszenarien, nicht nur durch die Staatsgewalt selbst, sondern ebenso untereinander, in dem Flüchtlingsmassen gen Europa ziehen, nachdem sie gezielt dazu aufgefordert wurden, um auf diese Weise besonders religiöse Standpunkte erneut hervorzukramen, eine etabliert gefestigte Diskussionskultur zum Erliegen kommen soll, abgelöst werden mittels simpler Phrasen, Pauschalisierungen und Feindbildern.

Die Fronten verhärten sich, der Ruf nach dem starken Mann, nach Führungspersönlichkeiten, die sagen, was Sache ist, obwohl Mensch doch nach all der historischen Vergangenheit längst begriffen haben sollte, daß er nur in friedlicher Koexistenz zusammenleben kann. Schafft er nicht die notwendigen Bedingungen, greift die erbarmungslose Spirale der Gewalt, die einmal unkontrolliert losgelassen, nicht mehr aufzuhalten ist. Und wenn ja, dann unter gezielten Bedingungen, einer neuen Ordnung, wo wieder Unterdrückung einsetzt. Der Kreislauf ewiglich ungelöster Probleme beginnt von vorn.

Was muß der Homo sapiens noch alles an leidvollen Erfahrungen durchleben, bis er endlich begreift, daß eines der Hauptübel auf Erden die soziale Schieflage nur sein kann, die gen Himmel schreiende Ungerechtigkeit maßlosen Reichtums, der entflammt, sich verselbstständigend alles niederwälzt, was sich ihm entgegenstellt, in sofern Armut und Elend verursacht. Dabei müßte nicht ein einziger Mensch hungern, darben, sondern könnte gewissermaßen das Paradies auf Erden sein, wenn wir es denn nur endlich umsetzen würden.

Es darf eben nicht auf eine sogenannte NWO hinauslaufen, wie die USA dies zielstrebig derzeit umsetzen. Vielmehr muß Mensch ein völlig anderes Verständnis für die ureigenen Probleme in allen Staaten aufbringen, dazu neue Ideen zulassen, in wie weit regionale Strukturen sich selbst verwalten können, ohne Herrschaftsansprüche dabei, ohne Blockdenken oder Parteipolitik, bei gleichzeitiger Erkenntnis, daß nicht die Wirtschaft das Leben der Menschen bestimmt, sondern umgekehrt: Sie hat sich nach den Bedürfnissen der Menschen zu richten. Kann nur funktionieren, wenn die Gesellschaft endlich dem  Überreichtum entsagt, diesen verpönt.

Ihr

Lotar Martin Kamm

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Pauschale Stimmungsmache – Mittel zum Zweck

pixabay.com

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Wohlfühlen, ja bitte – pauschalisieren, nein danke!

Jetzt flattern sie wieder vermehrt ins Haus. Eigentlich erst in den Briefkasten, die Werbung für die nächste Urlaubsgestaltung, -planung. Pauschalreisen. All inclusive. Wer kann da schon Nein sagen?

Wieder einmal auch hier interessant die Herkunft des Wortes näher zu betrachten. Vielleicht durchschauen wir dadurch eher, warum es „zweckentfremdet“ wurde. Pausche ist die lateinisierte Form vom österreichischen Wort Bausch, das soviel bedeutet wie: im Ganzen genommen. Also von Bausch, das kennen wir doch, etwas aufbauschen, polstern? Richtig! Wattebausch, Wulst, Stoff, der aufgebauscht ist. Vielleicht ist Ihnen der Begriff: „Bausch und Bogen“ bekannt.

Nach vorherrschender Meinung verstand man bei den Grenzen einer Fläche unter Bausch das nach außen Gebogene, unter Bogen das nach innen Gebogene – so ähnlich wie Beule und Delle.

Als alte Rechtsformel spielte Bausch und Bogen beim (Ver)Kauf von Grundstücken eine Rolle, aber auch ganz allgemein im Handel. Aber was heißt spielte? Auch im Rechtsleben unserer Zeit kommt der Kauf in Bausch und Bogen noch vor und wird umrissen als Kauf „ohne genaue Beschreibung, ohne Bestimmung von Maß, Zahl und Gewicht, ohne Erforschung der einzelnen Stücke“ Quelle: redensarten.net

Pausche ist auch die Polsterung unter beiden Seiten des Sattels und das Wort für die Haltegriffe des Turngerätes Seitpferd. Aber genug der Erklärungen. Vielleicht wissen Sie schon längst, warum man für gewiße Reiseangebote den Begriff Pauschalreisen kreiert hat. Um es dem Verbraucher bequem zu machen, alles ist in einem Wisch zusammengefaßt, ausgepolstert, zum Wohlfühlen, weich gebettet. Und natürlich super günstig! Einerseits erleichtert dies ungemein das lästige Berechnen einzelner Positionen (Mischkalkulation), andererseits ist gerade dadurch, daß es pauschal zusammengefaßt ist, nicht zu erkennen, wo der Hase im Pfeffer liegt.

Bei den Reiseangeboten ist es zuweilen nicht mehr nachvollziehbar, wie durch den Preis die Tätigkeiten der Beschäftigten vor Ort kalkuliert sind. Wenn man die Flug-, Hotel- Zimmerkosten, den Transfer vom Flughafen zum Ziel und eventuell sonstige zusätzlichen Aktivitätsprogramme aufschlüsselt, bleibt nicht mehr viel übrig. Generell gilt nicht nur in Sachen Reise in diesen Tagen die Pauschale als Allheilmittel, beziehungsweise als Zugpferd.

Bei den Themen Flüchtlingskrise, Asyl, wird schnell sehr allgemein beurteilt, undifferenzierte Plattitüden schwirren nicht nur durch die Köpfe, sondern finden Gehör. Die manchmal erschreckende Verallgemeinerung, anstatt diffundierter Sachlagenklärung, heizt die Gemüter auf. Stimmungsmache par excellence. Und die Möglichkeit für einige, die ansonsten in den Hinterzimmern hockten, ihre Parolen zu verbreiten.

Wo bitte waren, pauschal gefragt, die auf den Podesten Stehenden, als durch Hartz IV das soziale Gefüge zu wanken begann, wo waren sie, als die ersten Theater schlossen, wenn Museen, Bibliotheken nicht mehr im vollen Umfang betrieben werden konnten, wo waren sie, als auch der Öffentlichkeit langsam bewußt wurde, daß Monsanto und Konsorten unsere Felder und schlußendlich die Menschen vergiften, wo waren sie, als es um entscheidende Fragen der Ressourcengewinnung ging (Fracking)?

Nicht einmal ein kleines Sandkorn hat es verdient, pauschal als Sandkorn benannt zu werden. Außer Sie interessiert es nicht, welches Gestein Sie vor sich haben. Denn Sandkörner sind nicht Sandkörner.

Die Pauschale als Polsterung, Erleichterung für Berechnungen, ist ein Wohlfühlprogramm, weil man sich nicht um alles kümmern muß. Die pauschale Stimmungsmache ist ein Wohlfühlprogramm für einige wenige, denen wir auf den Leim gehen sollen. Verfallen wir nicht den pauschalen Äußerungen und Versprechungen, denn nicht jedes Wohlfühlprogramm ist unbedenklich.

Ihre

Doris Mock-Kamm

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Rüstungsgeschäfte mit Saudi-Arabien ertragreicher denn je

flickr.com/ ippnw Deutschland/ (CC BY-NC 2.0)

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Doppelmoral stets auf festem Boden

Das 13. größte Land der Erde, das Königreich Saudi-Arabien, lechzt nach Waffen. Im Prinzip nichts außergewöhnliches, zumal im Nahen und Mittleren Osten seine Nachbarländer ebenso fleißig sich rüsten, allen voran Israel, die einzige Atommacht in dieser brisanten Region. Doppelmoral dabei stets auf festem Boden sich wähnen darf, allen voran beim Vereinigten Königreich der Anteil des Waffenexports nach Saudi-Arabien bei 19% liegen soll.

Die BRD möchte natürlich ebenso mitspielen, erst recht als drittgrößtes Waffenexportland, versteht sich. Was interessieren Moral und Menschenrechte, ein Wirtschaftsminister wie der Vize-Kanzler Sigmar Gabriel setzt simple Prioritäten, handelt eiskalt pragmatisch, schließlich bestimmen die jeweiligen politischen Posten bekanntlich Wirtschaftsmächte.

Waffenhandel unterliegt gefährlichen Schachstrategien

Schon „Mutter Courage und ihre Kinder“ schrieb der deutsche Dramatiker und Lyriker Bertolt Brecht keineswegs zufällig zwischen 1938/39 im schwedischen Exil, nahm Bezug zum Rassismus und dem Nationalismus im Zusammenhang zu dreckigen Geschäften in Kriegszeiten, die Doppelmoral aufs Korn.

Zuvor und erst recht danach fühlten sich keine Nationen berufen, irgendetwas an dieser Haltung zu verändern trotz Alibi-Organisationen wie die UNO, Amnesty International und etlichen anderen, die den Frieden und die Einhaltung von Menschenrechten fordern. Kriege und Elend bestimmen den weltpolitischen Kurs, wobei gerade Rüstungskonzerne völlig unbeeindruckt produzieren, die verantwortliche Politik dem keinerlei Einhalt gebietet, stets unter der rechtfertigenden Aussage, man handle im Sinne einer Verteidigung.

Deutsche Politik nicht konsequent genug

Nur eine Partei im Deutschen Bundestag verhält sich all die Zeit konsequent: die Linke. Sie lehnt strikt jedwede deutsche Rüstungsexporte ab, vollkommen gleich in welchem Verteidigungsbündnis, während alle andere Parteien stets Kompromisse eingingen. Kein Wunder, weil wer gibt schon gern seine Regierungsmacht ab, nur weil große Wirtschaftskreise exakt eine derartige politische Haltung als selbstverständlich einfordern. Wer etwas anderes behauptet, dies gar abstreitet, möge weiterhin der Illusion verfallen, es läge keine Abhängigkeit in diesem Kontext vor.

In sofern kann man der deutschen Politik nicht ausschließlich Vorwürfe machen, sie beugt sich dem Diktat der internationalen Verbindlichkeiten und Verflechtungen, schließlich ist die BRD nach wie ein besetztes Land der Alliierten aus Zeiten des Zweiten Weltkrieges. Somit spielt sie einfach mit in der Weltpolitik, funktioniert und handelt ebenso mit Waffen.

Ausgerechnet der 34. Präsident der USA, Dwight David „Ike“ Eisenhower, äußerte mal:

„Jede Kanone, die gebaut wird, jedes Kriegsschiff, das vom Stapel gelassen wird, jede abgefeuerte Rakete bedeutet letztlich einen Diebstahl an denen, die hungern und nichts zu essen bekommen, denen, die frieren und keine Kleidung haben. Eine Welt unter Waffen verpulvert nicht nur Geld allein. Sie verpulvert auch den Schweiß ihrer Arbeiter, den Geist ihrer Wissenschaftler und die Hoffnung ihrer Kinder.“

Ihr

Lotar Martin Kamm

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