Der Schirm als unser Schutzschild

pixabay.com

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Ohne weiteres auch mal auf Distanz gehen dürfen

Zurzeit benutzen wir ihn vermehrt, obwohl es zu dieser Jahreszeit eher weiße flauschige Flocken sein sollten, die auf unser Haupt niederrieseln, anstatt wie jetzt der Regen. Die Rede ist vom Schirm. Wir beschirmen unser Haupt ob der vielen Nässe, die mal in heftigen Güssen, aber auch in feinem Nieselregen aus den Wolkendecken strömen.

Eigentlich sollte man meinen, daß das Wort Schirm ein neueres Wort in unserem Sprachgebrauch ist. Aber weit gefehlt, althochdeutsch scirm bedeutet Schutz. Der Schirm bietet uns Schutz vor dem Regen, der Sonne. Diese beiden Schirmarten tragen, beziehungsweise zeigen wir offensichtlich in bunten oder dezenten Farben, mit verschiedenen Materialien kommen sie je nach Wetter zum Einsatz.

Es gibt aber Schirme, die wir als Schutzschild mit uns tragen, diese sind jedoch unsichtbar, sie werden nur bei Situationen eingesetzt, bei denen wir eine Distanz zu anderen aufzeigen. Sei es, daß wir bewußt den Platz wechseln, wenn jemand, der uns nicht zusagt, den engeren Raum um uns betritt oder sich in der Bahn, Bus neben uns setzt. Aber auch in Gesprächen spannen wir den unsichtbaren Schirm auf, wenn wir uns von den Themeninhalten des oder der Gesprächspartner distanzieren. Diese Schutzschirme sind wie die Schirme, die uns gegen Wetterunbill schützen, wichtig. Warum? Sind sie nicht eher unnötiger Ballast, der Austauschmöglichkeiten verhindert?

Keineswegs, denn durch den Abstand, den wir durch den Schirm schaffen, ermöglichen wir uns den Eindruck oder das Gefühl, dem anderen gegenüber zu reflektieren. Eine spontane Enge beraubt uns dieser Möglichkeit, nimmt uns den Atem und kann sogar zu unkontrolliertem Handeln führen. Körperlich läßt sich dies sehr gut veranschaulichen, denn nur Personen, zu denen wir großes Vertrauen hegen, erlauben wir eine Umarmung. Bei Gesprächen ist es das gleiche Prinzip, nur Gedanken, Gesprächsinhalte, die uns vertraut sind, finden schneller einen Zugang zu uns, alle anderen unterziehen wir einer gewissen Überprüfung.

Würden wir jeden und alles ungefiltert, – denn eine Art Filter stellen die Schutzschirme dar -, auf uns einströmen lassen, wären wir im wahrsten Sinne des Wortes irgendwann matschig in unseren Gefühlen und Gedanken. Wir könnten uns nicht in klares Wasser verwandeln, in Individuen, die durch Unterscheidungen eine bewußte Vorstellung von Dingen, Personen und sich selbst erlangen.

Nur mit einer klaren Einstellung sind wir fähig, uns mit anderen Menschen oder Ansichten zu verbinden. Eine positive Gemeinschaft ist aus Bestandteilen vieler mit der Fähigkeit der Differenzierung und natürlich auch deren Anwendung zusammengefundener Individuen, ähnlich dem mathematischen Begriff der Mengenlehre.

Spannen Sie also ruhig Ihren Schutzschirm auf, wenn Sie sich dadurch besser fühlen, Sie werden ihn in dem Moment schließen, wenn Sie erkennen, daß Sie eine Einheit mit dem Gegenüber oder der Themenansicht bilden. Was aber nicht bedeuten soll, daß es nicht auch mal guttun kann, sich dem Regen oder der Sonne ohne Schirm auszuliefern.

Ihre

Doris Mock-Kamm

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Bundespolitik: Abschied zur Volksnähe ein unbestreitbarer Weg

flickr.com/ Initiative D21/ (CC BY-ND 2.0)

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Wenn Social Media Politiker aus der Haut fahren lassen

Nun ist es raus, wird auch mal Zeit, daß ein Bundespolitiker sich mal so richtig Luft macht, seinen Frust entlädt, so wie neulich der CDU-Generalsekretär Peter Tauber. Der 41-Jährige ließ sich auf seiner Facebook-Seite hinreißen, einen Dauerpöbler zu antworten, dieser sei ein „Arschloch“. Prima, wenn Politiker aus der Haut fahren, sie sind ja auch nur Menschen, oder?

Der Abschied zur Volksnähe darf unbedingt als unbestreitbarer Weg bezeichnet werden, ob nun in Zeiten des Internets auf Social Media Plattformen wie Facebook oder die ohnehin auch außerhalb geäußerten Entgleisungen, denken wir an Sigmar Gabriel, der das Volk kurzerhand mal als „Pack“ beschimpfte. Was besagen solche Verhaltensweisen seitens der Bundespolitik?

Demokratische Grundordnung alles andere als authentisch

Die Bevölkerung hat sich bereits seit ewiglanger Zeit mit einer Demokratur herumzuschlagen, von einer wirklichen Demokratie sind wir sowieso weit entfernt, weil nicht nur die Wahlen erheblich manipuliert gewissen Parteien stets den Vorzug geben, sondern darüber hinaus ganz besonders die Medien eine Schlüsselrolle bedeuten, die Menschen eingehend zu beeinflussen. Die meisten bemerken dies nicht mal, funktionieren ganz in deren Sinne.

Gleichzeitig ergeben sich dennoch überraschend geschickt vermittelte Aufklärungsperspektiven aus der Sicht kritischer Gesellen, die trotzig und langatmig im Internet immer mehr Bürger erreichen, ihnen die Augen öffnen, was natürlich manch Politiker so gar nicht schmeckt.

Daß Berufspolitiker auch nur Menschen sind, liegt auf der Hand. Dennoch sollten sie sich selbst im Griff haben, um solche Entgleisungen zu vermeiden. Oder aber bemerken einige, daß sie weniger ernst genommen werden? Kein Wunder, weil eine demokratische Grundordnung alles andere als authentisch überzeugend rüberkommt. Sie wird zusehends in Frage gestellt.

Gesellschaft gespalten und verunsichert

Friedlichen Zeiten blicken wir so gar nicht entgegen. Dies gilt nicht nur global, sondern ebenso hierzulande. Was soll man von einer Bundespolitik halten, die bedenkenlos Flüchtlingsströme ins Land läßt, wobei soziale Mißstände nahezu ungelöst schon die einheimische Bevölkerung belasten, denken wir an Hartz IV, Renten- und Kinderarmut, eine stetige Auflösung der Mittelschicht, kleinere Unternehmen nahezu chancenlos Konzernen ausgeliefert sind, die ständig hofiert werden.

Einer gespaltenen und verunsicherten Gesellschaft sitzt eine selbstherrliche Politik gegenüber, die sich immer mehr vom Volk entfernt, gut geschützt hinter Security und Argumentationsmauern, die alles damit rechtfertigen, sich am Globalismus zu orientieren, der wiederum fremdbestimmt nach der Pfeife der USA tanzt. Wohin dies führt, erleben wir an zunehmenden Kriegen, aber auch per Gewalt in der Gesellschaft selbst. Eine Verrohung, die kaum bis gar keinen Platz für ein friedliches Zusammenleben zuläßt.

Ihr

Lotar Martin Kamm

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Winter 2013-2014

flickr.com/ Jörg Weingrill/ (CC BY 2.0)

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Guck mich nicht so scheel an,
ja, ich bin ein Schneemann.
Sicher bin ich nicht perfekt,
die Augen mit Steinen ersetzt,
keine Karotte ziert die Nas,
sie besteht aus Bruchglas.
Auch ist mein Bauch nicht rund,
ich nehm’s nicht krumm.

Auf dem Kopf hab ich kein Hut,
ein Eimer, so ist´s auch gut.
Mein Mund ist ein Stecken,
drum sabber` ich beim Sprechen.
„Ich bin ein lila Kaninchen
und fresse Schnee am liebsten.“
Ja, ich geb´s schon zu:
Ich bin aus Matsch, Mann.

Nafia

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Naher Osten: Hinrichtungen sorgen für mehr Zündstoff

flickr.com/ Polybert49/ (CC BY-SA 2.0)

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Pulverfaß fehlt nur noch die Lunte

Als ob im Nahen Osten nicht schon genug Unheil sich nahezu ungebremst ausbreiten darf, läßt das Königreich Saudi-Arabien kurzerhand fast vier Dutzend Menschen hinrichten, unter ihnen der bekannte schiitische Kleriker Nimr al-Nimr.

Während in unmittelbarer Nachbarschaft seit bald fünf Jahren in Syrien ein Krieg tobt, eskalieren die Spannungen zwischen Iran und Saudi-Arabien. Dem Pulverfaß fehlt nur noch die Lunte, um den Nahen Osten endgültig in heftigere Kriegszustände zu verwandeln. Die Weltöffentlichkeit schaut keineswegs einfach ahnungslos zu, etliche Staaten sind ziemlich aktiv an diesen Zuständen beteiligt und verantwortlich zu zeichnen.

Moralapostel sollten den Ball ziemlich flach halten

Allen voran diese USA, die zusammen mit ihrem westlichen Verbündeten, wie es sich für einen besetztes Land geziemt, nämlich die BRD, dafür Sorge tragen, diese Weltregion zu destabilisieren. Hauptgrund: Die riesigen Ölvorkommen, die nach wie vor für jedwede Agitationen sorgen. Unschwer der Weg dorthin zu beobachten war, denken wir an das beherzt-tückische Eingreifen der USA in der Islamischen Republik Iran, zurück an das Protegieren des Schahs von Persien, Muhammad Reza Pahlavi wurde aber plötzlich fallen gelassen, an die Waffenlieferungen der BRD an Saudi-Arabien, an die extrem gefährliche Fehde zwischen dem Iran und Israel, welches sich selbst gefährdet sieht, angesichts der Atombomben-Befürchtungen.

Die USA halten das Bild vom bösen Schurkenstaat Iran sehr hoch, involvieren dabei gleich den Präsidenten Syriens mit, beste Voraussetzung den Nahen Osten möglichst instabil zu halten. Und jetzt diese unsagbar grausamen Hinrichtungen in Saudi-Arabien, die gleichzeitig für entsprechende Unruhen in Teheran sorgen, dort die saudische Botschaft durch wütende Demonstranten gestürmt wurde. Aber die USA sollten trotzdem den Ball äußerst flach halten, nicht nur weil sie Hauptverursacher jener Fehden im Nahen Osten sind, sondern obendrein selbst nicht gerade als leuchtendes Beispiel in Sachen Todesstrafe in der Weltöffentlichkeit vorangehen.

Der dritte Weltkrieg setzt sich planmäßig fort

Die Hinrichtungswelle in Riad muß leider als Bestandteil dieses perfiden Planes gewertet werden. Denn im Nahen Osten herrschen jetzt genau die Verhältnisse, die von vornherein beabsichtigt waren. Den USA ist wohl jedes Mittel recht, um ihre eigenen wirtschaftlichen Verhältnisse möglichst schadlos zu verbessern. Dazu gehören eben die weltweiten Kriegsschauplätze, die kontinuierlich zunehmen, wie ein bösartig kalkuliertes Uhrwerk gestellt werden. Ihre sogenannten Verbündeten dienen lediglich als Mittel zum Zweck. Wer sich beugt, erhält ein paar Brosamen, wer ihnen nicht folgt, wird schnell zum Feindbild erklärt. Denken wir an Russland, den Iran, China und etliche andere Staaten, die eben diesen Weg nicht folgen wollen.

Wann erglimmt in der BRD die Erkenntnis, einen Irrtum zu begehen mit der kritiklosen Einstellung, ständig alles mitzumachen, was der große Bruder übern Teich befiehlt? Man muß auch davon ausgehen, daß inzwischen zu viele Verpflichtungen kein Zurück mehr zulassen. In sofern kann sich jene Abhängigkeit wie ein Krebsgeschwür weiter ausbilden, die Fortsetzung des dritten Weltkrieges sich ausbreiten.

Er war wohl der beste US-amerikanische Präsident, ein Hoffnungsträger für eine friedlichere Welt, John F. Kennedy, der genau deshalb so jung sterben mußte und einmal formulierte:

„Die Menschheit muß dem Krieg ein Ende setzen, oder der Krieg setzt der Menschheit ein Ende.“

Ihr

Lotar Martin Kamm

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Was nimmst du mit auf eine einsame Insel?

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Ein folgenschweres Spiel läßt uns grübeln

Weihnachten, Silvester, Geburtstage sind prädestiniert, in gemütlicher Runde sogenannte Gesellschaftsspiele zu veranstalten. Eins dieser Spiele nennt sich: „Was nimmst du mit auf eine einsame Insel?“ Und wenn dann noch die Einschränkung kommt, du darfst nur drei Dinge mitnehmen, sind wir oft mit den Antwortmöglichkeiten überfordert. Reichen drei Dinge wirklich, um ausreichend versorgt zu sein, und welche sind wichtig?

Solange die Frage noch nicht direkt an uns selber gestellt wurde, sondern noch in der gemütlichen Runde die anderen (Gottseidank) an der Reihe sind, kann man über die Aufzählungen der unnützen Dinge, die sie nennen, schmunzeln oder sogar schallend lachen.

Während wir im Hinterkopf fiebrig nach den eigenen wichtigen drei Dingen grübeln, und je näher die Frage vorrückt, desto hitziger rasen die Gedankenfetzen: Partner, sonst ist er vielleicht beleidigt; Hund, den kann man doch nicht alleinlassen; Kind, das braucht noch meine Hilfe; Werkzeug, welches denn nun, Schere, Hammer, Messer, ach am besten die gesamte Werkzeugkiste, apropos Werkzeug, Verletzung, Pflaster, Mullbinde, besser doch den ganzen Notfallkoffer, Taschenlampe, Quatsch, Feuer, Feuerzeug, Streichhölzer, Spiegel, vielleicht doch mal an einem Survivalkurs teilnehmen, wo liegt die doofe Insel überhaupt, in der Karibik oder im Eismeer, blödes Spiel, saudumme Frage.

Schon hört man sich sagen, ganz relaxed nach hinten gelehnt: ein Buch, ein Notizbuch. Darin kann man alle seine Gedanken aufschreiben, dazu noch einen Stift, am besten Bleistift, Spitzer. Nein, das ist unsinnig. Ein Buch mit Überlebenstips in der Wildnis wäre sicherlich angebracht. Ein Messer. Feuerzeug.

Gerade war man noch sicher, die richtige Entscheidung getroffen zu haben, schon kommt einem das Ausgesprochene unsinnig vor. Also nochmal von vorn, Konzentration. Buch, welches nochmal, Notizbuch, dazu einen Stift. Unsinn, für was gibt es sonst den Laptop, da ist doch alles drin, das man braucht, Bücher, Survivaltips, alle Freunde.

Gibt es auf der verdammten Insel Strom? Egal, es sind ja noch zwei Wünsche frei. Laptop, Stromanschluß, Messer. Und schon ist der Stab vorbei, alles halb so schlimm. Eins ist aber  klargeworden, bei dem Spiel kann man nicht relaxed mitspielen, wenn es die Einschränkung, keine elektronischen Geräte gibt. Oder sind Sie anderer Meinung?

Ihre

Doris Mock-Kamm

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Neujahrsansprachen: So gar nicht zum Lachen

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Satirischer Rückblick…

The same procedure as every year – und nicht etwa James, vielmehr diese Neujahrsansprachen, die so gar nicht zum Lachen. Ob ein pastoraler Möchtegerngaukler oder eine in bitterer Mine beschwingte Kanzlerin, welch langweilige Reden und vor allem: Was für ein Segen mögen sie dem Volke geben? Mitnichten werden Mächtige etwas zum Guten richten!

Daphne, des Lorbeerbuschs moralische Reinigung, entstellt, sinnlos sich zu uns gesellt, weil Mensch stets die verkehrten Parteien wählt? Zumal die Bundespolitik erneut mal wieder ihr Unvermögen beweist, gerade bei sogenannter Flüchtlingskrise, das sind diese, die zu uns gereist. Viel Ehr um welchen Preis? Manch einer wohl denkt: so ein Scheiß! Sei dein Kind, laß es dir niemals nehmen, brauchst dir dafür nicht zu schämen.

Gerade im Hinblick zum Nationalstolz, der alles andere als nur Identiät, zeigt sich uns, aus welchem Holz der ein oder andere geschnitzt. Seht, wie er davonflitzt, wenn man ihn berät. Man mag einigen unterstellen, einen Vogel zu haben. Doch welche Quellen wollen uns was denn sagen bei all den vielen berechtigten Fragen, die unbedingt auftauchen? Einfach das Volk dafür zusammenstauchen?

Was den Plastikmüll betrifft: Wer hat hier zuviel gekifft, daß immer noch sorgloser Gebrauch, der bekanntlich gefährliche Risiken birgt, weithin rücksichtslos wirkt? Mutter Erde stöhnt ob der anhaltenden Schandtaten, es nutzt kein verblödetes Warten, zerstört unser einstiger paradiesischer Garten. Was die Demokratie anbelangt, und das nicht nur in unserem Land, zeigen gerade alte Lexika. Aha, liegt ja eigentlich auf der Hand, manch einer sie vor lauter Internet nie sah.

Um so nachvollziehbarer das Getöse zu den Wahlen fürs kommende Jahr. Keineswegs nur böse, die kritische Schar, die sich wütend von jener Parteipolitik löst. Wer nicht, der ahnungslos vor sich hindöst und die Geschicke der BRD in falsche Hände legt: Das tut weh, weil sich zu wenig Gutes regt. Drüben in Brasilien die Präsidentin mal wieder sich wegduckt, nicht verantwortlich hinguckt, wenn ein Volk wie das der Kawahiva vom Aussterben bedroht. Kein bißchen Rückgrat bei so viel Not?

Kaum die Diagnose erstellt, verstarb der Macher von Motörhead, Lemmy hat’s erwischt, now he is dead. Aber dessen Musik niemals aus unseren Herzen erlischt! Ganz anders das lautstarke Mediengebrüll, da kriegt der ein oder andere einfach zu viel, man nicht mehr hinhören will, was das System uns erzählen mag Tag für Tag. Eine besondere Aufregung noch längst nicht vom Tisch, denken wir an Yin und Yang, wenn Frau die Hosen hat an. Dann neigen manch Macker, wie widerlich, scheinbar wacker sich zu beschweren, wollen uns gar belehren.

Dabei ganz wesentliche Gefahren auf uns lauern, denken wir an Terror und Krieg. Das will die Politik keineswegs bedauern, sie setzt einfach Sieg. Wo dies auch hinführt, sehen wir beim TTIP und dem Genfood, drum Beherzte protestieren, ganz gerührt, und das ist wirklich gut!

Ihr

Lotar Martin Kamm

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„Wir haben es satt“: Demo gegen Massentierhaltung, TTIP und Genfood

flickr.com/ eci_ttip/ (CC BY-SA 2.0)

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Bewegung zum sechsten Mal in Berlin am 16. Januar aktiv

Alljährlich findet in Berlin die Grüne Woche statt, die vor 90 Jahren zum ersten Mal sich präsentierte, damals gleich gute 50.000 Besucher zählte. Allerdings platzte den Organisatoren und Gründern der Demo „Wir haben es satt“ nach jahrzehntelanger Dekadenz seitens gewißer Lobbyisten in der Agrarwirtschaft der Kragen und protestierten daher erstmalig am 22. Januar 2011 in Berlin.

Das Motto dieser ersten Demo lautete: „Wir haben es satt – Nein zu Gentechnik, Tierfabriken und Dumpingexporten“, die immerhin ungefähr 20.000 Teilnehmer laut den Veranstaltern mobilisierte. Welche dringende Verbesserungen mahnen die Protestierenden zu Mißständen an?

Neun weitere eindrucksvolle Demos betonten die Notwendigkeit

Bereits im nächsten Jahr erschienen in Berlin gar 3.000 Teilnehmer mehr, fand die Demo nicht zufällig am 21. Januar statt, als parallel ein Gipfeltreffen der Agrarminister aus 70 Ländern abgehalten wurde. Dies beflügelte wenigstens 2.000 Menschen im November unter dem Motto „Wir haben es satt! Bürger und Bauern für eine neue, faire Agrarpolitik in Niedersachsen“ in Hannover zu demonstrieren.

Im dritten Jahr gab es drei Demos. Erneut in Berlin am 19. Januar, wo sich 25.000 Menschen unter dem Motto „Wir haben es satt! Gutes Essen. Gute Landwirtschaft. Jetzt!“ einfanden, forderten grundsätzliche Reformen der Agrarpolitik. Am 13. Juli trafen sich 8.000 Teilnhmer in München bei der Demo unter dem Motto „Mir hams satt“. Im niedersächsischen Wietze protestierten am 31. August laut dem Veranstalter 7.000 Menschen gegen den dort ansäßigen größten Geflügelschlachthof Europas. Das Motto lautetete „Wir haben Agrarindustrie satt!“

Zunächst gab es am 15. Januar 2014 in Berlin eine Kampagne unter dem Motto „Wir lassen die Sau raus…vor dem Kanzleramt in Berlin!“ Drei Tage später erneut die „Wir haben es sat!“-Demo unter dem Motto „Wir haben Agrarindustrie satt! Gutes Essen. Gute Landwirtschaft. Für Alle!“ bei der 30.000 Menschen teilnahmen. Über 1.000 Menschen protestierten am 29. Juni in Haßleben gegen den geplanten Bau eines Riesenstalls, wo 36.000 Schweine eingepfercht werden sollen. Am 05. Juli kamen in Dresden 3.000 Menschen zusammen, die eine nachhaltige Agrarpolitik forderten. Vom 02. bis 05. Oktober wurde der erste „Wir haben es satt!“-Kongress in Berlin-Kreuzberg abgehalten.

Im letzten Jahr erschienen zur Demo am 17. Januar sogar 50.000 Menschen (die Polizei verharmloste die Zahl erheblich, sprach von 25.000 bzw. nur 20.000 Teilnehmern) in Berlin unter dem Motto „Stoppt Tierfabriken, Gentechnik und TTIP. Für die Agrarwende!“. Gleichzeitig fand die GFFA-Konferenz (Global Forum for Food and Agriculture) statt.

Aufruf zur diesjährigen Demo in Berlin

Die zurückliegenden Demos zeigen eindrucksvoll die Ernsthaftigkeit des Anliegens auf, eben nicht weiterhin tatenlos zuzuschauen, wie die verantwortlichen Agrarminister weltweit handeln. Obendrein nimmt völlig berechtigt die Sorge der Menschen zu angesichts bevorstehender Entscheidungen, denken wir an das TTIP, an Genfood, an Tierfabriken und Dumpingpreise für den Weltmarkt, die auf diese Weise zerstörerisch wirken. Während jene Lobbyisten zusammen mit der Politik eine rücksichtslose Agrar- und Ernährungspolitik durchsetzen, fühlen sich immer mehr Menschen übergangen, bemerken diese die enormen Schäden für Mensch und Tier, die gesamte Umwelt. Kein Wunder, daß die Teilnehmerzahlen kontinuierlich steigen!

Seien auch Sie wenn möglich mit dabei, heute in zwei Wochen am 16. Januar in Berlin. Die Demo startet um 12 Uhr.

Ihr

Lotar Martin Kamm

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