Terror als ständiger Begleiter mitten unter uns

flickr.com/ zoonabar/ (CC BY 2.0)

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Neujahrsbeginn zeigt, wo’s lang geht

Dabei möchten die meisten Menschen viel eher in einer friedlichen Umgebung leben, ihren Liebsten, ihren Familien ein hohes Maß an Geborgenheit bieten. Um so dramatischer die sich abzeichnende Entwicklung, die keineswegs von ungefähr kommt. Terror als ständiger Begleiter mitten unter uns bestimmt den Alltag. Gleich der Neujahrsbeginn zeigt, wo’s lang geht, in der Silvesternacht verdichteten sich die Anzeichen zur Terrorwarnung, Hinweise auf IS-Anschläge in München.

Welch grandioser Gewinn für all jene Kräfte, die exakt diese Szenarien entwickelten, drauf zu arbeiteten, um die Menschen gänzlich zu verunsichern und zu ängstigen. Beste Voraussetzung für Regierende, Menschen- und Bürgerrechte nach und nach einzuschränken und letztlich abzubauen. Der Willkür einer scharf reglementierten und somit verunsicherten Gesellschaft sind Tür und Tor geöffnet. Diese hat sich den Verordnungen und Verboten einer Staatsmacht zu beugen, vorbei die Zeiten unbekümmerter Meinungsfreiheit.

Demokratie lediglich Alibifunktion

Das Leben neben der TV- und Internetwelt findet in Überlebensstrategien statt, auf welche Weise man viel Geld verdienen möge, um sich eine Scheinsicherheit aufzubauen. Immer weniger Menschen können dies erreichen, weil nicht nur Bevölkerungszahlen anwachsen, was mittels steigender Flüchtlingszahlen auch in der BRD sich nicht anders abspielt, während die Verbleibenden sich um die besser bezahlten Arbeitsplätze rangeln.

Der Schwächere strauchelt, der Stärkere darf sich glücklich schätzen. Dabei gibt es dennoch obendrein diejenigen, die keinerlei Geld- und Karrieresorgen hegen müssen, weil hineingeboren in eine sorglos elitäre Familienumgebung. Die „oberen Zehntausend“ wähnen sich auf der Sonnenseite. Demokratie mag lediglich als Alibifunktion dem Volk das Gefühl vermitteln, es würde ernst genommen, obwohl reell die zu wählenden Parteien ohnehin feststehen, dem Kurs des Geldes folgen. Der einzigen Macht, die den Lauf der Welt bestimmt.

Terror eine logische Schlußfolgerung

Was verbleibt: Kriege und Terror. Eng verknüpft mit ihrer perfiden Daseinsberechtigung. Wobei gerade der Terror einen nie dagewesenen Raum einnimmt. Das vor uns liegende Jahr 2016 wird sich wesentlich mehr in seiner ganzen Tragweite jenes global-gesellschaftlichen Problems einem Krebsgeschwür gleich entwickeln, so daß der Terror nonstop überall an jeder Straßenecke lauert, der nächste Selbstmordattentäter, die nächste Bombe Menschen zerfetzen kann. Was weltweit an etlichen Orten den normalen Alltag prägt, gelangt nunmehr nach Europa.

Der Kontinent des sogenannten industriellen Westens, von wo der Beginn des Industriezeitalters neben den USA startete, erschöpft sich in seiner Daseinsberechtigung, weil all die Bösartigkeiten der globalen Ausbeutung am Ende ihn einholt, Gegenkräfte sich wehren, Terror somit eine logische Schlußfolgerung darstellt.

Ihr

Lotar Martin Kamm

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Yin und Yang: Wenn die Frau die Hosen anhat

flickr.com/ weisserstier/ (CC BY 2.0)

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Von Abwertungen der Geschlechter

Sie hat die Hosen an. Eine abwertende Bemerkung über Frauen, die anstatt Röcke oder Kleider Hosen anzogen. Es ist noch gar nicht so lange her, daß dieser Spruch geprägt wurde. Für die heutige Generation ist es selbstverständlich, sich morgens in eine Jeans zu zwängen oder in sommerlichen Monaten die Leggins aus dem Schrank zu ziehen. Geblieben ist aber der denunzierende Satz. Warum?

Wer in der Mitte des vorigen Jahrhunderts aufgewachsen ist, kann sich sicher noch gut erinnern, daß sich Mädchen bei jedem Wetter mit Rock oder Kleid jahreszeitlich nur unterschieden durch Strumpfhosen oder Kniestrümpfe, der Welt so präsentierten. Hosen waren für Mädchen und Frauen verpönt.

Wer jetzt denkt, nur Mädchen oder Frauen waren durch diese Feststellung gemeint, der irrt, denn den Männern wurde oft gleichzeitig dadurch attestiert, nicht genügend dafür Sorge zu tragen, ihre Frauen “im Griff zu haben“. Sie waren also im Umkehrschluß sogenannte Waschlappen, die sich von der Frau auf der Nase herumtanzen ließen, sie waren nicht Mann genug, ihre Autorität zu zeigen.

Sogar noch bis in die 90iger Jahre wurden Männer, die stolz ihren Nachwuchs im Kinderwagen schoben oder schlimmer noch vorn auf der Brust im Tragegurt trugen, belächelt. Jederlei Tätigkeiten, die zu den weiblichen Pflichten oder sogenannten Aufgabengebieten gehörten, waren für Männer tabu, und Frauen wurden oft als Mannweiber tituliert, wenn sie „Männerarbeiten“ leisteten.

Dabei ist es erstaunlich, daß diese Bemerkungen von den männlichen wie von den weiblichen Zeitgenossen geäußert wurden. Vielleicht noch werden. Können wir diesen Menschen unterstellen, daß sie nur mit scharf gezogenen Linien, streng beschrifteten Schubladen, geordneten Listen, Wesen reflektieren?

Wahrscheinlich schon, denn durch eine gewiße zu streng ausgelegte Katalogisierung fehlt das Verständnis für den Reiz verwandter Ähnlichkeiten. Weiblich und männlich ist different, das ist unbestreitbar, aber weder Mann noch Frau haben die als weiblich oder männlich bezeichneten Eigenschaften für sich selbst gepachtet. Denn sind wir nicht alle ein bißchen yin und yang?

Ihre

Doris Mock-Kamm

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Medien: Lautstarkes Gebrüll erreicht keineswegs eine Änderung

flickr.com/ Burr_Brown/ (CC BY-ND 2.0)

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Marktschreier auf verkehrtem Kurs

Hören Sie auch die vielen Schreie, die täglich durch die Medien fluten? Dabei ist es nicht sonderlich zu unterscheiden, ob das Gebrüll von den sogenannten freien Medien oder den etablierten Nachrichtenblättern unsere Sinne treffen. Am liebsten würde man zurückschreien: Ich bin nicht taub!

Unerheblich, ob die Schreie in schriftlicher, bildlicher Form zu uns dringen, sie versuchen, Mauern zu durchbrechen, so als ob wir aus Granit wären, unempfindlich, abgestumpft, seelenlos. Sie mißachten dabei, daß sie durch ihr Gegröle uns schon mehrfach getroffen haben, und selbst wenn wir aus Mauern wären, diese mit schneller Abfolge hinaus geschrienen Worte haben schon viele Einschläge, Löcher hinterlassen, die wir nicht so schnell reparieren können.

Trotzdem stehen wir weiter unter Beschuß, in Kenntnis unserer Verletzungen, damit wir irgendwann keine Kraft mehr haben, nur noch dulden? Schon richtig, sie wollen uns, die vermeintlich Schlafenden, Uninteressierten, aufwecken, aber lassen Sie sich wirklich mit dem Getöse eines durch Ihr Schlafzimmer brausenden Güterzuges wecken? Ihre Reaktion auf diese Weckmethode wird wahrscheinlich damit enden, daß Sie Ihren Wecker an der Schlafzimmerwand zertrümmern.

Nicht unbedingt derjenige, der auf dem Marktplatz seine Waren am lautesten anpreist, hat auch die besten Waren, nicht unbedingt derjenige, der die auffälligsten Reklametafeln blinken läßt, verkauft Ihnen Qualität. Schreie haben etwas befreiendes, sie können gestaute Emotionen, Ohnmachtsgefühle, Unaussprechliches ausdrücken. Wenn wir davon ausgehen, daß die Schreienden uns aufklären, wecken wollen, warum schreien sie denn alle immer so durcheinander, selbst wenn sie unsere Aufmerksamkeit erreicht haben?

Wir haben doch bereits verstanden, daß dies jetzt unsere Zeit ist, die Richtung vorzugeben, wohin das Schiff Erde segeln soll. Wir kaufen vermehrt biologische Produkte, kleiden uns mit Stoffen, die unter ökonomischen Gesichtspunkten produziert werden, vermeiden unnötige Verpackung, halten unseren Körper fit, unterscheiden zwischen notwendigen Medikamenten und sinnlosen, kurzum wir leben bewußter.

Darauf kommt es doch bei all dem Geschreie an, nicht ganz, da gibt es noch die politische und weltwirtschaftliche Komponente. Doch auch hier sind bereits Aktivitäten im Gange, die nicht nur hoffen lassen. Erwarten wir nicht zu viel auf einmal, selbst wenn es sozusagen eine Minute vor zwölf ist? Aber können wir wirklich eine seit Jahrtausenden unter verschiedenen Namen auftretende Gesellschaftspyramide anders abbauen als mit neu strukturierten, mehr auf zwischenmenschliche, ökologische, ökonomische Balance ausgerichtete Handels- und daraus erfolgende Politstruktur?

Wir halten diese Fäden bereits in der Hand, flechten wir damit eine neue Gesellschaftsstruktur. Also liebe Medien, schreien Sie nicht mehr nur Ihre Ohnmacht hinaus, sondern besprechen Sie die jetzt erforderlichen Schritte, Sie werden nicht auf taube Ohren stoßen, denn mit weniger Lärm können die Menschen auch wieder besser zuhören.

Ihre

Doris Mock-Kamm

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Motörhead löst sich nach Lemmys Tod auf

flickr.com/ Portal Focka/ (CC BY-ND 2.0)

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Eine Hommage an die Heavy Metal-Band

„Only way to feel the noise is when it’s good and loud”, so die Eröffnungszeile im ersten Song „Overkill“ des veröffentlichten gleichnamigen Albums. Das Schlagzeug überzeugt dabei mit einer ziemlich hohen Geschwindigkeit, der Song selbst laut wie es sich gehört für Heavy Metal.

Ian Fraser Kilmister, besser bekannt unter Lemmy Kilmister, der Gründer der Heavy Metal-Band Motörhead starb völlig überraschend vier Tage nach seinem 70. Geburtstag vor drei Tagen an den Folgen eines Hirntumors, der nur zwei Tage zuvor bei ihm diagnostiziert worden war. Mit dem Tod dieses britischen Baß-Musikers löst sich die Band auf, wie Drummer Mikkey Dee nunmehr verkündete. Eine folgerichtige Entscheidung.

Vom Roadmovie bei Jimi Hendrix zum Bandgründer von Motörhead

Lemmy erging es nicht anders als vielen seiner Zunft in der Selbstfindung. Zunächst jobbte er, nachdem er im Alter von 15 Jahren die Schule einfach abbrach, zog mit 16 nach Manchester, um dort erste Banderfahrungen zu sammeln, schließlich wie etliche andere London aufzusuchen. Immerhin jobbte er auch als Roadie bei Jimi Hendrix, entdeckte zunächst das Gitarrenspiel für sich. Erst mit dem Einstieg bei Hawkwind, die durchaus als Begründer des Space Rocks gelten mögen, einer psychedelischen Spielart des Hard Rocks, wechselte er zur Baß-Gitarre, zog es aber vor, technisch ihn wie eine Rhythmus-Gitarre zu spielen.

Mit dem Rauswurf 1975 bei Hawkwind, weil Lemmy vom kanadischen Zoll wegen Drogenbesitzes festgenommen worden war, folgte bald danach eine neue Bandgründung namens „Bastard“, die allerdings auf Empfehlung seines Managers er umbenannte. Dabei beflügelte ihn sein letzter Song für Hawkwind, so daß er sie Motörhead nannte. Man kann der Band, mit Larry Wallis an der E-Gitarre, anfangs Lucas Fox am Schlagzeug, ohne weiteres Punkrock, Rock’n’roll, Blues- und Hard Rock-Elemente entnehmen, letztlich entwickelte sich im Laufe der Jahre der typisch spritzige Sound des Heavy Metals bei Motörhead, mit wechselnden Besetzungen. Einzig Lemmy blieb der Band all die Jahre treu ergeben. Ab 1982 waren es Mikkey Dee am Schlagzeug und ein Jahr später Philip „Wozzö“ Campbell an der E-Gitarre, obendrein als Hintergrundsänger, die bis jetzt zuletzt die Besetzung von Motörhead prägten.

Lemmys Baß und Stimme – unverkennbar tragende Elemente bei Motörhead

Neben den genialen Drum- und Gitarrensolis. Wer Heavy Metal lauscht, muß die Seele dieser Musikrichtung verstehen, sie spüren und verinnerlichen, um sie wirklich verstehen zu können. Vorreiter waren, bevor Motörhead schließlich dazustieß, Bands wie Deep Purple, Led Zeppelin oder Black Sabbath, obwohl eigentllich erst mit Judas Priest der prägnante Sound sich vervollkommnen konnte. Parallel zu Motörhead, also im selben Gründungsjahr, entstand Iron Maiden.

Lemmys rauhe Stimme, die manche auf seinen hohen Zigaretten- und Alkoholkonsum zurückführen, war sein Markenzeichen sowie die Art, wie er den Baß spielte. Letztlich wuchs da eine Band zusammen, die ihren unverwechselbaren Stil fand. Im Anhang seien hier zwei Songs der Band gewidmet, die wohl zu den besten gelten mögen. „Overkill“ vom gleichnamigen Album, veröffentlicht am 24. März 1979 sowie „Chase Is Better Than The Catch” vom Album “Ace of Spades” am 08. November 1980.

R.I.P. Lemmy, your music will never die!

Ihr

Lotar Martin Kamm

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Kawahiva in Brasilien vom Aussterben bedroht

flickr.com/ Tambako the Jaguar/ (CC BY-ND 2.0)

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Lenkt Brasiliens Justizminister José Eduardo Cardozo ein?

Weltweit dürfen sich Großkonzerne und kleinere oftmals total ungebremst austoben, werden kaum aufgehalten in ihren Geschäftspraktiken, die gar Menschenleben in Kauf nehmen. Korrupte Regierungen und deren gefällige Staatsbeamte, schlecht bezahlte Polizisten und jede Menge andere Gesellen richten sich nach deren Machtverhältnisse.

Genauso verhält es sich auch im brasilianischen Amazonasgebiet, nämlich im Bundesstaat Mato Grosso, in der Nähe der Gemeinde Colniza, wo das Volk der Kawahiva lebt. Die Rio Pardo-Indianer werden zunehmend gerade von Holzfällern bedroht, wie auch seit Jahren schon Survival International berichtet.

Brasiliens Regierung reagierte bisherig nur halbherzig bis gar nicht

Bekanntlich geriet die regierende Präsidendentin Dilma Rousseff in letzter Zeit wegen etlicher Korruptionsvorwürfe um den Ölkonzern Petrobas nicht nur in die Schlagzeilen, es folgten große landesweite Proteste im Frühjahr 2015. Kein Wunder, daß auch in ihrer Regierungsverantwortung kaum bis gar kein Augenmaß zu den Belangen betroffener indigener Völker anhält, eher nicht reagiert wird, wenn jene lebensbedrohlichen Repressalien ausgesetzt.

Nach einem regelrechten Krimi von unterlassenem Schutz seitens Brasiliens Regierung, zigfacher Bedrohungen gerade von Holzfällern, die entsprechend brutal per Vertreibung bis hin zu Morden vorgingen, also die Kawahiva vertrieben, die Wälder rodeten, um die Flächen anschließend Viehzüchtern zu überlassen für Weiden oder Sojabohnenanbau. Dazwischen Beteuerungen, Zugeständnisse, das gefällige Wirken zusammen mit der 1967 neu gegründeten FUNAI (Fundação Nacional do Índio), eine Nationale Stiftung der Indigenen. Letztlich setzen sich aber immer wieder die Konzerne durch.

Werden auch Sie aktiv, bevor es zu spät ist für die Kawahiva

Das klingt zunächst fast schon utopisch. Aber Sie können mehr bewirken, als Sie für möglich halten. Schon mehrmals waren Aufrufe von Survival International erfolgreich, konnten gewiße Verbesserungen herbeiführen.

Schreiben Sie eine Email an Brasiliens Justizminsiter José Eduardo Martins Cardozo. Vielleicht wird ja der ehemalige Staatsanwalt einlenken und dem Volk der Kawahiva beistehen. Je mehr mitmachen, um so größer der Druck. Wollen wir hoffen, daß die Politiker des großen Landes Brasilien sich ihrer Verantwortung bewußt sind, bemerken, in wie weit etliche indigene Völker bedroht werden, nur weil einige Firmen den Hals nicht voll genug bekommen. Dazu bedarf es gleichzeitig mehr Widerstand in Brasilien selbst.

Ihr

Lotar Martin Kamm

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Demokratie: Erklärungsversuche zur Begrifflichkeit

flickr.com/ Mehr Demokratie e.V./ (CC BY-SA 2.0)

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Alte Lexika inspirieren ohne weiteres

Kennen Sie das auch, Sie suchen im Lexikon nach einem Begriff, Ihre Augen stolpern beim Blättern kurz über einen anderen Textinhalt, der Sie veranlaßt, diesen bewußter zu lesen. Sie verstehen den Abschnitt auf Anhieb, aber irgend etwas bringt Sie dazu, das Gelesene nochmals langsamer auf der Zunge zergehen zu lassen:

Demokratie

Diese Staatsform beinhaltet, daß die Staatsgewalt vom Volk ausgeht und jeder interessierte Bürger das Recht und die Möglichkeit hat, an politischen Entscheidungsprozessen mitzuwirken.

Demokratie kann aber nur dann funktionieren, wenn die Institution einer Demokratie, für die Mitwirkung aller Bürger offen ist und sich genügend Demokraten finden, die ihre Rechte und Pflichten wahrnehmen.

Demokratisierung bedeutet der zielgerichtete Abbau von Privilegien und das ständige konstruktive Infragestellen der Autoritäten. (Auszug aus einem alten Lexikon)

Der erste Satz geht runter wie Öl, wenn da nicht das Wort Möglichkeit stehen würde. Es ist irgendwie fehl am Platz, denn Recht bleibt Recht, und muß nicht noch möglich gemacht werden.

Der zweite Satz erklärt dann auch schon den Stolperstein „Möglichkeit“. Die Staatsform Demokratie wird als Institution, somit als eine Einrichtung, Organisation begrifflich verständlich gemacht. Wenn aber die Personen dieser Organisation der Meinung sind, diese Bürger seien keine Demokraten, haben sie die Möglichkeit, diesen Bürgern ihre Rechte und Pflichten in dieser Organisation zu verwehren. Die Möglichkeit der Teilnahme kann also verweigert werden.

Der dritte Satz wiederum besagt, daß die Personen der Organisation sich das ständige Infragestellen gefallen lassen müssen und sie selbst daran arbeiten sollen, Privilegien, die nicht allen zugutekommen, abzubauen.

Eigentlich ganz einfach, oder? Nichts anderes passiert, wenn in „gesunden“ Familienverhältnissen, Gemeinschaften Gespräche geführt werden, ob der Handlungsweise Einzelner, über Verbesserungsvorschläge für gewisse Abläufe, über Neugestaltung irgendeiner Sache, die Themen sind mannigfaltig. Wenn die Grundlage der Gesprächspartner ein aufrichtiges Interesse dem anderen gegenüber ist, wird es trotz Meinungsverschiedenheiten Lösungswege geben.

Im Umkehrschluß müßte es also heißen, derjenige, der den Auftrag hat, eine Demokratie zu führen, muß das Recht vertreten, anderen die Möglichkeit zu geben und zulassen, daß seine Arbeiten, Ansichten, Meinungen ständig hinterfragt werden, dafür Sorge tragen, angewandte Privilegien zu minimieren, ansonsten ist er kein Vertreter dieser Organisation.

Manchmal lohnt es sich, doch mal wieder das Lexikon in die Hand zu nehmen, anstatt zu googeln, auch wenn das Gesuchte plötzlich zweitrangig wird, aber das Gefundene neu inspirieren kann.

Ihre

Doris Mock-Kamm

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Wahlen 2016 in der BRD nur Probelauf zur Bundestagswahl

flickr.com/ Metropolico.org/ (CC BY-SA 2.0)

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Gibt es einen Ruck in der deutschen Parteienlandschaft?

Um gleich mal mit der Tür ins Haus zu fallen: Im Moment hat die AfD trotz einiger interner Querelen große Chancen, nach den Wahlen im nächsten Jahr 2016 mit einem enormen Stimmengewinn in sämtlichen Landtagen und im Berliner Abgeordnetenhaus zu sitzen.

Ob hierbei gleich von einem Ruck in der deutschen Parteienlandschaft gesprochen werden kann, muß sich noch herausstellen. Lediglich sich auf die Flüchtlingsmisere zu berufen, dürfte langfristig gesehen wohl kaum wirklich für eine entscheidende Bereicherung sorgen. Da bedarf es einige andere politischen Felder, um die Menschen zu überzeugen. Kann diese junge Partei dies auch erfüllen? Werfen wir mal einen Blick in die Wahlausgangslagen und Prognosen.

Landtagswahl in Baden-Württemberg

Am Sonntag, dem 13. März, wird im Ländle gewählt, nachdem zuvor unter dem grünen Ministerpräsident Winfried Kretschmann in Koalition mit der SPD die Geschicke des Landes gestaltet wurden. Die stimmengewaltigere CDU (39%) konnte bei der Landtagswahl 2011 zusammen mit der schwachen FDP (5,3%) nicht die erforderliche Regierungsmehrheit aufbringen, Rot-Grün erreichte ganze 3% mehr an Wählerstimmen.

Laut Forsa-Umfrage vom 15. Dezember 2015 könnte die FDP gerade noch den Einzug erreichen, hätte sie zusammen mit der CDU aber nur 40% der Stimmen, während Rot-Grün insgesamt nahezu dasselbe Ergebnis erzielen würde mit 47% Wählerstimmen. Das fünfte Rad am Parteienwagen wäre eine AfD, die mit sicheren 7% im Landtag säße. In sofern bedeutet dies eine Fortsetzung der jetzigen Regierung.

Landtagswahl in Rheinland-Pfalz

Die ebenso am selben Tag stattfindet wie beim südlichen Nachbarn, übrigens gleichwohl in Sachsen-Anhalt. Hier konnte das Rot-Grüne-Regierungskoalitionsbündnis noch besser sich profilieren, in dem es mit 50,6% der Stimmen solide regierte. Die CDU erreichte gerade mal 35, 7% und war knapp die stärkste Partei, die FDP hingegen scheiterte kläglich mit 4,2%.

Laut infratest dimap-Umfrage vom 10. Dezember 2015 läuft es diesmal auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen hinaus, weil die CDU sich mit 39% verbessern könnte, Rot-Grün nur gerade mal 40% zugetraut wird, während die FDP mit knappen 5% sich zurückmeldet, auch hier die AfD mit 7% solide im Landesparlament sitzen würde. Welch brisante Konstellation, Ausgang offen.

Landtagswahl in Sachsen-Anhalt

Die dritte im jungen Frühlingsmonat. Dort andere Verhältnisse. Da sich die SPD und die Linke 2011 nicht zusammenrauften, regierte bisherig unter Reiner Haseloff die CDU mit ihren gerade mal 32,5% der Stimmen, während drei Oppositionsparteien ihr im Landtag gegenübersaßen.

Laut INSA-Umfrage vom 05. Dezember 2015 schaut es nicht gut aus für den noch Regierenden, weil nämlich SPD und die Linke per Koalition eine knappe Mehrheit hätten mit prognostizierten 38,5%, die CDU käme auf etwas verbesserte 35%. Obendrein wird eine Option mit den Grünen im Regierungsboot nicht ausgeschlossen, die wenigstens 6% der Stimmen erhalten könnten. Hier würde die AfD gar zweistellig mit 13,5% im Landtag sitzen.

Wahl zum Abgeordnetenhaus von Berlin

In Berlin ticken die Uhren anders, wagte Klaus Wowereit 2011 auch eine Große Koalition mit der CDU wie im Deutschen Bundestag. Neben den Linken, die einen leichten Stimmenverlust hatten hinnehmen müssen, verbesserten sich die Grünen um 4,5% auf 17,6%, und als fünfte Partei zogen die Piraten mit 8,9% ins Berliner Abgeordnetenhaus. Die Wahl findet am Sonntag, dem 18. September, statt.

Laut Forsa-Umfrage vom 21. Dezember 2015 würden sich die Wahlergebnisse mehr oder weniger wiederholen, allerdings die Piraten mit gerade mal 3% wieder in der Versenkung verschwinden, die AfD lediglich mit 5% im Parlament sitzen. Wer die Regierung bildet, das wird sich noch herausstellen.

Fazit

Außer einer AfD, die letztlich überall in die Parlamente ziehen würde, einer FDP, die nicht oder ganz schwach vertreten leise sich zurückmeldet, darf man nicht gerade eine übergroße Erwartungshaltung hegen, was die Landtagswahlen und die Politik selbst dort vor Ort anbelangt. Es verbleibt das Verharren, die bestimmende Parteidoktrin bzw. die jeweilige Koalitionsmarschroute. Im Grunde genommen setzt sich der Trend einer geringen Wahlbeteiligung fort, auch wenn eine noch junge Protestpartei wie die AfD sich dazugesellt.

Ihr

Lotar Martin Kamm

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