Naher Osten: Hinrichtungen sorgen für mehr Zündstoff

flickr.com/ Polybert49/ (CC BY-SA 2.0)

flickr.com/ Polybert49/ (CC BY-SA 2.0)

Pulverfaß fehlt nur noch die Lunte

Als ob im Nahen Osten nicht schon genug Unheil sich nahezu ungebremst ausbreiten darf, läßt das Königreich Saudi-Arabien kurzerhand fast vier Dutzend Menschen hinrichten, unter ihnen der bekannte schiitische Kleriker Nimr al-Nimr.

Während in unmittelbarer Nachbarschaft seit bald fünf Jahren in Syrien ein Krieg tobt, eskalieren die Spannungen zwischen Iran und Saudi-Arabien. Dem Pulverfaß fehlt nur noch die Lunte, um den Nahen Osten endgültig in heftigere Kriegszustände zu verwandeln. Die Weltöffentlichkeit schaut keineswegs einfach ahnungslos zu, etliche Staaten sind ziemlich aktiv an diesen Zuständen beteiligt und verantwortlich zu zeichnen.

Moralapostel sollten den Ball ziemlich flach halten

Allen voran diese USA, die zusammen mit ihrem westlichen Verbündeten, wie es sich für einen besetztes Land geziemt, nämlich die BRD, dafür Sorge tragen, diese Weltregion zu destabilisieren. Hauptgrund: Die riesigen Ölvorkommen, die nach wie vor für jedwede Agitationen sorgen. Unschwer der Weg dorthin zu beobachten war, denken wir an das beherzt-tückische Eingreifen der USA in der Islamischen Republik Iran, zurück an das Protegieren des Schahs von Persien, Muhammad Reza Pahlavi wurde aber plötzlich fallen gelassen, an die Waffenlieferungen der BRD an Saudi-Arabien, an die extrem gefährliche Fehde zwischen dem Iran und Israel, welches sich selbst gefährdet sieht, angesichts der Atombomben-Befürchtungen.

Die USA halten das Bild vom bösen Schurkenstaat Iran sehr hoch, involvieren dabei gleich den Präsidenten Syriens mit, beste Voraussetzung den Nahen Osten möglichst instabil zu halten. Und jetzt diese unsagbar grausamen Hinrichtungen in Saudi-Arabien, die gleichzeitig für entsprechende Unruhen in Teheran sorgen, dort die saudische Botschaft durch wütende Demonstranten gestürmt wurde. Aber die USA sollten trotzdem den Ball äußerst flach halten, nicht nur weil sie Hauptverursacher jener Fehden im Nahen Osten sind, sondern obendrein selbst nicht gerade als leuchtendes Beispiel in Sachen Todesstrafe in der Weltöffentlichkeit vorangehen.

Der dritte Weltkrieg setzt sich planmäßig fort

Die Hinrichtungswelle in Riad muß leider als Bestandteil dieses perfiden Planes gewertet werden. Denn im Nahen Osten herrschen jetzt genau die Verhältnisse, die von vornherein beabsichtigt waren. Den USA ist wohl jedes Mittel recht, um ihre eigenen wirtschaftlichen Verhältnisse möglichst schadlos zu verbessern. Dazu gehören eben die weltweiten Kriegsschauplätze, die kontinuierlich zunehmen, wie ein bösartig kalkuliertes Uhrwerk gestellt werden. Ihre sogenannten Verbündeten dienen lediglich als Mittel zum Zweck. Wer sich beugt, erhält ein paar Brosamen, wer ihnen nicht folgt, wird schnell zum Feindbild erklärt. Denken wir an Russland, den Iran, China und etliche andere Staaten, die eben diesen Weg nicht folgen wollen.

Wann erglimmt in der BRD die Erkenntnis, einen Irrtum zu begehen mit der kritiklosen Einstellung, ständig alles mitzumachen, was der große Bruder übern Teich befiehlt? Man muß auch davon ausgehen, daß inzwischen zu viele Verpflichtungen kein Zurück mehr zulassen. In sofern kann sich jene Abhängigkeit wie ein Krebsgeschwür weiter ausbilden, die Fortsetzung des dritten Weltkrieges sich ausbreiten.

Er war wohl der beste US-amerikanische Präsident, ein Hoffnungsträger für eine friedlichere Welt, John F. Kennedy, der genau deshalb so jung sterben mußte und einmal formulierte:

„Die Menschheit muß dem Krieg ein Ende setzen, oder der Krieg setzt der Menschheit ein Ende.“

Ihr

Lotar Martin Kamm

Veröffentlicht unter Politik | Verschlagwortet mit , , , , | 2 Kommentare

Was nimmst du mit auf eine einsame Insel?

pixabay.com

pixabay.com

Ein folgenschweres Spiel läßt uns grübeln

Weihnachten, Silvester, Geburtstage sind prädestiniert, in gemütlicher Runde sogenannte Gesellschaftsspiele zu veranstalten. Eins dieser Spiele nennt sich: „Was nimmst du mit auf eine einsame Insel?“ Und wenn dann noch die Einschränkung kommt, du darfst nur drei Dinge mitnehmen, sind wir oft mit den Antwortmöglichkeiten überfordert. Reichen drei Dinge wirklich, um ausreichend versorgt zu sein, und welche sind wichtig?

Solange die Frage noch nicht direkt an uns selber gestellt wurde, sondern noch in der gemütlichen Runde die anderen (Gottseidank) an der Reihe sind, kann man über die Aufzählungen der unnützen Dinge, die sie nennen, schmunzeln oder sogar schallend lachen.

Während wir im Hinterkopf fiebrig nach den eigenen wichtigen drei Dingen grübeln, und je näher die Frage vorrückt, desto hitziger rasen die Gedankenfetzen: Partner, sonst ist er vielleicht beleidigt; Hund, den kann man doch nicht alleinlassen; Kind, das braucht noch meine Hilfe; Werkzeug, welches denn nun, Schere, Hammer, Messer, ach am besten die gesamte Werkzeugkiste, apropos Werkzeug, Verletzung, Pflaster, Mullbinde, besser doch den ganzen Notfallkoffer, Taschenlampe, Quatsch, Feuer, Feuerzeug, Streichhölzer, Spiegel, vielleicht doch mal an einem Survivalkurs teilnehmen, wo liegt die doofe Insel überhaupt, in der Karibik oder im Eismeer, blödes Spiel, saudumme Frage.

Schon hört man sich sagen, ganz relaxed nach hinten gelehnt: ein Buch, ein Notizbuch. Darin kann man alle seine Gedanken aufschreiben, dazu noch einen Stift, am besten Bleistift, Spitzer. Nein, das ist unsinnig. Ein Buch mit Überlebenstips in der Wildnis wäre sicherlich angebracht. Ein Messer. Feuerzeug.

Gerade war man noch sicher, die richtige Entscheidung getroffen zu haben, schon kommt einem das Ausgesprochene unsinnig vor. Also nochmal von vorn, Konzentration. Buch, welches nochmal, Notizbuch, dazu einen Stift. Unsinn, für was gibt es sonst den Laptop, da ist doch alles drin, das man braucht, Bücher, Survivaltips, alle Freunde.

Gibt es auf der verdammten Insel Strom? Egal, es sind ja noch zwei Wünsche frei. Laptop, Stromanschluß, Messer. Und schon ist der Stab vorbei, alles halb so schlimm. Eins ist aber  klargeworden, bei dem Spiel kann man nicht relaxed mitspielen, wenn es die Einschränkung, keine elektronischen Geräte gibt. Oder sind Sie anderer Meinung?

Ihre

Doris Mock-Kamm

Veröffentlicht unter Kolumne | Verschlagwortet mit , , , , , | 2 Kommentare

Neujahrsansprachen: So gar nicht zum Lachen

landscape-690990_1280

Satirischer Rückblick…

The same procedure as every year – und nicht etwa James, vielmehr diese Neujahrsansprachen, die so gar nicht zum Lachen. Ob ein pastoraler Möchtegerngaukler oder eine in bitterer Mine beschwingte Kanzlerin, welch langweilige Reden und vor allem: Was für ein Segen mögen sie dem Volke geben? Mitnichten werden Mächtige etwas zum Guten richten!

Daphne, des Lorbeerbuschs moralische Reinigung, entstellt, sinnlos sich zu uns gesellt, weil Mensch stets die verkehrten Parteien wählt? Zumal die Bundespolitik erneut mal wieder ihr Unvermögen beweist, gerade bei sogenannter Flüchtlingskrise, das sind diese, die zu uns gereist. Viel Ehr um welchen Preis? Manch einer wohl denkt: so ein Scheiß! Sei dein Kind, laß es dir niemals nehmen, brauchst dir dafür nicht zu schämen.

Gerade im Hinblick zum Nationalstolz, der alles andere als nur Identiät, zeigt sich uns, aus welchem Holz der ein oder andere geschnitzt. Seht, wie er davonflitzt, wenn man ihn berät. Man mag einigen unterstellen, einen Vogel zu haben. Doch welche Quellen wollen uns was denn sagen bei all den vielen berechtigten Fragen, die unbedingt auftauchen? Einfach das Volk dafür zusammenstauchen?

Was den Plastikmüll betrifft: Wer hat hier zuviel gekifft, daß immer noch sorgloser Gebrauch, der bekanntlich gefährliche Risiken birgt, weithin rücksichtslos wirkt? Mutter Erde stöhnt ob der anhaltenden Schandtaten, es nutzt kein verblödetes Warten, zerstört unser einstiger paradiesischer Garten. Was die Demokratie anbelangt, und das nicht nur in unserem Land, zeigen gerade alte Lexika. Aha, liegt ja eigentlich auf der Hand, manch einer sie vor lauter Internet nie sah.

Um so nachvollziehbarer das Getöse zu den Wahlen fürs kommende Jahr. Keineswegs nur böse, die kritische Schar, die sich wütend von jener Parteipolitik löst. Wer nicht, der ahnungslos vor sich hindöst und die Geschicke der BRD in falsche Hände legt: Das tut weh, weil sich zu wenig Gutes regt. Drüben in Brasilien die Präsidentin mal wieder sich wegduckt, nicht verantwortlich hinguckt, wenn ein Volk wie das der Kawahiva vom Aussterben bedroht. Kein bißchen Rückgrat bei so viel Not?

Kaum die Diagnose erstellt, verstarb der Macher von Motörhead, Lemmy hat’s erwischt, now he is dead. Aber dessen Musik niemals aus unseren Herzen erlischt! Ganz anders das lautstarke Mediengebrüll, da kriegt der ein oder andere einfach zu viel, man nicht mehr hinhören will, was das System uns erzählen mag Tag für Tag. Eine besondere Aufregung noch längst nicht vom Tisch, denken wir an Yin und Yang, wenn Frau die Hosen hat an. Dann neigen manch Macker, wie widerlich, scheinbar wacker sich zu beschweren, wollen uns gar belehren.

Dabei ganz wesentliche Gefahren auf uns lauern, denken wir an Terror und Krieg. Das will die Politik keineswegs bedauern, sie setzt einfach Sieg. Wo dies auch hinführt, sehen wir beim TTIP und dem Genfood, drum Beherzte protestieren, ganz gerührt, und das ist wirklich gut!

Ihr

Lotar Martin Kamm

Veröffentlicht unter Satire | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

„Wir haben es satt“: Demo gegen Massentierhaltung, TTIP und Genfood

flickr.com/ eci_ttip/ (CC BY-SA 2.0)

flickr.com/ eci_ttip/ (CC BY-SA 2.0)

Bewegung zum sechsten Mal in Berlin am 16. Januar aktiv

Alljährlich findet in Berlin die Grüne Woche statt, die vor 90 Jahren zum ersten Mal sich präsentierte, damals gleich gute 50.000 Besucher zählte. Allerdings platzte den Organisatoren und Gründern der Demo „Wir haben es satt“ nach jahrzehntelanger Dekadenz seitens gewißer Lobbyisten in der Agrarwirtschaft der Kragen und protestierten daher erstmalig am 22. Januar 2011 in Berlin.

Das Motto dieser ersten Demo lautete: „Wir haben es satt – Nein zu Gentechnik, Tierfabriken und Dumpingexporten“, die immerhin ungefähr 20.000 Teilnehmer laut den Veranstaltern mobilisierte. Welche dringende Verbesserungen mahnen die Protestierenden zu Mißständen an?

Neun weitere eindrucksvolle Demos betonten die Notwendigkeit

Bereits im nächsten Jahr erschienen in Berlin gar 3.000 Teilnehmer mehr, fand die Demo nicht zufällig am 21. Januar statt, als parallel ein Gipfeltreffen der Agrarminister aus 70 Ländern abgehalten wurde. Dies beflügelte wenigstens 2.000 Menschen im November unter dem Motto „Wir haben es satt! Bürger und Bauern für eine neue, faire Agrarpolitik in Niedersachsen“ in Hannover zu demonstrieren.

Im dritten Jahr gab es drei Demos. Erneut in Berlin am 19. Januar, wo sich 25.000 Menschen unter dem Motto „Wir haben es satt! Gutes Essen. Gute Landwirtschaft. Jetzt!“ einfanden, forderten grundsätzliche Reformen der Agrarpolitik. Am 13. Juli trafen sich 8.000 Teilnhmer in München bei der Demo unter dem Motto „Mir hams satt“. Im niedersächsischen Wietze protestierten am 31. August laut dem Veranstalter 7.000 Menschen gegen den dort ansäßigen größten Geflügelschlachthof Europas. Das Motto lautetete „Wir haben Agrarindustrie satt!“

Zunächst gab es am 15. Januar 2014 in Berlin eine Kampagne unter dem Motto „Wir lassen die Sau raus…vor dem Kanzleramt in Berlin!“ Drei Tage später erneut die „Wir haben es sat!“-Demo unter dem Motto „Wir haben Agrarindustrie satt! Gutes Essen. Gute Landwirtschaft. Für Alle!“ bei der 30.000 Menschen teilnahmen. Über 1.000 Menschen protestierten am 29. Juni in Haßleben gegen den geplanten Bau eines Riesenstalls, wo 36.000 Schweine eingepfercht werden sollen. Am 05. Juli kamen in Dresden 3.000 Menschen zusammen, die eine nachhaltige Agrarpolitik forderten. Vom 02. bis 05. Oktober wurde der erste „Wir haben es satt!“-Kongress in Berlin-Kreuzberg abgehalten.

Im letzten Jahr erschienen zur Demo am 17. Januar sogar 50.000 Menschen (die Polizei verharmloste die Zahl erheblich, sprach von 25.000 bzw. nur 20.000 Teilnehmern) in Berlin unter dem Motto „Stoppt Tierfabriken, Gentechnik und TTIP. Für die Agrarwende!“. Gleichzeitig fand die GFFA-Konferenz (Global Forum for Food and Agriculture) statt.

Aufruf zur diesjährigen Demo in Berlin

Die zurückliegenden Demos zeigen eindrucksvoll die Ernsthaftigkeit des Anliegens auf, eben nicht weiterhin tatenlos zuzuschauen, wie die verantwortlichen Agrarminister weltweit handeln. Obendrein nimmt völlig berechtigt die Sorge der Menschen zu angesichts bevorstehender Entscheidungen, denken wir an das TTIP, an Genfood, an Tierfabriken und Dumpingpreise für den Weltmarkt, die auf diese Weise zerstörerisch wirken. Während jene Lobbyisten zusammen mit der Politik eine rücksichtslose Agrar- und Ernährungspolitik durchsetzen, fühlen sich immer mehr Menschen übergangen, bemerken diese die enormen Schäden für Mensch und Tier, die gesamte Umwelt. Kein Wunder, daß die Teilnehmerzahlen kontinuierlich steigen!

Seien auch Sie wenn möglich mit dabei, heute in zwei Wochen am 16. Januar in Berlin. Die Demo startet um 12 Uhr.

Ihr

Lotar Martin Kamm

Veröffentlicht unter Proteste und Widerstände | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Terror als ständiger Begleiter mitten unter uns

flickr.com/ zoonabar/ (CC BY 2.0)

flickr.com/ zoonabar/ (CC BY 2.0)

Neujahrsbeginn zeigt, wo’s lang geht

Dabei möchten die meisten Menschen viel eher in einer friedlichen Umgebung leben, ihren Liebsten, ihren Familien ein hohes Maß an Geborgenheit bieten. Um so dramatischer die sich abzeichnende Entwicklung, die keineswegs von ungefähr kommt. Terror als ständiger Begleiter mitten unter uns bestimmt den Alltag. Gleich der Neujahrsbeginn zeigt, wo’s lang geht, in der Silvesternacht verdichteten sich die Anzeichen zur Terrorwarnung, Hinweise auf IS-Anschläge in München.

Welch grandioser Gewinn für all jene Kräfte, die exakt diese Szenarien entwickelten, drauf zu arbeiteten, um die Menschen gänzlich zu verunsichern und zu ängstigen. Beste Voraussetzung für Regierende, Menschen- und Bürgerrechte nach und nach einzuschränken und letztlich abzubauen. Der Willkür einer scharf reglementierten und somit verunsicherten Gesellschaft sind Tür und Tor geöffnet. Diese hat sich den Verordnungen und Verboten einer Staatsmacht zu beugen, vorbei die Zeiten unbekümmerter Meinungsfreiheit.

Demokratie lediglich Alibifunktion

Das Leben neben der TV- und Internetwelt findet in Überlebensstrategien statt, auf welche Weise man viel Geld verdienen möge, um sich eine Scheinsicherheit aufzubauen. Immer weniger Menschen können dies erreichen, weil nicht nur Bevölkerungszahlen anwachsen, was mittels steigender Flüchtlingszahlen auch in der BRD sich nicht anders abspielt, während die Verbleibenden sich um die besser bezahlten Arbeitsplätze rangeln.

Der Schwächere strauchelt, der Stärkere darf sich glücklich schätzen. Dabei gibt es dennoch obendrein diejenigen, die keinerlei Geld- und Karrieresorgen hegen müssen, weil hineingeboren in eine sorglos elitäre Familienumgebung. Die „oberen Zehntausend“ wähnen sich auf der Sonnenseite. Demokratie mag lediglich als Alibifunktion dem Volk das Gefühl vermitteln, es würde ernst genommen, obwohl reell die zu wählenden Parteien ohnehin feststehen, dem Kurs des Geldes folgen. Der einzigen Macht, die den Lauf der Welt bestimmt.

Terror eine logische Schlußfolgerung

Was verbleibt: Kriege und Terror. Eng verknüpft mit ihrer perfiden Daseinsberechtigung. Wobei gerade der Terror einen nie dagewesenen Raum einnimmt. Das vor uns liegende Jahr 2016 wird sich wesentlich mehr in seiner ganzen Tragweite jenes global-gesellschaftlichen Problems einem Krebsgeschwür gleich entwickeln, so daß der Terror nonstop überall an jeder Straßenecke lauert, der nächste Selbstmordattentäter, die nächste Bombe Menschen zerfetzen kann. Was weltweit an etlichen Orten den normalen Alltag prägt, gelangt nunmehr nach Europa.

Der Kontinent des sogenannten industriellen Westens, von wo der Beginn des Industriezeitalters neben den USA startete, erschöpft sich in seiner Daseinsberechtigung, weil all die Bösartigkeiten der globalen Ausbeutung am Ende ihn einholt, Gegenkräfte sich wehren, Terror somit eine logische Schlußfolgerung darstellt.

Ihr

Lotar Martin Kamm

Veröffentlicht unter Terror | Verschlagwortet mit , , , , | 1 Kommentar

Yin und Yang: Wenn die Frau die Hosen anhat

flickr.com/ weisserstier/ (CC BY 2.0)

flickr.com/ weisserstier/ (CC BY 2.0)

Von Abwertungen der Geschlechter

Sie hat die Hosen an. Eine abwertende Bemerkung über Frauen, die anstatt Röcke oder Kleider Hosen anzogen. Es ist noch gar nicht so lange her, daß dieser Spruch geprägt wurde. Für die heutige Generation ist es selbstverständlich, sich morgens in eine Jeans zu zwängen oder in sommerlichen Monaten die Leggins aus dem Schrank zu ziehen. Geblieben ist aber der denunzierende Satz. Warum?

Wer in der Mitte des vorigen Jahrhunderts aufgewachsen ist, kann sich sicher noch gut erinnern, daß sich Mädchen bei jedem Wetter mit Rock oder Kleid jahreszeitlich nur unterschieden durch Strumpfhosen oder Kniestrümpfe, der Welt so präsentierten. Hosen waren für Mädchen und Frauen verpönt.

Wer jetzt denkt, nur Mädchen oder Frauen waren durch diese Feststellung gemeint, der irrt, denn den Männern wurde oft gleichzeitig dadurch attestiert, nicht genügend dafür Sorge zu tragen, ihre Frauen “im Griff zu haben“. Sie waren also im Umkehrschluß sogenannte Waschlappen, die sich von der Frau auf der Nase herumtanzen ließen, sie waren nicht Mann genug, ihre Autorität zu zeigen.

Sogar noch bis in die 90iger Jahre wurden Männer, die stolz ihren Nachwuchs im Kinderwagen schoben oder schlimmer noch vorn auf der Brust im Tragegurt trugen, belächelt. Jederlei Tätigkeiten, die zu den weiblichen Pflichten oder sogenannten Aufgabengebieten gehörten, waren für Männer tabu, und Frauen wurden oft als Mannweiber tituliert, wenn sie „Männerarbeiten“ leisteten.

Dabei ist es erstaunlich, daß diese Bemerkungen von den männlichen wie von den weiblichen Zeitgenossen geäußert wurden. Vielleicht noch werden. Können wir diesen Menschen unterstellen, daß sie nur mit scharf gezogenen Linien, streng beschrifteten Schubladen, geordneten Listen, Wesen reflektieren?

Wahrscheinlich schon, denn durch eine gewiße zu streng ausgelegte Katalogisierung fehlt das Verständnis für den Reiz verwandter Ähnlichkeiten. Weiblich und männlich ist different, das ist unbestreitbar, aber weder Mann noch Frau haben die als weiblich oder männlich bezeichneten Eigenschaften für sich selbst gepachtet. Denn sind wir nicht alle ein bißchen yin und yang?

Ihre

Doris Mock-Kamm

Veröffentlicht unter Kolumne | Verschlagwortet mit , , , , | 6 Kommentare

Medien: Lautstarkes Gebrüll erreicht keineswegs eine Änderung

flickr.com/ Burr_Brown/ (CC BY-ND 2.0)

flickr.com/ Burr_Brown/ (CC BY-ND 2.0)

Marktschreier auf verkehrtem Kurs

Hören Sie auch die vielen Schreie, die täglich durch die Medien fluten? Dabei ist es nicht sonderlich zu unterscheiden, ob das Gebrüll von den sogenannten freien Medien oder den etablierten Nachrichtenblättern unsere Sinne treffen. Am liebsten würde man zurückschreien: Ich bin nicht taub!

Unerheblich, ob die Schreie in schriftlicher, bildlicher Form zu uns dringen, sie versuchen, Mauern zu durchbrechen, so als ob wir aus Granit wären, unempfindlich, abgestumpft, seelenlos. Sie mißachten dabei, daß sie durch ihr Gegröle uns schon mehrfach getroffen haben, und selbst wenn wir aus Mauern wären, diese mit schneller Abfolge hinaus geschrienen Worte haben schon viele Einschläge, Löcher hinterlassen, die wir nicht so schnell reparieren können.

Trotzdem stehen wir weiter unter Beschuß, in Kenntnis unserer Verletzungen, damit wir irgendwann keine Kraft mehr haben, nur noch dulden? Schon richtig, sie wollen uns, die vermeintlich Schlafenden, Uninteressierten, aufwecken, aber lassen Sie sich wirklich mit dem Getöse eines durch Ihr Schlafzimmer brausenden Güterzuges wecken? Ihre Reaktion auf diese Weckmethode wird wahrscheinlich damit enden, daß Sie Ihren Wecker an der Schlafzimmerwand zertrümmern.

Nicht unbedingt derjenige, der auf dem Marktplatz seine Waren am lautesten anpreist, hat auch die besten Waren, nicht unbedingt derjenige, der die auffälligsten Reklametafeln blinken läßt, verkauft Ihnen Qualität. Schreie haben etwas befreiendes, sie können gestaute Emotionen, Ohnmachtsgefühle, Unaussprechliches ausdrücken. Wenn wir davon ausgehen, daß die Schreienden uns aufklären, wecken wollen, warum schreien sie denn alle immer so durcheinander, selbst wenn sie unsere Aufmerksamkeit erreicht haben?

Wir haben doch bereits verstanden, daß dies jetzt unsere Zeit ist, die Richtung vorzugeben, wohin das Schiff Erde segeln soll. Wir kaufen vermehrt biologische Produkte, kleiden uns mit Stoffen, die unter ökonomischen Gesichtspunkten produziert werden, vermeiden unnötige Verpackung, halten unseren Körper fit, unterscheiden zwischen notwendigen Medikamenten und sinnlosen, kurzum wir leben bewußter.

Darauf kommt es doch bei all dem Geschreie an, nicht ganz, da gibt es noch die politische und weltwirtschaftliche Komponente. Doch auch hier sind bereits Aktivitäten im Gange, die nicht nur hoffen lassen. Erwarten wir nicht zu viel auf einmal, selbst wenn es sozusagen eine Minute vor zwölf ist? Aber können wir wirklich eine seit Jahrtausenden unter verschiedenen Namen auftretende Gesellschaftspyramide anders abbauen als mit neu strukturierten, mehr auf zwischenmenschliche, ökologische, ökonomische Balance ausgerichtete Handels- und daraus erfolgende Politstruktur?

Wir halten diese Fäden bereits in der Hand, flechten wir damit eine neue Gesellschaftsstruktur. Also liebe Medien, schreien Sie nicht mehr nur Ihre Ohnmacht hinaus, sondern besprechen Sie die jetzt erforderlichen Schritte, Sie werden nicht auf taube Ohren stoßen, denn mit weniger Lärm können die Menschen auch wieder besser zuhören.

Ihre

Doris Mock-Kamm

Veröffentlicht unter Kolumne | Verschlagwortet mit , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar