Motörhead löst sich nach Lemmys Tod auf

flickr.com/ Portal Focka/ (CC BY-ND 2.0)

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Eine Hommage an die Heavy Metal-Band

„Only way to feel the noise is when it’s good and loud”, so die Eröffnungszeile im ersten Song „Overkill“ des veröffentlichten gleichnamigen Albums. Das Schlagzeug überzeugt dabei mit einer ziemlich hohen Geschwindigkeit, der Song selbst laut wie es sich gehört für Heavy Metal.

Ian Fraser Kilmister, besser bekannt unter Lemmy Kilmister, der Gründer der Heavy Metal-Band Motörhead starb völlig überraschend vier Tage nach seinem 70. Geburtstag vor drei Tagen an den Folgen eines Hirntumors, der nur zwei Tage zuvor bei ihm diagnostiziert worden war. Mit dem Tod dieses britischen Baß-Musikers löst sich die Band auf, wie Drummer Mikkey Dee nunmehr verkündete. Eine folgerichtige Entscheidung.

Vom Roadmovie bei Jimi Hendrix zum Bandgründer von Motörhead

Lemmy erging es nicht anders als vielen seiner Zunft in der Selbstfindung. Zunächst jobbte er, nachdem er im Alter von 15 Jahren die Schule einfach abbrach, zog mit 16 nach Manchester, um dort erste Banderfahrungen zu sammeln, schließlich wie etliche andere London aufzusuchen. Immerhin jobbte er auch als Roadie bei Jimi Hendrix, entdeckte zunächst das Gitarrenspiel für sich. Erst mit dem Einstieg bei Hawkwind, die durchaus als Begründer des Space Rocks gelten mögen, einer psychedelischen Spielart des Hard Rocks, wechselte er zur Baß-Gitarre, zog es aber vor, technisch ihn wie eine Rhythmus-Gitarre zu spielen.

Mit dem Rauswurf 1975 bei Hawkwind, weil Lemmy vom kanadischen Zoll wegen Drogenbesitzes festgenommen worden war, folgte bald danach eine neue Bandgründung namens „Bastard“, die allerdings auf Empfehlung seines Managers er umbenannte. Dabei beflügelte ihn sein letzter Song für Hawkwind, so daß er sie Motörhead nannte. Man kann der Band, mit Larry Wallis an der E-Gitarre, anfangs Lucas Fox am Schlagzeug, ohne weiteres Punkrock, Rock’n’roll, Blues- und Hard Rock-Elemente entnehmen, letztlich entwickelte sich im Laufe der Jahre der typisch spritzige Sound des Heavy Metals bei Motörhead, mit wechselnden Besetzungen. Einzig Lemmy blieb der Band all die Jahre treu ergeben. Ab 1982 waren es Mikkey Dee am Schlagzeug und ein Jahr später Philip „Wozzö“ Campbell an der E-Gitarre, obendrein als Hintergrundsänger, die bis jetzt zuletzt die Besetzung von Motörhead prägten.

Lemmys Baß und Stimme – unverkennbar tragende Elemente bei Motörhead

Neben den genialen Drum- und Gitarrensolis. Wer Heavy Metal lauscht, muß die Seele dieser Musikrichtung verstehen, sie spüren und verinnerlichen, um sie wirklich verstehen zu können. Vorreiter waren, bevor Motörhead schließlich dazustieß, Bands wie Deep Purple, Led Zeppelin oder Black Sabbath, obwohl eigentllich erst mit Judas Priest der prägnante Sound sich vervollkommnen konnte. Parallel zu Motörhead, also im selben Gründungsjahr, entstand Iron Maiden.

Lemmys rauhe Stimme, die manche auf seinen hohen Zigaretten- und Alkoholkonsum zurückführen, war sein Markenzeichen sowie die Art, wie er den Baß spielte. Letztlich wuchs da eine Band zusammen, die ihren unverwechselbaren Stil fand. Im Anhang seien hier zwei Songs der Band gewidmet, die wohl zu den besten gelten mögen. „Overkill“ vom gleichnamigen Album, veröffentlicht am 24. März 1979 sowie „Chase Is Better Than The Catch” vom Album “Ace of Spades” am 08. November 1980.

R.I.P. Lemmy, your music will never die!

Ihr

Lotar Martin Kamm

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Kawahiva in Brasilien vom Aussterben bedroht

flickr.com/ Tambako the Jaguar/ (CC BY-ND 2.0)

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Lenkt Brasiliens Justizminister José Eduardo Cardozo ein?

Weltweit dürfen sich Großkonzerne und kleinere oftmals total ungebremst austoben, werden kaum aufgehalten in ihren Geschäftspraktiken, die gar Menschenleben in Kauf nehmen. Korrupte Regierungen und deren gefällige Staatsbeamte, schlecht bezahlte Polizisten und jede Menge andere Gesellen richten sich nach deren Machtverhältnisse.

Genauso verhält es sich auch im brasilianischen Amazonasgebiet, nämlich im Bundesstaat Mato Grosso, in der Nähe der Gemeinde Colniza, wo das Volk der Kawahiva lebt. Die Rio Pardo-Indianer werden zunehmend gerade von Holzfällern bedroht, wie auch seit Jahren schon Survival International berichtet.

Brasiliens Regierung reagierte bisherig nur halbherzig bis gar nicht

Bekanntlich geriet die regierende Präsidendentin Dilma Rousseff in letzter Zeit wegen etlicher Korruptionsvorwürfe um den Ölkonzern Petrobas nicht nur in die Schlagzeilen, es folgten große landesweite Proteste im Frühjahr 2015. Kein Wunder, daß auch in ihrer Regierungsverantwortung kaum bis gar kein Augenmaß zu den Belangen betroffener indigener Völker anhält, eher nicht reagiert wird, wenn jene lebensbedrohlichen Repressalien ausgesetzt.

Nach einem regelrechten Krimi von unterlassenem Schutz seitens Brasiliens Regierung, zigfacher Bedrohungen gerade von Holzfällern, die entsprechend brutal per Vertreibung bis hin zu Morden vorgingen, also die Kawahiva vertrieben, die Wälder rodeten, um die Flächen anschließend Viehzüchtern zu überlassen für Weiden oder Sojabohnenanbau. Dazwischen Beteuerungen, Zugeständnisse, das gefällige Wirken zusammen mit der 1967 neu gegründeten FUNAI (Fundação Nacional do Índio), eine Nationale Stiftung der Indigenen. Letztlich setzen sich aber immer wieder die Konzerne durch.

Werden auch Sie aktiv, bevor es zu spät ist für die Kawahiva

Das klingt zunächst fast schon utopisch. Aber Sie können mehr bewirken, als Sie für möglich halten. Schon mehrmals waren Aufrufe von Survival International erfolgreich, konnten gewiße Verbesserungen herbeiführen.

Schreiben Sie eine Email an Brasiliens Justizminsiter José Eduardo Martins Cardozo. Vielleicht wird ja der ehemalige Staatsanwalt einlenken und dem Volk der Kawahiva beistehen. Je mehr mitmachen, um so größer der Druck. Wollen wir hoffen, daß die Politiker des großen Landes Brasilien sich ihrer Verantwortung bewußt sind, bemerken, in wie weit etliche indigene Völker bedroht werden, nur weil einige Firmen den Hals nicht voll genug bekommen. Dazu bedarf es gleichzeitig mehr Widerstand in Brasilien selbst.

Ihr

Lotar Martin Kamm

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Demokratie: Erklärungsversuche zur Begrifflichkeit

flickr.com/ Mehr Demokratie e.V./ (CC BY-SA 2.0)

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Alte Lexika inspirieren ohne weiteres

Kennen Sie das auch, Sie suchen im Lexikon nach einem Begriff, Ihre Augen stolpern beim Blättern kurz über einen anderen Textinhalt, der Sie veranlaßt, diesen bewußter zu lesen. Sie verstehen den Abschnitt auf Anhieb, aber irgend etwas bringt Sie dazu, das Gelesene nochmals langsamer auf der Zunge zergehen zu lassen:

Demokratie

Diese Staatsform beinhaltet, daß die Staatsgewalt vom Volk ausgeht und jeder interessierte Bürger das Recht und die Möglichkeit hat, an politischen Entscheidungsprozessen mitzuwirken.

Demokratie kann aber nur dann funktionieren, wenn die Institution einer Demokratie, für die Mitwirkung aller Bürger offen ist und sich genügend Demokraten finden, die ihre Rechte und Pflichten wahrnehmen.

Demokratisierung bedeutet der zielgerichtete Abbau von Privilegien und das ständige konstruktive Infragestellen der Autoritäten. (Auszug aus einem alten Lexikon)

Der erste Satz geht runter wie Öl, wenn da nicht das Wort Möglichkeit stehen würde. Es ist irgendwie fehl am Platz, denn Recht bleibt Recht, und muß nicht noch möglich gemacht werden.

Der zweite Satz erklärt dann auch schon den Stolperstein „Möglichkeit“. Die Staatsform Demokratie wird als Institution, somit als eine Einrichtung, Organisation begrifflich verständlich gemacht. Wenn aber die Personen dieser Organisation der Meinung sind, diese Bürger seien keine Demokraten, haben sie die Möglichkeit, diesen Bürgern ihre Rechte und Pflichten in dieser Organisation zu verwehren. Die Möglichkeit der Teilnahme kann also verweigert werden.

Der dritte Satz wiederum besagt, daß die Personen der Organisation sich das ständige Infragestellen gefallen lassen müssen und sie selbst daran arbeiten sollen, Privilegien, die nicht allen zugutekommen, abzubauen.

Eigentlich ganz einfach, oder? Nichts anderes passiert, wenn in „gesunden“ Familienverhältnissen, Gemeinschaften Gespräche geführt werden, ob der Handlungsweise Einzelner, über Verbesserungsvorschläge für gewisse Abläufe, über Neugestaltung irgendeiner Sache, die Themen sind mannigfaltig. Wenn die Grundlage der Gesprächspartner ein aufrichtiges Interesse dem anderen gegenüber ist, wird es trotz Meinungsverschiedenheiten Lösungswege geben.

Im Umkehrschluß müßte es also heißen, derjenige, der den Auftrag hat, eine Demokratie zu führen, muß das Recht vertreten, anderen die Möglichkeit zu geben und zulassen, daß seine Arbeiten, Ansichten, Meinungen ständig hinterfragt werden, dafür Sorge tragen, angewandte Privilegien zu minimieren, ansonsten ist er kein Vertreter dieser Organisation.

Manchmal lohnt es sich, doch mal wieder das Lexikon in die Hand zu nehmen, anstatt zu googeln, auch wenn das Gesuchte plötzlich zweitrangig wird, aber das Gefundene neu inspirieren kann.

Ihre

Doris Mock-Kamm

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Wahlen 2016 in der BRD nur Probelauf zur Bundestagswahl

flickr.com/ Metropolico.org/ (CC BY-SA 2.0)

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Gibt es einen Ruck in der deutschen Parteienlandschaft?

Um gleich mal mit der Tür ins Haus zu fallen: Im Moment hat die AfD trotz einiger interner Querelen große Chancen, nach den Wahlen im nächsten Jahr 2016 mit einem enormen Stimmengewinn in sämtlichen Landtagen und im Berliner Abgeordnetenhaus zu sitzen.

Ob hierbei gleich von einem Ruck in der deutschen Parteienlandschaft gesprochen werden kann, muß sich noch herausstellen. Lediglich sich auf die Flüchtlingsmisere zu berufen, dürfte langfristig gesehen wohl kaum wirklich für eine entscheidende Bereicherung sorgen. Da bedarf es einige andere politischen Felder, um die Menschen zu überzeugen. Kann diese junge Partei dies auch erfüllen? Werfen wir mal einen Blick in die Wahlausgangslagen und Prognosen.

Landtagswahl in Baden-Württemberg

Am Sonntag, dem 13. März, wird im Ländle gewählt, nachdem zuvor unter dem grünen Ministerpräsident Winfried Kretschmann in Koalition mit der SPD die Geschicke des Landes gestaltet wurden. Die stimmengewaltigere CDU (39%) konnte bei der Landtagswahl 2011 zusammen mit der schwachen FDP (5,3%) nicht die erforderliche Regierungsmehrheit aufbringen, Rot-Grün erreichte ganze 3% mehr an Wählerstimmen.

Laut Forsa-Umfrage vom 15. Dezember 2015 könnte die FDP gerade noch den Einzug erreichen, hätte sie zusammen mit der CDU aber nur 40% der Stimmen, während Rot-Grün insgesamt nahezu dasselbe Ergebnis erzielen würde mit 47% Wählerstimmen. Das fünfte Rad am Parteienwagen wäre eine AfD, die mit sicheren 7% im Landtag säße. In sofern bedeutet dies eine Fortsetzung der jetzigen Regierung.

Landtagswahl in Rheinland-Pfalz

Die ebenso am selben Tag stattfindet wie beim südlichen Nachbarn, übrigens gleichwohl in Sachsen-Anhalt. Hier konnte das Rot-Grüne-Regierungskoalitionsbündnis noch besser sich profilieren, in dem es mit 50,6% der Stimmen solide regierte. Die CDU erreichte gerade mal 35, 7% und war knapp die stärkste Partei, die FDP hingegen scheiterte kläglich mit 4,2%.

Laut infratest dimap-Umfrage vom 10. Dezember 2015 läuft es diesmal auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen hinaus, weil die CDU sich mit 39% verbessern könnte, Rot-Grün nur gerade mal 40% zugetraut wird, während die FDP mit knappen 5% sich zurückmeldet, auch hier die AfD mit 7% solide im Landesparlament sitzen würde. Welch brisante Konstellation, Ausgang offen.

Landtagswahl in Sachsen-Anhalt

Die dritte im jungen Frühlingsmonat. Dort andere Verhältnisse. Da sich die SPD und die Linke 2011 nicht zusammenrauften, regierte bisherig unter Reiner Haseloff die CDU mit ihren gerade mal 32,5% der Stimmen, während drei Oppositionsparteien ihr im Landtag gegenübersaßen.

Laut INSA-Umfrage vom 05. Dezember 2015 schaut es nicht gut aus für den noch Regierenden, weil nämlich SPD und die Linke per Koalition eine knappe Mehrheit hätten mit prognostizierten 38,5%, die CDU käme auf etwas verbesserte 35%. Obendrein wird eine Option mit den Grünen im Regierungsboot nicht ausgeschlossen, die wenigstens 6% der Stimmen erhalten könnten. Hier würde die AfD gar zweistellig mit 13,5% im Landtag sitzen.

Wahl zum Abgeordnetenhaus von Berlin

In Berlin ticken die Uhren anders, wagte Klaus Wowereit 2011 auch eine Große Koalition mit der CDU wie im Deutschen Bundestag. Neben den Linken, die einen leichten Stimmenverlust hatten hinnehmen müssen, verbesserten sich die Grünen um 4,5% auf 17,6%, und als fünfte Partei zogen die Piraten mit 8,9% ins Berliner Abgeordnetenhaus. Die Wahl findet am Sonntag, dem 18. September, statt.

Laut Forsa-Umfrage vom 21. Dezember 2015 würden sich die Wahlergebnisse mehr oder weniger wiederholen, allerdings die Piraten mit gerade mal 3% wieder in der Versenkung verschwinden, die AfD lediglich mit 5% im Parlament sitzen. Wer die Regierung bildet, das wird sich noch herausstellen.

Fazit

Außer einer AfD, die letztlich überall in die Parlamente ziehen würde, einer FDP, die nicht oder ganz schwach vertreten leise sich zurückmeldet, darf man nicht gerade eine übergroße Erwartungshaltung hegen, was die Landtagswahlen und die Politik selbst dort vor Ort anbelangt. Es verbleibt das Verharren, die bestimmende Parteidoktrin bzw. die jeweilige Koalitionsmarschroute. Im Grunde genommen setzt sich der Trend einer geringen Wahlbeteiligung fort, auch wenn eine noch junge Protestpartei wie die AfD sich dazugesellt.

Ihr

Lotar Martin Kamm

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Du hast wohl einen Vogel

flickr.com/ Peter.Samow/ (CC BY 2.0)

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Manche Meise könnte sich als Irrläufer entpuppen

Du hast einen Vogel! Ist Ihnen das auch schon mal attestiert worden? Echauffieren Sie sich nicht darüber, schätzungsweise haben Sie nur einen Gedankenblitz anderen zur Kenntnis gegeben, der ungewöhnlich, vielleicht sogar außergewöhnlich ist. Diese Aussage hat es sogar geschafft, mittels Handzeichen erkennbar zu sein.

Tippen Sie mit einem Finger, vornehmlich dem Zeigefinger an Ihre Stirn in Richtung desjenigen, dem Sie diese Bemerkung zukommen lassen wollen, und er wird Ihre Andeutung sofort verstehen. Es gibt keine eindeutige Erklärung, warum „einen Vogel haben“ gleichbedeutend ist mit: Du bist nicht ganz richtig im Kopf, du bist verrückt, du hast nicht alle Tassen im Schrank, du spinnst.

Aber bleiben wir beim Vogel, manchmal auch Meise in diesem Zusammenhang genannt. Inzwischen wissen wir, daß es diese Tiergattung, sagen wir mal salopp, faustdick hinter den Ohren hat. Krähen, die zur Gattung der Rabenvögel zählen, haben eine kognitive Leistungsfähigkeit. Papageien, Gattung der Papageienvögel, haben nachweislich nicht nur die Fähigkeit, Worte nachzusprechen, sondern können wie die Rabenvögel Zusammenhänge erfassen. Vögel sind also keinesfalls nicht richtig im Kopf, sondern können sich mit zweijährigen Kindern messen, natürlich, seien Sie beruhigt, nicht auf allen Ebenen.

Der Traum des Fliegens durch die Lüfte ist wohl ein langgehegter Menschheitstraum und durch Überlieferungen oder der Sage nach zum ersten Mal verwirklicht durch Dädalus, als er mit seinem Sohn Ikarus von der Insel Kreta floh. Heutzutage ist das Fliegen fast eine Selbstverständlichkeit, und vielleicht ist es nur noch eine kleine Frage der Zeit, bis jeder in seinem Wingsuit den Luftraum durchquert.

Neidvoll könnten wir erblassen, wenn wir die Farbenpracht der Gefieder von unseren Erdmitbewohnern sehen. Vielleicht gönnen Sie sich mal wieder die Muse, in Fachbüchern, geht natürlich auch im Internet, diese schimmernden, glitzernden, leuchtenden oder einfach die gemusterten Gefieder zu bestaunen. Möglicherweise inspirieren Sie aber viel eher die filigranen Federn des weißen Pfaus. Die mannigfaltigen Arten der Brautwerbung, das Sozialverhalten oder die künstlerische Fertigung der Nestbauten zeigen eine Tierart, die keineswegs verrückt, sondern faszinierend ist.

Eventuell überlegen Sie das nächste Mal, wenn Sie mit: Du hast einen Vogel! beschimpft werden, oder Ihnen will dieser Ausspruch über die Lippen kommen, ob Sie sich wirklich beleidigt fühlen können, oder ob Ihr Gegenüber es tatsächlich verdient hat, mit dieser Spezies in Verbindung gebracht zu werden.

Ihre

Doris Mock-Kamm

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Plastikmüll: Sorgloser Gebrauch birgt gefährliche Risiken

flickr.com/ Snemann/ (CC BY-NC-ND 2.0)

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Von der Ignoranz konsumgesteuerter Menschen

Wie im Großen so im Kleinen. Sicherlich, viele regen sich berechtigt über die ignoranten Verhaltensweisen der Großkonzerne auf, wobei jene Unmengen von Kunststoffen produzieren und der Nachwelt überlassen, egal was mit ihnen geschehen mag. Jedoch sollten wir nicht das Verhalten des kleinen Mannes unterschätzen, der oftmals ahnungslos bei jedem Einkauf eine Plastiktüte fordert, um dortigst sein Konsumgut zu verstauen. Danach landet sie einfach im Müll, obwohl er gar dafür Geld berappt hat, ein Kleinbetrag, was vielen wohl nichts ausmacht. Jener sorglose Gebrauch birgt gefährliche Risiken.

Die von der Ignoranz konsumgesteuerten Menschen scheinen im besten Fall kurfristig zusammenzuzucken, wenn auf ihr Verhalten angesprochen, um im Alltag weiterhin ihrer schlechten Gewohnheit nachzugehen. Kein Wunder, sie sehen halt nicht die Folgen jener Gefahren. Obwohl auch gänzlich andere Umweltverbrechen Mutter Erde erheblich belasten, werfen wir mal einen gezielten Blick zum Plastikmüll.

Riesige Plastikmüllteppiche in Ozeanen und Mikroplastik in Ökokreisläufen

Im Grunde muß man feststellen, daß weite Teile bereits zu Wasser und auf dem Lande von den Plastikabfällen betroffen und geschädigt sind. Weltweit verteilen sich auf den Ozeanen Müllstrudel, die gigantische Ausmaße haben, wo sich ein Großteil der durch die Menschen verursachte Plastikmüllentsorgung ansammelt. Daß im Jahre 1972 ins Leben gerufene Umweltprogramm der UNO, kurz UNEP, stellte Ende des letzten Jahres fest, zirka 6,4 Millionen Tonnen Plastikmüll gelangen jährlich in die Ozeane. Das deutsche Umweltbundesamt bescheinigte 2013, daß von ungefähr 100 bis 150 Millionen Abfällen im Meer rund 60 % aus Plastikmüll seien, davon würden 70 % auf den Meeresboden sinken, 15 % an Strände gespült, die restlichen 15 % im Meer treiben.

Mit anderen Worten, wir sehen den kleineren Teil, der weitaus größere wird in Zukunft das Meer und die dortige Tier-und Pflanzenwelt wie „tickende Umweltzeitbomben“ nachhaltig belasten! Obendrein machen die seitens der Kosmetikindustrie großzügig eingesetzten Mikroplastikpartikel erhebliche Probleme. Sie werden als Abfälle in den Meeren schlicht von den Meeresbewohnern aufgenommen, gefressen, um somit am Ende den Menschen selbst zu schaden, denken wir an den Fischverzehr.

BUND-Einkaufsratgeber – werden Sie aktiv

Der Verbraucher sollte niemals seine eigenen Möglichkeiten unterschätzen. Es kommt darauf an, ob er sie zunächst erkennt und dann auch konsequent anwendet. Dem stehen oftmals Bequemlichkeit oder leider Unwissen im Weg, manchmal auch einfach eine grenzenlose Gleichgültigkeit, man sich selbst einredet: Sollen doch die anderen mit gutem Beispiel vorangehen, was interessiert es mich. Spätestens, wenn das Kind in den Brunnen gefallen, die Ökokreisläufe geschädigt bis verseucht, mag es bereits zu spät sein!

Werden Sie aktiv, hier sei Ihnen ein BUND-Einkaufsratgeber ans Herz gelegt, vermeiden Sie einfach, die dortigen Produkte zu kaufen bzw. zu konsumieren. Es werden die jeweiligen Kunststoffe aufgeführt. Weichen Sie auf andere Möglichkeiten aus. Lesen Sie auch über die ersten Erfolge jener Kampagne, welche Firmen ernsthaft den Ausstieg vom Mikroplastik vorantreiben, weil es eben durchaus Alternativen gibt, um auf sie zu verzichten.

Ihr

Lotar Martin Kamm

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Nationalstolz alles andere als nur Identität

pixabay.com

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Laßt den Menschen doch ihre Zugehörigkeit!

Identität ist ein Wortgebilde aus dem Lateinischen idem, derselbe. Der Begriff geistert zunehmend durch sämtliche Facetten des täglichen Zusammenseins. Sei es in Gesprächen, den Medien oder Diskussionsrunden. Das Wort wird zerpflückt, zerkaut, zerstückelt, kurzum, es wird mißbraucht.

Es wird für nationale, religiöse, kulturelle, sprachliche und sonst wie mögliche Rechtfertigungen für Übereinstimmung einer Sache oder Wesen benützt. Derselbe, genauso eins sein, geht das überhaupt? Warum wird es angestrebt, warum abgelehnt?

Nach der Geburt eines Kindes hören sie von den Eltern selbst, aber auch durch Verwandte und Bekannte: Er oder sie sieht aber dem oder der gleich. Das ist mehr oder weniger die erste Klassifizierung einer Identität. Dem Kind wird eine Zugehörigkeit zur Familie bescheinigt. Zeigt das Kind im Heranwachsen bestimmte Charaktere oder Verhaltungsmuster, so wird mit Sicherheit wiederum ein Bezug zu einem Verwandten gezogen.

Selbst im Kindergarten und in der Schule erfährt der Heranwachsende, daß er von Erziehern und Lehrern in Identitätsrollen gesteckt wird. Beim fließenden Übergang von der Kindheit zum Erwachsenwerden fängt das Kind an, andere Identitäten zu suchen, es braucht eine Menge neuer Identitätsformen, um sein eigenes Ich zu festigen.

Bis zu diesem Zeitpunkt wird der Heranwachsende durch seine Umwelt vielen Vergleichen unterzogen, um ihn im Spektrum des jeweiligen Aufenthaltsortes als gleich oder anders einzuordnen. Anhand der Erfahrungsmuster, das ihm bis jetzt für Übereinstimmungen oder Gegensätze geprägt hat, wird er selbst differenzieren, mit wem oder was er fähig und bereit ist, sich zu identifizieren.

Um Derselbe zu sein, seine Identität zu finden, bedarf es vieler Spektren, denn Identität besagt nicht hell und dunkel, sondern die Einheit von hell und dunkel und deren Schnittmengen. Dazu gehören alle Formen einer Identität, auch die sogenannte nationale Identität. Heimat, Herkunft komplett zu verleugnen oder herabzuwürdigen, führt zu einem Übereinstimmungsverlust. Um diesen Verlust zu kompensieren, werden sehr oft radikale Mittel angewandt, vergleichbar mit dem Entzug von Süchten. Der Süchtige wird je nach Grad seiner Abhängigkeit alles versuchen, weiterhin an seinen ihm verwehrten „Stoff“ zu kommen.

In diesem Artikel der Süddeutschen wird leider ein völlig falscher Schluß aus dem ansonsten sachlichen, geschichtlichen Hintergrund der Erklärung des Begriffes Nation gezogen. Natürlich ist der Auszug aus den universellen Menschenrechten: Alle Menschen sind frei und gleich an Rechten und Würde geboren, ein dringend zu beachtender Aspekt im Zusammenleben. Aber diese Aussage ist solange Fiktion, bis sie selbst in Staaten, die sich demokratisch nennen, nicht zur Anwendung kommt. Dafür müßten sich nämlich die Verhältnisse im Miteinander ändern, und es dürfte keine Identifikation zur irgendeiner Zugehörigkeit eine Rolle spielen.

Identifikationen gänzlich abschaffen, käme einer maschinengesteuerten Gesellschaft gleich. Deshalb müßte das Fazit lauten, eine nationale Identität spiegelt die Herkunft des Einzelnen. Ist Deutschland eine Gesellschaft, die sich nur darüber spiegelt und keine Bereitschaft zum Austausch der kulturellen, sprachlichen, menschlichen Aspekte eines als Nation zusammengefaßten Staates zuläßt?

Dem kann man nicht zustimmen. Aber die Ablehnung des Zusammengehörigkeitsgefühls wird den „Nationalstolz“ fördern, nicht nur in Deutschland. Die in der Überschrift des Artikels der Süddeutschen erwähnte Affen-Oma wird bereitwillig erklären, daß alle ihre Nachfahren, wenn sie denn mehrere Kinder geboren hat, unterschiedliche Identitäten hatten.

Welche Beweggründe John F. Kennedy auch gehabt haben mag, als er am 26.06.1963 vor dem Rathaus Schöneberg den jetzt als Zitat titulierten Satz aussprach: “Ich bin ein Berliner“, hat er jedenfalls eine Übereinstimmung, eine Identität vermittelt, die eine Verbundenheit ausdrückte. Und niemand hat ihm das verübelt! Identität, idem, derselbe, in Freundschaft verbunden, solange kein Volk, keine Wirtschaftsimperien, keine Privatleute, diese Identität ausschließlich für ihre Zwecke mißbrauchen. Was ist daran schlecht?

Ihre

Doris Mock-Kamm

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