Du hast wohl einen Vogel

flickr.com/ Peter.Samow/ (CC BY 2.0)

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Manche Meise könnte sich als Irrläufer entpuppen

Du hast einen Vogel! Ist Ihnen das auch schon mal attestiert worden? Echauffieren Sie sich nicht darüber, schätzungsweise haben Sie nur einen Gedankenblitz anderen zur Kenntnis gegeben, der ungewöhnlich, vielleicht sogar außergewöhnlich ist. Diese Aussage hat es sogar geschafft, mittels Handzeichen erkennbar zu sein.

Tippen Sie mit einem Finger, vornehmlich dem Zeigefinger an Ihre Stirn in Richtung desjenigen, dem Sie diese Bemerkung zukommen lassen wollen, und er wird Ihre Andeutung sofort verstehen. Es gibt keine eindeutige Erklärung, warum „einen Vogel haben“ gleichbedeutend ist mit: Du bist nicht ganz richtig im Kopf, du bist verrückt, du hast nicht alle Tassen im Schrank, du spinnst.

Aber bleiben wir beim Vogel, manchmal auch Meise in diesem Zusammenhang genannt. Inzwischen wissen wir, daß es diese Tiergattung, sagen wir mal salopp, faustdick hinter den Ohren hat. Krähen, die zur Gattung der Rabenvögel zählen, haben eine kognitive Leistungsfähigkeit. Papageien, Gattung der Papageienvögel, haben nachweislich nicht nur die Fähigkeit, Worte nachzusprechen, sondern können wie die Rabenvögel Zusammenhänge erfassen. Vögel sind also keinesfalls nicht richtig im Kopf, sondern können sich mit zweijährigen Kindern messen, natürlich, seien Sie beruhigt, nicht auf allen Ebenen.

Der Traum des Fliegens durch die Lüfte ist wohl ein langgehegter Menschheitstraum und durch Überlieferungen oder der Sage nach zum ersten Mal verwirklicht durch Dädalus, als er mit seinem Sohn Ikarus von der Insel Kreta floh. Heutzutage ist das Fliegen fast eine Selbstverständlichkeit, und vielleicht ist es nur noch eine kleine Frage der Zeit, bis jeder in seinem Wingsuit den Luftraum durchquert.

Neidvoll könnten wir erblassen, wenn wir die Farbenpracht der Gefieder von unseren Erdmitbewohnern sehen. Vielleicht gönnen Sie sich mal wieder die Muse, in Fachbüchern, geht natürlich auch im Internet, diese schimmernden, glitzernden, leuchtenden oder einfach die gemusterten Gefieder zu bestaunen. Möglicherweise inspirieren Sie aber viel eher die filigranen Federn des weißen Pfaus. Die mannigfaltigen Arten der Brautwerbung, das Sozialverhalten oder die künstlerische Fertigung der Nestbauten zeigen eine Tierart, die keineswegs verrückt, sondern faszinierend ist.

Eventuell überlegen Sie das nächste Mal, wenn Sie mit: Du hast einen Vogel! beschimpft werden, oder Ihnen will dieser Ausspruch über die Lippen kommen, ob Sie sich wirklich beleidigt fühlen können, oder ob Ihr Gegenüber es tatsächlich verdient hat, mit dieser Spezies in Verbindung gebracht zu werden.

Ihre

Doris Mock-Kamm

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Plastikmüll: Sorgloser Gebrauch birgt gefährliche Risiken

flickr.com/ Snemann/ (CC BY-NC-ND 2.0)

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Von der Ignoranz konsumgesteuerter Menschen

Wie im Großen so im Kleinen. Sicherlich, viele regen sich berechtigt über die ignoranten Verhaltensweisen der Großkonzerne auf, wobei jene Unmengen von Kunststoffen produzieren und der Nachwelt überlassen, egal was mit ihnen geschehen mag. Jedoch sollten wir nicht das Verhalten des kleinen Mannes unterschätzen, der oftmals ahnungslos bei jedem Einkauf eine Plastiktüte fordert, um dortigst sein Konsumgut zu verstauen. Danach landet sie einfach im Müll, obwohl er gar dafür Geld berappt hat, ein Kleinbetrag, was vielen wohl nichts ausmacht. Jener sorglose Gebrauch birgt gefährliche Risiken.

Die von der Ignoranz konsumgesteuerten Menschen scheinen im besten Fall kurfristig zusammenzuzucken, wenn auf ihr Verhalten angesprochen, um im Alltag weiterhin ihrer schlechten Gewohnheit nachzugehen. Kein Wunder, sie sehen halt nicht die Folgen jener Gefahren. Obwohl auch gänzlich andere Umweltverbrechen Mutter Erde erheblich belasten, werfen wir mal einen gezielten Blick zum Plastikmüll.

Riesige Plastikmüllteppiche in Ozeanen und Mikroplastik in Ökokreisläufen

Im Grunde muß man feststellen, daß weite Teile bereits zu Wasser und auf dem Lande von den Plastikabfällen betroffen und geschädigt sind. Weltweit verteilen sich auf den Ozeanen Müllstrudel, die gigantische Ausmaße haben, wo sich ein Großteil der durch die Menschen verursachte Plastikmüllentsorgung ansammelt. Daß im Jahre 1972 ins Leben gerufene Umweltprogramm der UNO, kurz UNEP, stellte Ende des letzten Jahres fest, zirka 6,4 Millionen Tonnen Plastikmüll gelangen jährlich in die Ozeane. Das deutsche Umweltbundesamt bescheinigte 2013, daß von ungefähr 100 bis 150 Millionen Abfällen im Meer rund 60 % aus Plastikmüll seien, davon würden 70 % auf den Meeresboden sinken, 15 % an Strände gespült, die restlichen 15 % im Meer treiben.

Mit anderen Worten, wir sehen den kleineren Teil, der weitaus größere wird in Zukunft das Meer und die dortige Tier-und Pflanzenwelt wie „tickende Umweltzeitbomben“ nachhaltig belasten! Obendrein machen die seitens der Kosmetikindustrie großzügig eingesetzten Mikroplastikpartikel erhebliche Probleme. Sie werden als Abfälle in den Meeren schlicht von den Meeresbewohnern aufgenommen, gefressen, um somit am Ende den Menschen selbst zu schaden, denken wir an den Fischverzehr.

BUND-Einkaufsratgeber – werden Sie aktiv

Der Verbraucher sollte niemals seine eigenen Möglichkeiten unterschätzen. Es kommt darauf an, ob er sie zunächst erkennt und dann auch konsequent anwendet. Dem stehen oftmals Bequemlichkeit oder leider Unwissen im Weg, manchmal auch einfach eine grenzenlose Gleichgültigkeit, man sich selbst einredet: Sollen doch die anderen mit gutem Beispiel vorangehen, was interessiert es mich. Spätestens, wenn das Kind in den Brunnen gefallen, die Ökokreisläufe geschädigt bis verseucht, mag es bereits zu spät sein!

Werden Sie aktiv, hier sei Ihnen ein BUND-Einkaufsratgeber ans Herz gelegt, vermeiden Sie einfach, die dortigen Produkte zu kaufen bzw. zu konsumieren. Es werden die jeweiligen Kunststoffe aufgeführt. Weichen Sie auf andere Möglichkeiten aus. Lesen Sie auch über die ersten Erfolge jener Kampagne, welche Firmen ernsthaft den Ausstieg vom Mikroplastik vorantreiben, weil es eben durchaus Alternativen gibt, um auf sie zu verzichten.

Ihr

Lotar Martin Kamm

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Nationalstolz alles andere als nur Identität

pixabay.com

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Laßt den Menschen doch ihre Zugehörigkeit!

Identität ist ein Wortgebilde aus dem Lateinischen idem, derselbe. Der Begriff geistert zunehmend durch sämtliche Facetten des täglichen Zusammenseins. Sei es in Gesprächen, den Medien oder Diskussionsrunden. Das Wort wird zerpflückt, zerkaut, zerstückelt, kurzum, es wird mißbraucht.

Es wird für nationale, religiöse, kulturelle, sprachliche und sonst wie mögliche Rechtfertigungen für Übereinstimmung einer Sache oder Wesen benützt. Derselbe, genauso eins sein, geht das überhaupt? Warum wird es angestrebt, warum abgelehnt?

Nach der Geburt eines Kindes hören sie von den Eltern selbst, aber auch durch Verwandte und Bekannte: Er oder sie sieht aber dem oder der gleich. Das ist mehr oder weniger die erste Klassifizierung einer Identität. Dem Kind wird eine Zugehörigkeit zur Familie bescheinigt. Zeigt das Kind im Heranwachsen bestimmte Charaktere oder Verhaltungsmuster, so wird mit Sicherheit wiederum ein Bezug zu einem Verwandten gezogen.

Selbst im Kindergarten und in der Schule erfährt der Heranwachsende, daß er von Erziehern und Lehrern in Identitätsrollen gesteckt wird. Beim fließenden Übergang von der Kindheit zum Erwachsenwerden fängt das Kind an, andere Identitäten zu suchen, es braucht eine Menge neuer Identitätsformen, um sein eigenes Ich zu festigen.

Bis zu diesem Zeitpunkt wird der Heranwachsende durch seine Umwelt vielen Vergleichen unterzogen, um ihn im Spektrum des jeweiligen Aufenthaltsortes als gleich oder anders einzuordnen. Anhand der Erfahrungsmuster, das ihm bis jetzt für Übereinstimmungen oder Gegensätze geprägt hat, wird er selbst differenzieren, mit wem oder was er fähig und bereit ist, sich zu identifizieren.

Um Derselbe zu sein, seine Identität zu finden, bedarf es vieler Spektren, denn Identität besagt nicht hell und dunkel, sondern die Einheit von hell und dunkel und deren Schnittmengen. Dazu gehören alle Formen einer Identität, auch die sogenannte nationale Identität. Heimat, Herkunft komplett zu verleugnen oder herabzuwürdigen, führt zu einem Übereinstimmungsverlust. Um diesen Verlust zu kompensieren, werden sehr oft radikale Mittel angewandt, vergleichbar mit dem Entzug von Süchten. Der Süchtige wird je nach Grad seiner Abhängigkeit alles versuchen, weiterhin an seinen ihm verwehrten „Stoff“ zu kommen.

In diesem Artikel der Süddeutschen wird leider ein völlig falscher Schluß aus dem ansonsten sachlichen, geschichtlichen Hintergrund der Erklärung des Begriffes Nation gezogen. Natürlich ist der Auszug aus den universellen Menschenrechten: Alle Menschen sind frei und gleich an Rechten und Würde geboren, ein dringend zu beachtender Aspekt im Zusammenleben. Aber diese Aussage ist solange Fiktion, bis sie selbst in Staaten, die sich demokratisch nennen, nicht zur Anwendung kommt. Dafür müßten sich nämlich die Verhältnisse im Miteinander ändern, und es dürfte keine Identifikation zur irgendeiner Zugehörigkeit eine Rolle spielen.

Identifikationen gänzlich abschaffen, käme einer maschinengesteuerten Gesellschaft gleich. Deshalb müßte das Fazit lauten, eine nationale Identität spiegelt die Herkunft des Einzelnen. Ist Deutschland eine Gesellschaft, die sich nur darüber spiegelt und keine Bereitschaft zum Austausch der kulturellen, sprachlichen, menschlichen Aspekte eines als Nation zusammengefaßten Staates zuläßt?

Dem kann man nicht zustimmen. Aber die Ablehnung des Zusammengehörigkeitsgefühls wird den „Nationalstolz“ fördern, nicht nur in Deutschland. Die in der Überschrift des Artikels der Süddeutschen erwähnte Affen-Oma wird bereitwillig erklären, daß alle ihre Nachfahren, wenn sie denn mehrere Kinder geboren hat, unterschiedliche Identitäten hatten.

Welche Beweggründe John F. Kennedy auch gehabt haben mag, als er am 26.06.1963 vor dem Rathaus Schöneberg den jetzt als Zitat titulierten Satz aussprach: “Ich bin ein Berliner“, hat er jedenfalls eine Übereinstimmung, eine Identität vermittelt, die eine Verbundenheit ausdrückte. Und niemand hat ihm das verübelt! Identität, idem, derselbe, in Freundschaft verbunden, solange kein Volk, keine Wirtschaftsimperien, keine Privatleute, diese Identität ausschließlich für ihre Zwecke mißbrauchen. Was ist daran schlecht?

Ihre

Doris Mock-Kamm

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Sei dein Kind

flickr.com/ h.koppdelaney/ (CC BY-ND 2.0)

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Sam ba rush.
Mish se ren!
Tir tut fol.
Höm fe sel.

Tum tum ga.
Tum tum ga.
Ren je ke.

Höstor jyt.
Gauz eh fai?
Har le wom.
Vit me fär.

Tum tum ga.
Tum tum ga.
Ren je ke.

Traurig sind die Gesichter.
Der Abend kalt!
Über mir Gelächter.
In mir Einsamkeit.

Sieh, sieh hin.
Sieh, sieh hin.
Sei dein Kind

Sie wirken ausgelassen.
Der Tag berauscht?
Nebenan die hassen.
Letztes Gewissen fault.

Sieh, sieh hin.
Sieh, sieh hin.
Sei dein Kind.

Nafia

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Flüchtlingskrise ein wohlgefälliger Zustand hilfloser Politik

flickr.com/ onnola/ (CC BY-SA 2.0)

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Die Dialektik einer Misere mit ungewißem Ausgang

Die Bundesregierung dieser Großen Koalition hat einmal mehr ihr Unvermögen unter Beweis gestellt, vernünftige Politik im Sinne des Wählerauftrages zustande zu bringen. Allen voran eine „Forbes-Bundesmutti“, der nichts besseres einfällt, als per Slogan mit „Wir schaffen das“ sich hervorzutun, ohne dabei real konstruktive Vorschläge zu unterbreiten.

Gerade bei jener Flüchtlingskrise in Europa, die in diesem Jahr besonders heftig zunahm, offenbart sich ein wohlgefälliger Zustand hilfloser Politik, die ausgerechnet die BRD selbst besonders fahrlässig hervorrief. Frau Merkel habe laut Washington Post entscheidend mit dazu beigetragen, in Videobotschaften sei die Willkommenskultur explizit angepriesen worden, ein verbrieftes Bleiberecht für Flüchtende aus Bürgerkriegsländern. Man muß von einer Dialektik sprechen, einer Misere mit ungewißem Ausgang.

Viel Ehr um welchen Preis?

Natürlich gilt eine behutsam durchdachte Vorgehensweise, in Not geratenen Menschen zu helfen, die auch hier in Deutschland Asyl beantragen, weil in ihrer Heimat ihr eigenes Leben extrem gefährdet, sie ansonsten gar ermordet werden könnten. Dies wurde in der Vergangenheit mehr schlecht als recht praktiziert, darunter gab es etliche Beispiele für verfehltes Verhalten seitens der deutschen Behörden, so manche Hilfebedürftigen wurden dennoch einfach abgeschoben, obwohl dies deren Todesurteil bedeutete, andererseits beschäftigte die zuständige Polizei durchaus sich mit kriminellen Gesellen, die schnell untertauchten.

Inzwischen sind aber die Ausländerbehörden restlos überfordert, beweist die Bundespolitik ihre untergebene Haltung gen USA, die eigentlich mit eine Ursache darstellen für die großen Flüchtlingswellen nach Europa. Ohne jene kriegerischen Zustände, die allseits brutalen Übergriffe mancher Herrscher in den betroffenen Ländern wären die Menschen wesentlich weniger bis gar nicht auf der Flucht. Der ehemalige Berliner Innensenator, Ehrhart Körting, spricht gleich von einer Angela Merkel, die uns ins Chaos führt. Dabei wirft er ihr vor, sie habe wochenlang Flüchtlinge unkontrolliert einreisen lassen, gleichzeitig unterstellt er der Wirtschaft, sie benötige diese, um die Löhne niedrig zu halten, sogar dadurch der Mindestlohn erst recht gesenkt werden könne. Mittels dieser hilflosen Bundespolitik würde der Rechtsradikalismus zunehmen und der Abbau des Rechtsstaates vorangetrieben.

Die eigentlichen Ursachen werden ohnehin verdrängt

Tatsächlich nur ein hilfloses Unvermögen der Bundespolitiker? Man muß ebenso die Frage in den Raum stellen: Cui bono? Ein besonderer Vorteil aus der Sicht einer herrschaftlich geprägten Politik, die das Deckmäntelchen der Demokratie ausnutzt, stellen die bewußt beschäftigten Extreme dar, die als politisch gewollter Zustand sich gegenseitig bekämpfen sollen. Hauptsache die Eliten dürfen ihr Dasein ungeschoren fortsetzen. Während Antifa und AfD oder eine PEGIDA sich anfeinden, sitzen gemäßigte Bürger orientierungslos dazwischen, werden auf die eine oder andere Seite gezogen, ändert sich de facto nichts wirklich.

Dabei gäbe es durchaus Möglichkeiten, die längst hätten zum Vorteil etlicher umgesetzt werden können, wenn denn die Politik auch nur ansatzweise nach ihnen gehandelt hätte. Volker Seitz hat dies im neulichen Interview ganz offen angemahnt. Gerade beim Passus zur Frage, was da in Libyen falsch gelaufen war, beantwortet er sie mit hilfreichen Ratschlägen.

Das interessiert aber eine „kurzsichtige“ Bundespoltik nicht so recht, da übt es sich besser im Austeilen simpler Phrasen, vor „Dumpfbacken“ und „Brandstiftern“ wird gewarnt. Sicherlich, einige rechte Kräfte lassen sich tatsächlich instrumentalisieren, der Haß auf Ausländer wird im Rahmen zunehmender Flüchtlinge gezielt per einfacher Parolen geschürt. Nur hängt dies auch ganz viel mit der verfehlten Politik im Lande zusammen.

Wer auf der einen Seite sehr gezielt den Sozialstaat abbaut, eine zunehmende Armut zuläßt, weil vor allem Niedriglöhne, Lohndumping, Rentenarmut und Hartz IV das ganze Ausmaß an sozialer Not unter Beweis stellen, muß sich nicht wundern, daß ankommende Flüchtlinge als potentielle soziale Streiter gewertet werden. Schon entsteht ein Feindbild. Mit einer Schelte gen rechte Parteien ist es eben nicht getan, wenn man selbst keine schlüssige Politik zustande bringt, Herr Außenminister!

Ihr

Lotar Martin Kamm

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Daphne – Lorbeerbusch als Sinnbild moralischer Reinigung

flickr.com/ wallygrom/ (CC BY-SA 2.0)

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Ein Kranz, der Schuldige vorführt

Die Bergnymphe Daphne, die jungfräuliche Jägerin aus der griechischen Mythologie, bittet ihren Vater Peneios um Hilfe, damit sie von den Nachstellungen des Apollon geschützt werde. Da Apollon den Liebesgott Eros als schlechten Schützen bezeichnete, schoss dieser einen Liebespfeil mit goldener Spitze auf Apollon und einen bleiernen Pfeil auf Daphne, der bei Daphne aber das Gegenteil von Liebeszuneigung bewirkte.

Um den ständigen Nachstellungen zu entkommen, verwandelte ihr Vater Daphne in einen Lorbeerbusch. Um diesen schmerzlichen Verlust zu kompensieren, trug Apollon seitdem einen Lorbeerkranz als Erinnerung an seine Liebe. Daphne, der erste Lorbeerbusch, galt daher in der Mythologie der Griechen als Sinnbild der gesundheitlichen, moralischen Reinigung und der Sühne.

Im Tempel des Apollon, dem Gott des Lichts, der Jugend, der Heilkunde und der Weissagung, wurden durch die Priesterin Pythia, Orakel von Delphi, Weissagungen ausgesprochen. Diese Weissagungen waren sehr oft zweideutig, und hier beginnt es interessant zu werden, denn laut Wissensstand über die Ereignisse um den Tempel und das Orakel wurde der Tempel mit Lorbeerblättern geschmückt und sogar mit Blättern dieses Strauches ausgefegt. Um sich reinzuwaschen, wenn falsche Aussagen gegeben wurden?

Erstaunlich auch in diesem Zusammenhang der von den Römern übernommene Kult der Griechen, Sportler und Dichter für ihre Leistungen mit einem Lorbeerkranz zu schmücken, war bei den Römern militärischen Siegern vorbehalten, die corona triumphalis. Diente der Lorbeer hier dazu, sich von den Sünden reinzuwaschen? So ganz abwegig ist dieser Gedanke wohl nicht.

Bis in die heutige Zeit gilt der Lorbeer, seine Blätter zu einem Kranz gebunden, als Symbol für Frieden, Erfolg, Ruhm und Ehre. Wir finden ihn auf Staatswappen und Fahnen, auf Geldmünzen, Uniformen, Siegeln, Firmenlogos und immer noch wie ursprünglich im alten Griechenland auf Ehrenabzeichen im Sport.

Arme Daphne! Du wirst zu deinem Schutz in einen Strauch verwandelt, der Täter trägt als Sühne deine Blätter und wird dadurch reingewaschen. Aber vielleicht zeigst du, Daphne, auch durch diesen Kranz allen, die diese deine Blätter tragen, daß jene Schuld auf sich geladen und dadurch zu erkennen sind.

Ihre

Doris Mock-Kamm

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Besinnlichkeit benebelt Klarheit

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Satirischer Rückblick…

Es scheint wohl richtig schick zu sein, ob per Allianz oder gänzlich allein, dem Terror mit Krieg zu beantworten. Überall erneut dieses scheußliche Morden. Anstatt sich friedlich zu begegnen, mal wieder Waffen segnen, wobei die Moral nicht mal zuhause greift, im Bundestag die Mutti keift. Jener Widerspruch, eine Reise durch den Spuk der Gegenwart, wo Medien schmieren den Bürgern Honig um den Bart, den sollten inzwischen alle erkennen. Dann heißt es, um sein Leben rennen!

Die Lichter der Stadt scheinen nimmersatt vielen entgegen. Wer mag bei soviel Konsum den Geist noch anregen? Während Wunder sich ungern betrügerisch anpreisen lassen, immer mehr Menschen einander hassen, suchen friedliebend Gebliebene vergeblich nach Lösungsmöglichkeiten. Was sind dies nur für Zeiten? Wir beobachten das an vielen Orten, Gewalt an Schulen längst normaler Alltag. Politik und Konsorten sonnen sich lieber wichtigtuerisch beim Fernsehen zum Talk, wer’s mag.

Dabei scheinen jene zu vergessen: Verantwortung geben wir nicht an der Garderobe ab. Doch sie schweigen gänzlich vermessen, tragen politische Ideen dann lieber ins sinnlose Grab. Mit einem Blick zum Atommüll sehen wir die Folgen. Daß deren Transporte übers Meer tickende Zeitbomben sind, weiß sowieso bereits jedes Kind.

Jedoch vermögen solche Blender vor lauter Hofierung vom Kapital nicht den Balken sehen, der ihnen eine klare Sicht versperrt. Sie haben allesamt stets eine Wahl. Somit nichts wird geschehen, manch einer vor der Tür des anderen kehrt. Es gilt dennoch: Das Glück kann man nicht erzwingen, mag auch ihnen trotz des Geldes nicht gelingen. Stehen Träume und Trauer in engverwandtem Verhältnis? Durchaus – aber wie wär’s mal mit Fairniß?

Davon vor allem die Wirtschaft weit entfernt, denken wir an Energy-Drinks und ihr unterschätztes Risiko. Na, wohl nichts dazugelernt? Kritik und berechtigte Ängste einfach nur Show? So wie Heiligabend gemeinsames Kuscheln unter dem Weihnachtsbaum? Einfach Abschaum oder ein inszenierter Traum, den Menschen leben wollen? Mitnichten, da hülft och keen politisches Donnergrollen.

Selbst beim Jahresrückblick 2015 sollten die Bürger bedenken, die da oben haben nichts zu verschenken. Das Fest der Liebe und Geburt eigentlich nicht nur einmal im Jahr stattfinden sollte, stattdessen man uns verkohlte, in dem viel Ablenkung vom bösartigen Geschehen, denken wir an False-Flag-Aktionen, uns einredet, keiner habe was gesehen, man wolle uns schonen. Drum blickt noch kritischer ins Neue Jahr 2016, glaubt nicht alles, was als wahr verkauft geschehen.

Ihr

Lotar Martin Kamm

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