Syrien-Krieg: Terror eine altbewährte Strategie

flickr.com/ tsevis/ (CC BY-SA 2.0)

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Was die USA säen, führt stets zum Ziel

Die BRD darf mitmischen, fühlt sich längst berufen, als treuer NATO-Partner und US-Vasall die Machenschaften sämtlicher Entscheidungen mitzutragen, unverblümt, ohne jedwedes Zaudern, ganz im Sinne der Auftraggeber. Was interessieren dabei Friedensbemühungen, wenn konsequent ausgehebelt, neue Taktiken greifen? Terror eine altbewährte Strategie, nur daß inszwischen mittels Medienmanipulation die Menschen noch effekiver abgelenkt werden.

Was die USA säen, führt stets zum Ziel, denken wir an die beiden Weltkriege, an sämtliche Szenarien wie die jüngsten im Nahen und Mittleren Osten bis hin zum Ukraine-Krieg, bei dem gleich der alte Feind, die Russische Föderation, bewußt provoziert wird. Doch damit nicht genug. Jetzt greifen die Befürchtungen, daß ein dritter, längst in Gang gesetzter Weltkrieg in Syrien seinen Höhepunkt erreichen kann, wobei gleichzeitig Russland mit allen Mitteln zusammen mit der EU ins Boot etwaiger Verpflichtungen geholt wird, einem IS-Terror entschieden zu begegnen.

IS und al-Qaida – Terrorinszenierungen der USA

Davon will die westliche Allianz natürlich nichts hören, selbst Russland „spielt“ zunächst mit, die jüngsten Terrorwellen des IS nicht weiter dulden zu wollen. Es bleibt Putin auch nichts anderes übrig, denn was der IS gestern in Frankreich, morgen eventuell in ganz Europa an Anschlägen verübt, mag danach ebenso Russland widerfahren. Deshalb wappnet sich der russische Präsident.

Der in sich hineinfeixende Initiator, die USA selbst, mögen dem Treiben gelassen entgegenblicken, weil der Ablauf weiterer Entscheidungen ganz nach deren Drehbuch sich fortsetzt. Die Achse Frankreich-Russland zusammen mit der BRD schafft Vertrauen in der EU, die Welt schaut gebannt gen Syrien, dem Schauplatz folgender Kampfhandlungen. Was früher al-Qaida nutzbringend in den Kriegen in Afghanistan, dem Irak und Libyen den USA die passende Rechtfertigung einer Intervenierung verschaffte, erfolgt nunmehr mit der IS-Terrororganisation. Faktisch eine Fortsetzung altbewährter Taktik.

Weitere Versuche Assad zu isolieren – Terrorbekämpfung nahezu aussichtslos  

Zaghaft diplomatische Versuche seitens Frankreichs gen Baschar al-Assad? Wohl eher nicht, auch wenn der ehemalige Premierminister und jetzige Außenminister Frankreichs, Laurent Fabius, eine Kooperation mit syrischen Regierungstruppen nicht ausschloß, zugleich aber bekräftigte, daß dazu ein politischer Übergang nötig sei, am Ende Assad nicht die Zukunft des syrischen Volkes.

In Wirklichkeit verdeutlicht damit Frankreich seine Haltung, während Russland zwar in freundschaftlichem Einvernehmen zu Assad steht, gleichzeitig betont, es bombardiere in Syrien gezielt IS-Stellungen. Hat Obamas gestelltes Ultimatum, Russland solle sich für Assads Unterstützung oder die Unteilbarkeit Syriens entscheiden, in etwa erste Wirkung gezeigt? Wohl eher kaum. Seit wann läßt sich Putin Vorschriften machen, ausgerechnet von einer aggressiven Weltmacht wie den USA?

Eine Isolation Assads wird nicht fruchten, außer das eigene Volk wählt ihn nicht mehr. Solange dieser Krieg anhält, stehen die Zeichen auf weitere Gewalt, wobei nunmehr die bewußt installierte IS-Terrorbewegung sich gar weltweit austoben darf, wenn sie nicht rechtzeitig gestoppt. Daß dies nahezu unmöglich, sollte klar werden, spätestens mit erneuten Anschlägen. Die Ursachen von Terror verweilen weiterhin, ohne daß die Weltgemeinschaft sie jemals wirklich ergründet und beseitigt, viel eher einige sehr viel daran setzen, das Zündeln zu fördern.

Ihr

Lotar Martin Kamm

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Nachrichten reißerisch oder doch eher dramaturgisch begleitet

flickr.com/ Max Braun/ (CC BY-SA 2.0)

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Mittels Differenzierung erhalten sie ihren letzten Schliff

Müssen wir nachrichten? Richtig gelesen! Nachrichten bedeutet, etwas Geschehenes, etwas Produziertes, etwas Fertiges noch einmal zu korrigieren, zu verbessern, den letzten Schliff zu verpassen, vielleicht sogar neu formulieren. Sind Nachrichten deshalb sehr oft reißerisch, damit die Geschehnisse durch nachrichten auf eine zugespitzte Aussage stärker bewußter aufgenommen werden können?

Die Verkaufspsychologie wird dem zustimmen.

Brauchen wir nachgerichtete Nachrichten? Im Grunde nicht! Werden Nachrichten, die „nur“ Berichte sind, nicht so intensiv und langanhaltend in unserem Gedächtnis bleiben? Geschichten, Romane, Erzählungen, Fabeln, kurzum Mitteilsames verfügen über mannigfaltige spannende Zuspitzungen in ihrem Erzählablauf, also eine gewisse Dramaturgie.

Ein Buch wird schnell zu Seite gelegt, wenn sein Inhalt nur so dahinplätschert wie ein seichter Fluß, wenn aber Wasserfälle, Stromschnellen oder Untiefen wie ein roter Faden durch das Geschriebene fließen, fesselt das Geschriebene den Lesenden. Besonders in Bann ziehen uns Erzählungen, wenn eine Identifikation der Figuren mit dem eigenen Ich erkennbar ist oder Sehnsüchte geweckt werden, Charakterzüge der handelnden Personen selbst zu erringen, dann wird das Buch uns fesseln, und wir werden den Inhalt nicht so schnell vergessen.

Muß also nachrichten sein? Gute Nachrichtenportale, Zeitungen und Zeitschriften zeichnen sich durch Journalisten aus, die wortgewandt über Geschehenes berichten, ohne nachrichten zu müssen.

Dabei kommt es nicht auf eine „gewählte“ Sprachausführung an, sondern auf die Ausdrucksstärke der Wörter, die den Zusammenhang zwischen Geschehen und Nacherzählen verbinden.

Lassen wir ruhig Nachrichtenblättern ihr Podium und ihr Publikum, könnten wir sonst unterscheiden, wo nachgerichtet wird und wo berichtet? Denn nur durch Differenzierung können wir Inhalte erkennen, sie einzeln betrachten und schlußendlich unser Wissen bereichern.

Und überhaupt, gibt es wirklich jemanden, der sich selber nie nachgerichtet hat, sei es auch nur mit dem Wegstreifen einer Haarsträhne von der Stirn?

Wir richten tagtäglich viele Dinge nach, oft sogar ohne uns dessen bewußt zu sein, müssen wir also nachrichten?

Die Vielfalt des Lebens spiegelt sich in allen Dingen, es muß nicht unbedingt immer im Perfekten sein.

Ihre

Doris Mock-Kamm

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Flucht aus dem Paradies

pixabay.com

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Ab heute lebe ich im meinem Schneckenhaus,
und geh nicht mal mehr bei Regen raus.

Es passieren in dieser Welt seltsame Dinge,
nein, am meisten nervt nicht das Gebimmle
der zwei Kirchen zu den unmöglichsten Zeiten,
darauf kann man sich einstellen und entweichen.

Es ist vielmehr, und was ganz schrecklich ist,
dieser viel belesene und schlagfertige Journalist,
der zu den unterschiedlichsten Themen und Zeiten
mit seiner Frau im Garten weilt und sie streiten,
diskutieren nennt man das heutzutag auch wohl,
über dieses und jenes, und keiner weicht einen Zoll
von seinem Standpunkt ab; ich lern zwar viel
über das Weltgeschehen, aber nun ist Zeit zu fliehn.

Jetzt wart ich auf die nächste Nacht, denn dies
hier, das erzähl ich jedem, ist kein Paradies,
kein ruhiges Leben führt man in diesem Garten,
mein Kopf ist schwer, als wär er voller Schwarten.

Nafia

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Frau Holles weiße Schneeflöckchen

flickr.com/ Allie_Caulfield/ (CC BY 2.0)

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Faszination zwischen Mystik und Märchen

Schneeflöckchen, Weißröckchen, wann kommst du geschneit, du wohnst in den Wolken, dein Weg ist so weit. Wer kennt dieses Lied noch aus Kindertagen, als man staunend aus dem Fenster blickte und die zarten Flocken die Erde bedeckten, Frau Holle wohlweislich die Daunen schüttelte, damit wir hinausstürmen konnten, einen Schneemann zu bauen, mit dem Schlitten die steilsten Abhänge herunterfuhren oder mit den Nachbarkindern die erste Schneeballschlacht ausfochten?

Gibt es überhaupt ein Kind, das widerstehen konnte, die weiße flauschige Pracht mit Hingabe, per geöffnetem Mund die Schneeflocken genußvoll aufzufangen oder auf der Zunge zum Schmelzen zu bringen?

Selbst als Kind empfand man die durch den Schnee verbreitete Stille, wenn durch eine Schneedecke die Umwelt in reines Weiß gepinselt war, als etwas Mystisches, wenn bereits die mannigfachen Märchen, drei Männlein im Walde, Schneeweißchen und Rosenrot, Schneewittchen usw. im Kindergemüt Emotionen ausgelöst haben.

Als Erwachsener sind diese weißen Eiskristalle entzaubert. Wir wissen, wie Schnee entsteht, daß er beim Schmelzen schmutziges Wasser hinterläßt, ärgern uns, wenn die Straßen unpaßierbar werden, stöhnen beim Schneeschaufeln und meckern, wenn er im Tauprozeß als matschige dreckige Brühe die Wege verunreinigt. Das glitzernde Weiß hat seine Mystik verloren, auch weil wir wissen, daß weiß nicht zu den Farben zählt, sondern vielmehr alle Farben in sich vereint. Isaac Newton hat achtunddreißig Jahre, nachdem er als erster Wissenschaftler erkannt hat, daß weiß sich aus Wellenlängen des gesamten Farbenspektrums zusammensetzt, im Jahr 1704 in seinem Werk „Opticks“ dieses Phänomen veröffentlicht.

Was bleibt Erwachsenen noch übrig von der Faszination der schwebenden weißen Eiskristalle, vom mit Puderzucker überstreuten Wiesen und Feldern, vom Knirschen des gefrorenen Schnees beim Spaziergang, außer nach stundenlangem Warten auf den Lift schnell auf Brettern ins Tal zu rasen oder mit dem Snowboard neue persönliche Geschwindigkeitsrekorde aufzustellen?

Die dunkle Jahreszeit bietet Zeit für Muse, vielleicht ergeben sich Momente der Erinnerung an winterliche Kindheitstage, als der Schnee Ideen für Spiele und Albernheiten hervorgerufen hat. Vielleicht helfen diese Erinnerungen, die kalte und zuweilen triste Jahreszeit besser zu überstehen und die vierte Strophe des Kinderliedes mit schelmischen Gedanken mitzusingen: Schneeflöckchen, Weißröckchen komm zu uns ins Tal, dann bau´n wir den Schneemann und werfen den Ball.

Ihre

Doris Mock-Kamm

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Nach Su-24-Abschuss: Erdoğan im Kreuzfeuer scharfer Kritik

flickr.com/ Hawkeye UK/ (CC BY-SA 2.0)

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Wie viele Provokationen läßt Putin durchgehen?

Dieser Recep Tayyip Erdoğan stellt fortwährend seine weltpolitische Inkompetenz unter Beweis. Wenn Größenwahn ein aktuelles Beispiel braucht, dann sollte der türkische Präsident unbedingt genannt werden, nicht allein wegen seines pompösen Palastes, den ein Gericht allerdings noch in diesem Sommer zum Schwarzbau erklärt hatte, sondern wegen seiner ständigen Entgleisungen und Fehlentscheidungen, die trotzdem seine Machtstellung keineswegs schmälerten.

Wenn auch nach der Parlamentswahl am 07. Juni die AKP lediglich eine relative Mehrheit von 47% erlangen konnte, in sofern der Traum von einer vorschnellen Verfassungsänderung zunächst für Erdoğan platzte, widersetzte er sich dem bestehendem Verfassungsprozedere und ließ zum 01. November eine Neuwahl der Nationalversammlung zu, bei der dann die AKP mit einem deutlichen Stimmenzuwachs von 8,6% die absolute Mehrheit der Parlamentssitze erlangte. Der Weg frei für noch mehr Gewalt und Vorherrschaft in der Türkei?

Welch trautes Bündnis zwischen Türkei und NATO

Nach außen hin geben sich die westlichen NATO-Bündnispartner betroffen, haben dabei sehr deutlich ihre Solidarität mit der Türkei bekundet, obwohl die Faktenlage sich inzwischen gänzlich anders darstellt, als eingangs behauptet. Aber davon will die NATO natürlich nichts wissen, zumal die USA ein übergroßes Interesse an der strategisch wichtigen Türkei hat, welche an Syrien grenzt. Auch wenn bekanntlich Erdoğan viel eher mit dem IS liebäugelt, gar kurdische Stellungen permanent angegriffen werden, unterläßt man, jene offensichtlichen Allianzen auszusprechen.

Man könnte leicht zum Ergebnis kommen, daß genau deshalb der SU-24, der sich im übrigen noch im syrischen Luftraum befand, von einem türkischen F-16 Jäger per Luft-Luft-Rakete vom Himmel geholt wurde, und zwar ohne jedwede Vorwanung entgegen der Behauptung aus Ankara. Wie viele Provokationen läßt Putin weiterhin ohne Konsequenzen durchgehen? Den NATO-Partnern kann dieser Zwischenfall nur recht und billig sein, an Zufall dabei möchte man nicht im geringsten glauben, viel eher an politisches Kalkül!

Ukraine-Krieg Ablenkung – Naher Osten Hauptschauplatz eines dritten Weltkrieges

Stell dir mal vor, der dritte Weltkrieg ist schon längst im Gange, und kaum jemand merkt was. Wer nicht genauer hinschaut, vor allem wegen weit verzweigter Ablenkung auf vielen Ebenen, lebt weiter in scheinbar sicherem Gefühl, alles würde sich schon irgendwie einrenken. Das Gegenteil ist viel eher der Fall. Man muß allerdings das Bild der vorherigen zwei Weltkriege nicht als Maßstab heranziehen. Neue Waffen, eine Welt anderer Allianzen und vor allem verstreuter Brandherde trüben das Auge, erschaffen eine unübersichtliche Situation. Schaffen wir Licht im Dunkel jener bewußten Verschleierung.

Allein schon das Wörtchen Cyber-Krieg erschafft eine andere Variante, einen unberechenbaren Kriegsschauplatz, ebenso der weltweit inszenierte Terror, denken wir an die Möglichkeiten etlicher False-Flag-Aktionen, an trügerische Fehlinformationen seitens der Systemmedien, die längst einen Stellenwert von Gut und Böse erreicht haben, der gefährlich nahe die Menschheit an den Rand des Kollapses bringt. Warum? Weil kaum noch Vertrauen wachsen kann, dafür ein Klima der Angst sich ausbreitet zusammen mit tatsächlichen Kriegsschauplätzen.

Damit spitzt sich jetzt die Lage in Syrien, in der Türkei zu, der US-Westen setzt wohl alles auf eine Karte, Russland herauszufordern. Was folgt nach dem SU-24-Abschuß? Vorrübergehend die Ukraine den russischen Bären beschäftigt, zwei Fronten gen Putin, die dritte und vierte bereits lang geplant im Gepäck, während Europa zusehends hineingezogen wird in einen Strudel der Eskalation, denken wir auch an die vielen Flüchtlinge, an ein Klima des zunehmenden Terrors.

Michael Ende formulierte mal:

„Immer wieder tauchte nach 1945 die Frage auf, ob es denkbar sei, daß es je zu einem dritten Weltkrieg kommen könne. Ich glaube, wir befinden uns schon mittendrin. Nur bemerkt es offenbar niemand, weil dieser Krieg nicht territorial, sondern zeitlich geführt wird. Wir haben einen erbarmungslosen Krieg gegen unsere eigenen Kinder und Enkel, gegen die kommenden Generationen, entfesselt.

Wir werden ihnen eine verwüstete Welt hinterlassen, auf der das Leben für sie sehr schwer sein wird. Aber da sie ja nicht zurückschlagen können, fahren wir damit fort – wir können schon gar nicht mehr anders – und beruhigen unser Gewissen (sofern es nicht ganz zum Schweigen zu bringen ist) mit der Annahme, daß ihnen schon etwas einfallen wird, um unsere Gemeinheiten wiedergutzumachen.“

Ihr

Lotar Martin Kamm

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Indien: Bauxitabbau vs. Oberster Gerichtshof im Fall der Dongria Kondh

flickr.com/ Rita Willaert/ (CC BY-NC 2.0)

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Bergbaukonzern Vedanta erneut im Fokus der Öffentlichkeit

Es zählt immer nur der Profit, auch wenn Mensch und Natur darunter zu leiden haben. Selbst Gerichtsbeschlüsse können jederzeit umgangen oder gar mißachtet werden, eine mitverantwortliche Regierung gibt nur allzu oft nach, falls sie dabei sich selbst Vorteile erhofft. Deutlicher ausgedrückt: Korruption öffnet sehr viele Türen.

Im ostindischen Bundesstaat Odisha, fast halb so groß wie die BRD, liegt das Gebirge Niyamgiri, die Heimat der Dongria Kondh, einem Volk mit über 8.000 Einwohnern, welches allerdings vom britischen Bergbaukonzern Vedanta Resources seit Jahren bedroht wird, der dort Bauxit abbauen wollte. Erst ein im April 2013 entschiedenes Urteil des Obersten Gerichtshofes überließ den Ureinwohnern das letzte Wort, ob der Abbau erfolgen dürfe. Trotzdem fällt der zuständigen Bundesregierung in Odisha nichts besseres ein, als ein erneutes Referendum in die Wege zu leiten, Bauxit abzubauen, die in der Nähe sich befindende Aluminiumraffinerie des Konzerns zu beliefern.

Uraltes Wissen der Dongria kommt allen zugute – Vedanta errichtet illegale Raffinerie

Genauso wie im südamerikanischen Busch, wo bekanntlich die dort lebenden indigenen Völker ihren Regenwald sehr gut kennen, behutsam mit ihm umgehen, verhält es sich mit den Dongria. Sie beherrschen die vielen Quellen und Flüße, leiten per Bewässerungssysteme das notwendige Trinkwasser an entsprechende Stellen, was allen Anwohnern zugute kommt. Dabei geht es nicht um ein paar Tausend, sondern um Millionen von Menschen. Hinzu kommt ihr uraltes Wissen ob der Vegetation, sei es über seltene Heilkräuter, das Sammeln verschiedener Pflanzen und deren Früchte in den Wäldern, die Kultivierung von angelegten Obstgärten.

Der britische Konzern Vedanta hingegen errichtete zunächst illegal eine Raffinerie in Lanjigarh, einer Stadt in nördlicher Ebene zum Niyamgiri-Gebirge, weil eine Abbaugenehmigung zunächst nicht vorlag. Anstatt damals schon anschließend die Konsequenzen zu ziehen, ließ die Bundesregierung einfach den Konzern gewähren, allerdings mit der Auflage, daß Vedanta kein Wald erschließen dürfe. In der Folge ignorierte der Konzern die Anweisung, annektierte rund 600.000 m² Wald, zerstörte das ganze Dorf Kinari und zwang über hundert Majhi-Kondh-Familien in eine extra vom Konzern errichtete Betonsiedlung zu leben. Das bedeutete für sie, kein Ackerland, einige dürfen bei bei Vedanta arbeiten, der Großteil schlägt sich mit Almosen durch.

Protest -Aufruf

Schon einmal hatte die Weltöffentlichkeit mit etlichen Protesten Wirkung gezeigt, konnte die verantwortliche Bundesregierung vor Ort überzeugen, erstritt nach langem Rechtsstreit das Urteil beim Obersten Gerichtshof. Was vor zwei Jahren gelang, kann jetzt ebenso wieder fruchten.

Machen Sie mit, werden Sie aktiv, hier der Link zu Survival International. Eine effektive Möglichkeit ist die Zusendung eines Briefes an den zuständigen Minister für Umwelt und Forstwirtschaft, Herrn Prakash Javadekar. Die meisten möchten lieber per Email senden, doch wesentlich wirkungsvoller ist tatsächlich ein Brief selbst, der von Deutschland nach Indien gerade mal 80 Cent kostet.

Helfen Sie mit, daß ein britischer Bergbaukonzern eben nicht nonchalant sich über geltendes Recht erheben kann, eine Regierung obendrein umschmeichelt und erneut ein Volk vertrieben wird.

Ihr

Lotar Martin Kamm

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Familienverhältnisse und ihre fabulösen Begriffe

flickr.com/ Mire de rien/ (CC BY 2.0)

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Wenn Raben und Hubschrauber kursieren, entgleitet die Gesellschaft?

Begriffe wie Helikopter-Eltern, Patchworkfamilien, Rabeneltern oder Rabenmütter assoziieren eigentümliche Vorstellungen. Es spricht nichts dagegen, Oberbegriffe für einen Zustand zu gebrauchen, aber wenn sie wie bei oben genannten falsche Begriffszusammenstellungen haben, wirken sie doch sehr befremdlich, zumal Helikopter-Eltern und Patchworkfamilien uns als neuzeitliche Lebensform angebiedert werden.

Warum die Begriffe Rabeneltern oder Rabenmutter, Rabenvater wird sehr selten benutzt, Menschen bezeichnen, die sich nicht oder sehr wenig um ihre Kinder kümmern, um nicht zu sagen, ihre Kinder verwahrlosen lassen, durchgesetzt hat, ist mit der Tiergruppe der Rabenvögel nicht zu erklären, denn Raben sind Nesthocker und werden von ihren Eltern über einen langen Zeitraum gefüttert, bis sie das elterliche Nest verlassen. In Fabeln werden Raben als weise und intelligent dargestellt, was durch neueste Untersuchungen bestätigt wird, Rabenvögel hätten die höchste Intelligenz unter den Vogelarten.

Die Behauptung, Patchworkfamilien seien eine Familienzusammenstellung unserer neueren Zeit, ist fragwürdig, denn sogenannte zusammengewürfelte Familienverhältnisse gab es schon immer. Die Umstände, warum Mitglieder verschiedener Familien sich zusammenschlossen, hatten vielleicht andere Beweggründe: Mutter bei der Geburt gestorben, Vater im Krieg gefallen oder welche Lebensschicksale auch immer vorlagen, Menschen haben sehr oft einen Familienverband gesucht, um sich zu schützen, auch wenn sie nicht direkt verwandt waren. Wieso diese Familienstruktur Flickarbeit genannt wird, will nicht so recht einleuchten, denn Menschen, die sich zusammenfinden, sind doch nicht Flickenreste, die zur Weiterverwertung in diese neue Gemeinschaft finden.

Helikopter-Eltern, warum nicht gleich Drohnen-Eltern? Vielleicht, weil in dem Wort Drohne ein bißchen drohen herausgehört werden kann? Oder weil einfach Helikopter eine größere räumliche Darstellung bieten, um von vornherein dem Verhalten, das den Eltern mit diesem Begriff unterstellt wird, eine mißbilligende Note zu verpassen. Eltern, die für ihre Kinder Zeit investieren und sie bei entsprechendem materiellen Rückhalt fördern können durch verschiedene Aktivitäten, sind im allgemeinen zu beneiden.

Die Möglichkeit, seine Kinder durch Eigenleistung zu fördern, ist nicht vielen Eltern gegeben, leider kann ein Großteil der Kinder davon nur träumen. Aber wenn in diesem Zusammenhang ebenso angemahnt wird, die Kinder doch lieber in vollgestopfte Busse zu pferchen, sie alleine bereits in jungen Jahren den Schulweg meistern sollen, oder es als verpönt geltend gemacht wird, den Jugendlichen noch spät abends nach dem Discobesuch abzuholen, weil der Kumpel nicht fahren kann, dann ist die Frage erlaubt: Wem nützt diese negative Aussage?

Sicher, eine allzu dominierende Bewachung der Kinder und Jugendlichen kann eine selbständige Entwicklung hindern und ist zweifellos nicht förderlich. Sogenannte Helikopter-Eltern gab es aber auch schon durch all die Jahrhunderte, es gab sogar Zeiten, da verlangte die Etikette, daß Kinder aus begütertem Haus von klein auf mit teils großem Personalaufwand erzogen wurden.

Manche Begriffe kann man nicht begreifen, aber man kann sie hinterfragen und vielleicht verstehen lernen, warum und zu welchem Zweck sie benützt und genützt werden, vor allen Dingen, wenn die Wortzusammenstellung des Begriffes bereits fragwürdig ist.

Ihre

Doris Mock-Kamm

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