Straffreier Raum Internet – wenn Zille sich austobt (Teil 2)

flickr.com/ Truus, Bob & Jan too!/ (CC BY-NC 2.0)

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Ritchie der Rapper

Matse nickte nur leicht und verschwand einfach, nachdem er noch kurz etwas von keine Muse mehr zum Schreiben gemurmelt hatte. Steffen wiederum trollte sich danach ebenso, ihm ging die Bemerkung nicht aus dem Kopf, daß sein bester Freund und seine Schwester sich mochten.

Braunverwelkte Ahornblätter säumten den breiten Bürgersteig der Sophie-Charlotten-Straße, die Matse gemütlich aber vor sich hin grummelnd entlangschlenderte, ab und zu mit seinen abgelatschten, billigen Turnschuhen in Blätterhaufen stieß, einmal fast ausgerutscht wäre, weil ein Hundekothaufen sich unter dem Laub befand. Fluchend strich er die Sohle an der Bordsteinkante ab, nahm einen kleinen Ast zu hilfe, um den Schiß aus dem Profil zu kratzen.

„Widerlich, wa?“, tippte plötzlich ein Mittzwanziger, Dunkelblonder wie aus dem Nichts erschienen auf Matses linke Schulter und grinste ihn dabei freundlich an, „bevor du mich fragst, ich bin der Ritchie, hauptberuflich Rapper, nebenberuflich stets pleite.“ Der Zille-Nachfahre mußte einfach nur schallend lachen und gab ihm die Fünf. Vorbeigehende Passanten wunderten sich über die offene Herzlichkeit, eine Rentnerin nickte ihnen wohlwollend zu.

„Aha, rappen tuste. Jefällt mir, Ritchie, ick bin der Matse, nen Nachfahre vom ollen Zille, jenauer jesacht sein Ururenkel. Aber darauf bilde ick mir nüscht ein, kann eh keener wat dafür, wo er hineinjeboren wird.“

Die beiden schauten sich interessiert an und liefen weiter in Richtung Lietzensee, sie mußten dazu lediglich den Kaiserdamm überqueren. Kaum angekommen in dessen gleichnamigen Park, suchten sie eine Bank auf, weil Ritchie ihm unterdessen einiges über das Rappen erzählt hatte, Matse wiederum ganz spontan ein passender Text einfiel, den er nun schnell aufschrieb. Der Rapper war sichtlich beeindruckt, las drüber und legte schon rappend los, wobei eine Endlosschleife von seinem MP3-Player mitlief, die Mucke aus kleinen Boxen auf der Parkbank stehend die nähere Umgebung beschallte:

„Neulich schauten wir mal wieder fern, wie jeden Abend so gern, Lieder, auf und nieder, in den Charts die Industrie antreibt, weit verzweigt, oder ham wir dat vergeigt? Einerlei, biste dabei? Nein, nicht nur wir zwei, sondern jede Menge Leute, gestern, morgen und vor allem heute. Was, besorgen? Nix kann ick dir borgen, keene Kneete da, was auch immer geschah, du warst so wunderbar und nah, ick in dir drin, jetzt allein wohin, worin der Sinn? Lauter Bilder schwirren an uns vorbei, einerlei, komm laß uns tanzen, die ganzen grauen Tage vergessen, nicht wahllos fressen, eher Leute treffen, die Erfolgreiche nachäffen. Wo tobt der Mob, wenn Politik sehr grob sich verhält? Geht’s nur ums Geld in dieser kranken Welt? Laßt uns dennoch frohen Mutes sein bei soviel Schein, nix allein und einsam siechend, kriechend den Reichen die Stiefel leckend, woanders viele verreckend! Sollen sie doch weichen, weltweit täglich Leichen, weil die den Hals nie voll genug kriegen. Alle wollen siegen und wir hier? Nehmen uns an den Händen, stoppen das Verschwenden, schreien laut hinaus, ohne Angst zu haben: Schau sie an, wie Küchenschaben sie sich an uns allen laben!“

Inzwischen hatten sich einige Jugendliche und manch ein Passant dazugesellt, standen hinter den beiden kreisförmig, zwei tanzten gar im Rhythmus laufend auf und ab, alle applaudierten, als Ritchie endete und nickten anerkennend Matse zu.

Fortsetzung folgt.

Lotar Martin Kamm

Straffreier Raum Internet – wenn Zille sich austobt (Teil 1)

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Houston, wir haben ein Problem

flickr.com/ How I See Life/ (CC BY-ND 2.0)

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Lösungen gemeinsam klären: ohne Feindbilder und Haß

Houston, wir haben ein Problem! Wer kennt diesen Satz nicht? Richtig müßte es aber heißen: Houston, wir haben ein Problem gehabt! Swigert zu Bodenstation am 13. April 1970. Dieser Ausspruch war so weltbewegend, daß er Teil unseres Wortschatzes wurde und sogar als Klingelzeichen für iPhones erhältlich ist.

Probleme begleiten uns unser Leben lang, täglich, mal mehr oder weniger, mal mit schwierigen Lösungsmöglichkeiten, mal mit leichten. Zurzeit ist das Problem, egal ob durch die Medien verbreitet oder in persönlichen Gesprächen: der Kampf gegen Terror. Wobei bei vielen auch die Szenarien eines dritten Weltkrieges bereits vorliegen, aufgrund der Vorkommnisse der letzten Wochen, Monate und Jahre.

Egal ob wir von Kampf oder Krieg ausgehen, wichtig ist der Lösungsansatz, von jedem Einzelnen auf diesem Erdball, denn es gibt nicht die Lösung.

Erde, wir haben ein Problem!

Lösen wir es gemeinsam als Weltbürger und Bürger der einzelnen Nationen, lassen wir keinen Haß aufkommen, denn er verblendet unsere Sichtweise.

Halten wir auch nicht die nächste Wange hin, sondern verteidigen wir in Wort und Tat unsere Werte.

Wie kann so eine Lösung aussehen?

Nun, in erster Linie wohl durch Aushebeln des jetzigen Geldflußes, Ideen dafür gibt es mannigfaltig.

In zweiter Linie durch den Verzicht auf Feindbilder, die uns täglich über die Medien erreichen.

Und drittens durch Einflußnahme in der Politik und überall da, wo wir uns zu einem konstruktiven Gespräch zusammenfinden.

Lassen wir uns nicht vor den Karren einer Gewaltspirale spannen und erinnern wir uns an die Gedichtzeile: Stell dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin. Aus dem Gedicht „The People, Yes“ von Carl Sandburg.

Bleiben wir besonnen, wenn wieder hetzerische Tiraden um uns herumschwirren und denken wir lieber daran, daß der kleine Mann stets verliert, wenn die Großen ihr Territorium verteidigen.

Vielleicht ist der Satz: „Erde, wir haben ein Problem!“ auch nur falsch wiedergegeben und in Wirklichkeit lautet er: Erde, wir hatten ein Problem, aber wir haben es gemeinsam gelöst.

Ihre

Doris Mock-Kamm

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Xavier Naidoo: Künstler zwischen Redefreiheit und Diffamierung

flickr.com/ Quadratestadt Mannheim/ (CC BY-SA 2.0)

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Wer den Mainstream kritisiert, kommt aufs Abstellgleis

Laß dir niemals den Mund verbieten, solange du noch ein Podium findest, um dich zu artikulieren. Denn nichts versetzt Systeme mehr in heuchlerische Aufregung, als wenn gerade Prominente und erst recht Künstler sich öffentlich äußern. Kein Wunder, daß seit einiger Zeit der Mannheimer Sänger Xavier Naidoo angeblich polarisierend zwischen Redefreiheit und Diffamierung aufs Abstellgleis geschoben werden soll.

So ergeht es allen, die den Mainstream kritisiern, nur zu dumm, daß der Sänger mit der wunderschönen Soulstimme sich nicht davon beeindrucken läßt, sondern konsequent an seinen Meinungen festhält. Müssen wir davon ausgehen, daß eine pro-westlich US-orientierte Einstellung sehr viele Türen öffnet, während ein Verständnis für Putin, das Infragestellen des Zwei-Plus-Vier-Vertrages sehr schnell die Nähe zum Rechtsextremismus unterstellt? Wir müssen nicht nur, es findet exakt so statt!

Einmal ESC und zurück – welch fadenscheinige Hetze

Die Öffentlich-Rechtlichen geraten schon lange in Verdacht, nicht nur unter einer parteipolitischen Unterjochung zu stehen, weil gerade die bundesdeutschen Parteien dem „Club der Bilderberger“ verpflichtet. In sofern erleiden sie dasselbe Los wie die privaten Fernsehsender, die ja ohnehin gänzlich abhängig von ihren wirtschaftlichen Auftraggebern.

Genau deshalb sollte man sich nicht in vorschnelle Euphorie verstricken, da hat wohl Russia Today die perfiden Machenschaften der ARD gänzlich unterschätzt, auch wenn hinterher die Überschrift wenigstens einen deutschen Meinungsterror und Gesinnungswächter tituliert. Die Rechnung ging wohl nicht auf, enttäuschte doch das anfänglich offenherzige Angebot, Xavier Naidoo als Vertreter beim ESC 2016 zu nominieren. Angesichts der langanhaltenden Verurteilung, den Sänger in der verschwörungstheoretischen Ecke und obendrein als Antisemit und Nazi zu wähnen, folgte prompt die Zurücknahme der Nominierung. Die sogenannte öffentliche Kritik als Begründung war somit von Beginn an mit einkalkuliert.

Unser Song für Malmö – beim ESC 2013 Vorentscheid traten die Söhne Mannheims an

Damals allerdings ohne Xavier Naidoo, der es lieber den Kollegen überließ, die dann mit „One Love“ sich bewarben, aber nur auf Platz Drei landeten, während die Gruppe Cascada mit der Frontsängerin Natalie Horler beim ESC schließlich antrat. Somit Naidoos jetzige, kurze Nominierung eine Hommage von damals? Mitnichten, viel eher eine regelrechte Vorführung.

Das allerdings kann den bodenständigen Sänger nicht im geringsten imponieren. Und schon geht man locker zur Tagesordnung über? Vielmehr wird sich die Öffentlichkeit nicht nur warm anziehen dürfen, noch herrscht im Lande die Möglichkeit, sich entsprechend zu äußern, darüberhinaus müssen die Systemmedien sich ernsthaft fragen lassen, ob ihre “billigen Maschen“ nicht langsam mal ein Ende finden sollten und sie endlich einkehren mögen zu einer ernsthaften, aber kritischen Auseinandersetzung angewandter Politik. Nicht nur innenpolitisch, sondern noch besser im Kontext einer weltweiten Betrachtung.

Wie formulierte mal Erich Kästner sehr zutreffend, was auch im Falle Xavier Naidoos sich widerspiegelt:

„Das Gewissen ist fähig, Unrecht für Recht zu halten, Inquisition für Gott wohlgefällig und Mord für politisch wertvoll. Das Gewissen ist um 180 Grad drehbar.“

Ihr

Lotar Martin Kamm

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Brasiliens größte Umweltkatastrophe entlang des Rio Doce

flickr.com/ Senado Feneral/ (CC BY 2.0)

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Notfallmanagement des Minenbetreibers Samarco folgt viel zu spät

Als ob das fünftgrößte Land der Erde nicht schon genug an Umweltpoblemen bisherig zu leiden hatte, denken wir an den enormen Regenwaldabbau, an das Belo-Monte-Wasserkraftwerk, an die Folgen der Bergbauindustrie mittels Vertreibungen etlicher indigener Volksstämme, an die Ölpest am Fluß Iguaçu, so steuert Brasilien jetzt auf seine größte Umweltkatastrophe entlang des Rio Doce zu, seitdem am 05. November zwei Dammbrüche in einer Mine des Bergwerkbetreibers Samarco oberhalb der Ortschaft Bento Rodrigues eine gewaltige Schlammlawine auslösten.

An die 60 Millionen Kubikmeter vergiftetes Abwasser begruben bisherig etliche Dörfer, minimum 17 Menschen kamen dabei zu Tode, Hunderte verloren schlagartig ihre Heimat. Man muß davon ausgehen, daß rund eine Viertel Millionen Betroffene ohne sauberes Trinkwasser verharren müssen, wenn keine schnelle Hilfe rechtzeitig eintrifft. Jedoch griff viel zu spät das Notfallmanagement des Minenbetreibers Samarco, auch die verantwortliche Regierung Brasiliens handelte viel zu träge!

Staudämme – nicht nur unfallgefährdet, sondern ökologisch-sozial fragwürdig

Sicherlich, Wasserkraft trägt einen großen Anteil zur Energieversorgung bei. Aber das Auffangen von giftigen Abwässern per Abraumbecken mittels Staudämmen beim Bergbau von Eisenerzminen steht in keinem sinnvoll verantwortbaren umweltpolitischen Verhältnis, zumal obendrein die Sicherheitsmängel inzwischen in den Fokus der Kritik seit der Rio Doce-Dammbrüche geraten sind.

Unbegrenzte Ausbeutung unter anderem mittels Staudämmen zu Lasten der Natur muß gerade im riesigen Schwellenland Brasilien mit seinem enormen Energiebedarf viel genauer unter die Lupe genommen und in der Zukunft verhindert werden. Dabei kann man auch dort auf alternative Energiegewinnung durch Sonne und Wind setzen.

Dennoch wurde Samarco viel zu gnädig seitens der Regierung behandelt, das schwache Erdbeben zum Zeitpunkt der Dammbrüche, auf der Richterskala wies es gerade mal die Stärke Drei auf, soll sie ausgelöst haben, was als Unsinn betrachtet werden muß, zumal derartige Beben an der Tagesordnung sind. Vielmehr drückte sich der Konzern vor Sicherheitsmaßnahmen, die die Regierung 2013 bereits bemängelt hatte. Die geringe Summe von 250 Millionen Euro, welche Samarco laut Regierung zur Wiedergutmachung entstandener Schäden zu zahlen habe, stehen in keinem Verhältnis zu den eigentlichen und den zu erwartenden Folgeschäden.

Noch unverständlicher muß man die Reaktion des Bergbaukonzerns werten, der doch tatsächlich behauptete, der hochgiftige Schlamm sei für Mensch und Natur ungefährlich. Der Rio Doce wird laut Biologen noch sehr lange als toter Fluß dahinplätschern, der Schlamm habe alles Leben im und am Wasser vernichtet, darüber hinaus wird das artenreiche Ökosystem an der Küstenregion des Mündungsgebietes in den Atlantischen Ozean mit jenen Schäden in heftiger Mitleidenschaft gezogen.

Ihr

Lotar Martin Kamm

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Kennzeichnung der Geschlechtsneutralität ein Affront gegen die Sprache

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Weil Papa und Opa sowieso nicht weiblich sind

In naher Zukunft, vielleicht sogar in sehr naher Zukunft wird es die Wörter Papa und Opa nicht mehr im deutschen Sprachgebrauch geben. Beide Wörter sind durch ihre „a“- Endungen als weiblich charakterisiert und somit eindeutig diskriminierend für Väter und Großväter.

Der von etlichen Gruppierungen verlangte genderneutrale Sprachgebrauch trägt nicht dazu bei, Frauenrechte, die Rechte der Homosexuellen und der Transsexuellen zu verbessern. Auch etwaige Hinweise auf den Sprachgebrauch in anderen Sprachen, die geschlechtsneutrale Substantive seit Jahrhunderten verwenden, sind nur eine verzweifelte Aufzählung zur Rechtfertigung dieser Umsetzung für die deutsche Sprache.

Anstatt die Sprache (weiblicher Artikel) und den Sprachgebrauch, der nicht nur im deutschsprachigen Raum, sondern in jedem Land von Gebiet zu Gebiet unterschiedliche Begriffe, Redewendungen usw. aufzeigt, mit dubiosen Erklärungen und Floskeln zu verändern, sollte lieber Aufklärungsarbeit geleistet werden, die die Sprachherkunft und deren Entwicklung lehrt.

Es steht außer Frage, daß Frauen über eine langanhaltende Periode unserer Zeitrechnung nicht in dem Maße geachtet wurden wie Männer und das mit kleinen Ausnahmen in fast allen Kulturen. Also kein deutsches Problem.

Homosexualität und Transsexualität sind bis vor ein paar Jahren absolute Tabuthemen gewesen, und es ist mehr als wichtig, diese Menschen aus dem Fokus der Unantastbarkeit ins Miteinander der verschiedenen Gesellschaften zuzulassen.

Aber es ist nicht damit getan, ein * an eine Wortendung zu platzieren, um „männerdominierende“ Wörter zu neutralisieren und dadurch Fraulichkeit oder Geschlechtsneutralität zu vermitteln, sondern vielmehr ist es vonnöten, den Mensch als Wesen (das Wesen, Artikel neutral) mit seinen Stärken und Schwächen, mit seinem Sein in das Spektrum der Gemeinschaft zu integrieren.

Wir sollten die Sprache nicht mißbrauchen, um längst überfällige Gesellschaftsthemen aufzugreifen und zu verändern, denn es wird keine Frau, kein Homo- und Transsexueller dadurch besser behandelt, auch kein Mann und kein Kind.

Sprache verändert sich durch andere Einflüße, und das ist gut so, denn Sprache spiegelt die Geschichte wider, die die Menschen erlebt haben und an ihre Nachkommen weitervermitteln. Oder haben wir vergessen, woher unsere Wörter kommen, warum einige Wörter nicht mehr so oft im täglichen Gebrauch Verwendung finden und andere Wörter „ausgestorben“ sind? Dann sollten wir schleunigst anfangen, Geschichtsbücher zu lesen, anstatt unseren heutigen Männern Vorhaltungen über deren geschlechtsintensiven Wortbestand vor Augen zu führen.

Zusammen sind wir die Menschheit (weiblicher Artikel), die das Hier und Jetzt gestaltet und dafür verantwortlich ist, aus welchen Quellen unsere Nachwelt schöpft.

Lassen wir unseren Enkelkindern weiterhin die Möglichkeit, den Vater Papa und den Großvater Opa zu rufen, sie stören sich garantiert nicht an der Endung „a“, denn Kinder erkennen viel eher das Sein ihres Gegenübers und brauchen keine Kennzeichnung der Geschlechtsneutralität.

Hoffentlich lesen nicht zu viele Männer diese Zeilen, nicht daß ich sie noch auf die Idee gebracht habe, wegen Papa und Opa vor den Europäischen Gerichtshof zu ziehen, um ihre Rechte auf geschlechtserkennbare Anrede zu erkämpfen.

Wie das denn ausgehen würde, möchte ich mir lieber nicht vorstellen!

Ihre

Doris Mock-Kamm

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Ukraine-Krieg: Krim ohne Strom eine Kriegserklärung gen Russland

flickr.com/ locken_rock/ (CC BY-ND 2.0)

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Wenn man Faschisten gewähren läßt

Jetzt geschieht genau das, was aufmerksame Beobachter ohnehin bereits erahnten. Der US-Westen hat nicht nur seine gezielte NATO-Osterweiterung in den letzten Jahrzehnten bewußt vorangetrieben, er nutzt sämtliche Register, um die Russische Föderation in die Knie zu zwingen, ins weltpolitische Abseits drängen zu wollen. Damit nicht genug. Nach Maidan-Putsch, einem illegitimen Regierungswechsel schützte Russland sofort die Krim.

Der US-beeinflußte Westen beharrt auf die Behauptung einer Annexion, während unter Jazenjuk rechtsextreme Milizen im entflammten Ukraine-Krieg ihr Unwesen treiben. Nunmehr scheint eine neue Phase der Eskalation pünktlich zum nächsten Winter eröffnet. Mit dem Angriff auf Stromleitungen, wurde der Notstand in der Krim ausgerufen, muß man in diesem Zusammenhang von einer Kriegserklärung gen Russland sprechen.

Dritter Weltkrieg uns allen aufgezwungen?

Wer mit dem Feuer spielt, kann sich leicht verbrennen. Weltpolitisch nehmen die USA dies skrupellos in Kauf, ihre Strategie sollte sich längst herumgesprochen haben. Dennoch meinen etliche Zeitgenossen, wobei gerade die Systemmedien einen wesentlichen Beitrag dazu leisteten, die westliche Welt sei friedensstiftend unterwegs, das Modell dieser EU zusammen mit der UNO und der NATO würde schon für eine Balance sorgen, um schlimmeres zu verhindern. Das Gegenteil muß man bescheinigen. Seit dem Mauerfall, erst recht seit 9/11 werden massive Brandherde weltweit erschaffen, um eine Destabilisierung des Weltfriedens zu erreichen.

Im Nahen Osten treffen die sich feindlich gegenüberstehenden Nationen wie auf einem silbernen Tablett, offenbaren den Weg zum dritten Weltkrieg, der längst nicht mehr in weiter Ferne. Die Provokation in der Ukraine, Russland nonstop herauszufordern, hat bisherig der besonnen weitsichtig reagierende Präsident Wladimir Putin verhindert, aber auch ihm sind die Hände gebunden, falls der US-Westen zu weit geht. Die Krim das I-Tüpfelchen, um das Faß zum Überlaufen zu bringen?

Die USA vertricken sich immer mehr

Die USA haben mit der EU für eine Verlängerung der russischen Sanktionen plädiert, wobei Frankreich sich noch zurückhält, Russland im Kampf gegen den IS den Franzosen zur Seite steht. Welch verdrehte Verhältnisse! Einerseits gibt es eine gemeinsame Linie zwischen dem Westen und Russland, den IS-Terror keineswegs zu dulden, auf der anderen Seite wurde der IS von den USA auf vielen Ebenen gesponsert, vermutet man inzwischen gar einen Waffenumschlagplatz in der Ukraine. Da paßt vieles nicht zusammen. Oder sollte man viel eher bescheinigen, daß dies das Bild der Hegemonialmacht bestätigt?

Am Ende vertricken sich die USA immer mehr, müssen ihre Rolle als Weltmacht anschaulich fortsetzen, wollen sie nicht gänzlich unglaubwürdig dastehen. Werden das tatsächlich die beiden anderen Großmächte wie Russland und China einfach so zulassen? Wohl eher nicht. Genau deshalb steht die Menschheit an der Schwelle eines dritten Weltkrieges, der über die Ukraine in Syrien und somit im Nahen Osten seinen Beginn haben kann.

„Eine friedliche und einträchtige Welt ist der geheime Alptraum der Offiziere und Advokaten.“ (Norman Mailer)

Ihr

Lotar Martin Kamm

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Egons Liebe

pixabay.com

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Egon wollte von klein auf übers Meer fahren,
er traute sich nicht wegen den Gefahren,
die dort lauern könnten unter den Planken,
aber auch wegen des Schiffes Schwanken.

Denn er fürchtete sich vorm Übergeben,
dafür würde er sich ewig schämen.
Tage-, wochen-, monate-, nein, jahrelang
saß er deshalb oft trübsinnig am Strand

und schaute hinauf aufs Meer, das ihn lockte,
doch immer wenn er bereit war, ja, frohlockte,
das Abenteuer zu wagen, seinem Schicksal
endlich zu trauen, kamen die alten Qualen

umso heftiger; zitternd und taumelnd verließ
er den Platz am Wasser, die Angst den Mut verstieß.
Als nun mal wieder in der Stadt Jahrmarkt war,
sah er ein Mädchen mit lockigem rotem Haar.

Sie verkaufte in einer Bude Fische und Hummer,
wie sie so stand, herzzerreißend schön; Kummer
ihn plötzlich plagte, denn er war alt geworden,
und die Stimme versagte schon, beim Guten Morgen

sagen, sobald er das Mädchen sah, deshalb schlich er
immer wieder um die Fischbude herum, bis der Vater
des Mädchens ihn zur Rede stellte, ob dieses Treibens,
da auf einmal prasselten hunderte Worte seines Leidens

nur so aus ihm heraus, die Sehnsucht nach dem Meer,
sein Unvermögen, die rastlose Zeit, das Alter,
das nun schwer auf ihm liege, und nun habe ihn die
Liebe erfaßt, er wisse selbst nicht warum und wie,

er sei ein ehrlicher Bürgersmann und kein Dieb,
und er erbat die Hand der Tochter, die ihm so lieb.
Der Vater hörte stoisch zu, nickte dann und wann,
schüttelte den Kopf, musterte skeptisch sein Gewand.

„Nun, ich sehe und höre, Ihr seid gebildet, Eure Kleider
zeigen, Ihr seid kein armer Mann, aber leider
kann Elverine nur einen Fischermann ehelichen,
der unser Geschäft vom Fischfang bis zum Herrichten

der Ware kennt. Egon stürzte betrübt nach Haus,
im Taumel der Liebe, sein Leben ein Graus,
suchte er mit Schnaps, der Welt zu entfliehen,
doch es wollte nicht glücken, den Gefühlen

ein Ende zu bereiten. Niemand konnte je erklären,
warum er, weit weg von zu Haus und den Schären,
in einem Boot liegend auf dem Meer trieb.
Auf dem Handelsschiff, das ihn fand, blieb

er drei qualvolle Tage und Nächte unter Deck.
Schweißgebadet befreite er sich von all seinem Dreck,
im Delirium kotzte er nicht nur seine Magensäfte
aus, durch geschriene Wortfetzen und Gesten setzte

er auch all seinem seelischen Leid ein Ende.
Des Kochs grobschlächtige, rauhe und starken Hände
umsorgten ihn mit kalten, warmen Wickeln und
flößten ihm mit Kräutern versetzte Suppen in den Mund.

Am vierten Tage erwachte Egon, benommen und doch
glücklich, die Mannschaft bestürmte ihn, bis der Koch
sie alle aus der Kombüse schmiß. In den nächsten Tagen
beantwortete Egon all die ihm gestellten Fragen,

und er wurde immer selbstsicherer, obwohl er zeitweilig
kotzend und elendig fühlend über der Reling hing.
Keiner verübelte ihm dies. Er lernte das Handwerk
der Seeleute, überlebte Stürme, und Glück

umfing sein Herz, als das Schiff nach fast zwei Jahren
beladen mit vielen neuen Waren in den Heimathafen
fuhr. Inzwischen war er muskulös und braungebrannt,
so daß keiner in der Stadt ihn mehr erkannt.

Da er keine Erinnerung mehr hatte, was geschehen,
so machte er sich auf, um nach seinem Haus zu sehen,
bunte Blumen an den Fenstern, spielende Kinder auf dem Hof,
so schlich er fort zu seinem Oheim und erhoffte, dort

Klarheit zu bekommen. Der Oheim war anfangs sehr skeptisch,
aber Egon überzeugte ihn, daß er sein Neffe und kein Dieb.
So erfuhr Egon von seinem Testament, darin war festgehalten,
daß sein ganzes Hab und Gut Elverine mag erhalten,

wenn er nicht binnen eines Jahres zurückgekehrt sein sollte.
Seine Rückkehr verbreitete sich schnell, und auch Elverine wollte
ihn willkommen heißen. Sie stand mit vielen vor der Tür
und als sie Egon sah, umarmte sie ihn und dankte ihm dafür,

was er für sie getan und war glücklich, ihn gesund zu sehen.
Nun, ich weiß, was weiterhin mit den beiden geschehen,
aber ob sie eine gemeinsame Zukunft hatten oder nicht,
überlasse ich Eurer Phantasie, denn dies ist bloß ein Gedicht.

Nafia

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